1897 / 136 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 12 Jun 1897 18:00:01 GMT) scan diff

-«m,»«.a«-i«-a» ***»JMWik-kv “**-. *- * _--. * * : - „...-..

“*** "TRWPRWEM „“B.-„W&W '

42.3"

* „&

.- ***;“K-i-M-“Ix-“Ud-T -: " “»I-“»»“x- ,

Comes in Magdeburg, KniSpel in Memel und Kres in Landsberg a. W. *

Der bisheri e Stadt-Baumeifter, Königliche Re imm Bauineister RirFard Schul e ist zum Land-Bauinsßektor t_echmschen Bureau der Bana theilung des Ministeriums der offentlichen Arbeiten ernannt worden.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts: und Medizinal-Angelegenheiten.

Bekanntmachung.

Zur Abhaltung der durch meine allgemeine Verfü ung

vom 31. Mar 1894 eingeführten wissenschaftlichen Frü-

fung der Lehrerinnen habe ich Termin auf Donnerstag, den 16. Dezember d. J.,

, " Vormittags 9 Uhr,

tm Gebaude der hiesigen Augustascbule, Kleinbeerenftraße

Nr. 16/19, an esest.

Die Mel ungen zu dieser Prüfung sind bis spätestens zum 15. September d. J. _ und zwar seitens der im Lehr: amte stehenden Bewerberinnen durch die vorgeseßte Dienst: behörde, seitens anderer Bewerberinnen unmittelbar _ an mich einzureichen.

Ich mache noch besonders darauf aufmerksam, daß nach § 4 der Prüfungßordnung vom 31. Mai 1894 der Meldung ein selbstgefertigter Lebenslauf sowie die Zeugnisse über die bestandenen Prüfungen und die bisherige *ebrihätigkeit beizu- fügen find, auch die Bewerberinnen die Fächer zu bezeichnen haben, in welchen fie die Prüfung abzulegen wünschen.

Berlin, den 10. Juni 1897.

Der Minister der geistlichen, UnterrichtE und Medizinal-Angelegenheiien. Im Auftrage: Kügler.

Königliche Akademie der Künste.

Bekaniitmachung.

Bei dem diesjährigen, laUt Bekanntmachung vom 20. September 1896 auf dem Gebiet der Musik eröffneten Wettbewerb um den Preis der Zweiten Michael Beer- schen Stiftung ist dieser keinem der dreiBe-werber zuerkaiini worden, weil nach dem Urtheil der berufenen PreiSrichter die eingereichten Arbeiten den an sie zu stellenden Anforderungen nicht genügt haben. Berlin, den 9. Juni 1897. Königliche Akademie der Künste. Der Senat, Sektion für Mufik. 131". M. Blumner.

Minifierium für Landwirthsehaft, Domänen und Forsten.

_Der, Kreis:Thierarzt Richter in Bunziau ist in die Kreis-Thierarzistelle des Kreises Löwenberg verscßt worden.

Justiz-Miniiterium.

Verseßt sind: der Amtsrichter Riehl in Petershagen als Landrichter an das Landgericht in Duisburg, der AmtSrichter Seiler in Gräftnhainchen an das Amtsgericht in Osterwieck und der AmtSrichter 131". Lorenz in Beeliß an das Amts- gericht 1 in Berlin.

Bei dem Landgericht ] in Berlin find ernannt: der Kauf- mann (Hu stab Ziersch in Berlin zum stellvertretenden „Handels- richter, wiederernannt: der Kaufmann George Joachims: thai in Berlin zum Handelsrichter, ber Fabrikbesißer Heinrich Buchholz und der Kaufmann Hermann Bamberg in Berlin zu stellvertretenden HandelSrichtern.

Dem Staatßanwalt Dyhrenfurth in Liegniß ist die nachgeiuchte Dienstentiaffung mit Pension ertheilt.

Den Notaren, Zustiz-Raih Wolff in Bedburg und Silberstein in Danzig ist die nachgesuchte Entlassung-aus dem Amt eriheiit.

Der Rechtsanwalt Schenck in Petershagen ist zum Notar für den Bezirk des Oder:.LandeSJerichts zu Hamm, mit An- weisimg seines_WohnfiZes in Petershagen, ernannt.

In der Liite der Rechtsamvalte iind gelöscht; der Rechts: anwalt Pohl m Niederbreisig bei dem Amthericbt in Sinzig, der RechtSvaalt Reiß bei dem Amngerichi in Steele, der RechtSanwalt Sternfeld bei dem Amtsgericht in Kulm und der Rechtsanwait Schlüter bei dem IlmtSJericht in Bentschen.

In die Liste der Rechtsanwalte find eingetragen: der Rechtszunwalt, Justiz-Ratb Caesar aus Frankfurt a. M. bei dem Amtedericht in Homburg v. d. ., der Rechtsanwalt 131". Regensburger aus Frankfurt a, . bei dem Landgericht ] in Berlin, der Rechtsanwalt Sternfcld aus Kulm bei dem Amtsgericht und dem Landgericht in Stettin, der frühere Amtsrichter Frenzel bei dem AMLSgerichi in Oberglogau, der GerichtS-Affeffor ])1*.Schwarzsc_biid bei dem Landgericht in Frankfurt a. M., der (HerichtS-Aiicffor Herzfeld bei dem Landgericht in Haile a. S., der Gerichts=Affeffor Selmar Schlesinger bri dem Amtsgericht in Köpenick, mit dem Wobnsiß in Friedrichshagen, und der Gerichts:Affeffor Winkl e r bei dem Ilmtsgcricbt in Weißensee.

Der Ober-Siaatöanwali Müller in Posen und Jer RechtSanwait und Notar, Zusiiz-Naih Fuisting in Jauer iind gestorben.

Die von heute ab zur Auggabe gelangende Nummer 23 der ,. Geses- Sammlung“ enthält unter

Nr. 9912 das Geseß wegen Abänderung der JF 8 und 12 des Gefeßes, betreffend die Fürsorge für die ittrven und Waisen der unmittelbaren Staatsbeamtcn, vom 20. Mai 1882, vom 1. Juni 1897.

Berlin 17, den 12. Juni 1897.

Königliches GescßSammlungs-Amt. Weberftedt.

Yithtamtlichez. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 12. Juni.

Ihre Majestät die Kaiserin und Königin besuchten heute in Potsdam das Katholische St. Josephs-Krankenhaus

uud beabfi tigten Nachmitta s nach Berlin 1: kommen, um im Königs en Schlosse Mänzen zu ertheilei'r.

_ Der Kaiserliche Botscha_fter in Wien Gras u Eulenburg ist von dein tbm Allerhochst bewilligten Ur ub auf seinen Posten zuruckgekehrt und hat die Geschäfte der Botschaft wieder ubernommen.

, Kiel,_12.'Juni. Der Kreuzer „Köni Wilhelm“ mit _Semer Koniglichen Hoheit dem Prinzen .nginrich an Bord tft heute Mittag von hier nach Portsmouth in See gegangen.

Sachsen.

Ihre Majestäten der Köni und die Königin gedenken, dem „Dresdener Journal“ zufo ge, am Montag Vormittag von Sibyiienori nach Leip ig abzureisen, wo die Ankunft um 5 Uhr 26 Mixmten e algen wird. Bei der Ankunft in Letp ig imdet auf dem Dresdener Bahnhofe großer ' pfang "statt; Vom Vahnhofe aus begeben Ihre Majestäten iich m das Königliche Palais. Abends 1/210 Uhr nndet seitens der Studierenden der Universität ein

ackelzug „statt, welchen Ihre Maisstäten vom Palais aus in 5 ugenschem nehmen werden. Am Dienstag, Vormittags 11 Uhr, wollen Ihre Majestäten der feierlichen Einweihung der neu- bez. umgebauten Universitäthebäude in der Aula beiwohneri und Nachmittags sowie am Mittwoch Vormittag die Sächsiscb-Thüringische Industrie- und Gewerbe-Aussteliung besuchen. Am'Mitiwoch Nachmittag werden Ihre Majestäten gegen 4 Uhr die Ruckreiie nach Dresden-Sirehlen antreten.

_ Dae auf Anordnung des Königli en Gesammt- Ministeriums herausgegebene Staatshand uch für das K_oriigretck) Sachsen gui das Jahr 1897 ist im Kom- mxssrqnöverlag von C. Heinrich in Dresden erschienen. Das- selbe ist nach dem Stande vom 1. Mai bearbeitet.

Sachseu:Weimar:Eiseuach.

Ihre Majeftäten die Königin und die Königin- R'egentin der Niederlande haben Weimar gestern Vor- mitiag Wieder verlassen und die Rückreise nach dem Haag an- getreten. Seine Köni liche Hoheit der Großherzog hat sich zum Besuch des Gra en von (HörYl nach Schliß begeben und Wird demnächst auf der Wartburg ufenthalt nehmen.

Sachseu-Cobnrg-Gotha.

Der gemeinschaftliche Landtag der Herzogthümer Coburg und Gotha genehmigte gestern die am Tage zuvor ZbgelTbnien Gehälter der RegierungL-Sekretäre und Registratur-

cam en.

Elfaß-Lothriugen.

Ter Kaiserliche Statthalter Fürst zu Hohenlohe: Langenburg wird fich, dem „W.T. B.“ zufolge, am Montag Fonb Straßburg zu mehrtägigem Aufenthalt nach Berlin

egc en.

Oefterreith-ngarn.

Ter Finanzausschuß des un, arifchen Unter: barises hat die Vorlage, betreffend die erlängerung der im Vorjahre gewährten Erhöhung der Zuckerprämie, angenommen. Der Fmanz-Minister von Lukacs und Koloman Tisza heiten erklärt, die Maßregel entspreche nicht allein den öster- reichischen, sondern hauptsächlich den ungarischen Wirthschafts- Interessen.

Frankreich.

Die Deputirtenkammer begann qestern die Beratbung des Geießentwuris, durch welchen die Regierung ermächtigt wird, Zoile, die__ste zum Gegenstande eines besonderen (Heseßes zu machen beabitchiigt, sofort und bis das Parlament seine Entscheidung gefressen, durch einfachen Erlaß zur Anwendung zu briugeii, falis fie eine Spekulation in Zmportartikeln ver: hindern _:er (131'03'et 03661135). Ter Berichterstatter Renault sprach fur den (Hejeßentwurf.

Italien.

In der gestrigen Sißung der Tepuiirtenkammer er- klärte der Unier-Staatssefretär im Ministerium des Innern Serara, in Beantwortung einer Anfrage des Deputirten Cavalli Über die vorgestrigcn Unruheii in Vicenza: dieselben seien iufolge von MißbeUigkeiten zwischen dem Munizipalausschuß und der kierikalen Partei au6gebrochen. Es seien keine Bürger bei den Unruhen verwundet worden. Der Unter-Staaissekretär beklagte den Zwischen- fall und schloß mit der Vexsicherung, daß die Ordnung wieder hergestelit sei. Der Untcr-Staatssekretär im Ministerium des Aeußern Graf Vonin erwiderte auf eine Anfrage des Deputirtcn Zmbriani über neuerliche türkische Meßeleien auf Kreta, daß die Regierung keine Nachrichten über Meßeleien erhalten habe, welche die Türken in der leßten Zeit auf Kreta verübt hätten. Die einzi en Fälle der ]Üngsten Zeit seien am 2. d. M. aus Suda gerne bei worden. Danach wären noch den Erfolgen der Türken in Thessalien die kretischen Mohamedancr erregter geworden und hätten einige Christen getödtet, um sich für die früheren Mordihaten zu rächen. Die Ausschreitungen seien sofort unterdrückt worden und einige Türken unter dem Verdachie, Griechen er: mordet zu haben, verhaftet worden. Der Unter-Staatssekretär versicherte, die Mächte verfolgten mit der Beiaffung ihrer Truppen auf Kreta hauptsächlich das Ziel, etwaige Unruhen, sei es von seiten der Türken, sei es von seiten der Griechen, zu verhindern.

Türkei.

Das Wiener „Teiegr.-Korreip.:Bureau“ meldet ausKon- stantinopel, daß die Vertagung der für vorgestern" angesesten Sisung in Sachen der Friedensverhandlungen auf heute darauf zurückgeführt werde, das; der Minister des Aeußeren Tewfik Pascha von dem Sultan noch keine endgültige Ent- schließung bezüglich der Zurückgabe Thessaliens gegen das Zugeständnis; einer Grenzberichtigung babe erlangen können. Obwohl in dieser Be iehung Schwierigkeiten nicht als ganz au eschlossen gäiien, Fo herrsche doch die Hoff- nung auf die ich ießliche Erzielung einer Verständigung vor, Ueber die Frage der Kriegsentichädigung und der Kapitulationen könne in der Hauptsache ein Einverständniß konstatiert werden. Was die Finanzkräfte Griechenlands anlangt, so wolle man

das Gutachten des am Montag in Konflantinopel eintreffenden

“britischen Finauz-AUachés Loew abwarten.

ch einer dem Standard“ aus Konstantinopel von gestern zygegangenen Pepesche verlaute dort, daß die Mächte beabsichtigten, als Beitrag zur Unterhaltung der im Felde stehenden turk1_schen Armee Griechenland die Zahlun von “7000 Pfd._ taglich vom Tage der Einstellung der Fei selig- keilien ab bis zur Unterzeichnung des FriedenSoertrages aufzu: er egen.

Des Wiener „Telegr.-Korresp.-Bureau“ meldet, daß der ehemqlige Hommiffär der ])erre yubijque und eraus eber des ]ungturkischen Blattes „Mizan“ Murad von Meinungsperschiedenheiten mit dem erauögeber des „Meschveret“ Niza Bey aus dem ]ungtürkischen Comité aUSgetreten set. Der Leßtere sei in einer zu Genf abgehaltenen Conittefißung, aus dem Comité aUSg-sschloffen worden. In Regierunxxskreisen hoffe man infolge dieser Differenzen auf eme Auflosung dcs Comités.

Amerika.

_ Der Senat hat, wie „W. T. B.“ aus Washington erfahrt, den lexiriderungSantrag angenommen, nach welchem der Zvi] fur_ra7ft_nierten Zucker auf 195/190 Cent für das Pfund festgezeßi Wird.

Nach einer dem „NewYork Herald“ zugegangenen De- pesche _cius Bue_n_os Aires vom 10. d. M. soll an der argentinische!) Kutte bas uruguayische Kanonenboot „Suarez'“ 61716. S_xrettmacht gelandet haben, wobei ein argentinisches Schiss zum Sinken gebracht worden sei. Die argentinische Regierung habe darauf eines ihrer Kanonenboote knit dem Befehl UUSgesandi, das Kanonenboot „Suarez“ zu apern.

'Eine Depesche ber „Times“ aus Buenos Aires vom gestrigetrTag'e meidet, daß dort die Kandidatur des Generals Ndoca sUk die nachste Präüden_ischaftswabl verkündet worden sei und daß dessen Wahl für UchLk gelte. Dieselbe D esche meldet. aus Uruguay, es folie dort eine Anzaleluf: starxdischer m der Nähe von Salto undPaysandu stehen. Bezyglich d_e_r Landung'uruguayischer Truppen an der argen: timichrn Kurie habe die argentinische Regierung von der Re: gierung von Uruguay Aufklärung verlangt.

Afieu.

Aus Sixnla vom gestrigen Tage meldet das „Neuter'sche Bureau“, daß eine Abtheilung indisch er Truppen von 300 Mann mii zwei Geschüßen, welche dem britischen poli: tiicheZ Kommtffgr (Zee zur Bedeckung diente, im Thale des Flusses Tochi naZ-Jder afg anischen Grenze bei dem Orte Marzi!“ i_vahrend der ittagSru e in oerrätherifcher Weise von Angeborigen des Mairk-Siammes angegriffen worden sei. D_abe1 seien drei britische Offiziere, darunter ein Oberst, und 25 Mann get'odtet, und ebensoviel Offiziere und Mannschaften schwer vermxundet ivordcn. Die Feinde, welche in überwäl- tigender Starke er1chienen seien, hätten die Truppen nach dem Ueberfail mehrere Meilen weit verfolgt. Das 33. Bundschuh- Regiment der Eingeborenen : Infanterie hat Befehl erhalten, nach dem Ort, wo der Ueberfal] stattfand, vorzurücken. Das 8. und 14. Sikbs : Regiment rücken nach Vannu, und das 2, Pund]chab:Infax1t€rie-Regiment rückt nach Kohat vor.

. Das „Reuter'yche Bureau“ meldet aus Yokohama: es sei aux: Soul die Nachricht eingetroffen, daß dort zahlreiche Verhaitungen vorgenommen worden seien. Angeblich seien Jntrtgueti im Werke, um den König dahin zu beeinflusst", daß“ er seinenkater zum cheßten crnenne und sowohl die rusiische als die japaniiche Partei bei Seite schiebe.

Afrika.

Aus Prätoria vom gestri en Tage berichtet das „Reixter'iche Bureau“, daß der 5 olksraad mit großer Maxqriiai beicbloffen habe, den 22. Juni zu Ehren des Jubiläums der Königin Victoria für einen gefeßlichen Festiag zu erklären.

Arbeiterbewegung.

Ueber den Ausstand der Fahrer undSchaffner der elektrischen Straßenbahn in Bocbuzn (vgl. Nr. 134 d. Bl.) meldet die „Rb.- Wests. Ztg.", dax“; bieielben wiederbol: versucht haben, Unter- bandlungen mit der Betriebsleikunz anzuknüpfen, aber jedesinal mit "dem Bemerken abgewiesen worden smd, daß der Be- scheid, wonach die Agßständigcn 'entlaiien seien, bestehen bleibe. Von den einmal cntianencn Leuten soil überbaupt niemand wieder eingeiiciit werden. Aus diesem Grunde iii" die Auszahlung des Lohnes und die Rückgabeder_Uniformsiücke bereits erfolgt. Die Anmeldungen ren nexien Hilié-kraiten erfolgen so zahlreich, das; man bofft, in kürzester Frist den vollen Betrieb wieder aufnehmen zu können. Die Neueingeiteilten erhalten während der 10 bis 15tägigen Lebrzeii 1 «M.. bro Tag, _nacb Beendiguyg derselben täglich 2,75 „46 und" nach einem Monat iaglich 3 „46, außerdem noch eine Vierteijabrsprämie Von 20 «FC Die Wageniübrer erhalten noch extra pro Tag 20 „z Kilometergelder. , .

Jn Wolgast ist der Auxitand der Tischler in der Kräft'scben Fabrik (vgl. Nr. 130 5. Bl.) zu Gunsten der Arbeiter beendet. Sämmtiiäoe Tiicbler haben die Arbeit wieder auiaenommen.

I)ie Maurer Berlins (Vgl. Nr. 135 d. Bl.) beschlossen, der „Vom. Zég.“ zufol'c, gestern Abend in einer zahlreich besuchten Ver- sammlung, am sten Montag auf allen ren Bauten in den Aus- stand einzutreten, wo die Forderungen von 60 „.I Stundenlohn und neunstündiger Arbeitszeit nicbt bewilligt werden. Von einem General- auizftanb wurde bon seiten der Lobnkou1missiou abgeratben und deshalb Vorläufig abgesehen.

Tie Maler in Gmünd in Württemberg fordern, wie dem .Vorw.“ mitgetheilt wird, den Zebnstundenta und 40 „5 Stunden- iobn. Die Meister wollen bei elfsiündiger rbeitßzeit nur 38 ,) Stundenlohn zahlen. _ _

Jn Frankenthal in der_Rbeinpialz_ sieben, demjelben Blatts zufolge, seit Sonnabend 25 Kizier und HiliSarbeiter der Franken- tbaler Faßfabrik im Außitand (vergl. Nr. 131 d. Bl.).

Wie die .Voff. Ztg.“ aus Kopenhagen erfährt, wurde gestern Mittag um 12 Uhr in der gesammten_Eisenindufirie Dänemarks die Aussperrung der Maschinenarbetter (vgl.Nc. 13211. 1338231.) zur Thatsache, wodurch etwa 4000. nacb anderen Angaben 5,000'Marzn arbeitslos wurden. Die Arbeiter erbieltenibren Lohn und 1eichzeui ein Exemplar des Berichtes rer Fabrikanten, worin diexe eine _ar- fiesiung der Vorgänge geben, die zu dieser scharfen Ma rYel gefubri haben. Dann wurde den Arbeitern mitgetheilt, daß die rbett vor- läufig eingestellt werde, worauf sie die Fabriken verließen. Rube- fjöcunaen kamen nicht vor.

In der gestrigen Sißung des Internationalen Ber - arbeiter-Kongresses in London wurde „W. TB.“ zufo nat!) lebhafter Debatte eine Resolution angenommen, welche die A!- itelllungtvon Bergwerks-Jaspektoren aus den Reiben der Bergarbeiter ver ang .

ey in olge«

Murk mtb NMMO"-

X?. Kongreß für innere Medina zu Berlin * (9. bis 12. Juni).*)

n der gestrigen Nacbmütagöfißuug berichtete, nach der „Boss. ZW"? Professor Leubarv's Hamburg über seine neueren Ech9bmngen mit der Lumbalpunktion. Diese von Profesior Qumcke er- dachte Methode besteht in der_ Entieeruna der m _den Rücken- marksbäuten fich befindenden Fluifigkett. Lenbarß schilderie zuerst seine Beobachtungen an Cblorytischxn nacb ber Lumbalpunktion. Dann

ina er auf die Ergebmffe ein, die er unt _demselben Eingriff bei Jaebrosvinalmeningüis (Etztzündung der Hirn-' und Rückenmark- säule] gewonnen hat. Hier wird _dte Punktion mit zu rem weck vorgenommen, 'die entleerte Ruisiakett auf etwaigen Inhalt an kennzeichnenden Bakterien zu unteriuchen. Der_bakieriologrscbe Be" nd ist hierbei_ nach den bisherigen Feststellungen kein ein eitlicber. -- Fw!- Fürbringer (Berlin) kr-üpfie daran Mit- :heilungen über eine Erfahrungen auf dem gleichen Gebiet und er- örterte seine Ergebnisse bei der Lumbalpimition_ der tuberkulösen Meningitis. - Prof. Quincke (“Berlin) beiprach iodann noch einige Fälle, in denen der Hirndruck auch nach der Lumbalpunktion fortbeitand. Darauf trat der Kongreß in _ die Beiprkchuvg des Euien- hurg'ichen Vortrages über die Baiedow'icbe Krankheit ein. Un- mittelbar daran schloß fich ein Vortrag des Dr. F. Blum_ (Frank- furta.M.) „über ein synthetisch bargestellies Speziiicum“. Die Blum'ichen Forschungen haben die Wichtig? Feiiiieilung des Pxofeffors Eugen Baumann in Freiburg zurn Aukgangkpunkt, durch die das Vorkommen von Jod in der Schilddrüse zur Gewißheit *ge- macbt Wurde. Dadurch Wurke die Forschung über diee-Bkdeut'ung der Schilddrüse für die normale Funktion des Orgamémus in neue Bahnen gclrnit. Blum ist darauf aufmerksam geworden, daß eine große Reibe Von Ciweißiöipem mit Iod eine feste Verbindung em- geben. Erbai daraufhin alsbald unters ucht,in,w1e „wett dieiqe Job-Eiweiß- derivate der Jodsubstanz der Schilddrüse abzilicb Pbbiiö'ootsb wirk- sam find; dabei zeigte es sub, daß an Tetame erkrankte Hunde durch diese Substanzen gerettet werbei font_ixen. Die gleichen Präparate steigerten den Stickstoff und Pbosvboriaureumsas und verhielten sich danach pbyfiolozisch durchaus ähnlich dem yen Baumann hergestellten Tbvrojodiu. Es liegt in den Blumiicben VersuchSergebniffen ker Hinweis darauf, daß in der Schilddrüse, ron ker man annehmen muß, daß sie ihr Jod durcbrasfierenien Jobrerbin- dungen entnimmt, Jod freigemacht wird und dieses kann sich mit eir-em Eiweißkörrer der Schilddrüie umfest. Ox. Zülzer (Frankfurt a. M.) berichtete über Untersuchungen, Welche die Bium'sckpen ergänzen. - Nachdcm kann ncch Profeffor Rumpf (Hamburg) neuere (Gesichtspunkte in der Behandlung chronischer Hetxerkrankbngen in einem längeren Vortraee erörtert baitc, mache Proiriier Albert Fraenkel (Berlin)kliniscbeundanatomiicbeMittbeilungen über akute Leukaemie Nach Siudiep, die er gemcitqam mit ':em Privatdozenten Dr. Karl Benda kurcbgefübrt bat. - Am Abend. vereinigten sich die Kongreßtbeilxebmer im Zoologrichcn Garien zu emim Festmahl.

Für kus Königreich Bayern ist im Hinblick auf die Ein- iübrung des Bürgerlichen (Heseßbucbes für das Deytscbe Reick) und die hierdurch bedingte Veränderung der Cttxricbtung des Rechtssiudiums und der juristischen Prüfungen so_lgende, die Vestimmungcn der Aiierböcbiten Verordnung Vom 12. Z111141893, betreffend die Yrüfungen für den böbereri Jusnz- i_md Verwaltungs- dienst und die orbereiiung für diese Prüfungen, abandernke Bekanni- machung vom 3. „Mai d. J. amtlich veröffei-„tlicbt worden, WS_[chbis zum Erlaß der in Aussicht genommenen nmen Prüiungsvorichriiten jn Geltung bleiberi soi]. _

1) Das deutiche bürgerliche Recht hat küaiiighin den Mittel- puukT “ces zivilrechtlichen Unierrichis zu bilden und im Lebrplan der Uniberfitäteu an die Stelle zu freien, welcbe gegenwärtig den beiden Vorlesunaen über Pandekien und über Deutsches Privatrecht eingeräumt ist. 2) Dementsvxechend wird an Stelle der Prüfung aus den in § 5 der Allerböcbsien Verordnung vom 12.Juli 1893 xm erster und jrveiter Stelle aufgeführten Gegenständen (Römisches Zivilrecht und Deuisches Privatrecht einschiießlich des Haniels- ygd Wechselrecbts) künftigbin Die Prüfung aus folgenden Geaenitanden zu ix_eten haben: &. Römisckye Reckotheickzicbte und System des Römiichen Privat"- recbis, 5. Deutsche ReÖtngicbicbte und Grundzüge „des Dr_utiäyen Privatrechtes, €. Devtiches bürgerliches Reset (Bürgerliches (Heieybuch nebst reicbs- und land-xsrechtlickoen Erganzungen), (1. Handel?" und Wechselrechi, e. Uebersicht über die Rechtsentwickelung in Bayern mit Rücksicht (Ulf di: einzelnen Landesxbeiie. 3) Die vorstehend unter Ziffer 25. und 5 angeführten Gegenstande werdeii einer frübestens n;ch kreiSemestern der Siudicnzeij abzulegenden„Zivisibenprüiung xu: gewiesen werken, die Gegenstände unter Ziffer 20 bis S werdeniet rem wie bisbcr am Srbiuffe der Studienzeit abzulegenken' ]. juristi- schen Examen zur Prüfung gelangen. 4) Der Ziyticbenprüiung haben sich Skitmals diejenigen Kandidatey zu _uqterzieben. welcbe im Winter-Halbjabre 1897/98 ihre Untbersitaikiiukien beginnen. Die erste Zwischenprüfung findet im Jahre 1899 statt. Deryclben können fich auch Kandidaten unierzieben, welche das Studium bor dem Winter-Halbjabr 1897/98 begonnen haben. _5) Die Kandidaten, welche in den Jahren 1897 und 1898 „der 1. Prüiung sich zu _unter ziehen haben, werden neck) aus den bisherigen Prüfungégegenstanden geprüft werden. Die Kandidaten, welche im Jahre 1899 dieiePrüiung ablegen, haben neben dem bisherigen Prüfungsstoff arch Fragen alige- meiner Art aus dem neuen bürgerlichen Recht zu gewartigcn. Die Kandidaten des Prüfungsjahres 1900 werden aus beirneu normierten Gegenständen geprüft werden mit der Maßgabe, daß sie. insofern fie nicht etwa freiwillig sich dem Zwischenexamen unterzogen haben, neben den

ragen aus dem neuen bürgerlichen Recht, auch Fragen axis dem

ömiichen Zivilrecht und dem Deutschen Privatrecht zu beantworten haben werden. 6) Für die Kandidaten, welche die 11. Prüfung in den Jahren 1897 und 1898 ablegen, verbleibt es bei den bisheri en Normen. Bei der 11. Prüfung in den Jahren 1899 und 1900 ha en die Kandidaten Neben den bisherigen Ayigaben aus dem Landes-Zivil- recht und dem Reicbs-Zivilrecbt und Zivilprozeßrecht auch Fragen aus *dem neuen bürgerlichen Recht zu gewartigen. '

Zur Ausführung dieser_ Bestimmungen ist _an die Senate dir drei Landes - Universitatea seitens des Staats - Ministe- riums des Innern für Kircbem, _und Schulangelegenheiten im Einverstänkniß mit den Staais-Ministerieti der Justiz und des Innern nachstehende Anweisung von demselben Lage ergangen: Vom Wirrter-Semester 1897/98 an haben an die Steüe der bisheriszen Vor- lesun en überRechtSencyklopäoie, RömischeRecbtsgescbicbie. Institutionen des =ömischen Rechts, Pandekten, Deutsche Rechtsgeschichte, Deutsches Privatr t, Bayerisches Landrecht folgende Vorlesungen zu treten: 1) Einfü rung in die Rechtswissenscbaft, 2) Römische Rechtsgeschichte Und System des Römischen Privatrechts, 3) Deutsche Rechtsgeschichte und Grundzüge des Deutschen Xrivatrechts, 4) Deutsches bürgerliches Recht (Bürgerliches Geßtzbu nebst reichs: und landeßrechtirchen Ergänzun en) in einge endet dogmengeschichtlicher Entwicklung, 5) Ueber icht über die Rechtßentwickelun in Bayern mit Rück- sicht auf die einzelnen Landestbeile. Die orlesungen über Handels- und Wechselreckpt find wie bisher auch künftig als besondere Vor- lesungen abzuhalten. Die Vorlesung über Deutsches bürgerliches Recht soll in jedem Gemüter wenigstens einmal voll vertreten sein. Die Gxsammtzabl der Wochenstunden der neuen Vorlesungen soll keine gloßere sein, als die Gesammtzablder Wochenitunden der VorlesunLJen, an deren Stelle sie treten, bisher übungßgemas; geWesen ist. - m EiuÉelnen sind für die neuen Vorlesungen in Aubsicbt genommen für F*- tniübrung in die Rechtswiffenschaft 2 bis 3 Siunden, b.Römische Kechwgeschichte und System des Römischen Privatrechts zusammen 8 bis 10 Stunden, „0. Deutsche Rechtögescbichte und Grundzüge des Deutschen Privatrechts zusammen 6 bis 8 Stunden, (1,59qu es bürgerli es Recht 16 bis 20 Stunden, 9. Uebersicht über die chtSentwi lung in Bayern mit Rückficht auf die einzelnen Landestbeile 1 bis 2Stunden, i"Mesammt 33 bis 43 Wochenstunden. Es muß der größte Werth

“&...

') S. die Nrn. 133, 134 und 135 des .R.- u. Si.-Anz.'

darauf gelegt werden, daß die Studierenden nicht nur die theoretischen Vorlesungeti besuchen, sondern auch an den exegetischen und praktischen Uebuygen, msl'eszmdere solchen mit schriftlichen Arbeiten, fich fleißig betbnligen. Es ist daher daiürSorge zu tragen, kaßsolcbe Uebungen, insbesondere solche _tmt schriftlichen Arbeiten, in jedem Semester in ausretÖMiZer Zahl stattfinden. Die Uebungen werden in mindestens 2 W'ochenitunvm abzubalten sein. Uebungen, mit welchen schtift1iche Arbketien verbunden imb, sollen als solche ausdrücklich angekündigt wer en.

Aus Wien vom gestrigen Tage meldet „W. T. B.“ das Ab- leben des ehemaligen „Direktors des österreichischen Museums für Kuni! und Inkuftrie bon Falke. Jakob von Falke, ein Bruder des 1876 in Dreéden verstorbenen Historikers Johannes

alke, war am 21. Juni 1825 in Raßeburg geboren, widmete sich in

klangen und Göttingen_ philosophischen Studien, Wurde 1855 Konservator am Germaaiiiben Museum in Nürnberg, 1858 vom Fürsten Liechtenstein als Bibliothekar und Direkwr seiner Gemälde-Galerie nach Wien beruien, wo er_1864 zyZleicb die Stelle eines Kustos am K. K. österreichischen Muieum für Kunst und Ja- dustcie erhielt. Im Jahre 1871 wurde er zur:: RezimrngH-Ratb und 1835 zum Direktor des MuieumZ an Zitelbxrget's Steiie ernannt. Der Verstorbene ist auch vieliacb als Sebriniteiier dis kulturgeicbicbtlichen und kunftgewerblicben Fach mit großem Erfolg ibäiig gewesen. Genannt seien nur die Werke? .Geichichte _des deutscken Kunstgewerbes“ (in Grote's „Geschichte der_keuticben Kumi“, erlin1888) und „AUS dem weiten Reiche ker Kumi" (aussewäblte Aufxäße, das. 1893).

Land- vnd Forstwirthsthaft.

Saateniiand in Rußland.

Die russische .Hankeis- urid Jnkuitri-x-Zeimng“ 1:32 in ibier Nr. 108 vom 2. Juni/21. Mai ?. I. eine aui Eru-Yk der Berichte der Landschaftsverwaltungen und ihrer eigener; Kerreirr'nkenien zu- sammengestelltc Uebersicht über den Saatenitanb zum 1. Mai d. J. (alt. St.) veröffentlicht.

Wir entnehmen dieserUebexsicbi nach einem Von 'der „St. Peters- burger Zeitxng' gebrachten Außzng Folgendes: _

Die Wintersaaten kamen nach dem Winter cmi einem recht be- ieutenken Fläcksenranm des scbnmrzerdigen Rabens in unbeiriediger-“kem Zustande hervor. Die südiOcftlichc-n Eorzbemements, xiekleinruifiéckpen, der Don mit dem nördlichen Kaukasus, iowie die nördlichen Gouvernr- ments - Penia, Tambow, Riasan - aiie litten mehr eker weniger entweder unter der Dürre im Herbst oder unter “dem anormalen Winter; im nördlichen Theil ch Wolgagebieis - in den Gouvernements Kasan und Kostroma - waren ebenfalls im Frühling Bescbädi ungen zu rerzeichnen, die Vornehmlicky auf Die Fäulnis; der urzel im äufgeibauten Boden, der sich blößlicb mit tiefem Schnee bedeckte, zurückzuführen smd. Im südlichen und süköstiicben Theil des !cbwarzerdigen Strich tbeilte der dürre Herbst bekanntlich “die Herbstsaat an vielen Ort(n irx zwei Perioden. Die früben Saaten gingen im Herbst auf, die [päten Saaten konnten nicht mehr aufgeben, und es wurde steilenweiie an- genommen, das; sie ganz umgekommen siiid. __Wi_e_ 85 sich jetzt heraus- stelit, haben die späten Saaten verbäitmßmäxiz gut überwintert, während die frühen Saaten, in Ermangeiung einer Schneedecke mehr ben den Winteriröiien “gelitten baben._ In den sükwestlicben Eonoernemenis haben die ersfei'rer am meinen selitten, im Früh- jabr warden sie zum ibeil mir Sommer,;etreikc beiäct. Im allgemeinen hat sich beim Skunk.“ res Winiergetreixrx; rie Abnrrmität der Schnee- decke am meisten fühlbar gemacht. Im iüdlichen undtsüdwestiichen Tbeii des europäischen Rußlands, wo die Schneedecke nicht dauerhaft war und nur kurze Zeit gelegen bai, erfroren die Saaten zum tbeil; im nordöstlichen Theil des schwarzerdigen Stricbs, sowie auch in einigen Gouvernements außerhalb des ichwarzcrdigen Rayons waren die großen Schneemengen, die sicb (mf ren nicbt durchfrorenen Boden !agerten, von schädlichem Einfluß für die Felber. Im Laufe der Monate März und April entwickelten sich die Wintersaaten spärlich inioige des Regenmangeis Und der Kälte, und der Stand derielben besserte sich in den geschädigten Rayons nurstelienweise, im aligemeinen machte fich eher eine Verichlechterang der Winiersaaten bemerk- bar. Die Felder verschlechterten sich besonders im nördlichen schrrarxerdigen Strich, iy den Goubernemcnts: Rjasan,_Tula, Kaluga, Xenia. Tambow; eine Verschlechterung wurde zum tbeii auch_südlicher

eobachtet, in den Gouvernements Orel, KurIk und We.oxieich.

Denmark; befindet fich der größte Fiäcbenxaum mitunbesxiedigenien Saaten im südöstlichen Winkel des europäiicben Rußlands, er um- faßt ken nördlichen Kaukasus und den größten Theil des Don- eebicxs; bir1fichtiich des mit Wintergetreike bebauten Areals bat kiefer Raven inreüen keine beionkere Bedeutung, da in demselben die Semmeriaaten Überwiezen. Einen recht großen Rayon mit unbeirie'riqenkem Sa:!emstand nehmen ein Theil res Tniebrgebicts und die südwestlichen Geurernemert?» ein, wo die Saaten im Winter gelitten haben infsige der Abnyrmitäten der Schneedecke und im Herbst infolge der Dürre und Kälte; in diesem Rayon iiit Vornehmlich der Raps, der zum größten Theil durcb Sommergeireide erseßt wurde. Den dritten Rayen mit unbefriedigendem Stand des Wintergetreideö bilden die zentralen Gouvernements, wo, ab- gesehen Lon den ungünstigen meteorologischen Bedingungen besonders während der Frühlingeperiode, die Dürre und kalte Winde im Gefolge hatte, die Saaten zum ibeil noch im Winter unter dem Schnee faulten, zum ibeil arg von Mäusen mitgenommen worden waren. In den übrigen Ravons des europäischen Rußlands find die Wintersaaten zum größten Theil befriedigend, stellenweise gui, wie z. B. in der nördlichen Hälfte des Czartbums Polen und m den baltischen (Gouvernements. ,

Die Feldarbeitcn wurien in diesem Jahre früher als gewohnlich außgeiührt, aber Ankum; Mai war die Aussaat nur im Süden beendigi worden. Soweit die Saaten Ende April be- urtheiit werden konnten, waren sie im aiigemeinen befriedigend, doch entwickelten sie fich langsam, Ueber unbefriedigenden und schlechten Stand der Sommersaaien wurde aus einigen Ortschaften der Gou- vernements Beffarabien, Cherson, sowie a_uch aus dem _nördlicben Kaukasus btrichtet. Der in der er ten Halfte des Mai im ganzen Süden gefallene Regen mußte die ommer- und Wintersaaten stark beleben, die infolge des Regenmangels ernstlick; zu leiden begannen.

Saatenstand in Nord-Jtalien.

Der Stand des WinterWeizens hat sich während des Monats Mai in der Emilia bedeutend gebessert, dagYen hat der Weizen in Piemont, der Lombardei und namentlich in enetien zeitweilig unier iarken Niederschlägen und Temperaturschwankungen gelitten. Zu Ende v. M. ist das Wetter warm und trocken geworden, sodaß die Aussichten günstigere sind. -- Mais, Haft und Reis sieben be- friedigend.

Gesundheitswesen. Thierkrankheiten und Absperrnugs- Maßregeln.

London, 11. Juni. Nach einer Meldung des „Reuter'scben Bureauö“ aus Dschedda ist daselbst der Ausbruch der Pest offiziell bekannt gegeben worden.

Theater und Musik.

Theater des Westens.

Das Repertoire des Opern-Ensembles im Theater des Westens ist wieder um ein Werk bereichert worden: Albert Lor ing's komische Oper .Der Wildschüß' ging gestern in einer Auff'brunZ in Scene, welche wiederum einen vorwiegend günstigen Emdru hervorrief. Die Hauptrolle des Schulmeisters Baculus beiatid ch in den Händen des Fenn Kirchner, welcher sie schon zur Zeit er Morwiy'scben Direk ion im Beile-Alliance-Tbeater mit vielem Glück gegeben hatte; daß seine Leistung damals neben dem klassischen Baculus des inzwischen so plötzlich aus dem Leben escbiedenen Kammer- „Jm ers Krolo mit Ehren bestehen konnte, pr1cht_für ihre Vorzüge.

nä) gestern and der Künstler allgemeine nerkennung. Frisch und

munter in Gesang und Spiel war auch seine erin Fräulein David als Gretchen. Die schwierige Rolle der aronin Freimann war der sebr vielseitigen Künstlerin Frau Schuster- Wtrjb an- vertraut, welcbe, nachdem sie sich kürzlich in den Hu e_notten als trefflicbe KÄoratursängerin eiaaeiübrt, ibre Vexwendba „eit für Auf- gaben beiteten Charakters sowohl aeianglicb wre schausvxeletiscb dar- legte. Herr Josef Fanta, der als Trompeter von Sakkinsen vor einigen Tagen erfolgreich debutierte, gab den Grafen von Ebersbach. ur Verkörperung dieses ngaliers bringt der Künstler alles Erforder- iche mit: eine bocbaxwzcbiene, elegante Gestalt und eine überaus sympathische Baritenstimme: Sebake nur, daß er mit beiden noch nicht recht umzageben versieht Gang und Eeßenbexürfen ebenso wie die Stimme noch sor fältiger Schulung. Der wirkiamen Roile der Gräfin war Fräulein Sedele, i_velckye Über eine angenehme Mezzoiovran- Siimme ver ügi, schausvi-xleriich nicht ganz gewzcbiemunb Herrn Tbate iebixe als Baron Krontbal jegliche Vorxebmbeii. Sehr gut gelang, von den vier [erstgenannten Küniilern vorgetragep, das bezubmie, aber recht schwieri§e Quartejt ? s dritten Aktes. Unitec, dfn, ubrigen Mit- wirkenden ist noch Herr Kräbmer, der auch die Rkßikxtiilk Geichick geführt batte, al§ Parcratizé zu nennen. Die ganze Agfiubrung ber- liei unter Kaveilmeiiier Thienerr-ar-n's Leitunsx, rob 'ctxxigea „kleinen Mißvrrfiändniffen abgesehen, sehr gut und fand aiixeiiizen Beifall.

Jm Neuen Königlicben Overn-Tbeater irird morgen Mrbxrbxer's Trek ,Die Airikznerin' u:“.ier Kapellmeiiter Suckxer'ö Leitrmg und in rachitekenker BUMM; gegeben: Don Pedro: Herr Mökiixiger; Teri Liege: Herr Krass; Ines: Frau Herzeg; Vaxro de Gamx: Herr Eriba; Len'älrar: H,:rr ernmer; Oberrriei'iér: Herr Stammer;Ne1U§ce: HerrVUié; S214252Frxu Z,“:ber. Am Montag gebt Richard Wasner? „Lebenzxi“ iii Serre. „*I-::: (Imii (HÖZe Tritt KIM letzten Via! in kiefer Srieizeix in Der Titeirexie „Ui, rie (Iii: “singt Fräulein Hie*ler, den Teiramue: Herr Buiiz, rie T:?ruk Frau Siicber, den König Herr Siammer, T€.": Heerrnier Herr Fraexiéi. -- JU Garten finket am Sonntag ben Ji3chmiit3§§ 4 Ukr, ::n Menizg ren 6 Uhr ab groß;“? Miiitär-Kcnzerr statt.

Im Königlichen Srbauirielbauie wirr mxrzen 31:4 rer- letzte Vorsieiiung ver ken Ferien Raimiinr'Z Trizinxi : Zzuber- märchen .Di? Verichwender' in ioißenrer BeiéZ-mg gegeben; Cberistane: Fräulein Lindner; Aziikk Herr Schmidi; Yloxtwcii: Herr Arndt; Valentin: Herr Vollmer; Rosa: Fräiilein Haasner; Wolff: Herr Heine; Chevalier Dumont: Herr Grube; ein altes Weib: Frau Schramm. Tie Mufik Von Konradin Kreußcr wird unter '.)„iiiiwirkung der Königlichen Kapelle und Leitung des Musik-Direkters Steinmann zu Gebör gebracht. Am Montaa gebi als liste VorsteUung vor den Ferien Shakespeare's Drama ,Coriolan' mit Herrn Matkowsiy in der Titelrolle in Scene.

Jm Deutschen Theater finden Vor den Ferien nur noch drei Vorstellungen statt, und zwar morgen Nachmittag „Einsame Menschen“, Abends .Die Versunkene Glocke" und am Montag ebeniaÜs (zum 100. Male) .Die versunkene Glocke“.

Im Berliner Theater erleben die „Masckxinenbauxr“ am kommenden Sonnabend bercixs ihre 25. Auiiübrung. Die Pone wird in der nächsten Woche aliabenblici), mit Ausnahme des Freitags. gegeben. An diesrm Tage gebt als» 40. und ie te Abonnements- Vorsteliung Jbscn"§ „Nora“, mit “ilUgU'sie Praséb-Yrebenberg in der Titelrolle, in Scene. Arthr Krabixne'ck und 1)r'. Max Pohl werden sicb in dieser Vorstellung bon “dem Abonnenten-Publikum bes Berliner Theaters verabschieden.

Die Operette „DIe Geiéha“, welche im Lessing-Tbeater auch in der nächstcn Woche an alien Abenden zur Dgrsteiiung gelangt, eiiebt am Sonnabend, den 19. d. M., die 50. Ausiübrung. Die Be- seßunq bleibt dieselbe wie in der Premiizre.

Das Schiller-Tbeater beschließt die diesjährige Saison am 30. b. M. und bringt bis dahin in steter Abwechselung bie biliebtesten Repertoire-Lustipiele der Saison. Für diese Woche ist folgender Spielplan fesigeießt: mwraen Abend: „Deutsckoe Schwänke aus vier Zeitaltern“; Myntag: .Der (H'wisienswurm'; Dienstag: „Eine Palastrebolution“; Mittwoch: „Pava Nitsche“; Donnerstag: „Deutsche Schwänke'; Freitag: „Pap; Nitsche"; Sonnabend: „Bürgerlich und Romantisck)“; Sonntag, den 20.: „Madame Bonivard'.

Im Theater des Westens beginnt die morgige Vorstellung, wie an alien Senn- und Feiertagen, Um 7? Uhr. Zur Aufführung gelau-gt die Lorizing'sche Over „Der Wildsckpüiz'. Am Montag (Anfang 8 Uhr) wird Verki's populäres Werk „'Der Troubadour“ aegeben, in welchem gleichzeitig eine neue Aliistin, Fräulein Frieda Hawliczek (ais Azucena), Gelegenheit haben wird, fich dem Pitbiikum borzusieilen.

Maunigfaltiges.

Am 11. d. M. fand, wie _die Zeitschrift „Roibes Kreuz“ mit- ibciif, im SiSUNJIsäQ] rex; Miniiteriuxns der geistlichen :c. Anhcleßcn- beiten unter dem Verfiß dcs Miniiieriai-Direkters [„. Kügier die diesjährige DeleZirtenkonferenz der „Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger im Kriege“ statt. Er- icbienen waren ctwa 25 Vertreter aus aiien Theilen des Reiches, unter ihnen (Heneral-Arzt O1". Pflegmacher-Potsdam, Geheimer Ober-Regierungs-Ratb Ur. Naurxiann-Berlin, Ober- ?Kegierungs-Ratb Schönian-Caffel, Profcsior Or. Wiegand- Straßbura, Bankdirektor Gelpke-Berlin, Professor 1)r. Brunner- Berlin, Professor Dr. Lkofs-Halie, Stadtrats) Vorkastner-Potsdam, Oberst Gäbe - Freiburg. Nach dem erstatteten Geschäfts- bericht Verfügt die Genossenschaft für den KkiéJÖfslÜ über ein Personal von inSgesammt 5389 Pslegern, von denen 2081 prakiisch, 2961 nur präparaioriick) ausgebildet, 347 noch in der Ausbildung begriffen find. Referate ersiaiieten: Proxeser Ur. Kleinstüber-Vreslau über die Notbwenrigkeit de;"- Sckzuyx-f- dcs Rothen Kreuz-Abzeickpené, Stabsarzt [)x-. Pannwiy über 71-: Fréxxxnxx- thätigkeit des Rothen Kreuzes im ZUiäYiWCniDikk-Fki mix ::“: Trzaxsm der sozialpolitiscben Gesetzgebung, Preieiwr Dr. Likark:;LT-T;rizi5 Über die sich boÜziehende Verbindung des Reibxxi Krexze-F; 23:1: (“5:1 Berufs- genosienschaften. Die Verhandlungen ieixxxskcrxé: eix-c srireuiiche Eni- wickelung der für den Dienst ki“? ROJÖSN KTSUZCI io bedqumgÖbollen HilfsQrganisation.

Das Garde-Pionier-Vataiiion ist heute behufs Abhaltung von Schießübungen nacb rem Trurrxnübungsblaß bei Döberiß aus- gerückt. Die Rückkehr kesieibxn erfolgt am 17. d. M.

Der Verein reuiicber Ingenieure, mit seinen 37 Be- zirksbereinen und einer derzeitigen Mit liederzabl bon 11700, der be- deutenkite unk Verzweigteste aUer deuts en Fachbereine, feierte gestern Nachminag um 5 Uhr den Einzug in sein auf dem Grund- stück Cbxiriettcnsiraße 43 (Ecke ker Mittelstraße) :iLULerIKS eiZencs Wim. Zu der Festversammlung, unter deren zahl- reichen Tbeiinebmern sich der Staats-Yéinister von Delbrück, der Geheime Baurath Veitrmyer u. A. befanden, hatten auch manche Bezirksvereine Delegirtexntsandt, insbesondere. waren die Ab- eordneten zum Yorstandßrqtb, an ihrer Sviße der gegenwärtige Erste Vor- isenbe des Vereins,HerrKommerxien-Rat Kubn-Stuttgart,ers ienen. Daß größte Kontingent der Tbeilnehmer steiite jedoch begreflicber Weise der, große Berliner Brziiks-Verein, dessen Vorsiandsmitgiied, zugleich Leiter des Bau-Ausschuffes, Kommerzien-Ratb Yenneberg, die Uebergabe des voÜendeten Baues an den Gesammwerem durch eine nach Form und Inhalt gleich fesselnde Ansprache einleitete: „Mein Haus ist meine Burg“, dies selbstbewusste Wort, sprach der Redner, dürfe auch ein zu solch wohlerworbenem Cigentbum gelangter Verein auf sein Vereinshaus anwenden. Das Wort werde seine Kraft und seinen tiefen Sinn auch am Verein deutscher Ju enienre bewähren, der seit rem Besi eines eigenen

auses oviel ester und sicherer und, zu neuer Arbeit bete ter im heimatb- cben * oven wurzele. Dcr Redner schloß: „Möge kao neue Kaus, wie es der sichtbare Mittelpunkt, das Herz des Vereins, zu werden csiimmt sei, de en kräfti er Pulsschlag sich in den Adern berbeuiscbm Industrie bemerk- li machen olle, allezeit auch das Wahrzeichen der Größe, Macht und Gesinnung des Vereins beutscher Ingenieure sein!" Aus dem erstatteten