_Na dem 30. Juni d. J. findet die Abftempelun aus- schlteßliZ bei der Kontrole der Staatöpapiere in Berlin, Oramenstraße 92-94, statt. Berlin, den 7. Mai 1897. Hauptverwaltung der Staatsschulden. von Hoffmann.
Jichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 11. Mai.
. Seine Majestät der Kaiser und König besuchten, wx_e „W.T;B.“( meldet, ges-tern Mittag um 121/2 Uhr das W11helm=Vrktortqstift in Kurzel und begaben Sich um 2 Uhr von Schloß Urvtüe zu Wa en durch die in reichrm Flaggen- schmuck prangende Stadt es xmch dem großen Exerzierplaß von FreSCaty, um das Konigs - Infanterie = Regiment Nr. 14? zu beßchtigen. Seine Majestät stiegen bei dem Fort _ Prmz August von Württemberg zu Pferde und rttten von dort nach dem Exerzierplaß, wo das Reg:m'ent Paradkmrfstcllyng genommen hatte. Nach dem Vorbetmarfck) und Exerzrtisn der einzelnrn Bataillone fand u_nter Zuztehmxg von anderer Infanterie und von Pionieren ern Sturmmanooer auf das ; ort Prinz August von Württemberg unt'er chußung von Sturm eitern statt, während eine Dragoner- Brt gde tm Rücken der Angreifer eine Attacke gegen dieyelben aus uhrte. Um 71/4 Uhr Abends war die Uebung beendet. Nack) „derselhen begaben Sich Seine Majestät der Kaiser nach Monttgnr) xn das Qffizier-Kasmo des Häni 6-ngiments, wo AUerhochstdteselben 1m Kreise des Offizier orys das Diner etxmahmen. Um 91/2 Uhr kehrten Seine Majestät mit der E1senbahn nach Kurzel bezw. Schloß Urville zurück.
, Ihre Majestä? dir Kaiserin und Königin trafen, wre „W. T. B.“ berrchtst, mit klkincm Erfolge estern Nach- mxttag um 5 Uhr auf drm HaupWahnhof in eh ein und besuchten dds Kloster St. Consxarcr sowie die Krankenhäuser Mathildensnft und 13011 586011175 daselbst. Die Rückfahrt nach Kurzel und Schloß Urville erfolgte: UM 61/2 Uhr.
_ Nachdem griechjscherseits dir- BedirgUr-gen erfüklt worden smd, von denen dre deutsche Regierung ihre Mitwirkung an der Intervention abhängig gemacht hatte, ist der Kaiserliche Gesqndte in Athen angewiesen worden, sich an den MZdratronH-Verhandlung_en zu betheiligen. Die de- treffende Wetsung ist noch gestern Abend nach Athen ad- gegangen.
Laut Mitthrilrxng der Pforte erstrrckt fick) die bereits ge- meldete Ausloschung der Leuchtfeuer im Golf 73971 ' Smyrna währrnd der Dauer des türkisch: grtechtschert_Krtrgcs auf dre vor den Forts belcgcrrn FSUSL“ von Hamxdxé bls Smyrna, M die Leuchtbojen Von Vourla und anf den Leuchtthurm von Hadjiler bei Phocara, am Ein: gang des Golfes von Smyrna. Ferner hat drr (General- unveryeur von Styyrna angeordnet, daß für die Dauer der Ferndsrlxgketteu drn fremden Schiffen das Em: und Aus- laufen der Nacht tm dortigen Hafenbezirke nicht gestattet ist.
. Der Präfidrnt dcr Königlirhrn Eisenbahndirektion Bsrlin, erkhche _ (Zrhkrmr Ober-Re„ :erungß-Rath Kranold hat Flchbm drenstlrchcn Nngelegcrßeiten nach Königsberg 1. Pr.
rge en.
' Der Bevoümächtigtrzum BundLSrath,K6niglich hax1erische W1rkltche Gehetme Krtegsrath Habel ist hier angekommcn.
Laux telxgraphischer Meldungen an das Obcr-Kommando der Marme rst S. M. S. „Arcona“, Kommandant Kapitän _zur See Becker, heute von Yokohama nach Kobe in See ge- gan e_n; der inchS-Postdampfer „Stuttgart“ mit den Ab osungen_fur S. M. S. S. „Falke“ und „Bussard“ - TrcrnsPormjhrer: Korvetten-Kapitän Wallmann - ist gestern 111 Southampton angekommen und hat an demselben Tage die Nsise nach Genua fortgcsoht,
Cronberg, 10. Mai.
Friedrich emprng _gestern arzf Schloß Friedrichsho den
esuck) Ihrer Komgltchcn Hohexten des Großherzogs und der Großherzogtn von «Hessen.
Danzig, _11. Mai. Seine Königliche Hoheit der Prinz Heinrtch und der kommandierendeAdmiral, Admiral von,.Knorr trafen gestern Nachmittag hier ein, um der heute stattftndenden T au fe des neuen Kreuzers „Erfaß Fre ha“ bei: zuwohnen. Der Vrmz Heinrich wurde am Bahnhofe von dem General-Lieutenant von Hänisch, in Vertretung des bcurlaubtcn kommandierenden Generals von Lenße, dem Kommandanten von Danzig, General : Major von Zeydcbreck, dem Stellvertreter des Staatssekretärs des Reichs:
_karmeathKontre-Admiral Büchkxel und dem Ober:Werfk: dlrrektor, Kaprtän 3. S. von Wieters eim empfangen und begab stch alshgld zu Wagen nach Lan fuhr, um einer Einladung des Osfrz1er:KorpS dcs Lerb:Hu aren-Regiments Nr. 1 zum Diner zu entsprechen,
Heure Morgezr ,um 6 Uhr 23 Minuten traf Ihre Maxestat dte Komgrn von Württemberg, begleitet von denx Hofmarschalx Baron vqn Rrischack) und der Hofdame Grczfm _chkull, hier em; Seme Königliche Hoheit der Prinz Hetnrtch erwarxetc, wre „W. T B.“ meldet, Jhre Majestät m_xf dem Bahnstetg,'wo fich zur Be rüßung noch der General: Lieutenant von Lamsxh, der Kontre- ldmiral Büchsel, der Kom- mandant vox: anztg, General-Major von Hrhdebrcck und der Ober-Vrafident, Staats-Mmistkr von Goßlcr eingefunden
alten, von wel en der leßgenannte namens seiner Gemahlin
hrer Majestät elner) prachtvolletz Strauß von Marschall-Niel- Rssenüberreiehtx. PrmzH-xinrich uhrtesodann dirKöniginzudem Wagen und geleitete Allerhochstdte elbe nach ihrem Absteigequartier bei dem Oberwerft-Direktor, Kaprtän zur See von Wiefersheim.
Ihre Majestät dir Kaixerin
Der Bahnhof und die Stadt find rei geschmückt, und in dm
Straßen, namentltch am Bahnhof 1: aus der Einzugsstrake, alten, sich ßroße Menschenmengen ange ammelt, welche „ie önlgm freu tg beßrüßten.
NAZI dxr An unft brachte die „Kapelle des 1. Leib- Husaren- e tments Nr._ 1 Ihrer Majeßät der Königin eine Morgennzu k d_ar. „Dre Koniäin befichtigte sodann, geführt von Sexner Kopigltchen o tdem Prm en Heinnch, zu ?Luß dre Kaiserliche erst und Hast auf einem
erftdampfer durch die Hafenstraße na der Rhede. Um 11 Uhr fand die Taufe des ErsFkreuzers statt, bei welcher dte- Ehrenkompagnie _von dem renadier-Regiment König Jnedruh [. (4. Ostpreußisches Nr. 5 gefteÜt wurde.
er kommandierende Admira von Knorr, der Stell- vertreter des Staatssekretärs des Reichs - Marineamis, Kontre-Admiral Büchsel, der Chef des Marinekabinets, Konkre- Admrral „Freiherr von Srndetp-Bibran, die Generalität und dre Ofßzterkorps nahmrn zu Seiten der Tribüne Ayfftel'lung. Nqck) einer kurzen Taufrede Seiner .Konzglrchen Hohe_1t des Prinzen Heinrich taufte Ihre Maxestät die Konigin von Württemberg im Aller- hochsten erftra e den Kreuzer auf den Namen „Frena“; SLM? Komgli e Hoheit der Prinz einrich schlang darauf um den Arm der Kömgin ein seidenes and mit dem eingcslickten Namen „Fre a“. Die_ Musik spielte die National- hymne. Na der Taufe unternahm die Königin eine kurze Spazterfahrt durch die Stadt und fuhr um 12 Uhr an dem Danziger Artushofe vor, wo ein Dexeuner stattfand. Htxr überreichte die Gemahlin des Ober-Bürgenneisters Del- bruck der, Konigin eincn Strauß von Rosen und Nelken in den Danztger Stadtfarben.
FriedrichSruh, 10. Mai. An dem heute von dem deburger Reichsta swahlverein zu Ehren dcs urften BtSmarck verantalteten Fackelzu ? nahmen, wie „W. T. B.“ meldet, etwa 3000 Personen thei. Der Vorbei- marsxh dauerte über eine halbe Stunde. Fürst Wißmarck ersßten auf dem Balkon und Wurde mit großem Jubel bx grnßt. ])r. Semler hielt eine Ansprache, worin er der Freude über die Übsrstandene Krankheit des Fürsten usdruck gab und an den Frankfurter Frieden erinnerte, den der Fürst vorbereitet und abgeschloxsen habe. Der Redner schwß mit eincm Hoch auf den Fürsten, das einen brausendcn Wtderhall fatxd, Fürst Bismarck antwortete bestens dankend und schloß mrt einem Hoch auf die Stadt Hamburg. Sodann verließ der Fürst den Balkon, begab sich zmter ein im Park errtchtetes Zeltdachgmd ließ, abwechselnd Wend und stehend, den Zug vorbei deftlieren.
Württemberg. Ihre Durchlanchten d2r__ Fürst rmd die Fürstin zu Waldeck und Pyrmont Und am 8. d. M. von Stuttgart wirder abgerrtst.
Oesterreich:Ungam
Dkk Kaiser empfing gestern Nachmittag den König von 'Serhicn und machte demselben darauf einen Gegenbesuch m dessen Howl. Am Abend trat der König die Rückreise nach Belgrad an.
_ Das österreichische Abgeordnetenhaus ertheilte _rytern der Handclskonvention mit Bulgarien seine Zustimmung.
Großbritannien und Irland.
In der gestrigen Sißung des Oberhauses fragte der Ea_rlof.§ki131berlet) an, ob die griechische Regierung die Abwcht angekundigt habe, ihre Truppen aus Krcta zurück- zuziehcn und 013 116 die Vermittelung der Mächte nachgefucht habe. Der Premier-Minister Lord Salisbury erwiderte hierauf: Wenn er die beiden Fragen vernrine, so würde dies vöUig korrckt seitx, es könnte aber zu irrigen Auf- fassungen VeranlaffUng eben; daher erkläre er, daß die Jkikchlsche Regierung dir * ermittelung nicht nachgesucht hahe, aß aber Mitglieder derselben den Wunsch nach Vermittelung außgedruckt hättsn. Er glaube nicht, daß die griechische Rc: gierung als Gesammtheit die Vermittelung amtlich nachzu: suchetx, beabstchttgs. Hinfichtlick) Kretas bestehe dieselbe Unbcyttmmthcit wic znvor. Die griechische Regierung halte es nicht flir Khrer Lage entsprechend,- die so: ortige oder quültégr Zurückziehung ihrer Truppen zuzusagen, doch hdl? cr, obwohl die Regierung keine amtliche Bestätigung habe, daß die gricchische Regierung zu der Zusage bereit sei,ihre Truppen später, und zwar an cinem nicht sehr entfernten Tage, zUrückzuziehen. Dirie Versicherung, fuhr Lord Salisbury fort, ssi leider nicht ganz befriedigMd fÜr alle Mächte. Er habe jedoch Uhr für die britischr Nc: gierung zu antworten. Die von dersckhcn ihrem Gcsandtsn in Athen erthcilten Instruktionen [autoren dahin, sich jedem Vorgehen zwecks Vermittelung anznschließcn, welchrs den Übrigen Mächten annehmbar sei. 'Der Hauplpunkt ssi nach Anficht der britischen Regierung drr, womöglich das Blutvergießen aufzuhalten, und sw lcge arxf die Formen nicht sehr 1.)in Gewichx: er bedauere sehr, daß die griechisch? Regic: rung ftck) schwierlger in Formsachrn zeige, als die Umstände rechtfertigen. - Jm Unterhause wurde bei der Debatte über die zu dem Budget eingebrachten R-“solutionen drr Antrag O'Connor's, den Theezoll von 4 auf 2 Pence herabzuseßen, mit 209 gegen 95 Stimmen abgelehnt.
Frankreich.
Der Kardinal-Erzdischof von Paris Richard hat ein Schretbet) an den Prästdenten Faure gerichtet, worin er für dre Thetlnahmc der Regierung an der Zeremonie in der Notre _Dame-Kirche dankt. Die Zeremonie habe hierdurch ern? beyondere Bedeutung erhalten, und es sei in der Ver- ezntgrxng'aller Franzosen in Hingebung an das Vaterland em Ltcbltngswunsch des Papstes erfüllt.
Italien.
In der Deputirtenkammer erklärte gestern, wie „W. T. B.“ hertchtet, der Finanz-Minister Branca in Be- anntrvortyng emer Interpellation des Abg. della Rocca: es wurde" em rxhr schwerxr Fehler sein, den Vereinigten Staaten gegenuber eme Repremalxenpolitik zur Anwendung zu bringen, denn der "vorgeschlagene neue Tarif lasse die Möglichkeit neuer Uebxrexnkunfte zu, und die italienische Regierung werde daher bemnht sein, Verhandlungen zu dem Zweck zu eröffnen, um die Interessen der _italienischen Ausfuhr zu wahren. Der Abge- ordnete Scaccta della Scala interpellierte die Regierung
darüber, welche Zo * olitik fie anläßlich der von verschiedenen
_ en zu verfolgen edenke. i : Mf erwiderhe der da? er
, '. Präfident di Ru ini, er Ayhänger emer gas . räge gegründeten Handelspolitik xe); er freue sich, setnen Namen mit den Verträ en te mit Deutschland und Oesterreich - Ungarn abgeschloxÉen“ worden verknüpft zu haben. Er halte auch en Abschluß manches neuen Handelövertra es für mög- ltch, der den Interessen der italienischen usfuhr Genüge thun könne., Daher sei er_ nicht dagegen, unter den bestehenden Verträ en dtexetxtgen zu kundigen, welche als den italienischen Inte en zumtder erkannt worden seien, aber er könne dexn Gedankengange Scaccia della Scala's, betreffend einen ochsttarif und emen Mindesttarif, nicht folgen. Er sei em entschiedener Gegner einer Repreffalienpolitik, welche den HandelSintereffen des Landes verhängnißvoü werden würde. Schweiz.
Die_ gestern vollzähliJ zusammengetretene „Kommission des Standeraths für ie Berathung des Rückkaufs der schwerzerrschen Hau ptbahnen nahm zunächst Kenntniß von den verschredenen Ein aben, auch denzemgen von Basel und St. Gallen, welche "r diese Städte einen Direktionsfiß ver: langen, und beschloß sodann die Vorlegung des von den Ex- perten erstatteten Spezialberichts. Die gestrige, erste Sißung, der auch der BundeSrath Zemp beiwohnte, war dem Studium dieser Akten gewidmet. Heute beginnt die Berathung.
Türkei.
In Konstantinopel ist, wie „W. T. B.“ berichtet, ein:
Depesche Edhem Pascha's an dkn Krieqs-Minisjer ver: öffentltcht worden, rack) welcher Enver Pascha eine halbe Stunde vor Volo _von der Bsoölkcrung begrüßt worden sei. Enver Pascha kei in Vola eingrzogen und habe im Regrerungögrhäuds kundgcgcbrn, daß die Stadt unter türkische VkrnZ-„rltung gesteüt sri. Die Sicher: hett der Brvolkerung jri gcwährlxistet, ahsr Feindssligkeiten egen'türktsche Truppcn würden Meng bestraft werdrn. Es Fei dtes durch die Ndxadrln zur Kenntnis; der Bevölkerung gebracht xvorden. ausg_e_1au72n. Die fremden Matrosrn seien wieder auf den Schiffen der Mächte eingeschiftt worden. Die türkischen Truppen hatten den Sicherheitsdienst übernommen.
Aus Larissa meldet „W. T. B.“, das; nach dem Aus: laufen des gri§ch1schen Geschwaders aus dem Hafen von Volo nur_das franzostsche, das italienische und das britische Stations- Lchlff dasxlbft verblieben seien., Ja der Stadt, die militärisch
eseßt set, herrsche: Ruhe. Dre Türken hätten auf den Volo umgebendezr Hohen Stellung genommen; die türkische aupt- macht set mdeß von Volo zurückgezogen worden und ma chiere nach ciner?! anderen Punkte. In Volo seien viel Waffen und Schteßbedarf, auch Pulver und Lazarcthmaterial gefunden worden. Dgs türkische Hauptquartier sei vorgestern nacb Lartffa zuruckgskehrt; wahrschein1ich werde dasselbe demnächst den Vormarsch fortseßen und nach Pharsala weiter rücken. lesleßtPharsala beherrschenden Berge seien von den Türken e e . '
Die „T_imes“ meldet aus Volo vom 9. d. M., die türkisch? Armee treffe Vorkehrungen für einen beschleunigten Vorinarsch. Verstärkun en aus Anatolir'n kämen fortdauernd an.
Aus _then vom heutigen Tage meldet die „Agence Zayas“, daß die Türken, einer aus Domoko eingetroffenen
epeschezufolg§,Bewegungen ausführten, welche einen Angriff vrrmuthetr [Men. Auch auf die Truppen des Obersten Smolensk; bei Almyro werde ein Angriff erwartet, ohmohl fich die Operationen wegen starker Regen- falle sehr schwixrig gestalteten. Ein Detachement von 2000 Griechen 1ei nach dem Nezero-See, im Süden von Dymoko, xntsandt worden, um das dortige Dcfilé zu decken. ?_Dxr Bemuhungen ch Generalstabes gingen dahin, dir Ein: xchltcßung von Domoko durch die türkischen Truppen zu ver- hmdem. _ Gestern seien 3000 Mann von Lamia nach Do: moko abgegangen.
Eine offtzieUe Depefch€ des Kommandanten drs Truppenkorps m Epirus meldrt auf Grund eines TelegrammH Hyshi Pascha's, des Kommandanten der 1. Brigade: Ein grtechtschrzs€ aus Regulären und Freiwilligen bestehendes Detache: mxm,_das sxck) auf den Hohen nächstKamarina, einem Dorfe 25 LM ndrdlch) von Prevesa, festgeseyt hatte, wurde von Z Bataillonen turkxsrhcr Truppen mit Geschüßen angegriffen. Nach einigen Kanonenschüffen warde Kamarina von den Türken er: xtfzrmt. Die Griechen zogen sich in die dahintrr liegende Ktrche zurück, welche gleichfalls von den Türken erstürmt wurde. Die Griechen, wclche große Verluste erlitten, zogen fich mmmchr über Claro Tepe in d:“zs Thal bis zur Brückr ch h_Ztligsn Georgios zurück, wo ste eincn verzweifsixcn Anng urternahmen, dsr jedoch "001: den türkischkn TrUppen zUrückgcwérssn wurdr.
Bulgarien.
Dor Fürst und die Fürstin we'rden sich, wie„W. T. B.“ meldet, zu den Leichenfeierlichkeilen für den Horzog von AUma13 rach Pari s begeben, und zwar über Turin, wo sé: mit dcr ernzrsjiy Clemetztine von Sachsen-Coburg und
.otha zrqammsntrefsen, H0chslWLlch2 mittrls Sonderzugcs die errdé des Her ogs von Aumale nach Paris bkgleiket. Dir bulgarische egierung wird bei drm Begräbnis; durch _r'men hohen Zivilbeamten und einen Obersten ver- treten 1em.
Montenegro.
_ Der „_Pglitischen Corresponden “ wird aus Cetinje be- richtet, daß nä), anläß1ich des Be?uches des Königs von Serbien, die briderwitigen Regierun en dahin geeinigt hätten, bei der Wiederaufnahme des türki chen Reformpro'ektes seitens der Großmächte gemeinschaftlich bei der Pforte un den Kabinetten dahin zu wirken, daß auSreichende Garantien für dre kulturelle und nationale Entwickelunq des serbischen Volks: stammes im ottomanischen Reiche geschaffen würden.
Dänemark.
_ Beide Kammern haben, dem „W. T. B.“ zufolge, gestern Übereinstimmend den Gesehentwurf angenommen, wo- nach die Biersteuer vom 1. Mai ab von 7 auf 9 Kronen pro Faß erhöht wird.
Amerika.
Nach einer Meldung der „Times“ aus Buenos Aire]?- vom 9. d. M. hat der Oberst Lamas, der Führer der AU!- ftändischen in Nord-Pamandu, berichtet, er habe einige Vor- thei[e_ errungen, indem er den Regierungstruppen fünf Feld- geschuße abgenommen habe.
Das grikck5s1ch Geschwader sei von Volo_
Aken.
Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Yokohama: Rußland habe Japan zufriedenstellende Verstcherungext be- züglich des Eintritts russisch er Soldaten m koreanische Dienste
eben. geg Nach einer amtlichen Meldung aus Manila haben die spanischen Truppen das Dorf Mender Munez genommen und wollten gestern Maragondon angreifen.
Afrika.
Aus Kapstadt meldet das „Reuter'sche Bureau“, dqß die gesetzgebende Versammlung der Kap-Kolonie rn ihrer gestrigen Sißung das Zollvererns-Protokoll mxt d'cm Oranje-Freistaat genehmigt habe. Der Prrnxier- Minister Sir Z. Gordon Sprigg habe erklärt, es ser thm nichts davon bekannt, daß seitens TranSvaals _cin Rundschreiben zur Vertheilung gelangt sei, worin die ankander der Kap: Kolonie zur Hilfeleistung aufgefordert würden.
Ein in London eingetroffenes Telegramm dcs Gouver- neurs der Goldküste meldet, Lieutenant Henderson, der mit einer E pedition ins JnnereVJesandt worden war und Über dessen c-chicksal zuverlässige eldungen fehlten, befinde W in den Händen der Sofas. Der Rest der Weißen, welche an der Expedition theilgenommen haben, sei gerettet,
Parlamentarische Nachrichten.
In der heutigen (220) Sißung des Reichstages, welcher der Staatssekretär des Innern, Staats - Minister Dr. von Bo etlich er und der Staatssekretär des Reichs-Schaß- amis Dr.Sraf von Pos ad owskr) beiwohnten, enehmigte das Haus in drittkr Lesung den Entwurf_eincs (Hegsehes wegen änderweiter Bemessung der Wxttwen: und Wais_en: gelder und Überwies den Entwurf eines Gesehes, betreffend Feststellung eines zweiten Nachtrags zum Reichs: haushalts-Etat für“ das Etatsjahr 1897/98, ohne Debatte an die Kommimon.
Bei Schluß des Blattes begann die Berathung von
Petitionen.
- Der Schlußbericht Überjdie gestrige Sißung des Zauseß der Abgeordneten befmdet steh in der Ersten * eilage.
-- Das „Haus der Abgeordneten setzte in der heutigev (81) Sißung, welcher der Finanz-Minister ])r. von Miquel und der Mmister des Innern Freiherr von der Recke bei- wohnten, die dritte Berathung des Staatsh qusha ltS-C'tats für 1897/98 beim Etat drs Mintstertums des
Innern fort. ' ' ,
Abg. Dr. Friedberg (nl,) kommt auf dre antenarfeter m Hannoder zurück. Nach den Mittheilungen des Miqtsterß des Innern müffe das Verhalten des ((Stadt-Direktors. Trqmm 111 einem falschen “Lichte erscheinrn Es sei dem Minister mzwzschen nextes Maxerial über die Ang€lrg€nheit mitgejheilt, und er bxtte um eme Erklarung darübér.
Minister dss Innern Freiherr von der Recke: Es ist richtig, daß der Stadt-DirektorTramm ein_e_ Erklärung des Sachverhalts'ejn- gereicht hat, die in objektiver Wene dre Sache schildert und etmge Unrichtigkeiten klarstellt, die mir und Anderen bei der Darstellung der Sache unterlaufkn waren. Das ist nicht meine Schuld. Hätte der Herr, der damals die Sache zur Sprache brachte, mir Vor er Mit- jhrilung gemacht, so wäre das nicht Vor ckommen. Ich nehmexeinen Anstand zu erklären, daß ich jest die ache in sehr mr] günstigerem Lichte für Herrn Tramm betrachte. Ich habe noch „Werteren Bericht dom Ober-Präfidknten eingefordert; derselbe ist nc7ch 1111:th emgegangxn. Wenn fich danach die MUMM Ausfaffung bei mrr erhalt, werde ich Herrn Tramm davon ittheilung machen.
Abg. Rickert (fr. VW,): Das Urtheil über das Verhalten des Herrn Regierungs-Präfidentsn von HannoVYr hat mein Freund Ehlers schon damals außgesprochen, und wrr „haben davon nicht_s zurückzunehmen. Die Form, Zirkulare'derart emzuricbten, daß dre Namen unterzsichnet Werden, Wenn kerne Antwort e_rfylgt, ist jest auch befolgt worden beim Aufruf für das Kaiser-Frredrich- Denkmal in Kolberg, ohne daß dre Regierungsbcamten daran Anstoß genommrn hätten. Auf meme Frage über den Schluß drr Session sagfe der Finanz-Minister: „Je nachdezn.“ Ich muß noch" emmal fragkn, wie es mit dem Vereinsgeseß steht. Fur uns ist es unerwünscht, daß wir hier fißcn müssen, ohne Disprßtéonen für den nächsten Monat trsffen zu können.
Ein derartiges Geskß in dem Sinne, wie ick) es meine, könnten wir.
hoc Pfingsten erledigen; denn LZ soÜte nur die Aufhebung des Ver- bvts enthaljkn, daß politische Vrreine mit einander in Verbindung jreten. _ Ich will zeigen, Wohin es führen würde, wenn die Bestre- bungen“ der konservativen Partri in Bezrxg „auf das_ Vereins- aeseß durchdringen und wir eine reaktwnare Rkhtfion des Vereinsgesches trbielten. Ich will an Beispieley zrtgen, wre schon isst das VrreinSrecht mit Füßen getreten wtrd. Wenn die Bkstrebungen der KonservatiVLn durchdringen, würden wir doch noch Nicht fertig. Es giebt noch ein anderes Mittel, die Erfüllung der Zusage des Reichskanzxers herbeizuführen. Die Brispiel'e, die ich vor- ?übren wil], betreffen das Vorgehen der Konservatth tm Wahlkreise Stolp. Sie charakterisieren sich selbst, Penn Sie über eine solche Yer- sehung derGeseße lachen. Jn Stow find eme Reibe Von Un rseßltchketten vorgekommen über welche ich eine Erklärung des MiniZters wünsche. er Landrat in Sjolp von Puttkamer hat eme ganz neue Theorie JUfgestc-llt über die Theilnahme an Versammlungen. Er verwechselt Osentliche Versammlungen mit Versammlungen. in Welchen öffept- Zlche Angelx anheften besprochen werden. Trotzdem thm eme Belehrung ü er seine Eeseßavslegung zu 1b€i[ wurde, hat _kr gesagt: Wir haben das Recht zu erschemkn; denn es ist zu eincr öffentlichen Versammlung etngeladsn wordrn. §Uher auch weun jemand zu einer öffentlichen Versammlung einladct, bat er das Rscht, gewisse Kategorien von der Theilnahrye auSzu- Fchlkkßem Haben die Konservativen nicht aus öffentlichen Versamm- ungen auch liberale Berichterstatter außgescblossen? Nach dern ,VNJMUS des Landratbs sind die Gxoßgrundhestßsr mn "tbren Leut-n in die Versammlungen tes Yerems „Nord- Vst' grünjmen, ,um die Heyreduer zu widerlegen“ oder ßßüberhaupt am Reden zu verhindern. Dadurch kam, es zu erbupgen und Zusammenstößen. Es ist merkwürdig„ daß am Land- Zütb "olche Störungen noch beschönigt. Es sind mxr Duyeyde von Ö,?säxwerden dieser Art zugegangen, ich wil] nicht auf alle etngehen.
le Konservativrn bejubeln natürlich das Vorgehen des Herrn Landratbs y; Puttkamer. Gendarmen find den Rednern m den Versammlungcn ?msacb ins Wort gefallen und haben keine Kritik von Verfü?ungen dsr AmtSVorsteber eduldet. In Klein-Gansen Wurde eine Ver amm- UUJ verboten, Wei das Scharlachfieber unter den Kindern des Orts berksckÜé- Die Vkrwei erung der Bestäti ung „einer Anzeige von einer Versammlung isk1 nach einem Er enntmß des Ober-Vcr- w***[tungsaerichts strafbar, und doch kommen solche Sachen vor., Eine Veréammlung wurde aufgelöst, weil einer der Tbkklnebmer vor er eine Ruhestörung ?)eranlaßt hatte. Ein .kkk stand draußen, nahm die Tbeilnebmer der Versammlung "' Emvfang und führte fie nach einer Versammlung des Bundes der Lanbwirtbe, die ge enüber stattfand. Eine Beschwerde darüber wurde Dom Landrat!) zur ckgewiesen. Bei einer anderm Gelegenheit wurden
sogar die Bernwandten eines Hofbefißets, “die zum Akendbrot gekommen waren, aus der Stube der Familie an ewiefen. Eine Versammlung wurde aufgelöst aus ,allgemeinn-Sicber eithründen*, weil im Hinter- rundk kes Saales schon die SchnapsftasZe xu zirkulieren angefangen Lade und Exceffe zu befürchten seien. J wünsch1e, daß diese Dinge einmal vor den Richter gebracht würden. Der Rittergutsbefitzer von Courbiézre bat sch über das Prasser: und Schlemmen der Börseniuden aufgehalten; als der Abg. Richter aber den Gutsbefißern ihr Sekttrinken vorhielt, waren fie €mpfindlich darüber. Ja der ,Yoft' wird darüber geklagt, daß die Rittergutsbefißer in ommern noch immer nicht das alte Herrentbum vergeffen. Aber Richter zitierte dies aus der „Post“, und da wurde die Versammlung aufgelöst wegen Aufreizung zum Kla enhaß. Bei einer Versammlung des Verein:"; .Nordost“, in wel er ich sprechen sollte, wozu nur die Anhänger dieses Vereins eingeladen waren, hat der Landrath ausdrück- lich erklärt, daß dem Publikum der Zutritt freistebe. Der Herr Landratb sa t in einem Schreiben: „Dem Rickert kann das Feld nicht allein_ über affen werden, ich ersuche Sie daher, in der Ver- sammlung zu er1cheinen.* Ich möchte wissen, ob der Herr Landratb diese Einladung auf Kostsn des Staats versandt hat. Jeder hat die Formen, die ihm gebräuchlich find. Mir ist es ganz glerrbgültig, wie mich Herr von Puttkamer behandelt. Jeder _nach ferner Fagon. Was soll daraus werden, wenn die Landrathe_ die Parteikn in die Versammlungen anderer Parteien hinetnkommandieren! Der Vormittag, an dem dies? Versammlung stattfand, gehört zu meinen genußreichsten. Ich habe den Herren gxeich gßxagt, das: fie ungebetene Gästr seien, und dann haben dre Anranger unserer Partei 3x Stunden geredet, ehe die andern Hsrrcn bsran- kommen konnten. Der Landrath Von Putlkamer bat feryer verfügx, daß, Wenn zwei Versammlungen miteinander angemeldet se:en und dre erste aufgelöst Werde, die zwette lediglich als eine Forrseßung der ersten zu betrachten und zu Verbieten sei. In Berlin hat im vorrgen Jahr? die Polizei diss gystattet, als Herr Profeffor Quidde im Arbeitswerein sprach. Aker dsr Hsrr Von Putfkamer gestattet dies nicht. Der Herr Landrat!) hat garnichts zu grstattsn. Der Landrqtk) von Putjkamer hat ferner verfügt, das; das Vertheilsn von Druck1chrift€n im Vérein „Nordost' zu vrrhindern und die Polizeiliche Genehmigung dazu in jédem Falle zu Versagen sri. Das ist ein VoÜständég yngesetzliches Verfahren. Der Landratk) bat keins Ahnung ron den Gc1kxzen. Es hat mir leid gsthan, daß ich das in einer Ver- sammlung des Véreins ,Norkost' sagkn mußte. Die „Stolper Post“ ent- hält eine Rede des Landrach von 5;_Juttkamer, welche die Gesinnung der Konservatch-n enthält. und dirxe dee veröffentlicht Er unter der Ueberschrift: „Gkbaltene und ungehaltene Rede des Landraths Von Putjkamer im Verein Nordost“ und unter Miner amtlichen Bkzeickz- nung als Landrath. Die Ausführungen des Landrarhs über dir Gc- findeordnung zeigen völlige Unkenntnis; der Gefeßé; das Zentrunt und den Freifinn beschuldigt er, daß fie aU€s_um11ürzen woÜten. Die freis'mnige Partei sei nur noch 9271 Anhahgfcl dxr Sozial- demokratic. Natürlich, die konservativ? Parte: tft höch1t glückticb übsr dixse Photographie ihres eigenen Jxxnern. Drr Landrath sagt: .Der Verein Nordost verlangt ein? Vcrkchmslzung drs Gutsbezirks mit der Gemeinde, also was ungejeßlich ist. DL]: Vérein Nordost verlangt ferner die Wahl der Amtsxwrstehcr, das ist RebsÜsrsi gegen die Krone. Die Bauern soüten sich übsrlsgen, oh fie ein solches revolutionäres Treiben mifmacben WOMEN." Was würde nun erst kommen, wenn wir Sine reqktionäre Revifion des Vereinsgeseßes bekämen! Der Landratb ist doch am untergkordneter Beamter gegenüber der ges? gebenden Körperschaft des Reichstages. Und doch sagt der Landratb _: „( er Reichstag m1tseinen25Fraktiönchen, mit seinen Welfsn, Franzojen, Polen :e. ist überhaupt nichts Werth." Er beschimpfe auch das Okfizier kdrps. Héraus mit Ihren Anklagen, Wenn Sie etwas wisten! Wo haben wir im Reichstag den Offiziersstand beschimpft? Der Landrath sagte: „Fort mit diesen Partsien!" Alla Parteien sollten fich bestnnén, eine reak- tionäre Reviston des Vereinsgesrhes vorzunehmen. Herr von Ploetz hat seinerzeit die Behörden Benutzt, um die Versammlungen des Drutschen Bauernbundes zu fördern. Infolge des AuftrStens des Herrn von Putt- kamer hat der Verein ,Nordost' bedeutend an Mitgliedernzugenommen. Er ist eigerxtlich unssr br-stk-r Agitator. Aber darauf „kommt es uns nicht an, sondern auf die Jgnehaltunq der Géseße. (Ym solcher Land- rath fördert die Sozialde'mokratir. In dem Kampf fur Ordnung und Sitte müssen die (&er8 von dkn Beamten stre'ng innegehaltkn'wkrden. Ich würde bedausrn, wxnn kr: Minister ricyes Verfahren mcht enr- schieden mißbilligte.
Präsident drs Staats:Ministerinms Fürst zr: Hohen [ ohe:
Ick höre, daß der HS!!! Abg. Rickert angrfragt hat, wie es mit dem Vereinßgcseß stehe. Die Königliche Staatsregierung har, wir bei Eröffnung der gegenwärtigen Session 1395 Landtages mitgetheilt ist, über eine Revision des in Preußen géltsnden Vrreins- und Versamm- lungSrechts eingehende Erörterungrn gepflogen.
Nach drm Ergebnis; dieser Verhandlungen, Welche bei der Schwierigkeit des Gegenstandrs naturgemäß eine längere Zeit in Anspruch nehmen mußten, kann ich nunmehr erklären, daß die Staatsregierung ihrer Zusags gemäß zwar beréit ist, auf das im § 8 des Vereinsgcseßcs enthalten? Verbindungsverbot, so- Weit es die Verbindung inländischer Vereine unter einander betrifft, zu verzichten. Die StaaTSregierung glaubt jedoch eine Aenderung des bestehenden Vereinsgesehes nicht auf diess Maßnahme beschränken zu dürfen, sondern die Révifion gleichzeitig auf einige andere Punkte ausdehnen zu soUen (Brady! rechts), Welche fich nach den bisherigen Erfahrungen als reformbedürftig herauSgestellt haben.
Ein entsprkchender Gessßentwurf ist nunmehr fsrtiggkstellt, und die Allerhöchste Ermächtigung zur Vorlage an den Landtag ertheilt. Das Staats - Ministerium wird fich alsbald schlüffiß mach€n, ob es angezeigt erschrint, noch in der gegrnwärtigen, Vorgerückten Session des Landtages demselben den Gesetzentwurf zur vrt- faffungßmäßigen Beschlußfassung zugehen zu laffen. Mir per- sönlich etsch€int es zweifelhaft, ob es möglich sein wird, den (Geseh- entwmf noch in der gegenwärtigen, mit anderweiten dringlichen Arbeiten brlaststcn Session znm Abschluß zu bringen. (Bewegung. Gwcke des Präfidenten.)
(Schluß drs Blattes.)
Arbeiterbewegung.
In Danzig stehen die Maurer und Zimmerleute in einer Lohnbewegung. Wie im .Vorwärts“ mitézycthe'ilt wrrd, fordern die Maurer 45 „_3 Stundenlohn für jeden esellen, die Zunmerleute 40 «5 mit Abstufungen für jüngere Arbeiter. . 1
Aus Rybnik wird der „Köln. Ztg.“ trlegraphtert: Bon drr Beke schaft der Leogrube bei Ober-Radosckpau Ünd 400 Mann aus- siändßg. Sie verlangen Lohnerhöhung fur die jungeren Leute. Der Direktor sagte die K?)rüfung der Forderungcn zu, wenn die Ausstän- digen die Arbeit an ncbmcn. ! _ . ' &
Jn Waldheim i.S. ist nach dem ;Lzorwarts' m zwct Schub- waarenfabriken ein Ausstand von 70 Schuhmacher" ausgebro cn. Es handelt fich um eine Folgekrscbeinung dcr soztaldcmokratis en Mai eier.
fIn M [an im sächsischen Vogtlande haben nach dem alben Blatt die PYaurer, mitAuönabme von zchn, dix Arbrit wegcn 1ohn- streits ein estellt; die Zahl der Auöständigcn isctragr 6.3. ' _
Aus ondon berichte't dil .A. K.", das; 2501) [US „1000 m dcn Dirnsten der Londoner Eiscnbabn-, Tramwav- und
Omnibus-Gesellschaften stehende Hufschmiede aut leyten Sonnabend einen Ausstand begonnen haben. Sie verlangen eine Lohnerhöhung von 12sb. die Woche für diejenigen Schmiede, welche „vor der) Tbüren arbeiten“ äoormsn); diese Arbeiter erhielten bisher 30'sb. dre Woche. Sie wo en also 2 Pfd. Sterk. 2 fl). Lohn haben. Diejenigen Arbeiter, welche die Hufeisen glühen und bereiten (ÜrSmSn), wünschen ihren Lobn von 36 sb. auf 2 Pfd. Stekl. 5 sb. die Woche erhöht zu sehen. Seit langer Zeit haben ficb die Hufstbmiede über die übermäßig lange Arbeitszeit beschwert. In viekn Fällen müssen fie sechs Tage lang 14 Stunden arbeiten. Dafür babkn fie allerdings 30-45 sb. Lohn erhalten und bei Stückbezahlung war der Lohn selbst höher. Ein solcher Fall bildete aber nur die Außnabme. Die Great- Norjbern-Eisenbabn-(Gesellschaft hat ihren Hufschmieden schon Lins bedeutsende Lohnerhöhung gewährt. Der Ausstands-Ausscbuß hokff, daß die anderen Gesellschaften dem Beispiel folgrn werden.
Kunst und Wissenschaft.
_Die Kunstsammlung Sir Richard Wallace's in Hertfordhouse, dre berühmteste Privatsammlung Englands, ist durch das Testament der verstorbenen Lady WaÜace drr rngliscben Nation vermacht wordrn. Der Werth der Sammlung wird, drr „Kunst- Ch'romk“ zufolge, Von Kennrrn anf mindestens 40 :)]killivnrn Mark bkztffkrt. Es ist, so schreibt das Blatt, wohl möglich, dgß m Lanzelnen Abthekkungen, wir z. B. 0811 Btldkkn, dre Galerien Liechtenstein, Vorgbrsr, EÜeSmerc oder rinigr der Familie Rothschild gehörende Kollektionsn die WaUacésch-Z über- treffen; als Ganzes genommen kann firh indcffxn keine mit ihr mrffe". Atzf derselben öhe und Ausdehnung, wie die Ge- malde-Galerte, stehen ihre Sammlungen in den anderen Kunstzweigen, so„nament[ich qu Kunstmöbel, _getriebene Gold- und Silbrrgegen- stqnde, Emails, Bronzen, Renaimance-Kunstobjskte, Dosen 2c. betrifft, D_te nunmehr Verstorbene Lady Wallacr hat hinsichtlich der Aus- handigung des Vermäckotniffes nur zwsi Bedingungen an den Staat gestsüt, und zwar: 1) daß ein eigénss Mus€um in Einem Zrntralpunkt Londsns," rnit dsr Bezeichnung .WaÜace-Museum“ zur Aufnabmr der Kunstschaße errichtet wird, und "2) daß Mr. John Murray, der sechs- undzrvanzig Jahre lang Skkretar d3s Hausrs war, die Lritrmg drs Museums erhalte. _
- Der Erforjcber dsr Von Mauch entdrckten Ruinen von Simbabye im Maschonalande, James Theodor Bent, ist in London, 45 Jahre alt, gestorben. Er bat, begleitet Von seiner Gattin, ausgkdehnte insen in Griechenland, Kleinafien, Perfisn, im MasÖona- land, in Ahenvnien und Arabikn untrrnommen. Seine Hauwrwérke find: „MW 67018065, 01": LikS (111101117, 1110 1115111111" S1'09125“. „MW KniUSä (711195 01“ 3185110213131111“ und „MW 81211821 CK)“ 01" W(- 15r11i0x31u11Z".
Land- und Forstwirthfchaft.
Washington, 10. Mai. (W. T. B.) Nach dem Mai- Bericbt dss Ackerbau-Departements ist der Durchschnittsstand dsr Winteraussaat folgender: Winterweizen 80,2 0/0, Winter- r og g e n 88 0/0, W ? nterg er sie 96.40.70 In Jüinois beträgt drr Durch- schnittsstand für Wintrrweizen wegen der Schäden durch Fröste im Vergan- genen Winter nur 37 %. Versckpirdsne andere Staaten des mittleren und des westlichen Amrrika haben ebrnfaüs Schaden gelitten. In den übrigen Staaten ist der Stand vcrhältnißmäßig hoch. In Kalifornie'n be- trägt der Durchschnitt 97 0/9. Der Durchschnitt der am 1. Mai be- bauten Fläche beträgt 61,9 0/0 Die Gesammtfläckpe des Baum- wollenbaues wird fich auf 105,4 0,0 dsr vmjäbrigen belaufen; die AUZdehnung der schon beflanztkn Flächs bstrug am 1. Mai 81,90 .).
Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln. Türkei.
Zufolge Beschluss:? dcs internationalén GesundheitSratbs in Konstantinopel unterlisgenéerkünxte von Derna und B. enghasi (in Türkisch-Afrika) einer trengen arztlichen Untersuchung.
Egypten.
Das „Journal Officiel' Vom 4. d. M. Veröffentlicht ein Dekret dcs Präfidenten dsr Französischen Républik Vom 23. 1), Pk., durch welches das Verbot der Einfuhr von Lumpen, Leibwäsch und Bett- zrug aus Egyvten nach Frankreich wieder aufgehobem wird. (Vrrgl. „R.-Anz.* Nr. 189 vom 11. Augnst v. J.).
Verdingungen im Anstande.
Italien.
31. Mai, 10 Uhr. Ministerium der öffentlichen Nrdkitrn in Rom und Präfektur in Livorno: Ausbesserung und Befestigung der Mole am Hafen yon Livorno. Voranschlag 688 500 Fr.; Prov- Kaution 30 000 Fr., dsf. Kaution 1,0 0/0 des Sukmisfionsbetrages.
NorWegen.
2. Juni, 2x? Uhr. Norwegische Staatsbahnrn: Lieferun: von 3 Paffagierwagen für schmalspuri !: Bahn. Angebote in geschlo1€n€m Briefumschlag mit der Aufschri?t ..WZZUJSWDYW“ werden im Expeditionskomtor der Verwaltung der Staatßbahnen, banewrvet 8/9, Christiania, e*ntgegengenommen. nähere Vedingungsn im Komtor des Direktors der Abtheilung ebendaselbst. _
Brasilien.
30. Juni. Dcpar'tc'ment der Eisenbahnen, Posten und Tele- arapbrn in Rio de Janeiro: Betrieh des Telephondiensts-Z in der Stadt Rio ds Janeiro und deren Vorstädten.
Egypten. _
25. Mai, 10 Uhr. Inspektion des dritten Bewäffcrungskreires in Alexandrien: Bau einer risrrnen Drehbrücke über den Khatajbacb- Kanal beiKafr-Daoud. Bedingungen auf dkn Bureaur der genanntrn Inspektion an den Nichtfsirrtagen Von 9 bis 1 Uhr cinzuseher.
' Jeru- Zetchnunge): „ und Ykaxchmen-
Verkehrs-Anstalten.
Bremen, 11. Mai. (W.T.B.) Norddeutscher Lloyd. SD. „Kaiser Wilbclm 11.“ 8. Mai Mittags v._Nrw-York n. Genua abgeg. PD. .Wittekind“ 9.M.11Vm. Reise 1). Villa Garcia n. dem La Plata fortgxs. PD. .Pfalz', v. La Plgta kommend, 10. Mai Mrgs. auf Wejer angek.NPD. „Barbarosya' 8. Mai Abds. Reise 17. Genua n. Southampton forxges. NPD. ,Preußsw', n. Ost - Asien be'stimmt, 10. „Mar Vm. „l_n Suez angck. D. .Löwenburäx)“ 8. Mar Tkm. Nez]? v. Lissabon n. Brafilirn fortges. . „Wartburgk“, [„ZBrafilten kommend, 9. Mai Mras. Las Palmas vasfic'rt. 5_ PY. „Prinz Heinrich“, 11. Ost-Afieh bestimmt, 10. Mai Vm. m'Shqngbat angck. SD.,Werra"10.Ma1 Nm. Reise v. thraltar n. New-York fort es. PO. ,Weimar“, v. New-York kommend, 10. M*ai Nm. Hover pasfiert. PD. „Stuttgart“ 10. Mai Nm. Reise v. Southampton n. New-York_wrtgrseyt._
Hamburg, 10. Mai. Wik dic ,Hamb. BÖUend.“ meldet, bat die Hamburg-Amrrika-Linic bruts ihren Zwtsckoendexkspreis nacb Montréal und denjenigen der Linie Ste'ttin-Jccw-Yvrk an? 130 „“ cr öbt. b Lo11d911,10.I.)kai.(W.T.B.)Union-Linie.D.,Spartan' ist auf der Hrimreise heute auf dcn (Kanarischen Jt17eln an- gekommEn. . _ _
Castle-Linic. D. „Garth Caxtlc“ rst auf drr AuSrctse Von
Southampton abxrganxcn. Rotterdam, 10. Mai. (W. T. B.) Holland-Amerika-
Link?. D. „Amsterdarn' ist yon Rotterdam heut? Vormittag in