I)ie Staatsschulden- Til ungskaffe kann sich in einen Schriftwechsel mit_ den'ana ern der Obligationen über die Zahlungsletsiung nicht einlassen.
ormulare zu den Quittungen werden von den oben: geda ten_Kaffen unentgeltlich verabfolgt.
Berlin, den 1. Juni 1897.
Hauptverwaltung der Staatsschulden. von „Hoffmann.
Herrenhaus.
Der, Kandidat des höheren Schulamis 131“. 131111. Fritz Burmeister ist zum eia1Smäßigen Stenographen bei dem Herrenhause ernannt.
Der bei _dem Herxenhause angestellte Botenmeister Karl S chumann ist gleichzeitig zum Kanzlei-Sekreiär ernannt.
Bekanntmachung.
DeZm Maxtscxbeider Pau'l Hellmich aus Hermsdorf isi von uns beute die kaugmß zur Verrichtung von Markscbeiderarbeiten für den Umfan des preußischen Staats ertbeilt worden.
K austbal, ken 3.*Juni 1897.
KöniglichesJOTlZLr-Bergamt.
Baur.
Abgereist: Seine ExceÜenz der Staats- Schönftedt, nach der Provinz Posen; Seine Excellenz der kommandierende Admiral, Admiral von Knorr, nach Kiel; der Unter:S1aatsfekreiär im Ministerium der geistlichen,
Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten 1). 131". von Weyrauch, mit Urlaub.
und Justiz - Minister
Yießtamtlichez.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 8. Juni.
Ihre Kaiserlichen ,und Köni lichen Majestäten thmcn ain ersten_ Pfingstfeiertage an em Hauptgottesdienst in dcr Friedens-Kirche zu Potsdam theil.
Geitern Vormittag um 11 Uhr wohnten Ihre Majestäten dem'S_ti_fiungsfest dds Lehr-InfantericBataiUonS bei. Seine Maxertat der Kaiser und König empfingen gelegentlich desselben Militärische Meldungen.
. Heizte Morgen von_ 9 Uhr an hörten Seine Majestät der Kaiser mi Neuen Palais die Vorträge des Kriegs-Ministers, General-Lieuienants von Goßler und des Chefs des Militäx- kabinets, Generals von Habnke. Um 12 Uhr Mittags . . den bisherigen Botschafter der Vereinigten Staaten von Ameri a Edwin F. Uhl, behufs Entgegennahme seines Abberufungsschreibens, und un- mtitelbar darauf in Privat-Audicnz den abberufenen japa- nischen Gesandten Vicomte Aoki.
empfingen Seine Majestät in Abschisdsaudien?
Ihre Majestät die Kaiserin Und Königin erthcilicn heute ini Neuen Palais „dem bisherigen amerikanischen Boi- YTfier Hsrrn Uhl und seiner Gemahlin die erbetene Abschieds:
u tenz.
Tak: „Armee : Verordmmgsblaii“ veröffentlicht folgende Alicxlwchste Kabineis-Ordre:
_ ch babe" beschlossen, die LandesS-Vertbeidigungs-Kom- uiission „aufzuheben, . und dkbalte Mir vor, ziir Beratbung einzklner die Laudeßvertbeidtgung betreffendkr Fragen jsircilig besondere Kommissionen zu berufen.
*)ikues Palais, den 6. Mai 1897, W i l i; elm. G [ von b er.
An das Kriegs-Ministerium. H
Die Nr. 6 der „Amtlichen NachriÖten des Reichs- Versicberungsamts“ vom 1. Juni 1897 enthält an erster Stelie cm Rundschreiben vom 29. Mai 1897, betreffend das Zusammenwirken der Einrichtungen des Vater- ländischen Frauenvereins mit den Organen der Ar- beitxrversicher ung,ferncr aus dem (Gebiete der Unfall- ver'sicheru'ng ein Rundschreiben an die Vorstände der dem Re:ch§-Verstcherung§ami ausschließlich unterstellten gewerblichen BerufSJenosscZnschaften vom 17. April 1897, betreffend die Jahresbxrichie dcr (Hemerbc-Aufsichtsbeamten für 1895, 11121th einen Nachtrag zii dem (Geschäftsbericht des Reichs-Perjichexiiiigsamis für das Jahr 1896 nebst einer Ueber- ficht, mie sich die in den Jahren 1888 bis 1896 in 1596 Fällen voii „Professoren, Leitern von Krankenhäusern, Kliniken u. s. w.,ersiatteten Gutachten nacb Bundes- [i_aaien unnd , preußischen Provinzen, in denen die cin einen Sachverstandigen ihren Wirxungskreis haben, vsri eilen. ?_Oaran ist die Bemerkung geknupft, daß es sich angesichts der starken Inanspruchnahme der ärztlichen Thäti ten für die Rechtsprechung der obxrsten Instanz in Unfallversi erungsiachsn empfehle, auf eine weitere Nußbarmachung dieses reichen Stoffs 011 Gutachten Bedacht zu nehmen, da sick) unter den Gutachten viele befinden, deren Bedeutung wegen der _rundsäßlichen Wichiigkeit der erörterten Fragen, we en der elt-znheit dcs Jolies, der bedeutsamen Stellung des Veriassers oder aus anderen „runden über den einzelnen Streitfall, zu dessen Entscheidung sie eingeholt sind, hinausgebe; deshalb werde das Reichs- Yerftcberungsamt im Interesse der Rechtsprechung, und um eine AUSnußung dieser werthvollen Arbeiten für wissenschaft- liche Fmeckx zu ermöglichen, fortan mit Einwilligung der Verfa er em el_ne diesex Gutachten in den „Amtlichen Nack): richten des eichs-Versicherungsamts“ im Nichtamtlichen Theil veröffentlichen und auf diese Weise den betheili ten Kreisen Jgänglich machen. „Woiter sind folgende Bes eidc und
eschliisse mitgetheilt:
Die usammenfaffung des vorläufigen Bescheides emä § 62 Ab aß Z h_es landwirtlxschaftlichen Unfallversicbergungsß ßeß es und _des [ormlichen Ye tstellungsbescheides emäß FW
a e bst, in xmer einheitlichen rkunde ist unzulässgi g. (1 .
Die, eiiiem Verleßien egenüber, der durch den Verlut yon ztyei Fingerri de_r xe ten Hand dauernd in feiner Er- werbsfahi keit becmtrachiigt war, in einem Bescheid auSgc- sprochene ndrohunJl, daß die Einsteüung der Rente erfolgen werde, _falls_ er die nordnung, zum Arzt zu gehen, nicht be- folge, ist fux unstatthaft erachtet worden; die Einstellung der Rente wurde danach den Charakter einer Strafe haben, zu deren Vqrbängung das Gesey der Berungenoffenschaft keine Handhabe biete. (1607)
_Die Angabe des Abstimmungsverhältniffes in den Be: schluffen und Urtheilcn der Schiedsgerichte ist nicht zu- lassiÉx. (156E08)k k ss ft ch
me ran en a e i au ohne ein entsprechendes Ersuchen der Berufsgenossenschaft befu t, Kassenmitglieder, die emen Unfall exlitten haben, nach A lauf der dreizehnten Woche statuteiimäßig m_eitxr zu unterstüßen, und die Berufs- enoffenschafi ist grundfaßltckx nicbt berechtigt, im Fall einer olckxen auftraéofen Linterstußung die gemäß § 8 des Unfall; UFWerUUJSge eyes geforderte Ersaßleistung abzulehnen.
Die Beantwortung einer Anfrage über die veri erun s-
rechtliche Zugehörigkeit eines Betriebes kann vonsYner Ze- xufSJenoffenschaft xiner anderen Verungenossenschaft gegen- uber nach der Bestimmung des § 101 des Unfallverficherungs- geseßcs gyundsa l_ich mcht'abgelehnt werden. (1610.) ' In cinem mzelfalle ist auSgesprochen worden, daß der 171,61me Schlachthause bßnußte Petroleummotor, der lediglich den ereck hatte, Mittels einer unterirdischen Röhren- lxitung deni Schlachthauss Wasser zuzuführen, die Ver- sicherungstlicht des _Schlachthausbetriebs nach § 1 Abs. 3 des UnfaUVZrstcherunngeseßcs nicht begründen konne, weil weder der Betrieb wesentlich auf der Verwendung des Motors beruhte, noch seine Gefährlichkeit durch die _Benußung des Motors wesentlich beeinflußt war. Dagegen isi das diirch den Petroleummotor bewegte Pump- werk als cm iclbstandiger und zwar bei der Bcrufßgenossen- schaft der (Has- und Waffermerke zu vcrsichernder Betrieb an: gessbcn worden. (1611.)
In cincxn Einzelfalle ist ausgesprochen worden, daß die yon 6 Miileicdern einer Gemeinde auf Grund der maßgeb- lichen Dox fcucrordnung und nach einem Gemeinderaths- b'eschluffe nbernommxne Vcrpflicbtung, vorkommMenfalls in einer fksxgeseßten Rßihenfolgc das Jahren der Sprißc gegen eine Jaber bezeichnete Vergütung auszuführen, die daraufhin zum Zivxcke der Feuerlöschhilfe geleisteten Fuhren zu entgeltlichen, in privatrecbtlicher Verein- barung , ubernommenen Lohnfuhren mache. Derartige gelegentliche Lohnfubrexi sieUen sich aber nach der feststehenden Rechtsprechung des RetchS-Ver'fichcrungSami-Z lediglich als ein Ausfluß der sonst zu landimrthschaftlichen oder gewerblichen chcken verwendeten Gespannhaltung dar und sind daher bei der betreffenden lnndmirthschafilichen oder gewerb- lichen VerUngcxiossenschqft, welcher die Gespannbaltung ?FZLYFterni-hiners im allgemeinen unterfällt, mitversichert.
Die AbholeUg eines von der HeereSverwaltung aus m1l1i9risch€n (Gründen "verkauften Forst rundstücks durch Arbeiter des Käufers gehort zum VetrieYe der Heeres- verwaltung. 1613.)
Die Verxven ung der nach dem 31. Dezember 1896 fäliig w'erdenden Zinsen des Reservefc-nds entspricht der Be- stimmung im § 18 Abs. 1 des Unfallversicherungsiieießes uiiter der Voraussesung, daß nach Feststellung der Umlage fYL' das Jahr 1896 der Reservefonds, einschließlich der für dieses Jabx _ noch zu machenden Einlage von 10 Proz. der Enixchadigungsbsträge ,und der bis um Schluß des Jahres 1896 fäliig _ gewordenen “ insen, die doppelte Höhe des Vorgussichtlichßn Jahrcsdedarfs für das Jahr 1897, übersteigt. Die1enigen Berufsgenoffen- schaften, ivelcbe ]?Zt, beim Vorliegen eines Reservefonds- bestandes in Höh: des doppelten Iabresbedarfs, die Zinsen zur Dcckunguder Genoffenschaftslasten verwenden, haben demnächst die Zufiihrung dcr “liissn zum Ncscrvefonds wieder auf: zunehmen, sobald derZ e1ervefonds wieder hinter den doppelten Jahresbebarf ziiriickgcht. (1614)
Aus dem Gebiete der Invaliditäts- und Alter?;- vcriicherung smd folgende RevisionS-Entschckdnngcn veröffentlicht:
Auch der VersicherungSanstalt steht die Anfech- tiing der 173 einer erneuerten Quittungskartc ver- merkten Beitxagsübertragung zu; doch istein einfaches BkftkLitén dcr Richti keit des Vermerks nicht geeignet, die Be- ??Yuxg desselben a B einer öffemlichen Urkunde aufzuheben. () .
. Wie die im Auslande_vcrrichieie Thätigkeit die Ver- sichcrungéxpflicht regelmäßig nicht bégründet, so kann auch eine iin Jnlande begonnene Versicherung im Auslande nicht fortgeseßt werden, sofern es sich nicht um einen nur vorübergehenden Aufenthalt im Auslande handelt. (575)
Dicskr Grundfaß, daß ein im Inlandc bestehendes Versicherungsverhältniß während eines nur vorüber- ebenden_Aufentk)alts des Versicherten im Aus- ande gemaß § 119 des Invaliditäts: und AlterSversicherungs- gesißes durch Weiterentrichtung der bisherigen Beiträge fort- geseßt und für die vorgefeßliche Zeit nach § 158 a. a. O. (W aufrcchterbalten angesehen werden kann, ist bei einem Ver- sicherten in Anwendung gebracht worden, der im Jnlande in einem festen _ArbcitSverhältniffc stand und sick) nur mehrere Jahre hintereinander auf 8 Wochen als Arbeiter nach Holland bigeben hatte.. (576)
Die Versicherungsberechiigung cincr [aut Dienstvertrags zur Hofarbeit auf Verlangen verpflichtetkn Deputanienfrau, der m den lcßten Jahren vor dem Eintritt ihrer Invalidität bas Aqueffern der für den Mühlenbetrieb erforderlichen Säcke übertragen worden war, und die diese Arbeit in eigener Behausung verrichtete und stückweise vergütet erhielt, ist anerkannt rporden. (577)
Eine für sich allein geringfügige und nebenher betriebene haysgewerbliche Thätigkeit wird nicht dadurch versicherungs- pflichtig, daß außerdim eine nach dem Invaliditäts- und AltexsverfichcrungSgcseß versichxrungdpflickztige Beschäftigung vorliegtx demgemäß sind nur die1enigenHauSgewerbetreibenden derxTcx'tilindustrie dem VerficherungSzwange unterworfen, bei denen die hausgcwerbiiche Thätigkeit wenn auch nicht
gerade immcr dcn Hauptberuf bildet, doch aber eine wesent-
liche Bedeutun für die wirt a li e hat. (578) a * bsch ft ck
Wenn ein Alierßrmtenbnverber einen Theil der bei der Rentenbexechnung_m Betracht kommenden 1410 Wochen in der vorgeseßltcben Zeit, den anderm nach dem 1. Januar 1891 erfullt bat,_ so sind aus der vorgeseßlichen Zeit nur s o viele Wochen in Aprechnung zu bringen, als es. zur Er- ganzung der in die Zeit nach dem Inkrafttreten des Geseßes fallenden Zahl bedarf. Dieser Grundsatz hat nicht nur darin zu gelien, wenn die dem JahreSarbeitSverdienft in der vorgesxtzlixhen Zeit_ entsprechepde Lohnklasse niedriger ist, als die den Wirklich geleisteten Beiträgen entsprechende, sondem auch_ umgekehrt de_mn, wenn wegen- eines höheren Jahres: arbeitSvcrdienstes m der vorgeseßlichen Zeit die aus dieser bei der Rentenberechnung zu berückjichtigenden Wochen eme hohere Rentensteigerung begründen, der Herrschaft des Geseßes geleisteten Beiträge. iir die Anwenduncß ,dieses Grundsa es ist es 9 ne- Belanq, ob es fr bei der unter der Her chaft des Invaliditäts- und_ Altersversicherungsae'seßes,"zurückgelegten Wartezeit aus- schließlich um diirch Pfttchtbc1trä e gsdcckte Wochen handelt, ode'r ob xtwa ein Theil der arte eit durch freiwillige YeiiréiögJeFstung oder durch anrechnungsiähige Krankheit erfülit i . .
Der nichtamtliche Theil enthält entsprechend der oben wiedergegebenen Bemerkung des amtlichen Theils über die“ Nußbarmachung der dem Reichs-Versicherungsamt erstattetcn arztiicheri Gutachten als erste Veröffentlichunq auf diesem Gebieiem Obergutacbten des Krofessor's Dr.Schoem: born in Wurzburg über die öglichkeit traumati- schxr Entstehung von Magenkrebs, ferner eine Mit- theilung des Herrn Staatssekretärs dcs Reichs-Postamts über“ den Aufschwung des telegrapbischen Unfallmelde-
dienstes.
_(Die neben den einzelnen Bescheiden, Ve lü en un Revisioys-Eyischeidungen stehenden eingeklammesikienff Zahleii geben die Ziffer an, unter der diese in den „Amtlichen Nach- richten“ veroffentliéht find.)
Stellung im Ganzen
Der Kaiserliche Gcfandtc in Kopenhaaen, Geheime Le ations- Rail) von Kiderlxn-Waechtcr ist auf seinen PosteiiJzurück- _qekÉrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder iiber- no men.
Der hiesige Komgltcb fächsiiche (Gesandte Graf von Hobenthal iind ergen hat Berlin mit kurzem Urlaub verlassiZn. Wahrexid seiner Abwesenheit fungiert der Legations- Sckretar von SULgllH als interimistischer Geschäftsträgcr.
Laui telegrapbischer Meldungen an das Oder:.Kommaiido der Marine find S. M. S. „Kaiser“, KommandantKapitän zur See nyx,"und S. M. 'S. „Cormoran“, Kommandant Korvetten-Kapitan Vrussatis, am 5. Juni in Wusung an- gekommen; der fahrplanmäßige ReichsWostdampfer „Stuit- FSU“ des Norddeutscher: LWF) ist mit dem aUSgehendeu Nd- osungStranSyort für . M. Schiffe „Falke“ imd „Bussgrd“, Fuhrer: Korvstten-Kapiiän Wallmann, am 4. Juni in Colombo angsfommen und am 5. nach Adelaide in S:: gegangen.
Bayern.
Dex früherßReg_ierungs:Präfideni von Ober-Ba ern ])]: Vo_n Ziegler 111, wre „W. T. B.“ meldet, heute in sinchen gestorben.
Sachsen-Coburg-Gotha.
Der gemeinschaftliche Landtag der Herzogthümcr Coburg und Gotha hat in seiner Sißung vom 4. d. M. das Gessß, betreffend die Besoldung der Richter, erledigt“ und die Gehälter der Landrichter auf 3500 bis 5500 „(ck nach vollendetem 20. DiensUahre, die der AmtSricbter auf 8000 bis 5500 «ll: nach vollendetem 30. Dienstxahre festgeseßt.
Frankreich.
Der Präsident Faure hat, wie „W. T. B.“ vernimmi, in dem am Sonnabénd abgehaltenen Ministerrat die Mitthei- lung gemacht, daßseine Reise nach Savoyen und er Dauphinée in der ersten Woche des Auguststattfinden werde. Der Minister des_Aeußern Hanotaux theilte mit, daß der Handelsvertrag zwixcben Frankreich und Bulgarien am 4. d. M. in Sofia unter- zeichnet worden ist.
In der Deputirtenkammer rechtfertigte am Sonn- abend der Minister der öffentlichen Arbeiten Turrel in seiner Beantwortung einer Znterpcllaiion über die Entlassung zahl- reicher Arbeiter in den Minen von Grandcombe das Ver- halten der Kompagnie und erklärt?, die Gründe für die Ver- minderung der Arbeit lägen in der Konkurrenz der über Marseille eingeführten englischen Kohle. Er, der Minister, habe eine Verminderung der KohlentranSporte auf der Eisen- bahn über Marseille durchgeseßt und werde versuchen, andere Abmachungen in diesem Sinne zu erlangen. Im Laufe der Berathung nannte der sozialistische Deputirte (Hérault: Richard mehrere Kollegen Spi el; das Haus beschloß gegen ihn eine Rüge mit zeitweiliger usschließung von der Sißung. Da GéraultMichard sich weigerte, den Saal Yu verlasscn, unterbrach der Präsident die Sißung. Währen der Pause trat ein iquet von 8 Soldaten in den Sißungs aal und der Obert, der im Palais Bourbon die Wa e hatte, legte Gérault-Nichard die Hand auf die Schulter und forderte ihn auf, den Saal zu verlassen. Dieser fügte sich, bemerkte ]edoch, er weiche nur der Gewalt, und rief: „Es [che die soziale- Revolution!“ Einige Sozialisten, die im Saal geblieben waren, klaischten Beifall. Nack) Wiederaufnahme der Sitzung vxrlangte der Deputirie Jaurßs, die Regierung über diesen Angriff auf die Freiheit der Depuiirten zu inicrpellieren. Der Präsident Vrisson verwciqerte dies, da diese Frage nicht zur TageSordnung gc- höre. Die äußerste Linke protestierte kaut dagegen. Die Sisung
wurde sodann unter großem Lärm geschlossen.
,- /
als die unter '
5' d. M.
Rußland.
Die „Nowoje Wremja“ bemerkt _aus Aniaß der That- sache, daß in Ubessynien eine rus'sische diplomatische Mission errichtet werden solle, dieselbe werde friedlichen und kulturellen Zwecken dienen. Rußland wexde Abeffymen helfen, die ersten Schritte, _v9m' Wege eines primitiv patriarchalischen Lebens zur Zimlifation zu machen.
Italien.
Anläßlich des Nationalfeiertages fand am Sonntag in Rom eine Parade über die dortige Garnison stati, welcher der Konig, dic Konig_in_, der Prinz und Die Prinzessin von Neapel, dcr Konig von Siam sowie die Deputation des 1. HessischenJusaren-Regiments Nr. 13 beiwohnten. Der König un die Königin wurden von der zahlreich in den Straßen angesammelten Menge leb: haft begrüßt. Gestern ist der König von Siam von Rom über Yorenz nach Wien abgereist; auf dem Bahndofe waren zur ' erabjcbiedung der König von Italien, die Prinzen, die Minister und die Spißen der Behörden erschienen.
Spanien.
Die Königin:Regentin Hat den Minister-Präsideniezi Canovas del Castillo in feiner Stellungbelassen, um Mit demselben Kabinet die bisherige Politik weitcrzuführen. Am Sonntag Abend fand ein Ministerrat!) était.- _
Das Dekret, durch welches die Re ormen in Cuba eingeführt werden, ist gestern in Havanna amtlich bekannt gemacht worden.
Schweiz.
Die land wirihscbaftlichen Vereine der Schrpeiz haben sich, wie dem „W. T. B.“ aus Bern gemeldet mird, zu einem „Schweizerischen Bauernverbaxid“, behufs Wahrung der gemeinsamen Interessen, namentlich „auf dem Gebiete der (Hefeßgebung und der HandelsPolitik, vereinigt und die Gründunq eines schweizerischen Bauern-Sekretaria'ts als ge- meinsamer Zentralstelle beschlossen, für welche die Unter- stüßung des Bundes verlangt wird.
Türkei.
Am Sonnabend Nachmittag hat, wie „W. T. B.“ meldet, in Konstantinopel die zweite Konferenz der Botschafter und der türkischen Bevollmächtigten über die F ric d ensbc d in gu n g en statt efunden. Wie das Wiener „Telegr. -Kor_resp. - Bureau“ erfä rt, hätten die Botschafter in dieser Sisung ein Memorandum über die Abgrenzung in Thessalien, die Höhe der KriegSEntschädi- gung und die Frage der Kapitulationen vor- „aeleqt. - Der „Standard“ meldet, daß der ehemalige jürkische Boischafter in Wien Zia Pascha u_nd der ehe- malige Gesandte in Athen Assim Vet) angewrcsen worden seien, den Minister des Auswärtigen Tetvfik Pascha bei den Friedenöverhandlungen zu unterstüßen,
Aus Kanea vom Sopntaq meldet die „Agence Harms“, daß ein europäisches Kriegsschiff an der Küste von Kreta ein Segelschifß an dessen Bord sich 14 bewaffnete (Griechen, darunter er Sohndes Obersten Manos, befunden hätten, auf- gebracht und nach dcr Suda-Bay geführt habe.
Grietheuland.
Dis Königin und die Kronprinzessin sind am Sonntag von Omerber) nach Athen zurückgekehrt, nachdem sie auf der Rückreise dem Lager der Verwundeten bei Hagia Marina einen Besuch abgestattet hatten.
Das Dokument, worin die näheren Bestimmungen über den Waffenstillstand zur See festgeseßt wurden, ist, wie „ . T. B.“ meldet, am Freitag von den türkischen und griechischen Dclegirtcn unterzeichnet worden.
Dcr „Standard“ meldet aus Athen vom gestrigen Tage, daß die griechische Regierung den Mächten neuerdings vorgestelii habe, wie drinqend nötbig ein schleuniger Friedens- schluß und die Räumung Thsffaliens seien, da der gegenwärtige Zustand das Land schnell erschöpfe. ES wurde den Virtretern der Mächte zugleich ein Memorandum über angebliche (Gewa lt- thätigkeiien der Türken in Thessalien und_Epirus überreicht, Wiki «? mit Duldung der türkischen Offiziere be- gangen worden eien. Die Mächte werden darin cbeten, Maß- Uahmen zu ergreifen, um den Vkrbrcchen Einhat zu thun.
Der Minister=Präfident Ralli soll, der „Agenci' Havas“ zufolge, erklärt haben, daß er die Deputirtenkammer noch im Laufe des Mai (a. St.) einberufen werde.
Die Regierung hat die Ab ahrt bewaffneter Banden nach Kreta ver indert; der Aviso „ aralos“ ist angewie en worden, zu diesem weck die Meercsftraße bei Cerigo zu ubcrwachen.
Die gestern in Athen erschienenen Abendblätter veröffent: liYen den Wortlaut eines geheimen Nundschreibensdcr „ thnike Hetairia“, worin dieselbe erklärt: sie werde ihre Organisation auflösen, nachdem ihre Sekretäre Mittveilungen Über ihre Thätigkeit in die Oeffentlichkeit gebracht und sich gegen sie aus esprocben hätten. Das Rundschreiben bemerkt ferner, die Ge ellschaft sei ein Unternehmen, das „direkt aus de_r Armee hervorgegangen sei, und giebt die Versicherung, daß sie niemals zu existieren aufhören werde, so lange die hellenische Nation bestehe.
Rumänien. Die Genesung, des Prinzen Ferdinand verläuft, dem „W. T. V“ zufolge, in bsfricdigender Weise. Jede Gefahr ersch-cint beseitigt.
Amerika.
Der StaatSsckreiär Sherman hat, _wie „W. T. B.“ (Jus Washington meldet, dem Senat em Schreiber) dcs osterreichisch-ungarischen Gesandten Dr. von angeltziuiler übersandt, worin gegen die Anwendung von tfferentialzoLen auf Zucker aus Ländern, die E portprämien zahlen, als der Meist- begünstigung zuwiderlaufend Einspruch erhoben wird. Oesterreich- Ungarn hoffe, die Regierung werde den Kongreß über die den Vereinigten Staaten aus dem Vertrage erwachsenchi V_er- pflichtungen aufklären und die Annahme der Differenotialzolle Verhindern, gegen die O2sterreich:Ungarn von neuem Einspruch iu erheben genöthigt sein würde, wenn dieselben endgültig angenomMen werdcn soUtcn. Das Schreiben wurde der Finanz- kommission überwiesen.
Afrika.
„Reuter'schen Bureau“ wird aus Kairo vom ; gemeldet, daß bei Salamat, 60 englische Meilen nördlich von Dongola, am 1. d. M. eine Patrouille berittener
Dem
egypttscher Truppxn niit einer Patrouille der Derwische zu- sammen. estoßen sei und dieselbe geschlagen habe. Dabei seien 8_ egyp'ti'che Soldaten gefauen und 4 verwundet worden; auch ein britischer Offizier sei schwer verwundet worden. Die Dermiscbe hätten 15 Todte zurückgelassen.
Polynefien.
Nach einer dem „Reuter'schen Bureau“ zugegangenen Meldung aus" Honolulu vom gestrigen Tage hat die Regierung von Hawaii es abgelehnt, Japan die Genug- thuung zu geben„ welche dieses verlangte, weil die Regierung von „Hawaii sich geweigert hatte, die Landung von 400 japanischen Einwanderern zu gestatten. In Honolulu verlautete, der japanische diplomatische Agent Shimamura werde Honolulu verlassen und damit die diplomatischen Be: ziehungen zu Hawaii abbrechen.
Parlamentarische Nachritbteu.
Die nächste Sitzung des Herrenhauses ist auf deii 23. d._ M anberaumt woiden. Auf der Tageöordnung stehsn mündliche Berichte über Petitionen.
Nr. 22 des .Centtalblaits für das Deutsche Neich', beraußgegeben im ReichSamt des_ Innern, vom 4. Ju_ni,_ bat folgenden Inhalt: 1) Konsulat-Weien: Ernennung; _ Ermacbtigung zur Vornahme yon Zivilstands-Akten; - Exequaiur-Eribeilung. - 2) Finanz-Wesen: Nachweisung der Einnahmen des Reichs für das Etatsjabr 1896/97. - 3) Zdll- und Steuer-Wesen: Verande'rungen in dem Stande oder den Befugnissen der Zoll- und Steuerosiellen. -- 4) Polizei-Wesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Nexebsgebiete.
Nr. 19 des . Eisenbahn-Verordnungsblatts', beraus- aegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 3. Juni, hat folgenden Inhalt: Allerhöchstes Privileaium wegen Ausaabe von 5700 000 „“ dreieinhalbvrozentiZLer Anleibkscbeine dsr Stargard- Küstriner Eisenbabn-Geseüschaft, uEgabe von 1897, vom 29. Avril 1897. - Alierhöcbste Konzessions-Urkunde, betr. den Bqu und Be- trieb der vollsvurigen Nibeneisenbabnstrecke von Kaltenkirchen nacb Bramstedt durch die Altona-Kaltenkirchener Eisenbabn-Geseüschaft, vom 10. Mai 1897. Erlasse des Ministers der öffenilichßn Arbeiten: vom 21. Mai 1897, betr. Bestelluna des Komm1ffars fur die Ausübung des staatlichen AufsichtSrecbts'ül-er die Eisenbahn von Kaltenkirchn nacb Bramstedt; vom 25. Mai 1897, betr. Freilassung der Hilfsbeamicn von der Kautionspflicth vom 28. Mai 1897, betr. Untersuchung der Betriebsmaschinen bei Kleinbabnen; vom 29; Mai 1897, betr. Vorprüfung dsr Genehmigungs-Gksuche zu Dammkeffel- anlagen und ibrc'r Unteriagen; vom 29. Mai 1897, betr. Abstand- nabme von der Nacherbebung eines Stempels. -- Nachrichten.
Arbeiterbewegung.
Jn Bochum find, wie die .Köln.Ztß.“ personal der elektrischen Straßen ahn (vgl. Nr. 131 b.Bl.) 60 Mann seit Sonntag im Aus tand. Der Verkehr ist nichi eingestellt, nur bascbiänkt. - Unter den Maurern (vgl. Nr. 127 d. Bl.) dauert die Bewegung, die. wie feitgestclit worden, durch eine Agitation bon auswärts veranlaßt wordcn ist, zwar noch fort, abcr die ursprünglich qsstxljten Forderungen find Wefsntlich sin- geschränkt worden. DLr Vorsitzende Struckmann konnte in Liner am Sonnabend abgehaltenen Versammlung die Mittheilung macb-xn, daß die Unternehmer fast durckgängig den Stundenlohn bereits um 2 „_5 erhöht hätten. Man woäte deshalb diescn jetzt auch enigcgcnfommen und nur noch eine Lohnerhöhung von Z „5 für die Stands Vetiangen. Die Versammlung beschloß dem Vorschlage gxmäß. WEnn diese: Forderung abgslebnt wird, solite beute die Arbeit emgeftsilt Werden.
Jn Bergedorf bei Hamburg befinden sich, wie dcm. .Vorw.“ berichtet wird, die Arbeiter und Arbi'iterinnen_ der Faksrstoff- Zurichterei und mechanischen Bürstensabrik don Mey u. Comp. seit Anfang dieser Woche im Ausstand. An diniselben sind 110 5Yersonen betbeiiigt, darunter 38 Fram'n.
Zn Wien traten am Sonntag dis Pferdebahn-Angesteliien (Vgl. Nr. 128 u. ff._ d. Bl.) in den Ankstand. Abgesehen Von einigkn unbedeutenden Ansicbreitungen, verlief de_r erste Tag volLkommsn ruhig. Ein Wagenmeister Wurde in einer Remise durch einen Stein- wurf verleyt. Dic Ausständigen Versuchen ferner, einen Wagen zur Entgleisung zu bringen. Es wurden iinige Verhaftungen 'borgenomme'n. Eine Kundmachung der Pferbcbabngeseliscbaft erklärt die Bediensisten der Gxseüscbafi, welche an dem Ausstande theil- nebmen, für entlaffsn sowic: die gemachten Zugeständnisse für erloschen. Nur im Falle einer ka'dention der staatlichen Behörden behält fick) die Pferdebahngeseükchast vor, auf Wunsch der Be- hörden die früher- freiwillig gemachten Zugeständniffe unter gewissen Umstände'n und in gewissem Umfang€ zu erneuern. _ Am Sonntag be- anncn die Beratbungen des 6. Parteitages' der österreichikchen Sozialdemokraten. Der Parteitag dcwxliFte (:ichnll Beitrag zur Ux11€1ftüyung der ausständigen Pierdebabn-5 -
“te ien.
g In dem Städtckcn Nadudvär bci Dedreczin kam es, wie „W. T. B." berickztet, während der Pfingstfeic'rtage zu Unruhen, die von Sozialisten hervorgerufen waren. ux: die Ruhe wieder- berzustellen, mußte die Gendarmerie von dsr EZchußwaffe Gebrauch machen; eine Person wurde getödtet, sieben Pcr|onen wurden schxvxr und mehrere andere [Lichtkr Verwundet. Aus chreczin wurde Mtlitar an den Tbatort entsandt.
Vor einigen Tagen legten, wie der „Voss.,Ztg.“ aus Kopen- hagen berichtet wird, die Maschinenarbetter in Odense und Slagelse die Arbeit nieder. Die Fabrikanien von ganz Dänemark erklärten sich demgegenüber, für sblidarisch und be- schlossen einhellig zum 9. Juni die Auswerxung. , Nebmefn die Arbeiter in Odense und Slaaelse „beute mcht_ die Arbeit auf, so tritt morgen zu gleicher Zett in ganz Daneznark die Aussperrung im Maschinenfack) ein. Der Fabrikantenbercm ist zu Verhandlungen bkreit, BedinZuxig dafür ist aber zuvor die Aufnahme der Arbeit in den genannten Stadtkn, in denen es sich um die Arbeits- einstellung in vier Fabriken handelt. ' '
In London wurde der internationale Ber arbeiter- Kon reß gestern in Anwesenheit von 68 Delegirtxn erö net, welche inSgeizammt 1050 000 deutsche, englische und franzosische Bergarbeiter vertreten. Eine weitere Abordnung, welcbe 100000 belgische Berg- arbeiter Vertritt, wird heute erwartet.
meidet, von dem Fahr -
Land: und Forstwirthschaft.
Saatenstand in Ungarn.
Aus Budapest wird der „Wiener Ztg." telegrapbiscb emeldet: Nack) den bei dem Ackerbau-Ministerium eingeiangten Veri ten ,hat die sehr hochgradige Feuchtigkeit, welcbe auf einzelne Gegenden) emen außerordentlich schädlichen Einfluß außubie und noch gegenwartig aus- übt, auch in der zweiten Hälfte des Man nicbt aujgebört. Den ganzen Monat Mai sowie den April hindurch waren viel zu reichliche Nie-
derschläge zu verzeichnen. Demzufolge konnten sich die Pflanzen nicht
geböri entwickeln,umsoweniger, als die Niederschlä e ]eitioeise von einer kalten ?Ditterunq begleitet waren. Der fortdauernde egen, welcher Grund- waffer und Hochwasser zur Folge hatte, bedrohte an zahlreichen Orten das Getreide mit Vernichtung. Auch Rost_ tr'at auf, welcher durch häufigen Nebel in seiner Ausbreitizng begunsttgt wiirde. Im Alföld wurde der Weizen zum großen Theil vom Rost ergriffen, welcbe: [ich dermaßen entwickelte, daß ein Theil der Oekonomen der Hoffnung auf eme Weizenernte entsagte. Glücklicherweise _trat zu Ende des"Monats günstigeres Wxtter ein, und die Verbreitung des Rostes' horte auf. Stellenweise begann infolge des guten, warmen und windigen Wetters der Rost zu trocknen und man kann beute behaupten, daß 'der Rost im Wintergetreide eber ab- als zunimmt. Aber auch das Ut sicher, daß der Rost nunmehr nicht überall ver'cbwznden wird, denn er ist an vielen Stellen so fortgeschritten, daß er, die „Aebre im Halme des Weizens zurückbielt. Demgemäß kann nicbt einmal das beste Wxtter den zu Anfang erhofften sehr guten Ertrag mebr sichern. Hierzu kommt noch der nicht außer Acht zu lassend? Umstand, VTX infolge des andauernden Regens der Getreide-Andau vielfg nicht zu Ende geführt werden konnie. Sieüenweife zeigt sich ein Rückgang yon 10 bis 30, 1a 40 bis 150 0/0, baxsz- sächlich bei Gerste und ufer, weiter beim Mais. Die mit Weizen bebaute Fläche wird na Abzug für Elemexitar-Schaden und andere Verluste auf 5239 679 Katastralioch, die_ mtt Roggen und Halbfrizcbt bebaute auf 1 478 975 Katastraljoch, die mit Gerste bebaute auf 1 608 563 Katastraljoib und die mit Hafer bebaute auf 1516 778 Katastraljoch veranschlagt. Der Weixen beginnt jest Aebren anzuse en und ist im Alföld und jenseits der Donau schon im Blühen; da das etterjeyt ge- nüaknd gut ist (troßdem es in den [(' ten_Tagen stelienweise regnete und Nebel herrschte), ist zu hoffen, da die Viütbe und Kernbildung günstig verlaufen werden, was auch auf ,die Ernteaussichten von günstiger Wirkung sein würde. Die Prodixktwn vonWinterroggen und hauptsächlich bon Halbirucht bsschranft fich auf immer klcinere Flächen. Die bebaute Fläche ist neuerdings geringsr geworden. Die Entwickelung des Roaaens war hauptsachlich auf jchwachexem Boden, welcher die andauernde Nässe befferbextrug,1m aUgemernen befriedigend, und derselbe bat auch schöne Aebrexi angeikxzt; iroydei-xi War die Blüjbe in mebrxrsn Komitaten - désondcrs _itx .jcnen Bezirken, wo Gußregen und NCbLl Vorkamen - nicbt Zuriiiia. Die Rdggenernte xvurde daher auch Vom Wetter ungünstig bexzniiyßt und wird das Vorjabrige Rysultat wsder qualitativ noch quantitativ erréixhxxt. 'Nach den Be- rechnungen des Könialicb ungarischen Ackerbau-Mimiteriums kann der diesjährige Ertrag auf 11 bis 12 Millionerz Veranschlagt xvxrden, während im Vergangenen Jahre das Crnte-Crgebxiiß fich auf beilaufig 184 Mil) lionen Meter-Zeninér belief. Die mit kasie bebciiite Flache Ut infolge des ungünstigen Frühjahrswetjers geringer. Die Wintergerste fiebt verhältnißmäßig gut, obwohl auch diese durch vielexi ngen litt. Die Sommergerste wurde infolge vielen _chsns und koptinmerlicher Nässe vielleicht am ungünstigsten beeinflußt; dieselbxdat fich in leßterer Zkit sehr langsam und schwer entwickelt, Viel Anbau ging zu Grunde. Die Ernie- aussichien find im allgkmeinen sebr berichieden. _Aucb unter der Geriis trat Rost auf und zeigt sich stellenweise aus großen Flächen, meistens aber auf den Blättern und siellexiweise auch auf dem Halme. Die Gerste beginnt jk t in Llebren zu schußkn und dürfte, weZnn der Rost nicht auf die " ebrkn übergeht, noch von guter Qualitat sein. Nack) den bisherigkn Daten kann der zu erivartende Ertrag auf an- näbcrnd 10 bis 11 Miiiionkn Metkrzentner geschäßt werden. Im Vor- jahre belief sich der Ertrag aus Übék 12 T).)iiÜionen. Am besixn hielt noch derH af e 1" dem RUM stand, nur das: bisr das viele Grundwasser großkn Schaden verursachte. Gleich dem Geistxnanbau wurde auch derZÖafer- anbau kurib zu reichlichen Regen bcbindert. Dis bebaizte Flache ist übsrbauvt in einzelnen Gégenden bedeutend kleiner als im Vorjahre. Jm leöld und jenseits der Dorian wurde der Hafer gleich den übrigen Getreidearten unter genügend _guten Umständen angebaut. Der zu erboffende Ertrag in Hoist kann in Anbetracht ,der Ele-mentar- schäden und der kleineren Anbaufläche auf annahernd 9 bis 10 Miliionen Meter-Zentner geschävt werden. Im Vorjahre überstieg dkr Ertrag 10 Millionen. Der Stand des Winterrapses dürfte zwischen schwach, mittel und gut mittéxi schwanken. Hülsenfrüchte und Gartengewächse stehen mit geringen AuSnahmen zufriedenstellend. Der Maisanbau ist in einigen Komitaten auch jeßt noch nicht bcendsi. Doch wird fleißig nacbgearbeitst, und es dürfte eine Beffkrung eintretkn. Dkk Mais eniwickklt sich nicht sehr gut, ist it'llenwe-ise sebr schwach, von Unkraut übeiwuchert und zum großen Theile gelblich. Der Stand dxr Rüben ist überwwgend ein genügend guter. Bei din Kartoffeln Vérursacbte der fortdauernde Regen großén Schaden. Saatenstand in Russiscky-Polen.
Bci der günstigen Witterung während des Monats Mai hat die anfanxis Verspatcte Veaelation rasche Forticbritte gemacht.
Der Stand der Winiersaaten, insbesondere des Winterweizens, wird im aUgemeinen als befriedigend, in vielcn Gegenden als gut bxz€ichnet. Nur an einigen niedrig gklcgknen Otten sind die Saaten infolge der Näffe, welcbe fich während der Monate März und April angefammclt batte, ausgefault und mußien umgeackert werden.
Die Frühjahrdbestsllung wurde theilweise, namentlich auf schwersm Boden, durch za große Nässe dec Necker Verzögert, dürfte abkr nunmebr fast übkrall besndigt scin- Die Sommerfaatun sind gut aufgegangen. „
d tDie vorgekommcnen Hagelschlage waren bisher 9an größere Be- cu ung.
Das Wackostbum der Gräser ,und Futterkräuter ist befrisdigend.
Die Obstbäume baden reichlich geblüht. und es wird bei fort- dauernd günstigen Bedingungen eine reich Oisternte erwartet.
Saatenstand in Transkaukasien.
In Transkaukafien battkn die Wintersaatkn (Weizen und GekstL) im erbst unter langst Trockknbeit „zu leiden und haben sich während des inters schlecht entwické'lt. Mit dem Beginn des Frühjahrs find sie jedoch infolge reichlicher Reasngüffe und günstiger Temperaturoer- bäitnifie gut aufgegangsn und lassen nach dkm gegenwärtigen Stande eine gute Ernte Erwarten. In dem Gebiet von Kats, im Bezirk Sakataly und in den böber gelegcncn Tbkilen des Gouvernements Eriwan sind die Saatcg Nock) nicht„sbweit ausgegangen, daß sich ein Urtbeil darüber bilkcn laßt. Dort fangt man jest mit der Frühjahrs- einsaat an, die in den übrigen Gebieten bereits beendigt ist.
Was den Mais anlangt, der fast ausschließlich im Goudernement Kutais gebaut wird, so hat man erst jetzt mit der Einsaat begonnen.
Gesundheitswesen, Thierkraukheiten nud Absperrungs- Maßregeln.
Malta.
Durch Verordnung der Lokalregiexung in Malta vom 22, v. M. sind die für Herkünfte aus Indien angeordneten Quarantäne- maßnabmsn auf Schiffe aus Bombay und Kurra ee beschränkt worden. (Vergl. ,R-Anz.“ Nr. 89 vom 14. April d. .)
London, 7. Juni. Wie dem .Reuter'schen Bureau“ aus Dscbeddab gemeldet wird, find daselbst mehrere Personen unter p est verdächtigen Erschkinungen erkrankt.
Theater und Musik.
Schiller-Tbeat'er.
„Papa Nitsche“, eine Posse in vieL Akten von Oskar Walther und Leo Stein, welche am Sonnabend ihre Erit- auffübrung erlebte, gehört zu jenen Erzku niffxn der Bübnenroutine, die aus Rcminißcenzen früherer Werke na feststehendem Rezept gc- arbeitet, nur darauf abzielen, das Publikum einen Theaterabend hindurch zu unterhalten. Mit literarischen Skruprln an ein solches ' *Stück herantreten zu kaien, wäre verlorne Mühe. Freilich
darf aber nicht Verschwiegen werden, daß das Schiller-Tbeater mit