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_Der President der Königli en Eisenbahn-Direktion Berlin, Wltkltche Geheime Ober- egierungs-Rath Kranold
hat Berlin in dienstlichen Angelegenheiten verlassen.
Laut teiegraphischer Meldung an das Ober=Kommando der Maxine ist der Chef der KreYer-Division, Kontre-Admiral von Diederichs, auf seiner usreise na Ost-Asien ur Uebernahme seines Kommandos am 11. d, . in Shangßai eirigxtroffen; Nach Uebernahme des Kommandos der Kreuzer- DivtfiLn wird KontreJ-Admital von Diederichs am 15. d. M. mit, _S. M. S. „Kaiser“ Flaggschiff der Kreuzer- Division _, Kommandant Kapitän z. S. Zeye, und S. M. S. „Cormoran“, Kommandant Korvetten-Kapitän Vrussatis, von Shanghai r*ach Chkfoo in See gehen,
Württemberg. . Ihre Majestäien der König 'und die Königin Haben sich vorgestern zu längerem Aufenthalt von Stuttgart nach Bebenhausen begeben. 3“ Die Kammer der Abgeordneten hat gestern die Berathung des neuen Einkommensteuergeseßes begonnen. Es wurde sofort in die Einzelberaihung eingetreten,
Heffeu.
. Seine Majestät der Kaiser und König hat, wie die „DarmstZtg.“ meldet, aus Anlaß des zweihundertjährigen Jubiiaums des_3. Großherzoglich Hessischen Jnfanterie-chi- ments (Lerb-Regtmentß) Nr.117 das nachstehende Telegramm an Seine Komgliche Hoheit den Großherzog übrrsandt:
Eure Königliche Hoheit be lückwünscbe Ich zu drm bsutigen Tage, an dcm Eurer Königlichen H0 eit Leib-Reaimeni sein 200jäbriges Be- stehen feiert Die rubmvollr Vergangenbcii dieses aÜezxit bewäbrtsn Régimrnts isi Mir Bürge, daß es stets n€u€ Rubmeékränze um skins ehrwürdigen Fahnen zu winden Wiffkn wird.
Neues Palais, 10. Juni.
Wilbelm,1. 11.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog hat hierauf folgende telegraphische Antwort abgesandt: An Seine Majestät den Kaiser und König, Neues Palais, Potsdam. Eurer Majéstät danke Ich für die gnädiqen und anerkennrndkn Worte am heutigen Jubiläumsiagk. An der Wende des zwkiten und dritten Säkulums dss Bestehens diefes alten Regiments gelobe Ich mit Meinem Leib-Regitmnt, aiie Zeit 9811357118 zu sein der Befehle unskres Allerhöchsten Krikgsbkrrn und einzustehen für Eurer Majsstät und des deutschen Vaterlandes Wohl. Ernst Ludwig.
_Seine Königliche Hoheit der Großherzoqw hai Zhre Kömgliche Hoheit die Großherzogin zum ersten Inhaber des Regiments ernannt, ferner dem 1. und 2. Bataiüon Säkular:Fahnenbändsr verliehen und bestimmt, daß am Helm ein Auszeichnungsband mit den Jahreszahlen 1697 und 1897 getragen werden soll.
Sachsen-Coburg-Gotha.
In der gesiri en Sißung des gemeinschaftlichen Landtages der Zerzoqthümer Coburg und Gotha wurde das Gehaltssystem fiir die StaaLSanwalte, die unteren Gerichts: und Ministerialdeamten, die Beamten dcs Revisions- bureaus und der indirkkten Struervcrwaitung berathen. Die Zweiten StaatHanwälte wurden den Amtsrichtern gleichgestellt. .;m übrigen wurden die Gehaltssäße der chierungsvorlage genehmigt mit Llusnahme der Vorschläge für chiernngs: Sekretäre und chisiraiurbramfe, dic rine Kürzung erlittrn. FunktionSzulagen sollen künftig forifailen.
Oesterreich:Ungarn.
Wie die Wiener Zsiiungen melden, empfing dsr Kaiser gestern bei den allgemeinen Audienzen auch den Baron von Ludwigstorsf, weicher als Obmann des verfassungstreuen Großgrundbrsißks im Abgeordnetenhause drffrn unwandelbare Loyaiiiät, unerschüitrrliche Erxßebenheit urid TreUs zum Aus: druck brachte. Der Kaissr iia)m die Vsrsichrrung mit hiild: vollen Worten entgegen,
Frankreich.
ka „Temps“ zufolge werde der Kreditvdrlage für die Reise des Präsidenten Faure nach Rußland sine Bot: schaft des Präsidenten an das Variamegit vorausgehen, um dieser Sympathiekundgebung für das rusiische Volk einen möglichst feierlichen Charakter zu gebsn.
In der grstrigcn Sißung dsr Dcputirtenkammer brachte der Deputirte Jaurés einen Antrag auf Einschränkung der Bestimmungen über den Ausschluß von Dcputirten von den Sißungen cin und fiihrte ans, der Antrag solle die Depuiirien
egen Vrrgéwaliigungsn diirch die Maxorität schüßen. Der Redner vcriangis die Dringlichkeit fürseir-cn Antrag, diesrlbc warde aber mit 370 gegen 110 Stimmen abgel-chnt. Die Kammer ithe hierauf die Berathung Über den Geseßentwurf, bctkkffLUd die Bank von Frankreich, fort. Dcr Deputirte Viviani beantragte die Errichtung cincr Staatsbank. Der Antrag wurde mit 422 gegen 118 Stimmen abgelshnt. Der Deputirte BaScou brachte: _eincn Antrag ein, worin die Kammer auf- Zlefordcrt wird, Nicht eher in die Bcrathung der einzelnen
rtikel cir-ziitretr'n, als bis die Regierung die den Kriegsschaß betreffenden Bestimmungen des Vortrages mit der Bank bekannt gebe. Der Finanz-Minister Cochery weigerte sich, dicse Ab- machuan mitzntlcilcn, weiche unwirksam würdsn, wenn man sie der effentlicl) eit übergäbc. 'Der Dcputirte Milldrand unterstüßte den Antrag, da es sich darum handle, zu wissen, ob nicht für den Kricgsfall eine Klausel bestehe, hinter weicher fich die Bank von Frankreich würde versckxanzcn könnkn; der Kriegsschaß könne nicht der Bank iibcrlaZsen wrrdcn. Der Minister-Präsidenf Méxline erklärte: im ntereffe der natio- nalen Vertheidigung lehne es die Regierung ab, die Be- stimmungen einer sekreten Uebereinkunft bekanntzu eben; fie konne lediglich konstatieren, daß durch dieselben der auf Ver- pflichtungen auferlegt worden seien, während dem Staate seine Handlungsfreiheii gewahrt bleibe. Der Deputirte Pelletan erklärte hierauf: der Regierung auf diesem Wege zu folgen, hieße Hochverraik) begehen. Schließlich wurde der Antrag des Depulirteti BaScou mit 298 gegen 236 Stimmen abgelehnt, die Dringlichkeit der Bankvorlage mit 413 gegen 104 Stimmen angenommen und der Ueber ang zur Berathung der einzelnen
Flottenvermehrung dienen soUen. Dcr Deputirte Pelleian
stellen,_ nach welchem die Regierung im Falle einer feindlichen Invasion das Recht haben soll, die Baarbestände und die Druck-
spruch zu nehmen. Rußland.
Nach dem gestern aUSgegebenen Bulletin ist, wie „W. T. B.“ meldet, das Befinden der Kaiserin Alexandra Feqdorowna und der neugeborenen Großfürstin in jeder Beziehung zufriedenstellend.
Der „Regierungsbote“ veröffentlicht die Ernennung des Fürsten Obolenski, Direktors der Adelöagrarbank, zum Ge- hilfen des Ministers des Innern.
Italien.
Die Deputation des 1. Hessischen Husaren-Regi: mqnts Nr. 13, welche dem König die Glückwünjche zu seinem 25xährigen Jubiläum als Chef des Regiments überbracht hatte, ,ist, wie „W. T. B.“ meidet, gestern wieder von Rom abgereist. Am Mittwoch fand zu Ehren der Deputation in der deutschen Botschaft ein Diner statt.
, Gelegentlich der Gedenkfeier der Vertheidigung dsr Stadt Vicenza im Jahre 1848 kam es daselbst gestern zwischen Liberalen und Klerikalen zu Thätlichkeiten, bei welchen mehrere Personen verwundet wurdsn. Die Truppen mußten zum Schuße des klerikalen Gemeinderatlzs einschreiten.
Der „Osiervatore Romano“ veroffentlicht eine Note, welche die Weisung des Papstes einschärft, daß in Frank- reich alle Katholiken, unabhängig von dem, was sie theoretisch bevorzugen, die bcstedende Regierungsform an- erkennen und unter Benußung drr geseßiichen Mittel die (Hefe - gebung alim_äblich zu verbessern suchen müßten. Der Papi richtet in dicier Beziehung seinen Mahnruf an alle unparteiischen Männer jeder Schattierung.
Schiveiz.
Die Vorlage, betreffend den Rückkauf der Eisen- bahnen, ist im Ständerath endgültig auf die Tachord- nung für nächsten Dienstag geseßt worden.
Im Nationalratb begründete Baldinger (Aargau) den Antrag, einem Ausstand der Bahnbeamien, wie er bei der Nord: Ostbahn vorgekommen, durch Erlaß geseßiicher Vorschriften künftig vorzubeugen. Zemp erklärte, das einzige Mittel sei_die Einseßung eines unparteiischen Schiedsgerichts ziir Erledigung solcher Streitfragen. Baldinger hielt an seinem Antrags fest, derselbe wurde aber mit 59 gegen 44 Stimmen verworfen.
Türkei.
Die vierte Sißung zur Foriseßung der Friedens- verbandlungen ist, wie „W. T. B.“ mcidet, auf morgen verschoben worden. Gestern hat [?diglich eine Vcrsammiung der Botschafter stattgefunden.
Nach einem Telegramm dcr „Morning Post“ vom 9. d. M. wiirde der Miriister des Auswärtigen Tewfik Pascha in der nächsten Sißung folgende ugcständnisse vorlegrn: Die Türkei beläßt den Griechen Thesalien mit AuSnahme des Bezirks nördlich vom Peneus; sie stimmt den Kapitulationen im Prinzip zu, verlangt aber die Ernerxnung von Experten zur Erwägung dieser Frage und wiUigt fsrner ein in eine Prüfung der Finanzlagd Griechenlands bezfiglich der Fähigkeit, eine an: gcmeßene KriegSrr-„1schädigung zu zahlen, Disse Mittheilmig wird in einem Telegramm der „Daily News“ bsstätigt.
Aus Kansa msidet die „Agence Havas“, daß die dort zur Berathung 5er die Lage_ versammelten Führer der Aufständischen sich zii dem Admiral Canevard bcgeben hätten, Mirbcr ihnen den Raid ertheilt iéabe', ihre Fréunde in (Griechenland zii bestimmsn, nicht nach Kreta zu kommen. Die Admirale hätten beschloffen, die Agitatoren streng zu behandeln. Die Führer der Aufständischen hätten darauf die Genehmigung nachgcsuchi, ein Schiff mit Proviant kommen zu [offen, da die in anderen Distrikikn gewähltcn Deputirten wahrscbsinlich in Kaner: eintrcffon wiirden, Um mit ihnen gemeinschaftlich über die Lage zu de- raiben. Die Admirale hätten ihre Zustimmung hierzu gegcden. 'Das Schiff wcrde einer strengen Untersuchung unterzogsn und _die Ladung in der SUda:Bar) gelöscht wcrden. _ Der briti1che Admiral habe eine griechische Bark gendmmcn und die auf drrsriben befindlichen Waffen mit Beschlag belcgt. _ Di? Admirale hätten bcschldffrn, die Truppen Märsche in die Umgegend von KMU unternehmen zu lassen, dabei aber jeg: lichen Zusammenstoß zii Ukrmeiden.
Grieckzeulaud.
Dis Kaiserin Eugenie ist gestern Abend von Athcn abgereist.
Die „Agerce Havas“ meldet, das; das Finanz=Ministc: riUm dis Hilfsqiisil-en Griechen1ands einer Prü- fZUng unterzdgxn habe, deren Ergebnis; als Grundlage für die Zahiimg der Kriegsentschädigung dienen werde. Dasselbe sei drm britischen Finanz-Atiaché Loew in Konsmiitinopel mitgetiieiit worden, den der Botschafter Sir Philipp Curri e driand auf: gefordert hatte, Ermittelungen iiber die Finanzlage riechen: lands anzustsUen. Dirie Nachricht iind dikxenigr von der Er- nennung ciner Miiitär-Kommifsion zur Regelung der Grenz- frage würden als drm Abschlusse des Friedens günstige An: zeichen betrachtet.
Amerika.
_ Aus Washington meidet „W. T. B.“: DerBericht- crjtatter dcr Finanzkommission hat in dsr gestrigen Sißung des Senats alle früheren AbänderungMnträgk der Kommission zurückgezogen, sodaß die von dem Repräsentanten: hause angenommenen Besiimmun en unveräzidert bleibc-n. Darauf beantragte derselbe einen oll auf raffinierten Zucker von 195/100 Cents per Pfund. '
Nach einer in New-York eingetroffenen Meldung aus Havanna hätten die Znsurgenten zwölf Meilen von Havanna eincn Passagierzug mittels Tynamits in die Luft geiprengt. Dabei seien mehr als [)und-ort Znsdffen drs Zugrs, meistens Soldaten, getödtet oder verwundet worden.
Afrika. Das „Reuter'sche Bureau“ berichtet aus Tananarivo
_- Der Deputirte Lockroy hat in der Depuiirtmkammer em Amendement zu dem Budget für das Jahr 1898 ein- beracht, wonach der Staat Grundstücke und Bestßun en 18 zum Betrage von 260 Miüionen Francs verfau 11 soll, welche zur Deckung der Kosten für die projektierte
wird zu dem Bank:Privilegiums-Geseß einen Zusaßanirag
platten für die Bankbiilets der Bank von Frankreich in An:
G'esellschaft zu Paris, Namens EScande und Minault, seien am Nachmittage des 20. Mai ungefähr 45 km südlich von Tananarivo von Aufständischen in grausamer Weise er- mcfxädez worden. Ihre Leichen habe man am 23. Mai auf- ge n en.
Parlanentaristhe Nachrichten.
Bei _der _aestern im 3. Königsberger Wahlkreise Stadtkreis Konigsberg) vorgenommenen Ersaßwahl zum eichstage erhielten, dem „W. T. B.“ zufolge, Rechts: axuvalt H'aas e (Sozialdemokrat) 11 917, GutßbksißerPapen- d'ieck (freifinnig) 5008, Rechtsanwalt 131". Krause (national- [lerai) 4049 und Störm er (Antisemit) 2160 Stimmen. Rechtsanwalt Haase ist somit gewählt.
_ Im 4. Danziger Wahlbezirk (Bereni, Pr.:Star- Jari), Dirschau) wurde bet der gestrigen Ersaßwahl zum .andtage im zweiten Wahlgange der Pfarrer von Wolszlegier-(Hilgenburg (Pole) mit 233 Stimmen zum Miigliede des Hauses der Abgeordneten gewählt. Der Ritterguisbefixzcr Arndt-Garifchin, deutscher Kompromiß: „Kandidat, erhielt 232 Stimmen. Im ersten Wahlgange hatte Wer der beiden Kandidaten 232 Stimmen erhalten.
Nr. 23 der .Veröffentlicbunaen des Kaiserlichsn Ee- sundbeitsamts“ vom 10. Juni hat folgenden Inhalt: Gesundheits- stand und Gang kzer Volkskrankheiten._Zsitweilige “.Naßregeln gegen Pest._ Gesundber'swesen im Rx „Bez. Stettin, 1892/94. _ Gefes- gébung u. s. w. (Preußen.) Tri inenicbauer. _ Ansteckende Kraxk- beitzn. _ (Berlin.) Arzneimittel 2c. _ (Sachsen.) Viebseuch9n. _ (Wizrtterxibsrg) Milzbrand. _ (Lübeck.) Viebbeauffichtigung. _ (Oesterreich) Tbeerfarbstorfe. _ (Frankreich.) _ Heilserum :c- _ (HÜZUU') Milch xc. _ [Dänémarf.) Rindfleiicb. _ (Australien.) Vieh suchen. _,Gang dx-r Tbierfeuchen im Deutschen Reich, Mai. _ Desgl; in Bxlgtext,„1.Vierteljabr. _ Dele. in Rumänikn. _Rinder- pest in Sud-Asrika._ _ Zeitweilige Maßregeln gegen Thier- !egchen. (Schwetz, Turkei.) _ Verhandlungen oon geseßgebknden Korperschaftrn. (Deutsches Reich.) mefrvesen. _ Vermischtes. (Preußkn.) Jmpfwesen. _ (Sackyie-n.) Viebenjschädigungen, 1896. _ (Baden.) Gebeirnmutel _2c. _ (Elsaß-Lotbringen.) Landwirtbschaft- liche Versuchsstation in Rufacb, 1894/96. _ (Br*lgicn.) Dipbtbsris- bezlserum. _ Wochentabeüe über die Sterbefälle in deutschen Orten rmt 40000 und mehr Einwohnern. _ Dessi. in größsren Städtsn ds_s Auslandes. _ Erkrankungen in Krankenhäusern deutscher Groß- itadts. _ Dksgl. in deutschen Stadp und Landbezirkkn. _ Witterung. Grundwafferstand und Bodenwärmé in Berlin und München, April.
Arbeiterbewegung.
Plus Ladcbbatxnzier wird dem „Niederlausitzer Volksblatt“ mit- getberltZ Aus dem .brcngkn Ei! enbütten-Werke baden ca. 50 Nr. RTM die Arbeit medkrgelegt, w-rii ihnen dsr Lohn gskürzt wkrdrn :) te.
Dis Weber der Firma Weyl u. Nassau iii Neickoenbacb in Scblksien smd, dem .Vorrv.“ zufolge, im Ausstand. Dru Webern waren Lobnabzüge von 20 „5 bis 1,20 „46 pio Stück geiiefsrte Wxare angekirndigt Worden. Eine Kommission soll durch Unterbandelr: mri den Cheis der Firma VZriUch€n, diese Jil bestimmen, ihre Maß"- rkgel, die angeblich durcb dkn geringen Umsatz und die Preise der Konkurrenz erfolgt ist, rückgängig zu macbsn.
119er den geplanten allgemeinen Ausstand dcr Maurer Berlins (vgl. Nr. 127 d. B1.) wird, wie dis ,VoikI-th.“ berichtet, eme für bsute einberuféne Versammlung die endgültige Entscheidung treffen. _ Gleichzeitig bcreiten auch die Maurer Potsdams eine aÜgcmeine Lohnbkwegung dor.
Den Webkrn einer Crimmitschauer Buckskinfabrik wardk kürzlich eine Lobnreduftion angekündigt. Da disse Maßnahme don is_iisn der bkirrffenken Arbriter nicht angenommkn __rrurde, Lrbielten dieselben, dsr .eracr Zia." zufdliik, am Freiiag DSU Kündigungsschein, wonach dieselben in 14 Tagen Entlaffen sind.
In Gera hat drin „VorwärTS' zufolge die Ausivérrung voir Webern drr Haipsri'icben Txppichwsbersi (dgl. Nr. 127 und 128 d. Bl.) die Folge JZHabt, daß die Arbeithenossen der Entlaffenen silb mit diesen solidarisch erklärten. Von 50 Stühlen konnten daher am 9. Juni nur drei in Betrieb geséßt werden. Man bersucht nun, die Webstühle durch HilfSarbeiterinnen bedienen zu lasen.
Wie dkmseiben Blatts aus _Bern bsrichtet wird. sind dort die organqierten Spenglergebilten mit folgenden Fordrrungen in eine LohnbkMgung eingexretkn;_ArbkiiNeiiVCrkürzumi um eine Stunde täglich, Lohnzuscblag _für auswartige Arbeit, Minimal-Stundknlobn You 40 Cts. und Zuickyiag von 25 0/0 für Uebkrzeit- und Nachtarbeit wwie yon 50 0/0 für Sydntaasarbeit, Versicherung dsr Arbkiter gegen Unfail durch_dcn Meister, Reguliervni dcs striingswesens (je ein Lebrling aus fünf Akblitkr im Maximum), Freigabk des 1. Mai, Lohnerhöhung um 10 0,0.
Ein inrernationalerTextilarbeiter-Konqreß wird vom 9. 68 zum 14. August in Roubaix _ Nordfrankreich _ abgehalten wer en.
Kunst und Wiffenschaft.
IM“. Koaneß für innere Nksdizin zu Berlin (9. bis 12. Juni).*)
_ Jiri Weiieren Verlauf der gestrigen Sißung sprach Pro- fkiior_ Behring über die Experimentell begründete ätio- logi1che Therapie. Der Vortragende begann mit einer geschicht- lichen Darlkgung zu dem Zweck, die eigenartige Stellung der ätiolo- xxiscberi Tbkrapie zu kennzeichnen, und äußerte sich ejwa folgendermaßen. Wem ES früher darum zu thun war, die Wirkung eines Heilmittels zu vrüfen, studierte am gksundkn Tbicre, wslcbe Erscheinungen die Einbrinsung dis Mittels in den Organismus auslöst. Daran schloffen fich gleichartige Veridche an gesunden Mrnicben. Daraus wurden dann die Grundsätze für die Darreichung des Mijtels am Kranken- bette abgeleitet. Jm bkwußten ngeniaß zu dieser Arbeitéweise stkbt die Art, wie die Anhänger der ätiologiscben Therapie in ihrer wissenschaftlichkn Forschung Vorgehen. Leitknder Grundsatz ist bei ibnen, tas künstlich krank gemachxe Thier dazu zu benuyen, ein Heii- mittel zu erproben. Vortragcnder erklärte: Jn Marburg ist jest dre Hersteilung eines starken Tqberkulvie-Tcrins gelungen, von dem zu yrwaitkn ist, daß cs Praktisch wird ausgenu 1 werden können. De): Weg dazu war die Vkrwendung sebr viru enter Kulturen und die Ausscheidung aller Nebensubftanzen aus den Bacillenleibern. Es tft die Aussicht größer gxwordkn, ein Tuberkulose-Antitoxin zu gewinnen- Viel Arbeit wird freilich noch nötbig sein.
Yrofeffor O. Vierordt-HeideibergbesprachdieWirkung?" des ods bei Erkrankungen des ZirkulationSapparats und besonders bei „Arjgirm [)661-01'18. Die Ergebnisse, welche bei Ge- fäßerkcankungen und insbesondere bei den yon denselben verursaxbtsn Anfäsirn von Hugina pgcrqr13(-Herzkrampf)durcb diätetische Vorschriften,
Artikel mit 424 gegen 107 iimmen beschlossen.
vom 23. Mai: Zwei französische Missionare der Evangelischen
') S. die Nrn. 133 und 134 des „R.- u. St.-Anz.'
Hydrotherapie :(., Mineralbadekuren erzielt werden, sind oft von vorn- [„kein unbefriedigend; werden aber Erfolge erzielt, so sind fiefnuxin seltenen Fällen von Dauer. Dies hat den Vortragenden veranlaßt, in einer Reibe „M zum tbeil sebr s weren. lan e beobachteten Erkrankungen Ver- such? mit lange forige eßter erre xbung kleiner Hose:) von Jodsalzea zu ma , in ähnlicher Weise, wiejdies schon sert einiger Zeit von franiösischen Autoren empfohlen wird. Das Ergebncß dieskr Be- handlung ist in der Mehrzahl der Falle em böcbst bemxrkenswertbes „nd zu weiteren Versuchen erm'untsrndes. Es bestand in einer auf- fäll' en Besserung des Allgemeinbxkfindens, Hebung der Herzkraft_und UhstZwäcbung der Anfäile, zumtbeilbiSzum Veescbwind-zn. Einer dieser
atienten, der vorher beim Treppensxstgen_mebrfach nach wenigen _Siufen chwere Anfälle gehabt bat, stie_g spater ubZr hundert Mstc aur Berg- wegen; ein anderer, der von taglxchxn Anfallen auf der Straße heinz- gesucbt und vollkommsn drensiunfabig geworden war, versieht, [?Ht seit zwei Jahren seinen Berni. Vdrtragender besprach sddann dre Gegen- anzeigen der Jodbebandiung, die Höhe der Dosis, die beste Form der Darreichunng sowie die vorlaufig bvpotbetrscbZAr't der Einwnkiing des Mittels am die Erkrankung und warnte sckli€ßllch vor dem Miß- brauch; die sorgfältige Regelung der stsnßweiie, Badekuren :c. bleiben daneben zu Recht bestehen. '
Hierauf besprach Profeffor 1)r. Benedikt-Wten de.". . Werth des Röntgen-Verfabrens für die in_nere Med_izin'._ De_“c Vortragende bob die Bedeutung dieses. Verfahrens zunachst fur die Erkenntnis; der Leistunaen des Herzens „im gesunden und krankexi Zu- stande hervor. Zunächst bat man mit einem Schlage eme richtige Anschauung über die Arbeitsleistung des Herzens bei Gesunden bx- kommrn, welche früher arg überscbäyt wurde. Dadurch wurden aiich die Ausgleichsvorgänge bei kranken Herzen vicl verstandlicher. Wezterbm ist man dadurch in der Lage, die Größen- und Lagerungs-Verbaltniffe des gesunden und dss kranken Herzsns am Lebknden genau zu erkennsn, auch in Fällen, bei denen 'die frühere Meibode ier Beborchng und Bekiopfung im Sticbe ließ. Ferner ist man in der Lage, Veranderungen an den Gefäßen zu Sinkt Zeit » erkennen, in der es frübcr ietnerrsickxeren Anhaltspunkt aab, und dadurch strigt „auch dir Charges, gunstrgx Hetlßrsoige zu erzielen. Wxiter wurde dadurch Line gen_aue Einsicior in die Brz'tebun'g zwischen Herz und Zwercbfrll gkwonnen, iodaß ryan im stapde ist, die Bewegungßyerbältniffe des Zwerchfells, dessen einzelne, Thrila als un- abhängig don einander erkannt wurden, zu sehen. Diss ist be'sonders wichtig für die Fälle bon Verwachsungen drs Herzbeutels mit dem Zwkrchfeil und in Fällen von Vsrwachsunzen des leßteren mit dern Rivpknftll. Was die Lunarn anbetrifft, so zeigt das Vériéibrenkdie Füllungsvcrbältniffe diescs Organs 713." Luft und gestattst so RuckiCblusFe auf krankhafte Vorgänge. EiRLgLiVMS Bedeutuxig hat das Verfszhren fur die frühzeitige Erkenntniß Von Knochenkrankberten, beionders jenrx der Wirbel; dieses Studium wurde jedoch meist den Cbirurgen_ uber- lafikn. Für den Nacbwcis vieler Arien von Frcmdiorvern in' der Brnst- und Bauchhöhle l-istet das Vkrfabren Vorzügltchss. BL! dxn Erkrankungen des l'nterleibes ift es dagegkn unsicher,; am sichersten ist noch die Erkenntniß don Nirren- und Blasenkonkrettonen. _
In der beutigcn fünften SißuuZ3 ersiattste der_ GSHLIML Mkdizinal-Natb, Professor Eulenburg - * erlin ein Referat _uber die Bassdow'sche Krankheit. Er besprach zuerst die Definition dieser Krankheit, die Unterscheidung vöUig fUsWickklter und undoll- kommenrr (abortierter, rudimkntärer) Formen, sogen. 101113er 11115168, und erörtkrte dann im Anschluß an die (x_eiäplcbtlickpe Entwickelung die Vorstellungen, die man fich in den unqefgbr 60 Jabxen' der Kenntnis; dieser Krankheit über ihr Wkskn und ihre Eniitebung allmahlich gsbiidet bat. Die verschiedenen Grundanfckpauungen [affen sich der Zauptsacbé na_ch un-tér- schcirkn in solche, die den AuSgangspunft der, *„rkrankung in einer feblerbafien Blutmischung, Obst in einer primarsn Aff'skttdn „des NLrVZnsvitkms, sdezieü cinlencr Tiirilr desselben, oder endlich in einer Primärsn Lokale'rkrankung des dabei konstant vergrößertkn Organs, der Schilddrüip, zu suchen geneigt find: bämatogenk, peurogcne und tiiriieogene Tiieorien dsc Krankheit. Wäbrend in jeder von diesen dreien ein richiiger Kern ftrckt,„ enthalt „doch keine für fich aÜein die ganze und doÜefWabrbeit; Vielmehr ergandzen sie sich qegsns-itig, insofern der alierdmgs bedeuiungddoiix'n Schild- drüsen-Erkrankung nicht nur eine Blutüberfüliung der Druid, sondern auch Line abnorme Blutbéschaffenbeit vrrlfach__zu Griinde zu liegen sch€int, andererseits das von der erkrankten_Druie _gsiirserie, crrxormale Sekret ganz bksonders im Nervsnsvitem skincn . Aiigriffspunkt findet und auf dissks krankrnackzspd (patbogen) LinWitkk. Nile drei aussinandsrgebcnren Grundaiiichannngön __[Qbsrt dxenn auch, ihrer relativen Bérkcbtigung entiprscbend, _iur die Behandlung der Kranibcit Schätzbares geleistét: die .bgmatogene' 'nicht [Zirß durch Anwendung drr die Blutbescbaffenbeit_beiisrnd§n msdtkamentoieii Mittcl, sondern vori) mehr durch energiicbe BSTYNVNTUUJWDSI dis Konstitution kräftigendsn Variabrens in Form grergneirr Diaikurew, Warm- und Kaltwaffsrkuren und besonders der Klmmkurxn (PöbSn- klima), die sich bei Basedow-Kranken auszzezeicbnet bewabri haben. Den ,neurogenen' Tbcoricn verdankt man :iébxii manchen Fßblgrtffen doch auch die krianrreg-Z erfolglosen rläktnicheri mid p_ivMscheii Behandlungsweiscn; drr „tbyreogsnen' Theorie" rnditch die: iiCUSstL Aera operativer Eingriffs durch _partcmÜe Ausscbnsidinigén der vergrößerten Schilddrüse (.Srrumsktomie“); uber rxren difiriitwen Heilwerti) die Akten noch nirbt geschioffen „iind, wabrcnd 018 aus MißVerständnis; dieser Thkorie vorgeschlagene innere Beziimdlungzmt SÖilddrüskn-Präparaten sich, wie vorauszusehen war, nicht als erfolg- reich bewährt hat. Daran müffe man fcsib;[ten, “118101116, dsr Por- tragende zum Schluß, daß eine Heilung der Krgnkbétt in virlxn Fallen zu erreichen sei und daß es Sache des kundigen Arztds i_km werde, unter der großsn Anzahl 571 Gebote stehender Mitt'el nnd Heilbsrfabrrn die dem jedesmaligr'n Einzelfaiie entsprechende m dsr nothwxndigen Weise zur Anwendung zu bringkn.
Der Chrmiker, Gkb-iM: Hofrath, Professor Fresenius ist, wie „W. T. B.“ aus Wiesbaden meidet, in der bergangeiien Nacht „an einem Schlagan'all dÜsélbst gestorben; Karl RLUUZLUS Fresenius wurde am 28. Dezember 1818 in Frankfurt a. M. géboren, widmZts sich seit 1836 de'r Pharmazie, studierte dann in Bonn imd Giaßezi Cbxmre, wurde 1841 Assistent bei Liebig und babilitierie sich 1843 in Gießen ais Privatdozsnt. 1845 ging er ais Professor'der Physik, Chemie iind Technologie an das landwirtbsckxaftlichr Institut tri Wiesbaden und be'grun- dete dort 1848 ein Laboratorium, welches 1862 mit einer'pbarmazcutiscben Lehranstalt, 1868 mit einer agrikuitnrchemisckpkn, spezicli auch ornolo- Nischen Versucbcstaiion verbundkn wnrde, weiche l_eßtere 1881 Fin ältestxr Sohn übernahm, rräbrer:d 1876 das iandwmbschastliche n- stitut durch eine in Weilburg errichtete Landwirtbschaftsscbule erseßt und 1877 das pharmazeutische Institut auigebobekn wurde. Das nzicderbolt wesentlich erweiterte Unterrichts-Laboratortitm wird baupt- sachlich von Cbsmikern besucht, welcbe fick) der Technik und der Nab- rungSmittel-Cbemie widmen wolien, und genießt auch irn Auslande, yorzüglicb in England, einen großkn Ruf. Mit'demsxlbcnistety Unter- iUchungs-Laborawrium und srit 1884 ein bakteriologiscbes Institut Vér- bunden. Fresenius bat fich besonders um die anaiyirsche Cb€m_ie große Verdienste erworben und alt auf diesem Gebiet als Autorttat ?rsteu Ranges. In den lkßtkn abren beschäftigte er sich besonders mit der Untersuchung von Mineralwäffrrn, deren Resultate in den „Chemischen Untersuchungen drr wichtigsten Mineralwässer des Herzogibiims Nassau“ (Wiesb.1850-68Hest1_9) und in mehreren Monogravbien (ebendas. 1859-90) niedergelegt sind. Er lirferte auch Analysen vieler anderer QueUen und schrieb ein .chrbuch der Chemie für Landwirtbe xc.“ (Braunschweig 1847); seine Hau twerke aber, die in fast alle [xberzden Cobra en überseßt wurden, nd: „Anleitung zur qualitattVen ch6mis en Analyse" (Bonn 1841; 15.Auf1. Braunschweig 1886), und „Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse“ (da!. 1846, 621116. 1873 bis 1887, 2 Bde.). Seit 1862 gab rr eine „Zeitschrift fur a'ialytiscbe Chemie“ (Wiesbaden) heraus. Seine in Gemeinschaft mit
U angegebene alkali- und acidimetriscbe Methode hat in der Technik allKeweine Anwendung gefunden (.Neue Verfabrungsweisen zur PrüfUng der Pottasche und Soda, dcr Aschen, _der Säuren“, Heidel- berg 1843). Außerdem schrieb er noch die .Geicbicbic des chemischen Laboratoriums zu Wiesbaden“ (Wiesbaden 1873).
Bauten.
Aus Oppeln wird berichtet: An dem alten ?iaftxnichloß, in welchem ein Theil der Regierungsbureavx unterge raxbt ist, ist em Erweiterungsbau in Angriff genommen worderi. Dericlbe soll d_;rzu dienen, dem gegenüber der fortgeseßten Steigerung der Géfcbafte immer empFYdlicher werdenden Mangel an auskeichextden Bureau- räumen der egierung Abhilfe zu verschaffen. _ Was die Bgutxn auf dem Gebiete des EisenbahnWesens betrifft, so ist die Einfiihrung des elektrischen Betriebes auf der Dampfitraßenbabn Glenytßz- Deutsch - Piekar zum 1. Januar 1898 angeordnet., Bezuglicb der Straßenbahn Anionienbütte-Schwrentochlowis der Firma qumer u. Co. sowie der Strecke Sewantoäolowiß-Beutben der Firma Schikora u. Wolff bat die örtlich? Prüfung stattaefunden. Zur Cr- tbeilung der KonzessionSurkunden für die Straßenbabnsirecken Konigs- bütte-Scbwientocblowiß, Zabrze_Briztben unix Schomberg-Morgen- roth fehlt nur noch die eisenbabnseittge' Feststellung, der Kreuzungs- projekte mit anderen Geleifkn. Ueber eine staatssetttz auSzubauende Babu Gleiwis - Antonienbütte - Neuberun smd _Ermitielungen an- geordnet.
Literatur.
Von dem durch den Kronprinzen ErzherzogRudoli ins been gerufenen umfassenden Werke „Die österreichtich-ungar11che Monarchie in Wort und Bild“ (Druck und 'Verlag/Yec K. K. Hof- und Staaisdruckerei in Wien; Redaktioxi: Wieii ], Oiaiibiirg), Welches gemäß der Bestimmung Seiner MajesiatdLS Kaisers und Konigs Franz Joseph als ein Ebrendenkmal für'HHäiitdenselbsen unter dem Protektorat Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit der Kron- prinzesfin-Witiwe Erzherzogin Strybanixnach dem yon dem Verewrgien vorgeieichnetkn Plan und in seinem Gerit und Sinn fortgesetzt _wird, sind jest auch die beidsn Bände (14, 15) .Böbmen“, der ,Mabren und Sfblkfikn“ behandelnde Band (17) und der 4. Band Von .Ungarn' (14) rum Abschluß gebracht wordexi. Yon den beiden Ab- tbeilungcn, welche Böhmen behandeln, en'tbali die erste die sebrfan- ziehenden landschaftlichen Schi1derungen, dke Bor- und Landesg€schichte und die Volkskunde, während die zweite Abtheilung den Anibetl dieses Landes an Musik, Literatur, Tbeateriind bildendcn Künsten darleqt und die Volkswirtbsckoaitlickpen Verbälinnie zur Dgrstciluni; bringt. An der reichen Illustration des Werkes betbeiligie sicb dre Durch- laucbtigste Protektorin des Werks mit zivei Landschaftsbild'ern. In dem 4. Theil Von .Ungaru“, „(Band 16), geben 14 ungarische Schriftsteüer eine eingehende, ailscrttge Beschreibung des Landestbeils ,jrnseits drr Donau“. An der Swiss der JUustrawrexi stebt auch bier die Fray: Kronprinzessin-Wiiiwe, Döcbstwelchcr sich die Erzberzygm Clwiilde angeschlossen bar. Der 17. Van? schilderx m gemetnberstand- licher Weise aÜes, was die beiden Kronlander Mgbren und Schicsiczn auszeichnet: eine gwßr kulturelie Eniwickeiup iett dem Eintritt in die Geschichte, ein abwechseiungs- m_idiarbenrei, Ls Volkslebkn, dre Er- folge auf geistigem und volkswirtbscbastizcbem Gebiei in Vergangenheit und Gegenwart. Gleich den früberen, ging aucb'dteser neue Bgnd aus dem Zusammenwirken der bedeutendftkn _[iierariszch Kraftk der beiden Kronlänrer brrvor, wie auch iür dre Ausfuhrung der Jlliz- strationen ausschließlich Künstler ÖUÜKJSZLJLU ixurden, dre_der Monarchie angebören. Dkk Band .Mäbren und Schiexisn" enthalt 41 Artikel, an welchen sich 36 Schriftsteiier betbsriigten; 264 Jünstratwnsn begleiten erklärend Und schmücksnd die Darkixilungenx 22 JUusiratoren betbätigten sicb bki der Herstéllung neuer Bilder, wahrend außerd-Ym mehrere Werke älterer Meister (Jacob Alt, _Amerlmg, Joie Krie- buber, Josef Maries :c.) in Holzscixniit reprrJduzir-ri smd. Endlich wgrde auch diesem Bande ein in C-hromo-Xylograpbre ausgefubrics Trachtenbild: .ngauerinnen, Hannake und Jazck aus Jablunkau' darsteilend, bstgegeben. Am 15. Mai hat nun mit der 276. Lieferung em weiterer Band zu erscheinen begonnen, welcher .Galizien" behandelt. Was'dieses Kron- land an Schäizen der Natur und der Kunst aufziiweisen bat, seme kulturelle Entwickelung seit dem Eintriti in die Geschichte, das Leben seiner Be- vöiksrun , dersn geistige und volkswirtbschaftiicbe Bestrebungen folien darin in 9Wort und Bild zur Darsteilung ebracht und dem Text Jilxistra- tionen beigegeben werdkn, welche das 5 edeuiiamste bildlich erggnzen. _ Bis jetzt likgén yon dem großen Werke,_ an keffrn erster) „Banden fich dsr Kronprinz Rudolf noc!) ssldit schrif1stelirrisch* betbatigt bat, nunmehr abgéscbloffsn folgéndß Vände_vor:_ 1. ,thn“. 1[,., 111. „Uebsr- ficbtsbände“, 1. Abibeilung: naturwiffenicbaftltrher Tbrtl, 2. Abibsr- lung: €tbnograpbisch - geschichtiich€r Tbeii, 117. .JiiederZsterreich', 17. „Ungarn', 1. Band, 1'1. .Oberösterrcrch und Salzburg“, i'll. .Striermatk", 17111. ,Kärutrn iind Kr9m*, 1x. „Ungarn', 2. Band, T. ,Das Küstrnland“, Li, „Dalmatién“, )(11. .Ungaru“, 3. Band, Illl. „Tirol imd Voralberg“, 3117, KU. Böbmrn 1. und 2. Abibrilung, 3171. .iirigarii", 4. Band, TFN. .Mäbrcn und Schlesien“. Jm Erscheinen bcgriffxn find „Galiziexi“ sowis ,Ungarn“ 5. Band. Jährlich wkrden 24 Ltcsérunxen ziim Prciie von je 30 Kréuzer (50 „z) auSgegkbsn._ Lille BuchdaridlUnge-n ykbmrn Bxstellungen sowohl aus" einzelns Bande wre: auf das Gciammt- unternebmsn an.
11“. Zeitschrift der Historischen Gesellschaft i_ur die Provinz Posen. “krausgegcben Von Dr.jRodgero Prunrers. 11. Jahrgang, 3./4. Fest. Posen, I.„Jolowrcz. 1896.„_ In dissem Hrft schildert Robsrt Haffencauip eme polniscbe'Komgswabl aus dem 17. Jahrhundert. Sie bietet die charakterisixscbeu Zuge der polnischen Geschichtr: Uneinigkeit dsr Magnaten“, Burgerkrieg, Em- miscbur-g der Nachbarn, wclche: Verschiedensn Kandidate'n durch Gewalt, List und Bkstechung die Krone zu verschaffkn suchen. Ein ostcrretckyi: scher Erzherzog, Lin französischer Prinz, rer berühmte Feldherr Cdtidez und ein brandenburgisÖ-säowediscber Kandidat, der Pfalzgraf Philipp Wilhelm, bewarben fich bei drr „Wahl.; „nach langen Wirren erhielt keiner yon ihnen, sondern ein einheimischer Edelmgnn aus dem alten Königßgeschlecht der Piasten di? Krone _ in der Hauptsache des- halb, weil keiner dsr fremden Kandidaten reich genug war, sick), eine zuverläifige Partei unter den Magnaten zu werben. _ Fernxr ist zu erwähnen der Anfang einer Studie Adolf Wzr (hausr's uber die Stadtbücher der Provinz Posen. Die Stadtbu, er entbalten Aixli- zeichnungsn der Rechtsgescbafte, welche die stadtiscben Bebördxn im Mittelalter Vornahmen, und find in erster Linie xine hochwrchttge Quelle für die Geschichte der freiwilligen Getrickitsbarkeitund der prwat- rechtlichen Beziehungen: der Bürger mite: einander; _fie brmge_n is_docb daneben auch manche weribvolle Notiz zur Gsschiazte drr itadttickyen Behörden.
Land: und Forstwirthschast.
Saatenstand in Rumänien.
Der Monat Mai war kühl und rxaß. Di; „außergkwöbnlrcb starken und häufigkn Regengüsse babxn _it) Rumanten große Ueber- schwemmungen und damit vielfach Befchadtgungen der Ernte hervor- gerufen. Indessen sind solche doch nur als partieUe_anzuseben_, und im übrigen steht das Getreide in der anzen Walachei ausgezeichnet. In der Moldau ist der Stand dsr eizanfelder, die bier und da nicht gut überwintert haben, weniger bxxriedigend„dc_1eg„en werden die Aussichten für Gerste auch dort geru mt. Mgts it'uberall ttz- folge des kühlen Wetters in der Entwickelung zuruckgebliebex. Die RapSernte wird durch das anhaltende Regenwejter bcemtrachttgi.
Ernteaussicbten in der Kolonie Queensland.
Ueber die Ernteaussichten in der Kolonie Queensland liegt fol- gende Nachricht aus Brisbane von Anfang Mai yok. _
Während des Monats April, wo bauvisäcbltcb die Aussaat von Weizen, Hafer u. s. w. stattzufinden pflegt, herrschte andauernd trockene Witterung, sodaß die Landwirtbe mit vereinzelten Ausnabznen nicht im stande gewescn sind, ihre Felder vorzubereiten und zu besaer). Nur im Allora-Distrikt auf den Darling Downs sol] einiger Weizen be- reits in der levten Hälfte des Marz zur Einsaat gekgmmen sein._
Falls nicht bald günstiFes Wetter eintritt, so durfte die nachste Ernte einen beträchtlichen usfall aufzuweisen haben.
Der Ertrag der beranreifenden zweiten oder svätexi MaiSerxite wird voraussichtlich gleichfalls infolge der ungünstigen Witterung eine Verringerung erfahren. ' ' _
Auch die Kolonien Neu-Süd-Wales, Victoria und Sud-Auftraliea [Jaden theilweise schwer unter der andauernden Trockenheit gelitten.
Washington, 10. Juni. (W. T. B.) Nach dem Juniberitkt kes cherbau-vaartements beträgt das gesammte mit Frühjahrs- und Winterweizen bebaute Areal zusammen 34 569 000 Acres oder 99,9 % des in der leyten Saison abgeernteten Areals. Der Durch- schnittsstand dcs Winterweizrn-Z ist 78,5 gegen 77,9 im vergangenen Jahre, derjenig: des Frühjahrsweizkns 89,6 gegen 99,9, des Hafers 89 gegen 98,8, des Roggens 899 gegen 85,2 iind der Gerste 92,2 gegen 98. _ Der Stand der Baumwollen ist nach dem Berizbt des Ackerbau-Bureaus 83,5 9/5. Die gesammte, Aanufiacbx betragt 103,5 (),-"0 oder 24091394 Acres. Im allgemeinen faiit die Ernte drei Wochen später wsgen des ungünstigen Wetters in den lessen Monaten, welches diele Nachrfianzungen nötbig machts.
Gesundheitöweseu, Thierkrankheiteu uud Absperruugs- Maßregeln. Türkei. _ Durch Beichldß dss internationalen Gesandbcitsratbs in Kon- itantinopkl ist dié für Hrrkünire Von Dsrna imd Bengbazr an-
geordnrte äriilicbe Untersuchung wird.?r «Uigsbobrn worden. "(Vergl. „'N-Anz.“ Nr. 110 vom 11. v. M.)
Siam. Die fiamefisckys Regierumg bai fiir H?ckiiniis aus Swaian Siri? neuntägige Quarantäne (111JSOrdtiLt. «H r) n g k o 11 g. Die Kolonialregieruna in Hongkong bat Swatau Und die Insel
Formosa für westdersxucbt erklärt und für Hkrkünfts von den genannten Orten Quarantane angeordnet.
Aus den ,Veröffentiicbungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts“ Nr. 23 vom 10. Juni.
Pest.
Britisch - Ostindien. In der Stadt Bombay “wurden, ua der „801115837 S0x781'11111611k- SZZSWS“, in den 5 Wochen vom 14. * pril bis 18. Mai 310, 195, 144, 98 und 67 Todesfäüe an der Seuche festgesteüt. Auch in Puna und Karachi ist ein Rückgang der Seuche bemerkbar; dagegen hat fick) die Krankheit inzwischen über aiidere Orte ausgebreitet und in den neuergriffenen zugenommen, bejonders in Mandwi auf der Insel Cutch, wo am 4. Mai 125 Personkn an der Pest gestorben find. , .
Portugiesisch-Jndien. Laut Mittheilung Vom 7. Ykai herrscht die Krankheit in dem nördlich von Bombay an der Ostindiichen Westküste? gelegenen Daman. & ' _ ' '
China. In dem Bezirk von Swatau ist die Krankheit, ?lnLk Méldung vom 22. April zufolge, in den Orten Tatopu und Huilai ausgebrochen.
Cholera.
Britiscb-Ostindien. Kalkutta. Vom 25. April bis 1. Ykai starben 101 Personen an Cholera, 9 an Pocken und 215 an Fiebern.
Gelbfieber.
Auf Cuba wurden nach den „13115110 11681» ['Sporcg“ in Havanna in den beiden Wochen vom 30. April bis" 13. Mai bei 70 bezw. 54 Neuerkrankungen 18 bezw. 14 Todesraüe (davon 18 bezw. 14 im Militärboivital) festgesteilt, in Cardenas in ÖM beiden Wochen Vom 25. April bis 8. Mai bei 3 binv. 8 Neu- erkrankungen 1 bezw. 2 Todesfälle, in Matanzas vom 22. April bis 5. Mai 2 Todesfälle, in Sagua la Grande vom 18. bis 24. April 5 Todesfälls, Vom 25. April bis 8. Mai 5 (bei 67 Neuerkrankungen), in Santiago Vom 2. bis 8. Mai und in Manzaniüo vom 1. bis 15. April je 1 Todesfall. Ferner Wurdk in Rio de Jankiro Vom 4. bis 10. April 1 Todesfall angezeigt.
Verschiedene Krankheiten.
ocksu: Odessa und St. Pétsrsburg je 4 TodesfäÜe; Paris 12, Si. etcrsburg 14 Erkrankungen; Fleckrvpbus: Warschau;)Iodes- fäÜL; St. Petersburg 4 Erkrankungsn; Rückfallfieber: Moskau 3 Todésfäiik; Genickstarre: Regidruxigsbezirk Arnsberg 3, Kopen- hagén 3, N-zw-York 8, Wien 2 TVÖSÖfiLÜL; Rsiiierungsbazirk Arns- berg 2, Kopenhagcn 6. Wien 2 Erkrankungenz Jniiusnza: Berlin 5, London 19, Moskau 2, “)iéw-York_ 4, Paris 2, St. Peti-rs- burg 9, Rom und Wien jr 2 TodinäÜL; Kopcnbagen 27, Stockholm 14 Erkrankungsn; Tollwutb und Milzbrand ' Moskaii ja 1 Todesfaü; Kruchbusten: London 47 Todes- fälle. _ Erkrankungen sind Vorgekommen an Massr n in Berlin 68, Breslau 52, in dcn Regierungsbezirkeq Arnsberg 507, Hannover 198, Lüneburg 159, Marienwerder 97, Poien 169, Wies- badkn 239, in Müuchen 83. Hamburg 65, Budapest 248, , Edin- burg 294, Kopenhagen 22, St. Petersburg 270, Prag 33, „Wien 754 _ desgl. an Scharlach in Berlin 3], Budapest 33, Edtnburg 32, London (Krankenhäuser) 278, Paris 38, St. PetersbuF 67, Stockholm 26, Wien 75 _ dsSgl. an Diphtherie und _roup in Berlin 35, im Regierungsbeiirk Arnsbcrg 120, Hamburg 20, Kopen- baaen 32, London (Krankenhäuser) 122, Paris 44, St.Petersburg 141, Wien 44 _ desgs. an Unte'rleibstvvbus in St. Petersburg 82 _ desgl. an Keuchhusten in Wien 56.
Aus Anlaß eines Sonderfaüs bxt die Köfniglicbe Wifien- schaftliche Deputation für das Medft'ztnalwsien dem Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten Über die Frage, ob und eycntuell unter welchen Borairs- seßungen die Schußpockenimpfung im stande ist, eine DiSVdsition für die Erkrankung an Tuberfdlosk bezw. der Skropbulose zu schaffen, unter dem10.Marz1897 rab- siebsndes Gutachten erstattet:
„Seit Entdeckung des Tuberkelbaciüus als Ursache der Tubcrk_uloie ist die Behauptung, daß durch die Impfung Tuberiuios; eiiiitebe, unmöglich geworden. Nun taucht die Bebauvtupg auf, daß die “His- vosiiion zur Erkrankung an Tuberkulose durch die Impfung_ grirbafssn werds. Die Annahme ist sehr Verbreitet, daß durch Bcssdsn qur den Ablauf gewisser Krankheiten im msnichliche'n Körprr eZne größere Empfänglichkeit für Erkrankung an Tuberkulose gcicbaiicn wcrdr. Diss wird z. B. angenommen von Zuckerbarnrubr, 2.11.1051, Keuch- husten und im aUgemcinen Von entkräftendkn Kranibcitsn. Grbört dazu auch die kurzdauernke, fieberhafte Erkranknng, wcichc durch die Impfung hervorgerufen wird ? _ __
Da Tuberkulose die häufigste Kradkbeit des Menschen _Ut, werden natürlich auch eine Anzahl Grimbste'r 11110 Wredergetmpftn an Tuberkulosk früher oder später nacbdcr deiung crxranken. Wer solche Fälle sammelt, wird naiürlick) Matkrial iq Maße vorfindexi; wer mehrere gesucht odcr ungciucbt zu Gesicht bckqmrxit odrr zichbdr. wird, wenn er sich nur den nächsten Eindrückc'n blu_gtcbt, gcnc'igt Win, die Thatsachen der früheren Impfung urid dor [PalkkkU' Sriraan an Tuberkulose in Zusammknbang zu bringen. Zur Zeit Ut xxx.» keinerlei Kennzeichen bekannt, aus dcm man _crkcnneti_ und bcxoctix: könnte, daß im Einzelfalle die' nach der Impfung cntitandmc “4 ud??- kulose odcr Skropbulosc Folge der Impfung sci,_i*dcr woraus mar“. beweisen könnte, daß ein inzclner nach dcr “3111711!an zur Waxkapg an Skropbulosc odcr Tuberkulose gcncigier iki „7115 :::-ck: ,:cxmrrn Menschen. Eine derartige auf den Einzelsaii „rmrbrsic VrdaurtUrxg muß deshalb als wiiikürlicbe und unemcisbare gcitm. ' _
Sollte jedoch aus den Stcrbiincinäik-micn i_m grrzßcn ein Bkwcis in die'fer Richtung vcriu-“bt werdcn. io mußte