1897 / 133 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 09 Jun 1897 18:00:01 GMT) scan diff

Mecklenburg-S-hiurin.

Seine Königliche_.?oheit der Großherzo und Ihre Kaiserliche und König iche Hoheit die GroLherzogin- Mutter find von Cannes zurückgekehrt und haben im Jagd: schloffe Gelbensatxde Aufenthalt genommen. Von dort aus besuchten Hochstdteselben gestern und heute Schwerin und Ludwigslust.

Sachsen-Weimar-Eisenach.

Ihre Majestäten die Königin und die Königin- Regentin der Niederlande sind gestern, von Aussee kommend, zu mehrtägigem Aufenthalt auf Schloß Belvedere bei Weimar eingetroffen; Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog hatte Allerhöchstdieselben in Jena empfangen.

Gestern früh traf ebendaselbst Seine Jheit der Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, egent des Groß- herzoqtbums Mecklenburg-Schwerin, zum Besuch ein.

:?:-Die Neuwahlsn zum Landtaéyck nach dem Wahlgeseß vom 17. April 5. I. sind für den onat September an- geordnet morden.

Sachsen-Cobnrg-Gotha. Ihre Kaiserliche und Königlich? Hoheit die Herze) gin und Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Beatrice begeben fich, der „Cob. Ztg.“ zufolge, heute von Cobarg nach London.

Schwarzburg-Sondershausen. Die Besserung in dem Befinden Ihrer Hoheit der Fürstin hält an. Nach dem vorgestern ausgegebenen Bulletin i1t ]egliche Gefahr nunmehr vorüber.

Fraukreickz.

Der Serrator Paul Casimir-Perier, ein Obeim des früheren Prä1idcnien der Republik, ist gestorben.

Bcbufs Unterstüßung der durch eine Mißernte heim- gesuchten Landwirtbe Algcriens wird die Regierung beim Parlament einen Kredit von 1200000 Francs beantragen.

Die Truppen, wclche infolge der durch den Stamm Udjah verursachten Ruhestörungen na drr marokkanischen Grenze entsandt worden waren, Md in ihre Garnisonen zurückgekehrt.

Italien.

DieDeputirtenkammer genehmigte gestern in dritter Lesung und in eheimer Abstimmung mit 163 gegen 83 Stimmen die Vor age, brtreffend dic Reorganisation der Armee.

Schweiz.

Die Bundesversammlung ist gestern zu ihrer ordent- lichen Sommerscssron zusammengetreten. Der Nationalrath wählte Grieshaber-Cchaffbausen (radikal) zum Präsidenten und Thelin-Waadt (radikal) zum Vize-Präsidenten. Der Stäyderath wählte Naschein-Graubünden (radikal) Kum Vräftdenten und Hildebrand-Zug (klerikal) zum Lize- Präfidenten. Die zwischen den Staaten des Internationalen Verbandes zum Schuße von literarischen und künstlerischen Werken ab eschloffenen ZusaH-Vereinbarungen wurden von der Bundesver ammlung ratifiziert.

Niederlande.

DU“ Staatssekretär der Südafrikanischcn Republik ])1'. Lcyds, wclchrr in Bcgleitrmg dcs Zonkheer van der Haeben vom Auswärtigen Amt in Prätoria aus Paris im Haag ein- getroffsn war, wird sich, wie „W. T. B.“ meldet, heute von dort zu achitägigcm Aufenthalt nach Berlin begrben.

Türkei.

Der Ober-Zeremonicnmeister Munir Pascha, welcher mit der Vertretung des Sultans bei dem Jubiläum der Königin Vicidria betraut ist, wird sich, dem „W. T. B.“ zufolge, in Begkeitung des Brigadc-Generals Nassir und lixes Kapitäns Enver wahrscheinlich Übermorgen nach England

ege en.

GesterU Nachmirtag fand, wie das Wiener „Telegr- Korresp-BurcaW“ meldet, in Konstantinopel eine Konferenz der Botschafter und nach derselben die dritte Beratbung iiber die Friedensvrrk)andl_ungen statt. Morgen werden die Militär-Atlachés zu einrr sryten Berathung über die Grenz- regulierungsfrage zusammentretsn.

Demselben Burcan wird aus Philippopel berichtet,daß, dort eingetroffenen Berichten zufolge, in den [eßten Tagen in Konstaniinopel zahlreiche Plakate aufgefunden worden seien, welche die Angliedcrung Thessaliens an die Türkei verlangen und zum Widerstands gegen die Rückgabe des beseßten Gebiets auffordern. Den gleichen Zweck verfolgten auck) geheim ver- breitete Flugblätter.

Amerika.

Eichersammiung der republikanischen Senatoren hat den Finanz-Yusschuß angewiesen, dem neuen Tarif für Zucker mit festen Abaaben zuzustimmsn. Durch denselben wird bestimmt, daf; Zacker von nicht über 16 Standard bolland1sch und nicht mehr als 75 Grad Reingehalt einen Soli _von 1 Cent pcr Pfund zahlen, und daß der Zol] gr ]eden Grad mehr um 53/100 Cents per Pfund und fur Brucbthcrle OMLS Grades im „qlrichen Verhältniß steigen soll. Zucker von mehr als 16 Standard hoUändisch und aller raf nterter Zucker soll 195/100 Cents per Pfund zahlen. Rohzuckcr von

' “ava und den Philippinen soll zu emem ZollsaZ ugelassen werden, der um 1/10 Cent niedriger 0

ist, als der saß für anderen. Roh ucker. Der Tarif sieht ferner eine differentielle Behandlung iolchen Zuckers vor, der eine Ausfuhrprämie genießt.

Der Senat überging gestern die Berathung des Zucker: tarifs und nahm diejenige der landwirtbschaftlichen ZöUe auf.

Einer Meldung des „New-York Herald“ aus Rio de Jatzeiro zufolge wurde nach einem Gefecht zwischen den Aufständischen und den Regierungstruppen bei Canudos diese Stth von den_ leßteren genommen. Die aufständischen Fa- ncinker sollen m dcm Gefecht fast vernichtet, worden sein. Dre Regierungstruppen sollen über 300 Mann an Todten verloren haben.

Arbeiterbewegung.

In Stettin hielten die ausfiändigrn Steinseßer vgl. Nr. 105 5. Bl.) der .Ostsee-th.“ zufolge am Dienstag eine er- sammlung ab, in welcher sie beschlossen, am Donnerstag die Arbeit zu den bisherigen Bedingungen wieder aufzunehmen. Sie wollen jedoch wegen ihrer Forderungen auf gütlichem Wege mit ihren Arbeit- gebern weiter unter andeln.

Der Ausstand der Tischler in Hannover (vgl. Nr. 128 d.Bl.) ist dem .Vorw.“ zufolge gestern aufgehoben worden. 1108 Gesellen in 196 Geschäften arbeiten zu den geforderten Bedingungen. 68 Ge- sellen haben die Forderungen nicht durcbgeseßt.

In Bochum traten, wie die .Rb.-Weftf. Ztg.“ mittbeilt, am Dienstag etwa 200 Maurer (vgl. Nr.]32 8231.) in den Ausstand.

Jn Zwickau wurde der Ausstand der Maurer (vgl. Nr. 129 d. Bl.), wie die ,Lpz. Ztg.“ mittbeilt, in einer am 3. Mai abge- haltenen Versammlung von der Ausstandskommission für beendet, d. b. für gescheitert erklärt. - Deniselben Blatte zufolge baben sämmtliche Brauer der Brauerei Cainsdorf-Zwickau wegen Maß- regelung eines Genoffen, der bei der Lohnbewegung sich besonders herborgeiban, dir Arbeit niedergelegt.

Von den Töpfern Münchens (b [. Nr. 112 d. Bl.) befinden fick), dem .Vorw.“ zufolge, noch 116 im usstand, 80 arbeiten zu den neuen Brdingungen. _

Ueber den Ausstand berPserdebabn-Angestellien in Wien (vgl. Nr. 128 11. ff, 5. Bl.) meldet „W. T. B.“ brate: Nacb mrbr- stündigen, im Polizei-Präfidium unter Mitwirkung des Bürger- meisters Or. Large; und des landesfürstlichen K_ommiffars der Wiener Tramwaygeiellscbast, Stattbaitrrei-Ratbcs Kutschexa, statt- gebabten Verbandlungen zwisch€n den Vertretern der Tramway- gesellschaft und den Dslegirten __der ausständigen Bedienstéten wurde infolge weitgehender Zugeständnimx der Tramwavgeseüschaft eine al]- seitige Einigung erzielt, worauf die Delegirten der Ausständigen namrns ibrer Mandatare erklärten, die Arbeit in vollem Umfange wieder aufzunebmen. Dic: Zugeständniffe der Tramway- gesellsckpaft an ihre Bediensteten bestehen darin, daß ein sogenannter Unterbrechungsdienst jeden Bediensteten nur einmal wöchsntlicb trifft, das; alle Katrgorien der Bediensteten mit Ausnahme der Kondukteure eine liche Lohnerhöhung Von 10 Kreuzern erhalten, und schließlich, das; a_e Bediensteten nacb dem ziveiten Dienstjahre ständige und nach zwölfjähriger Dirnstzrii definitibrAngesieUte werden.

Aus Kopenhagen erfährt „W. T. B.“, daß die infolge von Lobnftreitigkeiten zwischen den Fabrikanten und Arbeitern der Eisen- industrie (Vgl. Nr. 132 d. Bl.) seit eini er Zeit brfürobtete Aus- schließung von Arbeitern, wie Verlautkt, Leute um Mitternacbt in Kraft treten soll. Von drr Ausschließung würdrn über 4000 Arbeiter betroffen Werden. ,

In London Verbandelte, „W. T. B." zufolge, der inter- nationale Bergarbeiter-Kongreß (vgl. Nr. 132 5. Bl.) Ystern über die Frage des acbtstzindigen Arbeitstages und nahm einen 3 escblußantrag der druticben, französisckyrn und belgischen Abgeord- neten an, welcher das cht-Stunden-Prinzip auch auf die Männrr- arbeit über Tage ausgedrbnr wiffen will.

Statistik und Volkswirthsrhaft.

Der auswärtige Handel des deutschen Zollgebiets im Jabre 1896.

Das kürzlich erschien€n€, Vom Kaiserlichen Statistischen Amt berausgegebene zwritr .Virrteljabrsbeft zur Statistik des Deuiscben Reichs“ (1897) enthält eine Usberficbt über dsn auswärtigen Hande[ des deutscbrti Zollgebiets im Fabre 1896 mit den von dsr Sack)- verständigen-Kommiifion für 1896 ermittelten Handelswertben, die von den im Dezemberbest der ,Monatlichen Nachweise über den aus- wärtigen Handel“ vrröffentiichtrn Werrben. die noch nach den 1895er Yeststeüungrn gegeben werden mußten, nicbt unerbrblisb abweichen.

ie definitiven Summrn find nun folgende:

Einfuhr im Jabre 1896: &. im Sbezialbandel: 364102570 (12 mit einrm Werthe bon 4557951000 „FQ gegen 364075160 (17. und 4573 448 000 .“ nacb drm Drzembetbeftr, d. i. um 15 Millionen Mark wrniger, b. im Grfammt- Eigenbandei: 377 803 268 (12 im Wértbe von 4899001000 «sé

Ausfubr im Jabre 1896: 8.- im Spezialbaudrl: 257198 756 (13 im Wertbr bon 3 753 822 000 „;ck gegen 257185330 (12 im Werthe von 3 631 629 000 „;(: nach dem Dczemberbeste, d. i. um 122 Millionen Mark mehr.

Durchfuhr im Jabre 1896: 21541224 67. gegen 19 808 383 (17. im Vorjahr. Gesammter Wrrtb des Spezialbaudeis in Ein- und Ausfabr 8 311773 000 .“ gegen 7670187000 „;ck oder über 641 Millionen Mark mehr als im Jabra 1895, Werth des Gesammt- Eigenbaudels in Ein- und Ausfuhr 9051189000 „76 gegrn 8334 365 000 „“ oder 716 MiÜioncn Mark mehr als im Jahre 1895.

Ein: Und Ausfubr babrn sich nacb Menge und Werth beträchtlich erböbt, jsne bon 325 369 756 auf 364102570, alxo um fast 39 Mil- lionen (12, und Von 4246111000 auf 4557 951000 26, d. i. um fast 312 MiUionrn Mark, diese von 238 296 583 auf 257198756 (12, dabsr mebr nabrzu 19 Miüionsn (12, und von 3424076000 auf 3 753 822 000 «js, daher mebr fast 330 Millionsn Mark.

Die Hauptergebnifse der Krankenversicherung

des Jabres 1895 find im „R.- u. St.-Anz." bereits Vor einiger Zeit (Nr. 95 vom 23. Avril) veröffentlicht worden; nun bringt das 2. Viertrljabrsbeft des Kaiserlichen Statistischen 21st eine etwas umfaffendere Dar- steliung derselben, der dann, die sprzielle Bearbeitung in einem be- sonderen Bande der „Statistik des Deutschen Reichs“ folgen wird. Die Hayptrrsuitate für 1895 find folgende:

Obtchon in diesem_Jabre neur Erwerbskreiie dem Veificherungs- zwange nicbt unterworfen wurden, wuchs infolge der günstigen Ge- jchäftSVerbältniffe die durchschnittlich Mitgliederzahl der Krankknkaffcn um 3,3 9/9 (im Vorjabr nur um 2,5 6/9) auf 7525 524 Véitglieder, von [WM 3 450 599 W Ortsq 1 913 917 den Betriebs-Krankenkaffen und 1_ 287 650 der Gemeindeberficberung angkbörten. Die Anzahl der Kaffeneinrichtungen erhöhte sich bon 21552 auf 21992; an drm Zuwachs fim) die Betriebs - Krankenkassen nabezu mit der Hälfte betbeiltgt._ Mit dem erböbten Mitgliederbestande find auch die Erkrankungsfaile, die Krankheitstage, sowie die Einnabmcn und AuSgaben gestiegen. Der außerordentlich günstige Gesundheits- stand des Jahres 1894 ist nicht wieder erreicht worden; es kamen nämlich auf 1 Mitglied 1895 = 0,4 (im Vorjahre 0,3) Erkrankungs- fäUe und 6,2 (im Vorjahre 6,0) Krankheitstage.

Von der Gesarpmtrinnabme in Höbe Von 145 684 520 „x( ent- sprangen aus Beitragen und Eintrittsgeldern 117 399 026 ..“ Von den Ausgaben - 116884116 „Fü - entfielen auf:

den Arzt 23 141 102 «FC: Arznei und sonstige Heilmittel . , . . 18134308 Krankengeld 45 356 229 , Anstaltsverpflegung, Sterbegeld :c. . 18190727 ,

zusammen auf Krankbeitskosten . . 104 822 366 „kü

An dem Vermögen von 105 222 399 «M vartizipieren die Betriebs- Krankenkaffen mit 51478154 .“, die Orts -Krankenkaffen mit 38782182 „Fi„ die Emgeschriebenen Hilfskassen mit 11739 595 .“; der größte Tbetl desselben ist Reserve onds, nämlich 93 827 193 «ck

Das Lehrlingswesen in Württemberg.

In den kürzlich erschienenen „Jahresberichten der Gewerbe-Auf- sichtsbeamten im Königrrick) Württemberg für das Jahr 1896" bildrt die eingehende Berichterstattung über das Lebrlin swesen ein zwar interesantes, aber deshalb wenig erfreuliches Kapite , weil sich daraus

weder in Handwxrks- noch in Fabrikbetrieben ein Guten erkennen xaßt. Sämnnliche württembergiscben ufsicbtsbeamten b'e-klagen, daß m den weitaus meisten Fabriken keine Lebr- lmge auSgebtldet werden und der jugendliche Arbeiter nur zum Bedienen der Maschine abgericbtet werde. .Bri der „Fabrikation von Maffenartikeln sind die jungen Leute eine billige rbeitskraft, welcbe dann, wenn mit wachsenden Bedürfniffen auch ihre Lohn. ansprüche steigen, häufig auf die Straße ges t werdrn und das Heer der Arbeitslosen verarößern, weil ste für be er bezahlte Arbeiten nicht angelertxt _sind. Leider ist auch die Zahl derjenigen, welche von sich (zus ernstlich danach streben, tüchtige selbständige ?andwerkerzu werden, immxr mebr tm Schwinden, da die höheren An angslöbne, welche in Fabrikrn den'junqea Leutxri gezahlt wsrden, viel zu verlockend sind, als daß nicht dre Fabrtktbatigkeit der eigentlichen Lerntbätigkeit vor- gezogen würde." Von mehreren AuSnabmen berichtet nur der, Aufsichtsbeaxnte des den südlichcn Theil des Neckar- kreises *einschließlicb des Amtes Stuttgart, den ganzen Schwarz- walbkrets und vom Donaukreis das Oberamt Kirchheim umfassenden zweiten GeWerbe-Inspektionsbezirks, der zu den wenigen Industrie- zweigen, in denen eine fachgemäße Ausbildung von Lehrlingen in Fa- brikbxtrieben noch_ stattfindet, weil fis eines entsprechend ausgebildeten Arbeuernackxwyckpws bedürfen, folgendezäblt: Maschinenfabriken, Eisen- und MetaügtecZereien, Metaüwaareniabriken, Fabriken für Fein- mecbamk und irurgische Instrumente, einzelne Brtciebsabtbcilungen von Ubren- und Schubfabrifen, Handscbubfabriken, litbogravbijcbe Anstalxrg , Buchdruckereikn und . -Bindereien. Vereinzelt finden 1165 auch noch ,Lebrlings' m den Reparaturwerkstäkten größerer Fabriken der Textil-, Papier- und chemiscbm In- dustrie, sowie derjenigén für Nabrunds- und Genußmittel. Die am meisikn übliche Lrbrzeit ist die 3jäbrige; eine 33- und 41abrige findet sich borberrscbcnd in solcbrn Geschäften, deren Er- lernun langere Uebung und besondere Grfcbicklichkeit und Handfertig- keit erixbrdert. D_as Lehrlingsberbältniß wird in den meisten Fällen durch emen schriftlichen Lebrberirag geregelt. Kost und Wohnung wird den L_shrlingen in Fabriken nicht mehr von den Lebr- berrcn gewahrt, dagegen auch kein Lrbrgeld verlangt, viel- mehr den Lebrltnger) bäufig ein gewisser Tag-, Stunden- oder Wochen- lobn'bezablt. Dieys Löbne smd sebr verschieden und steigen tbeils balbjabrlicb, theils jährlich. In einer Reibe berscbiedrner Geschäfts- zwrtge wurden z. B. Taglöbne von 20-30 „_3 im ersten, 30-60 H m_i zweiten, 50-80 „_3 im dritten Lehrjahr angetroffen, in andrren wieder Stundenlöhne von 4, 6 und 9 „z odcr Wochenlöbne bon 1,50 «._250 «FH und 3,50 „M für das erste, ziveite und dritte Jabr. Bet Zéjabrigrr Lehrzeit wird in einer Eisengießerei im ersten Jahr 70, rm zweiten 80 „5, im dritten 1 «ck Taglobn bezahlt, und im letzten Hxlbjabr_der Lehrling mit Accordarbeitbsschäftigf, in einer Maschinen- fabrik, wabrend des ersten Halbjahr:? gar keine Bezahlung gewährt und hierauf js rin Jahr lang 50 45, 75 „z und 1 «is Taglobn ge- qx'brn. Eine Metaüwaarrnfabrik bezahlt ibrcn Lehrlingen bei vier- jabriger Lkbrzeit im ersten Jahr 40 „_3, im zweiten 50 „5, im dritten 60 «z und im viertkn Jahr 1 „(6 Taglobn. Manche Lebrberren be- dingen im Lehrvertrag die Einbehaltung eines Theils des Lohnes, z, B. bon 10 „_! von jedem Taglobn während der ganzsn Lebr- zeit oder Von _1/5 des Wockoenlobnrs, so lange, bis eine bestimmte Summe (in einem Fall 70 .46, in anderen wieder mehr oder wrvigrr) erreicbt ist, aus, als Entschädigung im Falle der borzeitigen Aujlbsung des Lebrverbältniffes infolge bon Unbrauch- barkeit, Unfolgjamkeit, Krankheit des Lehrlings. Bei ordnungsmäßiger Beendigung drr Lehre wird der zurückbehalrene Betrag dem Lehrling bezw. drffen (Fltrrn over Vormund ausbezablt. Der Zudran zu den Lkbrstelien in manchen Maschinenfabriken und auch anderen * etrikben größerer Jndustrieorte hat übrigens schon die Folgc gehabt, daß einzelne abrikanten gar keine Bezahlung an Lehrlinge mehr bewiÜigen oder 1ch höchstens nocb zu einem sogenannten Taschengeld von 20 bis 50 „3 wöchentlich Verstehen. - Der Aufsichtsbeamte des dritten, drn ganzen Dbnaukreis mit Ausnahme des Oberamts Kirchbeitn und Vom Jagst- krris das Oberamt Hridrnbeim umfassenden Insbekjionsbezirks führt nur eine einzige Fabrik, und zwar eine Metaawaarenfabrif, an, welche ibrrn Lebrlingsn eine gründliche Ausbildunw. zu tbril werden läßt, die jiingen Leutr auch nach Möglichkeit zum fleißigen Besuch der Fort- bildungsichule anspornr und eine strsngx? Kontrokk des Besuchs der- selbkn wre des Betragens in den Schulstunden ausübt. Für Fleiß und (;_ute FübrunÉibrer strlinge und jugkndlichen Arbeiter bat die Geschaftsleitung leprämien im Betrage von 3, 5, 6, 7 und 10 .“ ausgesetzt und im Berichtsjabre insgesammt 313 „js- bertbeilt.

In den Handwerksbetrieben mit elementarer Kraft nimmt die Lebriindsbaltung nach und nach auch die eben gsscbilderten, in den Fabriken üblichen Formxn an, wenngleich rs noch zahlrriche Werksiätten giebt, in denen die Lehrlinge Kost und Wohnung beim Meiiter HÜÖEU. Bei der fast ausschließlich in Betracht kommender dreijährigen Lebrzeit schwankt in solchen Fällen das Lehrgeld meiit zwi1chsn 120 und 250 .“, so namentlich in Bau- und Möbel- tischlerricn und mechanischen Werkstätten.

Dsr Lebrling des Klein bandwerks, bat wvbl regelmäßig noch Kost und Wohnung beim Meister ZFSM ern bescheidenes, den Betrag von 100 „;(- selten übersteigendes NYKO Jn Verschiedenen FäUen bstrug dasselbe nur 50 bis 80.24 ancbmal wird auch gar kein Lebrgeld, dafür abkr eine um ein halbes oder ganzes Jahr längere Lehrzeit verlangt. Die 3jäbrige Lehrzeit ist die in den mristen Hand- werken übliche, in einigen findet sich auch eine LH und 2jährige, ja sogar eine 1Fjäbrige. Viele Meister klagen darüber, daß es für sie bon Jabr zu Jahr schwirriger werde, Lehrlinge zu be- kommen, weil die jungen Leute lieber in Fabriken gingen als in eine geordnete Lehre. Der augenblickliche Vortheil eines baldigen Baar- !)erdienstes und der Rriz eines ungebundeneren Lebens außerhalb der Fabrik würden eben heutzutage bon Vielen höher angeschlagen als der sichere, für das svätére Leben böbrr zu scbäsendk. Gewinn einer tüch- tigen fachlichsn Ausbildung durch eine stre, in welcher noob Zucht und Ordnung berrsche. Infolge dieser Umstände bätten sich schon manchr Meister, namentlich in Bäckersien, gezwungen gesehen, das obnebtn geringe Lehrgeld berabzuseßen und in einzelnen Fällen sogar Überhaupt kein Lehrgeld mebr zu verlangen, troß Gewährung von Kost und Wohnung bei nur 2jäbriger Lehrzeit. In einer großen Zahl von Fällen werden diese Klagen in den amtlichen Berichten, wie schon eingangs erwähnt, für begründet erachtet; nicht selten aber seien die Uriachen des ges iiderten Uebelstandes auch ganz andere. ,Die geringe Aussicht au lohnenden Verdienst in verschiedenen Handwerken, wo nicbt aüein die (Gehilfen, sondérn häufig sogar die Msister kaum auf den ortsüblichen Taglobn kommen, im t vorwiegend dazu bei, daß die männliche Jugend fich mrbr und me r von Handwerken, die ihren Mann kaum mehr ernähren und daber allmählich bon selbst eingeben werden, ab- und der lobnenderen Be- schäftigung in Fabriken zuwendet. Ferner giebt es ja leider Verschiedene Lehrmeister, Welche ibrer Verpflichtun? zu gründlicher Ausbildung der Lehrlinge nich in gehöriger Weise nach ommen können, wril ihre eigenen brruflichen Kenntnifie und Fähigkeiten selbst viel zu wünschen übrig laffen; mitunter wirken auch noch verschiedene andere Ursacbrn bierzu_mit. So Wurde in Schlossereien und kleinen mechanischen Werkitäxten, deren Unternehmer nur mit Lehrlingen arbeiten, hier und da gejunden, daß die Lebrlin e, wenn der Lehrmeister auswärts aus Kund1chaft ist, was häufig vor ommt, sich selbst überlassen smd. Ferner äußerten fich einige Bäckermeister bedauernd über die ungenügende Ausbildung der Lehrlinge durch manche ihrer Konkurrenten, welche- um [richier Lehrlinge zu bekommen, nur 1" jährige Lehrzeit anstatt der üblichen, ohne Beeinträchtigung der ebrlingSausbildung nicbt abtürzbaren 2jabrigen verlangen und an derselben zudem n _ dadurch vieles Verabsäumrn, daß die Lehrlinge häufig mit Nebenarbeiten, besonders Aastra en der Backwaare, in Anspruch ge- nommen werden. Auch die einHeitige und ungenügende Ausbildmzs der Lehrlinge in manchen Schneidetwerkstätten auf dem Lande, die fur

en- und Knaben -Konfektiono§eiYäfte arbeiten, wurde von einm

okischriti dum

einere Herrenkleider anfert enden S neidermeister sebr beklagt. Tücb' tigen, ihrer ganzen Pcrsöu icbkeit na si zur Ausbildung von Lebk- lingen besonders eignenden Handwerkömei rn gegenüber drän te

manchmal dte Frage auf, warum sie keine Lehrlinge hielten. Die ierauf

«theilt? Antwort in öfters dahin, daß die früher beraugebildeten Lebr- ßnge nach der Leßregentweder in abriken oder m_den' unmittelbaren Mukumnten der betreffenden Meister gegangen seien, und daß untrr sonhen Umständen die Lehrlingsbaltung mehr der Konkurrem zu statten gekommen sei. Dieselbe bringe dem Lehrmeister, in der Regel mehr Nachtbeil als Vortbeil, da das heutzutage be rvilli te Lybrgeld in keinem richtigen Verhältniß mebr stebe zu den vym Le rmemer zu bringenden Opfern an Zeit, Mühe und Geduld fur Lehrlinge von Durchschnitwqualität.“ , , , _

In Würdigung der großen Wichtigkeit einer grundlicben und edieaenen Ausbildung der Lehrlinge bat die Königliche Zentralstelle 1: Gewerbe und Handel in Vorschlag gebra chr, 5000 .“ zu Bei-

trägen für „'.:tsprecbeud bobe Lebraelder an ck chttge'HandwerkSMetste'r, welche sicb mit sachgemäßer Ausbildixng bon Lebrltngrn befassen, m den nächsten Staatshaushalts-Eiat emzusteUen. _ .

Im dritten Gewerbe-Jnspektionsbeztrk find wahrend des Berichts- jabres in 23 Städten freiwillige Leb rltngsprufungew gbgrbalten worden. an welchem 1ch insgesammt 338 Lehrlinge. betbetltgt haben. Dieselben vertbeilen ck auf alle möglichen Industriezweige und sind ihrer großen Mebrzabl nach in Handrvetksbetkiebrn qusgxbtldetworden. An den Prüfungen find die bedeutendsten Jndystrteplaße, nne folgt, betbeiligt: GeiSlingen mit 51 Lebrlingsn, Göppingen 1111150, Heiden- beim mit 34, Ulm mit 28 und Rabensburg mts- 24. _

In Anbetracht der Wichtigkeit dieser Prufungen fur die Aus- bildung der jungen Arbeiter wie für die Hebung_ des Handwerks selbst hat der Vorstand des Verbandes württembrrgncber Gewerbevereine, um die Betbeiligung an den Prüfungen zu einer regeren zu gestalten. in einer zu Anfana des Berichtsjabres abgebaltcnxn Ausschußfißqu den Antrag gcstrüt: .Es soll die Uebernabmedxr Placterung vbn Le rltrigen, bezw. die Steüenbermittelung für sylcbe, insofern sie die Lehrlings- prüfung nach den Normen des Prüfungsstatuis h_esianden baben, von seiten des Vcrbandes erfolgen.“ In der Begryndung des, Ant_ra s wurde bervorgeboben, daß sowohl der Meister wre der Lehrling bau g nur seinen allernäcbsten Vortheil im Auge babe, drr Lehrling seine Bequemlichkeit, der Meister die Arbeitskraft, die er mrt dem L_ebrling erspart, infolgedessen die Ausbildng drs leßtrren, wrlcbe durch die Lebr- linssbrüiung nachgcwirsrn werden 1011, dabrt stets zu kurz k'omzne. Anders sei es jedoch, wknn die Prüfung den unmittelbaren Vorxbetl ernxr raschen und günstiarn SteÜenvermittlung biete; dann wrrde fie nicht mehr als eine Last, srndern als Vorbedingung zur Erzielung einks Lebens- rortbrils angeskben, imd manchem Meister werde dann doch das Ge- wiffen schlagen, ebe er den ibm anvertrauten jungen Mann durch un- geeignete Béscbäfiiqung um diejcn Vorjbeil bringe. Die Versammlung faßte den einmütbigkn Brsch|uß, zur Durchfubruna_dteses Vqrsch1czgs xine Zentralorganisation iür die Unterbringung grprufter Lehrlinge ms Lrben zu rufen. . _

Die Arbeitszeit der Lehrlinge dauertm den meisten Elemrntar- kraft- und Handmerksbetriebkn nach Abzug der VW und Nachmittags- und drr Mitingöpauie 11 Stunden, de_bnt sich in manchen aber auch länger aus. In Getreide- und Sagmublen wurdrq zuweilen jugend- liche Lehrlinge angetroffen, die mehrere Monate “im Jabre bisdzu 15 Stunden täglich beschäftigt wurden, und m manchen Bier- brauereien batten dieselben gleich den erwqchsenen Arbeiterr) kk€€b ßig 12 bis 13 Stunden täglich zu arbeiten., ,Die schlimm ten Zustände wurden jedoch in einigen, Schneiderwerkstäjten auf dem Lande, Welche für Kleider-Kozifrkttonsgsschaite arbeiten, ae- sunden. Dasclbst währt die' rrgelwaßtge iagltcbe Arbeitszeit jowobl für die Gehilfen wie für die Lrbrlmge fast, das ganze Jahr bmdurch 13? bis 14, in manchen Betri€b€n_ 14 bis 15 Stubben. Jn'den meisten dieskr Werkstätten kommt h_au 9 auch noch em- bis zweimal wöchentlick) Ueberzeitarbeit von zwei is 3 Stundxn bor, unt deren Einrkcbnung täglich somit 15 bis 16, ja sogar 17 bis 18 Stunden aearbeitet wird. Diese Arbeitszxit verstebt s1ch nach Abzug der sehr kurzen Pauskn. Jrübstück und Vrsper Vor- und Nachmittags werden während der Arbeit, obne daß diese durch Linx eigentliche Pause unter- brochen wird, eingenommen. An das 10 [31915 Mingten dauernde Mittageffkn schließt sich eine etwa Zstündige Pause an, wahrend welcher sich die Arbeiter im Freien aufhalten; dieselbe fallt aberbet schlechtem Wetter oder in der Saison häufig ganz weg. Das im Winter in die Arbeitszeit faUrnde Nachtessen sbirlt sich in 10, langstrns 15 Mi- nuten ab." In drm amtlichen Bericht wird dann weiter bemerkt, daß solche langen Arbeitszeiten schon an und für sub,.twchids' aber bet dem Mangrl an Bewegung auf die Dauer gestzndbettssckpgdltch' wirken und ganz besonders die Entwickelung jugrndltckyxr Arbeiter tn Bedenken erregender Weise nachtbeißg beeinfluffen muffen, und, schleumse Ab- bilfe durcb AuSdebnung de Arbeiterscbußgesetzes auf dicse Werkstätten für geboten erachtet.

Kunst und Wissenschaft.

ck17. Kongreß für innere Medizin zu Berlin (9. bis 12. Juni).

Zum zweiten Male tagt der Kongreß ,für innere Medizin in der Reichshauptstadt. Im Jahre 1882 in Wiesbaden, aus dem Boden der uralten, gesundheitspendenden Thermen, auf Anregung der Herrrn von Leyden, Gerhardt (damals in Würzburg), Kußmaul (damals in Straßburg), Seiß (damals in Gießen) gegrundet, hat sich der Kongreß bisber nur einmal (1884) in Berlin Versammelt, xxm an 'der damals stattfindenden Feier des Kliniker-Jubiläums bon Frrrtckys7 tbetlzrxnebnzen. Jm Jabte 1890 wurde beschloßen, den Kongreß abwechselnd in seiner Heimatb Wiesbaden und in Leipziq, Wien, Munchen, Berlin tagen zu [offen: eine Maßnahme, die sich als außerordentlich sruchtbar und an- regend erwies; ist doch die Zab! der Kongreßmrtglieder bon'133 im Gründungsjabre auf 356 im verflossenen Jahre gestregxn. Die Vor- fiYenden waren der Reihe nach: Th. von Frcricbs (dretmql), E. bon Leyden (zweimal), K. Gerhardt, W. Von Leube, C. von Ltkbermeister, H. Nothnagel, H. Curschmann, H. Jmmermann, H. von Ziem en, Chr. Bäumler; E. von Leyden, einer der Haqplförderer des Kong" es, ist jeßt zum dritten Male Votfißxnder. Dze Wege und RWWUHCM, in denen der Kongreß und seine Arb€tten sicb“ bemegrn, nd dieselben, die der Vorfißsnde Tk). von Frerichs in der allerersten Sitzung in bedeutsamer „Rede Vorzeicbnete. Da- mals rief der Altmeister der klinischen, Medizin die Ver- sammlung dazu auf, einzustehen für d:e_ Einheitstdee des kranken Or aniémus, für die Arbeit an und fur den kranken Mcnschrn, we che zwar alle Ergebniffe, gewonnen durch Beobachtungen. am Tbter (experimentell) und an der Leiche, verwertbet, ails Baustetn'e,„beran- gebracht durch die Einzelfächer und HtliSwtssensxbasten,' Willig ber- arbeitet, dabei aber ihr einziges Ziel im Auge behalt. Die Gruydla?e der klinischen Forschung, der Born unserer“ ergeben Erkenntmß, () lauteten die mabnenden Worte, ist und bleibt dte Yeobachtung am Kranken; die klinische Erfahrung, erweitert iznd geFcharft durcb pbyfi- kalische und chemische Handhaben, entscheidet in leßter Instanz. Die Einheitsidee von den „allgemeinen Geseßrn, welche die Lebensvorgänge des Individuums beherrschen„ soll der, wenn auch nur vorübergehend drobendetz Verkleinerung und

heilung der inneren Klinik durch die „fich „abtrennenden

ige kraftig entgegenwirken. Diesen Grundsaßen ist der Kon- greß. deffen innere Leitung nach dem 1885 erfolgten Tode von French auf E. von Leyden übergegangen ist, auch unter der neuen Fubrung treu geblieben; ibr verdankt er seine den Schwester esellschaften eben- bürti e Stellan und das Ansehen, Welches er im, n- und Auslande genießt. - Na dem sich gestern Abend in den Raumep des Zentral- ote s dL“? bereits erschienenen Kongreßtbeilnebmer m zwanglosem usammensein begrüßt hatten, wurde die erste Sitzung beute dtzrrh eme Rede E. von Leyden's, verlesen durch Herrn Moritz Schmrdt- Frankfurt a. M., eröffnet; wir entnehmen derselben Folgendes: Der ortragende begrüßte die Gäste und Alle, welche zur Tbeilnabnze und Mitarbeit am Kon reß erschienen, wies auf die Aussteuung, fur deren Gelin en Herr eneral-Arzt und Geheimer Ober-Medtzinal- Rath 1)r. aper ganz besonders eingetreten ist, sowie auf die Dr. Pagel'scbe Festschrift bin und “widmete dem Andenken Theodor von Frerichs' pietätvosle _Worte. “In den seit der Gründung des Kon- Zreffes vergangenen anderthalb Jahrzehnten, führte er sodann aus, hat ck in der inneren-Medixin vieles geändert; die Reformen und Ent-

deckungen, die unserer Zeit den Stempel geben, babxn aucb'die innere Heilkunde vorwärts gebracht; deren Umgrstgltuna spregelq dre Arbeiren gerade des Kongteffes deutlich wieder. Die innere Klinik ficht beuie unter dem Zeichen der wiffenscbaftlicben Therapie, nacbdew dre Diagnostik exakt und fest begründet worden; die Tbxrczvie tft rind bleibt daneben auch eine Kunst, leytere lehrt die Klinik, und tbr höchstes Ziel ist, zu helfen. Auch m der Therapie wurde der Doa- matismus, die Systemsucht abgeschüttelt; der umsichtiße Arzt ist therapeutisch ein Cklektiker, der das Gute von aUen Rrchtupgen ber nimmt und nicht nur das wiffenschaftlickpe Interesse, das ihm der KrankheiU-„Fall' darbietet, sondern auch die persönlichen und bumatien Seiten seines ,Kranken' und diese in erster Linie „beobachtet und tm Auge behält. Früherer Nibilismus und Pesfimrömus sind uber- wunden, ebenso wie das abwartende Verbalten; die Bewertbung der Gesundheit und des Lebens ist für den modernen Menschen eme andere, böbere geworden. Keine Verordnung, krin Wort des Arztes ist von leickxgüliigem Interesse für den Kranken; _ auch die sogenannten ?leinen Mittel sind 'von Bedeutung. D9g,drr Glaube an Medikamente, über dessen Niedergan schon der_romtfcbe Arzt Celsus klagte, verschwunden sei, ist emérrtbum, die große Entwickelung, Welche die chemische Pbgtmakblogte gexzommen, spricbr dagegen; nur sind die modernen Mittkl einfacher, tbre Zusammen- setzung und physiologische Wirkung genauer gekannt als fruher. Arzt und Patient verlangen bon selbst nacb dem Neuen, welckxs die schwindende Hoffnung belebt. Der Arznrirmitellebre sind dic Serum- tberapie und die Organsafttberavie zu „Hilfe gekommen; in. ersterer Hinfiwt behauptet das Bebiing'|„che Divbtben-ebetlserum allen An- griffen Zegenüber seinen Platz, wahrend das Rotblaizfsrcum, das des Wundstarrkramps u. a. in ihren Erfolgen bbrlausxg noch, recht bestritten sind. 11 Hinsicht auf die Organiberabxe bat sicb bislang nur die Entdeckung des Jodotbyrins durch Baumann, den zu früh der Wissenschaft Entriffrncn, als_ wirfsams Substanz der Schilddrüse bei gewissen Stoffweckysclkrankbriten zu erbaltlen vermocbt. Im allgemeinen aber soUtc doch die Anpreiiung nruxr Mttte[, dre s1ch nicht scheut, .an Giebel und Fäuxer zu strig'en', wrjrder zu_d,en _alten würdevvlleren Formen zurückke ren. Den rem _chemUcben Hrilmtttein sieben gegrrüber die pbyfikalifäyen, namentlich Dl? Crnabrunxxstberapte, Krankenpflege, die Waffer- und Badekuren, _Lndltcb auch die Psycho- therapie (Suggestion); leZtere bildrn nicht selten den Tummel- blaß von Cbarlatanrn, dener“ die Macht des Aberglaubens seitens des Ratbsuchenden zu Hilfe kourmt'. Der Vbrtragende be- sprach sodann noch die einzelnsn ZWLLJS' der echt-wiffensäyastlickpen .Naiurbeilkunde" und ibre strikten Jydikationen. _

Nach Beendigung dieser sebr beifalltg aufgrnommenen Eroffnunas- rede wurden auf Vorschlag E. von Lki)den's „tm, Namrn dés Kongrrffes zu Ebren-Präfidenten erwählt: Seme K*önxgitche Hoheit drr Hsrzog Karl Theodor in Bayern, der Siaats-Mrmster ,und Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten 1), 13-12, Bosse, der General-Stabsarzt der Armee 1)r. bon Coler, der Ministerial- Direktor Dr. Althoff; ferner zu Sterertrrtern dcs Vorfißenden Herrn bon Leyden die Herren Liebreicb-Berltn, Bebring-Marburg, (General- Arzt Schaper-Berlin, Runeberg-Helfingfors. - Im Namen der Regierung begrüßte die Versammlung Herr Unter-Siaatssekretär Rothe, welcher _1bren Vkrbandlungen den brsien Fortgang wünschte, namens der stadttscben Kförperscbaf'teit'Herr Ober-BürgerMeister 1)r. Zelle, namens der Berliner Medizinischen Gesellschaft Herr Profeffor ])r. R. Virrbow. , , '

Nach Verlesung von Anschreiben derjenigen ZVkitglteder,-welcb€ tbr Ausbleibrn entschuldi ten, ging drr Kongreß zu seiner wissenschaft- lichen Tagesordnung 1": er. Das Thema der ersten Styung bildste' der chronisch Gelénkrbeumatismus, über w'elckyen drr Grbetme Medizinal- Rath Bäumler (Freiburg i. V.) referierte. Anschließexid daran er- brtertc Herr Professor Adolf Ott (Prag-Martenbad) die Behandlung dieser Krankheit. _ _ "

Mit dem Kongreß ist im Architektenbause „eme auch, fur Nichttbeilnebmer zugängliche Ausstellung_ bon wiffenscbqftltcben Instrumenten, Krankenpflege-Abvaraten, Arznetbraparatenund Kranken- nabrungsmitteln verbunden, welche unter Leitung der Herren Ge- beimer Ober-Medizinal-Ratb Or.,Schaper und Privatdozent ])1'. Mendelsohn gerade die Berliner Letftungexi auf dtesen„(§)ebteten vor- zufübrsn sich bestrebt. Auch hat das Berliner Lokalromriez durcb errn Privakdozenten agel, den bekanntrn mediziniscbrn Historiker, cine Fest- schrift, betitelt . ie Entwickelung der Medizin in Berlin“"Nbfaffen lasen, welche mit authentischen, zeitgenösfischeq Portrgts der Hauptbertreter der medizinischen Vergangenheit Berlins, wic Chr. W. .Hufeland (1762-1836), E. W. Heim (1747-1834), Job. YLUÜLL' (1801-1858), J. Lucas Schönlein (1793-1864) 11. A., geschmuckt ist, eme bisher noch nicht Vorhandene, ebenso kurze wie; gehaltvolZe Darstebung des Entwickelungssanges, welchen die Medizin m Berlin genommen bat, giebt und den Kongrcßmitgliedern überreicht _wird. Herr J.F.Berg- mann, der langjährige Verleger der Kongreßberbandlunxgen, bqt die Schrift, welcbe ein bislang nur in Bruchstücken bearbeitetes, 111.16!- esfantes Kapitel aus der Geschichte Brrxins und ibrrr geistigen Bestrebungen behandelt, in vornebmxr W211: außgestattet.

In Kiel tagt von beute bis zum 11. d. M. die „Dru'tsch Zoologische Gesellschaft“. In der heutigen Stßunquertäptete der Plankton-Forscher Professor Brandt-Kicl &“:er die cannna der Ostsre, insbesondere der Kieler Bucht. Ferner werden Vortraße halten Professor Cbun-Breslau, Professor Henjen-Kiel und Andere.

Literatur.

6". Publikationen aus den Königlich Pre ßischen Staats-Arcbiven. 67. Band. ?. Priebatsch, „Politische K orresbondenz des Kurfürsten Albrecht Achtll€s'. 2. Band: 1475-1480. 26 «ck - Der borlirZLende Band behandelt Vornehmlich zwei Ereignisse, in denen Albrecht (billes eine . berborragende _RoÜe spielte: den Reichskrieg gegen Karl den Kubnrn und die Kampfe gegen den Ungarnkönig Matthias Corvinus." Im vorigen „Bande wurde dargelegt, welche Verdienste der Krirfurft sich um dre Auf- bringung des Reichsbeeres erwarb; bier erfahrt man, daß, ihrn that- sächlich die Oberleitung des Heeres zyfi-Zl, die Kaiser Friedrich „111. dem Namen nach ausübte. Mit uniagitcber Mube gelang es ihm, das aus vielen kleinen Kontingenten zuiamxnengxsetzte Heer etwas ,zu disziplinieren und die Abneigun vieler Retchsstandk gegen den Krieg zu überwinden. (Große kriegerisZpe Tbaten waren unt einem so mangel- haften Kriegßinstrument nicht zu vollbringen, aber der Anmarsch des Heerks genü te, um den Herzog von Burgund, der Neuß vergrbens berannte, zum riedensschluß zu veranlassen, ohne es auf eine entscheidende Schlacht ankommen zu lassen. Unmittelbar darauf riefen den Kurfursten dringknde Angelegenheiten nach dem Osten. Dori stritten sich Polen und Un am um die Krone Böhmens, und der Kaiser und du; be'nacb- barten eicbsfürsten Wurden in diesen Kampf der damals machttgsten Ostreicbe mitbineinqezogen. Wie der Kaiser fraud Albrecht auf der Seite Pokens, da Ungarn ihm den Besitz der Furstentbumer Glogau und Krossen, auf die er Erbanspruch batte, streitig machte; Nach langen wschselvollen Kämpfen, in denen Albrecht seine krie ertsrhe Tüchtigkeit wiederholt glänzend bewahrte, erlgngte er end_lt zum tbeil den Pfandbesiy jener Erbschaft, und wenige Jahre spater ver- zichtete Ungarn definitiv auf die Einlösung des umstrittenen Gebiets.

ast sein ganzes Leben hindurch batte Al_bre'Cbt treu zum Kaiser ge- alten und ihm diplomatisY und militartscb ,die größten Dienste geleistet: im Alter schieden si ihre Wege, da Friedrich 111. Albrecht's Vorschlag, aus den Hobenzoüerns en Landen und einigen kleineren Reichs- ständen und Städten, wie Nürn erg, eine Kaiserliäpe Partei in _Sud- deutschland zu bilden, ablebnte und sich den Rivalen des Kurfursten, den Wittelsbachern, näherte. Albrecht starb bald darauf; er erlebte nicht mehr die Genugtbuung, daß der Kaiser sich nach kurzer Frist Von den Wittelsbachern abwandte und sieh wieder auf die_ Partei der Hohenzollern zu stüven suchte.- Albrecht A ines,war fur lange Zeit der letzte Yobmzoller, der eine roße Rei politik betrieb; unter seinen Na ol ern wurden die Bessißungen in xuebrere Zweige getbeilt und ihre a t dadurch geschwächt“ den Kurfursten von Brandenburg insbesondere fe [te die zentrale Steilung in Franken, die Friedrich ].

und Albrecht in den Stand Jie?! batten, eine fübreude Stellung in; Reiche einzunehmen. Erst der ro e Kurfurft erhob fich wieder uber die Stellung eines bloßen Tenitoriaiberrn und eroffnete eme neue Epoche brandenburgischer Großmacbtspolrtik. ' ü". Forschungen zur Brandenburgischen und Preußi- scben Geschichte. Hsrausgegeben von Albert Nauds, 9. Bd., 2. Hälfte. Leipzig, Duncker u. Humblot, 1897. -_ Dieses_Hrft wird eröffnet durch einen Nachruf Gustav Schmoller's fur den kurzltck) ver- storbenen Herausgeber der Zeitschrift Albert _Naudé, deiii er als bxrvorragendste Eigenschaften F'einbeirund Scharfe des Geistes nacb- rübmt, während ihn tiefe philosophische, Fragen weniger anzogen. Hierauf folgt bon demirlben Veerffer die ichor) mehrfach gedruckte edächtnißrede auf Heinrich brn Evb'el und Heinrich boi! Trettscbke: eine ausgezéichnete Würdigung der beiden großen Hlsk-Okikkk,' zugleich ein aebankenreicbcr, wenn auch nicht immer einwandfretrr Betting zur Geschichte der Historiograpbie unieres Jabrbunderis. Schmoller steak diefen briden Leopold bon Ranke gegenuberr _deffen Weltanschairung wurzelt: in der weltbürgerlicben Humamiat, der romantisch- äitbrtiscben Stimmung der Zsit der Goetbe und Hkge1; xene bildsten Cbaraktrr und Denkwrise an nruen Tendknzcnk: die welt- bürgerlicbe Humanität wurde durch den deutschen Patriotismus ver- drängt, und wenn Ranke sich von der ngrnwdrt abwgndtk, wbliien fie in ibr leben und nach Kräftrn auf fie einwttkrn; nrcbt dre hochste Objsktivitäi, sondern eine bolitiscb-nationale Geschichte war ihr Ideal. Wie sebr diese Ideen den Anschauuxigen ibrer Zeitgenossen entfpracbcn, zeigt die große Verbreitung ibrer Hauptwerke; _dis Briiribcilxing drr Geschichte des 19. Jahrhunderts ist auf lange hinaus durcb Tréttscbke's „Deutsckoe Gesckichte' und Sybel's „Begründung drs Drutschexi Reichs durcb Wilhelm 1.“ festgelegt.- Ein wichtiges Problem der marktschyn Geschichte, die Germanifiernng zwischrntElbe und O_drr, behandelt Otto Guttmann. Er zeigt, daß zur Zett drr Karolmgrr no'cb'krinc prinzipieli8 Feindschaft zwiscbe'n Deutschen und Wenden existierte; erst als die Sachsen das Cbristeniuum angenommrn battyn und Line grundsäßiiche Eroberungspolitik beaqnnen, bildete fiel) ein Stammes- und (Glaubensgegrzisatz heraus. Die Kolonisation verlief in den Linzklnen Geaenden vcrichirden; so drang im Norden drr mächtige? Heinrich der Löwe mit Gewalt bor, er rwberie das Land und trieb nicbt srlten die Bewobnrr in das Elend; m der Mgrk Brandenburg erweiterte dcr minder mächtige Albrecht der Bar" seine Länder am liebsten durck) frisdlicl)? Verträge rnit den Wendeixfurftxn, von einer Verjagung der ursprünglichen Insassen konnte alyo keine ere sein. Es war dam um so wrniger Grund Vorhanden, als das von Wäldérn, Seen und Sümpfen durchschnittene Lapd schwach bevöikcrt war, und die Einwanderer bon drn wenig zahlreichen „Wenden „nichts zu befürchten batten. - In einem Aufsaße über ,die Westmmster- Konbkntion bebandElt Georg Künxzel noch einmal die bielbrsbrochenc Frage der Entstehung drs SiebenjabrigenKrieges xmdkommt dabei zu dem Resultat, daß drr Grundzua der Politik Friedrtcb's des Großen war, seinen Staat unter alien Umstanden Vor dem drohenden Kriege zu bewahren. _ ' - Das Gases, betreffend das Anerbenrecbt br: Renten- und Ansiedelungsgütrrn, vorn 8. Juri 1896, fiir die Praxis erläutert von Heinrich Peifer, AmtsgertÖts-Ratb in Danzig. Verlag von Siemenrotk) u. Troscbel, Berlin. - Die mit den neueren Höfegeseyen gemachte Erfahrung, das; 'dasznerbenr'ecbt, welches sich in einigen Landestbeilen Hannobkrs historisch entwickelt hat, außerhalb derselben nur gsringe Anweudung findet, so langers von dem Belieben des (Grundbesißers abhangt, srinrn Hof durch Etn- tragung in die Höferolle drm Anerbenrecht zu uiiterwerfen, bat _be- kanntliä) dazu vcranlaßt, die Renten- und 1316. Anfiedelungsguter dem ihrer Erhaltung nachibeiligen aÜgemcinen Jntcstaterbrecbt durch das Spezial-Jntéstaierbrkckot des Anerbrnrecbis geseßltch zu ent- zieben. Wenn dieses bei einer anderweitcn Regelung des gesammten ländlichen Erbrechts Vorbildlich sein wird, so ist es auch über das unmittelbare AnwrndungSgebiet hinaus von aktuellem Interesse, _die Bestimmungen des Geseßes genauer kennen zu lernen. Der Verfaiser giebt zunächst den Geséßestext in ununterbrochrnem Zusammrnbang und kommentiert sodann dir einzelnen Vorschriften unter Vorawstellung einer einleitenden Darlegung der Entstehung und'der Grundzuge des (Heseßrs sowie srines Verhältnisses zum Burgrrltcbrn Gese buche, xu drn Höfrgesrßen und Landgüterordnunqkn. Den Schluß "tldet dle ZirkularVerfüqung des Ministers für andwirtbschaft, Domanen und Forstrn an sämmtliche General-Kommsfionrn (mrt Ausnahme der- jenigen zu Düsseldorf) Vom 10. August 1896.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperruugs- Maßregeln.

Dänische Antillen. " Die Regierung der däniscbrn Antillen bat für Herkunfte aus Mavaguez (Puerto Rico) und der Insel_ Tenerifa wegen dori herrschender Pocken eine 151ägige Quarantane angeordnet.

Saignn, 8. Juni. (W.?Ti.) Aus Bangkok wird der Ausbruch einer Cholera-Epidemie grmrlbei.

Verkehrs-Anftalteu.

Bremen, 9. Juni. (W. T_V.) Norddeutscher Lloyd. D. „Ems* 7. Juni 2 Nm. Reiie v. Gibraltar n. New-York fortges. ,Fulda", v. New-York kommend, 7. Juni 11 Vm. Reiw v. Gibraltar n. Neapel fortges. ,Aller“ 7. Juni 9 Vm. m New-York angek. „Spree“, v. New-York kommend, 7. Juni 1 Nm. auf Weser (mark. .Willebad“, ». Baltimore kommend, 7, Juni 3 Nm. St. Catherines Point passiert. „Bremen“ 7. Juni 12 Mittags Reise 1). Southampton n. Rew-York fortges. ,Weimar“ 7. Juni Mittags Reise 1). Southampton 'n. Genua fort es. .Gera', 1). Australien kommend, 5. Juni 11 „Abds. Gibraltar passiert. „Sachsen“, n. Ost-Afien best., 8. Juni Vm. in Suez angel. .Noland“, n. Balttmqre best., 5. Juni 5 Nm. Lizard passiert. .Barbarossa' 6. Juni 5 Mrgs.,ln New-Yorx angek. ,Mark“, 1). La Plata kommend, 8. Juni 8 Mrgs. aus Weser angek. .Koblenz“, n. Brasilien best., 7. Juni 1). Bahia n. Santos abgegangen. .

Hamburg, 9. Juni. (W. T. B.) Hamburg : Amerika- Linie. D. .Pennsylbania' bat, bon New-York kommknd, gestern Abend 7 Uhr Lizard vassiert. . _

London, 8.Juni. (W.T.B.) Union-Ltnie. D. !Guelpb“ ist auf der Heimreise heute bei den Canariscben Jnjeln ange- kommen. D. ,Normann“ ist auf der Ausreise heute in Kapstadt eingetroffen. '

Rotterdam, 8. Zum. (W. T. B.) Holland-Amerika- Linie. D. .Edam“, Von Amsterdam nacb NewYork, bat gcstkrn Nachmittag Scilly Passiert. _ _

Bukarest, 9. Juni. Der durch Hochwaffer vtrlfacb unter- brochene Eisenbahnverkehr in Rumänien ist, den) „W.T.B.“ zufolge, troß dss noch anhaltenden Regens wieder auigsnommen

wvrden. Theater und Musik.

Neues Königliches Opern-Tbeater.

Herr Emil Greber vom Dresdner Hof-Tbeatcr begann am Sonntag als Mephisto in Gounod's ,Margaretbs“ Cui Gast- spiel auf Engagement, welches er gestern als BcckmcÜrr m den

Meistersingern“ von Wagner fortseyte. Der Sanger i_oll feine Befähigung darlegen, in die durch tanz Krolop's Tod verwaiste Stelle eines Baß-Buffo einzutreten. ein Organ tit, soweit die genannten beiden Partien ein Urtbeil zulasßn, baritonai gefärbt_1_1nd von angenehmem Klangs, nur fragx es cb, ob (Zs aucb kranig enug sein wird, um sich spater den wemgxr abustisckm

äumen des Opernbauxes anxupqffen. Im übrigen ist dem Gaste musikalisches Feinge übl und em sebr beachtenöwertbes schau-

s ieleriicbes Können nachzurübmen. Namentlich war sein Beckmeffex e ne mit sicheren Strichen scharf ezeichnetc Cbarakterfi ur. Als Faust und als Walther Stolzina ga irrte Herr Emil ötze, welcher gestern vortrefflich disponiert war und den begeisterten Beifall