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Land- nnb ForftwirthsÖast.
Die Wichtigkekt einer sorgfältigen Erhaltung der thierischen Abfallstoffe ward neuerdings mehr und mehr gewürdigt. So wird aus Dussxldorf gemeldet, daß mit Uaterftüßung der Zrovinz mzd der Kreise uu dgrtigen Bezirk eine große Anzahl von ünger- statten uud Jauchebehaltern neu angelegt worden ist.
Nys Koblenz'wird berichtet: Die Weinber e geben, durch den mtlden Winter tn keiner Weise geschädigt, den 33 kern zu den besten_Hoffnun?en Aplaß. Neuanlagen werden in to eat Umfange a efnbrt. D e Wempreise, besonders die der MoseLweine, find sebr [) ; Eine Anzahl Wemgutsbefißer der Unter-Mosel und des Mittel- Rbeuzs haben sich, anscheinend durch den großen Erfolg ermuntert, den dte Befiher der Mittel- und Oker-Mosel und der Saar auf den gemeinschaftltcben Versteigerungen zu Trier in den letzten Jahren erzixlt haben,. zusammen escbloffen, um in Koblenz gemeinschaftlich ihre Werne verstetgern zu la en.
Theater und Musik.
Königliches Opernhaus.
Nach mehrjähriger Ruhepause wurde am Sonnabend V er d i 2 Oper „Aida' zum ersten Male wieder aufgeführt, und zwgr mit Fräulein Hiedler in der Titelpartie. Es war das für die Kkznstlerm gewissermaßen die Generalprobe zu ihrem Wiesbadener Gastspiel tn dieser Rolle. Die em Umstande ist es wobl aucb zuzuschreiben, daß fick) hei tbr hier und da eine ewisse Ermüduml] und Unsicherbett bemerkltcb machte und daß der ouffteur bisweien im Zuschauerraum börbar wurde. Im übrigen aber war, das sei besonders betont, gegen ihr Spiel und ihre Auffassung weni einzuwenden, und es ist zu erwarten, daß s'te, nachdem die An rengungen der Einstudierung und die mit dem ersten Auftreten in der neuen Partie nothivendig verbundene Auf- regung überwunden sein werden, die Aida zu ihren besten Leistungen zählen wtrd. Im Uebrigen war die Aufführung eine glänzende. Herr Sylva hielt, obwohl ihm der Part des Radames stimmlich nicht ganz bequem liegt, unermüdlich bis zum Schluffe Stand. Frau Goeße war eine Amneris, wie man fie kaum beser wünschen kann, sowohl gesanglich wie in ihrem durchdachten und temperamentvollen Spiel, (Ganz be- sonders verdient auch der Gast des Abends, Herr Hoffmann gelobt zu werden. Die Vorzüge dieses Sängers, welcbe gelegentlich seines Auftretens als Graf Almaviva in ,Figaro's Hochzeit“ bereits hervorgehoben wurden, kamen in dieser große Stimmmittel und eindringliche Charakteristik erfordernden Rolle erst voll zur Entfaltung. Herr Mödlinger lieb dem Oberpriester Ramphis seinen sonoren BaÉ und gemahnte als solcher an den Sarastro, den_ er ebenfalls zu ,eipen besten Partien zählt. Herr Krolop war „tn der fast ledtglxcb reprä entativen Rolle des Köni s vortreffltcb am Plaße. Ein ganz esonderes Lob gebührt erner dem Chor und dem unter der Leitung des KapeUmeisters Sucher stehenden Orchester. Die Inscenierung war die althergebrachte. Dekoratw genügte fie dem heutigen Verwöbnten Geschmack freilich nicht mehr anz, indeffen boten malerische Gruppierungen in den Massen- co.:nen und eine geschickte Anordnung der vorkommenden Tanze auck) dem Auge des Sehenswertben genug. Das Werk selbst bedarf kaum einks Kommenjars; es ist un- verkennbar unter dem Einfluffe Meyerbeer's entstanden, und nur im [eßten Akt tritt Meister Verdi's Eigenart klar zu Tage; neben vielem rein Theatralischen und Aeußerlichen enthält 65 Stellen von hoher Schönheit. Jedenfalls war seine Wiederaufnahme in den Spielplan eine dankenßwerthe That, für Welche das außerordentlich zahlreiche Publikum durch lebhaften Beifall volles Verständnis; zeigte.
Theater des Westens.
„Unser Doktor", ein älteres Volksstück mit Gesang von Leon Treptow und Louis Herrmann, Welches vor einem Jahrzehnt im WaÜner-Tbeater mit Schweighofer,“ Metßner, Franz Guibert; und Blencke in den Hauptrollen eme Reihe erfolgrercher Aufführungen erlebte, erschien am Sonnabend „zum ersten Male, auf der Bühne des Theaters des Westens. Es zergte fich, daß dtesx Art oon Volks- stücken mit ihrem Gemisch launiger und rubrender Scenen Troß aller inzwischen versuchten Neußrungen auch heute noch eins warme Aufnahme beim Publikum finden, zumal„Wenn es ficb um ein Stück wie „Unser Doktor“ handelt, das immerhin zu den befferen seiner Art gehört. Die Geschichte von dem Sohn, der auf der Uni- verfität verdirbt und bei der harten Arbut des Seemanns seine moralische Kraft wiederfindet, ist von den Verfassern geschickt und im zweiten Akt mit starker dramatischer Steigerung durch- geführt worden; die ein estreuten Kuplets brachten eine an- genehme Abwechselung n die leichte Unterhaltung oder regten wieder an, wenn das Intereffe an der bes eidenen Handlung etwas verflachen wollte. Herr Iunkermann spielte d 2 Rolle Schweig- bofer's, die des alten braVen Schmieds Lehrerht, und gab seiner Vater- freude wie seinem Vaterfcbmerz m unverfalschtem Hamburger Dialekt schlichten und rührenden Außdruck. Herr Franz Guthery gastierte in
seiner aljen Rolle des Rentier! Mummel und weckte durch seinen trocknen Humor uneingeschränkte Heiterkeit. Den Bäcker und Tammeifter Lübbecke vertrat Herr Robland behäbig und munter, und Herr Vallentin brachte in der Rolle des riß Stürmer, eines zweiten verlorenen und .wiedergefundeneu' So nes, seme gute Laune mit Frische zur Geltung. Die Darstellerinnen der weiblichen Ronen, rau Wenck, Fräulein Martha Glück, Yäulein Ella Gabri 2e., onnien in ihren Leistungen durchaus be-
edigeu, [odaß das Ensemble den reichen Beifall, den es fand, auch wohl verd ente.
Jm Köni lichen Opernhause elangt moraen Meyerbeer's Yper „Die Afr anerin“ unter K ellmeißter Sucher's Leitung zur Auf- fubruna. Die Beseßung lautet: on Pedro: HerrMödlin er; Ines: rau Her og; VaSco de Gama: Herr Sylva; _Großinqui tor: Herr rolop; on Alvar: lHerr Sommer; O neter: Herr Stummer; NelaSco: Herr Fränke ; Selica: Fräulein ]L . Jm Königlichen S_cbauspielbause gebt morgen neu- xmstudiert Heinrich von Klezst's Lustspiel .Der zerbrochene Krug“ uz folgender Besetzung m Scene: Walther: Herr Ober- lander; Adam: err Grube; Licht: Herr Heine; Frau Rull: Frau Schramm; : Yäuleiu Hmßner' Büttel: Herr Sie rist; ümpel: err Krüger" ri itte: Frau Stollberg. Hierauf olgt Moliére's ünfaktiges Lustsvie , ,Die elebrten Frauen“ in deutschen Versen von Ludwi Fulda m_nachtebender Beseßung: Cbrhsal: err Vollmer: P iaminte: Fraulein uSner; Armande: hieb; Henriette: räulein Lindner; Ari :Herr Arndt; Beli e: Frau SchramM' Clitander: err, Purscbian' Triffotin: Herr Herßer; Vadius: Herr Keßler; attme: rau onrad.
Herr Kammersänger Paul ulß hat nach Beendi ung seines Gastspie-Zs m Wien, wo er an zebn Abenden in Neßler's per .Der Rattenfanger von. Hameln“ mit außerordentlichem Erfolge auf etreten ist„ fich nach Wiesbaden begeben, um bei den dortigen Fetspielen mitzuwirken.
Mit einer Art Von Revue über die Crfol 6 seiner zehnjährigen Direktionstbätigkeit wird fich Direktor Lauten ur demnächst vom Res ide n 1 - T [) eatex verabschieden. Die Stücke, die 134) in diesem Jahr- zebnt besonders bewahrten, sollen tn einem Cyclus noch einmal zur Aufführung kommen. Neben franzöfifcben gehören auch deutsche und skandinavische Werke zu diesem Abschieds-Cyclus, welcher am Sonn- abcnd, den 22. d. M., mit Alexander Dumaß' „Besuch nach der Hoch- zeit" und dem Schwank „Im Pavillon“ beginnen soll.
Bei dem nächsten ORelvortraä) in der Marienkirche am Mijtwoch, den 19. Mai, itta s 12 hr, Werden u. a. das 11411011-
räludium von Bach, das Finale aus der Pastoral-Sonate von 5 beinberger und die erste .Konzert-Sonate von Dienel gespielt werden. Der Eintritt ist frei.
Maunigfaltiges.
Im Ausstellungspark am Lehrter Bahnhof find auf dem Maß für den „0011001118 111731310116“ des Deutschen Sport-Vereins die Arbeiten bereits 111 vollem Gange. Mit der Aufstellung der Logen und Tribünex wird im Laufe dieser Woche begonnen werden, nachdem das Comité am Sonnabend unter dem Vorst Seiner Durchlaucht des Prinzen Aribert von Anhalt die P ane dazu genehmigt hat. Sowohl am 28. wie am 29. Mai Abends sollen im Aussteüungspark große Gartenfeste veranstaltet werden.
Die Wagen der neuen OmnibuSgesellscbaft .Reform' (AlexandrinenstraFe 93) wurden am Sonnabend von dem Kommiffar für öffentliches ubrwesen, 5J)_1)liz1?ibauptmann Vogel abgenommen. Von heute ab find neun einspannige Wagen auf der Strecke Belle- AÜiancestraße-HaußVoigtei-Plaß in Dienst gesteüt. Der erste Wagen gebt Morgens 64- Ubr von der BeÜe-Aüiancestraße ab, der leyte Abends 10 Uhr 51 Minutkn vom Hausvoigtei- laß. Die Wagen folgen in Abständen von drei Minuten. Das Fa r eld (5 „Z) wird in cin Glaskästchen geworfen, in dem es sichtbar ble bt, bis der Con- troleur die Klappe öffnet.
Koblenz. Die Maurerarbeiten sowie der Bau der Rbeinquai- Mauern an dem rovinzial-Denkmal für Kaiser Wilhelm 0 en Gro ß en am rutschen Eck geben ihrer Voäendung ent egen. _ Der verstorbene Eisenbabn-Kontroleur Iob. Bayr. Hamm er at die Stadt Koblenz zur Uni versalerbin eingeseßt. Mit dem Vermögen, welches, aus einem Hause, Wertbpapieren und Hypotheken bestehend, ungefähr 172000 „i(- beträßt, 5611 dem aber an Legaten für Verwandte 2c. 52000 „44 und ene jährlich? Renxe von 900 .“ abgehen, soll ein Männer- und Frauenbetm errtchtet werden.
A n d ern ach. Die biefige Stadtwerordneten - Versammlung bat den Bau eines S ck [ 0 ck t b (1 us 6 3 sowie die Renovierung des R b e 1 n t b o r e s beschloffen, nachdem der Provinzial-Landtag für leßtere 10 000 „46 bewilligt bat.
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Reuenaßr. Die Gemeindevertretuag kes Bades Neuenah'x » s(kloß die An! an einer elektrischen Straßenbeleutbtu, ÉwisFen YLÉM GWF UI der, eFmdt e?sbtwejxer
wem :! u : en 11 em cm Schlachthaus“, "" " " “ "MW"
Solingen. Die Eröffnung der Bahnstrecke Remschejd_ Solingen soll zum 1. Juli d. J. erfolgen und wird von de: & völkerun des Wuppertbals, namentlich in den beiden dadurch in direkte erkebröverbindung gebrachten Städten, sebnsYüg MWM. Die Brücke, welche in weitem Bogen das ganze "pkekkbal überspannt, gewährt einen imposanten Anblick und bietet ne en ihrer wirtbschaftlicben Bedeutung auch einen besonderen landschaftlichen Ju, ziebuugspunkt des Bergischen Landes.
Budweis, 17. Mai. Das infolge anhaltender Regengüffe ein- getretene Hochwasser ri tete bier vielfachen Schaden an; das Wasser dran in die nied Her gele enen Häuser der Babubofsstraße und überflut etc auch den 0 nbof? Auf der Linie Budweis_ Linz fand ein Dammrutsch statt, infolge deffen der Güterverkehr auf dieser Strecke eingestellt werden 111 cFte, wahrend der Personen. verkehr aufrecht erhalten wird. Das Ho wasser ist noch im Steigen begriffen.
Paris, 17. Mai. Auf einem Jpacbtbofe in Etampes ver. brannten acht berumziebende, unbe annte Feldarbeiter, Welcbe in ÉansStrobschober ihr Nachtlager aufgeschlagen batten, während des
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Cbülons-sur-Marne, 15. Mai. In den Weingärten derÉT-kampagne wurde durch FrostWetter großer Schaden an. gert e.
St; P etersbur , 15. Mai. Nach einer Meldung des .Sij“ wurde dre Kreisstadt orogobusch im Gouvernement Smolensk von_ einer großen Feuersbrunst betroffen. Siebzig Häuser, zwe: Kirchen und verschiedene Regierungsgebäude find niederge rannt.
Ri ga, 16. Mai. Wie fich nunmehr berauSgestellt bat, hat das Eisenbabnunalück auf der Bahnstrecke Dorpat_Walk (s. Nr. 114 d. Bl.) nicht so viele Opfer gsfordert, wte zuerst angegeben worden war. Es wurden 42 Personen getödtet, 70 schwer und 40 leicht verwundet. Eine Anzahl der infolge der Entgleisung des Militärzuges schwer verletzten Personen ißt allerdings ihren Wunden nachträglich erleaen. Man zählte da er gestern Abend: 56 Soldaten und 2 Schaffner todt, 53 Soldaten mzd 1 Schaffner schwer verwundet, 3 Offiziere und 37 Soldaten leicht verwundet. Die Katastrophe ereignete fich infolge eines furchtbaren Wolken- bruch, der den Bahndamm überschwemmt und beschädtgt hatte; 25 Minuten vorher batte ein Postzug die Stelle obne Unfal] pasfiert. _ Der „Regierungsbote“ meldet: der Kaije_r habe, nachdem er die Nachricht von der Entgleisung des Milztarzz: es erhaxteq, den in Mitleidenschaft Gezogenen teiegrapbisch se'm tte?es Beileid !" den gnädigsten Ausdrücken aussprechen lassen. Dre Kaiseriy-thxwe lixß eine _Sanitäts-Abtbeilung des Rothen Kreuzes an dte Unglucks- ftatte entjenden.
Iekaterinoslaw, 17. Mai. „W. T. B.“ meldet: Unweit des hiesigen Bahnhofs fand ein Zusammenstoß eines Guter- zugs mit einem Arbeiterzug statt. Sicken Wag 0119 wurden zer- trümmert; ein Arbeiter wurde geiödtet. Der ascbmtst, zwei Schaffner und zwei Arbeiter erlitten Verleßungen.
Palermo, 15. Mai. Heute Nachmittag 2 Uhr 44 Miquten ereignete fich hier ein heftiger Erdstoß; die Erschütterung wa_brte 10 Sekunden; es folgte sodann noch ein Stoß, der aber schwacher war. Auch in Trapani wurde das Erdbeben verspürt.
Stockholm, 15. Mai. Die Allgemeine Kunstx rznd Industrie-Ausstellung ist heute in Ergenwart _des Konzgs und derKönigin, des Kronprinzen und der Kronprinzesnn vowDane- mark, des rinzen Karl und anderer Mitglieder des Kömglichxn Hauses, wel e 5011 dem Kronprinzen, dem Prinzen Eugen und den_Mtt- gliedern des Comités empfan en Wurden, bei berrlichstem Wetter eroffuet worden. Auch zahlreiche itglieder des Reichstages wohnten der Eröffnung bei. Der König und der Kronprinz hielten Ansprachen. Nach der Eröffnungsfeier machte der König mit seinem Gefolge_e1nen Rundgan durch die Aussteüung. Abends fand im Schlone_s_1n Souper takt, zu welchem die Mitglieder der verschiedenkn Ausschum, di?) Mitglieder des Reichstages und Vertreter der Preffe se- a en waren.
(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)
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'cbt vom 17. Mai, Morgens.
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Der höchste Luftdruck liegt über Nordwest-Euroya, NFenüber einem DepresfionSgebiefe über dem sud- i en Erdtbeil, und daher dauert die nördliche bis östliche Luftströmung über Mittel-Europa fort. In Deutsckpland 16 bei schwachen und mäßigen Winden das Wetter warmer, im Süden trübe, im Norden beiter; die Morgentemxyeratur liegt allenthalben, 3317?“ in einigen südlichen Stationen, über dem
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Deutsche eewarte.
Königliche §chauspiele. Dienstag: Opern- . haus. 122. Vorstellung. Dic Afrikanerin. Oper DJWÖ' Gastspl“ dcs FUMWMMM' m 5 Akten von Giacomo Meyerbeer. Eugöne Scribe, deutsch von Ferd. Gumbert. Ballet von Paul Taglioni. Re isseur Teßlaff. Dirigent; Kapellmeister Sucher.
Schauspielhaus. studiert: Der zerbrochene Krug. 1 Aufzug von Heinrich von Kleist. gesetzt vom Ober-RegiZeur Max Grube. _ Die Yelehxten Frauen.
ean “ apt c otsre.
,B t'st M [" LuderGFulda. In Scene geseßt vom Ober-Regiffeur . tube. Anfang 781.157. Mtttwycb: Opernhaus, 123. Vorstellung. Undine. Ronxanttjcbe Zaaber-Oper in 4 Akten von Albert Lorßmg. Text nach Fouquö's Erzählung frei 58- arbeitet. Tanz von Emil Graeb. Anfang 7 Uhr.
_Schausptelbaus. Htstorisckpes Drama in 5 Aufzü en von William _ ubersetzt von Nach der Buhneneinrichtung von bauser tn Scene geset vom Ober-Negiffeur ax Anfang 71 U r.
Deutsches Theater.
studie'rt: Die Räuber. Anfang 76 Uhr. Mrttwocb: Die versunkene Glocke. Donnerstag: Am Ende. _Die Skhulreiterin. _ Guten Morgen, Herr Fischer!
berliner Theater. Dienstag: Kaiser Hein-
riJé Anfang 78 Uhr. ittwoch: Kinder der Bühne. Donnerstag: Renaissance.
sessmg - Theater. ttelwertbe; im Vinnenlande ist Re en gefallen. Zierencw-Ensemblcs.
apanisthe Theehaus-Geschichte.
Theater. Anfng 73 Uhr.
ha. Donnerstag: Die Geisha.
Text 5011 In Scene geseßt vom Ober-
133. Vorstellung. Neu ein- Lustspiel in
In Scene
burÉ. Dienstag: 3 kten Borbet: Der neue Ganymed.
ustspiel in 5 Aufzügen Von
7? Uhr. In deutschen Versen von
Mittwoch und folgende Tage;
Neu?; Theater. Direktion: Sigmund Lautenburg.
134. Vorstellung. Coriolan.
S le el und Tieck.
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Mittwoch: Trilbh. Dienstag: Neu ein- Madme Bouivard.
und Fräulein Martha
Anfang 76 Uhr.
DMttt' DF: Okt:?! DHU“. onner : er actor.
Dienstag: Gasisviel des ag
Die Geisha, oder: fingfktag). Sommerpreife.
Eine (11. Opkrettq in
3 Akten von Owen Hall. Mufik von Sidney Jones. Deutsch von C. M Noebr und Julius Freund.
Gastspiel des Ferenczy-Ensembles. C.
Kefidenz-Theater. Direklion: SigmundLauten- Vaterfreudeu. von P. Hirschberger und G. Klitscber. _ (Saks 15610117.) Schwank in 1 Akt yon Bolten-Bäkers.
Vaterfreudeu. _ Vorher: Der neue Ganymed.
Schiffbauerdamm 4 a. / 5.
„ Diensta : Gasi-
Rxel de_s „Herrn Willem Royaards vom
' tederlandtcbeu Theater in Amsterdam. Triibv.
Schauspiel in 4 Akten nacb George Maurier und
deutsch von Emanuel Lederer. In
7 enueb geseßt von Sigmund Lautenburg. Anfang r
IW-Theater. Dienstag, Abends 8 Uhr: Mittwoch, Abend! 3 ab:: Der o'wiffeWurm. Theater dez Aeneas. Kanifttaße 12. (Babu- bof Zoologischer Garten.) Dienstag: Gastspiel des
Herrn August Juukermann, des Herrn Franz Gutbety Glück. Unser Doctor.
Be inn der Overn-Saison: Sonntag, 6. Juni
Theater Unter den Enden. Bebrenstr. 55,57. Direktion: Juüus Frißsche. Dienstag: Gastwtel des Fräuleins Annie Dirkens vom Theater an der Wien in Wien. Der Vogelhändler. Overette in 3 Akten von M. West und L. Held. Mufik vou eller. Anfang 7? Ubr. _ . , ittwoch: Gastspiel des Fraulems AnnieDrrfsns. Der Vogelhändler.
Thalta-Theater (vorm. Adolph cmft-Tbeaxa). DreSdenerstraße 72/73. Direktion: W. WLW Dienstag: Heirat!) auf Probe. Pom UU Gesang in 3 Akten nacb Gert") Buchbinder Von_ Ik“UL Kren. Gesangste te von Gustav Görß. Mußk W Leopold Kuhn. Änfang 71 Uhr.
Y Familien-Nachrichten.
Verlobt: rl. Anna Kögel mitHrn.1)r.1)YU- Andreas raem (Berlin-Sobernbeim a. N) "“ Bertha Freiin von Waldenfels mit Hrn. PW“ Lieut. Curt von Dambrowski (Gera_Dr65den).
Verehelicht: Hr. Landratb Adolf Frhr. M ÖeinFe mit Luise Freiin von Vincke Ktel)- “ Hr. ieut. Curt von Poncet mit Frl. LLM,M Yriitwi (Kafimir). - Hr. Wirkliche! bekkW
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Herzfeld, geb. Lem cke (Ver
Verantwortlicher Redakieur: Siemenroih in Berlin. _
Verlag der Expsdition (Scholz) in BUFFY.
Druck der Norddeutschen Bu druckerei_ und BYD Anstalt Berlin ZW„ Wihe1mstraße Nr; 9-
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(einsckpließlich Vörssn-Beila-ZM ' 51)
zum Deutschen Reichs-Llnz
„K.". 115.
Erste Beilage
Berlin, Montag, den 17. Mai
eiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
1897.
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Berichte von deutschen Fruchtmärkten.
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Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten.
85. Sisung vom 15. Mai 1897.
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g S 11. 11,25 12,00 11,80 11,60
12725 14,40 14,70
12,10 12,10 12,00 11,62 16,00 13,75 11,70 11,80 11,80
17,50 15.53 16,35
16,71 17.05 17,48
16,31
11,25
11,65
11,50 11,60
13.92 13,98 13,68
13,81 14,09 14,20
1131 14,00 14,00
11,35 14,68 13,75
11 ,'65 11,65
13,33
12,86 13,75
12,86 13,61
13,80 15,40 12.50 . 17,00 13,95 14,00 13,90 14,00 . .
12750
15,20 14,32 13,50 .
16,05 13,34
14,26
Hafer.
14,40 : : . 13,60 12,67
13,44 13,00
14,00 12,80 13,45 12,80
13,60 13,20 14,80 13,60 13,20 13,60 14,20 18,60 19,31 17,74 900 13,30 . .
14,80 14,00 14,20 14,00 „8 13,70 . .
13,50 . . 12,80 20 251
17,13 17,52 15,85
17,14 17,53 15,86
13,56
619 13,76 2 14,77
14,00
12,55 12,47 15'. 5. 10
Bemerkungen. ' , Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentncr und der Verkaufswcrtb auf volle Mark abgerundet mttgetbctlt. Der Dureh- schnijtspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet.
Ueber den ersten Theil der Sißung ist vorgestern bc-
richtet worden.
Nach Ueberweisun _ Negelxzng der c,'Forstver ältmffe OM? lm Kreise Olpe, Regierungs
kommission über die
U
des Gesetzentwurfs, hetreJcnd die Car das ehemalrgc
stizamt
ezirk Arnsberg, an die ver- Ükkke Agrarkommis ion gelangt der Bericht der Rechnungs-
eberficht von den StaatScinnahmcn
d=Ausgaben des Jahres 1895/96 zur Bermhung-
*Abg- Rickert fr. V . wirft die Frage an wesen der Beamten (ricbti gg) YYYKKLUYUWÜM zu
, au 0 bafslgkeit der *LOL*-“FI.“? gering
Finanz-Miniftér ])r. v o n M i q u el :
Jes
geregelt sei.
Am be
f ob das Kautionö- ßen wäre es, das eitigen. Selbst bei Kassenbeamten liege ste Garantie für eine größere Gewissen-
A Meine Herren! Ich stehe garnicht an, anzuerkennen, daß in den usfubUmßen des Herrn Rickert vielRicbtiges und Beberzigenswcrtch
Werth
*? die Frage ist gewiß im böchsten Grade eingehender Erörterung ' Ob man aber auf diesem Gebiete so durchgreifende Reformen
Tb“ Nachtheile für den Staat zur möglichen Erleichterung der Be- mktnschast durchführen kann, ist doch recht zweifelhaft. Ich will im
bat die Bedeutung, das; der bemffende Preis nicht vorgekommen ist; ein
Eingangs erwähnen, daß der preußische Beamtenverein, domiziliert in HannMer, vor einiger Zeit die Frage seinerseits angeregt batte, um von seinem Standpunkte aus die Frage zu lösen. Dieser Beamtenverein wirkt ja nach allen Seiten höchst wobltbätig, und ihm gehört eine sehr große Anzahl -- ich habe augenblicklich die Zahl nicht im Kopfe _ von preußischen Beamten an. Dieser Verein schlug nun vor, daß er bereit sein würde, für seine Mitglieder die Kaution zu stellen, wogcgkn dann die betreffenden Mitglieder _ es ist in dieser Organisation des Beamten- vereins eine Lebenswerficberungsgescllschaft, die außerordentlich günstig für die Beamten wirkt _ fich vcrpfiichten, in diese Lebensversicherung einzutreten. ' ,
Auf Grund dieses Antrags dcs Bcamtenvrrctns tft die Sache 1m Staats-Ministetium ausführlich bchandclr, und man ist schlléßllch doch zu der Ansicht gekommen, daß es bedenklich wäre, mit dtesem Verein, der namentlich auch dadurch tbatsäcblicb einen Zwang auf seine Mitglieder für die Lckcnsvcrßckxrung ausüben, und also, möchte ich sagen, dadurch eine ganz privtlegierte Stellung bekommen badkn würde“ _ in Verhandlungen einzutreten. Dann war aber vor allcm dir großc Mehrheit der Staats- Minister sebr bedenklich dLIWegcn 571 der Sache selbst, ,weil sie glaubten, in der Kautionstellung direkt an den “Staat liege em so er- bcblicbcs moralisches Moment für di:“ Bramtcn, man dürfe ihnen ge-
wissermaßen das Bewußtsein nicht nehmen, daß fie überhaupt eine Kaution gestellt haben.
Dann kam man zu der Frage, ob nicht eine Vereinfachung der ganzen VcWaltung dieser verschiedenen Kautionsfonds möglich wäre, und diese Frage schwebt noch heute _ fie ist noch nicht voüständig entschieden. Bekanntlich bat die Reichs-Postverwaltung aus diesen Kautionen einen einzigen Fonds gebildei und den Gefammtbetrag in das Reichsscbuldbucb eintragen lassen, wo dann ab - und zugeschrieben wird, je nach dem Zugange neuer Kautionen beziehungsweise dem Abgange alter Kautionen. Es wurde aber im Staats-Ministerium, namentlich Von dem meist betbeiligten Minister, dem Herrn Minéster für öffentliche Arbeiten, bezweifelt, daß darin eine Vereinfachung und Ersparung von Kosten liegen würde. Es Wurde damals ausgeführt, daß die Kautionsn, die bei Regierungs- und Eisenbabn-Hauptkaffen der Eisenbahnen verwaltet werden, keine wesentliche Mühe machten; die Beamtkn bekommen die Kupons auf vier Jahre, also alLe vier Jahre babcn fie nur einen neuen Kupon wieder von der Kaffe einzufordern. Das wird so nebenbei verwaltet und macht keine besondexen Kosten, während die Einrichtung bei der Reichspostverwaltung aUerdings bedingt, daß den Beamten die Zinsen direkt zugeschickt werden und daraus erhebliche Kosten und Weiterungcn erwachsen können.
Der Herr Minister der öffentlichen Arbeitm hat damals über- nommen, noch nähere Ermittelungen, auch statistische Erbxbungen an- zufteUen, fie find bei mit z. Z. noch nicht eingegangen.
Also der Herr Abg. Rickert wird sich überzeugen, daß die Frage in BLWT'JUUJ ist, daß mcm die Sache erörtert, und daß man allerdings anerkennt, daß in dem ganzen KaukionSWescn sehr viele nachtbeilige Seiten stcckkn _ das erkenne ich durchaus an.
Nun ist es aber doch ein gewaltiger Schritt, nach dem Vorschlage des Hérrn Abg. Rickert die Kautionen überhaupt zu beseitigen. Wenn er sich dabei auf die Privatwirtbscbaft bezieht, namentlich auf die großen Banken, so kann er dies garnicht mit dkn staatlichen Verhältnissen vergleichen. Ein Kassierer in einer großen Bank, der Hundsrte von MiUionen umschlägt, kann allerdings keine Kauticn ftellkn, die ihm irgendwie bei den möglichen gewaltigkn Unterschlagungen ein Menetekel vorhalten könnts; aber in der großen Zahl der Beamten, die wir haben, handelt es fich um Kassierer, Rentmeister, dis mit solchen Summen nicbt wirthséhaften. Es handelt fich auch entfernt nicht für den Staat um diejenigen Fälle, wo 001118 vorliegt: geradezu eine absichtliche Hinterziehung oder Unterschlagung; sondern (1112 diese Kautionen machen den Veamtrn haftbar für Versehen. Das kommt ja bei den vielen kleinen Kaffén oder sonstigen Verpflichtungen, wo Geld den Beamten durch die Hände geht, sehr vielfach vor, und da ist die Kaution allerdings ein sehr erheblicher. Anreiz, vorsichtig zu sein, daß 3. B. keine Ueberzablungen aus der Kaffe stattfinden oder inthümliche Buchungen, weil der Beamte das Gefühl hat, er haftet unmittelbar dafür, und die Kaution liegt für dén Staat bereit, sich bezahlt zu machen. Solche Fäüe kann man nicht mit den Verhältnissen einer großen Bank Vergleichen.
Meine Herren, ich glaube doch, daß wenigstens bsi sehr vielen Beamten die Thatsache, daß fie Linen Theil ihres Vermögens als Sicherheit dem Staat hingeben _ ich wilL nicht sagen, auf einzelne große Verbrkcber, aber doch auf eine große Anzahl der Beamten dahin wirkt, das; fie besonders vorfichtig find; fie haben das foübl der Haftbarkeit dem Staat gegenüber mit ihrem eigenen Ver- mögen für die treue Erfüllung ihrer amtlichen Verpflichtungen, und das muß doch immer eine ganz erhebliche moralische Wirkung haben. Man kann daher Bedenken tragen _ was ein großer Staat meines Wissens noch nirgends gewagt hat, was in Prkußen noch keine große Kommune gewagt bat _, nun plötzlich diefe großen Summen, die er in den Kautionen zu stkcken hat, hinauszugeben und auf die Kautioncn ganz zu verzichten.
Es handelt fich dabei aber nicht bloß um die moralische Wirkung, sondern auch um die materieÜe Seite. Wsnn in 71116111 Ia'érs nur geringe „Beträge in Kautionen eingezogen find _ ich will nicht mal sagen, hinterzogen _, dann ist das noch kein Bewéis. Man weiß namentlich nicht, welche Wirkung die Aufhebung der Kautionen auf die Summe solcher Defekte haben würde. Ich glaube mit drm Herrn Abg. Rickert im großen Ganzen, daß unsere preußische Beamtensckoakt fo pflichtgetreu, redlich und sorgsam ist, daß die eigentlich? Triebfcdsr in dieser Beschaffenheit unserer Bkamtenschaft liegt und nicht in der Steüung von Kautionen; aber es könnte doch Line Anzahl von Beamten _ es find imme'r räudige Sckpafe untrr einer so großen Hkrde _ sein, die sehr wesentlich im korrskten Ver- halten durch die SteÜung von Kautionen beeinfiußt werden. Man braucht das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten. Ich kann mir wohl denken _- wir haben uns schon im Finanz-Ministerium mit der Sache beschäftigt _, daß man die Uebelstände, die der Herr Abg. Rickert aus dem Kautionswesen herleitet, wenn auch nicht ganz be- seitigen, so doch durch zWeckmäßige Organisation abschwäcben kann. Es könnte sebr wohl die Frage als erwägenswertk) bctracbtct werden, aus denjenigen Beamten, die nicht in der Lage find, aus eigenem Vermögen eine Kaution zu stellen _ eine große Anzahl ist doch noch immer in der Lage, wenigstens eine kleinere Kaution aus eigenen Mitteln zu steUen _, eine solidarisch haftbare Genossenschaft mit besonderen Garantien zu bilden; das läßt s1ch hörkn, man kann die Sache erwägen, und ich bin nicht abgeneigt, der Frage näher zu treten, weil mich das immer bekümmert hat, wie die Beamten, die kein eigenes Vermögen haben, Kautionen stellen, große Kosten bei Banken durch Provisionszablung u. s. w. sich machen müssen. Man könnte vielleicht auch noch auf andere Weise denselben Zweck erreichen. Ich kann dem Herrn Abg. Rickert sagen, daß wir die Frage, die in vollem Fluß schon jetzt ist, weiter prüfen werden, um zu sehen, ob wir in der Lage find, dem nächsten Landtage über die Ergebnisse dieser Frage neue Vorschläge zu machen. Ich bin dankbar, daß diese Frag? angeregt ist; es liegen hier wirklich Uebelstände für unsere Beamtenschaft vor, und man muß Versuchsn, wie man diese Uebel- stände beseitigen kann. (Bravo !)