1871 / 184 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 01 Dec 1871 18:00:01 GMT) scan diff

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wel e man eht, Folgen der Genehmigung des fragltchen Ver- trast sein, (,x-iber wenn sie bestehen könnten, so set es doch txar, daß fie nicht aus dcr Genehmigung des Vertrages von Setxen Chili's hervorgingen, sondern sguch ohne djesellye entstehcy wur- den ,' ja, sie schwebten bereits uber de'r Republik; ,denn 111 dem Augenblicke, in welchem „er spreche, set dxr Waffenfttllftayds-Ver- * trag ohne Zweifel beretts von de!) _ubrtgen Republtken und Spanien ratifizirt: der chtleyfischje Munster zu Washington habe angezeigt, daß bereits alle ubrtgcr) Mizüstey, welche de'n _Ver- trag unterzeichnet hätten, ermßchtxgt scten, lhn zu rattfiztren, und da der zweite Termin fur dtese Handlung am 11. des gegenwärtigen Monats ablaufe mxd Hex ,außerordentliche Termin, Wclcber ihm folge_, nur fur Dtexezngen gesiegt se), welche wegen Hindernisse, dxe ,von ihrem thlen unabhangig seien, nicht früher hätten ranfiztren können_, so sei anzune men, daß der Vertrag vor.dem 11. des gegenwartigen Monat yon Allen, mit Ausnahme Chili's , ratifiztrt worlxen set. VieUetcht seien bereits zu dieser Stunde die Handelsbeztehungen zwrschen einem der Verbündeten und Spanten „wiederhergestellt. Könne Chili verhindern, daß die? gesc2hehen se:, indem es dem Vertrage eine 14 immun verwe gere. s ZDsite edach?en Argumente, fuhr Herr Altamirano fort, könnten am?) aus anderen Gründen zucht angenommen w„er- dev: nach Unterzeichnung und Ratißkatwn des Verxra esfmuffe man annehmen, daß er werde erfullct werden;_ dre etxigkett des verpfändeten Wortes verpftichte dlc Nanonen wu die Einzelnen?" Man wende gegen d„en Vertrag eYn, cr enthalte keine Gewähr für seine getreueErfullung von Settanpaniens, daß, wenn der Minister der Vereinigten Staaten ihn Yefördext, er sorgfältig darauf aufmeßrksam„gemacht habe, da er fur keinen der Vertragenden Burge set._ Jedoch, troZ solchen, Vor- behaltes sei es nicht weniger unzxvetfelyaft, daß die ZMschen- kunft der Vereinigten Staaten eme achtbare Gewähr bedepte' selbst wenn er von leßterer absehe, frage er doch, ob tros eme vor der ganzen Welt feierlich untxrzeichneten Vertrages, troy der moralischen Gewähr der Veretmgten Staaten die Gefahr eines yerrätherischen Angriffes bestehe ,' und werde Chili dteser Gefahr entgehen, wenn es den Verqug verwerfe_? Stehe es nicht Spanien frei, es mforgZen oder in ]edem von 1hmgewähl- ten Au enblicke an u rei en. , GeZen die Bedzinßxung , daß dxe Notifikanon der Kundtgung durch die Vermittelung der Veretmgten Staaten “Jeschehe, er-

FFC ;_;-:o ka-[l].

hebe man den Exnwatxd;,HgßvÜQYFÜFm'RÜÉRngs entsage es örkBngxüß, Krieg währendodrel Jahre zu machen, aber die selbe Entsagung werde Spamen auferlegt,- die Einwilligung darin sei gegenseitig und mit freiem WiUen angenommen; wenn man nach der Weise der betreffenden Bertchterstattcr argumentire, so beeinträchtige jeder Vertrag die Souveränität.

Die dritte Bcsjimmung des Vertrages stelle fest, daß Chili wärend dcs WaffenftiUßandes die Befugniß habe, frei mit den Ncutralcn in al1en Artikeln Handel zu treiben, welche während des Friedens Gegenstand des erlaubten Handels seien: es sei gegenwärtig cntwaffneteinem Feinde gegenüber, welcher Herr einer mächtigen Kriegsmarine sei," es liege eben so sehr in seinem Jntereffe, daß diese Lage fich ändere, als in demjeni- gen Spaniens, daß fie unverändert fortbestehe,“ ohne den Vcr- trag stoße es auf ernste Schwierigkeiten , fich zu bewaffnen, mit dem Vertrage seien alle Märkte ihm offen; es sei nicht Spanien, welches Kriegsschiffe zu kaufen brauche, es sei Chili.

Herr Altamirano erinnerte am SchlUsse seiner Rede daran, daß die Kammer den Vertrag genehmigen müffe , nicht allein Weil er Chjli's Intereffe entspreche und seime Ehre sicherßekle, sondcrxt auch weil die im Protokolle von Lima ein cgangene Uebercmkunst es dazu verpflichte; sie sei von der cgierung der Republik genehmigt worden, die den Bericht erstatten- den Abgeordneten erkennten an, daß die Diplo-nmten von Washxpgton 'die in" der Konferenz von Lima gezogene Grenze mcht uberschrttten hatW; seit vier Jahren wisse der Kongreß und das Land, daß die Regierung Verhandclc, “am zu einem Vertrage zu gelangen, welcher auf dsr Bafis des gegenwärtigen besteH-e,“ warum erscheme das, was im Jahre 1869 annehmbar und „angemessen war, ]eßt so anders, als ob es der Ehre und

dex- außeren Sicherheit der Nation entgegenstchc,“ die Kammer möge wohl bedenken , daß indem Chili heute nicht gsnehmige, vZas es gestern angenommen habe, es sich in eine Lage voll Berleaenhciten verscße.

Nachdem ,das Mitglied der Kommifficm , Arteaga Alemßarte dle 111 dem Berichte der ultraliberalen Fraktion der lcßtercn gegen detx Yertrag vorgebrachten Argumente wieder- holt und der Prasident der Kammer, Amunategui, fie chn neuem als unzutrcffcyd zurückgewiesen hatte, ward die S1Yung aufgehoben, und dle Vcrathung des Vertrages ist bis 1th mcht wledcr erneuert worden. "

Reichstags = Angelegenheiten.

Berlin, 1. Dezember. In der gestrigen 35. Sißung de Reichstages nahm i_n der zwettenBeraxhung des Gcseßentwurfs betreffend die Frtedenspräsenzstarke „des. deUtsche Heexes , zu dem Amendement der Abgg. Mtqmzl, Or. Bam berger und v. Unruh jzach ÖLM Abg. ])k- BMWerger der Staats-Minifter Delbruck das Wort:

Meine Herren! Ich würde dem Rath Hes Herrn Ahgeordneten für Mainz bei der vorliegenden Frage- d0ch 1a 7718 Pollak a::s den Spiele zu lassen, für meine Pcyon sehr gern folgen. Ich kann es nicht, Weil in der That ch hter vorltegende Frage von politischen Erwägungen vollkommcn nicht zu tretxnxn iß. ZMMUß Meinersejxs fo ungern ich es thue, auf diefye poltttschen Erwagungen eingeben* Ungern thus ich es deSh-xlb, wnl ich mir sebr Wh! bewußt bin* daß das, Was von dieser Seite zu sage:) xst, sehr vxel besser und sehr viel Mckungßooller gesagt werden wurde, wezm der Herr RW- kanzler durch sein Umvohlsein nicht verhindert ware, hier zu erscheinen,

würde, so gut ich kann, Wiedcxxugebcn.

Für die verbündeten Regxerungen liegt de_r politische Werih der Vorlage, welcbe fie jekt gemacht h9ben, kaxm, daß die ganze Welt durch die Annahme dreier Vorlage weiß, daß Deutschland im Jahre 1874 ganz ebenso, u'nter allen Zlazßétxtden ebenso gerüstet daftehen Werde, mtc es heute

a e . »

Die verbündeten Regierungetz gehen kxineswexxs _von der Anscht aus, daß jeßt unmittelbar eme immmente Kue sgefahr vor- handen wäre. Sie können aber ebensoxvenég dex einung sein, welche gestern der Herr Abgeordnete fur Meiningen ausspra daß nun, nach dem Zlücklick.) geführten Kriege ynd dem_Vorthei[haft geschlossenen Frieden er Fnede für längere Zett garanttrt sei. Sie können es deshalb nicht, weil der Friede zwqr geschloffen,_indessm in einem sehr Wesentlichen Theile, wie männigltch bekannt, mcht aus-

zu Werden in dieser Beziehung im März 1874.

Meine Herren! Ich glaube, jeder von Ihnen wird aus der Le!- türe der eitungen und aus mündlichen Mittheilungen wissen, daß im franzö schen Volk eine starke Strömung vorhanden i , welche zu dem hintreibt, Was man »Revanche- nennt, d'azu hintrei t mit einem ganz beßimmten Termin, nämlick) yor cdtx mtt ÖM Tage der Zahlung der leßten 3 Milliarden. Später haxie sie a weniger Bedeutung", Die gegenwärti e sranzöfischeRegierung tst die er Strömung vollstandig fremd.

daß fie die von ihr eingeaan ene Verträge loyal und vounändtg

anzösiscye Regierung zu erschutcern,

ndefsen , meme Herren , kennen Sie alle die Lage unseres Nach- barlanpes genug, mit einem von Natur lebhaften und von einem ber_echttgten Natronalfiolz erfüllten Volk, Welches nach schweren Cr. schutterungen seinen SchWerpunkt za finden sucht, Ob es diesen Schwerpunkt 1eßt schoxx gefunden hat und rvelche Wechselkälle vet. lqufen Werden, bis es rdn gefunden haben Wird , das Weiß von uns

memand und niemand kann dafür eim Gewähr geben. Unsere Aufgabe ist es, das Unsrige zu thun, daß der richtige Schwerpunkt bald und ohne welterschütternbe Wechselfälle gefunden

'n. „„7, ..:-,so :| .m etre en dtcses Vertrauen in die e .

* Werdc. Ick theilt durchaus die Ansicht, die der „Herr Abgeordnete für

Crcfcld ausgesprochen hat, daß der Versuch einer Revanche nkcht lück- ltcher sein wurde, als der Versuch, der im vorigen Jahre gege?1 die deutsÖe Unabhängigkeit gemacht wurde. Aber, meixe Herren, darauf kommt es mir, keineSchs al1ein an. Die Aufgabe, die Wir haben, tt? vor czllen Dmgen, dahin zu wirken, sucht Wird, daß nicht_durch diesen Versuch Elend über Elend unter allen _Umßänden auch aber uns komme, auch unter den günßigßen Umséandcn. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, bis zum eni-

glgudcn, WU", daß zur „Erreichung dieses Zieles nichts wirksamer sem mtrd, gls eben wxe ich es zu Anfang meiner Bemerkungen aussprach, "dt; Uebcrzmgung, daß bis zum Jahre 1874 einschließlich der gegenwartige Bestand des dcutschcx1Heeres Wechsclfäklcn nicht aus- gese_3t ist. Ich Wetß sehr wohl, das M dieser Versammlung, und darm gebe tch dem Herrn Abgeordneten für Meiningen Recht, der Bestand des deutschen Hseres Wcchselfällen nicht ausgeseßt sein wird, das erkennx ich an. Aber, meine .Herren, das Was ich weiß und was Sie hat Asie fühlen werden, das r:icht viellcicht nicht weit über dre GTCUZLU von Deutschland hinaus.

der deuxsxben Arx _ uns mit nicht großen Schwierigkeiten in fremde Verbältmsse binnndenken können, im Ganzen vielleicht die Befähigtstcm

Alle dennoch einräumen müssen, daß dieses Urtbeil häufig genug un-

frcmdc Verhältnisse und Sikuationen hineivzüdcnfcn. Sic üOertragcn stehende erüe Feßsteljung eines deutsÉcn Mixixär-Etaxs rrird von s01ckM Standpunkxen aus vollkommen anders aufgefaßt werdcn, als ficnükb mcimr Ueberzeugung hier im-Hansc rexlaußn wixd. Man wird das mehr peJJcff-sn Dürfen. JM glaubc, der Herr Aßgecrdnch für Mciniß- «crx («1711 rvxtrde schwchlich arnxégt scén, das Bild ron seéncr SkcllungzUk M:!ttarsragc für ein fortcstks anzuxrkenncn, was sn?) Vor dem chnkébk btldetmant dem die französisäxePrcssc dicVeröcndxmmen dicses Huusksün'

ficht. Sotlangc cs chzrsteht, daß kxier cin defimixwer Militär-Etaf, wow?- der Begrtff verbunden 171 einer Ncagesmltung dcs szrcs, znr Verax

Ick werde versuchen, die Gedanken, die er hier aUSgesprochen haben

geführt ift - noch nicht ausgeführt ist. Er braucht ja erst ausgefuhrt

ir haben von jeher das beste Vertrauen zu ihr gehabt,

daß die Revanche nicht vex- -

scheidcnch Momente den Frieden zu erhalten. Nun, meine Herren, _

_ ' Wir find ja dura) die Vicl- ) setttgfeit unserer Presse, dadurch, daß w€r - es ließt das einmal in : Xe Zustände fremder Länder objektiv zu beuxtheilen, und wir werden * _richtig ist, Aydetjvérts'ift es anders andcreNationcn find vermöge _, xbxer ganzen Et;etxthuml:chkeit, Vermöge dc: vorzugsweiscn BeschäftiaUW

rhrer Pr--ffc mtt mneren Angelegenhe-Ztcn weniger in der Lagc, |ck '" _

das, w,“:s fie bei sicb gewöhnt sind, nufandecmußände und dicbsvor-

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thunz kommt, also„auch die Chance vorhanden ist, daß diese Gestal- tung des Heeres eme wesentliche Veränderung erleide _ daß dies durch die Verfassung auSgcschloffen ist, ist uns bekannt,A11deren aber nickt - 10 lange das der Ja!! ist, Werden fich an diese Chance Hoff- nungcn anknüpfen, nothwendigerwcisc, welche zu dem Ziel:: hintreibcn werden. daß wir nicht nur in unserem eigenen Interesse, sondern auch im anexcffe der ganzen Welt fernhalten müssen. .Wenn dichrbüudetcn Regéc- rungen in diesen Erwägungen die große politische Bedeutung der Vorlage sehen, so liegt die Frage stk): nahe, und der Herr Abgeordnete für Kkeuznach hat sie geßecn schon aufzeworfen, Warum man nicht eher mit kiefer Vorlage gekommen sei. Meine .Herren, als unmittelbar nach SchlußJhrer leßtcn Sesfion die Frage in Berathung genommen wurde und genommen Werden muß2e, wclche Vorlagen dem gegen- wäriig versammelten Reichséage zu machen seien, da ist allerdings die Frage, ob Wieder ein Paukchquanéum begehrt werden sour, zur Er- wägnng gekommen. DisG-ründc, die ich so eben Ihnen zu entwickeln die Ehre hattx, [aßen damals vielleicht nix!): mit der Bestimmtheit vor, wie jest, sielagcnindesscn nichtfern, Und wenn dessenungeachtet dieEnt- schließung dahin ging, von der Fordxrung eines Pauschquantums abzusehen und einen Militäretat vorzulegen, so waxen dafür verschiedene Ge- fichtspunkte eneschcidend; einmal der Wunsch, vafassungömäßig vou- tommen korrekt Zu handeln, xnieAblauf der Periode des Uebergangs- zußaydes- wée ihn die Vexfajsung nennt, auch in dm regulären Zu- ßand einzutreten und sodann di: Erwägung - se ist ja wiederholt schon hikk entwickelt und lebhaft und glücklich dargestellt worden yon: Herrn Abgeordnetm für WoÜmirßedt - die Erwägung, daß der gegenwärtige Moment ein für die MTlitärverwaltung ungemein ünsiéger sei, um einen dcstnitiven Mikitärctat zu verein- ßaren, ungemein günstig im Hinblick auf den eben bcendigtcn Kxieg und ungemein günstig gegenüber einer Versammlung, die man kennt. Es war damals die ernste Absicht, einen vollständigen Mixitär-Etat für 1872 schon jest vorzulesen. Man hat dabei die Kräfte Überschäßt und die Sprödigkeit des Stoffes unkeréchäßt. Es war eben fartifckz nicht möglich, zu einem voll ändig aUSgearbeiteten Etat zu kommen, und so entschloß man fich UU leßten Augenblécke, dennn es mußte ein Entschluß efaßt Werden, Ihnen die Vorlage zu machen, die Sie mit dem HausiFaltSctat bekommen haben.

Nun, “meine .Herren,“ have ick) mich von den eben bezeich- nxxxn Ge1icht5puntten aus aUszusprcchen Über das Amend:- m-cnt, daS, vom Herrn Abg. fü; Mainz unterzeéchnet, soeben begründet !voxden ist, und da muß ich nach sorgfältiger Erivägung - fie i| wirkltcl) xine sorgfältige gckvesen, denn ich habe das Amen- dement nichx erst_ 1th kennen gelernt »- erklären, daß von allen Lö“ sungen der vorliegenden Frage diese die unannehmbarße ist. Sie verbindet für den Séandpunkt der Bundesregierungen aUc NaÉiheile, die mit dem einen Wege oder den anderm.verbunden smd. Zunäch| von dem eben von mir eröctertm politischen Gesicht§punkte aus müssen wir es ganz unbedingt Vorziehen, in der nachnen Session einen Militäretat zu erörtern, statt in dcr" Scsfion yon 1873. Die Erörterung dieses Militäretats in der Sesnon von 1873 , ohne daß im Jahre 1872 eine Feststellung vorausgegaugxn wäre, würde polirisäp ein mtschiedener Fehler sein. Im Jahre 1873 ßehxn wir vor dem ahre 1874, und eine Oiqusfion des Mtlitär-Etats 111 einem solchen Momente würde gleichbcdeutend sein mit dxr Ausßcht auf politische Erörterungen, Welche grade dann nur nachthetli Wirken köyncn; Auf der andern Seite würkc eine Distussion des Lats im KUW 1873 den Nachtheil haben, oder vielmehr die Fcstßeüung eines * auschquantums für zwei Jahre, daß die Militärvexwaxtung ok!: die Vortheil: verliert, welck): ür sie aus einem drei1ährtgen Pausch- quantum erwachsen. Meine Herren! In Bezug auf das Pausch- quantum hat der Herr Abgeordnete für Meiningen„ganz tmc Recht bemerkt, daß, soweit die einzelnen Titel nicbt etatSmaßig übertragbar sind von einem I;;hre auf das andere , fie von einem Jahre auf 1395 andere nicht übertra en werden können; Es ist das volxkommey richt1g. Das schließt aber femeSwegs die große BeHeatung auk, dée eme län- Zere Periode vor einer kürzeren für die Militärverwaltung hat,_ un_d zwa? aus dem Grunde, Weil eine längere Periode die Mögltchkctt gewährt, die Ausgaben planmäßig zu vertheilen, zu echelloznren,' nnd die Möglichkeit einer solchen Vertheilung iß, wmn maxx cmmal von einem Pauscdquantum redet, für keine VerWaltung em so absolut dringendes Bedürfniß, wie für dieMilétärVerwaltung. Ick willIhnennur ein Beispiel anführen, Welches aus den allerersten Monaten des Pausch- quantums datirt und welches für mich damals das ganzeArrangement des Pauschquantums zu einem höchst ängstlichen machte. Das Pausch- quantum war, wie Ihnen bekannt ift, berechnet auf den Grundlagen des alten preußischen Militäretats, und es waren aus dem alten preußischen MiTiräretat nach den angenommenen Grundsäscn einge- stellt bei den Verpficgungstiteln, die, ich weiß nicht, acht- odex zehn- ]ähréaen oder wievieljährigen Durchschnittspreise, die die verschiedenen Getreidearten gehabt haben. Es War dies schon ein sehr großer Unterschied gegen den alten preußischer: Etat, indem der alic- preußische Etat bei dem Getreide die Naturalien ein- ßellte und außdxücklich sagte: wenn die Preise höher steigen, so hat das „KriegsMiniftcrium cbm die höheren Preise zu bezahlen, obne daß dteses eine formell zu genehmigende Etatsübekschreiiung ist. Davvn _konnte bci- dem Pauschquantum natürlich nicht die Rede sein. Was geychah nun? In dem zweiten Semeßer des Jahres 1867 -- zyit dem 1. Juli fing das Pauschqtmntmn an in dem zWeiten OksUeftkk 1867 fticgcn - rvie den Herren Landwirtben vielleicht hier in der Versammlxwg erinnetlick) ist »- die Preise für Roggen, „Heu und Hafer schr ethcblich,und die Folge war die, das; gegen die berecY- nxten Etatspreise, die dem Pauschquantmn zu Grunde lagkn, sur dte eben genannten drei Geireideaattungcn in dem einen Semxstcr Wehkvzu verausgabcn war: 1,087,000Th11-. Nun ist ein thtag von cmcr Mzuton auch bei einer Summe von der Höhe derjcnégcn des Etats xe: KrtegsVerwaliung cin schr erheblicher, WärecinPansckquanium mcht

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gewesen, so War Has einfach als Etatéübcrfchreitung zu verrechnen und konnte von kemer Seite angefochten Werden,“ denn die Pferde müffen Hafer 1th Heu haben und die Menschen müffen Brod haben, marx kam) fie mcht auf schwächere Rationen seßcn, und wenn die Pretß ßezgen, muß man mshr bezahxen. Solche große Uebelständc, die fur dre VUWQUUUJ mxt dcm Pausckxqaantum verbunden find, find ben nur zu Übernehmen, Wenn man dieses Pauschquantums auf etmge Iabrre scher,:ß; denn nur, dadurch wird die Möglichkeit gegeben, „das was bet emem solchen Tttel in einem Jahre mehr aus- gegeben tß, an einem arxdern Titel abzusparen, und zwar abzusparen nur deShalb, wcki1 man m dem nächßcn Jahre für diesen Titel ettvas mehr verausgabcn Jann. Ein Paußckxquantmn für zwei Jahre würde auch aus dieser Ruckstcht für die Militärvmvaltung ebcuso wcniq 9nnehmbar sem, „wie es aus den politischen Rücksichten annehmbar ts: für dic Verbundeéen Regierungen. Das" in der ursprünaxichen Vorlage der verdüydctcn Regierungen Ihnen vorgeschlagene Paukch- qxzantum allerdmgs noch füxzer; aUcin das eine Jahr ßcht un- mxttelbar bevor, man rechnetmit viel bxkanntercn Größe» als wmn ein zweites Jahr hinzutriit.

_ Es.ift nun hervqrgehoben Worden, daß für die Neßiemngen sslÖft dt; kthltche und stachltche Aufgabe der Fesiftellung des Militärctats, wre fie der „Herr Abgeordnete für Mainz genannt hat, ja viel“ zusagender sct_ zux Erledigung mit diescm Thxen bekannten Hause, _als unt cmem künftigen, ihn-“xn Vollko-xnmcn unbekann- ten. Dre „Erheblichkeit dieses Einwandes ßclle ich gar nicht in Abrede,“ dre veryündxten Regierungen selbst haben in ihrer ursprüng- lxchen Vorlage ]:.1 then Gedanken anerkannt; aber dieser an fich rrchtige Gedanke schwacht in Nichts ab die politischen und militärischm Verwaiungs-Erwägungen, die die Annahme einer zrveijährigm Periode unzulässig machen. Ich kann nur wiederholt, meine .Herren, Sie bitten, der Vorlage der verbündeten Regierungen, die von Ihnen eine Ver- längerung des Pguschquanwms auf 3 Jahre verlangt, zuzustimmen und fiel") davop nxcht abhalten zu lassen, dureh die von dem Herrn Abg. fur'Mamz m beredter Weise heraufgerufmen Reminiszenzen an de_n konstituzrenden Reichstag vom Jahre 1867. Somit diese Remi- mszenzen direkt an die Adresse des Herm Nbg, für,Wolmirftedt ge- richtet waren, wird er fie _vermuthlich beaniworten, es i| nicht meine Aufgqbe,“ aber ich möchte tm Allgemeiner: daran erinnern, daß, wenn man tm Jahre 1867, m_der damaligenZeit, für den damaligen Nord- dxtttschen Bund eine Penode von 4Jahren für vollkommen genügend htelt, um dre Organisation des Haeres so Weit festzusteüen, daß man ohne Gefth, mit _Ruhe und mit Sachkenntniß an die Fcstßellung cxnes defimtiven Mtlitäretax's gehen könne, von den Vorausseßungen, dae damals leiTend waren, meines Erachtens heute kaum eine vor-

handen ist und daß es wie ich laube olitis do ni tri ti i rveil man,:yor 4 Jahre;: unter rFesennkcFano-Xn Vccbxhäléxiffné ch-É

Bestimmtes für richtig gehalten hatte, und aus voüer Ueberzeu- gung für richtig ehalten hatte, daß man nun unbedingt an diesen einmal ausge prochcnen Worten und an dieser einmal fcftgrftell- ten Ueberzeugung festhalten sol], Wenn |ck die Verhältniffe vollständig geändert haben, „UKH dichrhäLtniffe haben fich Voüßändig geändert.

Es ist bereits darauf hingewiesen worden, daß in der Militär- konvention zwischen dem Noxddcntxchen Bunke und Württemberg für das Königreich Württemberg zur Organisatßon seines Armee- CQLPZ eine Zjährige Periode fcstgcftrüt worden ist. Für die Königlich bayerische Armee ist xine Periode nichk festgeßeüt worden. Ich maße mir kein Urtbn'l darüber cm, wie weit die auch in Bayern nothrven- dige Reorganisatim: in 2 Jahren vorgeschritten sein wird; ich glaube ade?, das als unnveifeihaft ansthen zu können, daß ihre Vollendung, also aueh die erßelluna cines völlig normalen Zußandes in Bayern unter allen Umßänden in 3 Jahren sehr viel schere: zu erwarten ift, als in 2 Jahren. Es folgi daran:?) Wie mir scheint, daß in Betracht der beiden wiQTiZ-stm Verstärkungen, Welche das deutsche Heer durch die neuere Emwickelung der Ereigniss gefunden hat, die gewichtig|en Gründe dafür sprechen, j-ßt unter veränderéen Verhältnissen und_in eincm beschränkteren Zeitumfange dasselbe zu thun, Was man tut Jahre 1867 gethawhat.

-- Im weiteren Verlaufe der Diskusston entgegnete der Staats-Minßfter Graf v. Noon den Abgg. 1)r. Reichensperger und v. Boum: '

MeHne .Herren! Ich wiki Sie mit einem längeren Vortrage mcht belästigen. Ich habe mich heute auch nicht mit Gegnern, sondern unt Freunden meiner Vorschläge auseinander zu sehen. ,

Der erséc derselben, der Herr Abg, von Geldexn, hat fich in kreser Beziehung wohl für die erste Vorlage der chrerung erklärt, aber doch mit so bedenklichen Modifikakionm, daß :ck von dieser Unter- stüßung, ungeaéötet der freundlichen Worte, mrt denen sie dargebracht wurde, gaßz und gar Abßand nehmen muß. _Dxr „Herr Abgeorpnxtc War fo gütig, zu sagen, sein Vertrauen _zur Mtlttarrcxwaltxzng set, cm so großes und eminentes, daß er gar 111cht dgran zrvcxflc, „dre Mtlttär- verwaltung Würde auch bei der, thr cegcnen Elaßtzität wohl wissen, mit einigen Millionen wcntger auszukommen. Das Ver- trauen des Hexrn Abgeordneten gcrxicht mir zur großen Ehre, ich möchte aber doch bitten, daß er unä) mit demselben in diesem Maße verschonen möchte. _

Der zrveite Redner, dem :ck cmige Worte zu sagen habe„ ist der Herr Abg. v Ronin. Wenn, ich der _MeimmJ gejvesen Wäre, daß sein Antrag hier im .HaUse dre Maxornät gefunden hätte, so Würde “;ck, wie ich bereies aestern bemerkte, schon der Gesthäftßabfürzung Wegen, jeden andern Weg gern yenniedm haben,“ allem dicses Resul- tat war mir scßr zmifslvaft. Um Deswillen habe ich mich dcm an- dern Vorsszlagc nicht verschlossen, und zwar, wje Ißrxen aus bcredtc- rem Munde aukcincmdcr gesetzt worden ist, jchcn der politischen L_"wrtbcile, déc damit verknüpf'c find, Wegen Dcr N;;chkhcilc, dic mi jedem aUd-crn Axmngemcnt verbunden *,"ind. Ick muß axko ganz “r-c