?«EMMWZEWTWIkbz-Y“
vou 2500000 .“, in Bucbftaben: Zwei Millionen Fünfbuaderttausenb Mark, welche in folgenden Abschnitten:
250000 .“ zu 500 .“
750000 . zu 1000 ,
1 500000 . u: 5000 .
xusgmmen 2500000 .“
nach dem anliegenden Muster aubzufertigen, mit 3,1% 'äbrlich zu p_enit) en und nach _dem feftßesiellteu Tilgungßplane mittels erloosung jabrl vom 1. Aprtl1899 a mit wenigstens einem Prozent des Kavxtals unter Zuwachs der Zinsen von den (Zetilgten Anleibescheinen _zu UF" che cbéen
sind, durch gegenwartiges Privile um Unsere landebberrl nebmigung ertbeilen. Die Ertb lun erfol_gt mit der rechtli Wirkung, daß ein jeder Inhaber die er An WWW die daraus beworgxkzangenen Necktegelteud zu machen befugt “zi - ohne zu dem Nachwer e der Uebe gung des Eigmtbums “L_ et zu
Durch_ vorstebm es Pkiviiegium. welches ir vorbehaltlich der Rechte Dritter ertbeilen, wird für die BefriediguÉg der Inhaber der Anleibescheine eine Gewährleistung seitens des taats nicht über-
nommen. Urkundlich unter Unserer Höchsteigenbändigen Unterschrift und beigedrucktem KönigliIen Insiegel. _ alais, den 3. Mai 1897.
Gegeben Neues (1..§. Wilhelm K. von Miquel. Freiherr von der Recke.
Rheinprovinz. Regierungsbezirk Düsseldorf. (Trockenstempel) (Stadtfiegel.) Anleibescbein der Stadt Mülheim a. d. Ruhr . . . te Aubgabe, Bucbxtabe . . . , Nr .....
n er ....... Mark Reichswährung. Außqeiertigi gemäß des landesherrlichen Privilegiums vom 3. Mai 1897 (Amtsblatt der Königlichen'Regierung zu Düsseldorf vom . . ten ...... 1897 Nr.. . . . Seite . . . und Geseß-Sammlung für 1897 Seite . . . . laufende Nr ..... ).
Die Endeßunierzeiäpneten beurkunden auf Grund des vom Bezirks- ausscbuffe zu Düsieldorfgenebmi ten Stadtverprdneten-Besckpluffes vom 12. Januar 1897 namens der tadt Mülheim a. d. Nuhr hierdurch, daß der Inhaber dieses Anleibescheins ein dar elieheneb Kapital von ..... Mark, buchstäblich . . Mark eichswabruna, dessen Empfan fie bescheinigen, von der Stadt Mülheim a. d. Ruhr zu fordern at. Die Schuld ist von seiten des Gläubigers unkündbar und wird mit drei und einem halben Prozent jährlich verzinst.
Die Rückzabiung der ganzen Schuld von 2500000 „“ erfolgt nach Maßgabe des Tenehmi ten Tilaungsplans mittels Verlooiung der Anleibescbeine in en Ja ren 1899 bis spätestens 1943 einschließ- lich aus einem Tilgungsstocke, welcher mit Wenigstens einem Prozent des Kapitals jäbrlich unter Zuwachs der Zinsen von den geiilgten Anleihe- scheinen gebildet wird.
.Die Ausloosung geschieht in dem MonatNovember jeden Jahres. Der Stadt bleibt jedoch das Recht vorbehalten, den Tilgungsstock zu verstärken oder auch sämmtliche noch im Umlauf befindliche Anleihe- scheine auf einmal zu kündigen..
Die durch die verstärkte Tilgung ersparten Zinsen wachsen ebenfalls dem Tilgungsfiocke zu. _
Die ausgeloosten sowie die gekündigten Anleihefcbeine werden unter Bezrichnung ihrer Buchstaben Nummern und Beirägr, sowie des Termins, an Welchem die Rückzahlung erfolgen so_U, öffentlich bekannt gemacht. Diese Bekanntmachung erfolgt spatesiens drei Monate vor dem Zahlungstermine in dem „Deutschen Reichs- und Preußischen Staats =Auzeiger“, dem Amtsblatt der Königlichen Regiernnd zu Düsseldorf und drm amtlichen Kreisblaiie des Kreises Mülheim a. d. Nuhr. Gebt eines dieser Blätter ein, so wird an dcffen Statt von der Stadtvertretung mit Genehmigung des König- FY?" Y_iegierungs - Präsidenten in Düsseldorf ein anderes Blatt 8 mm.
Bis zu dem Tage, an Welchem das Kapital zu Entricbien ist, wird es in balbjährlichen Terminen, am 1. April und 1. Oktober, von beut_e ___an gerechnet, mi“ drei und einem halben Prozent jährlich vers n .
Die AuLzablung der Zinsen und des Kapitals erfolgt gegen bloße Rück abe der fällig geWordenen Zmbicheine, beziehungsweise diefes Anlerbescheins bei der Stadtkasse in Mülheim a. d. Ruhr oder bei den durch die borbrzeichnaten öffentlichen Biäitsr bekannt grmachten Einlösungssiellen in Berlin und Köln, und zwar auch in der nach dem Eintritt des Fälligkeitstermins folgenden Zeit. _ Mit dem zur Empfangnabme des Kapitals eingereichten Anleibeicbeine sind auch die dazu gehörigen Zinsscheme der späteren Fälligkeiistermine zurückzuliriern. Für die fehlenden Zinsscbeine wird der Betrag vom Kapital abgezogen. Die gekündigten Kapitalbeiräge, Weiche innerhalb dreißig Jahren nach dem Rückzahlungstermine nicht er- hoben werden, sowie die innerhalb vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in welchem sie fäliig geworden, nicht erhobenen Zinsen verjähren zu (Gunsten der Stadt.
Das Aufgebot und die Kraftsoberklärung Verlorencr oder ver- nickyteter Anlcibescheine erfolgt nach Vorschrift der §§ 838 und folgende der Zivilprozeßordnunq für das Deutsche Reich born 30. Januar 1877 (Reichs-Geseßblatt S. 83) bezw. nach § 20 des Ausführungsxzeseßes zur Deutschrn Zivilprozeßordnung vom 24. März 1879 (Geseß- Sammlung S. 281).
Zinsicbeine können Wedrr aufgeboten, noch für kraftlos erkiäri Werden. Doch soll demjenigen, welcher den Verlust von Zinsscbeinen vor Ablauf der vierjähri en Verjährungsfrist bei der Stadtverwaltung anmeldet und den fiattge abien Besiß drr Zinsscbeine durcb Vorzeigung des Anleibcscheins oder Const in glaubhafter Weise dartbut, nach Ab- lauf der Vsrjabrungsfris der Betrag der angemeldeten und bis dahin nicht vdrgekommenen Zinsscbcine gegen Quittung aubgezabli werden.
Mit diesem Anleibesäyeine sind baibjäbrige Zinsscheine bis zam Schluffe des Rechnunßsjabres 1906/7 aubgkgeben; die “ferneren Zinsscbeinc Werden für zk niährige Zeiträume ausgegeben werden. Die Aubgabe einer neuen Reihe von Zinsscheinen erfolgt bei der Stadtkasse in Mülheim a. d.Rubr gegen Ablieferung der der älteren Zinsscheinrcibe beigedruckten Anweisung. Brim Veriußi dsr An- weisung erroth die Aushändigung der neuen Zinsscheinre be an den JTaberstdes .lnleihescheins, sofern deffen Vorzeigung rechtzcitig ge-
6 en 1 . _ Zur Sicherung der hierdurch eingegangenen Verpflichtungsn haftet die Stadt mit ihrem Vermögen und mit ihrer Steuerkrafi.
Dessen zur Urkunde haben wir diese Ausfertigung unter unserer Unter christ eribeiit.
üibeim a. d. Rubr, den . . ten ....... 1897.
Der Ober-Vürgermeister. _ (Unterschrift.) _
Die stadiiscbe Schuldentilgungs-Kommiision.
(Drei Unterschriften.) Eingetragen im Kontrolbucb Fol ..... Der Kontrolbeamte. - (Unterschrift.)
,
Rheinprovinz. (Trockenstempe1.)
Regierungsbezirk Düsseldorf. (Stadtfiegel) Zinssche_iu.
...... Reihe zu dem Anleibescheine der Stadt Mülheim a. d. Ruhr , . . ie Auggabe, Buchstabe_ ..... , Nr ..... über ..... Mark zu 3? 0/9 Zinsen uber ..... Mark . . Pfennig.
Der Inhaber dieses Zinsscheins empfängt gegen dessen Rückgabe in der Zeit vom 1. _April_ bezw. 1. Oktober 1 . . . ab die Zinsen des vorbenannten Anleibeschetns für das Halbjahr vom . . ien ..... bis . . ten ....... mit . . . Mark . . Pfennig bei der Stadt-
kasse. jn Mü b. oder - t - __ 1:27.“ UWÖÜ "»me öffentlitlb bekam! ge
MR ",den t .. .,., ...... “ Zet: MÉJW m Die Schuldentil nais-Kommisfion. (Zakßkni e.) Der ontrolbeamte.
_ (Ei mbändiß zu vollziehenß)
Die er stschein un 11 tig, wenn de en Geldb nickt innerb vier Iabren nach Ab auf des Kalenderjahres der F Uigkeii erboben wird.
R einprovinz. Regierun „bnirkOüssesdorf. wedenftempel.) j?'L-Ztadtsiegel.)
u
1
_ A n w e i s n g zu dem Anleibescbeme der Stadt Müibe'm a,b. Ruhr, . . ie Aubgabe, Buchstabe . . ., Nr ...... über ..... Mark.
Der Inhaber dieser Anweisung empfängt ge en deren Rückgabe zu dem obigen Anleibescbeine die . . te Reihe von insscheinen für die zehn Jahre 19 . . bis 19 . . beider Stadtkaß'e zu ülbeim a,b.Rubr oder diirch Vermittelung der _öffentlich bekannt gemachten Zablun 5- stellen in Berlin und Köln, sofern nicht rechtzeitig von dem als sol en
c? authÉsende-i Inhaber des Anleibescheins dagegen Widerspruch er- 9 en . Mülheim a. d. Nuhr, den . .......... 1 . . . Der Ober-Bürgermeister. _ (Faksimile) Die Schuldentilaungs-Kommiffion. ( aksimile.) Der ontrolbeamte. _ _ (Eigenbändig zu vollziehen.)
Die Anweisung ist zum Unterschiede auf der anzen Vlattbreiie unter den beiden leßten Zinsfcheinen mit davon a weichenden Lettern in nachstehender Art abzudrucken:
...ter Zinsscbein. [ . . .ter Zinsscbein.
Anweisung.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.
Bekanntmachung,
betreffend die Prüfun der Zeichenlehrer und Zeichenle rerinnen.
Die nach der PrüfungSordnung vom 23. April 1885 ab- ?_uhalteyden Prüfungen der Zeichenlehrer und Zeichenlehrerinnen nden in diesem Jahre statt:
_ Z.. in Cassel: am Mittwoch, den 9. Juni d. J., Vormittags 9 Uhr, und an den folgenden Tagen in der gewerblichen Zeichen- und Kunst- gewerbeschule daselbst, 1). in Königsberg i. Pr.: am Montag, den 21. Juni 5. Z., Vormittags 9 Uhr, und an den folgenden Tagen in der Königlichen Kunst- und Gewerk-
schule daselbst, 0. in Düsseldorf:
am Dienstag, den 22. Juni d. I., Vormittags 9 Uhr, und an den folgenden Tagen in der Kunstgewerbeschyle daselbst,
(1. in Berlin: am Montag, den 19. Juli d. J., Vormittags 9 Uhr, und an den folgenden Tagen bis zum 29. Juli d. J. in der König- lichen Kunstschule yierselbft (Klosterstraße), 8.111 Breslau: * am Donnerstag, den 22. Juli d. J., Vormitta ?- 9 Uhr, und an den_ folgenden Tagen in der Königlichen Kuncitschule daselbst. _Die Anmeldungen zu diesen Prüfungen find: fur Cassel, Königsberg i. Pr. und Düsseldorf bis zum 29. Mai d. J., fiir_Berlm und Breslau bis zum 15. Juni d. J. a_n die_ betreffenden Königlichen Provinzial:Schul=Koliegien einzureichen. Berlin, den 9. Mai 1897. _ _ Der Minister der geistlichen, Unterrichts: und Medizinal-Angelegenheiten. In Vertretung: von Weyrauch.
_ Dem GymnasialZDirektor Johann Thurau ist die Direktion des (Gymnasiums in Rössel Übertragen worden.
Ministerium für Handel und Gewerbe.
Der Theatereffekien-Fabrik von Borch u. Flotbow in Charlottenburg ist die Medaille für gewerbliche Leistungen in Bronze verliehen worden.
A n z e i g e, betreffend die vo_n der_LandeS-Aufnabme veröffent- lichten Meßtischblatter im Maßstab1:25000.
_ Irn Axis laß an die diesseitige Anzeige born 12. Januar 1897 wird hiermit ekanni gemacht, daß nachstebende Blätter erschienen sind: 1869. Neuenhaus, 1870. Nordhorn, 1871. Lohne, 2011. Oénabrück, 2071. Wennrwick, 2075. Burgsteinfurt, 2082. Herford (West), 2083. Herford (Ost), 2144. Wesibevern, 2149. ielefeld, 2208. Oeding, 2213. Münster (in Westfalen), 2220. Bokel, 2279. Anholt, 2281. Rhede, 2283. Gr.-Neken, 2287. Sendenhorst, 2293. Senne, 2354. Din dxn, 2355. Brünen, 2366. Del ruck, 2438. Lippstadt und D25_(_)_8. _ Yeti. _ _ er er rie erfo tdurch die Verla sbuchhandlung von N. Ei en- scbmrdt bierselbst, Neu ädtiscbe Kirchstraße Nr. 4/5. s Der _Preis eines eden Blattes beträgt 1 .“ Berlin, den 11. ai 1897. Königliche Landes-Aufnabme. Kariograpbiscbe Abtheilung.
S t e 1 n m e ß , Oberst und Abtheilungs-Cbef.
Abgereist:
der Unter-Siaaissekretär im Ministerium der öffentlichen Arbeiten Fleck, in dienstlichen Angelegenheiten.
D*en-tszes Reich. Preußen. Berlin, 13. Mai.
Seine Majestät der Kaiser und Kö i u im Schlosse Urville eute Vormittag um 10 Zb? MÜCTY des Militärkabinets, eneral von Hahnke zum Vortrage.
Der Bundenath versammelte fi heute u ei _lenarsikung. Vorher beriethen die perheinigtm chxies: _r Han el und Verkehr und für Iußizmsen, sowie die ver- einigten Ausschüsse für Justizwesen und für Rechnungswesen.
Am 8. d. M., Vdrmittaxxs 81/2 Uhr, starb hierselbft am Herzs lage dcr_ Geheime O er-Regierungs-Nath und vor: tragen e Rath un Ministerium der Zeistlichen, Unterrichts- und MedizinabAngelegenheiten Richar Eduard Vater im 63. Lebenöxabre.
_ Von 1861 bis 1864 als Erfjer Lehrer an der höheren Tochierschule zu Landsberg a. W., von 1864 bis 1867 als _Prediger in Fraysigdt und von 1867 bis 1872 als Diakonus m Meseriß beschqftigt, wurde er 1872 zum Ersten Lehrer am Schulle rer-Sxmmar zu Bromberg und zwei Jahre später durch llerhochste Bestallun vom 15. April 1874 zum Direktor dieser Anstalt be ördert. Im Jahre 1885 er- fol,te seine Ernennung zum Regierung& und Schul- rat bei der Regierung in Bromberg und im Jahre 1888 seine Beforderung _zum Provinzial-Schulrath beim Provinzial-Schiilkollegium in Königsberg. Dieses Amt gab ihm Gelegenheit, sein_e hervorragende Begabung für den Dienst der Schule Ju bethattgetz. Jm Lehrgeschick, wre es in leichem Grade Wen gen eigen ist, wurde er durch eine Fü e um- fassender gründlicher Kenntniße unterstüßi; ein schar er, sicherer Blick ließ ihn die Bedürfm e der ihm unterstellten Anstalten leicht erkennen. Dabei war er den Lehrern ein wohlmeinender, väterlicher Freund.
Die E oige von BMW Wirksamkeit als Provinzial- Schulraih betimmten den Unterrichts-Minisier, ihn im Februar 1892 als Hilfsarbeiter in das Ministerium zu berufen.
In Anerkennung seiner ersprießlichen Wirksamkeit erhielt er noch in demselben Jahre den Charakter als Geheimer RegierungERati), und durch Allerhöchste Vestaliung vom 14._ März 1893 w_urde er zum vortragenden Rath ernannt. Seine weitere Beforderung zum Geheimen Ober: Regierungs- Rath erfolgte kürzlich durch Allerhöchste Bestallung vom 15. März d. J. Seit dem 1. April d. I. war er im Neben- amt Direktor der Turnlehrer-BildungSanstalt.
Der_Verewigte zeichnete sick) durch Umsicht und Entschie: denheit in seinen Entschließungen, durch steten Fleiß und große Pflichtireue bsi nie ermüdender Arbeitskraft vor- theilhaft aus. Er hat im Ministerium, insbesondere auf dem ihm zugewiesenen Grbiei des Volksschulwesens, schr niißliche Dienste geleistet und sich die Verehrung und Liebe Aller, mit denen er amtliche Beziehun en zu Y_flegen hatte, in reichstem Maße zu erwerben ver anden.
ock) wenige Tage vor seinem Tode hat er gelegentlich der Etgtsberathung im Hause der Abgeordneten durch die lebendige Frische, mit welcher er die Verfügung des Ministers in An- gelegenheiten cines Volksschul-Lesebuchs vertheidigte, überrascht und erfreut.
Sem plößlickwr Tod hat in wciten-Kreiscn lebhafte Theil: nahme erregt. Sein Andenken wird in hohen Ehren bleiben.
Der Kaiserliche (Gesandte in Brüssel, Wirkliche GeZeimc Nati) Graf von Alvensleben hat einen ihm Aller öchft bewilligten kurzen Urlaub angetreten. Während der Abwesen- heii desselben fungiert der eiatSMäßige Legations-Sekreiär der Kaiserlichen Gesandtschaft Graf von der Groeben als Ge- schäftsträger.
Der Bevollmä'chti ie zum BundeSrath, Königlich württem- bergische Kriegs:Mini ter Freiherr Schott von Schotten- stein ist hier angekommen.
Laut telcgraphiscber Meldungen an* das Ober-Kommando der Marine ist S. M. S. „Arcona“, Kommandant Kapitän ur_See Vecher,_ gestern in Kobe angekommen; der Reichs-
oxidampfer „Reichstag“ der deutschen Ojtafrika-Linie geht mit der abgelösten Besaßung S. M. Kr. „Seeadler“ _ TranSporifiihrer: Kapitän-Lieutenant H offmann -- heute von Sansibar uach der Heimath ab.
Danzig, 12. Mai. Bei dem gestrigen Festmahl, W€[chk_5 nach dem Stapellauf des Kreuzers „Freya“ im Artusbos? stattfand, brachie nicht, wie die „Dunz. Allg. Ztg.“ berichtete, der Ober:Hofmeister Ihrer Majestät der Köni in von Württenx- berg Freiherr von Reischach, sondern im llerhöchsten AUF- trage der Königlich württembergische Gesandte in Berlin Freiherr von Varnbüler den Toast auf die deutsche Marine aus.
Oesterreich-Ungaru.
Der Kaiser empfing gestern in besonderer Audienz den französischen Militär:Attaché Baron de Verckheim und sodann _den Großherzoglich mecklenburgischen Geheimewthb von Bulow, welcher das Ableben des Großherzogs Friedrich FranSU]. notifizierte.
er Prinz-Negent von Bayern empfing gestern baid nach seiner Ankunft den Besuch des Kaisers im Palais der Herzogin von Modena und machte hierauf in der Hofburg einen Gegeribesucb. Der Prinz-Regent stattete fernxr der Kronprin esftn-Wittwe Erzherzogin Stefanie forme anderen itgliedern des Kaiserhauses Besuche ab. . _
Der Erzherzog ranz erdinand von Oesterxelä)“ Este traf gestern Vorm tiag in ien ein, steiltesich Nakhmlttags dem Kais er vor und stattete den Erzherzogen Besuche ab.
Im ungarischen Unterhause erklärte geflsx" d“ MiniMr-Prändent Baron Banfft) auf die Interpellation dk“
, 5 Y g ? siaa ""ck" Stellan Ungarns und dix rde des Köni : volle Berücksi YFU funden" _ , e
M, Polanyi, ob mä rend der Reise des Königs nach
ae habe- Er glaube !; die staatSre Stellung des Königs _zu fit!?m! und zu vertretetx in erßer Rei e der Konig sebst _ berufen fei und niemand diese SteJun beffer vertreten konne, als eben er selbst. _ Auf die Inte ation des Ab . Kossuth über die Intervention der Großmächte erwider e Baron Banffy: da diese Angele en- , eit neuesten Datums sei und Griechenland bisher bloß eine eigiheit au esprocben habe, eine Truppen von Kreta ab- zuberu'fen- da erner die Verhan lungen der Mächte noch an- dauerten und da die endgültige Lösung noch nicht feststehe,
so sei er au enblickiich außer stande, weitere Aufklärungen
zu geben. Au die Yerpellation des Ab „Grafen Apponyi erklärte der Mini ter- äsident, die Ayfre ihaltung drs 813812118 „0 und die Si erung der Autonomie Kretas unier der Ober- hoheit des Sultans bildeten die Grundlagen, auf denen die Aktion der Großmächte von Anfang e_m beruht habe. Er hege deshalb die sichere Hoffnung, daß diEseS“ Bestreben der Groß- mächte zur Geltung kommen werde. BczüZlich der St. Petersburger Reise des Königs sagte Baron anffy: Unser Verhältniß zu unseren Verbündeten bot sich überhaupt nicht eändert. Der Dreibund gehört nicht zu_ den kurzlebigen volitischen Kombinationen, welche so leichtbm durch andere Arrangements erseßt werden können. Es ist allgemein bekannt, daß der Dreibund einen vollkommen fried- lichen Charakter hat; eben deshalb ist es nicht aus- geschlossen, daß seine Mitglieder auch mit anderen Mächtenzu freundschaftlicher Eintrachtgelan enkönnen. Schon das einmiithige Vorßechn sämmtlicher roßmächte_ in der Orienifrage hat dies ewrescn. Bei Gelegenheit der in dieser Frage stattgehabtsn diplomaiischen Verhandlungen kann_man mit Befriedigung konstatieren, daß die Absichten der russischen Regierung sich in Uebereinstimmung befinden mit jener fried- lichen und konservaiivcn Politik, welche wir im Orie:.t be; folgen. Der Besuch des Königs in St. Petersburg und der Alierhöchstdemselben dort bereitete warme Empfang haben ohne Zweifel da u beigetragen, dieses gute Verhäliniß zu pflegen und zu stär en. Bezüglich der Interpellation des Abg. Kossuth wegen Vorlegung eines Rotbbuches erklärte Baron Banfft), er könne eine solche nicht in Aussicht stellen. Derartige periodische Mittheilungen enihielten irie Aktuelles, sondern stets Akten- stücke über bereits erledigte Fragen, und es enispreche dem Be- dürfnisse des Parlaments viel mehr, wenn die Regieruzig be üglich konkreter Fälle Aufklärun en biete, anstatt über bereits beiannte und erledigte Vorgänge okumente zu veröffentlichen. Sämmiiiche Antworten wurden von dem Hause zur Kenntnis; genommen.
Frankreich.
Der räsident Faur e empfing Y(Testern Nachmittag den russifchen otschafier Baron von o hrenheim, welcher beauftragt war, ihm ein eigenhändiges Schreiben _des Kaisers von Rußland zu Überreichen. Das Handschreiben
lautet, dem „W. T. B.“ zufolge: „Zarskoje Ssrlo, 7. Mai.
Herr Präsideni! Sehr lieber und tbeurer Freund! Die Kaiserin bkreinigt sich mit mir, um Ihnen die lebhafte BLWegung aus- zusprechen, welche die schrccklicbe Katastrophe in dem Pariser Wohl- tbätigkeits-Bazar in uns wachaerufen bat. Sie kennen zu gut unsere Gefühle Frankreibb _gkgenüber, als daß Sie nicht von unfkrrr tiefen und aufrichtigen Tbeilnabme an dem Un- glück überxeugt sein sollten, welches jrßi ibicbe bers- zerreißende Trauer und solchen grausamen Schmerz in Paris berbor- gerufen hat. Indem wir uns von ganzem Herzen dem anschließen, was Sie pkrsönlicb anchbts einer drrartigen Prüfung empfinden müffen, likgi rs uns am SUM, Ihnen uniere_Sympaibie sowie die ganz Rnßlands zum Ausdruck zu bringen. Gestatten Sie mir, sehr "lieber und tbeurer FreUnd, Ihnen gleichzeitig die Versicherung meiner umoankelbaren, aufrichtigen Frrimdjcbaft zu “UWYH? _
i b aus.“
Rußland.
Die Prinzessin Heinrich von Preußen empfing, wie dem „W. T. B.“ aus St. Petersburg brrichtet wird, gestern in Zarskoje Ssslo den deu1_§chen Geschäftsträger von Tschirschkr) und den Legations=Rat Grafen vonBernstorff sowie deren Gemahlinncn.
Italien.
_ Der Großfürst:Thronfolger von Rußland hat LUX) _?estern an Bord der „Zarnißa“ von Palermo nack) Messina ege en.
Gestern fand in Palermo die Trauerfc'ier für den Herzog von Aumale und die Ueberfiihruxig der Leiche des
8,73ng nach dcm Bahnhof statt. Der Zwilkommiffar fiir
izilien, Minister Graf Codronchi, der Herzog von Orléans, der Herzog von Chartres sowie Vertreter 0er Behörden und das Offizierkorps nahmen an der Feier theil. Dem Sarge, der auf einer von sechs Pferden gezogenen (Hescbüß-Lafette gefahren wurde, folgten zwei Wagen mit Kränzen. Die Prinzessinnen von Oriézans fülgten in Trauerwagen. In der Kirche San Giuseppe wurde der Trauergotiesdienst abgehalten; von dort wurde der Sarg sodann nach dem „Bahnhofs übergeführt. Der Sonder- Yg mitder Leiche des Herzogs sowie mit den Prinzen_ und
rmzessmnen des Hauses Orléans ging um 121/2 Uhr Mittags nach Frankreich ab.
Die Deputirtcnkammer scßte gestern die Vcratbung _ÖLS Gcseßentwurfs, betreffend die Reorganisation der anxee,_fort. Der S aß-Minister Luzzatti bemerkte auf di?- in finanzieller Hin icht gegen die Vorlage emachten
_mwcndungen: ES handele fich bei der Vor age um Öl?, h9chsten Interessen Italiens, nämlich um seine militärische Vertheidigung, unter Berücksichtigung des Staatsbudgets, damit die Bevölkerung die Lasten des- elben_ tragen könne, und unter Aufrechterhaitung der Moglichkeit€ finanzielle Reformen einzufü ren und die Initiative ZU Ersparnissen zu ergreifen. „Ich wür e“, hob der Minister hZWM _„mcht auf meinem Pla e bleiben, wenn_ die AuSgaben fiir Afrika nicht weit unter 9 5 illionen Lire ]ährlich herab- WJM, da e_s not wendig ist, die AUSgaben für die Occupa- tion_des afrrkanis en Gebietes auf das Mindestmaß zu be- schranken, _um die Vertheidigungsmaßregeln in Italien selbst versiarken zu können, ohne die Steuerzahler zu_ sehr zu belasten und ohne das Bud etgleichgewicht F storcn“.
er Mlnisier wies sodann au die bei der eranschla- ZUM der Einnahmen an den Tag ele te Offenheit hin und _emerkte: Kieraus ergebe sich die olid tät des Bud eis des Ic_mfenden echnungsjahres, wie auch der Budgets der olgenden
echnUniisjakye und damit eine Konsolidierung der AUSgaben
in den Grenzen des 9 emvärtigen Budgets. Der Minister hr dann fort: Nach Resa: Grundsähen babe ich auch das ei Kr 189MB vorbereitet, das nach Decknn der Aus- gaben "r die Eisenbahnen durch die :s'c.iven Ein- nahmen noch einen Ueberschuß von etwa e Mionen u Amortifierungen ergeben dürfte.“ Der nister theilte ?odann die Antrii e der Regierung mit, die auf Herabseßung der _AUSgaben un Erhöhung der Einnahmen, und zwar ohne Erhohung der Steuern, abzielteix, und sagte: „Vom 1. Juli ab wird jedes Bankbillet vollige Garantie in Metall, Staatswerihen oder Wechseln erster Klasse haben. Der egenwärtige Umlauf von Bankbilleis ist um 80 Mi ionen erinLer als der am 30. Juni 1896. Kein einziges Bankbi et zrkulieri auf Grund von VorauSentnahmen von seiten des Staates, denn die Staatskasse ist rei lich mit Mitteln versehen; kurz, der Notenumlau wird erhe lich ein- geschränkt. Die Regierung hat die feste_ bficht, die “nanz- lage der Kommunen und der Gemeinden zu ver eisern. Vermittels Umgestaltun und Unifizierun der kommunalen und provinziellen Schu en in Sizilien u_n Sardinien ist die Grundsteuer bereits um 700 Miliionen Lire ohne irgendwelche Belastung des Staatsbudgets herabgemindert worden“. Hierauf brachte der Minister eine Vorlage ein, betreffend die erein- heitlichung der inneren Schulden der Gemeinde Rom, aus welcher sick) eine Erleichterung für das Gemeindebud et um mehr als 1600000 Lire ohne weitere Belastung des taaies ergeben wird. Der Minister schloß seine Darlegung, indem er sagte: das Staatsbudget werde mit einer Politik absoluter Sammlung in Afrika nicht nur im Gleichgewicht bleiben, sondem es werde auch gestatten, Reformen einzuführen, die geeignet seien, die nationale Wirtbschaft zu hrben.
Schweiz.
Die Kommission des Ständeraths zur Vorberathung der Vorlage, betreffend den Rückkauf der Eisenbahnen, beantragt, wie „W. T. B.“ meldet, u. a. folgende Aenderungen an dem (Heseßentwurf des BundeSraths vorzunehmen: Der Bund ist befugt, in die vor Schluß des Jahres 1896 vereinbarten Betriebsverträge zwischen den Nebenbahnen und den zurückzukaufenden Bahnen einzutreten. Von dem Rein- ertrag der Bundesbahnen sind 20 Proz. so [an e in _cinen Reiervefonds zu legen, bis derselbe die Ybbs von 0Millionen erreicht; dcr Rescrvefonds soll zur De UFZ etwaiger päterer Betriebsdcfizits dienen. Die ubrigen Proz. im aus- schließlich im Interesse der Bundesbahnen sowie zur Hebung und Erleichterung des Verkehrs und zur Herabseßung der
ersonen- und Gütertarife zu verwenden. Der Verwaltungs- rath besteht aus 53 (statt 39) Mitgliedern, von denen eins durch die Bundesversammlung, 17 durch den BgndeSrath und 25 (statt 11) durch den Eisenbabnratk) zu wählen smd. Sämmt: liche Kantone und albkantone sollen in dem VerwaltungSrath verireien sein; die itglieder der Kreisdirektionen werden von dem VerwaltungSrathe anstatt vom VundeSratk) gewählt. Außer den Kantonen wird auch den Halbkantonen Vertretung im Eisenbahnrath gesichert.
Türkei.
Sämmtliche Botschafter in Konstantinopel Haben, wie das Wiener „Telegr.-Korresp.-Bureau“ meldet, von den betreffenden Regierungeans-iruktionen erhalten und ver- sammelten fick) gestern Mittag zu einer Besprechung. _Am Nachmittag wurde der Pforte eine Verbalnote Überreicht, welcbe besagt: (Griechenland Habe um die Friedensvermitteluu der Mä te nackigesucht; die Mächte beantragten, um crfolgreiZ vermitie n zu können, die Einstellung der Feindsrligkeiten.
Die türkischen Friedensbedingungen imd zwar noch nicht endgültig festgestellt, doch werden, demselbsn Bureau zu- folge, von Beamten des Hofes und der Pforte eine Entschädi-
ung für die durch die griechische Flotte zerstörten Staats: und
? rivatgiiier, ferner einige aus militärischcn Gründen eboiene Grenzregulierungrn sowie eine Revision der bisherigen pezial- rechte der griechischen Unterthancn in der Türkei als Haupt- punkte bezeichnet. _
Einer Meldung der „Agence Havas“ aus_ Larissa von gestern Vormittag zufolge befindet das türkische Haupt- quartier fich jeßt in Tekes bei Pharsala. _ _ _
Nach den Inskln des griechischen Archipels smd bisher sechs Bataillone Verstärkung geschickt worden. Die Entsendung von Redifbatailionen nach dem Kriegs- schauplaß dauert fort. _
Das griechische Geschwader hat, wie die „Agence avas“ aus Saloniki meldet, in der Höhe vo_n latamona staifelförmig Aufstellung genommen, um_ die
Blockade des Golfs von Saloniki durchzuführen. Einem briiischen, mit Oel befruchteten Dampfer wurde die Ein- fahrt verwehrt. - Nach einer aus Skiathos gestern in Aihen eingegangeiien Meldung kaperien am Disns- tag das griechische Kriegsschiff „Yeneus“ und das Torpedoboot 14 bei der Insel “ cnedos einen die türkische Flagge führenden Dampfer der Hadjidauti: Gesellschaft. Der Dampfer beförderte etwa _100 türkische Soldaten und sechs Offi iere, darunter einen Maxor; an Bord desselben bekunden fic'ii1 außerdem 300 Martmi-Gewxhre, mehrere Tau erid Patronen, sechs Mitrqilleusen und Provrant. Der türkische Major wurde im Besiß einer Summe von 4000 Pfund gefunden. Der gekaperte Dampfer wurde nach Skiathos gebracht.
Aus Arta wird von gestern Abend gemeldet, daß der griechische Oberst Bairaktaris mit einer _starken Abtheilung gegen Philippiada aufgebrochen sei. Die griechische Vor- hut sei mit der türkischen Vorhut m Beriihrung gekommeri. Die Türken hätten sich bis Khanopuio zuruckgezogen und die Griechen Kretes und Jmaret, die beiden Hauptpunkte auf dem Wege nach Phili piada, beseßt. An anderen Punkten bi'i Arta hätten Sckßarmüßel zwischen den Vorposten statt- gefunden.
Griechenland.
Wie ,W.T.B.“ aus Aihrn meldet, haben _die Mächte die griechische Regierung benachrichtigt, daß_ den gri_echischen Truppen der Abzug von Kreta freistebe. Die fremden Admirale würden die Dampfer, welche geka_pert worden feier), weil sie die Blockade zu brechen versucht hatten, wieder frei-
geben. Asien.
Nach einer in Madrid eingetroffenen amtlichen Depesche aus Manila ind bei der Einnahrpe von Teryate 57 Auf: ständische und 5 Spanier, unter ihnen 2 Offiziere, gefallen; 115 Mann wurden verwundet.
Parlamentarische NW
Die Berichte über die gestrißen Sißun en des Rei :- tagdee: und des auses der A geordne en befinden ck in Ersten ge.
- In der heutigen (83. Sihung des Hauses der Ab- aeoxdneteq, welcher der anister der öffeytlichen Arbeiten Thielen beiwohnte, machte unächft der Prasident dem «Hause davon Mittheilung, daß der eseßentwurf zur (_Ergän ung und Abänderung von _Beftimmungen_ uber er- sammlun en und Vereine eingegangen ist, worauf die erste Berat ung des Geseßentwurfs, betreffend die Er- weiterung des Staatseisenbahnneßes und die Be- theiligung des Staates an dem Bau von_Kleinbahnen, sowie an der Errichtuw von landwrrthschafilichen Getreidelagerhäusern, ortgeseßt wurde.
Abg. Hofmann (ni.) wünscht eine fcbleunigexe Ausführung der Eisenbahnbauten, namentlich in der Zeit de_s 'eßigen Aufschwunges. Im speieilen empfiehlt er eine Bahn zur ve eren Verbinduna des Dillkreiies mit dem Siegkreis durch den Bau einer Westerwald-Quer- bahn zur Verbindung des Rheines mit Gießen.
Abg. von Czarlinski (Pole) wünscht den Bau einer Linie Kulmsee-Reden-Melno und weist darauf hin, daß eine Petition darum dem Hause zu egangen sei.
Abg. Dr. Loti ius (nl,) befürwortet eine stärkere staatliche Förderung des Kleinbabnbaues in der Provinz Heffen-Naffau und in der Rheinprovinz und Fortführung einer Kleinbahn über Schlangen- bad nacb Langenschwalbach.
Abg. reiherr von Zedliß und Neukirch (fr. kons.) bittet um möglich te Beschleunigung der bereits bewiÜigten Linie von Treffurt das Werrathal entlang nach Eisrnach.
Abg. von Brockhausrn (ions) dankt für die Einstellung der Linie Kallies- Falkenburg in die Vorlage, wünscht aber die möglichste Beschleunigung des Baues, ebentueli durcb Uebertragung an einen Privatunternebmer, und empfiehlt ferner eine Linie von Falkenburg über Bärwalde nacb Gramenz.
Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen: Entsprechend dem mehrfach geäußerten Wunsche, hat sich die Eisenbahnverwaliung im Einberständniß mit dem Finanz-Minister bereit erklärt, bon den bereits genehmigten Cisenbabnprojekien 5 Linien, darunter Jablonowo, Riesenburg, Metzdorf, Bolkcnhain und Wipperfürth Gummersbach, an Privatunternebmer zu übergebkn, um einen Versuch nach dieser Richtung bin zu machen. Ich glaube, daß diese fünf Bahnen für den Versuch vollkommen hinreichen. Wir müésen erst die Erfahrungen daraus abwarten, ebe mit_ weiteren Ue er- tragungen an sFribatuniewnebchr vorzugehen ist. Bis ieizt hat sich ergeben, daß d e Uebertragung an Privatunternebmer eine Abkürzung des Bauberfabrens nicbt herbeifübrt, sonderniim Wesentlichensogar eine Verlängerung. Das ist aber weder eine Schuld der Privatunter- nebmer, noch der EisenbahnverWaltung. Denn natürlich erfordert dice Beschaffung der genauen Unteriage zur Beurtheilung der Frage, ob das Angebot des Privatunternebmers ein richtiges ist, eine längere Vorbereitung; die Ausführung selbst kann aber ein beschleunigteres Tempo annehmen, da der Pribaiunternebmer schneller über Schwierig- keiten hinwegkommt.
Abg. Hesse (ul.) wiederholt seine schon im borigen Jahre vor- getragene Bitte, die Linien Verden-Rotenburg und Visselhövede- Rotenburg für das nächste Jahr in Aussicht zu nehmen, nachdem der Staat den Bau dieser Bahnen für sich reserviert babs.
Abg. Hilgendorff (ions) empfiehlt die Aufschließung des Schlochauer Kreises durch eine normalspurige Tertiärbabn, wie sie von der Regierung in Aussicht gesielli fei.
Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen: Wir Haben das Bedürfniß einer solchen Bahn anerkannt und sind dem Kreise dadurch entgegengekommen, daß wir die Vorarbeiten für die Feststellung des Plans auf Staatskosten angrbrdnet haben; nachdem der Kreis sich außer stande erklärt hat, seinersxiis zu den Kosten des Baues etwas beizutragen, bin ich mit dem Herrn Finanz-Minisier in Verbindung getreten, um irgend einen Ausweg zu finden.
Abg.Dasbach (Jenin) wünscht eine direkieLinie bon Gerstungen nacb Hünfeld unter Umgehung bon Bebra. Um den Bau dieser Bahn zu fördern, habe sich bereits ein Comité gebildet.
Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen erwidert, daß der Umstand, daß fich ein Comité gebildet habe, noch nicht das Verkehrs- bedürfniß für eine solche Linie beweise.
Abg. Brauer (fr. kons.) befürwortet den Bau einer Linie bon Forst nacb (Huben. _ _
Abg. Schaff ner (nl,) empfiehlt dkn Bau der Linien Weil- münster-Usingrn und Zollhaus Katzeiwlienbo cn - St.Goarsbausen.
Abg. Stößel (Zenir.) wünscht eine be ere Verbindung von der Mosel nach dem Hochplatsau des Hunsrück.
Abg. Knsbel (ni.) befürivortet eine Vbrbindung von Zell nach dem Hunsrück und iiach Kirchberg.
Abg. Zorns (ni.) wünscht den Bau einer Bahn Altenau am Harz-Ofer. _
Danni schließt diese Debatte.
Das Haus wendet stel) nunmehr der Frage dcr Korn- häus er zu.
Abg. Pauly (Zenn): Diese Vorlage ist ein kleines Mittel, um der Landwirthschaft zu helfen. Die: Kornbäuser müssen aber nicht bloß für große, sondern auch für kleine la_ndwirtbschafiliche (Genossen- schaftsn geschaffen werden. Solche Genosienschafien haben sich in der Eifel auch für andere landwirtbschaftliche Erzen nisse, z. B. für den Butterverkauf, brwährt. Die kleinen LandwirtJe wünschen nun die Errichtung eines Lagerhauses für Hafer, Sbklz und Roggen auf dem Bahnhof in Münstereifel.
Geheimer Regierungs-Ratb Conrad: Dieser Antrag ist bei uns erst eingegangen, nachdem di? Denkschrift bereits feriigqesielli war. Wir Mrden ihm aber gern nahertreien, zumal es sich hier um den ersten Antrag aus der Rheinprovinz Handelt, und ibn nach Anhörung der zuständigen Provinziaiinstanzen wohlwollend prüfen. _
Abg. Knebel stellt äbnlicbr Anträge auch aus dem Hunbrück in Ausficbi. _ _ _ _ _
Die Voriage Wird der Budgetkowmrsston uberwicsen.
Schluß 11/4 Uhr. Nächste Sißung Freitag 11 Uhr. (Kleirwre Vorlagen, darunter der Gsseßentwurf, betreffend die Charité; und den Botanischen (Garten in Berlin.)
Nr. 14 des , Eisenbahn-Verordnungsblatts “, beraus- egeben im Ministerium der öffentlichcn Arbeiten, vom 8. Mai, Fat folgenden Inhalt: Allerhöchste Konzession_s-Urkunde, betreffend den Bau und Betrieb einer vollspurigen Nebcneiienbabn bon Oldenburg i. H. nach Heiligenhafen durch die Kreis Oldenbur er Eisenbahn- geseÜschaft, vom 7. April 1897. _- Erlasse des Mini ers der öffent- lichen Arbeiten: Vom 15. April 1897, betreffend BesteUung des Kommiffars für die Ausübung des staatlich_en AufsichtSrechts über die Eisenbahn von Oldenburg i. H. na_ch Heiligenhafen; Vom 28. April 1897, betreffend BefähigungEnachWcis der Zivil-Supernumerare; vom 2. Mai1897, betreffend Prüfung der Befähigung bon Eisenbahn- betriebsbeamten der Privatersenbahnen; Vom 2. Mai 1897, betreffend Genehmigung von Kleinbabnen. - Nachrichten.
Arbeiterbewegung.
In Leipzig soll einer Mittheilun des .Vorwärtb' zufolge ein Ausstand der Hutmacher aubgebro en sein._
In München hat nach demselben Blatt em Theil der Töpfer am Montag die Arbeit eingestellt.