1897 / 114 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 15 May 1897 18:00:01 GMT) scan diff

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Im Königlichen Opernbause wird morgen Lorßina's Oper Am Montag cbt Lucia von Lammermoor' von Donizett mit Signorina Franc iu: Prevofti in ker Titelrolle in Scene. Hierauf

Brautwerbung“ mit den ' Hmptpartien. _ Eine Wieder- bolung der neuemstudierten Oper .Aida' kann erst in übernäcbfter Woche stattfinden, da Fräulein Hiedler einer Einladung zu den Fest- spielen in Wiesbaden Folge leistet, um daselbst die Aida zu Aus diesem Grunde findet auch die nächste Aufführung der Oper .Haschisck)“ von Oskar von Cbelius erst am Sonntag, den 23. Mai, statt. _ Eine Gesammt-Auffübrung von Richard Wagner's Bübnen-Festspiel .Der Ring des Nibelungen" beginnt in den leßten

,Undine' ge eben. _

imd Herrn Emil Göße als Edgardo folgt , Slavische Damen dell'Fra und Urbanska in den

fingen.

Tagen des Mai.

Jm Neuen Königlichen Opern : Tbeater wird morgen zu ermäßigten Preisen .Der Verschwender.“ in der üblichen Beseßung

gegeben. Im Königlichen Scbausdielbause wird morgen Shake-

speare's Drama .Coriolan' mit Herrn Matkowsky in der Titelrolle

gegeben. Am Montag findet eine Aufführung von Griüparzer's ,Sarpho' mit Fräulein Poppe in der TitelroUe statt. Den Pbaon spielt Herr Matkowsky, die Melxtta Fräulein von Mayburg, die Eucharis Frau Stollberg, den Rhamnes Herr Kahle.

Im Deutschen Theater gelangen die ia der kürzlich der- anstalteten Matinée so beifällig aufgenommenen beiden einaktigen Stücke .Die Schulrriierin' und „Guten Morgen, err Fischer!', zu denen sich noch Marie von Ebner - Eschenba 's Scene „Am Ende“ gesellt, am Donnerstag nächster Woche zur ersten Auf- führung; die Bess ung bleibt die glei 6 wie in der Matinée. Der weitere Spie plan der Woche 98 taktet fich, wie folgt: morgen Abend, am Mittwoch und reitag ,Die versunkene Glocke“; am Montag „Einsame cnschen“; am Diens- jag geben neu eingerichtet zum ersten Mal unter der Direktion Brabm Schiller's .Räubsr' in Scene (den_ Franz Moor spielt Josef Kainz); Sonnabend: „Der Sokxn drs Khalifen“; am nächstfolgenden Sovntag Absnd: „Am (Eude', .Die Schulrkiterin“, „Guten Morgrn, Herr Fischcrl“; Nachmittagx-Vorsteüungex: morgen „Hamlet', nächstfolgen- den Sonntag: ,Hannele's Himmelfahrt" in Verbindung mit .Blau'.

Jm Bkrlinkr Thraker gébt morgen „Renaissance“ zum 90. Mal in Scene und wird am Donncrxtag und Sonnabend wieder- holt. Am Montaä wird „Faust“, Dienstag „Kaiser Heinrich“ ge- geben. Am Mittwozb findkt, vixifaäpen Wünschen entsprechend, ein: Aufführung des Hcy-Zr'ocben Lustspirls „Kinder der Bühne“ statt. Am Freitog gslanat als 36. Abonnemcnis-Vorstellung das chraucb'schs Volksstück „Die Maschinenbaurr“ zUr Aufführung und wird am darauf folgenden Sonntag wiederhczlt. Als Nachmitiqg§=VorstcÜungen weiden morgcn„Die Brüder“ am nachxten Sonntag .KabZle und Liebe“ gegeben.

Die Q strike . ie Geis “'. wird im Lesiing-Theciter auch in der mich ten Woche an allrn Abenden zur Aufführung gelan en.

Jm Schillle - Tbeatrr kommi morgrn Nachmittag „?Maria Stuart" zur Anfsübrung; in der AbendvorsteUung werden „Bauern- ebre' („()QT'QUSÜÜ 111511031111“) und Moliézre's Lustspiel „Der ein- gebildete Kranke“ gegeben. Am Montag findkt die erste Aufführung von „Madame Bonivard“ statt; am Dienétag, Donnersta uud Sonnabend wird diese Vorsjcllung wiederholt. Am Mittwo geht .Der G'wissrnswurm' von Anzenzrubér, am Freitag Ibsen!) Schau- spiel „(Ein Volksfeénd' in S_cene.

Jm Tbeatar des Westens wird das Herrmmm-Trepww'scbe Voiksstück _,Unser Doktor“ morgen Abend, am Dienstag, Donnerstag. Jretjag, nachsten Sonntag Ulld nachsten Montag Abe'nd mit August

unkermann, Franz Guibert) und Martha Glück als Gästrn wieder- holt. Am Mittwoch und Sonnabend wird August Jimkermann den „Onkel Breisig“ spielen. Die drri einaktigen Stüokc „Hanne Nüte's Abschied“, „Müller Voß“ und „Jochen Päsel" eben aleichfalls mit August Junkermann als (Gast am Montag zum eßten Mal in Scene. Moraen Nachmittag wird „Maria Stuart" wiederholt.

Unter, dem Namen_,Goetbe-Tbeater“ aebi, gemäß einem soeben zwtsäxen dem Direktor des Berliner Theaters, Inten- dantrn Prasch, und dem Baumeistcr Sebring zu stande gekommenen Vertrags, das Thkaxer des Westens vom 1. Sevjember d. I. ab inkdie Leitung des (*.*-.stgrnannten als Pächtkrs über. Der bisherige Direktor Herr Max Hofpauer wird die Stelle eines artistischen Direktors des neurn Instituts beibehalten. Als Obkr-Negiffeur ist Herr Siegfried Ielenko angesieüt worden.

' ' Im Tbeater Unter den Linden bleibt .DérZ Vogelhändler“ aucb im Laufe der näch|en Woche a'uf dem Spielplan. In detRoUe der Brief-Cbrifiel seht Fräulein Dirkenl vom Theater an der Wien ibr Gastépiel , fort. Morgen Nachmittag gebt bei halben Preisen .Der O ersteiger' in Scene. .

In dem Musikalien-Verlaae von C. A. Cballier bierselbst erschien oeben eine Anzahl gefälliger neuer Musikstücke, die," theils für Klav theils für Gesang komponiert, in musikiiebenden Kreisen eine freundiiche Aufnahme Verdienen. Die „Skizzen für Klavier“ zu Ubland's Dichtung .Der junge Köniß und die SÖäferin' von Max Wagner (op. 27), die aus vier poetisch empfundenen und ton- malerisch geformten Piécen bestehen, empfehlen fich zugleich durch das geringe Maß technischer Anforderungen. Vier Klavier- stücke von Hermann J. R. Wenßel T1). 1), die dur eigentbümlicb rhythmische GestaltunÉ und dur bäufiJen Wechse der Takj- und Tonarten mebr chwierigkeiten dar ieten und daher besonders fortaescbrittenen Spielern zu empfehlen sind, lassen ein erfreuliches Kompofitionstalent erkennen, welches sich auch in seinem Gesangstück ,Berglied' betbäti t. Ferner veröffent- lichte der genannte Verlag vier Klavierßücke von dem wohl- bekannten und beliebten Komronisten Heinrich Hofmann (013.122): ,Frübiinasiabrt“, Legende, Walzer und Impromptu; die stimmungsvoüen Stückohkn bereiten dem Spieler keine erheblichen Hindernisse. Von den Kompofitioncn für Gesang find noch zu er- wähnen: zwölf ansprechende Kinderlieder (op. 1) von A. Kruse und sechs Lieder für eine mittlere Stimme (01). 2) von demselben Kom- poisien. die sich durch Melodienreichtbum und leicht ausführbare Klavierbegleitung auszeichnen. SämmtlicbeMufikstücke sind geschmack- vdll ausgestattet.

Aus Coburg meldet „W. T. B.“, das; der Gkbeime Legations- Ratb von Schoen von Seiner Königlichen Hoheit dem Herzog zum HonTbeYer-Jntendanten an Stelle des Herrn von Rekowski ernannt wor en 1 .

Mannigfaltiges.

Die, gestrige Sihung des Magistrats wmde zum größten Theiltht der Beratbung des mit dkn Pferdebabn-(Gesellschaften ab- zuscblteßenden Vertrages wegen Umwandlungdes Pferdebabn-Betric'bss tn emen elektrischen angefüllt. Es wurde beschlossen, die von der Vrikebrs-Deputation gemachten und bzreits bekannten Vorschläge mit nur einigen unwesrntlicben Aendkrungen zu genebmi en. Auck) in Bezug auf die umstritjene Bestimmung, ob die Ge eU- schaft verpfkchtet sein toll, die Mitbenusung ihrer Linim an 400 m oder 650 111 anderen Untsrnehmern zu gestatten, ba sich der Magistrat für_400 111, wie dies die Pferdebahn- Gesellscbaften verlangen, entschieden. Was die zur Zeit im Bktrieb befindlichen Sommcrwagen betrifft, so sollen diesélben bei der jrßt bestehenden Beiriebseinrichtung nur nocb drei Jahre in Benußung gchrxommem ber. Umwandlung des Pferde-Betriebes in den elek- trtkchn aber in, neuer Konstruktion, unter WeYall der Triti- bretter, mrt einem Mittelgang für die Scha ner hergestellt wrrdcn. _ Aus der lcßten außerordentlicben Magistrafsfißung Wurde nzttgetheilt, daß fick) em Vextcetcr des Magistrats von Berlin an einer tm September diesss Jahres im Anfchluß an den Kongrsß für, „Wohlfahrtspflege zu KarlsruÖe_ abzubaltenden Vssprecbung b.- 1heilrgen Werde. „Gegenstand die1er Besprechung don Vertretsrn deutschkr Städte wird der dom Magistrat don Karlsruhe gssiellte Antrag skin, daß sämmtliche deutschn Städte mit über 10 000 Ein- wobnkrn sicb „za einer Gesammt-Auéstellung zusammenscblicßen, die aus der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 in Zeichnungen, ModeYen 2c. ein anschaulichésBild von den Fortschritten der deutschen GémeiZnZesen, besonders aus dem Gebiete der Gesundheitspfiege ge en 0 .

In der vorgestrigen Sißung der Stadtberordneten wurde die_ Vorlage, betreffend das Projekt der Anlegung einer Fußgängxr- brucke „im Zu 8 der Putlißstraße nach dem Bahnhof Moabit, genehmtgt; eben 9 gelangte die Vorlage, betreffend die Herstellung von Garten_anlagen auf dem Hofe des Polizei-Präsidiums, zur Annahme. Ayssrbuffen überwiesen wurde die Vorlage, betreffend die Anstellung eines stadttschen Hydrologen, ebenso die Vorlage, betreffend die Auflösung

dés ZmlrabBaubmmu] uiid-des'N 'was-Baulmann . der Kanga,- mit dem Bureau kn '

sation ben:». die Verein diesetaYreau Deputation für die Kanali ationswgke und Ri elfelder. „endlick die Vor.

la : we en Schaffun der Stelle ein“es technischen Direktors ' Oßerleitismg der geschmten Bau- und Betriebsaugelegenheitefnf"Y,e '

Kanalisationkverwaltnug. Im .Kolonialbeim' der Abtheilung Berlin der „Deut.

schen Kolonialgesellscbaft“ (Potsdamerftraße 228) wird ax,

Montag, Abends Zi Uhr, der Premier-Lieutenant 5 18. 511160 der Scbrzytruvpe für Südwefi- Afrika, Herr Troost über die Verkehre, verba tnisse in diesem Schußgebiet sprechen.

ürdasSport-Denkmal, das zurErinnerung an die Hundert- jabr- eier bei Grünau errichtet werden so!], sind, wie die .Nordd. Allg. Ztg.“ mittbeilt, schon ge en 300 Steine anqueldet. Nach de„ Intentionen des Geheimen Rec, erungs-Raxhs, Pro'essors Ohen soll der aus den Steinen gebildete Obelisk eine Höhe von etwa 30 111 erhalten, Für die das Denkmal umgebenden Gartenanlagen will der Berliner egatta-Verein sorgen. Der Maß für das Denkmal ist nunmehr auch festgeseßt: er befindet sich auf fiskaliscbrm Gebiet, hinter der sogxnannten 1000 Meter-Ecke, deren Beseirigung z. Z. mit allen Krusten gefördert wird. Unmittelbar nach der am 19. Juni statt. findenden Grundsieinlsgung wird mit dem Aufbau der Steine begonnen ;_;-süden, dF man noch vor Eintritt des Winters das Denkmal fertig. e en wr .

Budapest, 14. Mai. Aus Anlaß des Eintreffens der Mit. glieder der Deutschen Landwirtb chastS-Gesellsckxaft hier. selbst wurden zwischen dem Ebren- räfidenten der GeseÜsCbaft (Grafen Haugwiß und dem ungarischen A erbau-Minister Or. Daranyi in berzitchem Tone gehaltene Begrüßungs-Telegramme gewechselt.

Paris, 15. Mai. Die Mor enblätter melden: Die Frage bezüglich der an der Vrandkata tropbe Schuldigen ist end. gültig aufg-xklärt. Der Bedienstete bei drm Kinemato rapben Beliac gestand dem Untersuchungsrichtrr, da die Lampe des pvgrats nicht genügend brannte. Er habe da er eine Flasche zmt Aktiver genommen, um Aetber in den Behälter einzugreßen, und habe den (Gehilfen Bazarfchoff gebrtcn . ihm zu leuchten. Bazarschoff zündete kin Streichhölzchn an, die Aetherdämpfe fingen sofort Feuer, die ganze Aetherflascbe entzündete fich, und dir Flamme ergriff augenblicklich die Draprrikn. Bellac und Bazarscboff wurden vorläafig in Freiheit gelassen. _ Jm erzbischöflichen Palais Land eine Konferenz statt, in der befch1offen wurde, daß der Erz-

iscbof dm Bauplatz in der Rue Jean Goujon ankaufen und daß daselbst ein WohltbätigkeitSzwecken gewidmetes Haus mit einer Kapelle gebaut werden soll?.

' St. Petersburg, 15, Mai. „W. T. B.“ meldet: Auf der E1senbabnstrecke_Dorpat_Walk entgleiste am Donnerstag Abend em thlttarzug. Eine Untersuchungskommisfion bat sick; gkstern nach, der Unglücksstätte begeben. Der Milixär- zug,. welcher zwei Bataillone des KraSr-ojarsker Infanterie- Regtments beförderte, enigleists auf einer Strecke, Welche eine geringe Senkung aufweist, während eines beftigen Gewijter- regens, dsr den Bahndamm unterivuscb bezw. überschwemmte. Das angesammelte Wasser stand so hoch, daß aus dem Wagen ge- sprun ene Soldaten darin ertrunken. Die mit dem Truder entglefie Lokomotive siebt längsseits des Babukörpers. Von den Wagen sind fünfzehn Zur Truppknbesördercng bergericbtete edeckte Wagen und die Plattformen von zWei Per- onxnwagen zweiter Klasse zc'rtrümmert und bilden einen Trummerbaufen, welcher den Bahndamm auf eine Länge von 80 Mrtern bedeckt. 93 Mann wurden verwundrt nacb Dorpat ins Hospital gebracht. Bisber sind 24 Leichen fortgeschafft worden, nach Angabe des Regiments-Kommandeurs sollen fich jedoch noch gegen 30 Soldatxn unter den Trümmern befinden. Die Bergungs- arbeitßn wxrden eifrig fortgese-ßt und von allen Sriten Sanitätszüge zur Hilfeleistung gesandt.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Erstrn Beilage.)

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cbt vom 15. Mai, Morgens.

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Inspektor Brandt. mann. Anfang 711 Schauspielhaus.

Dirigent: Musikdirektor Stein- Ubr. Dienstag: Kaiser Heinrich. 131. Vorstellung. Coriolan.

Montag: Faust. Anfang 7 Uhr.

"Stationrn. Wind. Wetter.

Bar. auf 0Gr. ,x 11. d. M eeressp.

red. in M*ikiim. in 9 Celsius

Tempsratur 5 9 C. = 40 R.

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Cbcistiansuno 7 76 wolkenlos Kopenhagen . 772 ?bedeckt Stockholm . 771 bedeckt Yaparanda . 773 - beiter

t. Petersbg. 770 ;wolkenlos Moskau . . . 768 wolkenlos Cherbourg . 772 stillwolkenlos Helder . . . . 775 O ] beiter Sylt . . . . 774 1-wolkenlos

mburg . . 772 3,bcdeckt

winemünde 768 51 bedeckt Neufabrwaffcr 765 6Nebel Memel . . . 763 3Zßalb bed. paris . . . . 772 2Zwolkenlos Münster. . . 772 2ibeiter KarlSruhe . . 771 ZZbeiter Wiesbaden . 771 4§wolkig München . . 768 4|Regen Cbemniß . . 769 2191291211 Berlin . . . 768 5'bedeckt Wien . . . . 761 Zsbedeckt Yreslau. . . 763 “3Regen Ile d'Aix . . ! 771 3 Dunst Nizza . . . . ] 760 1|beiter

Uebersicht der Witterung.

West-Europa wird überdeckt von einem Hochdruck- gebiet, welches an der norwegischen Küste die höchsten Bgrometsrstände aufweist, eine Depression, nordost- warts fortschreitend, liegt über Oesterreich-Ungarn. Bai lebhaften nördlichen Winden ist das Wetter kühl und „trübe, nur an der Westgrenze herrscht bettere Witterung; in den südlichsn und östlichen Gebietstbeilen ist Regen gefallen, 23 111111 zu Grün- berg; Friedrichshafen batte estern Gewitter. In Süddeutschland fanden Nacht röste statt.

.. Deutsche Stewarte.

"_ Theater.

Königliche §chausprele. Sonntag: Opern- haus. 120. Vorstellung. Undine. Romantische Zauber-Oper in 4 Akten von Albert Lorving. Text nach Fouqué's Erzählung frei bearbeitet. Tanz von Emil Graeb. In SceneEgeseyt vom Ober-Regiffeur Teßlaff- Dekorative * inr chtung vom Ober-

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Historisches Drama in 5 Aufzügen von WiUiam Shakespeare, übersrßt von Schlegel und Tieck.

Grube. Drkorative Einrichtung vom Ober-Jnspektor Brandt. Anfang 74 Ubr. Nexes Opern-„Tbeater. Original-Zauberm ircben in 3 Aufzü en von Ferdinand YaFlbUnd. Musik von Konradin Kreußer. Anfang r. Montag: Opernbaus. 121. Vorstellung. Lucia von Lammermoor. Oper in 3 Akten von Gaötano

Donizetti. Text von S. Camerano. (Lucia: burg.

_ Slab sche Brautmerbung. Emil Graeb. von P. Hertel. (Mit Einlagen von I. Brahms.) Anfang 76 Uhr.

Schauspielhaus. 132. Vorstellung. Savpho, Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz GriUparzer. Anfang 76 Uhr.

Opernhaus. Dienstag: Die Afrikaneriu. An- Donnerstag: Carmen. (Carmen: Signorina Pre- spiel des Freita: (Jafalleria 300. kale:_ Der Barbier von Sevilla. Sonn- Y PM“- abend: Dre Meistersinger von Nürnberg.

fang 61 Ubr. Sonntag: Haschisch. [„a “krasjat.„ Sardou. ZVÜYLWT Skgnorina Prevosti, als Gast,) Anfang

r.

Schauspielhaus. Dienstag: Neu einstudiert: Der zerbrochene Krug. Die gelehrten Frauen. Mittwoch: Coriolan. brocheue Krug. Die Freitag: Coriolau. Sonnabend: Viel Lärmeu um Nichts. Sonntag: Coriolan.

Neues Opern-Tbeater. Sonntag: Der Ver- schwender.

sunkeue Glocke. Montag: Einsame Menschen. Dienstag: Neu einstudiert: Die Räuber.

kkklillkk Theater. Sonntag, Nachmittags

21 Uhr: Die Brüder. _ Abends 71 Ukr: Renaissance.

Sonntag

Anfana 711 Uhr.

Neue; Theater. fa 7 U . M'ttw : U di . A 7 , Direktion: Sigmund Laufenburg. ng br * och 11 ne nfang Uhr . _ „Herrn Willem Royaards vom Königlich . . . vesti; Don José: Herr Emil Göße, als Gäste,) Ntederlandnchen Theater in Amsterdam. Trilby. Mit Hk" ;paitor Carl Hild (Weferltngkn- rustieaua. Zum Schauspiel in 4 Arien nacb George Mauricr und

deutsch von Emanuel Lederer. In S *Ich? gefeßIkk ZMtSiguZ-UW Lexxutersbrsng. PAYiffang (0115 as: 1! T d R'cb ,W'; U“- a, ags t:.uaenreu: Holzina: chHerrHÉ7nil [FSB 0124! YYY?) 1211111. Marcelle. Komödie in 4 Akten von Victorien "'"

Schiffbauerdamm 4a./5. Sonntag: Gast- Verlobt: Frl. Meta Blank mit Hrn. Sec.-Lteut.

Montag: Trilby.

D Ithiller-Theater. Sonntag.NachmittagsZUbr: Gebote": Ei" ounerßtag: Der zer- Maria Stuart. _ Abends 8 Uhr: Bauerne re. .

gelehrten Frauen. _ Der eingebildete Kranke. h Gestorben. Hr. Montag, Abend:; 8 Uhr: Zum ersten Male:

Madame Bonivard.

Theater des Weuens. Kaniükaße 12. (Bahn- bof Zooloai Garten. So ta , N ck itt s DOUWE Theater. SWW- Nachmküass 3 Uhr" Bxichubalben PZeisen: nnMaaria “sm ““

21; Uhr: Hamlet- - Abends 7? Ubr: Die ver- - Abends 71 Uhr: Gastspiel des Herrn Au ust Junkermann, des Herrn tanz Gutberv und Frän ein Martha Gluck. Unser octor. Montag: Gastspiel des Herrn An ust Junkermann. anne Nüte's Abschied. _, osx. _ Zum Schluß: Jochen Päsel. wat biiß Du vom Esel. , Dirnötag: Unser Doctor.

Hetauf: Miner Druck der Norddeutschen

Theater Dinter den Linden. Bebrenstr. 55/57. Direktion: Iulius Frißsche. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Bei halben Preisen: Der Obersteiger. Operette in 3 Akten von M. West und L. Held.

Tessmg - theater. Sonntag: Die Geisha- Musik von C. ZeUer. - Abends 71 Uhr: Gastspiel

Nach der Bübnrneinrichtung von Wilhelm Oechel- . - ' häuser in Scene geseßt vom Ober-Regiffeur Max oOdJTL-"etteEiilttje 313317172111“!th OTFefreYalK-GUZTTYMFÜ des Fräuletns Annie Dirkens vom Theater an der

Wien in Wien. Der Vogelhändler. Overette

(JNFWHFJMFS'(FDMtschEv?n Y..)VÉ fRoeY 1de F 3 Illlkten von M. West und L. Held. Musik von u u reun. erenczy- nem e. nang r. . e er.

Der Versckxweuder. Montag: Die Geisha. (Ferenczy-Ensemble.) Dienstag: Die Geisha. (Ferenczy-Ensemble.)

ontag: Gastspiel des Fräuleins Annie Dickens. Der Vogelhändler.

Thalia-Theater (vorm.Ado1vb Crnst-Tbeaier).

RLÜÜMZ'Tl)katzxtéiYZLoQLFÜZYZYFZJ Yresdtenerstraße 72/73. Direktion: W. Hasemann.

Sigyorina Franceschina Prevosti, Edgardo: Herr Vaterfreuden. Schwank in3Akten von P.Hirsch: onn a?: b

Emil (Hö e, Königlicher KammersängeÉ alFolLHäste.) FUL?) untd E("(IKtl'ZHtsYr'k ?) VLF“: kDer 111517? ZVYaYYaFia-Zsbaeßtexnidn LTiZziKLrIiZTYuTZZLlZHT anzt von. aume. 2 601". Swan m 5

Musik komponiert und arrangiert von Bolten-Väkers. Operette in 3 Akten von J“ Offenbach. Anfang Montag und folgende Tage:

_ Vorher: Der_ucue Ganymed.

Letztes Gastspiel der Frau Julie

711 Uhr. Montag und folgende Tage: Frau Lieutenant.

.. , _- __“, Familien-Nachrichten.

Vaterfreudeu.

Winkelmann (Berlin). _ Frl. Marie Holßbeuer

Wilhelmsdor b. Biélefeld . _ Fil..Margxaretba Ohlert mit Hrn. Sec.- ieut. Ottmar Kling“ (Gr. Lichterfelde). _ rl. Gertrud Schulxz 3111! Hm. Musikdirektor Leo ellner (Stegliy-Berlm)-

rl. Friech Gumpert mit Hrn. Zabrikbefißek Wil elm Ruß (Brandenburg 0. ._Verlm-

Charlottenburg). _ , Verehelicht: Hr. Dr. Adolf von Bardeleben mik

Frl. Louise von Evel (Berlin).

Sohn: Hrn. 'von Jena rn. von Bethe (Reichenbach)- farrvikar Wilhelm von Matias (Jannowiß i. Schl.). _ Fr. Gymnasial-Obkr' lehrer Charlotte Sander, geb. Cabos (Anklam)- “"

rn. Lieut. a. D. Grafen Bertold von Erlach

ochter Elisabeth (Gerzensee b. Bern, Sabwek) _ rl. Anne de la Croix (Berlin). _ VLM“ Y. itter utsbesi er Johanna Miketta, geb- wko Zanusch owiß).

(Nettelbeck). _

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Verantwortlicher Redakteur: Si emenroth in Berlin. .

Verla der E dition S ol in Berlin-

g xpe u c?!))ruckékxiei und Verlags“

Anstalt Berlin ZW., Wi elmstraße Nr. 32.

Sechs Beilagen (einschließlich Börsen-Beiiage). ,- /

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G r si e V e i l a g e zum Deutschen Reichs-Llnzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeigcr.

Berlin, Sonnabend, den 15. Mai

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Außerdem wurden am Marktlage (Spalte 1) nach über- scbläZlikber Schaßuyg verkauft D op :; e l - j ? S t n e r reis unbekannt)

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Liegniß . . . . _ = 13,00 ' 13,20 Emden . . . . _ * 12,3? 12,80 Mayen . . . . _ = , , _ Landshut . . . 11,83 13,98 FZ 16,67 Augsburg . . . 13,60 16,00 * 16,80 Mainz . . . . 12,90 13,40 . 14,25 Breslau . . . 12,20 - 12,60 * 13,40 Neuß . . . . _ - ! 11,80

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Bemerkungen.

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16,80

gen.

11,50 10,95 13,40 12,25 13,93 15,80 13,25 11,80 11,80

Gerste.

| 12,60 ; 12,40 14,00

16,20. 16,30 14,40

f e r. 14,40 12,60 13,20 12,80

18,28 17,20 14,75 13,50 12,80

1'5

93 558 1 060

1 850 3 653

137

15,80 14,19 17 00

15,27 16,76

16,35

10,89- 12,25

13,25 14,62

11,65

12,33 11,00 15,75

12,39

12,68 13,25 15,91 16,38

11,66 13,56 14,39

11,00 13,22 15,80

12,40

12,60 13,00 15,57 16,48

12,47

12,70

16,27 [ 14". 5.

10,87 12'. 5. 7'. 5. 7. 7.

11,56 14". 5.

12,30? 12'. 5.

5. 5.

7s 5) 7. 5.

14". 5.

10

Die verkaufte Menge wird auf 00612 Doppelzentner und der Verkaufswertb auf volle Mark abgerundet mitgetheilt. Der Durch-

srbniktspreis wird aus den unabgerundeikn Zablen berechnet.

Cin liegender Strich J)) in den Spalten für Prrise bat die Bedeutung, daß der betreffende Preis nicht vorgekommen ist; ein G“.

Punkt ( . ) in den letzten sechs

Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten. 84. Sißung vom 14. Mai 1897.

Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste; Berathuxig des Gesehentwurfs, betreffend die Cntscbadrgung f_ur Verluste durch Schweinekrankheiten m der Provrnz Schlesien. _ '

Ueber den ersten Theil der Debatte ist gestern berichtet worden. ' ,

Abg. Ring (kons.) hält, wie hier kurz wiederholt sei, diese Weinebersickperung für zwecklos, solange die russische (Grenze nicht Sänzlicb aesperrt sei. Der von ihm, dem erner, ncicb Schlesien

andte Tbierarzt babe gegen den beamteten Grenz-Tbterarzt, weil er dem Ministerium einen falschen Bericht über ihn etzigescrndt batte, Privatklage angestrengt; das Gericht habe aber nach Eingreifen W Staatsanwalts dem beamteten Thierarzt den'Scbuß des § 193 Manni und die Klage czbgewiesen. Redner bittet nunmehr dkn mister, dem Beleidigten eme Cbrcnerklacung zu geben. ü Minister für Landwirthschaft 2c. Freiherr von Hammer- em:

Meine Herren! Auf die ersten Ausführungen des Herrn Abg. Ring "babe ich keine Veranlassung näber einzugeben. Er sagte, daß UAH seiner Auffassung das Geseß über Schweinebersicherung so lange kedeutungslos sei, als nicht eine absolute Grenzsperre eingeführt sei. Das bobs Haus wird darüber zu entscheiden haben, ob diese Ansicht Ükkg oder nicht richtig ist. Ick) jedenfaus habe keine Veranlassung, W ikkt schon dazu zu äußern. Sollte ich mich dazu äußern müssen, so würde meine Meinung sein, daß die Ansicht des Herrn Ring nicht Weffend ist. '

Herr Ring hat dann die Frage an mich gerichtet, ob das Em- skeifen des Ersten Staatsanwalts in die Verhandlungen über die Privatkjage, die der Thierarzt Arnons gegen den Kreis-Tbierarzt an- Estrengt bak, auf meine Veranlassung geschehen sei. Ich erkläre be- nimmt. daß das nicht der Fall ist. (Hört! böri! rechts.) Ich habe Wings durch einen Bericht drs Regierungs-Präsidenten Kenntmß Won erhalten, daß das geschehen sei, babe über den vollständigen Volgaug aktenmäßiges Material zur Zeit noch nicht, erwarte das in Wen Tagen. Ich bemerke aber hier schon, daß die Lage der Msn Angelegenheit, also die Lage der Privatklage und die Frage, ck der Erste StaaWanwalt befugt war, in das Privatklageverfabren eiUsugreiforn, wie daß Herr Ring geschildert bat,!eine derartige ist, daß JKU mehr mein Ressort, sondern dasjenige des Herrn Iustiz-Ministers UU für die fireiiigen Fragen zuständig ist.'

Dann hat Herr Abg. Ring an mich die Frage gerichtet, ob ich Wk aus dem mir vorgelegten Material die Ueberzeugung babe ge- "bmm müssen, daß der Kreis -Tbierarzt unrichtige Mit-

altrn, daß entsprechender Bericht feb1t.

daß

tbeilungen in Herr Arnons

seinem

offiziellen durchaas

Bsricht korrekt

gemacht in

habe und

dieser Sache

grbandelt babe? -

Ich beantworte di? Frage dabin: Die Darlegungen des Herrn Ning, auch das mir borgclkgte Aktenmaterial reichen nicht aus, um über den springrndrn Punkt Klarheit zu verschaffen. Der springende Punkt ist der, ob Herr Arnons bei stinem Erscheinen bei dem Kreis- Tbierarzt behauptet hat, er sei ßrimlich von dem Minister nach Schlesien geschickt, um hinter dem Rücken des Kreis-Tbierarztes zu konstatieren, ob lrßterer seine Pflicht erfüllt hab“.- oder nicht. Diese Frage ist durch die Mikibeilungen des Herrn Ring, eßenso- wenig durch das mir borgslegte Akt-enmaterial des Herrn Ring nicbt klargestsüt. Sie wird erst klargesteüt werden können, wenn gegen das Erkenntniß, das jetzt in erster Instanz ergangen ist, die Betheiligten Berufung erheben und nun, wie icb boffe, in zweiéer Instanz das Erkenntnis; aufgehoben wird und eine vollständige Klarsteilung dieser Frage durch die Zeugenvernebmung eingetreten sein wird.

Alle übrigen Dinge, die Hkrr Ring angeführt bat, find nebensächlicher Natur. Wenn wirklich einzelne Angabcn des Herrn Kreis-Tbierarztes, wie Herr Ring behauptet, nicht Voüständig zutrrffend sind; wenn es richtig ist, daß schon mehrere Tage bor diesen Vorgängen durch die Händler dem Kreis-Tbierarzt Mittheilung geworden sei, daß ich heimlich Thier- ärzte nach dort schicken würde, um festzusteüen, ob der Kreis-Tbierarzt seine Pflicht erfülle, ob die Zustände an der russischen Grenze wirklich so seien, wie sie Hsrr Ring schildert _ so hat das mit dieser Sache nichts zu thun. Es kommt darauf an, ob es richtig ist, daß Herr Arnons sich bei dem Kreis-Tbierarzt mit der Bemerkung eingeführt hat, er sei Von mir oder dem Herrn Unter- Staatssekretär Sternberg geschickt, und diese Sache ist zur Zeit noch nicht klargestellt, auch nicht durch das Material, daß Herr Ring mit zugestellt bat. Zur Zeit steht Behauptung gegkn Behauptung.

Uebrigensmuß ich ein weiteres Eingehen auf die Sache bis dahin ablehnen, bis das Material über den ganzen Verlauf der Sache mit vom Königlichen Regierungs-Präfidenten mitgetheilt ist.

Abg. Gamp (_fr. kons.) beantragt, die Vorxage der um "eben Mitglieder zu verstarkenden Agrarkdmmission zu uberwetsen, und zieht eine freiwiÜige Versicherung der Zwangsverficberung vor. Die An- gelegenheit sei überhaupt noch nicht spruchreif, oder die Zwangs- versichcrung müßte mindestens auch auf Posen und Brandenburg 0116-

e nt werden. ' gcd bGebeimer Ober-Re ierungs-Ratb von Friedberg widerspricht diesen Bedenken. Die egierung habe auf den Wunsch des Hauses denselben Geseventwurf für den ganzen Staat faUen lassen. Dixses Provinzialgeseßbsei tnunmebr auf Wunsch dss schlesischen Provinzial-

e ra . ' LandYßeé 17513 Köck1ichen (kons.) führt aus, daß die-Vorlage emer großen Zahl seiner Freunde allerdings sympathisch sei, daß fie die-

1897.

ck

Berichte von deutschen Fruchtmärkten.

selbe aber noch für Verfrübt hielten. Der obligatorische (x_barakter der Versicherung e abgemildert werden. Vor allem musse dix Re- gierung darin fc geworden sein, die Landwirthscbaft durch volistandige

Grenzwerte schützen zu Wollen.

Minister für Landwirtbschaft 2c. Freiherr von Hammer- tein:

s Der geebrte Herr Vorredner hat aus meinen Aeußstungen den Schluß gezogen, ich hätte mich dahin außgesprochen, daß die Grenz- sperre _ ich nehme an, gegen Rußland _ nicht möglich sei. Ich weiß nicbt, aus welcher Aeußerung diese Folgerung bat gezogen werden könnkn. Ich habe mich über die Frage überall nicbt geäußert, habe dazu auch keine Veranlassung gehabt.

Dann möchte ich ailgemein darauf hinweisen, daß der Herr Ab- geordnete meines Erachtens den Beschluß des Schlesischen Provinzial- Landtages nicht richtig auélegx. Der B€sch1uß des Schlefischcn Land- tages lautet:

Der Erlaß eines Gesetzes, Welches dem Provinziaiderbande die Befugnis; zur Einführung einer obligatorischen Sckoweinevarficberung giebt, ist geboten.

Also der Landtag verlangt den Erlaß eines solchen Geseßes. Es heißt dann, die Ausführung dieses (Heseyes könne erst dann vom Provinzial-Landtage beschlossen werden _ also die Durchführung des Gesetzrs _, wenn es auch in den Nachbarprovinzen zur Durchführung kommr. Das ist etwas ganz Ander», als was der geehrte Herr Abgeordnete dem hohen Hause anbeimgiebt. nämlich das Geseß abzulehnen. Damii würde man mit dem Beicbluß des Pro- vinzial-Landtages don Schlesien in Widerspruch treten, denn dér ver- langt ja den Erlaß des GLsLTZLs.

Meine Herren, wenn wir uns auf den Weg des Herrn Vorredners begeben, dann beginnen wir zweifkllds einen 01r0111115 711105115. Wir haben vor zwei Jahren versucht, ein (Gesetz zu erlaffkn, we1chck die Grundlagen schafft, auf drnen jedsr Provinzialvérband eine Ver- sicherung gegen die Schweinekrankbeiten einführen könnte. Darin hatten wir eine sehr 0161 größere Zahl von Latitüden gcgrben als in diesem Grseß. Das Grieß hat der hohe Landtag abgelehnt, ob- gleich auch damals für die einzeinkn Provinzialverbände nur die fakultative Möglichkrit, das Geseß zur Durchführung zu bringen, ge- schaffen werdcn sollte. Der Landtag war 0er dcr Ansirbt, die meisten Provinzen wollen ein solches GSsLB nicht, und aus diesem Grunde lehnte damals der Landtag das (Geseiz ab. Herr Camp beantragt nun, nicht ein aUgemeines Grieß für die ganze MonarÖie zu erlassen, sondern das Gesetz für diejenige Provinz zu schaffen, die, wie damals schon borlag, wünschte, daß ein solches Gesetz erlassen werde. Der Anheimgabe bat die Staatsregierung Folge geleistet, ich habe mich also auf diesen Beschluß des hohen Hauses gesteüt _ und jeßt sucht man wiedrr darzulegkn, daß die Staatöregierung einen verkehrten Weg betreten.

Aba. von Arnim (kons.) hofft, daß das Gesrx'z in der Agrar- kommission eine annehmbare Fassung erhalten werde; es könne aber nur wirksam sein, wenn die Grenze gesperrt werde. Die Höhe der Prämien könne noch herabgesetzt werden, wenn man nebsn der Zwangs- berficherung der Schweine noch dis Zwangsrückberfickperung Linfübre.

Abg. Gorke (Zentr) siCUt fich der Vorlage sympathisch gegen- Über und spricht sich name*ntiicb für die ZwangSr-erficherung 0119.

Abs. Ring (d. ions.) bebt berbor, daß d-Zr Grenz-Tbicrarzt der Nrgierunq berichtet babe, dic Skucben würden fortgesexzt von Rußland nacb Schlesien eingéscblevpt, daß aber _troßdem die «Grknze nicbt grspsrrt worden sei. D-xr bon ibm kntxandte Tbikrarzt Arnons sei Tbikrarzt der Berlinrr Sch11§matmschaftgrwesen, und diess Stellung sri ibm gekündigt woran am Tage darauf, na_chde_m Rednér Von sriner Entsendung in das Ssucbrngrbiek im Yauie Mittbrilung gemacht babe. Der Ministkr soUe Endiicb drm Wansch nacb Sperrung der Grenzkn Folge leistrn.

ft . Minisicr für Landwirthsckzast xc. Freiherr von Hammer- cin:

Meine Hsrrsn! Ick) babe keine Vcranlaffung, auf die Dar- legungen, die Herr Ring über Steinbruch gemacht bat, näher ein- zugeben; ich will nur festsieUen, daß, als dsr erste: FaU einer Ver- seuchung deutscher Viehbestände durcb Import aus Steinbruch statt- gefunden batte, sofort die Sperrung don Steinbruch eingetreten ist. Das scheint Herr Ring Vergessen zu haben.

Meine Herren, die Gründe, aus denen der Schluß der Grenze gegen Rußland im oberschlesischen Gebiet bisher nicht stattgefunden hat, smd doch hier im hohen Hausk genugsam bekannt, da sie zu wiederholten Malen Grgenstand eingehender Verhand- lungen waren. Es sind im wesentlichen Gesichtspunkte im Intereffe der Ernäbrung der oberschlesischen Jndustriebebölkrrung gewesen (Widerspruch rschts), und dafür find sowohl drr Ober-Präfident wie der Regierungs-Präsident, die betbciligtrn Landrätbe und ein großer Theil schlesischer Bewohner selbst eingetreten. Außerdem konnte man auf einmal das frühere große Kontingent nicht beseitigen. Seit Jahresfrist, wenn ich nicht irre, ist das Kontingent auf ein Drittel von dem zurückgeführt, was es früber war. Außerdcm ist es sebr bestreitbar, ob dann, Wenn Vieh direkt Von der Grenze auf einer kurzen Strecke bis in die Schlachtbäuser geführt wird unter den nötbigen Kantelen und dort abgeschlacbtet wird,dadurch wirklich eine erhebliche Gefahr für die heimischen Viebbestände herbei- geführt wird.

Im übrigen kann ich nur erklären, daß die Staatöregierung gewillt gervesen ist, die Sperre gegen Rußland weiter durchzuführen; die Frage, ob und wann das geschcben kann, ist nach den verschiedenen Richtungen bin Gegenstand der Prüfung im Staats-Ministerium. Meine .Herren, wie Herr Ring dazu kommen kann, aus der Sachlage, in der die Privatklage des Herrn Arnons gegen den Kreis-Thierarztsich befindet, eine Uneinigkeit in den Spißen der Staatsbebörden zu konsta- tieren, ist mir vonständig unerfindlick). Es ist doch Herrn Ring auch wohl bekannt, daß in Privatangelegenbeiten jeder seine Interessen und Rechte selber wahrnehmen muß. Wenn in erster Instanz die Privaiklage abgewiesen ist, und wenn unberechtigter Weise, wie Herr Ring meint, der Ober-StaatSanwalt fit!; in das Verfahren ein- gemischt hat, so steht dem Betheiligten einmal gegen das unbefugte

Einmischen des Ober-Staatßanwalts Beschwerde an deüen vorgesevte