1897 / 121 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 24 May 1897 18:00:01 GMT) scan diff

Zusammenstoß zwischen den Wählern und dem Militär stau- efunden habe. Le teres habe Feuer ben. A onen keien getödtet und H31 verwundet worßéex «MY FYoldat und 1 Gendarm.

Frankreich.

331 der Dep_utir_tenkammer richtete vorgestern der Depunrte_Gauth_re_r eme Anfrage an die Regierung über deren Ortentpdlttrk. _Nachdem der Redner zunächst einen Ruckbltck auf die Entwrckelun Sgeschichte der Orientfrage ge; worfen hatte, erdat er Ayskun?t daruber, wie weit die Ver- bgndlungen gediehen seren. Er ho e, Frankreich werde mcht zugeben, daß __Thefsauen riechenland entri en urid daß _ eine_ europaische Kontrole der griechis en Fman e_n emgertxhtxt werde._ Gauthier fragte weiter, ob man te von turk1_scher _Seite einzuführenden Reformen im _Auge bexalte, und fugte hinzu, daß der Einfluß Deutschlands m Kontantmopxl an Stelle desjenigen Frankreichs treten werde_. _Frankretck) habe Unrecht gehabt seine traditionelle Polltlk tm Ortezit aufzugeben; _Frankreich dürfe nicht hinter den anderen Mgchten _hermarschteren. In seiner Antwort auf dre Interpellation fuhrte der Minister des Auswärtigen Hanotaux, dem „W. T. B.“ zufolge, aus:

_ .Es er cheint mir übertrieben, von einem Scheitern der euro- paiscbxn ermrttelung in dem Augenblick, wv dieselbe weiter angerrbt wird, oder von Verwickelungen oder einem internationalen Konflrkt_ zu reden. Jm Grßentheil, gerade diese Verwickelungen, diesen mternattonaiewKonflit, haben die Mächte sich bemüht zu verhindern, und _es ist ihnen dies im Ganzen gelun en.“ Redner ent- wickelte sodann m großen Zügen die Politik der «gierung, wie sie bereits wiederholt dargelegt worden sei, und fuhr fort: .Wir sind Letzt gerade bei der Stunde, die voraußgeseben wurde, ange- ommerx,_ Wo wir die_Sprache der Mäßigung, der Vernunft, der Humazutat zg Gehör brtnaen möchten. Kann man in dieser Lage sagen, daß die Betriuhungen der Diplomatie aescbeitert seien, daß das Konzert der Gro machtx nur eine Fiktion sei? Nein, das höchste Ziel, das 1ch die roßmacht? steüten, war die Aufrechterhaliung des allgemeinen riedens. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachteten HW die An- wesenhxit der gnechrschßn Truppen auf Kreta als efä klick). Das europaische Konzert bemuhte fick), einen lokalen Konfli t zu verhindern, dessen Ausgarx_ leider _ voraußzufehen war. Wenn es den Aus- bruch dieses rieges_mcht bat _verhindern können, so ist es ihm wenigstens gelungen, ihn zu _lokalisieren, und heute bemüht es sich, wre es auch _seine strenge Pflicht ist, die Folgen drsselbcn für die Be- Zegten zu mildern. Also, Aufrechterhaltuna des allgemeinen Friedens, _ufrerbterbaltung des Zbarus Wo im Orient, friedliche und ein- ttmmrge Jnxervention im Sinne der Beruhigung und Mäßigung, utonoznie i_ur Kreta, Verfolgung des allgemeinen Reformplans, wv- dureh die Ruckkehr so _beklagenswerther Ereigni ?, wie im Jahre 1895, verhindert wird, das ist das Ziel, welches g;: Europa geseßt hat, das ist das Ziel, welches es yonfriedlicben Ge cbtspunkten aus verHolgt. Indem die französische Regrerung_an diesem Werk tbeilnimmt, leibt sie den_ Verpflichtungen treu, die fie der Kammer gegenüber einge- ganirn ist. Ich denke, das entspricht auch in gleicher Weise den wir lieben Intereffen, den wirklichen Gefühlen des Landes. Ich werde es nicht unternebmsn, auf alie oft fich widersprechenden Kritiken x_u antworten, die gegen_ uns gerichtet worden sind. Man hat uns nacheinander, reipektive gleichzritig, beschuldigt, Engländer oder _Ru eri oder Deutsche zu sein; denn das sind die Waffen, die die ge- nliche Polemik anwendet, als ob es nicht das natürlichste wäre, zuzugeben, daß wir uns bemühten, Vor allem gute Franzosen zu sein. Denkt man heute ernstlich daran, daß bei dem Konflikt der Leiden- schaften, Welcher_ im Orient herrscht, die Intervention ir end einer einzelnen ezrropaiscberi Macht, _ ieicbviel unter welcher orm eine solche ge_schahe, mögli_ch, zwrckmaßtg, vernünftig, ja selbst zu verwirk- ichen ware? _Wer_ wurde wa en, dies Heute zu bejahen? Würde eine sglche Initiative nicht das to kühnste Abrnteuer gewesen sein? Wer hatte also ewe derartige Verantwortung übernehmen folien? Die Grundlagen fur eme Vermrttelun der Mächte sind bereits geschaffen. Wir zweifeln nicht, daß angcfiFts der Einigkeit der Mächte die Turkei dem Willen Europas Rechnung tragen und von den über- ixirbenen Ansprucbkn Abstand pebmen wird, welche sie zuerst erhoben bar. In jedem Falle sind die Negierun Ln sorgsam darauf bedacht, vor (196!!! ihr Eindernehmen aufrecht zu erIaltcn und sie werden nichts

* unverfuäxt lassen, um zu diesem Ziele zu gelangen. Diesem Werke qs-

denkt die ngieruzig sich zu weißen, und zwar auf dem Platz?, welcher idr zukommt. (&);th mussen wir _uns gegen jede Jausion im Voraus sichert) und zuunen sowohl dtexentgkn, welche uns hier hören, ais auch diejenigen, dte_ uns draußsn _bören, vor jedem allzu leichten OptimiSmus warnen. Die Aufgabe bleibt eine verwickelte, fie wird wahrscheinlich nur langsam gelöst werdeii können und noch mehr als einmal durch den Wiederau_sbruch ungesiumer Leidensckpaften verwirrt werden. Wir verkennen die Schwierigkeitkn nicht, denen wir bei jedem Schritte begegnen _wrrden. Wir müffén indessen bcffen, daß_ _die Raibschlage drr Weisheit und der Vernunft schließitch _ d_en _Siea davontragen Werden. Die (Gro Mächte find_ emm_utb_tg, die Valkqnsiaaten haben stets auf die Rat schläge Yhoct, die ihnen von aÜrn Seiten gegeben wurden, und auch der ul_tan bat drn Ruf beachtet, der an ihn gerichtet wurde. (Es scheint ix_)m1t,_ als ob diese ersten iZlnzriohen uns auch hinreichendks Vertrauen fur die Zukunft geben durften. _Wir bitten Sie daher, unbeschadet Ihres Programms und Ihrer etgsnen Entschließungen, die Aufgabe der Regierung erl€ichi§rn zu woilen, die im Einklan mit den anderen Regixrungen ails Muhe und ihre ganze Aufmerk amkeit auf das so verwwkelte und noch so fragile Werk des Friedens richtet." Der Minister des Aeußern Hanoiaux gab gestern

zu Ehren des Fürsten von Bulgarien ein Dejcuner.

Rußland.

Der Prin Johann zu Schleswig -2Éolstein- Sonderburg- lücksburg ist gestern, wie . T. B.“ meldet, von Kopenhagen in Gatschina eingetroffen und von der Kaiserin-Wittwe empfangen worden.

Eine in_ St. Petersburg eingetroffene Depesche der „Petersburgskija Wjedomosti“ aus Tients in vom 21. d. M. meldet den feierlichen Empfan der russischen Gesandt- schaft unter Führung des Fürsten UNMIK durch die chinesischen Behörden. Am 27 d. . werde die (Ge- sandischaft in Peking von dem Kaiser empfängen werden.

Italien.

DieDeputirtcnkammer seßte vorgestern die Berathung der Tagesordnun en, betreffend die Politik in Afrika, fort. Mehrere Rednsr egri'mdeten die von ihnen eingebrachten Tages- ordrrungen, währerrd andere erklärten, auf die Begründung der xhrigen zu verzrchten, da die Kammer mit Ungeduld die „Abstimmung rrwarte. Troßdem begründete der Deputirte Cavallottt emeTageSordnung, worin erklärt wird, daß er im Ngmen des Landesdas Aufgehen der Erythräischen Kolonie wunsche und der Regierzmg anhermgebe, dafür zu sorgen, daß der Wunsch der Nation erfullt werde. Die Rede Cavallotti's wurde seitens der Linken und der äußersten Linken mit großem Beifall aufgenommen._ Der_Mmistxr-Präfident di Rudini ersuchte die Freundedes Ministeriums,fur dteTageSordnung (Hallo-Robini zu timmen, welche von den Erklärungen der Regierung Akt nimmt und die bisher von der Regierung in der Kolonialpolitik ein- genommene Haltrrng blUlgt. Die Kammer schritt sodann zur namentlichen Abstimmung iiber die _von den Deputirten de Marini (Sozialist), Imbrtanistadikal) und Pozzi (Rechte)

Machte TaLeSordmmg, welche bes i: die Kammer be- M, Erythr a an geben. DMMesorf-nu Wie mit 229 én 14V" Stimmen bei 9 Stiirlt'inenihal- tungen abge ! ni Die von dem Deputirten Martini eingebracht; TageSordnung: die Entscheidung bezüglich der afrikanischen Frage aufzus ieben, wurde in namentl.cher Abstimmung mit 320 gegen 58 timmen abgelehnt und sodann mit 242 ege_n 94 Stimmen bei 20 Stimmenthaltungen die von der egrerung acceptierte Tagesordnung der Deputirten Gallo und Nobini angenommen, nach welcher die Kammer v_on_ den Erklärxmgen der Regierung Akt nimmt und dieselben bLÜlgt. Die Stßung wurde sodann geschlossen.

Spanien. * _Auf den RatYndes Minister-Präfidenten Canovas del _Castillo hat der mister des Mußern Herzog von Tetuan m_ Anbetracht der schwebenden wichtigeninternationalen FraxZen sein Entlassungsgesuch zurückgezogen. Gestern theite, wie „W. T. B.“ meldet, Sa afta dem Minister:Präsidenten mit, daß die l_iberalen enatoren und Deputirten den Parlamentssrßungen fernbleiben würden, bis ihnen eine Gepugthuung für die Beleidigung des Senators Comas zu theil ewordenser. Sie verlangten die Entlassung des Ministers des eußern FIM; von Tetuan. Das Ministerium hat

brschldssen, si ente den Kammern vorzustellen, auch wenn die Liberalen n t zuÉegen sein sollten, um Erklärungen über den tmschenfall im enat Ku geben.

ti der Deputirten ammer verlas am Sonnabend der FmanL-Minister das inanzexpofé, welchrs mit eme_m Uebrr cbuß von_ mehr as 10 Millionen Pesetas ab- sc_hlteß_t. Dre Nothwendtgkeit, _ ährlich im Ganzen 92 Millionen fur Zinszahlung und Amorttjsation aus den Zölien zu decken, erfordere eine Kombination, welche gestufte, einen Kredit auf el_nen Therl_ der Einnahquuellen zu gründen und eine Er- hohung gewrffer Abgaben bis zu 10 0/0 sowie die Einführung eines Petrolezrmmonopols auf 20 Jahre vorzunehmen. Die AUSgaben beziffert der Budgetanschlag auf 873 865 877 Pesetas.

Türkei.

Der „Politischen Korresponden wird aus London ge- meldet: Bezugltch der_Form de_r ktion zur Herstellung drs Friedetzs m_tschen (Griechenland und der Türkei hatten sich_ die achte dahin verständigt, ihren Bot- schaftern m _ Konstantinopel_ gleichlautende Instruktionen behufs Einieiiung von Friedensverhandlungen zu er- theilen._ Wetter seren die Mächte überemgekommen, angesichts der Drmgitchxeit der Regelung der Lage Kretas die darauf bezygltchen Verhandlungen von Kabmet u Kabinet paral1el mri der zuvor erwähnten diplomatischen A tion laufen zu lassen. Die betreffenden Verhandlungen hätten bereits be- gonnen.

Die Abgrenzung der neutralen Zone ist, der „Agence a_vas“ zufolge, nunmehr erfolgt. Die beiderseitigen HeereSab etlurzgen seren angewiesen worden, soweit zuruck- zu eben, daß rm Raum von 800 m Breite zwischen den Vor- p_o ten _frer bleibe. Die Pässe seien in die neutrale Zone mit erribegrtffen, mit Amönahme des Phurka-Paffes, welchen die Turken_ beseyt hielten.

Dre Pforte hat, wie das Wiener „Telegr.:Korresp,: Bureau“ meldet, den _fremden Konsuln in Thessalien da_s Exequatur ertherlt, da die ihnen seiner Zeit von der griechischen ReKrerungxrtheilte Vollmacht je t werthlos sei.

Der_Odert Storkos hat sich gestern ormiitag mit den leßten griechischen Truppen in Kanea eingeschifft.

Griekhenlaud.

Drr Kronprinz hat, wie die „A ence Havas“ aus At en erfährt, telegraphisch mitgetheilt, da die Türken noch na_ Abschluß des Waffenstiustands vorgerückt seien, ver- schiedene strategische Punkte beer und die Stellungen beiesngt hiitten, und in seiner cpesche hinzugefügt, die Turkrn standen _nur eine halbe Stunde östlich von L_amra. Im Fall einer Erneuerung der Feindseligkeiten würden dieselben große Vortheile iiber die Grie en haben und Lamia de_Feßen kon_nen, indem fie die Griechen zwischen zwei Feuer nahmcn_. Die Regierung habe den Vertretern der Mächte hier- von Mitiberlung gemacht, indem sie gleichzeitig ihren Protest erneuert habe._

Du; zweite Vertheidigungslinie bei den Thermo- pylen Lst, dem „W. T. B.“ zufolge, formiert worden.

Gegen _den Obersten Manos, den früheren Befehlshaber der Armee m_ Epirus, wurden bei seiner Rückreise nach Athen rn den verschiedenen Städten, durch die er kam, feindselige Kundgebungen veranstaltet, Zn Aitolico wurdet? Steine gegen den «Zug geworfen, in dem er sich befand, und auf de_xxt __Bahnho e m Athen wurden ebenfalls Schmährufe aus- ge o en.

_ _Bei Zaverda hat zwischen den italienischen Frei- wrllrgen des Obersten Berthet und Bürgern ein blutiger Zu_sammenstoß stattgefunden. Zwei Personen wurden dabei getodtet, und 10 verwundet. Die italienischen Freiwilli en Y_zllten sofortnach Iialien zurückgeschickt werden. Da aber e ne

n_zab_l derselben _ sich weigerte, nach Italien zurückzukehren, weil_ sie aus dem 1talienischen Heere desertiert seien, forderte die Regierung von den übrigen die direkte Abreise nach Italien und versprach, nur diejenigen in Zaverda und Vonißa zu unter- halten, welche als Deserteure nicht zurückkehren könnten.

Dänemark.

Der König hat, wie „W. T. B.“ aus Kopenhagen meldet, gesterxidieDemiss i on des Ministeriums angenommen und den bisherigen Minister des Innern Yrring zum Minister-Prä_sidenten und Ynanz- inister er- ngnnt. Der bisherige Marine: inister Ravn behält sem Fortefeurlle und wurde einstweilen zum Minister des Neu ern ernannt. Der bisherige Kultus-Minister Bar- denfleth_erhtelt das Ministerium des n-nern. Der Jysttz-Mimster Rurnp behält fein Portefeui e. Das Mit- ßlred des Landsthmgs Alfred Hage wurde zum Acker: au-Minister, der Bischof von Laaland Sthyr zum Unter- richt-Z-Mrnister und der Oberst C. F. Tuxen zum Kriegs- Mtnrster ernannt.

Amerika. _ Aus Buenos Aires wird der ,Times“ gemeldet: dort eingetroffene Telegramme von der drasilianischen Grenze be- richteten, dds; dieAuÉständis en in Uruguay sich beiRevera m der Nahe der renz? fet esth hätten. Die Regierungs-

truppen hätten versucht, die tadt zu nehmen, seien aber mit“

bedeutenden Verlusten zurückgeworfen worden. Dieselbsn warteten mr_nmehr Verstärkungen ab, bevor sie ihren Angriff erneuern wurden.

* ““' Asten. Dem „Reuter'schey. Bureau“ wird emeldet, d jqxanische „Kreuzer „Nanima“, mit 11an besonqu Yr- S

andten der japanischen Regierung an Bord, * am 5. d. M„_

111 Honolulu eingetroffen set. Afrika.

Die „Jndépendance Belge“ veröffentlicht fol ende Ein e - heiten über eine bei der Truppenabtheilun des ajors LerzolZ lux Uelle-Gebiet MitteaJebruar vorg ommene Revolte: Die Kolonne hatte eine_ ft eiförmige Stella zwischen Ndirfi und M“ als die Emporung ausdruck. NaFZem die Empöru- die er getokxtetMtten, wandten sie fich nach dem oberen Itu_ _fluß, wo sie tte März mit einem Bataillon der Ex- pedtttorr des Vize-(Houverneurs des Kongostaats Baron Dhanto _zusammentrafen, welches Feb Zleichfalls empört Jute. Bet dre_ser neuen Emporung er ielt ouis Dhanis, der

ruder des Fahrers der Expedition, Verwundungen, an denen er starb. Dre Aufständrs en, etwa 1500 an Zahl, gehörten der_n Batetela-Stamm un dem Bakuffu-Stamm, welche im Suden der Zgne der Araber wohnen, an und kehrten in diese Gegenden zurirck. Nachdem Baron Dbanis die ihm treu ge- bliebene Abtheilirnq _xiach dem Fort Avakubis zurückgebracht hatte, begab_ er ftcß uber die Stanleyfälle nach Nyangwe, um die Unterdruckung des Aufstandes zu sichern. Baron Dhanis hoffte, dre Stanleyfälle Ende April zu erreichen.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Berichte über die vorgeftrigen Si ungen des Reichs- tages, des Herrenhauses und des auses der Ab- geordneten befinden fich in der Ersten und Zweiten Beilage.

_ In der heutigen (230) Sißung des Reichsta es, welcher der Stadtsfekretär des Innern, Staats - MiiIifter Dr. von Bo etttch er und der Staatssekretär des Reichs- Schaßamts ])r_. Gras vo_n Vosadowsky beiwohnten, bean.- tra t__e voz ErÉtZtt xn die_Tag_r-_Soxdnung der

g. r. ne der . * olsp. einen Urlaub ivee drinFUYZdesFäftZ' B _ __ __) Ef 9 n

ra en_ rei err von uo wi as 2 uch nicbt genebmi en.

Abg. Richter (fr. Volksp.) bittet um die Genehmigun 9des Urlaubs, da der Y_bg. Dr. Schneider als Revisor der Genossen cßaften seinezt Reiseplan eingerichtet habe, weil er nach den Beschlü en des Seniorenkonvents nicht annehmen konnte, daß die Handwerkervorlage uberhaupt noch auf die Tagesordnung kommen würde. Man müffe doch endlich einmal wissen, woran man f i.

Abg. Gröber (Zenit): Wenn die Yeiiinnigen die Verband- lrzngen der Handwerkervorlage durch ihre bstruktton nicbt verzögert »"ka köx_1_tZt_eci_1__wir schon Zwetitesßsein. d H

_ g. t er verwa r dagegen, (1 die reifinni en Ob:

struktion geirieizen hätten. Am Freitag seien noch 1?0 Vertrgeter von der Mehrheit fur die Handwerkervorlage hiergewesen; die Zahl sei auf 100 zusammengeschmqlzen, also seien 60 Mitglieder der Rechten und des Zentrums abgereist. _ _ Abg. 131: Pieschel (ul., Schriftführer): Einer der Schrift- fubrer, der am Sonnabend amtierte und der freisinnigxn Partei recht nabe steht, hat e_in Verhalten gezeigt, das man nicht anders denn als Obstruktion bezeichnen karin; er hat es mir auch ausdrücklich bestäti t. _ Abg.Richter: Es ist eine hübsche Praxis, Kollegen im Schri - fubrerarnt in ihrer Abwesenheit zu beschulbigen und sich auf private Mittheilungxn zu beruFen. Das Zentrum hätte lieber untersuchen sollenö wie viele von seinen Mitgliedern abgereist sind, ohne Urlaub zu ne men. -

Abg. Dr. Piescbel: Ick) würde nichts gesagt haben, wenn ni t Herr Richter jede Abficht der Obstruktion weit yon sich zur:??- gewie2s_e__n [)Ytk. (___ _ W _ _

g. nger Soz. : ir un erereits müsen die Art und Wxise, wie Herr Pie_schel ein Jnternum der Schriftiübrer und eine Privatunterbaltung hier vorbringi, durchaus mißbilligen.

Abg. Dr._Hermes (fr. Volksp.): Der Abg.Pieschel scheint einen Scherz _von Mir als Ernst aufgefaßt zu haben.

Abg. (Gröber: Die Obstruktion der Linken hat die Beratbung der Handwerkervorla e derzö ert. Wir sind vollzählig anwesend, die JrTMde des Herrn icbter sind aber nur durch drei Personen der- re en.

Abg. Richter: Die HandwerkerVOrlage iii plößlich auf die Tageßordnung gekommen, nachdem im leßten Seniorenkonvent die Herren von Leveßow und von Kardorff sich dagegen ausgesprochen batten, daß sie überhaupt noch zur Verhandlung komme. Jeder Abgeordnexer hat_ das Re_cht, sich der Abstimmung zu enthalien; das geschieht bei der Zahlung des Hauses dadurch, daß man drm Saale _fernbleibt. Werzn Sie Geseße machen wollen die dze Minderheit fü_r _schä_dlich halt, dann haben Sie die Verpfticßtung, fur die_ Beschiußfahtgkett zu sorgen und nicht auf die (Gutmüthigkett der Minderheit zu rechnen, daß disse das Haus füilt, während die Freunde der Vorlage zu Hause bleiben.

Abg. _Gröber glaubt, daß man bei der Stimmenthaltung im Saale bleiben wüffe, mißbilli t aber die Verwendung von Privat- unterbaltungen in öffentlicher ersammlun .

Abg. Richter: Um falschen Mittéeilungen entgegenzutreten, muß ich feststellen,_ daß mein Freund Hermes bei der ersten Ab- stimmung, welche dte Beschlußun abigkeit ergab, garnicht fungiert hat, wohl aber _Herr Pieschel. Es kann doch schon aus rein mensch- lichen Verhaltnissen einmal vorkommen, daß man zur Abstimmung nicht wehr rechtzeitig in dem Saal konnte. Uebrigens bestimmt die Geschaftßordnung, daß bei der äblung des Hauses akle Abgeordneten den Saal zu yerlaffen haben. 5 kann also derjenige, der fich der Stimme enthalt, nicht im Saal bleiben.

Abg. 1)_r. von Leveisow: (Es find mir viele Fäile bekannt, bei denen sich dre sich der Stimme Eritbaltenden bei mir gemeldet haben.

_ Abg. Richter: Das würde der Geschäftöordnung nicht entsprechen; Mir ist davon auch nichts bekannt. _

___Das Urlaungesuch des Abg. Dr. Schneider wird ab- ge e nt.

Die zweite Berathung dcs Gese entwurfs, betreffend den Servtstartf und die Klas eneintheilung der O_ rte, wird darauf fortgeseßt, und zwar, nachdem am Sonnabend dre Klaffeneintheilung erledigt ist, beim Servistarif.

Die von der Regierung vor rschlagenen Aenderungen der Servissäße beziehen slch hauptsä lxch_ auf die vorübergehende Quartiergewährung für Unteroffiziere und Gemeine _auf Stallungen _ für Dienstpferde und auf (Heéchafts- zimmer. Die Vorlage will dyn Servis für Unter- offiziere um 25, für Gemetzie um 331/3, _r Dienstpferde um 50, für Geschäftszimmer um 75 v. „m den einzelnen Sermsklaffen erhöhe_n. Die_ Brzd etkomxnisio" beantragt ferner, die fünfte Sermsklaffe m die er Beziehung der vierten gleichzustellen. _

_ Die Aenderungen des Servrstarifs werden darauf ob"? ]eglicbe Debatte gene migt. _ _ _ _

An Stelle des 3, welcher dre Mtttel fur den erhohte," Servis und WohnungSgeldzuschuß gewähren sollte, hat die Kommission einen anderen § Z vorgeschlagen, wonach die Klaffeneintheilung der Orte aus::ahmswetse nach funf Ja stattfinden solle.

- iragsvertrag zu dem

Aus einr Anwßrmgdes Abg. Dr. Hammacher (ni,)

«nun der des Nei ts 1). Graf von osa- Staatssekretcirau WKYM validündeten Regier

en xwakIY-ÜUY [an geworden sei, daß es zweckmäßig,

- Frage des Wobuungöaeldzuscbuffes nach anderen Wdsdieen zu ordnen, als nach denen des persönlicbxn Servis. We Be eblußfaffun sei aber noch nicht erfoFLvF-ber bei Annahme des Bes luffes der ommission würden sofort agungen stattfinden, „b in der angedeuteten Weifx verfahren werden solle. _ Die von der Kommission vorgeschla ene Resolution: ,Dabin zu wirken, da für die BemeZung der Höhe des

Wohnungs eldzuscbuffes und ie entsprechende rtsklaffeneintbeilung

nicbt auss li lick) die Sewiskkaisen als maßgebend betrachtet

werden, und _da demgemäß das Reichs-Geseß vom 30. Juni 1873

geändert wird" wird ohne Debatte angenommen.

Darauf wird die zweite Beraihung des Gesehentwurfs, hetréfend die Abänderung der Gewerbeordnung, fort-

e 1k. _ ges yZu § 1003. ließt der Antrag des Abg. Richter (fr. VolkSp.) vor, bei Bi dun einer Zwangs-Innung gußer d_er ortsüblichen Vekanntma ung auch eme personliche Mit- theilung den Betheili ten zukommen _ zu lassen. Der Antrag wird gegen die timmen der Sozraldemokratey, Frei- nnigen, Nationalliberalen und einiger ZentrumSmttglreder abgelehnt und __J 1003. unverändert genehmigt.

Nach § 1 b Abs. 4 sollen die bestehenden Innungen _ge- schlossen werden, wenn für das betreffende Gewerbe eme Zwangs- nnung gebildet wird.

Abg. ichrer beantragt, diese Bestimmung zu streichen, da (: die Zwangs-Jnnunk; sich nur auf diejenigen beschränken könne, wel _e Gesellen und Lebrinae hielten. Man könne doch die_ Meister, die ohne Gesellen und Lehrlinge arbeiteten, nicht ohne weiteres aus der Innung ausweisen, während die Innung vielleicht manche Einrich- tungen babe, die die Zwangs-Jnnungen nicht fortführen durften. Redner weist auf die Preßbefefabrik der Bäckerinnuna_ .Concordig' in Berlin und deren sonstige Einrichtungen, die in kostspieligen Gebauden untergebracht seien, bin. _

Abg. Gamp (Rp). Die Meister, welcbe kerne_©ei_ellen und Lehrlinge halten, können der Innung beitreten; die WHUYM Mit- glieder einer freien Innung können auch derarti e gewerbli Unter- nehmungen fortführen in der Form einer Gesells aft mit beschrankter

un . HaftAbéz. Richter: Eine Innung kann doch ni 1 bei der Auflösung so ohne weiteres i re Aktiven und assiven an eine Genossenschaft orkr Geselischaft m beschränkter aftung übertragen. Das _Ver- mögen der aufgelösten Innung geht ja auf die Zwangs-Jnnung uber.

Abg. Bassermann Tul.) weist auf die §§ 1001x und 10011 hin, welche die Ausscheidung so cher Gewerbebetriebe sicherstellten.

Abg. Richterx Die Vermö erisybiekte können aber nicht so leicht ausgesondert werden, und jedenfa wird dadurch der ganze Hypothekar- kredit für die Innungsbäuser erschüttert. Große Vermögen de_r be- stehenden freien Innungen werden dann den Zwangs-Jnnungen in den Schoß geworfen.

Der Antrag Richter wird abgelehnt und § 1001) unver- ändert genehmigt.

(Schluß des Blattes.)

_ Das Herrenhaus ertheilte in seiner heutiger (16) Sißung zunächst dem (Hes e entwurf, betreffend die Erri tung eines Amtheri ts in Witkowo, dwie dem usaßartikel zur revidierten Rheiirs iff- fahrtsakte vom 17. Oktober 1868, (1. (1. Mannh_etm, den 18. September 1895, und dem Geseßentwurf uber den Erlaß polizeilicher Strafverfüßungen wxgrn Uebertretung strom : und sch ffahrts_polt_zet- licher Vorschriften auf der Elbe und auf dem Rheine, weiche beiden Vorlagen bezwecken, für die betreffenden Ueber- tretunqen in erster Instan _statt der Rheinschiffahrts- und Elb oÜgerichte die Polizeibe orde für die Straffeftseßung zu- stän ig zu machen, ohne Diskusfiqn seine Zustimmung.

Namens der Agrarkommisston berichtete sodann Herr von Hanstein über den vom Grafen zu Inn: und Knyp- hausen eingebrachten GeseZentwurf, betreffend _Al» ätzderung der hinsichtlich der a d auf Wasservogel iur Ostfriesland geltenden ge eßlichen Besttmmun en. Der (Hkseßentwurf, der gewisse Unklarheiien der alten Ge eß- gxbung beseitigen will und auch vom Hannoverschew Pro- mnzial-Landtage gebilligt worden ist, wurde mtt eim en redaktionellen Aenderungen an enommen, nachdem er Antragsteller und „Herr Ober- ür ermeister Kuper den- selben empfohlen und der Minister ÜL" Landwirthfchaft 2c. Freiherr von ammerstein seine Ansicht dahin kundgegeben hatte, daß er er Sache günstig gegenüberstehe und die An- nahme des Entwurfs bei der Re terung befürworten werde.

Ohne Debatte genehmi te as Haus ferner den Nach- taaisvertrage vom 17. Ok- tybcr 1878 über Errichtung eines gemeinschaft- 11Then Landgerichts in Meiningen, wonach das Dienst- gltersfiufensystem auY für die Beamten dieses Landgerichts ln Anwendung gebra t werden soll.

(Schluß des Blattes.)

_ In der heutiFen (90) Sipung des Hauses der Ahgeordneten, we er der Minisier der öffentlichen Ar- beiten Thielen und er Minister für Landwirthschaft 2c.

reiherr von Hammerstein beiwohnten, gelan te der

,eießentwurf, betreffend die Erweiterung des taats- Elsenbahnneyeis und die Betheiligung des Staats an dem Bau von Kleinbahnen sowie an der Errichtung WU _landwirthschaftlichen Getreidelagerhäusern, zur dritten Berathun_g.

Abg. Möller (n .) beantragt, in der Vestimmun des § 1: „daß der Grund und Boden der ReLierun in dem mfang, in welchem derselbe nach den landesgeseßlchen * estimmun en der Ent- Ugnung unterworfen und bei der landespolizeilichen bnabme für "okbimndig erklärt ist, unentgeltliY'und lastenfrei zu übermeisen ist“, de Worte ,und bei der _ erkl rt", welche in der zweiten Lesung

“Us Antrag des Abg. Gamp hinzugefügt sind, wieder zu streichen, da TFQYFÜKU e_rk_lärt habe, daß der Antrag Gamp für die Regierung c m ar e.

. Abg- Gump (fr. ions.) hält seine Ansicht aufrecht, will sich aber Mit der Strei-bung dex Worxe „bescheiden, weil fie der Regierung un- ?!mebmbar seien. Er bitte aber den Minister, durch eine Ver- KIUUJ die Angels enbeit in seinem " Sinne Zu regeln und

e Grundfä e, d e in dieser Beziehung efolat werden, F veröffent chen , damit sie allgemein bekannt würden. bri b?bsxte sich auch vor, - auf die Sa bei einer späteren Gelegen-

et ziiruckrukom'men. Redner bestreite ferner die Richtigkeit der vor- Zest'iFn An aBm-dek Mini ers über die unabme des Verbrauchs

"" "ländi «beki-Hoszwe en. Dieselbe eg igung, welche das den inländischen

inländiscbe Hol erfahren " ' , e, musse au ' Eintene" Undz derx inläiidi en Kohle zu tbeil werden.

“iSaufschag von ,.10 0/ komme ar nieht in Betracht angesichts des “ckuyes der einbeimiscbecir Produkiion und Arbeiter.

„Minister der öffenkli _ Arbeiten Tbielen bittet um die An- nahme des Antrages MZF:- saot aber du, nach Möali eit die Grundxäye für den Erwerb von Grund und Boden im inne des Abg. durch eine Vetfü (; dahin zu “ZL; daß die Eisen- babu-Direktionen mit der FWW von d und Boden na der Eröffnung der bn; auf das Uernotbwendi c bei ränken und daß eine NaYYrderung nach dem A schluß des en Betriebsjabres der speziellen nebmigung des Ministers edarf. In jedem Falle laü'e ck nicht genau voraussehen, in welchem anfang noch in Zukunft nd und Boden nothweztdig sei. Der thßer bält ferner seine neulicben Angaben bezü ltcb der_Verwendung_in- ländischer Schwellen aufrecht. Bei den ienenlteferungen musse aus technischeu Gründen mit der grö en Vorsicht verfahren werden; ohne Noth werde kein Schienenmat al vom Außland bezogen.

Abg. Dr. Arendt (fr.kons.) bedauert, daß dem Bau von Klein- babnen an manchen Orten von der Verwaltung entgegengewirkt werde, und empfiehlt einige beffere Eisenbahnverbindun en im Mansfelder Kreise. namentlich eine Verbindung Querfurts mt Eisleben. Wenn der Staat nicht selbst dort Nebenbahnen bauen woue, solle er wenigstens den Interessenten die Genehmigung zum Bau von normal- f puriaen Kleinbabnen nicbt versag_en. _

Ministerial-Direktor Dr, Micke: Es handelt sicb nur um die Befriedigung eines örtlichen Verkehrs und wenn solche Linien normal- spurig außgebaut werden, würden aus dem Rahmen des Klein- babnge eyes herausfallen und den Staatslinien Konkurrenz machen.

A g. Ries (fr. kons.) empfiehlt den Bau einer Nebenbahn von Olsberg ü er Winterbua-Hallenberg (Kreis Brilon) nach Frankenberg, Regierungsbezirk Cassel. _

Ab . ])r. Hahn (5. k. ZZ.) beklagt, da durch mangelhafte Elferr- babnverSindungen der SeeVer ebr von Gees emünde zuruckgegangenset, und empfiehlt im Interesse des gesammten Handels, an der Unter- we'er eine direkte Verbindung von Geestemiinde nach Magdebzrrg ber- xuchkellen durch eine Bahn Rotenburg_Stubbe. Rxdner befurwortet ferner Tarifermäßi ungen für den lebandel, damtt der Holzhandel in Geestemünde 111th demjenigen in temen konkxtrrieren könne. _

Abg. von Bülow *Bosiee (fr. tons.) wunscht den Bau einer Linie Wandsbek_Trittan-Mölln. - _ _

Nach weiterer längerer Debatte wrrd die Vorlage an-

genommen. (Schluß des Blattes.)

Nr. 20 des „Centralblatts für das Deutsche Reich“, berauSgegeben im Reichöamt des Innern, vom 21. Mai, hat folgenden Inhalt: 1) Konsulat-Wesen: Ernennuxig; _ EntlaffunZ; _ Todesfälle; _ Exequatur-Ertbeilung. _ 2) m_anz-Wesen_: Na - weisung der Einnahmen des Reichs vom 1. pnl1897 [Zis Ende April 1897. _ 3) Zoll- und Steuer-Wesen: Bestimmungen uber den zolifreien Einlaß der von der im Jahre 1897 in Brüssel stattfindenden Welt-Ausstellung zurückgelangenden deutschen (Güter; _ Erganzung des Privatlager-Re ulaiivs; _ Aenderung von Tara aßen. _ 4) Marine und S iffabrt: Erscheinen des ersten Na trags zur Amtlichen Lijte der Schiffe der deutschen Kriegs- und Handelöuiaririe für 1897. _ 5) Handels- und Gewerbe-Wesen: Neues Verzeichmß der regelmäßigen Untersuchungen unterliegenden_ und den Anforde- rungen der Reblaus-Konvention entsprechend erklarten_©artenbau- 2c. Anlagen. _ 6) Polizei-Wesen: AuSweifung von Auslandern aUs dem

Reichsgebiete.

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Arbeiterbewegung.

Aus Breslau wird der „Köln. Ztg.“ vom Sonnabend telegra- pbiert: Der allgemeine Ausstand der Tis lergesellep ist beendet. Bei der Lobnfestseßung zeiYen die Arbe tnebmer gleichwie die Arbeitgeber Entgegenkommen. ( [. Nr. 118 d. Bl.)

Aus Wiesbaden wird der „Fkk? Ztg.“ zur Lohnbewequng der Maurer unter dem 22. d. M. gemeldet: Erne Besprechun der Lohnkommisfion der Maurermeister i_md de_r Maurergefellen it re- sultatlos verlaufen. Die Meister hielten ihr Angebot von 36 45 Stundenlohn auirecht, und die Geseaen wollten von ihrer Forderung von 40 45 nicht abgeben; es haben nun die meisten Maurer, 500 bis 600, die Arbeit niedergelegt. (Vgl. Nr. 120 d. B1.) _ _ _ _

Aus Erfurt, wo die Zimmerleute sich bereits seit einiger Zeit im Ausstande befinden, haben, wie der „Geraer Ztg.“ eschrieben wird die Maurer in einer Versammlung am Mittwoch eschloffxn, aui allrn Bauten die Arbeit niederzulegen, wo am Ausstande nicht be- tbeiligte Zimmerleute beschäftigt würden. Die Arbeitgeber haben dem-

gegenüber den Beschluß gefaßt, briAufrecbterhaltun dieses Beschlusses

der Maurer auf allen Baupläßen die Arbeit einzus eÜen.

Aus Bremen wird der „Köln. Ztg.“ unter dem 21. _d. M. berichtet: Der Ausstand in der Jute -Spinneret und -Weberei Bremen hat hkute solchen Umfang angenommen, daß die Verwaltung einen geregelten Betrieb nicht mehr _au rechterhalte_n konnte und ihn ganz emsteüte. Dadurch smd auch dre rbeiter, die gern verdienen wolXen, in Mitleidenschaft gezogen. _Im Ganzen sind nun 1400 Leute außer Arbeit. Die Verwaltung laßt sich auf Ver- handlungen nicht ein. (Vgl. Nr. 113 d. Bl) _ _

Aus Triest meldet „W. T. B.“: Sammtlkcbe Arbeiter_ des Arsenals des Oesterreichifchen Lloyd haben die Arbeit wieder aufgenommen. (Vgl. Nr. 119 d. Bl.)

Kunst und Wiffenschaft.

Der Kongreß für innere Medizin wird in diesem Jahre unter dem Prasidium dcs Geheimen Medizinal-Raths von Leyden nach langer Pause wieder in Berlin abgehalten, wo er zum leisten Male vor 13 Jahren zusammengetreten ist. Die Verhandlungen werden sich über eine große Zahl von Tbematen erstrecken, denen die höchste wissenschaftliche und praktische_ Bedeuttrng: zukommt. Ganz Yonderes Interesse beanspruchen die Vortrage des Gebeirnen

edizinal-Ratbs Liebreick) über die Ziele der modernen wedikamerxwsen Therapie und des Geheimen Medizinal-Ratbs Behring uber e pertmen- tene Therapie, Mühe die Genannten auf Aufforderung des orstandes halten Werden. Auch die Referate über akiuelle und wichtige Fragen, wie auf jedem Kongreß für innere Medizin erstattet werden, er ordern Bea tung: so über den chronischen Gelenk-Rbeumatißmus, __ uber Epilepsie, über die Basedow'scbe Krankheit. Unter den mehr als fgnfzig an emeldeten Vorträgen ragen viele durch die Wahl des Stoffs un die Persönlichkeit der Vortra enden hervor. Die dieSmalige Tagung des Kon resses wird sich von frü eren dadurch unterscheiden, daß eine ei ene . emonftrations-Siyuné' stattfindet, in welcher aus-

ließlicb seltene Krankheitsfälle und esondere erperimenteüe Demon- irationen oder wissenscha liche räparate vorgexiiibrt werden. Mit dem Kon reß wird im rchit tenbause eine usstellung von wiffenschaßjlichen Instrumenten, Krankeanlege-A paraten ArzneipräEa- raten und Krankenvahrungömitteln ver unden ein, weiche unter i- tung der Herren Geheimer Ober-Medizinal-Ratk) Schaper und tidat- dezent MendelsoZn gerade die Berliner Leistungen _auf diesen ebieten vorführen soll. uch hat das Berliner Lokalcomits dur den _?)rivat- dozenten agel, den bekannten medizinischen Historiker, e ne e christ, betitelt . ie Entwickelung der Medizin in Berlin', abfa en a en, welche, mit authen' chen Porträis der Hauptvertreter der me izinis en Vergangenheit Ber ins ge_sckzmückt cn Kongreßtbeilnebmern als Fey abe überreicht werden o . omit wird dieser Kon reß, für we n Einladungen an eine Reihe boclk estellter Persönlich eiten er- angen sind, vieles Bemerkenswertbe dar eten. Beionderer Dank e- Jübrt auch noch der General-Jntendantur der Kön! ichen Schau *: e, welcYe eine Festvorstellun im'Neuen Königlichen pernbause ( oll) zur Begrüßung der ausw rtigcn Gäste veranstalten wird.

-München 1897 wird berichtet: Obgleitb

Von der 71]. Internationalen Kunsiausstellnu in 1 G1 palast der V [lend [; : 'ti "Z“WZDZLUÜF m (14 o an an pra en er je 1: das arcbiiektyni che Bild der 'in-ssteliung in glänzender Totalwirkunß. reizvolle Abw selung _und woblibuende monumentale Harmonie m glücklichster Weise vereinigend. In allen Räumen ist in erster Linie: darauf Bedacht genommen, _durcb Vielgestaltigkeit in Form, Farbe und Dekoration der _ Ermudung_ des Besuchers möglichst vor- zubeu en. Die Hauptsale der drei Münchener Künstlergrupven sind mit p aftischen antiken Friesen, Malereien und dekorativen Portalen eschmückt. An diese reiben sich S_äle, die durch Bogen- ?tellungen mit reich ornxmentiertexr Saulen untereinander 13er. bunden nd. Unter den kleineren Raumen, vyn denen ein Theil mit ovalen berlichtkonftruktionen versehen und mit pbaytafievollen orna- mentalen Friesen geschmückt ist, bilden vor allem die _mtimen Kabinette für Aquarelle und Sihwarz-Weiß-Ausstellun en AnzwbungSpunkte von besonderem Reiz. So ist ein Raum in ie ner Gesammtkomposition au die ihn sierenden italienischen Majolika-Ornawente zusammen- ge timmt, während einem anderen als Leitmotiv der Schmuck riechifcher Tongefäße zu Grunde gelegt ist. Glanzpmzkte der _Aus- Zieliung werden auch die unter der Leitun der Architekten Fischer und Dülfer entstehendkn kunft ewerbli en Kabinette bilden, welche den modernen, schöpferi chen Bestrebungen gewtdrnet sind und ein erfreuliches Zeugnis; ablegen vori frisch pulsierender Originalität. Ueberali smd die Farben der Wande sowie die Technik ihrer Behandlung auf das Mannigfaltigste vexwexidet, obne irgendwie die Harmonische Wirkung des Ganzen zu beeintrachttgen. “Um vornehmsten it der Hauptsaal der retroipektiven Aussteliun ausgestajtet, der dem Bescbauer sofort zum Bewußtiein bringt, da er dazu bestimmt ist, höchster Kunst zur Folie zu dienen. Profeffor 131“. von Lenbach, der diese Räume mit besonders auserlesenen Werken beleben wird, und Professor Emanuel Seidl, der Architekt des ganzen Unterneömens, haben sich hier ein Ausstellungwbjekt geschaffen, _vrlchsesazugleicb die Wege weist, wie ein Heim der Kunst beschaffen ein 1) .

Verkehrs-Anftalten.

Passau, 23. Mai. W. T. B.) Zu Ehren der heutigen Generalversammlung des ereins zur Hebung der Fluß- und Kanal-Schiffabrt in Bayern wurde gestern Abend ein Fest veranstaltet, bei wechm der Bär ermeister die Gäste begrüßte und ein Hoch auf Seine önigliche Ho eit den Prinz-Re enten von Bayern aqurachte. Seine Königliche Hoheit der rinz Ludwig von Bayern, der Protektor des Vereins, brachte ein Hoch auf die Stadt Passau aus und h_ob in seiner Rede hervor: Er sei davon überzeugt, daß die Landwirtbschaft von dem Ausbau der Wasserstraßen ebenso

roße Voriheile haben werde, wie Industrie und Handel. Ein ge- ixunder Handel und eine esunde Landwirtbscbait schlössen si nicht aus; wenn die Landwirtbs aft jet auch schlechte Zeiten ba e, so werde es doch beffer Werden. azu_ könne durch andelSVerträge u. a. geholfen Werden, aber die Yauptjache müsse die 'andwirtbschaft selbst durch intensidere Bewirtbs afiung thun. _ In der heutigen Sißung Wurde von verschiedenen Seiten das Projekt eines Donau- Main-Kanals erörtert, zugleich Wurde mitgetheilt, daß bis jetzt 60000 „ki für die Kosten der Ausarbeitung_ des genannten Kanal- projekts aufÉbracht worden sind. Zum Ort der nachsten Hauptversamm- lung wurde chweinfurt ewäblt. Bei dem Nachmittags im Ratbhausever- ansialteten Diner bespra der Prinz Ludwig die bayerij chen Schiffahrtsver- hältnisse und toastete auf das Gelingen des Kanalprojekts sowie auf alle Mitarbeiter auf diesem Gebiet; ferner toasteten der Abg. Ritter von Proskowetz aus Wien auf das Gelingen der ?emeinnüvigen Schiffahrtébestrebungen und der Vertreter des ungar schen Schiff- fahrts-Vereins Klein aus Budapest auf den Bayerischen Kanal-Verein.

Bremen, 23. Mai. (W.T.B.) Norddeutscher Lloyd. D. „Eins“, v. New-York kommend, 21, Mai Nachm. Punta el ada Passiert. .Crefeld“, n. Baltimore best., 21. Mai Vm. in ew-York an ek. „Kaiser Wilbelm11.“, v. New-York kommend, 22. Mai rgs. Genua angek. .Bonn“, 11. Baltimore best., 22. Mai Mttgs. Lizard passiert. „Königin Luise“, 1). New- ork kommend, 22. Mai Vm. Scilly kassiert. .Coblenz', 22. ai Mrgs. Reise 1). Lissabon n. Brasi ien fortgeseßt.

London, 22. Mai. (W.T.B.) Castle-Linie. D. „Arundel Castle" ist heute in Plymouth angekommen.

Rotterdam, 23. Mai. (W. T. B.) Holland-Amerika- Linie. D. „Maasdam“ ist am Sonnabknd Vormittag Von New- York nach Rotterdam abgegangen. D. ,Zaandam" Von Amsterdam am Sonnabend Nachmittag in New-York angekommen.

Washington, 20. März. (W.T. B.) China Hat auf dem ostkongreß die Absicht erklärt, dcm Weltpostverein beizutreten. ie __Yesiseßung des Zeitpunktes ist vorbehalten. Yuri) Korea wiki

den eltpostvertrag unterzeichnen. Die Anschlußerklarung des Oranje- Freistaats ist in Vorbereitung. _ _ _

Ru land und Britisch-Jndten haben in der Kommrssion

die Abfi t erklärt, der internationalen Postpacket-Uebereinkunft beizu-

treten.

Theater und Musik.

Königliches Opernhaus.

Wie alljährlich beiVeginn der Sommersaison, ist je tdie: Zeit der GastTpiele an ebrocben, wcklche fit!) in diesem Jahre esonders viel- esta tig und xinterressant entwickeln. Nxben den auf Engagxmsni neule ??unsikräfte abzielenden Gastspielen, wre das des Vortreffitcben Bart- tonisten Herrn Hoffmann vomead-Ttheater i_n Kö_ln, ist es das Auf- treten berühmter auswärtiger Sgnger und Sangertnnen, welches, ob- wohl die Spielzeit zur Neige ebt, immer wtcder zum Theaterbesuch anregt und die ufmerkfamkett m_ Anspruch nimmt. Augenblicklich sind es nicht weni er als_ Vier Trager berühmter Künstlernamen, welcbe theils gemeinßam,_ theils einzeln mit dem vornehmen künstlerischen Enscmblr des Königlichen Odernbauses zusammenwirken: Herr Theodor Rerchmann, crr Emtl Gosse, Fräulein Franceschina Prevosti _und s ließli Herr _Francekxo Tama no, dessen erstem und Vorlaufig cinz gem Auftreten in Berlin am eutigcn Abend man mit Spapnung _ entgegensiebt. Dre drki erstgenannten Künstier sind hier langst dekqnnt und gewürdigt; auch die Aufgaben, in dsncn sie sich zeigen, _sind diejenigen, in denen man sie seit Jahren zu hören und zu schaßcn gewöhnt ist. In der Aufführung der .Meisiersinger“, am Sonn- abend, gab Herr Reichmann den Hans Sachs, _ Herr _Gyeye den Waltrr Stolzing. Beide waren Vortrefflick) disponiert, wwuberbaupt die gan eAuffübrun , welche unter Kapellmcisier Or. Ykgck's Léitung stand, durcb i re Frische Lesonders angenehm betitbrtu. Fraulxin P_revosti, deren Wirkungskreis vorzugsweise im italienischen Kunstgciang liegt, _fand am Donnerstag Vergangener Woche (1143 „Carmen ' nicbt deri ublichen Beifall; weder ibr (Gesang, noch ihre Darstellmxg sagten m_ dieser Rolle dem Publikum recht zu. Dagegen fand Herrn Goeßxö Don José lebbate Anerkennun. Auf der Höhe ibrer_Kunsi zeigte sich aber Fräulen Prcvosii ge?iern wieder in Verdt's ,?mviata', einer Partie, in welcher Gesang und Spiel der Kunstlcrm als vollendet bezeichnet werden müssen. Dir.?luffubrung _ng, wie WM im vergan enen Jahre, in italienischer Sprache vor ck. Besondxrs ut dis on?rrt war auch Herr Naval als Alfred, der unter den cm- Yimis en Künstlern durcb schritten Gesang und temperamentvoae arste ung allgemein auffiel. „Herr Hoffmann, welchcr die Partie

des Geor Germont offenbar upvorbereitct übcrnommen batte, san

dieselbe (: s einzi e Außnabme in deutscher S rache; er schien dur eine Kewiffe Un cherheit in der rollen Ent altung seiner großen

:

Mitt behindert zu sein. Theater Unter den Linden. Millöcker's melodiöse Operette .Der arme Jonathan"

brachte bei der vor esiriÜcn Vorstellung nicht nur dem tre "_ 11 Wiener Gaste, Fräu ein nnir Dirkrno, sondern der ganzcn 1: ne

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