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anacfübrten Thatsachen scheint mir aUes Andere eber sicb folgern zu lassen, als die Notbw-ndigkeit der Aufbebunk; der betreffenden Strafgesef- boxb-Paragravben. Wenn die Majestätsbe eidigungen sicb vermehren, o “unseri die_Strafen nicbt aqueboben, sondern verschärft werden. Daß die Denunziationen jev_t sebr_ m Schwarme find, beklage ich ebenfaUs; aber daraus fylgx mch! dre Aufhebung der Strafen. Man möge falsche Denunziationen strenge bestrafen oder kein Gewicht darauf legen. Herr Bebel hat das Recht in Anspruch genommen, auf an eblicb v_erle ende _Aeußerurzgen von hoher Steile zu antworten; aber 5 dazu eme axestaxsbeleidtgung nothwendig? Der Mannesftolz vor Köni s- tbrrznen bewahrt sich nicht in Majestäjsbeleidigungen. Es ließe daruber reden, ob nicht eine Genehmigung zur Erhebung von An- klagen noihwendig wäre. Aber dieser Gedanke steht nicht zur Verband- Luna, denn es wird die Aufhebung der Strafdeitimmunqen Verlangt. Auf diesen Vorschlag werden wir nicht eingehen, auch nicht einer Tostersmtsfionsbehandlung zustimmen, sondern den Anjrag ohne weiteres nen.
Abg. Dr. Friedberg (nl._): Der Antrag, wie er liegt, ist für uns unannebmbar. Jm monarcbrfchen Staat nimmt der ürst Line bevorrechtigte Stellung_ ein. Wenn Herr Bebel zu an eren An- fchauun en gekommen ist, so liegt das daran, daß er von einem republi anischen Standpunkt ausgegangen ist. In der Republik kann das aus einer Wahl hervor egangene StaatSoberbaupt krine Aus- nahmestellung rmnebmen._ JZ möchte mich dafür erklären, daß bei Einleitung der Prozeffe die strafrechtliche Genehmigung einer höheren Instanz _als maßgebexid erachtet wird. JchZlaube, es ist bei solchen Klagen nicht 899.3 gleichgültig, mix xvelcber irkung das Vergeben vor sich gegangen tit, ob die majeiiatsbkleidiqenden Aeußerungen vor einem größerer) oder einem kleinerkn Publikum gefallen sind. Wir sehen leider haufig, daß ganz Vertrauliche AerFerungen nach Jahren zum Gegenstand der Anzeige_gemacht worden nd. Es um darauf gxseben wxrden, ob der Beleidiger die Tendenz batte, feiner eußerung eme gewiste Publizitat zu geben. Sollte uns ein Geseßentwur vor- gelegt werden, der solche reformatorischen Gedanken zum Ausdruck bringt, sy werden 1_nein_e_Freunde sich an der Berathung betheiligen. Aus emer kqmmrffart'cben Beratbung kann bei der gegenwärtigkn Geschäfts- lage nichts mehr herauskommen, zumal die Kommission erst die Grundlage für ihre Verhandlungen schaffen muß.
_ Abg. Munckel (fr. Volksp.): Wenn die gegenwärtigen Zustände Rrugtwerden, und wenn dazu eine Berechtigung vorliegt, fo bäjte der
eichsxag aus dem Grunde, weil er in die Ferien zu gehen wünscht, nicbt berzulerten, daß eine Kommiifionsberathung nicht mehr ftanfinden soll. Durch Einsetzung einer Komuiifsicn würde drr Reichstag bekunden, daß er eine Veränderung wünxäor, daran würden auch die verbündeten Regierungen den Wilien des Rsicbstages, daß cine Nsvifion stattfinden soll, erkennen. Der echte Mann verUkZT die Geseße nicht: darin hat Herr von_Leveßow Recht; ick) we1dc ibn daran erinnern, wenn wieder ernnxal v_on dkn Duellen die Rede ist. Wenn für die MajestatSbelerdigungen die Gnade in ungewöhnlichem Maße m Anspruch genommen wird, so ist das kein Verweis für ein gutes Geseß. StrafgksCZZ? bebt man nicht auf, son- dern beschränkt sik, wenn s:? in imer böbsrem Grade mißbraucht werden. Daß ein solcher_M1ßbrauch_ existiért, babe ich nachzuweisen nicbt nötbiß. Cs Muß ein Wo?; gcxundrn werden, um dissen Miß- brauch zu beseitigen. Hm Likbcr wiU den Antrag ablehnen, weil die Deduktionxn drs Herrn Bebel aUzufebr Zb 17310 zu sein schienen.
* Soüte diese Ablehnung nicht ab jrato erfolZLn? Für "eine sack)-
liche Veurtbeilnyg find mir falsche Gründe ne ensächlich; diese Weise ich zarück. Dre Majestßtsbeleidigungen Werden nicht ganz besei- tigt; es werden nur die ungeraden Para rapben beseitigt, die geraden bleibeti bestehen, und die Fürstlichen ersönlicbkeiten würden als Mensckxen immer noch_geschüßt sein; sie würden nur Strafanträ 8 stellen müffen; Drr R€ichstag bat von seinem StrafantraaSre t wegen Beleidigungen _niemais Erbraucb gemacht. Im Interéffc der Würde der _Krone [i_egxn di? Maisstätsbeleidigungsprozeffe nicbt. Außerordentliche Umstande, aljo z. B. eine Provvkaiimj, müßten jedenfalls zur Strafmilderung britragen. Ick bin kein Aybänger des § 193 de;! Str.-G_.-B.x er ist kein stilistisches, juristisches oder grammattsches_ Mitsterwerk. Was man fich dabei denken kann, darüber smd die Gelehrten nicht einig. In der Anke ung des Abg. Rtcht_er ebe_ ich den Weg, dsr zu einem erträglichen Zis e führen könnte, weil dabet dre Strafe nur da zur Vollstreckung kommen würde, wo fie wirklich geboten ist.
Abg. 131". Förster-Neustetfin (Reformp.): Der Antrag ist für uns nnannebmbar; aber die Begründung des Herrn Bebrl bat er- wirirn, daß wir es mit einem Notbstnnd zU thun haben. Die B:- gründung war gyrnicbt nowaendig,_ denn Jeder, der dic (Gr::ichis- Entscheidungen dxrwlgt bat, weiß, wr? die Sachen liegen. Aber dcs- wcgkn können mir nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Die Entscheidungen der Gericht_e_ sind alirrdings sebr seltsamer Art und vertragen die öffentliche Kritik nicht.
Abg. W8rn_er (Reformp.): _Majestärsbeleidigungs-Prozeffe werden vielfach obne trtfngcn Grund cinaeleitcr und kosten dem Staat viel Geld. Wir _wollen auch den Schutz des Monarchen, baltsn abkr eine Gsnebmtgung für solche Prozeffe_für nothivendig.
Das Schlußwort als Antragsteller erhält
Abg. Liebknecht (Soz.), der dem Abg.1)r. Lieber gkgknüber be- merkt, daß der Antrag nicbt ab jrato gestellt sei, denn Er sei schon K_Zgbre alt. Die Majssiatsbelsidigung, fährt Redner fort, ist keine Emrnhtuzig des drutschen, wndern des römischen Rechts. Die Strafen wurden immer mehr p_erscbarfi, je mehr das Anseben des Kaisers san. Die parlaznentartycbe Sitte, die Person des Monarchen nicht in die Debatte zu_ziel)en, besteht güerdin s in England, aber nur, weil der Monarch uber den Parkeien ste t und fich auch persönlich nicht emmtsckpt. _Wenn der Reichstag dem ihm angebotenen Kampf an- nehmen w_tll, da_nn muß die Geschäftsordnung geänderx, und dann muffen _die Bcstimmungen des Strafgesetzbuches aufgehoben werde'n, damit die öffcntlicbe Diskussion freigestellt wird.
Gegen_ die Stimmen dcr Sozialdemokraten, der deutschen VolksPartei und der beiden freisinnigen Gruppen wird die Ueberweisung des Antrags (m_ eine Kommission abgelehnt.
Schluß geegen 6 Uhr. Nachste Sißung Montag, 17. Mai, 1 Uhr. _;Zwette _Berathung der Vorlagen, betreffend den Sermstart und die Besoldungsverbefferung, sowie die beiden NachtragE-Etats.)
Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten. 82. Sihung vom 12. Mai 1897.
Auf der TageSordnung _steht die erste Berathung des Geseßentwurfs, betreffend die Erweiterun des Staats- Ersenbahnneßrs und die Bethetligung des taats an dem Bau v_on Kletnbghnen sonne an der Errichtung von landwrrthschaftltchen Getreidelagerbäusern.
_)Ueber den ersten Theil der Debatte ist gestern berichtet wor en.
Abg. S cbmied in g (al.) : Die ausgeworfene Summe für Babnrn sieht ja recht startlich aus. Bei _unserer günstigen Finanzlage hat sie mich aber doch einigermaßen_en1tauscht, sie beträgt nur 10/0 unserer Eisenbahnaußgaben. ch _wunschtc, daß das Tempo des Baues solcher Sekundarbgbnen beschleuytgt und auch der ärmere Westen etwas mehr bedacht wurde, namentlich das Siegerland. Den Jntereffenten ift gestattei, statt der_ ergabe des Grundes und Bodens einen bestimmtcn Geldbeitrag zx: lets kn, wvdyrch e in der Lage find, die Höbe ihrer Leistung zu uberseben. Dre erbandlungen über die Hergabe des Grundes und Bodens sind in den meisten Fällen böchst unerquicklich. Wo allgemeine Verkehrsintereffen in Frage kommen, sollte man die Gemeinden zur unentgeltlichen Hergabe nicht zwingen. Wünschens- wertb_wäre auch der Bau einer Bahn von MöUn nach Wandsbeck, die leider von der Regierung bis ]Sßt abgelehnt ist.
Minifler der öffentlichen Arbeiten Thielen:
Meine Herren! Ich kann nicht anerkennen, daß in meinem Resort in der Angelegenheit irgendwie inkorrekt verfahren sei. Es ist von vornherein erklärt worden, daß die Baba eine solche sei, die eine allgemeine Bedeutung für den Verkehr babe; infolge dessen fällt sie außerhalb des Rahmens der Kleinbabnen, und es entspricht dem Geseß von 1892 über die Kleinbabnen vollständig, wenn eine solche außerhalb des Rahmens der Kleinbabnen fallende Linie nicbt die Konzession als Kleinbahn erhält. Im übrigen ist im Kleinbabnen- geseß vorgesehen, daß, wenn die betreffenden Unternehmer sich durch die getroffene Entscheidung beschwert fühlen, fie noch einen Rekurs an das Staats-Ministerium haben. Dieser Rekurs ist bisher nicht eingelegt worden.
Ich kann aber auch nicht anetfennxn, daß die StaatSrcgierung inkonsequent gewesen ist in Bezug auf die Frage: ob Staatsbahn oder Privatbabn. Es ist ursprünglich die Absicht gewesen seitens des Staats, die Babu zu bauen; wenigstens war das im ersten Stadium, wo die Verhandlungen über die Babu begannen, der Fall. Nachher hat man fich überzeugt, daß diese Bahn den Privatunternehmern über- lassen werden kann, und es ist infolge dcffsn und da in absehbarer Zeit eine Aussicht nicht vorhanden war, daß der Staat die Babu bauen würde, die Bahn den Privatunternebmern freigkgeben worden. Damit ist das gescheben, was der Herr Abg. Schmieding ja selbst als das Richtige hingestellt bat. Gleichwohl kann er nicht begreifkn, daß ein Privatunjernebmer in diesem Falle zugelassen Werden soli, es soll vic'lmebr der Staat die Bahn aus dem Grunde bauen, weil ein aligemeines Verkehrsbedürfniß durch sie befriedigt wird. Ich will auch nicht auf die Osterfelder Babu kommen, aber das scheint mir doch ein Widerspruch in dsr Auffassung des Herrn Schmieding zu sein, wenn er diese Bahn, von der er behauptet, daß fie eim? große Bedeu- tung für den allgemeinen Verkehr hätte, dém Privatunternedmer frei- gchbcn wissen will.
Dér Herr Abg. Schmiéding bat dann noch eine Frage Von aUge- meiner Bedeutung angeregt, und zwar die Heranziehung der Inter- effenten zum Grund und Boden. Meines Eracbtens bat er sich auch da im Widérsprucb bxwegt; er hat es nicht für richlig erachtet, daß bezüglich Liner Bahn, die yon vorn- bierein Aussicht auf eine Rente biete, von den Jntereffenten ein Bei- trag zu den Baukosten in Form drr Freistellung des Grunderwerbs gezahlt werde. Er sagt: in diriem FaÜ bedarf es ja keiner Sub- VLntion; der Staat kommt, wenn er den Grunderwkrb Ebenfalls bc- zablt, doch auf skins Kosten. Der Herr Abgeordnets vergißt aber, daß die Berechnuns der Rente dock) immcrbin in den meisten Fällen eine unficbere Schäßung und daß sie unter der Voransseyung erfolgt ist, daß die Interessenten dsn Grund und Boden dazu bergeben. Er sagt dann ferner: Ja, aber die Kreise, die in übler Lage sind, die wirtbschaftlick) Schwachen dürfen erst recht nichts hergeben; denn denen fällt es zu schwer; er erkennt andererseits dankbar an, daß in einzelnen solchen Fällen seiténs drr Staatsregierung ein Zuschuß zu den Grund- erwerbskosten gegeben worden ist.
Meine Herren, ich glane, ganz abgesehen von dieser Frage, würde es mit dem Grundsatz der BiUigkeit nicbt überkinstimmkn, jetzt don dcm seit [angrn Jahren innegehaltenen Prinzip, bei den betreffenden Bahnen dic Injercffénten in Form ch Freisieklung des Grunderwerbs heranzuziehen, abzuweicben und für die betreffcnden Vabnen, die man jetzt noch baut, die Kosten des Grunderwsrbs voll aiif den Staat zu übernehmen. Die bekannten Erwägungen, die damals dazu grfübrt babrn, die Infereffenken in dieser Form zu den Baukosten heranzuziehen und die ich bier nicht wirderbolen wiki, gelten meines Erachtens heutzutage noch in Vollem Umfange, und die Staatsregierung kann fich daher nicht bcrrit erklärCn, von diesem Prinzip abzuweichen. Sie hat fich schon in mancbsr Bezirbung entgegenkommend bewissen, die der Herr Abg. Scbmieding anerkannt hat: dadurch, daß fie es den JnTcreffenten freigesteÜt bat, entweder fich mit einkr Pauschalsumms loIzukauién oder aber den Grund UKW Boden jri Uatura herzugeben und dadurch, daß fir den Umfang der Leistungen tbunlichst beschränkt bat. Nun gebe ich Wüständig'zu, namentlich dem Herrn Abg. von Kölicben, der jadiese Frage auch bereits angeschnitten bat, daß die geforderte Pauschaisamwc manchem der Intereffsnten schreckbaft boch vorkommt. Die Jntereffenten berücksichtigen dabei aber nicht, däß fis mit der Zahlung dieser Pauschalsumme all :md jxdrn Risikos entledigt find, und daß das Risiko dom Staate übcxnommen wird und bei ihm vis! böbCr an- wächft als bei den Krsiim u. s, w. und daß letztere allen Gefahren, auch nach der landeL-Poiizkilicben Prüfung, nach-der Betriebseröffnung noch zu den Kosten herangezogen zu werden, entgehen, die fich im ersten Moment überbaupt noch nicht fcstiécllxn lasen.
Andererseits darf ich wohl hier aiiiübrrn, d&f; dic Dirskiicnxn von meiner Seite angewiesen werden, déef-e Nachforxerungen svwsit als irgend tbunlick) zu beschränken, wenn nicht ganz bciondcrc Vcr- bältniffe vorlisgen, namentlich nicht obne dringende Vcr- anlaffung Mit Nachfordcrungen an dis bctrcffendrn Jnxerkffknten beranzutreten, wenn schon lange Jahre sait drr Bstricbs- eröffnung Vergangen; es wird fich das in dxn meisten Fällen beschränken [affen auf ein J.“.br nach der BCTriebseröffnung. Mit der Betriebskröffnung die Beschränkung eintret-en zu losen ist darum unmöglich, weil das Bedürfniß häufig mit nach dsr Bctriebs- eröffnung erkennbar wird. Ich würd? auch in anunix darxuf bxdacbt sein, daß in der Beziehung keine exorbitanten Forderungen an die Kreise gestellt werden; aber ganz und gar den Grunderwerb auf Staatskosten zu übernehmen _ dagegen muß ich mich entschieden aussprechen.
Ab . Möller (nl,): Ein Verzicht auf die Beiträge würde die Ansprü e der Juteteffenten ins Ungemeffene steigern. Weitere Er- leichterungen müffen aber gewährt werden in den Fällen, wo die zu erwartende Reute aller Wabrsckpeinlichkeit nach eine sebr gute ist und wo die Bahn im allgemeinen Jntereffe gebaut wird. Ein unerfreulicher Zustand ist es aqcb, das; wichtige Bahnen nixbt gebaut werden,- weil
cb der Staat nicht entschlie t, Privaten die Konzesfion verweigert oder sie auf Jabra binausscb cbt. Die Ausführung schon bewiüiater Bahnen müßte in schneüerem Tempo vorgenommen werden. Es müßte eine gewi e Mittellinie innegebalten und namentlich in den nächsten ngren 7 neller gebaut werden, wo ein stärkerer wirtbschaftlicber YFYYIFLM erwarten ist. Redner empfiehlt eine Linie im Fürsten-
Abg. Bode (kons.) befürwortet den Bau der schon seit Jahren Verlangten, von (Ebersbausen aus;;ehenden Nebenlinie der Werrababn. Es sei schade. daß ein so schöner und fruchtbarer Landstrich vollständig unaufgescbloffen sei.
Abg. Gump (fr. kons.): Ich bin durchaus anderer Meinun als die Abg . Möller und Schmieding. Wenn man deren Wünsche üllcn wollte, ko könnte das dahin führen, daß man im Westen, wo fick) die Bahnen leicht rentieren, die Interessentenbeiiräge erläßt, den ärmeren
Often aber nach wie vor dazu haauziebt. Dagegen ift der M
berechtigt, daß die großen Städte zu neuen Babnöofsbauten bem- gexogen werden. Einmal beschloffene Bahnen müffen obne RÜW darauf, ob Arbeitermangel vorhanden ist oder nicht, Hoe Lehnen wie möglich ausgefuhrt i_verden, yeniqstens so weit es uh um e ioratiogg. bahnen handelt. Die Landwirtbschaft ist in einn Distrikten dnrch- aus nicht so gut daran, wie die Herren Nationalliberalen glauben machen wollen. Es muß die Verzinsung des Baukapitals erspart erden. _Was den Bau der Lime Callieö-Falkenburg anbelangt, [„ wzmsche tzb, daß fie möglichst an Märkischa riedland berangebaut wird. W311 der_Staat den Bau der Linie chlobitten_Gerdauen nicbt selbxt ausfahren, so möge_ er es den rivaten gestatten. Bei der Aus hrung des_ Expropriatwnßgesetzes oUte man milder ver- fabren. 8 werden 18 ! uxtangemeffene Forderungen von einzelnen Ve- borden gestellt. Du; dt_e_boben Beitragskosten sind manche Kreise verhindert, notbwendige Vtztncxlwege zu bauen. Es müffen in dieser Beziehung besttmmZe Grundsatze aufgestellt werden. Ich empfehj» diese Sache der Prufung der Kommission. '
Abg. Gerlich (fr. kons.): Manche Kreise haben von den Eisen. babnen fast gar keinen Nußen und Werden doch zu den Kosten betan- gezogen, andere_bczablen keinen Pfezmig und baben*von der Bahn die großten _Vbrtherle. Cs herrschen bier die größten Ungleichheiten. Dj: Cxproprithn des Grundes und Bodens seitens der Kreise könnte da. dytch erleichtert we_rden,_daß dxr Staat dem Kreise eine Pauschalsumme giebt und es ihm uberlaßt, den Boden selbst zu enteignen und sven. tuell eWas zuzulegen._ Das ießige Erproyriationsgeseß muß geändeu Zsrden. Redner wunscht ferner den Bau einer Linie Schöneck_ C:-:argard_Mewe-Martenwerder unter Beiseitelaffuna von Skurz.
_?lbg. Horn (nl,) befürwortet den Bau der Strecke Oker“
rz urg.
AbgCabenslv(Zentr.)cmpfiebltBerü “i ti un des na aui Bezirks durch ein? Wsnetwaldquerbabn. ck! ck 9 3 ff schen
_ Abg. Dr, Dunke'lberg (ul.) wünicbt einen weiteren Ausbau d:: SiegZaban b E
_ _ _g. rei err pon ynatten (Zyntr. vermißt immer no eine Linie Lmdern-Jßltch, deren Ausbau der inister den PrivatYnTki. nehmern mcbt frejaég€bkn babe.
_ Abg. von Dc1tcn (Zentr) vsrlangf mebrere Bahnrn jm S1egerlande._ _
Abg.Rie_1ch (ir. k-Jnk.) wän1cht, daß dsr östlirbe Tbeil dSÖ Kreises Frankenberg im Rt-grxtmiJSbszirk Caffé! durch eine Bahn auf. geschlossen w€rde._ *
Nbg; Krgwxnkxl (nl,) beklagt ebenfails die starke L"eranziebung de_r Kretie,_ die viel 1chl€chter rortkämen, als die großen tädtc, und bqtte geniunickpt, _ daß die Vorlage mit Rücksicht auf die günstig: Fmanzlasx und die bédeutsnden Ueberscbüffe der Staatsbahnen Etwas umfangrxtcber ausgsfallen _wäre. Anzuerkennen sei, daß die Vorlage «ck __?ryßere JsaYYFZangei-idß StÖckerWeriäÉaZei ck Er bitte dén
mr er um eru 1 [gung er km 8 .in : ti einer Ba n Bergtsch-Neu_stadt-Olpe_ und im Kreise Waldbroel. !:
Ab. _Tbteß (nl,) bittet um die Aufschließung des Allertbairs und Beryckfiäotigung der Stadt Celle durch eine Linie Verden“ CelleÄZGifborn.W d _ (k )
g. von erns or f ons. emp eblt den Bau der Linie Strasburg i. Pr._Pr.-Eylau. fi - _ Abg. Pauly _(Zentr.) bittet um eine größere Berücksichtigung dsr EifelATurchGneu§ LINZ ) _ck F g. _or € en r. wim t die ortsübrung dsr Linie Ko cl- Poln.-Neuktrch über Bauerwiß nach der österreichischen Landeßgrsenzk.
Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen:
Ich mochte auf die Anfrage des Hrrrn Vorredners mir gestarten dahin zu antworten, daß die von ibm angeregts Babnverbindungen bis 1:1 die jüngste Zeit Gegenstand dEr Erörterung mit den Provinzial- bebörden geweskn find. Die Vérbandlungcn find zur Zeit dahin gx- drehen, daß in allerkürz-Zjer Frist eine Entscheidung getroffen werdcn kann. Hoffentlich wird diejelbe d€n Wünsckyen des Herrn Vorrednrrk entsprrcben.
_ Abg. von Cbristep (fr. koni.) befürwortet den Bau der Li:€5 chbwe e-Wa_nmed-_Eisena_ch. Dre Verkehrspolitik müss nicht n:: die gro _en Stadte _beruckfichtig€n, iondern auch das platte „and, dam*t dtc_arbettende Bevolkerung veranlaßt Werde, fich auf dem Lande cin HM]! 311 _sxhaffen. _
MintstktUl-Dlrkkkor 131". Micke erwidert, daß andere Wünsciyc der Intereffexiten dresq Angelegenheix Verzögert hätten, die Regierxmg ]exzt aber dieses Pkßjkkt _für _ricbtig halte und nur noch die Z:- mmmung der Großherzoglich s_achsischen Regierung ausstebe.
Abg. Hornig (konf.) befurwwrtüt den Bau einer Linie Reificht_ Haynau-(Holdberg. _
_ __Abg. Graf Nosxiß (koni) wünscht den Bau einer Linie re:: (erxienbera am Quets nach der LandeSgrenze.
AHS“ Conrad-Graudenz (fr. kons.) emp eblt die Weiterfübng der LMT? KU!m-Ku1ms€e nacb Meino und ragt an, wann die: Li,".i-I Jablonrwo-Leffen werde gebaut werden.
Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen:
Meine Herrén! Ich ncbme an, daß der Ausbau der Bow Ricienburg_Jablonowo jedenfaüs noch in diesem Jabra und hoffen?- lich in kurzer Frist wird erfolgen können. Es Waren mancherlci Schwierigkeiten zu überwindkn; soweit ich es in diesem Moment über- sehen kann, sind diese aber zum größten Tbeil überwunden, und ck wird mit drr Ausschreibung dcr Erdärbxjjkn begonnen werdrn könncn.
Was die einzelnen Projekte anbrtrifft, die der Herr Vorrcdncr anzcrrgr bat, so kann ich mich auf dieselben bier im einzelnen :icbt einlaffkn; ich kann nur bei der Gelesenbsit dis Bkmerkung nickt untcrdrückkn, daß der Staatéregicrung der Ausbau der Eisenbahnen in der Provinz Westpreußek nicht eben dadurch erleicbjert wird, daß k“)? Provinz in ihren Selbstvsrwaltunzsorgancn anickciiiend bis in ki? lexzte? 3th keinen großen Werth auf dcn Auébau von Kleinbabnrn “2-3 der Provinz gelsgt bat. (Höri! hört!) Erst neuerdings bat sicb kk“? Provinz Wéftpreußen dazu entschlikßen können, 20 030 «ck jährlich 57-- zusammcln, um die demnächstige Unterstüßung yon Klkinbabnen damit zu bewirken.
Abg. Lucius (fr. kons.) wünfcht Leffers SchiiLUzugsbrrbindYUsM auf_d2n preußrschen Bahnen durch Tbürinßen im Jntereffe des mkkr- natwnalen Verkehrs nach dem Süden.
Abg. von Lch- Strehlen (fans,) beschwert sich darübsr, daß l_kk Babndamui der Lime Strehlen_Nimptsch Wafferstauungen yeranläkk- die_ schon emmal zu einer Katastrophe geführt hätten. Beichwskk"; bei den Behörden bättcn nichts gcfrucbtet; es seien technische FSU“ Ymackzt worden, die Sache wsrde aber vertuscht, und die Eiixnhabbk“
erwaltung weise alle Schuld von sich. Der Pächter des Dommtxuuk- eit) gebqrener Vaysr, der am meisten zu leiden habe, sei erstaunt dawkkk- wie es zu unserem Rechtsstaat zugebe. - _ .,
Mmistenal-Direkwr 1)r. Micke weist die Vorwürfe LSS?" k!" Behörden zurück; es sei kein technisches Versehen begangen HNW- und die Aenderung der Vorflutbßverbältniffe bei Nimpkslb sel "“ck den sachverstandigen Gutachten Von der Landespolizeibebörde géstäUFZ kyordßn. In einer Nacht sei ein Wolkenbruch niedergFanßen- 41.2 em mcht vorherzusebendes Naturerei niß, und da babe (: e_rdnzss “'“ Wgffetmaffe nicbt genügenden Abfluß gehabt. Deshalb sk! eme E!" werterung_ des Wafferdurchlaffes von 10 m in Ausfickot, IWW"? und m nachster Zeit werde Abhilfe geschaffen werden. Erne emmM * Gefahr habe aber_überbaupt nicbt vorgelegen. ck
_Aba. von E1senbardRotbe (kons.) wünscht BÜWWM! Kreise Regenwalde, namentlich ein: Linie Regenwalde-LabÉ-
Um 41/4 Uhr vertagt das Haus die weitere Beralhkmg
auf Donnerstag 11 Uhr.
Statikik ub Bolkkwirthsehaft,
Atbeiter-WobblfabrtSein richtungen.
chbFenttalstelle für _Ar_be_iter-Woblsabrtseinrich- jungen chäftigte fich in ihrer diesjabngen Konferenz zu Frank- furt & M. am 10. und 11. d. M. vornehmlich mit zuyei Fragen: der kommunalen Wohlfahrtspflege und der Errichtung von Volkßbeilftätten für Lungenkxanke. Der_Referent über das erste Thema, Stadtrajb 131". Jlescb-Franksurt, hat seine Anschauungen in_ einer Schrift niedergelegt, die den ge- druckten ,Vorbenchten" der ZentraliteUe beigeaeben ist (er- schienen in Karl Heymann's Verlag-_Berlin). Nach Erörterung der Gründe der mangelnden Pypulantat vieler _Woblfabrtsänrich- tungen befürwortete der Redner, wre_ wir der ,Franks.Ztg.' entnehmen, daß zunächst die Gemeznden mit praktischen Versuchen auf diesem Gebiete zu beginnen batten. Die WoblfabrtSeinricbtungcn foUten ein eigdnes Verwalxungsgebiet der Städte bilden. Für Be- schränkungkn sorge icbon die notbwendrge stacitliche Au zicht, die Kompetenzgrenze in hygienisch-vblizeilickpen Fragen und der Um- stand, der_ß die wachsende dcut1che Bevölkerung den Gemeinde- beamten oviel natürlich gesteigerte Refforttbätigkeit bcreite,_daß nur wenig Zeit übrig blsibe. Auch der Kostenpunkt gebe zu erwagen, daß Steuerkräftige nicht verdrängt, Stcuerschwache nicht übermäßig betan- gezogen würden, wril andernfalls gcdrückte_ Löhne und vermehrte Armenlaséen die Folge wären. Die Erweiterung und Nutzbar- machung des städtischen Grundbestßes werde deshalb immer einc Hauptrolle in der Frage spielen. Dankbenber gebe die Einwirkung auf den Widerstrcit der Interessen, die Zußänglicbmaäßung dcr Bildungsgelegcnbciien 2T. In diesen Richtungen wirkten Arbeitsnacbweis , Auskunftssteaen, Er- gä,;zungen dcr noibwendiaer- und berechtigterweise nicbt allzu aus- edrbnten Armenpfiége, Rekonvaleécentenpftege, biÜige und gute kleine Wohnungen, Kinderborte, Fericnkblonien 2c. Die Stellung der Stadt als Arbeitgeberin 1ei _bisber in der Praxis_ noch nicht genug beachtet wvrken; es seien nicht nur ihre dirrkxcn Arbeiter, um die es sich dabei bandeie, sondern auch die [ür städtische Institute mittelbar axigrstelljen Arbeiter. _ Das GMI übsr die Eisenbabn-Handarb-Ziter biete einen Piaiedenziall in dieser Richtung; cs betreffe auch die von Untkrncbmcrn für 'US Bahn beschäftigten Arbciter. Auf allcn Vcrwgltungsgebiexsn könne die Gemeinde fich in diesem Sirius betbäxigcn: m der Bauvcrwalfung rurch Bramtenwobnungen und Begünstigung dcr Baugesellsäyaftcn, wie durch Anlage Von Straßén; im Schulwesen durch_Lieferux:a von Lebrmitteln und Frübstück an die Kinder, durch Fortbxldungßichulen, Volköyyrträge und Leiebaüen. Somit wars eine besondere _Stelle in der kommunalen Organisation zu_empfeblen; 1o_ziale Ab- tbeilunaen bei den Stadtbebördcn bestanden schon in _Kölrz, Krefeld und Rheydt. Man könne anknüpfen an die Thatigkeit der Vereine, der dann der Charakter des Wmosens genommen und der sozialpolitische gegeben werde. _ Die_ Beibeiligung der Arbeiter an der Verwaltung der Woblsabrtßemrichtungrn be- reite ja mamba Schwierigkeiten, sei aber unbermcidlicb, wenn die An- stalten benußt wxrd-Zn soUen. Die Woblsabrtßeinriädtuagen soÜten nichr cin zufäüich Produkt der Thätigkeit von dicsem oder jenern skin, sondern ein orxanifiertss Stück städtischer Verwaltung; und die Hrranzievung der Arbeiter zur Mitkbäjißkeit als Anerkennung der Gleichberscbtigang müss: daßwesentlickysznnzx-ichn s€ixi,das Wohlfahrts- einrichtungcn von bloßen Wohltbätigkxitsrinrichtungen unTerschetde. _ An den Vortrag „schloß fix!) eine [ärgere Diékuiswn, in der Re- gierungs-Ratb Hasiel aus Braunschweig untrr Bszugnabme aiifddrxtge Verhältnisse Vorichlägs machte, wie bei der Thätigkeit gkmemnutzrger Baugenossenscbaften iu derabren sei. Das nötlige Kapital werde zweifellos von den Vsrfickyerungsanstalicn bergelie en Werden. Stadtrats) KaUe-Wiesbaden lcgte besonderes Gewickyt aui die Volksbildunsis - Bestrebungen, die nach seinxr Schaßung obenan ständrn. WEnn dic obLigawriich Fortbildungsicbulr, Haus- baltungéscbulrn :c. g€ichaffsn werden soütxn, so sei ein Widersrand icirens d€r chiermm nicht zu befürchten. Drr Redner exxmplifizierte bieriür auf die in srinem Wohnort eingeiübrte ärztliche Schulaufsicht Und den Kochunterricht in Mädchen-VolkßscbulEn. Lanchratb Brandts- Düsseldorf untersuchte die organisatorische Seite der Frage. Er meinte, es müßten eigene „soziale Beigkordnete“ in deri S!adtrn_an- gestelit, ferner Dlvuiatic-ncii für sozialpolitische.Bejbärigung grbtldet und sichere statistische Grundlagen beschafft Werden. Den joztalen Beigeordneten fiele die Aufsicht übrr die sozialpolitische _Gesetdebung zu, also “das Ortskrankcnkaffenwesen, die Unfallberficberung, die Invaliden- renten-Anjrägc :c. Von der Befugniß, dmc!) Ortsstatute die Lohnzahlung iür Minderjabrige zu rkgcln, die obligatorischen Forrbildungsschulcn einzuführen, die Krankenvcrfickperung auIzudebnen 2c.,_ würde dann erst ausgiebigerer Gebrauch gemacht werden. Ferner müßte sich der n_eue Beamte um alle städtischen Betriebe kümme'rn, soweit re "sozial- politische Bedeutung haben ; die Lobndertcäge dsr Stadt 3. . konnten mustergültig gestaltrt Werden, nach Art der seiner Zeit babnbrexbénd gewordrnen WM (19 ]a 1'1116 bei den Haußmaiin'sMn Durchbrucben tn Paris. Was die Wobnungßfrage betreffe, so meinte der REDUU, daß Stadtbauvlänc und Bauordnuugen oft die Preissteigerungen des Grundbesißgs bexborgeruien oder doch begünstißt hätten. Man bLbe ck_ne Zeitlang allgemein geglaubt, bohe Mietbskaserncn sexen _urzer- lqßiicy wegen dcr tbsucren Bodenpreijc. Die Sijte der Einfamilien- bauier sei aber auch für Befißende immer mehr im Schwinden). Die Bauvvrschriftcn wären daher _zu überwachen und auf die joziale Wirkung zu prüfen. Der soziale Beigeordnete hakte ferner «sagen das Korreferat bsi der Vkrwaltung der Sparkassen- Ueberjchüffs. Er müßte enge Füblung haltkn mit_ allen privaten Woblfabrtöbestrebungen, wie das ja auch srit eiiism Jahrzehnt dir“" Armenverwaltungen mit so gutem Erfolge tbatext; Dadurch wurden die ganzen städtischen Verwaltungen prularisiert Werden. Man würde in ihnen nicht mehr die bloße Steuer-Erekuttons- Yebörde sehen, sondern eine Wobliabrtß-Korporationx wie es_ die Stadt im Mittelalter gewesen sei, die alle Interessen tbrxr Burger erkannt und gefördert habe. Es bundle sich nicht aussch1ießiich um eine Geldfrage, vielmehr auch um xersönliche Thätigkeit. Dann ZVZrde das Heimatbgefübl in unsere flu tuierende Bevölkerung wreder- ? ren.
„ Am zweitcn Verbandlungstage referierte Stabßarzt ]_)r. Pann- wlß-Berlin über die planmäßige Schwindsuchtsbekampsung durch Errichtung von Heilstätten für Lungenkrauke. Er erinnerte eingangs an die Bestrebungen des Berlin-Brarxdenburger Heilstattenvercins, an diejeniqkn in der Pfalz und anderwarts. Jm Axslande hätten England, Frankreich, Italien und Rußland Heil- statten un Anschluß an sech3klimatische Sanatorien. Ami)" in Oef-txrreich und gariz besonders rühri? in der Schweiz seien Heiliiattc'nvcrerne in den meisten Kantoren wir sam tbätig. In Norwegen habe man die leer- stehenden Leprabeime für Tuberkulosekranke nuxzbar gemacht; außerdem wolle man Heilstätten nach dem Muster der Falkensteiner Annait ÖUUM- In Schweden sei das Kapital gleichfalls für eine Muster- Mstalt gejammclt. Der Redner fchilderte sodann die _Geiäbrlichxett der Schwmdsucbt. die Dikpofition, die Erblichkeit. Dre Dispomon könne_auch durch soziale Verhältniss verursacht werden. Jebqn der direkten Bekämpfung durch Isolierung der Kranken und Beseiti- gupci der Auswurfstoffe müsse daher auf die Befferung aüer gesund- heitlichen Maßnahmen geachtet werden. Das erziebliche Momenk der Hxilstatten set nicht das gerinngerthigste, Dkk Referent bezog fich tm
Mörlnen auf seine wieder in den .Vorbericbten“ der ZentralsteiLe IZdruckc vorliegenden Ausführungen. Staat, Unternehmer und gewein- "YUM Vereine müßten zusammenwirken, um diese Krankheit zu be- kampfen. _ Lazides-Ratb 1)r.Liebrecht-Hannover, der Korreferenk, der ebenfalls anf seinen .Vorbericbl“ verweisen konnte, ging vor: der An- ÖSUUUJ aus, daß die Errichtung von Volksheilstatten 3Ut Lungenkranke von der Gesellschaft zu deren eigenxm Nußkn vorgenommen werden müsse. Es liege geradezu im wVblverstandenen Interesse der Sparsamkeit der staatlichen Ver- kLic!)cru_;1)(ZSanstaltetx, wenn sie eigene Sanatorien errichten. Er belegxe 2ies? einung ztffernmäßig. Außerdem seien natürlich auch die rheitgeber an dem Bau solch€r Anstalten interessiert. Die Orts-
krankenkaffen mlbebrjm wobl noc!) ein wenig der aeslbulten Bureau- kratie. die für solche Aufgaben von Vortheil sei. Für die nichtkorr- sicberten Tuberkelkranken würden freilich die gemeinnüßigen Vereine eintreten müffen. Nach Art der Irrenanstalteu könnte man wohl auch Abtheilungen für zahlende und nichtzablende Kranke unterscheiden, soda die Kosten sicb verrin exten und den mittellosen Kranken dur geholfen Werden könnte. ur Leitung der Anstalten seien Frauen besonders geschickt, namentlich in kleineren Anstalten, in denen eine Art von familiärem Zusammenleben sich entwickeln könne. An- stalten von hundert Betten enlbebrten schon dieses Vortheils und brauchten_ einen großen Apparat. Oft würden die Kranken viel zu spät in die Sanatorien eingeliefert. Es empfehle sich vielleicht, wegen dieses Punktes Abkommen mit den Krankenhäusern zu treffen. Re- konvalescenten, die noch nicht wieder arbeitsfähig find, könne man der Aufsi t der Vertrauenßmänner der Versicherungkanstaltkn behufs weiterer üriorge unterstellen. Cine Organisation. wie die des Rothen Kreuzes, könnte hierbei vielleicht anich mixwirken. Frauenvereine und Geistliche seien ebenfalls zur itarbeit geeignet. _ Die sich (m_ diese Vorträge anschließende Debatte eröffnete der Geheime Sanitäts-Ratb 1)r. Dettweiler-Falfenstein mit einem ärztlichen Hinweis. Ueber die Öeilbarkeit dcr Schwindsucht seien die Aerzte, die sieb ernsthaft mit der -Sache bc- scbäiiigen, einig. Alle prziaxisten erkennten, jährlich mehr, die Heilbarkeit an, oft in einer ielbst den Redner, der nun dreißig Jahre an der Frage mitarbeite, verblüffenden Weise. Der Gedanke, man brauche die Kranken nur in einer Heilanstalt zu iüjtyrn, sei freilich allzu optimistisch. Die Behandlung der Schwind- sücbtigen sei eine ssbr komplizierte und nehme über die Hälfte unserer gesammten patholoaifcben Kenntnißgebiete in Ankprrxckx, sosar das Psychiatrische werde in manchen FäUcn leise gestreiit. Di? Leiter der Heilstätten soliten die strrwgen jhsrapeutischen und er- ziebxriichen (Grundsätch nicht Verflacbcn [offen, wie der Redrsr das schon in einer Schrift übst die Falkensteiner Anstalt bc'tont hab?. Nicht drr Kubikmeter drs Luitrauch im Sckplaizimm-Zr entscheide, da ja der Krankk zumeist in frischer Luit lébe und Nachts bsi offensm Fknster schlafe. Der Arzt müffe den Kranken sorgfältig und wachsam robachten, um die ganze Konsiifution kennen zu lernkn, um die Meinung des Krankxn 11er sich sslbst und seinen „ustand um- zuwandeln. DeHszb sollten nur ASrzte zu Heiltättcn-LJitérn ernannt werdsn, die an einer soichsn fübrkndcn AUÜQÜ geicbult srien und dic nöxbigr vislseitige wisisnschaitlicb? Garantix bötrn. Was die Frage der Bcichäftigmqg der Krankcn angebe, 10 dütfc die Beschäftigung in den drki ersten, strengcn Kurmoriaten nicht über den Charakter drs Spiels hinauSgeb-Zn: Einmal wegen der Ein- flüsterungen Von (Genossen, andsrerseits wchn der Gefahr, die darin bestehe, daß der ehrgeizige Kranke sicb eber übsrarbcitkn, drnn als träge er1chcinen wolle. Leichte Lektüre, harmlose festliche Vsr- anstaltungen müßten die nötbige Able_nkung bieécn. Erst wenn das Ideal einer vier- bis fünimonatigen Kur erreicht würde, könnte mit der Beschäftignng begonnen werdsn. Landés-Raib Meyer- Vsrlin wies auf die bisber erzieljen gruen Resultate bin, die sich u. a. in der prozentual g-Zringcn Zabl von Renten- anträgen ausdrückten. Neben der Errichtung von Héilsiätten bleibe aber noch viel zu thun. Die ergänzenden Verrine könnten mit- Wikkén, die Vorurkbrile gegen die Anfialtsbebandlung zu befiqun, und fick) der Familie des Kranken während dsr Kur svwic der GSULsMEU nach der Kur annebmen. Landrats) Dr. Héydweiüer-Altena empfahl den Bau der Volksbsiistätien durcb Kommunalverbände. In _!einem Bezirk hätten ch foth wvblwoüend: Private gLsundcn, die das Unternehmen siüYtkm, sodas; auch der Kreistag nicbt zurückgeblieben sei. Die Zinsen der STiftungen würden in Erster Linis zur De_ckung drs Defizits, dann für FrristcÜcn, zur Untsrstüßung der Famrlien- angehörigen der Kranken und zur Verbe erung der ArbeiTerwvbnungcn bestimmt. Der Redner schä te die Za,l der nötbiaen Anstalten für Deutschland aui eiwa 200. “ oviel könnten dis Verfickoerungsanitalten nicbx bauen. Die vridaten Vereine gingkn aber nur langsam poran. Daher müßtkn die Kreise eingreifen. Das sei auch rechnerisch zu empfehlen, Weil Volkswirthsckoaftlich die Heilung der Tubkrkklkranken ein bedeutend€s Kapital darstelle. Sanitais-Natb Or. Lobmann aus Fannover gab eine Darstrklung der Thäsigkeit des dortigen Vereixis iür ilfsbedürfttge Lungenkrankd, wobl dcs ältesicn Vereins dieser Ari, der drmräcb-st ssin zrbnjäbxigrs Jiibiläum hesch, abrr noch immer keine eigene Anstalt bCÜVS, iwnksm die Kranken erst nach Andreasburg, dann nach Bad Rebburßdrxweiss. _Von_freier eräbrung der Pflege babe ab- gssebcn werden müxss". Tichaiiken zablien 1,50 „sé täglich, der Vsrrin lege etwas über 0,50 «16 daran]. Das Kapital des Vereéins steÜe ck auf noch nicht 10 000 „kü Es ski also reckyt sckwierig, avi dem bio rn Wobltbätigkeitswege LTwas Er-giebigks zu erreichen. Dsnnoch ssicn die gemeinnützigen Versine durcb biÜiJc Nerir'altung :c. brvorzugjc Träger der Bewegung. Notbwendig ici in den Anstalten die abiolute Trennung der Gsscblechter. Auch das neue Kocb'sche Heilmittkl werde die Anstaltsbebandlung nicht übxrflüsfiz machen. _Stadtmkk) Kalle- Wiesbaden logie dcn Acccnt auf die propbyiaktischrBekämpfung der Schwindsucht. Zn WiZLbaden bab“: man daniit brgonnexi, blutarme Sckpriéiderinnen und Stickerinnén nach Eppsnbam i. T. zu icndcn, cimm gkgen Sckzwindsuäxt gefeiten_ Orte. Dort Erholfen fick) die Mädcbrn binncn cinixien Wochen körpsrlicb und psychisch sebr vortheilbafs, und manche Schwindsucbtskandidatin sei so vor der Krankbsit gcicbüyt _rr-ordcn. _ Dcr Vorsißende, Staats- sekretär a. D. Hsrzoq-Beriin, faßte das Ergebnis; der Debatte in längerer, klarer Darsteüung zusammcn und sprach die Hoffnung aus, daß die Beratbungkn dazu disnen mbcbtcn, vieltxn Léidenden zu nüßrn. Die Zentralsteüe für Arbeiter;Woblsabrjs-Einrichtungxn, so bemerkte er zum Schluß, bedürfe der serneren Unterstüxung, wenn ihre Worte und Drucksachcn Tholen werdsn fOUten.
Literatur.
0115. .Absndglvckcn.“ Predigten aus den [815x611 Amtsjabrra von O. Bernhard Rüling, weiland €?gngklifche_m Hofprediger und Ober-Konsistorial-Ratb in Dreéden. Mit Portrat, Faksimile und Lebenslauf des Verfassers. Leipzig, 1897. Druck und Verlag Von Lr. Richter. (7288 S.) Preis gebeitrt 4 „Z, klrg. gebd. 6 „ckck _
s sind im Ganzen 18 Predigten, dte_ der Sohn d€s_am 15. No- wember v.J. beimgegangenen, in dsr sachsischcn Lanchktrcbx wobl be- kanntsn 1). Rüling aus dem Nachlaß des Vaters gkfichtkt und m ])qu 11181110er11] für drffxn viele Freunde in MW Ständen herausgegeben hat. Sie bekunden die Ueberzcugimgs- treue eines zum vollcn Mannekaster bcrangereiften_ Predigers, der ein off-Zr cs Herz, AUge _und Ob)“, für die Schaden der Zeit und die? mensclyliäze Seite de_r Klkch€ bgf. Dre Pre- digten für die Festtaae bestehen _aus Liner Prafartox dem _Text, der Ueerlcitung zum Thema und etner klaren Dispyfitton._ Dte bei diesen bxsOnderCn Gclcgenbeitrn angewandte_Prafat_to sprtcht_ durch ihren Gxdankenreichlbum wobltbuend an. Die Predigt selbst ist kurz und bündig, klar und erbauend, auf Gottes Wort gegründet und ohne Effekthascherei. Die Worte fließen dahin wie ein 0510 leise rauschender, bald mächtig brausender Bach, aber dort wie _bier voll filberbeUer Klarheir. Diese .Abcndglocken' eignsn sich wie zur Erbauung der Gemeinde, so zum Studium für junge Theologen vortrefflickp, _zumal die Sprach? einfach, der Saßbau kurz, der Inhalt durchaus faßltcb ist.
0115. Leitfaden für den Konftrmandey-Uuterrrcht auf der Grundlage des apostolischen Glaubens_bekenntntffe_s. Von Pfarrer Schoenfeld, Ehrenmitglied des akademtsch-tbeologtschen Vereins xu Berlin. Leipzig, Druck und Verlag _von _Fr. Richter, _1897._„48 S. boch 80. Preis kart. 75 „„I, in Partien billiger. _ Fur die_1ungeren Theologen ist wohl eine der schwersten Aufgaben _die Ertbeilun des Konärmanden-UnterriÖts; der Pastor hat dabei unt größerenS_wie- rigkeiten zu kämpfen als der Lehrer, namenilicb in großezi _Sjadten. Ein solches Hilfsbuch, wie es der Heraußgeber nacb 25jabrtger Er- fahrung in 48 Lebrstunden darbietex, erscheint daher sebr_willkommen. Auf dem Gebiet dieser Literatur _tst seit 40 Jahren viel gesxheben, als man anfin , Lutheks Katechismus nur nebenbei zu berucksichz tigen, und Ab and nahm, den Konfirmanden-Unterricht auf zwei Halbjahre, in die Pflichten- und ini die Glaubenslebre zu vertheilen.
Von der ersteren ist in diesem _Leitsaden kaum die Rede, und d ifi fie in unserm Tagen jbochwicbtig und nicht u unterschäfßcn. Q es richtig war, den Kindern dte zu lernenden ptüche an jeder Säle unter dem Strich mitzutbeilen, erkcheint zweifelhaft; das Aufsthlaqm in der Bibel ist uotbwendi , um fix darin heimisch zu machen. Der Taufbefebl hätte aber na der revidierten Bibel, schon um der sek- tiereriscben Angriffe willrn, „abgedruckt werden müffen. Jm übri en ist dieser Leitfaden praktisch urid entspricht seiner „Grundlage' vö i; und ganz. Nur dürfte dl? Einführung bei den Kindern durch den Preis erscbwért sein. __
0115. Der Evangelriche Diakoni-rerein, seine Aufgaben und seine Arbeit. Von 1). Dr. Friedrich Zimmer, Professor der Theologie. Herborn , 1897, Lerlag dss Cv._ Diakonievereins. (177 S.) Preis brosch. 1 „;ck _ Lerch immer ist die Sache der protestantischkn Diakonie gerade in den Kreisen wxnig bekannt, in welchen Eltern mit Bangigkeit auf ihre unversorgten Töchter blicken. Hinzu kommt, daß die Borurtbeile Negkn den Diakonisskn-Beruf nicht aufbören woÜcn. Dirscr Unkenntniß bWÉ's-nkt Professor Zimmer's klsine Schrift, die bereits in viertsr vermxbrxke Auflage vorliegt. Der ir] Rede: stehende Verein besteht aus drei konzentrischen Kreisen. DM umfassendsten bildkn die zahlenden Pät- gliedcr, den mittleren dikjenigen Mitglieder, die vom Vsrein _Er- ziebung oder Fachausbildung begebrcn (Privat-Krankenpfleae). Aus ihm scheidet s1ch der cngste Kreis dkrcr aus, welcbe dic Diakonie zum LLÖi'UÖbLka stäblt babrn und sie nicht obne den Halt eines Ver- bandss, doch aber auch nix!)! imixrbalb cincr MULLZibaus-Organisation auSübxn möchirn. Diese bilden den „Schweitxrnverband drs Ev. Diakonieverriys' (Diakonieverband), deffxn gkikßlich gsschüxztes Ab- zricben cine Brosche mit Lutber'Z Warp?" isi, Welche die Sckowestcrn zu tragen Vexrflichtet smd. Tsr Vsrrir. i::É-k di: Mutterbäufer zu unterstüßxn, hat bereits 840 Mitgliedcr, erscheint praktisch aufgebaut und grcist, soweit sein noch juzcndlichcs Altsr kin Urtbeil ermöglicht, in die Noth des Volkes segensrxicb ein.
_ Jm Vcrlagc Von Sietxicnrotv u. Troschkl in Berlin 97. hat der durch andere Volkswirtb1chafilichc Schriften bereits bekannte Naxionalökonom Dr. Gottfried Zöpil unter dxm Titel ,Die Ei1enbabntariffrage unseres Holzbsrkcbrs“ eine bxmerksns- werthe Monographie krscheincn (asien, in trcich€r er aaf der Grund- lag-Z wirtbscbqktlichcr und Mrkrbr-Fpolttiichcr Grundsätze und an der Hund der Erfahrung, die durcb statistisch“: Jiachwsise bestätigt wird, die Frage dsr Holztarifreform ip. Baysrn eingehend behandelt. Der Vsrfasier zieht aber zur allseitigrn Beleuchtung und Erschöpfung irines (Gkgknstandes auch die Verkehrsbsdingungen und besonders die Tarife für Holz in anz Deutschland sowie die cinichlägigen Vrrbältxxiffe der Holz 113 Deutschland imporricrcnden Ländkr in den Kr-xis seiner B0t_rachtun . Im Vordergrund? drr Erörtrrung silben die Verhältnis]? und ustände, die sich duxch die zur Zeit bsstebenden Eisenbabnmriix für die bayerische Sägd-Jndustrie ergeben, wobei der Nackzivéis dersricbt wird, daß disss ksn Holzstofffabriken gegenüber sich im Nacbibcise bsfinde. Der Schluß der Abbaudlun befürwortst die Bildung cines allgrmeinen Vereixis dcr Holzindustrie en Bayerns zur Wahrnehmung ihrer wirtbichaftlichkn Jntrrcsten. _ In engsn B6- zirbung-n zu dieser Zöpfl'scbsn Schrift steht eine Broschürx mit dein Titel ,Papier-Holz oonrra Säge- und Nund-Dolz“, em Beitrag Kur Entwickelungßgeschichte der deutschen Jndusirie Von ])1'. Josrf Landgraf, welchc 91eichfa11s _irn Vkriage yon Siemen- rctk) u. Twicbel in Berlin “W. ercbicncn ist. Der Verfasser knüpft fast übkral] an die Darlegungen und Ergebnisse der Zörfl'schcn Schrift an, deren Wrrtb und Bedeutung er aUsrk-Nnt; die dortigen Nachweisk rind Angaben werdcn aber nicht UUT erweitert und erg_änxt, sondern es werden auch neue" GkfiOtspunktu eröffnet. Die Tand- grassche Arbeit bekämpft dic Anschauungen und Ergebnisse der Zöpfl'icben Broschüre in einigen wcsentlichcn Punkisn, indem hier auf dis Entwicklung und den gkgenwärtigen ansang der Verivendung des Hoizstoffs zur Pavieriabrifarion urid and die allgemeine wirth- schaftlicha Wedeutun dieses neuen Industriezweiges das Hauptgewicht gelegt wird. Dane en finden ab€r auch andere wirtbschaftlicbe u_nd Verkehrsfragen, die in der Zöpfl'fchrn Schrift berührt werdén, tm Zuiammsnbange eine prinzipielle Erörterung.
_ .Der Aetbcr gegen an SÖmcrz “ ist der Titel einer Art Jubilänmsschrist, Welch2 Professor Or. C. Binz in Bonn bei dcr Dwitsckysn Vcrlagéanstalt in Stuttgart bat erscheinen laffcn. Der Ysrfaßcr erinnert daran, daß im Oktobcr 1898 fünfzig Jahre verflofikn waren, seit man große wundärztlick)? Operationen für den Patisnten schmerzlos auszuiübrsn gelcrrxt bat. Anfanch bsnuyte man drn Schwefelätbkr für dikssn ch'ck, bis dieser durch das leichter und blauemxr zur AnMndun, zu bringende Chloroform O_erdrängt wurde, In der [kisten Zcit Zar sich abrr das frühere Briaubungß- mittel Wisdcr untcr dkn Aerztsn mebr Frcunde errvorben, weil fich bkraueßgsitelit hat, daß EI bei weitem gcsabrlosßr ist. Nach Er- mijtelungcn, die im Jabre 1890 L*kgonnen Wurden und jetzt noch andaurrn, ist in dcn Jahren 1890 bis1894 js: ein Todesfall auf 2647 Cbkorofo:m- und auf 13160 “Uetbernarkoien dorgekommen. Professor Bin; bkbcmdklt in sLiULk allgemein bsrständlrch gehaltenen Schrift auc!) dix übrigen bisher aufgstauchtrn Betäubungsmittel zu chirurgischen Zwecken. _
_ Den unlängst bciprechcnen crftcn fünf Lieferungen der _ Von Profcffor 1)1'. Frirdrich Vogt und Professor Dr. Max Koch herausgegékbknen ,Geschichte der deutschen Literatur von_d_en ältesten Zt.!iten bis zur GegenWart“ (Leipzig und Wien, Biblio- grapbischks Institut) find inzwischrn vier weitkre Hefte aefolgt, welche den Anfana des zwsiten, dic neacrc Zkit behandelnden Theiles bildxn. Cr bsginnt mit der poetischen Reform dcs berühmten Schlefiets Opitz, zeigt das Erwachen eines neuen griffigen Lebens am AuSgang des 17.
und AnfanZ des 18. Jahrhunderts, _scbildrrt die_ Usbcrwindung de's Marinismus in der Literatur und Goiixchxd's Kamm mit den Schweizern, führt dann durch die blumigen Gefilde der tändelnden anakreontischen Lyrik, macht bei S*cliert, als kinem dcr Lieblinge dcs deutschen Volkes, längeren Halt, um sééoließlich mit Klopstock, Herder und Lessing die Darsteliung unskrer klaxsisciyen Literaturperiodc zu be innen. Als Vorzu dicser nrurften unter den deutschen LiteraturgefFickpten kennzeichnet FQ auch in den voxkixgenden Lieferungen die harmonische Verbindung_ des wiffsnscbaftlicb-gründlichen Inhalts mit einer aUgemeinberstänleen, geschmackooüen Form der DarstelTung. Von den den Heften, außer zahlrricbcn Holzschnitten im Text, beigegcbenen Beilagen in Bunt- oder Schwarzdruck erwähnen wir nur den .Tburmbau zu_Babel“, dir: „Schiklézr-Tafel', ,Morolf als Spielmann“ 11110 die Nachbildungen einiger Seiten der versclsiedénen ,Nibelungrn-Handschrtsten“. Das ganze Werk ist auf 14 Lieferungen bereehnet, deren jede 1 «M kostet.
_ Der Roman „Mammon“, dcn Sophie Barazxtti (geb. von Le Mounier im Verlage von Albkrt Ahn in Berlin, Köln und Leipzig hat ers einen lassen, steUt fich als eme romantische Familiengrjciyickpte dar, die mrbrere Gencrationsn umspannt und den verderblichen Einfluß der Jagd nach Geld, Gut und Ansrben a_uf den Charakter und die Lebensführung kennzxkcbncn fokl. Dre (_Frzczblung nimmt in Spanien um das Jahr 1760 ihren Anfang _und tft m den dort spielenden Scenen reich an_ poettsäven Schtlderungen und leidenschaftlichcn Vorqängen, wie src dem Temperament der Süd- länder entsprechen. Die dann Folgenden Geschicke emos aus Spanien entflohenen Liebcspaares und setzrer Nachkommen in deutschen Landen hinterlassen einen sehr unerfreulichezt, zuweilen peinlichen Eindruck und leiden an großer UnwahrsÖein1ichkeit. Troßdem smd dis meisten Ge- stalten charakteristisch und_klar gezsichnet; an einigen ogar, wie an der
eidelberaer Jungfrau, die, tbrer Liebe entsagend, (1) dem Kloster- eben Weiht, und an dexp jungen Alforis Hereira, der in Werken christlicher Nächstenliebe seinen Lebensberus suchi, wird der Leser sogar ein dausmdes Jntereffe gewinnen.
_ Eine neue Bibliothek unter dem Tijel „Aus Pommern _ Erzählungen in plattdeutscher Mundart“ beabficbtigt die Spezial-Buchbandlung für niederdeutJoe Literatur von Otty Lenz in Leipzig herauszugeben. Als erster and erscheint _demnacbft von Yk. Ne_§_xt(M. Wietbolß) „Kinnerstreek _ En bmnerpommersch
örpge [ “. ,
_ In der soeben erschienenen Nr. 18 des Frauenblatts „Haus-
licher Ratbgeber" (mit den Gratisbeilagcn „Mode und Hand-