aansluenza sind bedeuten) seltener zur Beobachtung gelangt, und es kamen auch nur noch 2 Todesfalle info! e von Influenza zur Meldung. _ Seltener traten au akute Darm rankbeiten zu Tage,'und die Zahl der durch di e KrankheitSformen veranlaßten Sterbefalle sank auf 24 (von 33 der Vorw ); die daran Gefiorbenen befanden sich fast ausschließlich im A ter von noch nicht 2 Jahren. Die Beibeiligung des SäuglingSalters an der Sterblichkeit war eine geringe; von je 10000 Lebenden starben, auf! 391):
41 Säuglinge. _ Von den Jnfektionkkrankbetten kam an Erkrankungen an Typhus nicht eine zur Meldung, an Masern, Scharlach und Diphtherie nur eine beschränkte abl, und zwar zeigten sich Masern und Scharlach in den einzelnen tadttbeilen nur in vereinzelten Fällen, Dipbiberie nur in der Rosenthaler Vorstadt in errväbnenöwertber Zahl. Erkrankungen an Ktndbottfieber wurden 2 bekannt. Rosenartige Entzündungen des ellgewebes dex ;Haut blieben in beschränkter Zahl; weitere Erkran ungen an Genickjtarre sind nicht gemeldet worden. Zahlreich blixben xedocb noch immer Erkrankungen an Keuchhusten, die in 9 Fallsn zum Tode fuhrten. Auch Erkrankungen an akutem GelenkrbeumattSmus kamen zahlreich zur Behandlung, während rheumatische Bescbwnden der Muskeln nur in wenigen Fällen zur Beobachtung gelangten.
Vexdingungen im Anstande.
Oesterreich-Ungarnv. ' 31. Mai, 12 Uhr. K. K. Staatsbaby-Dtrekttbn Krakau: Ver- kauf von Altmaterialien, welche im Materialmagazm von Neu-Sandec
la ern. g 15. Juni, 12 Uhr. K.K.Staatsbabn-Direktion Krakau: Liefe- rung von 328 700 ?. Steinkohlen für das Jahr 18,98,
15. Juni, 12 Uhr. K. K. Staatsbabn-Dtrektton in Wien: Lieferung mineralischer Kohle im AusmaJ von 1079 000 1: fur die Zeit vom 1. Januar 1898 bis Ende ezember 1898. Die „aus- eicbriebene Menge vertbeilt sich auf die K.K._Staatsbabn-Dtrektiotxen ZLien, Linz, Innsbruck, Villach, Triest, Ptlsen,„Prag und Olmuy. Ebentuell LieferungSabschluß auf dr_ei Jahre„ 17.1. vom 1. Januar 1898 bis Ende Dezember 1900. Naheres bet dwer K. K. Staatsbahn- Direktion Wien, Fünfhaus, Schönbrunnerstrage Nr. 6, und beim „Reichs-Anzeiger". , '
22. Juni. K. K. priv. Aussig-Tevltyer Eisenbabn-Gesellsckyaft in Tepliß: Bau-Ausscbreibung für die Tbeilstrecke Lochiß- Leitmeriv dkr Lokalbahn Tkpliß (Settenz)_Rerchenberg. Yaheres in der Bauleitungs-Kanzlei der Yussia-Tevli er Eisenbahn (Schonau N. Con. 100 .Peterbof') und beim ,Reicbs- nzetger“.
Spanien.
30. Mai, 2 Uhr. Stadtberwaltung von Osuna: Uebernahme der elektrischen Beleuchtung von Osuna für 13 Jabxe. Ansxblag 6948 Peseten jährlich. KaUtion 10 000 Peseten. Naberes bei der genanntkn Verwaltung.
30. Mai, 12 Uhr. Stadtverwaltung von Almaßzan: Ueber- nahme der elektrischem Beleuchtung „yon Almazan fur _5 Jahre; Anschlag 2500 Pefetsn jährlich. Kaution 250 Pefkten. Naberes bei der genannten Verwaltung. _ '
R u m a n t en. ,
12. Juni, 2 Uhr. Stadtwerwaltung bon Botoscbani: Bau einer Wasserleitung. Voranschlag ca. 1300 000 Fr. 50/0 Kaution. Näheres bei genannter Behörde. „ . _
5. Juni. Jinanz-Ministerium in Bukarest: Bau eines Dienst- gebäudes für den Rechnungshof. Voranschlag 399 858 Fr. 5 0/0 Kaution. Näheres bsi der Direktion der aniral-Rechnangssteüe. _
Ohne Datum. Stadiberwaltung von Jassy: Konzession fur die Errichtung und den Betrieb der elskirischezi Straßsnbabn, der elektrischen Beleuchtung und einer Wafferleitung m Iaffy. “
Chile.
Ohne Datum. Rabinel und Marguand, Uniernebmer für den Bau der Wafferleiiung in Valparaiso: Lieferung Von 2500 r gußeisernen Röhren und 10 000 1; Z?ment.
Verkehrs-Anstalten.
Bremen, 19, Mai. (W. T. B.) Norddeutschex Lloyd. .D. „Kaiser Wilelm 11.“ 17. Mai Abds. Reise v.Crbraltar n. eapel fortgef. „Fuld_a' 17. Mai Nm. Reise 1). Gibraltar n.
New-York fortßes; „P. H. Meyer“, 5. New-York konimend, 18. Mai Vm. «us Wess; angék. „Stuttgart" 18. Mai Vm. Reise 0. Gexua n. Néapel iortgeseßt. _ _ '
Bukarest, 18. Mai. Infolge fortdauernde: Regengus1e 1111
Janzen Lande find die Verbindungen mit dkm Auslande, m_tt usnabme berjcnigen über Suczawa, gestört. Die Auslandspost ist seit Sonntag nicbt kingktroffkn.
Gast der Köni
Librettos wegen wohl nur noch an vom enden
befipi, ihre Rollen schauspieleriscb
beseßten Hauses.
des französischen Schwanks nicht so
mann als deffen Tochter GabrieUe. hätten.
Gastspiel in der Titelrolle fort. Göß
Moliézre wiederholt.
Allee be ufs Neubescbüttung ber
Theater und Musik-
Köuiglicbes Opernhaus. _ Am Monia Abend sang räulein Franceschina rebostials Bühne ie Partie der Lucta in onxzetti's „Lucia von am mermoor'. einer QTVR“, die ihres unzulanglicben f dem epertoire erscheint, um ber- Gesangkünsilern Gelegenheit zu geben, sich Vor dezu YM m in einer glänzenden Rolle hören zu lassen. Fräulein
revosti ist hier feit Jahren als eine Sän erin von eminenter Begabung annt, als eine Meisterin der Tetbni , die ihr Organ unbedint beherrscht und neben einer ausdrucksvollen Stimme auch die Kra
wirkungsvoll zu gestalten. Die
Lucia bat sie hier wiederholt gcsungen und gespielt, und man kann nur aufs neue sagen, daß sie jedes Lob verdient. Der Wohlklang de; Stimme nicht nur, sondern auch ihre seelische AuSdrucksfäbigkeit, die jede Stimmun , jede Empfindung der Künstlerin in de,: Seele des Hörers n klin en läßt, machen diese Leistung zu e_tner fast unübertreffliäpen, so aß ihr der Beifall niemals fehlen 'Wlkd. Als Edgardo trat der Königliche Kammersänger Herr Emil Goeße, leicbfalls als Gast auf und entzückte durch die Kraft, Fülle und den
[anz des Tons, welche Eigenarten seiner Stimme ' Beifal] fand und verdiente auch Herr H o ffm an n , der als dritterGast die Partie des Lord Astbon sang. In Verbindung mit den Gästen standen die heimischen Künstler überall auf der Höhe ihrer, Aufgaberz; namentlich sind Herr bilivp (Bucklaw) und Herr Mödlmger (Rat- mund Bidebent) mit nerkennung zu nennen. Die Gesammtvorstel- lung erfreute sich ungetbeilten Beifalls des in aÜen Theilen gut
Schiller-Tbeater.
,Madame Bonivard', der lustige Schwank von Alexanber
Bi s s on und Auto n 1; Mars, welcher seinerzeit an der gleiche!) Stqtte mit Anna Schramm in der Titelrolle einen so nachhaltigen Heiterkeits- eifolg erzielte, ging vorgestern im Schiller-Tbeater, das in der Sommer- saison seinem Publikum hauptsächlich Stücke bxiterer Art vor- zuführen pflegt, zum ersten Mal in Scene. Das Daxstellerpersonal dieses volksthümlichen Schauspielhauses ist für das wirbl
nd. Vielen
J"? Tempo eingeschult, wie es die itglieder
des altkn WaUner-Tveaters waren, kann dies auch nicht sein, weil es bei seinem großen xvecbselnden Spielplan in gar zu ver- schiedenartigen Aufgaben beschaftigt wird. Dennoch erzielte die gxsirige Aufführung fast ebensoerschütternde Lacbwirkungen, wie es dex frubexen gelungen war. Frau Werner, welcbe je t die Rolle her Rgnkx spm- rxenden Schwiegermutter spielt,erreichte i re Vorgängerin bezuglich des Hamors nicht; ihre Schärfe war zuweilen mebr abstoßend- als be- lustigend. Herr Pakty gab den angstvollen Schwiegersobn mit guiem (Helin en , wenn auch nicht immer mit französischer Leicht- blütig eit; seinen Freund Cbampeaux spielte Herr Reimann em wenig konbentionell, in der,Art des üblichen schüchternen Liebhabers. Fräulein Pauly konnte sich in die unsympatbifcbeNolle der Tochter der Madame Bonivard nicht recht bineinfinden. Einwandfreie Leistungen boten dagegen Herr Eyben als Rentier Bourganeuf und rau Lever-
Die gerügten kleinen ängel der
Aufführung waren aber nicht so auffällig, daß sie die Gesammt- wirkung des Turck) seine Virtuosentechnik in der Herbeifü_brung komischer Situationen glänzenden Stückes irgendwie beeintrachtigt
Jm Königlichen Opernhause wird morgen Bizet's Oper . C a rm e n " gegeben. Signorina
ranceschina revosti se t ibr DTU Don JoséPfingt HerrßEmil
6. Im Königlichen Sckyauspielbause werden morgen .Der zerbrochene Krug“ von Klsist und .Die gelehrten Frauen“ von
Die Königliche Kammeriängerin Frau Ros a Sucher bat svebxn in Amsterdam mit „ungewöhnliäpxm Erfolge die Brünnbilde m Wagner's „Ring des Nibelungen“ geyungen.
Maunigfaltiges.
Das Königliche Polizei-Präsidium macht bekannt, dgß der große We Von der Tbiergartenstraße bis zur Hofjager-
Cbauffeedecke vom heutigen Tage
ab bis auf weiteres für Fuberke und Reiter gesperrt ist.
Im Monat April find in Berlin 220 Proben bon Nahrungs- und Genußmitteln amtlich untersucht und 29 davon beanstandet worden. Darunter befanden sich 7 Milchproben
von 22) und 11 Butterprobeu unter 13 in der Vorprüfmx bf elzun als verdächtixnerkanntea, Roggenmehl, gebranntergM Cbo olade, ee, Rotbw , Ungarwem 11111“ 4 oben “"Werte: Spiritus, le tere zu arm an Alkohol. Die B utrole Ekstreckte (b auf R nen in 1024, die Miltbkontrole auf solche in 4,20 Ge- chäften, wovon 59 und 43 zu Beanstandungen führten.
Gerolstein, 19. Mai. Die Königliche EisenbahmYe, triebs-Jnspektion 2 u Trier giebt bekannt: Gestern Aden 11 Uhr 30Min. entgleikte ein Militär-Sonderxug, bestehend aus 32 Wagen mit Reservisten für die Garnison Meß, auf »„ Eifelbabn zwischen Hillesheim und Gerolftein. wurden neun Reservisten und ein Bremser getödtet und 35 Reservisten und zwei Fabrbeamte, zuin tbeil schwer verleßt. Die Störung des Betriebes wud Voraussjchtna; um 11 Uhr wieder eboben sein. Nach den bisherigen Erbebun en ist als Ursache der ntgleisung anzunehmen, daß der Zug zwjs den genannten Strecken eriffen und der hintere Theil desselben auf den vorderen Theil auf e aufen ist. _ Nach der „Saarbrücker Zeitung" zählte der Zug 81 Achen; in demselben befanden sich 5 Offiziere uud 1124 Reservisten der Infanterie-Negimenier 98, 130, 143 und 135,
Leipzig, 18. Mai. Die Einladungen zu dem vom 7. bis 11. Juni bier statifindenden 17. allgemeinen dxutschen JW, nalisten- und Schriftstellertage,zugleicb mit dem vorläufigen Programm, find nunmehr zur Versenduxig gelangt. In erster Linie sind dieselben an die literarischen Vereine und deren Mitglikder er.
augen; da aber an den öffentlichen Sißun 611 und den gesergm
eranstaltungen jeder tbeilnebmen darf, der [ rtftstellerisch oder 10111. nalistiscb tbätia ist, auch wenn er einem Verbandsvereine nicbt ange. bört, so sei darauf hingewiesen, daß solche Personen, denen eine Einladung nicbt zugegangen ist, dieselbe auf Wunsch sofort Von dem ,Haupt-Ausschuß des 7. allgemeinen deutschen Journalisten- und Schriftstellertaaes zu Leipzi ' erhalten. Die vorstehende Adresse genügj für alle Zuschriften. _ Für die beiden öffentlichen Sißungen ist folgende TageSordnung aufgesteUt: [. Sitzung:] Konfiituierung. Wahl des Bureaus. 2) Bericht über Wesxn, Ziee und bisherige Thätigkeit des Verbandes deutscher onrnaltsien- und SchriftsteUer. Vereine. 3) Bericht über die Tbatigkeit der Penfionxanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller. “11“. Sißung: 1) Zeugnis;- zwana in Preßangelegenbßten. 2) BerichtigunJSzwang. 3) ZW Anträge des Münchkner Journalisten- und SchriftstellerVereins, betreffend § 360 Ziff. 11 R.-Str.-G. (Grober Unfug). 4) StrafvoUziebunq bei Perergeben. _ Außer den öffentlichen Sißungen finden Delegirten- ersammlungen des Verbandes deutscher Journalisten- und Schriftstellervereine und die auvtversammlung der Pensionßanstalt deutscher Journalisten und S riftsteller stati. Auch für geseüige Veranstaltungkn ist gesorgt. Den Schluß der Tagung wird ein Ausflug nach Dresden bilden.
KarlSrub e i. V., 17. Mai. Die LKWs. Hauptversammlrmg des Vereins deutscher Zeichenlehrer wird am 7., 8. und 9. Juni im hiesigen kleinen Festballensaale stattfinden. Mitderselben wird eine große Aussteüung von Zeichnungen und Lebrmitteln ver- bunden sein, An Vorträgen sind bis je t angemeldei: „Dre neuesten Bestrebungen auf dem Gebiete des eichenunterrnbts' (Profeffor Merk-Karlörube); „Beiträge zur Geschichte der Raumanschaizung _ erspektibe _“ (Leisching-Hannover); .Die zeichnenden Kunste Kup erstich, Radierung und Holzschnitt mit Vorführung der Technik und Hinweis auf die Geschichte dieser Künste“ Leisching-annomz): „Ueber die Bedeutung der Form in Natur und unsi',(Erdtn-Mul1- beim); .Die erziebltcbe Bkdeutung des Zeichenunterrichts aügeniein bildender LebransiaUen für das moralische, soziale und wirtbschafthcbe Leben unseres Volkes“ (Schneider - Frankfurt a. M.-Bocken_b€im); „Erläuterung eines Lehrgangs im Zeichnen und Malezi an Madcbexx- und Frausn-Arbeitsscbulen“ (Kimmicb-Ulm); ,Das Zeichnen zu Haine und in dsr (Bow) Schule, oder: Das Zeichnen des KindeS' (Kneer- Straßburg i. E)
Mostaganem, 18. Mai. Infolge eines blutigen Angriffs seitens der hiesigen Israeliten auf etwa 10 Radfahrer aus Orai entstandkn beute Kundgebungen geg en die JEra elitxn, bei denen die Synagoge zerstöri und etwa 15 Laden der JSraeliten ge- plündert Wurdsn.
(Fortseßung des Nichtamtli en in der Ersten und Zweiten Be lage.)
M
_"_________________________________._____-___-_-__-__-_-__-_
ich100m19.Mai, r Morgens.
!
Wind. Wetter.
*"!
kz“ :::", S*":
Wette
Stationen.
Temperatur in 9 Celsius
Bar. auf 0Gr. („ ““'“ 5015. : 4051.
u. d. M ssressp. red. in Miklim.
,..-
BelmuUet. . 768 OSO 3 wolkenlos * Aberdeen . . 773 NO 3 wolkig Cbrifiiansund 775 ONO 4 wclksnlos , Kopenhagen . 764 NNO 2 wolkenlos Stockholm . 767 N 6wolkenlos ; Waranba . 70 N Zwolkenlos - 291151: . . . 765 711111315 1 Cork„Queens- ! town . . . 766 O 5wolkenlos
Negiffeur Max
__- („OQO
,... *»-
7? Ubr.
x-z (_)!
Leider. . . . 765 NNO Zwolkenlos *
:::.-15.5 . . 763 NRW Zwolkenlos ';
7051211151156 762 NO 3 ngen 2151755555775. 761 NNO 3 wolkenlos ; 13 MSMS1 . . . 760 O 2561_te_r [ ZTW . . . . 761 NNO LDUUst ,
ünsikr. . . 76? NO 1 wolkig , Karlsruhe . . 761 NO 5 bsdeckt , Wiesbaksn . 7 61 N 2090111771105 [ München . . 761 W 2 bedeckt ; Cbemnis . . 761 still Nebsl , Berlin . . . 760 I 3 balb bsb. *! 16 Wikn . . . . 755 N 3 wolkig Z 16 Breslau . . . 758 N Ile d'Aix . . 762 N . Nina . . . . 757 I 25:15 bei). 17 Trieft . . . . 755 fiiü Hebeckt 17
Uebersicht der Witxerung.
16 Abonnkmsnt
YZ Shakespeare, 17
Deutstizes
21.1115 521118 zsigt ri? Wktterlaße wenia Aknderung. ÜLTÜUU' Theater. DonnersiagrReuaiffance.
Die 7chwache nörd1ich€ 11111? norköijlicbe Luftströmung
5511271 über Mittel-Eurora unveränxsrt fort. In AÜML 72 UF"- Txuficbwn'r ist 135 Weiter ruhig, Warm unk: beiter, Fkklzag (36. Abonnements-Vorstkuung); ZUM 71.11.6560". 171 Regen (187011671, z.: Swixiemündk, w» “'H-36.161625?“ Maschinenbauer-
am Nxcbminaz ein (Hewitt?! nieberging, 24 mm; 211931511 55712 iu ksr Nacht Gewitter. Deutsche Seewarte.
kten Von
4 Akten von Georges Bizet. Text von Henry Meilbac und Ludovic Halévy, nach einer Nobeüe des Prospe*| Mérimée. Tanz von Emil Graeb. In Scene 9813131 vom Ober-Regiffcur Teslaff. Dirigent: Mufifdirektor Steinmann. (Carmen: Signorina Franceschina PreWsti; Don José: Hsrr Emil Götze, Königlicher Kammersänger, als Gäste.) Anfang 7? Uhr.
Schauspielhaus. 135. VorsteUung. Der zer- brochene Ktu . Lustspiel in 1 Aufzug won Hsia- ricb von Kleit. In Scene gsskßt vom Ober-
Lustspiel in 5 Aufzügen Von Jean Baptiste oliézre. In deutschen Versen bon Ludwig Fulda. Jn Scene geseßt Vom Ober-Regiffeur Max Grube. Anfang
Freitag: Opxrnbaus. 125. Vorstellung. (cka- ; 7.112?“ mthatoaRVauan-the.)ch2per , , . “54 DN 5 een ; 11 m, uzug von 1ero aScagn. ex na „em Cbcrchrg ' '“ O NI ' ]0 qlcnäpnamigen Vol sfiück von G. Berga. _ Zum ck , ' . „ 764 NRW Zonean ! 13 300.MZ1[L: Der Barbier von Sevilla. Komische 17 Oper in 2 Auizügen bon Gioacbimo Rossini. 9 Dichtung nacb Beaumarcbais, von Cesar Sterbini, üerseßt 13011 Ignaz Koümayn. Anfang 7 Uhr. 19 Schausrrxlbaws. 136. Vorstellung. Sonder- , 13. 20. Vorstellung. Coriolau. Historisches Drama in 5 Aufzügen bon Wiüiam
Nach bx: Bübnenein_richtung Von Wilhelm Vechel- 13 bauier m S_cene geWFt Vom Ober-Regiffeur Max 13 Grubk. Anxang 7x U r.
W W 2;wolkig 16 _ Die Schulreiteriu. _ Guten Morgen, W
3 lk los" 16 Herr,Fischer! Anfang 731156 W M ' Jkéltag: Die versunkene Glocke. Sonnabend:
kesßug ' Theater. Donnerstag: Gastspiel des Th t FMMFKKKYZWÖ ZYÜTYV Yer: ttEine _ en er. apau ee a - e. pere e in . . . ZA Owen Hall. Musik von SidneyJones. WUUlhk IlhanspWU- DOWUWS: LPM" Deutsc!) Von C. M. Roebr und Julius Freund. 123113. 124. Vorffe-Mng. Ctrmen. Oper in Anfang 7? Ubk-kWUsYWW
Grube._Die gelehrten e'Lraueu.
übersstzt von Schlégkl und Tieck.
Thkütkr. Donnerstag: Am Ende.
Der Sohn des Khalifeu.
Renaissance.
Die Geisha. Die Geisha.
Bäkers. Anfang 7x Uhr.
Vorher: Der neue Ganymed.
7? Ubr. Yeitag : Trilbh.
Sardou.
Madame Bonivard.
Anfang 7x Uhr. Freitag: Unser Doctor. onnabend: Onkel Bräfig.
C. Zeller. Anfang 7x Uhr.
Der Vogelhändler.
Sonnabend: Gastspiel des Ferenczy-Ensembles.
Schauspiel in 4 Aktexa nacb George Maurier und LikUk- R1 , . P. Potter, deutscl' von Emanuel Lederer. In "- Frl- E ist: Schulz mit Hrn. astor H. :- Scene geseßt voKSigmund Laufenburg. Anfang (GUM)V N-'M-)- "" Frl. M h Schädel
onntag, NachmittagsZUbr: Zu halben Preisen: UZI “ÖL,"- Rekakicur Friedrich VM Marcelle. Komödie in 4 Wien Von Victorien (“© M"" "" Berlin). udwig mit
Freitag, Abends 8 Uhr: Ein Volksfeind.
Freitag: Gaftspiel des Fräuleins Annie Dickens.
Freitag: Gastspiel des Ferenczy - Ensembles- Sonnabend:©astspieldes Fräuleins AnnieDirkeUS-
Der arme Jonathan.
Thalia-Theater (vorm. Adolph Crnft-Tbeatet1 DreSdenerficaße 72/73. Direktion: W. Hasemann-
Residenz-Theater. Direktion: SLJWUUVLCUUU' Donnerstag: „Zum letzten Male: Heirath *!le burg. Donnerstag: Zum Vorlsßten Male: Vater- Probx. Pone mit Gesang in 3 Akten nach (Gero- sreudeu. Schwank in 3 Akten von P.Hirschberger Buchbinder yon Jean Kren. Gesangstexte _von _ und G.Kliiscber._ Vorbkr: Der neue Ganymed. Gustav Görß. Musik von Leopold Kuhn. Ansana (Café 1.610r13.) Schivank in 1 A
kt von Bolten- 75 Uhr. „ reitag: Wegen Generalprobe zu „Rothe ZStiel
Freitag: Zum letzten Male: Vatersteudeu. _ ges [offen.
Sonnabend: Zum ersten Male: Rothe Zettel. Schwank in 4 Akten von R. Mark.
Neues Theater. Schiffbauerdamm 42/5. "_ck-?_-
TsOirlektidon: ZigmurTIßlclxutenzZurg. ?xnnersta 6 ©1116; vie es errn : em oyaar Vom nrg „ Nisderländischen Theater in Amsterdam. Trilbh. Verlobt- (?ck- WaUy “'on Rohr mikkurt „, 2.)-
Familien -Nachrichten.
rn. PLW“ ard dAlton-Raucb( ran Schtxliks argaret e mit Hrn. AmtSrichter Dr. _jur. Moriß BLW
.- _ _ M'ereck (Berlin Coswig, Anb-)- Fkl- AMDZYÖU“
Vere elicht: Hr. Kreiépbysikus Dr. L r]. Elisabeth Kastner (Habelschwerdt). “_- H; ittergutsbefißer Volmar von Kunbeim mtl Fk-
IÉW-TYLW- Donnsrstag, Abends 8Ubr: Irmgard Schmidtke (Botbkeim - Kögjgßbekg).
Geboren: Cin Sobn: Hrn. rem.-Lteut- FMF: ling (Berlin). _ Eine To ter: Hrn- «,k-U, ratb Curt von Wiüich (Gorzyn). _ Hrn- Nl meister Von Veltheim (Rathenow).
Theater dez WLMW'KMMWR 12" (Babn- Gestorben: r. auptmann Olga von HMS?“ bof Zoologischer Garten.) Donnerstag: Gastspiel “ck Rykena '(ZJM ' des Hetty August Junkermann, Hsrrn Fr. Gutbety Rath, Major a. D. Albert von Stülyna
und Fraulein Martha Glück. Unser Doctor. (Berlin). _ Hr. Rittergutsbefißer Arnold Karbe
(: - "" Hr- Geheimer RegierunZF
Adamsdorf N.-M.). _ Hr. Alkxander vonCla" iVonn). _ Verw. Fr. General-Lieut. SovblkeY Arenisscbild, geb. Herzog (Hannover). _ '
Beginn der Opern-Saison: Sonntas, den 6. Juni „ , d ' ; ck Bündj er (Berlin) (1. Pfingstfeieriag). Sommerpreise. Fr Am mann J a Friese g g “
Theater Unter denMnden. Bebrenftr. 55/57.
YFanl:'JUliI1us „Fr Fe. DonnerTSW Gastspsel r ueins nme ens vom er an er , Wien in Wien. Der Vogelhändler. Operette Druck der Norddeutichcn Buchdrucks
in 3 Akten von M. West und L. Held. Musik von
Verantwortlicher Redakteur: Siemenrolh in Berlin.
Verlag der Expedition (Scholz) in BUNT“, rei und VIPS“ Anstalt Berlin ZW., Wilhslmstraße Nr. 3“ Sieben Beilagen (einschließlich BÖrsen-Beilagé)-
Erste Beilage
zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
„71,6, 117.
Berlin, Mittwoch, den 19. Mai
1897.
ck Berichte von deutschen Fruchtmärkten.
Qualität
Außerdem
gering ]! mittel 11
gut Ver-
, - wurden am ZFH. Markttage (Spalxe 1)
Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner für
preis nacb uber- schläglicher Schaßung
nie- böch- nie- böch- ' nie-
““ „FQ „“_e-ké „Fé-
drigfier ster ;drigster ster drigster
1 DMP?!" _ verkauft ' zentner D op 11 e l - ster ze ntn er
Preis „sé .“ un ekannt)
AUenftein . . . 14,80 14,80 [1 15,29 15,29 ;; 15,77 Thorn . . . . _ _ :! _ _ € 16,00 Aschersleben . . 12,00 12,55 ;1 13,00 13,70 13,90 mden. 1 _ € 16,15
.
E . . . _ _ _
Pfullendoxs . . 16,00 17,10 :", 17,20 17,60 » 20,00 Saargemund. . _ _ ?. 17,00 17,00 “ 17,20 BlkSlaU . . . 14,40 14,90 : 15,40 15,70 L_ 16,10
R o (; Allenstein . . . 11,25 11,25 „. 11,38 11,38 ' 11,50 Thorn . . . . -- _- 10,65 10,65 !1 11,00 Aschersleben . . _ _ =] 11,60 11,701] _
Emden ." . . . 11,75 11,75 _ _ Z _
Saar emund . . _ _ 13,20 13,20 ?; 13,50 Bres au . . . 10,90 11,10 3, 11,20 11,30 ;; 11,50
Allenstein . . . 12,30 12,30 : 12,45 12,45 ,1 12,60 Aschkrsleben . . 10,50 11,00 1 11,25 11,60 ' 12,20 Exnden. . . . _ _ ;; _ _ €? 13,20 quendorf . . 17 11,20 11,20 ,?
» reslau . . . 10,00 11,00 51, 12,50 13,00 13,50
H (: Allenstein . . . 13,60 13,60 ' 14.00 14,00 ?; 14,40 AscherSleben . . 12,50 12,50 .I' 12,65 ) 13,10 ?? 13,20
1 1 1
12,70
13,50 13,40
Emden . . . . 12,30 12,30 Z“: 12,50 , 12,60 , Ysullendorf . _ _ Z, _ _ .
aargemünd . . _ _ ; 13,00 : 13,00 ? Breslau . . . 12,20 12,40 ;", 12,60 ; 13,00 €
Weizen.
Gerste.
fer.
15,77 . . . 16,00 16,00 15,20 . , 16,55 16,29 20,00 * 17,48 17,40 17,20 16,40 ,
gen.
11,50 , . . 11,00 '- 10,94 ' 11,75
13720 13,39 11,70 . ,
12,60 . . , 15,20 . . . 13,20 119 13,20 - 257 11,20 14,40 , ,
14,40 . . 13,75 . . . . .
12,90 217 2 760 12,72 12,68 14. 5. 13,60 42 571 13.60
13,80 500 6760 13,52 13,42 11.5. 1350 . . . . .
Bemerkungen. Die verkaufte Mknge wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswerjb auf voUe Mark abgerundet mitgetheilt. Der Durch-
sehniitspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet.
Ein liegender Strich (_) in den Spalten für Preise hat die Vedeutun , da de best d 's ' t ' * Punkt ( . ) in den leßten sechs Spalten, daß entsprechender Bericht fehlt. g H : reffen 8 PM mch vorgekommen "" ein
Deutscher Reichstag.
223. Sißung vom 18. Mai 1897, 12 Uhr.
Auf der TageScxrdnung steht die erste und eventuel] zweite Bérathung des von den Ab g. Rickert (fr. Vgg.), Ehni (fr, V01kSp.), von Jazdzews i (Pole), ])1'. Lieber (Zentr), Richter (fr. Volksp.), Singer (Soz.) und Werner (Neformp.)emgebrachtenGeseßentwurfs, betreffend das Vereinswesen, welcher lautet:
„Inländische Vereine jeder Art dürfen miteinander in Verbin- dufnghtrbeten. Entgegenstehende landsSgeseyliche Bestimmungen sind an gk () en."
Abg. Rickert: Wix haben uns gestsrn im preußischen Abgeord- netenhause- sebr lange uber die prxußiscbe Vorlage, betreffend das ereinsWLsxn, unterhalten, [0 daß ich mich heute kurz fassen kann. Die gegnerische Preffe [101 die Frage aufgeworfen, weshalb diese leere Yemonftrcxtion gegen die ReichSregierun gcmacbt wird. Wer diese LWL aufwirft, verkennt 'die L092 der eichsgeséßgebung Vollständig. „er Eniwurf tt_i Preußen bqt memer Meinung nach die Bedxutung einer Kriegsetkiarung gegen die Reichsregierung, man wii] auf kiefem Umwege bas abgelehnte Umsturzgeseß herstellen. Dicser preußische Pa'rtikularismus bat den Antrag hervorgerufen. Wir onen be- weisen, daß tytr kraft, der Reichsgeseßgekung mitzusprechen baben, da;? die, preußische Régierung nach dem Geiste der Rercbsvexfa ung eine, solche Vo'rlage gar nicht machen durfte. Deni Rerche steht die BeaufsicbZigung und Geseygebung über das Vereinswesen zu. Man hat vorlaufig die partikularen Gefsßgebungen bestehen lassen, Welche auch 0118 aus der Zeit vor der Verfassung betruhrkn, nur Hamburg, Lübeck und Reuß j. L. haben ihre Vereins- Jesngebung, nack) „Erlaß'der Verfassung geandert. Der Reichstag hat mehrfach die Ne1ch6regierung ersucht, ein Vereinsgesecß vorzulegen, Uzm etsien Mal 1872. Der Staatssekretär von Boetti er hat aüer- dings d'eduziert, daß das Reich zwar das Recht aber nicht die Pflicht habe, ein Vexemögeseß „zu erlassen, während doch Herr von der Recke in de:r_ Begrundung jemer Vorlage ausdrücklich anerkennt, daß die Preußisckx Gesetzgebung nur bis zum Erlaß eines Reichsgeseßes in Kraft bleibt. Wir„baben uns mit dem Versprechen beim Bürger- lichen Gkseßbucb trosten lassen, daß das Verbindungsverbot im Wege her Landesgeseßgebung aufgehoben werden soUe. Wir onten das Jkoße GeseßZe ungsw_erk daran nicht scheitern lassen. Die preußische Yorch : mu te uns uberraschen, weil sie als einem drin enden Be- durjnt entsprungen dargesteut wird. HLN“ vou Boettiner hat im bortgxn Jahre selbst anerkannt, daß die LandeSgesetze bezüglich kes Vereinswesens das Bedürfnis; Voüständig decken. Preußen will jetzt eine umfassende Revision des Vereinsgeseßes vornehmen, während die Stelle dazu lediglich hier ist. Unser Antrag ist die wildeste Form eines Protestes gegen ein _solches Vorgehen. In Bayern, Baden und anderen Staaten sollen ahnliche Vorschriften bestehen, wie sie in PkLUßen geschaffen weiden sollen; aber sind dort solche Dinge vor- ngommen, wie in Poxnmern? Welche Früchte hat denn die be- Lubomte sacbßscbe, Veremßgesetzgebung getragen? In Sachsen sind 6 /o,der Wablsttmmen, in Harpbur sogar 60 0/9 sozialdemokratiscb. t Sbktxner Rail) Sohm hat im anuar in Leipzig einen Vor- WJ „uber das VerzinsFHetz gehalten, in Welchem er über das Yreußtschexnd das sachs“: „e_Geseß sehr abfäUi urtbeilte, weil man Urck) Poltzeimaßregeln geistige Strömungen niÉt unterdrücken könne. das Versammlungs- und VereinSrecbt ist eine nothwendige Ergänzung es Wahlrechts. .Was sol]. Henn daraus entstehen, wenn die Wahlen Unter ganz„versch1edenen Bedm ungen statt nden? Nur die radikalen
arteien ziehen aus der preußischen Vor age Nußen. Warum will sWn eine Kompensation aden? Was würden die Regierungen dazu vagen, wenn wir z. B. b Gehaltsfragen ebenfalls eine Kompensation erlängen wolltezi? Mir kam es darauf an. den Reich9gedanken ?xubetonen gegenuber dem preußischen PartikulariSmus. Es ist auf- end. daß das preußische Ministerium die Vorlage eingebracht hat,
ob [Li di ' " 2 "ck Zneémxlblxtßbxkiétt des Abgeordnetenhauses erklart hatte, daß 71.
Staatssekretär des Innern, Staats -Minister Dr. v on Boetticher:
Meine Herren! Ich kann zivar anerkennen, daß der Herr Vor- redner nach Kräften bemüht gewesen ist, sachliche Argumente für seinen Standpunkt beizubringen, aUein sein Temperament ist doch hier und da mit ihm _ verzeihen Sie den trivialen Ausdruck _ durcb- gegangen.
Msine Herren, wenn der Herr Vorredner am Eingang seiner Be- trachtungen davon gesprochen bat, daß die NOVLÜL zum preußischen Vereinsgeseß, welche jeßt der Beratbung dss prsußiscben Ab- geordnetenhausss unterliegt, eine KriegSerklärung gegen den Reichstag sei, so kann ich ihm versichsrn, daß die preußische Regierung garnicht die Neigung bat, mit dem Reichstage irgend welchen Krieg zu führen, und vor allem nicht einen Krieg mit dem Reichstage zu pro- vozieren. Und wenn weiter der Herr Vorredner behauptet hat, daß die Nobelle zum preußischsn Vereinsrecht ein Ausdruck 1376 Par- tikularismus der schlechtesten Sorte sei (sebr richtig! links), so habe ich ihm darauf zu erwidern, daß die Preußische Regierung fich nur eines ibr verfaffungsmäßig zustehenden Rechtes bedient hat (sehr richtig! rechts), indem sie dahin gestrcbt bat, die Mängel, die das preußisckxe Vereinßrccht zeigt, zu heben und das Vereins- und Ver- sammlungßrecht selbst zu verbkffsrn. (Lachen links und in dsr Mitte.) Ja, meine Herren, Sie mögen nun in den Vorschlägen der preußischen Nobeile Verbesserungen erblicken oder nicht _ das, was die preußische Regierung mit der Noyelle beabsichtigt hat, glaube ich besser beurtbeilen zu können, als wie die Herren Mitglieder des hohen Hauses, die meine Ausführungen mit ihrem Gelächter begleiten.
Nun hat der Herr Vorredner weiter behauptet, die preußische Nc- gierung wäre garnicht berechtigt gewesen, eine solche Royclle einzu- bringen. Er bat die altbekannte Deduktion hier von neuem wieder vorgebracht, daß der Art. 4 der Reich606rfassung diejenigen Materie:: enthalte, die, wenn sie geseßgeberisch behandelt werden solTen, aus- schließlich auf dem Wege dkr Reichsgeseßgebung in Angriff genommen Werden müssen. Dieser altbekannten Deduktion gegenüber habe auch ich nur auf meine ebenso altbekannte Gegendeduktion zu verweisen, daß dieskr Standpunkt Von den verbündeten Regierungen nicht getbcilt wird, daß vielmehr die verbündeten Regierungen die Meinung ver- treten, daß, so lange das Reich noch nicht von der ihm durch Art. 4 der Verfassung gegebenen Befugniß Gebrauch gemacht hat, kein Partikularstaat daran gehindert ist, auf diesem Gebiet gesetz- geberisch vorzugeben. (Lebhafter Widerspruch links. Skbr richtig! rechts.) Das ist nicht allein die Meinung der verbündetsn Re- gierungen, sondern ich habe das letzte Mal, als ich über diese Materie sprach, dem hohen Hause eine ganze Reihe Aeußerungen von Staats- rechtslebrern vorgeführt, die ganz auf demselben Standpunkt stehen. Wollen Sie also Jbrcn Standpunkt zur Geltung bringen, dann bleibt Ihnen nichts übrig, als ein Neichßgesesz zu machen, in dem sieht: das Reich ist verpflichtet, die im Art. 4 “der Verfassung hervor- gehobenen Materien ausschließlick) zur geseßgeberischen Verabschiedung zu bringen.
Also die preußische Regierung war durchaus berechtigt, ,im Wege der Partikulargesevgebung das Vereins- und Versammlungörecht zu korrigieren; und ich wundere mich, daß der Herr Vorredner, der im vorigen Jahre sich ausdrücklich damit einverstanden erklärt hat, daß die Korrektur der partikularen Vereinsgesevgebung bezüglich des
Koalitionßverbots auf dem Wege der partikularen Gcscßgebung erfolgen solls, jeßt den Standpunkt vertritt, es sei unzulässig, das VNeinsrecbt in Angriff zu nebmkn.
Wenn der Herr Vorredner weiter der Meinung ist, daß in den- jenigen Fragen, die die preußische Novelle außerhalb der Aufhebung des Koalitionsverbots berührt, eine Abänderung der bestehenden Gefes- gkbung nicht zulässig ski, so möchik ick) ibn dock) fragen: wcsbalb soll dies nicht zulässig sein? Der Staat und die Regierungen haben meines Erachtens die Verpflichtung, wenn sie einen Mangel auf irgend einem Gebiete der Gesetzgebung empfinden, auch zur Abhilfe dieses Mangels beizutragen.
Gestern hat nun zrvar der Herr Abg. Récksrt im Abgeordneten- haus: den großen Satz ausgesprocbén: der preußische Herr Minister des Innern durfte gar nicbt diese Nobelle bringen, denn er wußte, daß sie keine Majorität im Abgeordnéténbause hat. Nun, wenn wir nach diesem Rezept Verführen, daß wir immer nur das Vorschlagen woÜten, wofür wir von vornherein cine gesicbkrte Majorität haben, dann möchte ich mal wiffen, wie beute unsere GsseZgiébungin Deutsch- land wäre. Ich erinnere den Herrn Abg. Rickeri daran, daß es eine Zeit gab _ ich weiß nicbt, ob es bsute noch der Fall ist _, wo für die Errichtung von Zwangsinnungen im Hause eine große Majoriiät war. Hätte damals die Regierung dieser Strömung nachgegeben, dann würde 561: Herr AHF. Rickerk der Erste gewesen sein, der gesagt haben würde: Ihr dürft solche Gsseße nicht bringen, denn sie sind verderblich, und Ihr dürft nicht nach dem geben, was die Majorität des Parlaments, mit dem Ihr zu Verhandeln habt, Euch Vorschlägt. Also die preußische Regierung _ das 5650111316 ich an der Hand der Verfassung und des Staatsrccbts _ ist befugt, eine NobeUe zum Preußischen VereinSrecbt einzubringen, die Übék den Punkt der Auf- hebung des Verbots des KoalitionSrechts hinausgeht.
Nun hat der Herr Abg. Rickert Weiter gemeint, es sei der Standpunkt, den ich in dieser Frage Vertrete, ausdrücklich durch die Motive zur preußischen VLrLinÖnOVZUS widerlegt; denn in diesen Mo- tiven sei auf Seite 6 zu lessn _ ich berlese den Satz wörtlich:
„HierbEi ist fie daVOn ausgkgangkn', _ nämlich die Staatsregicrung _ „daß es nicht angkzeigt sei, das preußische Vereins- und VCrsamm- [Uiigsrvcseu für das öffentliche Recht in erschöpfender und 0116 Wünsche béfriedigender Weise Von Grund 0113 neu zu regeln, son- dern, daß es lediglich darauf ankomme, bis zum Erlaß einxs Reichs- Vcreinsgsscßcs die landeSrecbtiicben Bestimmungen in denjsnigen Punkten zu ergänzen und zu ändern, in denen ein dringendes B2- dürfniß hierzu fich ergebsn bat.“ Wie man aus dissem Satz deduzieren kann, daß die preußische Re- gierung in dem Mbinknt, wo sie eine Novekle zum preußischen Ver- einßrecht einbringt, Von der Auffassung ausgegangen sei, daß sie dazu nicht befugt sei gegenüber Art. 4 der Verfassung, das ist kiki Ge- beimniß, um déffén Aufklärung ich den Hurrn Abg. Rickert bitte. (Zuruf links.) Nun Hat der Herr Abg. Rickert gemeint, in denjenigen Ländern,
in 17611611 strengere VZstimmungen bezüglich der Ausgkstaltung des Vereins- und Versammlungsrschts beständM als in Preußen, da ssi die Sache um deswillen nicht gefährlich, wsil bon dissen strengeren Bestimmungen dock) ksin Gebrauch gemaäyt 1117107. Ick) wiU hierzu zunächst bemerken, daß es doch an sich nicht unlogisch ist, 11137171 sine Regierung, sobald fie bkmsrkt, daß auf irgknd cinem Gebiste des öffent- lichen Rechts und des Gemsinwsssns Zustände fich herausgebildet haben, die im Staatsintereffe und im Inisreffe des Gemeinwohls eins strengere Anwendung dEr der ngierung gegebenen Béfugniffe oder eine Verschärfimg dixser Befagniffs erfordkrn, daß sie dann solche Abhilfe anstrebt, und sie verdient dann umsoweniger einen Vorwurf, wenn sie sich dabai in denselben Grenzsn hält, in denkn sich andere Staaten gehackten haben. Im Gégkntbeil, indktn fie das erstrsbt, das preußische Recht auf gleiche Linis mit dem Recht der andersn Bundesstaaten zu setzen, trägt fie dazu bei, daß die Rechtseinbkit in Deutschland, die auf diesem Gebiet im Wege der Reichsgeseßgebung zur Zeit nicht bergesteUt Werdsn kann, gkförderi werks. (Sehr richtig!
rechts.)
Nun hat der Herr Vorrsdner mich selbkr ins Gefecht führen zu
können geglaubt rücksichtlich meines früher geäußerten Standpunkts und hat gemeint, ich hätte ja behauptst, und zwar am 3. Juni 1). J., daß für die Mehrzahl der ngierungen zu ihrem Standpunkt, den fie damals der damaligen Vorlage gegenübkr eingenommen haben, der Umstand maßgebend geWesen sei, daß man an denjenigen gesetzlichen Bestimmungen in den einzelnen déutschen Staaten auf dem Gebiet des Vereins- und Versammlungsrechis, die dem Bedürfnis; Voilständig genügen, nicht zu rütteln wünsche. Wie dieser Saß meiner Auf- fassung entgezengcbalien wsrden kann, ist mir schleierhaft gewsfen. Ich habe damals hervorgehoben, das; eine Ausgestaltung des deutschen Vereinsrecbts im Wege der Reichsgeseßgebung von der Mehrzahl der verbündetcn Regierungkn nicht gewünscht werde, weil diese Regierungen an der Hand der Erfahrungxn mit dem in ihren Staaten geltendc-n Vereinérecht durchaus zufrieden sind, weil sie mit ihrem Vereinsrecht auszukommen glauben und sich der Befürchtung hingeben, daß eine ganze Reihe von Bestimmungen dieskr Partikular- gesetze, die sie für durchaus nötbig halten im Interesse de öffentlichen Ordnung und des Gemeinwohls, nicht die Zustimmung der gesetz- gebenden Faktoren finden, 107101 die Materie im Reick) angeschnitten wird.
Also, was hat die preußische Regierung gefban? Sie bai 1115
mit dieser NoveUe bestrebt, Handhaben zu gewinnen für eine Be- seitigung der Uebelstände, die sie auf dem Gebiet des Vercins- und Versammlungswesens bemerkt zu haben glaubt (sebr richtig! rechts); sie hat sich weiter bemüht, sich bei ihren Vorschlägen innerhalb der Grenzen und auf der Linie zu halten, die sick) bcreits in anderen Bundesstaaten bewährt haben. (Sehr richtig! rechts.) Nun sagt der Herr Vorredner: ja, in Baden ist es ganz was Anderes als in Preußen; in Baden hat man verständigt? Beamte (Heiterkeit rechts), die mißbraucben solche Vorschriften nicht, in Preußen haben wir nicht die Gewähr dafür. Ja, macht man denn die (Gesetze
,.**..,»_.5,»._-.z-4,.„-* „».-«“Ic-„W M ***-“DMW“. . .