1897 / 145 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 23 Jun 1897 18:00:01 GMT) scan diff

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von neuem die Bescheinigung ertheilt worden daß sie, vor- behaltlick) der Höhe des Krankengeldes, den Anforderungen des § 75 des KrankenverftcherunMeseßes genügen. Berlin, den 21. Juni 1 . Der Reichskanzler. Im Auftrage: von Woedtke.

Königreich Preußen.

Auf den Bericht vom 28. Maid. I. will Ich hierdurch enehmigen, daß der Zinsfuß dernnigen Ayleiheschrine, zu ßeren Ausgabe der Kreis Jerichow [] im_ Re terungs- bezirk Magdeburg durch die Allerhochften Privilegen vom 30. April 1880, 13. Juli 1881 und . 30. Januar 1884 ermächtigt worden ist, gemäß dem Kreistagsbeschiume vom 9. April 1). I., auf dreiundeinhalb Vrozeni herabgeseßtwerde. Alle sonstigen Bestimmungen der Ailerhochsisn Prwrlegien, insbesondere hinfichilick) der Tii, ungsfri ten, bleiben unbrruhrt. Dieser Erlaß ist nach Vorschricit drs rießes vom 10. April 1872 ((HS. S. 357) zu veröffentlichen.

Neues Palais, den 5. Juni 1897.

W i l h e l m K. von Miquel. Freiherr von der Recke.

An den Finanz-Minister und den Minister des Innern.

Finanz-Ministerium,

Dem Sekretär Schrey er von der ProvinzialéSteuer- Direktion in Breslau ist die Stelle eines Geheimen Registraiors beim Finanz:?)iinisterium verliehen worden.

Ministerium der geistlichen, Urit_errichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Dem Dozenten an der Technischen Hochschule zu Hannover Eugen Meyer und dem zum Bibliothekar des Hauses dx'r Abgeordneten ernannten bisherigen Bibliothekar der UiiiverU- täts-Bibliotbck Dr August Wolfstieg zu Berlin ist das Prädikat „Professor“ beigelrgt worden.

Bekanntmachung.

Fiir die Turnlehrerinnenprüsung, welche im Herbst 1897 in Berlin abzubaltcn ist, habe ich Termm auf Montag, den 22. November 13. J., und die folgenden Tage anberrrumt.

Meldungen drr in einem Lchramtx stehenden Bewerberinnen sind bei der borgeirßtrn Dienstbehbrde spätestrns bis zum 1. Oktober 13. Z., Meldmigen anderer Bewerberrxmen bei dcr- jcnigcn Königlichen Regierung, in deren Bezirk die'Betrcffcnde wohnt, ebenfalls bis zum 1. Oktober d._Z. anzubringen. '

Dir in Berlin wohnenden Bewerberinnen, welcheinieinem

Lehramt strhen, haben ihre Mrldungen bei dem Koniglichen PoiiFiPrcifidium in Berlin bis zum 1. Oktober d. J. rm- urci ,cn. _, z Die Meldungen kbnnrn nur dann Berücksichtigung 11110211, wenn ihnen die nach § 4 der Prüfungsordnung voni _15. Mai 1894 vorgeschrirbenrn Schriftstücke ordnungsrnaßig bci- gefügt sind. _ „_ ' . ,

Die iiber Gesundheit, Führung und Lehrthatigkeit beizu- bringenden Zeugnisse müssen in nriirrsr Zeit ausgestellt sein.

Die Anlagen jcdrs Gesuchs 1i11d zu einem Heft vrrcinigt einzureichen.

Beriiii, den 12. Juni 1897.

Der Minister ' drr geistlichen, Unterrichts: und Mediziua[:Angciegenhritrn. Im Auftrage:

Schnrider.

Ministerium für Landwirthschafi, Domänrn und Forsten. Dem Thierarzt Carl Kober _ ist die _interimistisrhs Ver- waltung der KreiS-Thirrarztstelie fiir den K*rcis Erkelciiz, rnit dem Amiswohiisiß in Erkelrnz, übertragen worden.

Yichtamtlichrs.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 23. Juni.

Seine Majestät der Kaiser und König brgabcn Sich, wir aus Hriaoiand gemeidrt wird, gestrrn Vormittag 9 Uhr an Bord der Yacht „Hobenzoüern“ in See, um. die ArtiÜrrieSchUlsckUffc „Mars“ und „Caroia“ im Scharfschicßen zu briichtigen. Allerhöchstdirsrlben stiegen an Bord des „Mars“, verblirben daselbst bis 4 Uhr Nachmittags und kehrtrn dann im Bord der Yacht „Hohenzoilern“, welche nördlich von Helgoland vor Anker gegangen war, ZULÜck.

Am Abend gingen Seine Majestät der Kaiser, wie „W. T. B.“ berichtet, untrr drm Jubel der Bevölkrriing bei herrlichrm Wetter an Land. Zum Empfange hatten sich auf der Landungsbriicke dir Spißrn der Behörden und sämmtliche Vereine eingefunden; auch 20 Ehremun frauen in alt- helgoic'indcr Tracht begrüßten Srine ajeftät. Das Soupcr nahmen Seine MÜjistät bei dem Kommandanten der Insel, „Kapitän zur See Stubenrauch ein. Nach dem Souper fand ein Liedervorirag drs elgoländer Männergesangdereins sowie ein Fackelzug drr _eiwilligcn Feuerwrhr und des Turnvereins statt, woran sich ems brnga- lische Belcuchtung der Dime schloß. Seine Majestät der Kaiser brgaben Sich darauf wieder an Bord drr Yacht „Holzkn- ollern“.

J Am heutigen Vormitta besichtigten Seine Majestät der Kaiser die Schußaniagen an? der Düne von Helgoland.

Ihre Majestät die Kaiserin und Königin trafen, wie „W. T. B.“ meldet, grstern Nachmiixag gegsn 4 Uhr, von Ploen kommend, mit Gefolge in Eckernforde ein und wurden von den militärischen Vereinen, welche auf dem Bahn of Aufstellung genommen hatten, sowie von einem zahlrei en Publikum, stürmisch begrüßt. Nach kurzem Aufenthalt fuhren Ihre Maxestäi zu Wagen nach Schloß Grünholz weiter.

Die vereinigten Ausschüsse des BundeSraths für all- und Steuerwesen und für Handel und Verkehr hielten cute eine Sißung.

Im Monat Mai 11. I. habezi 2605 Schiffe (gegen 1702 Schiffe im Mai 1896) mit einem Netib-Raumgehalt von 201959 Re iflertons (1896: 139 935 ReMertons) den Kaiser Wilhe m-Kanal benußt uiid, nach zug des auf die Kanalabgabe in Anrechnung zu bringenden Elblootsgxldes, an Gebühren 96.331,20 „ck (1896: 78 261,48 „FH) entrtchtet.

Der Re ierun s-Affeffor Freiherr von, Saimuihzu Homburg 13. ?ck, e ist der Königlichen Rxgieruiig zu Wies: baden zur weiteren dienstlichen Verwendung uberwrcsen wordezi. Der Regierungs-Affeffor Freiherr vori Schuckmann m Steinau a. O. ist dem Landraih des Kreises Stolp und der NegierungS-Affeffor 131“. von Marx dem Landrath des Ober- taunuskreiics zur Hilfeleistung in den landräthlichen Geschäften zugetheilt worden.

In der Ersten und ZweitenBcilage zur hruiigen Nummer des „Reichs- und Staats-Anzeigers“ Wird die, vom Reichs- Eisenbahnamt auf efteilte tabellar11che'Uebersicht drr Bc- triebs-Ergebnisgse deutscher Eisenbahnenzfur den Monat Mai 1). J. veröffentlicht, aui wrlche am Sonnabend 1). W. an dieser Sthe auszügiich hingewresen worden ist.

Sachsen.

Unter dem Vorsiß Seiner Majestät des Königs trat, wie das „Dresdener Journal“ meldet, gestern Vormntcrg urn 9 Uhr im Königlichen Residenzschlosie zu Drcsdexi das fur die Entscheidung der Thronfolge imsFurster-thiim LippL _ grbildcte Schiedsgericht zu einrr nochmaligen bcrathenden Sißung JU- sammcn, an der die Partewerireier mchi theilnahmen. Dic Sißung war Nachmittags 11/4 Uhr beendigt.

Merkleuburg-Schwerin.

Seine Königliche _oheit der Großherzog vdn Sachsen lrifft, den „Meckl. Kachr.“ zufolge, in Beglsrtung Ihrer Königlichen Hoheiten der Erbaroßherzdgin : Witiwe und desErbgroßherzs E sowie Seiner Hoheit de_sVrinzen Bernhard einrich euir lerdd in Schwerin eiii, wo auch Seine urchlau t der Yrrnz und Ihre Hoheit die Prinzessin Heinri 1711. ruß erwarte; werden. Ihre Hoheit die Her ogin Johann Albrecht ist _bereits gestern Abend von der ZZWartbiirg in Schwerin eingetroffen.

Anhalt.

J re oheit die Herzogin ist am Sonntag zum Bcsuck) Seinerh DFrchlaucht des Prinzen und Ihrer Hoheit der Prinzessin Albert . zu Sachsen Yilienburg von Dessau nach Schloß Oranirribaum bri St. Petersburg ab- gereist.

Oesterreich=Ungarm

Der Kbiiig von Siam ist gestern Abend von Ischl in Wien eingrtroffrn und von dem Kaiser, den Erzherzogen Otto, Ludwig Victor iind Eugsn, forme von den Spißen „dcr Zivil: und Miiitärbehördrn empfangen „wdrden._ Der Kahrr und die Erzherzoge begrüßten din Komq niit herzlichem Härdedruck. Nach erfolgter gegrmeiiiger Vorstrilung'der Ge- folge schriiirn der Kaisrr und drr Konig von Siam die Ehren- Kompagnic ab, worauf die Fahrt nach der deburg erfolgte. Zn dcn Straßen warrn die Truppen drr Wiener Garnison aufgcixcilt. Die M0narchrn Wiirdrri vom Publikum 5be shr- erbiciigstc bZZrüfzt. __ . . '

Die xienrr Zeitung“ VLkÖssrTitilÖi die Verleihupg des Freiherrnstandes an den Fübrrr drr AißCzrchen [)1'. Rieger.

Dir Wirncr Blättrr von hriite Morgen melden qus Aussig: Ter BczirkE-Harptmann nahm die berrits erthriite Genehmigung der Abhaiiunq rides Festes des BURYI dcr Druiirh-Böhmen vom 27. bis 29. Jimi in"YU1UJ zuriick und untersagte dir Abhaltung mit der Bcgrrxndnng, daß (TUS der Eingabe nicht criichtiich sri, wrlchx Varerne "rin: geladen seien. Erst jrßi habe er erfahren, daß iibrr 200 in: und ausländische Vereins und BundrsdrisGrupbe Zrladen seien, während bisher nur vier inländische Veriiiis um die Erlaubnis; der Thriluahmc ersucht hätten. Die Ap.: wesenheit so vieler Vereinc und dir Theilnahme solcher, denen die Erlaiibniß nicht crtheilt wordrn sri, könne unmoglich gestattet werdrn.

Großbritannien und Irland.

Ueber den gestrigen Jubiläumßzug der Königin bc- richtct „W. T. B.“ weiter: Um 10 Uhr Vormittags „bogub sich der Lord-Mayor Faudel-Phiilips zu errdr und in BF,: gleitmig des Sheriffs nach dem Tempic-Bar, der aiteerix: grenze drr Stadt London, wo er um 101/4 Uhr eintrat, Um die Ankunft der Königin zii crwarten. Als der Königliche Zug am Temple : Bar Halt gcmacht hatte, trat der Lord-Mayor, der inzwischen vom Pferde gestiegen war, an den Wagen der Königin heran und uber- rcichte AUerhöchstderselben das „Prarl“-Schwert der Siadt London. Die Königin nahm das Schwert entgegen und händigte es dann dem Lord-Mayor wieder aus, der darauf Wieder zu Pferde stieg und sich mit dem_S_heriff dem Zuge anschioß. Den zweiten Halt machte der Komgliche Zug um 121/4 Uhr vor dcr St. Pauls-Kathedrale, wo ein „kurkr Gottesdirnft im Freien stattfand. Die Chorsänger, die eistlichkeii, an ihrer Spike der Bischof von London und der Erzbischof von Canterbury, hatten auf den Stufen der Freitrepppe vor dem westlichen Portal Aufßeüung genommen, um die Königin zu kmpfangen. Ailerhöchiidieselbe verblieb während der Zeremonie in ihrem von acht Jsabellen gezo enen Wagen, der dicht vor den Stufen Halt machte. Der rinz von Wales und die Herzogs von ConnaUJht und von Cambridge hielten zu Pferde auf der_rccbten Seite esWagens der Köni in, während die anderen Füritlichkeitsn, welche gleichfalls zu PZerde waren, sich um denselben gruppierten. Nach Abfinqung des “1'6 ])811111 sprach der Bischof von London das Dankgebet und der Erzbischof von Canterbury denqSe en. Nach Beendigung des Gottes:)ienstcs wurde die National) mne angrstimmt, welche

stimmi e Hochrufe challien, in welche die MarmFVri ade, die Jo nialtruppen, ' Vreniier-Mimsier der Kolomxn owie die indischen" imd ausländischen _ Abgesandten _ wrederholt enthusiastisch einstimmten. Die Komgm war sichtlich ties gerührt und dankte huldvoll lächelnd nach allen Seiten. Der ZU? bewegte fich darin nach dem Mansion House und em Süden Londgns weiter, während hie Truppen, die auf der zurückgelegien Strecke und in der Cm) Aufstellung genommen hatten, mit dem Abmarsch begannen Die Königin wurde auf dem ganzen Weg? Mit unbeschreib: lichem Jubel unter Schwxnken von TU_chern aus _den Fenstern und von den Tribunen herab begrußt. Allerhochst: dieselbe kehrte um 11/9 Uhr in den-Buckiztgham-Palaft zurück.

Die Illumination Londons am gestriJen Abetzd war von einer außerordentlichen Pracht, Die, chgulusyge Menge drän te sich bis gegen Mitternacht durch die glanzend erleuchteten Stra en. Troß der großen hin UNd her wogenden'Mrnschen: massen find wsder am Tage noch am Abend emstitche UnfäUe gemcidrt worden. _ , ' _

Aus allen Theilen des britischen Reichs, von der Ost- und Wrstküste Afrikas, aus Australien u. s. m., sind Be: rich1e über festliche Veranstgliupgen anläßlich dés Regixrungs-Jubiläums der Königin eingelaufen. Zn Oyt- indien war die Feier infolZa der Pest und der Hungers- noth eins ernste. In aikuita und Bombay wurd-In öffentliche Subscriptionrn, Speisungrn der Armen und aiiderc Liebeswerke veranstaltet. Nur in Dublin find antibriinche Demonstrationen vorgekommen., Dort wurde am Monto Abend von einigen Personen eiiie schwarze Flagge halbwan gehißt. Dieselbe wurde nach einer halben Stunde Wieder heruntergeholt und unter dem Geleit eines Zuges mit Stöcken bewaffneter Männer, welche_ das „Gott schüße Irland“ sangen, durch _die, Straßen getragen; Die Demonstranten wurden schließlich von drr Polizei erstreut. Ein anderer Zug trug sinen Sarg mit der In- ichrift „Das britische Reich“ durch die Straßrn. Eine ihn be- gieitende Musikbands spielte einen Trauermarsch, und eine gewaltige Vo1k6mengc bildeie das Gefolge. Aux dem Wege, den der Zug nahm, wurden viele Fensterscheiben durch Stein- wiirfe zertrümmert.

Frankreith.

In dem gestern im Elysée abgehaltenen Ministerrat'h erklärte der Minister des Auswäriigen Hanotqux, daß die in Konstantinopel schwebenden Verhandlungen emen giinstigen Fortgang nähmen. '

Die Dcputirtenkammer lehnte gestern im Verlauf der Brrathung des Gesetzentwurfs, betrrffend die Erweuerrxng des Privilegiums der Bank von Frankreich„ einen Ziisaßantrag des Deputirten Iaurés, weicher die Schaffung einer landwirthschaftlichen Zentral-Kreditbank verlangte, Mit 397 gegen 107 Stimmen ab. , '

Dé'r „Rappel“ meldet: Der zwischen dem Negus Menelik und dem französischen (Z.sandte-n LaZarch abgeschioffexne Vertrag vcrbiirge Frankreich und A eßymen voUstandigr Rcciprozitäi betreffs der Ein: und Ausfuhr.

Italien.

In der gestrigen Sißimg des Senats wirs Blaserna darauf hin, daß das britische Volk den sechiignen Jahrestag drs Regierungßantrilts der Königin Victoria icirre, und __schliig vor, daß der Senat drr erhabenen, glorreichen Konigin seine Wünsche für das Wohlergehen und den Ruhm der Königin und des britischen Volks zum Niisdruck bringe. Der Arbeits - Minister Princtti erklärte, die Rrgierung schließe sick) ;! drm Vorschlage Blafcrna's von ganzem Herzrn an. 'Der Antrag wurde angenommen, und der Präsident Farini er- klärte hierauf, er werde den Beschluß des “SLUÜÜS zur Aus: fiihrung bringen. _ In der Deputirtcnkammer e_r- klärte der Dcpuiirte Sonnino: die britische Nation b-gehe in voller Festesstimmung im Mutterlaiide sowohl, wie in drn iiber die ganze Erde zersirrutsn Kolonien, den 60. Jahrrstag drs NcgirrUnJSaniritts der Königin Victoria. Er sei sicher, den Grfühlen des ganzen Harisrs Ausdruck zU gcbrii, wrnn er den Präsidenten bitte, bei diesem feierlichen Anlaß dem Sprechrr des britischen Untrrhamcs die warm ge- fiihlirn Wünsche des Hauscs für eine lange und_ segensreiche Foridauer der ruhmreichrn Regierung der Königin WWW drn Anthril anSzudrÜcken, wrlchen das italienische Voik an den Ereignissen nrhmr, wriche die große bri- iifche Nation freudii bewegten. Der Marinc-Minister Brin irat im Namen cr Regierung dem Antrags Sonmiw bri. Präsident Zanardelli eikiärte hieraiif, cr schäße sich gliichlich, den angenehmen Auftrag anzunehmen, dcm Sprecher des Unterhauscs die Grfiihle der Vrrireter der italienischrn iation bei diesrm ruhmreichrn Jahrestage aussprechen zu dür cn. '

f“Dic von Paris aus verbreitete Nachricht, das; der Nrgus Mcnelik zwanzig Millionen Lire als Lösegeld für die italienischen Gefangenen verlangt habe, wird von drr „A enzia Stefani“ als unrichtig be eichnet. Die Aiigelrgrnheit ?ck im (Hegentheil ichonseiteinigen onaten geregclt. Es handele sick) um eine weit geringere Suwme,welche von der italienischen Rr- girrung festgeseßt worden 1ei, der Menelik dis Entscheidung in diefrr Frage überlassen habe. .

Der Papst empfing grftern den nrurrnannten riissiichen Gesandten von Tscharykow, welchsr seni Beglaubi rings- schreiben Überreichte. Die Audienz währte eme haibr funde und trug einen sehr herzlichen Charakter. Der (Hejandtr be- tonte dabei die aus ezeichneten Be iehungen, welche zwrschrn Rußland und dem 5 äpstlichen Stu [ bestünden.

Belgien.

Die Repräsentanicnkammer hat, wie „W. T. B.“ meldet, gestern mit 79 grgen 56 Stimmen (drei De UMTS enthielten sich der Abstimmung) die Vorlage, betreffen den Ankauf der Eisenbahn „Grand CentralBrige“ und der Neben- linien durch den Staat, angenommen.

Griechenland.

Eine in Athen eingetroxfene PrivatdepeÉche aus Kanéél

versichert, dem „W. T. B.“ zu olge, daßrine ersammlungv der

Aufständischen in Armeonii ( ?) beschiosyen habe, jede weitere

Berathung bis nach Abfchluß drs Friedens zwischen Grtrchkw land und der Türkei zu vertagen.

Schweden und NorWegeu. ,

Die norwegischenZeitungen haben, wie „W. T-Y-

aus Christiania meldet, durch das norwegischrTelegraphM

Bureau folgende Erklärung erhalten: Da es offentiich aus

gesprochen worden ist, daß sich ausländische (HesciridteimZUk1k*e

von der Voimeenge begeistert mitge ungen wurde. Tausend-

1895 wegen eines angeblich von Schweden geplant“:

ri auf Norm en an die schwedische Regierung gewandt 32? bfefis derselben S ritte gethan hätten, so theilen wir aus der besten Quelle mit, daß diese Behauptungen jeder Grund- [age entbehren und ganzlich aus der Luft gegriffen smd.

Amerika.

Der General Weyler hat nach ,einer Meldung des ,W. T. B.“ Javanna verlassen, um die Operationen gegen die Ausständis en zu leiten.

Die „Times“ meldet aus Santiago vom 20. d. M., daß das ch1lenische Ministerium an diesemTage zurück- getreten fei.

Parlamentarische Nachrithteu.

Die Berichte über die gestrigen Sißungen des. Reichs- tages und des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Zweiten und Dritten Beilage.

-- In der heytigen (235) Sißung des Reichstages, welcher der Staatsiekretär des Innern, Staats-Minister 131“. von Boetiicher nnd der Minister für Handel und Gewerbe Brefeld briwolnien, wurde die dritte Berathung des Ent- wurfs eines (Hsießes, betreffeiid Abändrrungen der (Ge- werbeordnung, auf Grund der Zusammenstellung der in zweiter Beraihung gefaßtrn Beschlüsse fortgeseßt.

Zu § 91, der von den Jnnungs:Schied§gerichien handelt, liegt ein sozialdemokratifchcr Antrag vor, wonach die Entscheidung über ringercichie Klagen innerhalb 14 Tagen er: folgen muß; wird bis dahin keine Entscheidung getroffen, so sollen die Streitigkeiten an die Gewerbegerichte, wo solche nicht bestehen, an die ordentlichen Gerichte übergehen.

Ab . Stadthagen (Soz.) vertheidigt diesen Antrag, dessen rundgedanken auch Abg. (Vamp (ReichSp) als richtig anerkennt. Um eine aligrmcin annehmbare ('affung zu finden, wird die weitere Berathung dcs ? 91 aUSge eßt.

Nach IRL) werden die (Futscbeidungen des Innungs- Schiengeri ts rechtskräftig, wenn nicht innerhalb einer Noth- frist von 10 Tagen Klage beim ordentlichen Gericht er- hoben wird.

Die Sozialdemokraten wollen die Nothfrist auf einen Monat ausxxedehnt wissen, während die Freisinnigen die Klage bei den Gcwerbe:Schicd§gerichten, wo ie vorhanden find, zugelassen wissen wollen.

Der sozialdemokratische Antrag wird angenommen, der freifinnige dagegrn abgelehnt.

Nach § 940 sollen die Innungen das Recht haben, die BetriebSräume ihrer Mitglieder zu beaufsichtigen.

Es liegen hierzu zwei Anträge vor (von Freisinnigen und von den Abgg. ])r. Hiho ( entr.) und Genossen), wonach von dieser Beauffichti ung die ck äume nicht betroffen werden sollen, in denen ein andwrrker arbeitet,“ der in einem land- wirthschaftlichen oder gewerblichen Betriebe beschäftigt ist.

Der Antrag HÄLT wird anqendmmcn und mit ihm § 94 (3.

Zu § 100, betrJsend die Zwangs-Jntmngen, liegt außer mehreren redaktione en Anträgen ein Antrag des Abg. Richter ' (fr. Volksw.) vor, die Bestimmung zu streichen, wonach die Vorausseyung fiir cineZwangS-Jnnung schon dann gegeben s ein soll, wenn zwanzig Handwerker beiirittstiichtig find.

Abg. Richter hält das Vorhandrnsein bon 20 Mitgliedern für eine Zwangs-Jnnung nicht für ausreichend, zumal bei der großen „Zahl von Handwrrkrrn ohne Grseiicn und Lehrlinge eine solche

nnung kaum Sine Thätigkeit entfalten köiine auf dem Grbiete der Lshxlingsausbildung, der Fachschulen u. s. w.

Minisirr für Handel Und Gewerbe Brrfrld: Ick) kann aUch nur die Streichung befürwortrn. Wrnn drr Satz nicht auf- JSUOMMLU wird, so würde es drm Ermessen der zuständigen Behörden übrrlaffen blribrn, wis groß die ahl der Innungsmiiglieder skin muß, um die Leistungsfähigkeit drr Innung zu ficbrrn. Gxgen die Entickyridung drr Behörde würde die Beschwerde zulässig sein. Bei dirsrm Ermeffrn der Vehöidrn könnte man cs Wohl Verbleiben lassen. In den meistrn Fällen wird dir Zah120 ausreichen; man könnte ibgar mit diner Jrringrrrn Zahl auskommrn, wenn dir betrrffeni'en Handwerke zu den Wkliigkr d-xrbreitrten gehören. Abrr da namentlich auf drm Lande die: Zahl der Meister, welcbe GMUM oder Lrhrlinge haltrn, eine srhr gkriiige ist, so würde vielfach eine Innung von 20 Mitglirdern nicht hin- rrichende Leistungsfähigkeit habn. Ich kann erklären, das; ich in dirjrm Sinne, wie ich eben dargriegt, innrrhaib drs Gebiets meiner Verwaiiungsthätigkeit Anordnungen treffen werds.

Nachdem auch die Abgg. Bgssermann (ml.) und Dr. Hiße dem Antrag Richter zugestimmt haben, wird der- seibe bci Schluß dcs Blattes angenommen.

- Auf der TageSordnung der heutigen (98) Sißung des „Hauses der Abgeordneten, welcher der Minister für Landwirthschaff Zc- Freiherr von Hammerstein bei: wohnte, stand zuxiärhst dir erste Berathung des Gesek- entwurfs, betreffend die Zwangsvollitreckung aus Forderungen iandschaftlicher (rittcrschaftlicher)

reditanstaiten.

Abg. Dr. von Cuny (ni.) brantragt dirUebrrweisung der Vor- lage an eine Kommission, weil er, obwohl nicbt prinzipieller Gegner der Vorlage, doch drr"; iedrne jurisiische Bedenkrn gegen Einzelheiten habe. Um diese des * iäheren erörtern zu könnrn, wünsche er die Ueberweisuxg an eine Kommission von 14 Mitgliedern.

. Minister _für Landwirthschaft 2c. Frriherr von Hammerstein ist mit einer Kommisfionsberaihupq einverstanden, empfiehlt aber die Ueberweisung an die Justizkommission. Die Vorlage werde den Er- iolg haben, daß der Kreis derjrnigen, welche aus landschaftlichen Kreditanstalten Darlehen entnrhmen können, auch auf den mittleren und kleineren Grundbrsiv ausgedehnt werde. Manche K_reditanstalten hätten im Gegensaß zu den älteren noch "icht das Exekutionxprivilegium, die Vorlage wolle es ihnen deshalb gebrn. Den individueüen Eigexithümlicbkeiten der ein- selnen Kreditinstitute könne auf Grund diejer Vorlage Rechnung cie- tragen werden. Die juristischen Bedenken seien aufs eingebendste bei der Vorbereitung der Vorlage erwogen worden und könnten in der Justizfommisfion erledigt werden. Er hoffe, daß die Vorlage noch in dieser Session Geseß Werde. Abg. von Arnim (kons.): Meine Fraktion wünscht bis Mi") lichst eknsttmmige Annahme der Vorlage, welche ja nur den neueren and- sch9ften die Privilegien eben wikl, welche die älteren schon haben. Dirie Privilegien ha en sich für die älteren Landschaften bereits als vortheiihaft erwiesen und ermöglichen ihnen ein Wickieres Arbeiten. Die Zwangsverwaltung liegt oft im Inter- esse der betroffenen Güter selbst, insofern sie Devastationen verhütet UNd dem Schuldner eine Frist läßt, seine Verhältnisse zu regu- lieren. So ist es oft möglich gewesen, den Besiv in den Händen Uner Familie zu erhalten, was unsere wichtige soziale Auf- sabe ist. Die Vorlage überläßt es mit Recht dem pi'licbtmaßigen Ermessen der Landschaft, ob die Ziyangs- voÜstrkckung oder die Zwan sverivaltung oder die Zwangsversteigerung eintreten soll; denn auch 1) e Fälle der letzteren Art werden sich nicht

vermeiden la en. Bei der vorgerückten Session möchte ich eine Kom- missionsherat'ung nicbt empfebien; wenn sie aber beschloffen wird, kann sie nur in einer besonderen Kommission erfolgen.

A'bg. Kirsch (Zentxi) äußert juristische Bedenken. Die Vorlage gebe die privilegierte E ution auch den provinzialßändischen Grund- kreditanstalten itz der beinvrovinz; dort sei fie aber vollständig ein Novum. Es sei bedenklich, die provinziab und kommunalständischen Grundkreditanstalten den Landschaften ohne weiteres gleichzuftellen. Is MYZUL sich die Vorberaihung der Vorlage in einer besonderen

ommt on.

Abg. Krause-Waldenburg (irkbns): Meine Fraktion wünscht die Annahme der Vorlage obne Kommissionsberajhung noch in dieser Session. Die juristischen Bedenken theile ich nicht. Wenn aber Kommissionsberathung gewünscht wird, dann empfehle ich dafür die Justizfommission.

Abg. Schmibt-Warburg (Zenit) kann das Gesetz nicht ohne Weiteres, wie es Vorliege, annebmen und schließt sich dem Antraae auf Ueberrceiiung an eine Kommission von 14 Mitgliedern an. Wenn das Vereinstgrsey im Hrrrenbaufe durchberatben werde, bleibe 'das Ab- grordnetenhaus 1a noch Wochenlang zusammen.

Die Vorlage wird an eine Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen.

Es folgt die Berathung des Antrags der 21ng. von Mendel-Steinchs (kons) u. Gen.:

Die, Regierung aufzufordern, daY dieselbe

&. die amtliche Kontrole für a es zum öffentlichen Vrrkauf ge- langende Fleisch in die Wege leite;

b. für die'Fleischbeschau aügrmein gültige Vorschriften rrlaffe;

c:. im'Bundrsrgth dahin wirke, daß im Ausland geschlachteie Thiere, „sowie alle Fleischwaaren iremdländiscben Ursprungs hinsichtlich der Konirole bei uns ebenso wie die des Jniandes behandelt werden.

Abg. vori Mrndel =Sieinfels (kons.): Seit der Gründung des Nercbs ist dickies für die NabrungSmiitelkontrole geichrhen, aber in Bezug aus das Fleisch bestehrn nech Lücken. Die (111- gemeine obligafoxiiche Fleischfchau ist eine dringende Forde- rung in ianitarer und veterinärer Beziehung. In den meisten d€111sch€n Staaten, Baden, Würtiembrrg, Bayern, Elsaß IT., auch in _dcr prrußischen Provinz Heffen-Naffau haben wir bereits die_ obligatorisch? Fleischbeschau. Die Handelsverträgr zu unter- graben, wie die freismnigx Presse behauptet, ist nicht der Zwkck unserrs Antrags. Die Firisäybekchau soil drrirnige bornebmrn lassen, der Fleisch gewr'rbsmaßig verwerthet. Die Fleischbeschau WoÜen wir nicht den Thierarztrn übertragen, drnn deren Zahl reicht nicht aus, sondern besonderen Flrijrbbrschauern, die auch zur Békämpfung der Viehyeuchen beitragen müffrn. Es werden fick) genug intclligente Prr- sonen für diesen Zweck finden lassen. In Verbindung mit drr obliga- torischrn Fleischbeschau kann vielieicbt auch die obligatorische Schlacht- vithLisicberung gebracht Mrdrn, denn oft erweist sich das Fleisch erst bei der Schlachtun als ungssund, Händler, Kommisfionäre und Landwirthe haben ich in Vrrsammlungen für diese Versichrrung aus- gesprochen. Die Prüfuvg diesrr Frage darf (1er nicht allein der Veterinär- depntation, welche eine einseitige Körperschaft ist, überlassen werden, es muß eine besondere Kommission dafür grbildrt Werden. Mit der Einführung der obligatorischen Fleischbeschau müsrn zugleiÖ strenge Vorschriften erlassen wrrden, welche die sachgemaße und gleichmäßige Durchführung der Fleischbeschau ermöglichen.

(Schluß des Blattes.)

Nr. 22 des ,(Eisenbahn-Verordnungsblatts', heraus- gegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 21. Juni, hat folgenden Inhalt: Geseß, betr. die Erweiterung des Staats- eisenbabnncßrs und die Bribeiligung des Staats an dem Bau bon Kleinbahnrn, irwie an der Errichtung von landwirtbschaftlichen Ge- treidelagerhäusern, vom 8. Juni 1897. -- Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeitrn: Vom 15. Juni 1897, betr. Beförderung von Brewsern und Schaffnern. - Nachrichten.

Arbeiterbewegung.

Der Ausstand der Tischler in Magdeburg (dgl. Nr. 137 1). B1.) ist, dem .Vorw." zufolge, am Sonnabend für beendet erklärt worden, da ein zu großer Theil der Gesrllen zur Arbrit zurückgekehrt ist. Ws dir übrigrn am Montag bei ihrrn früheren Prinzipalsn um Arbeit anfragten, Wurde fast Wen die Wirderrinstellung Verweigert. Die „Volksstimme' nimmt an, daß diese Maßnahme auf einem frührrrn Meistrrbrschluß brruht, wonach die am Ausstand bethrili-„zien Grseilen bis zum 4. Juli ausgesprrrt werden sollen.

Die Maurer und Zimmerer in Kalkberge-Rüdersdorf haben gegenüber den Maßnahmen der Unternehmer, die am 21. dM. sämmtliche Arbeiter aussperrten, dem „Vorw.“ zufolgr, beschlossen, dem Vrrlangen der Unternehmer, aus der Fachorganisation auszu- treten, keine Folge zu gebrn. Bis jetzt sind von der Aussperrung 25 Arbeiier betroffen. _

Der Ausstand der Vkaurer in Berlin (brrgl. Nr. 140 73.231.) hat, wie die ,VolkS-Zig.“ mitiheilt, dem Berichte der Lohnkommission in der am Montag abgehaltrnrn Vcrfammiung der Ausstäzidigen zufolge. seinen Höhepunkt bereits überschritten. Bisher iii d'er Stundenlohn von 60 6 auf 418 Von den 604 unter Konjrole stehenden Bauten mit insgesammt 4836 Maurern zur Durchführung gelangt. Auf 126 Bansjätien mit 1007 Maurrrn wird noch zu den alten Bedingungen gearbeitet, während auf rund 60 Bauten die Arbrit boliständig ruht. Die Zahl der Ausständigen beträ t 1525. Besonders bemerkenswerth ist das Nachgeben drs größten T eiles der bauausführenden Innungs- meister, von denen 51 auf nahezu 100 Bauten den 60 Pfennig- Stundcnlohn eingeführt haben.

„W. T. B.“ meldet von gestern aus Weißenfels: In den mristen Gruben (Vgl. Nr. 144 d. Bl.) des hiesigen Revirrs wurde die Arbeit eingesteiit. Nur auf den Gruben der Riebeck'schrn Montan- werke und drei kleineren Gruben wird weiter gearbeitet. Ruhe- störungen sind bis jetzt nicht vorgekommen.

Kunst und Wissenschaft,

Der Professor der bilosophie an der Unibersität zu Bonn, Dr. Jürgen Bona eyer ist, wie „W.T.B.“ meldet, gestern früh daselbst gestorben. Er War am 25. Oktober 1829 zu Hamburg geboren, studierte in Bonn und Berlin Natur- wissenschaften und Philosophie wurde 1862 Privatdozent der Philosophie an der Universität und Lehrer derselben an der Kriegs - Akademie zu Berlin und 1868 ordentlicher Pro- fessor der Philosophie zu Bonn, wo er bis u seinem Tode wirkte. Der Verstorbene gehörte der Kant'scben Ri tung an und hat sich vornehmlich um die Würdilgung des Aristoteles als Naturforscher owie um pädago ische, Schu- und Universitätsrrformen Verdienste erworben. Von Heinen zahlreichen Schriften sind hervorzuheben: „V6 prjriajyjig sri§b0b01i5 jn äiIbkibUßiOUS animajjum mi- bibsyäjs“ (Berlin 1854); „Aristoteles' Thierkunde' (das. 1855); ,Die Idee der Seelenwanderung“ (HamburZ 1861); „Ueber Fichie's Reden an die deutsche Nation“ (das. 186 ), .Kani's svchologie“ (Verl. 1869); „Philosophische Zeitfra en. Populäre Aufs've' (Bonn 1870, 2. Außl. 1874)“ .A. Schopen auer als Mensch und Denker“ Berlin 1872 ; .Wel'telend und Weltscbmerz" (Bonn 1872); , nm

* ildunqskampf unserer Zeit“ Idas, 1875)" „Leitfaden zur (Hes chte der bilofovhie' (das. 1882; .Probieme der Lebensweis eit“ (Berin 1887).

Literatur.

Das wichtigste Matxrial für die Ausleng des Bürgerlichen Gesetzbuchstft in den Stßungsprotokollen der ommisfion für die zweite Lesung enthalten, welche die Brücke zwischen dem ersten Ent- wurf und den dazu ausgearbeiteten fünf Bänden der Motive einerseits und der RetrbStangorlage andererseits bilden. Das Motivenwerk der ersten Lesung bczt fich, abgesehen Von seiner le islativen Bedeutung, auch gls gründliches und übersichtliches Handbu über das derzeit in deri einzelnen Theilen Deutschlands_und seiner Nachbarstaaten geltende Privatrecht, bereits großer Wertbschayung zu erfreuen gehabt. Diesem Werke schließt sich nunmehr eine den Anforderungen des praktischen Grdrauchs entsprechende Ausgabe der Protokolle der Kom- nxission für die zweite Lesung des Entwurfs des Bürger- lichen Gesetzbuchs an, welche im Auftrage des Reicbs-Jusiiz- amts von dein Reichsgerichts-Rath a. D. Dr. Achilles, dem Groß- herzoglich badischen Geheimrn Rath, Profeffoc 1)r. Gebhard und dem Kammergerichis-Ratb Or. Spahtx bearbeitet werden. Das im Vrrlage Von J. Guttrntag hierselbft ericheinende Werk ist auf sechs Bande und einen Rrgisterband prc-j»kti€rt, soli binnen Jahresfrist vxllendet' vorliegen und _der Prris für aUe sieben Wände 25 „Fl nicht überschreiten. Band 1 wil den ng-emeinrn Theil, sowie den Ab- sch_k_iltt 1 und drn Abschnitt 2 Titel 1 W Rechtes der Schuldverhält- nime uxnfaffen, Band ][ drn Absahnitt 2 Tit?! 2 _bis 20 sowie die Abschnitte 3 und 4 des Rechtes der SchuldvrrhältniUe, Band 111 das Sachenrecht, Band 17 das _Familirnrecbt, Band 17 das Erb- recht, Band 171 die Vorschriften über die räumliche €rrschaft drr Recht9nvrmem die Rrbision der in erstrr Berat ung be- schlossenen Vorschriftrn drs Entwurfs des Bürgerlichen Gesehbucbs, das Einführungsgeyeiz (mit Einschluß der bri der zweiten Lesung be- rathenen, aber ausgesckyiedrnrn Art. 11 bis 15 drs Enitvurfs erster Lesuxig),1owie die Revision der in erster Beratbung hierzu beschlossenen Vdriibriftrn. Dir Bearbeitung drs Migrmeinen Theilrs und des Einführungsgrseyss mit Einschluß des internationalkn Pridatrecbts 111 von dem Großherzoglickp badischen Geheimen Rath, Professor Dr. Gebhard, welcher Mitglird der rrsten und der zweiirn Kommission, in der erstrn Redaktor für den Allgemeinen Theil, in drr zrveiten Referent für dkn Allhemeinen Theil und das Einführungsgeseß war, di? Bearbeitung des Rrchtrs der Schuldberhältniffe und des Sachen- rechts Von Reichsgerichts-Rath a. D. Dr. Arbiiies, welcher der ersten Kommission als Hilfsarbeitrr, drr zwriten als Kommissar der Reichs- Iustizbeeraltung angshörtr, und dirirnige drs Familien- und Erbrrcbts Von dem Kammergerichts-Rath 131: Spahn, Zweitrm Vize-Präsidenten drs Reichstages, übrrnommen, welch€r Mitglird der zweiien Kommission und Vorfißender der für die Brraihung drs Entwurfs des Bär er- [ichen GeseHbucbs und des Einführungsgrsrßes besteiitm Kommis on des Reichstages rvar. In diesen Tagen ist die erste Lieferung zur Ausgabe gelangt, welche den Aligemeinen Thril mit Ausnahme der von den juristiichexx Personen handelnden Bestimmungrn umfaßt. So- bald mrbrere Thrile bearbeitet Vorliegen, wsrdrn wir auf di? werth- voile Publikation zurückkornmen.

_ Staub's Kommentar zum Allgemeinen deuisrben Handelsgese buch (Verlag bon J. J. (Mine in Berlin) ist in der neuen, fünfren uflage, Welche neben der Ausbeute aus Judikatur und ;Yraxis auch das Börsrm, das Drpdtgrsrß und das Grsrß zur Be- ampfung drs unlauteren WStthWLrbZS berücksichtigt, in einem Anhang ferner eine vergleichende Darstellung des gcgenwärtigcn und des neuen, dom Jahre 1900 ab gelirnden Handelsrecbts Enthaiten soli, bereits bis zur fünften Lieferung gkdiebrn. Dieselbe führt den Kommentar bis YtÖZLZbMd bricht in dem bon den Handelsgeschästen handelnden vierten

11 a .

*- Im Vrriage der Dirß'schrii Hofbuckydrrckrrsi in Coburg ist soeben erschienrn: „Aus dem Leben drr Königin Victoria, zumeist nach ibrrn eigenen Auizeicbnungen dargestelit bon [)r. M. Schmiß ' (Preis 1 „;(-). Das [echzigjährige Regierungs-Jubiläuni der Köni in Victoria hat ni 1 nur in England, sondern bei den_mannigfa en nahen verwandis cifilichen Beziehungen der greifen «Verricbrrin zu deutschen Fürsirnbösen auch in Deuisrhland eine lrbhafte Antbeilnahme brrborgeruien, Der auf biographiichrm Gebiet schon lange und er- folgreich thätige Verfasser des oben genannten Büchleins hat es aus diesem Anlaß unternommen, die intereffantcstrn Mittheilungen aus dem Lebrn drr Königin Victoria auf Grimd ihrer eigenen Tagebücher zusainmenzustriisn, die auch in deutsrhrr Uebersrßung im Druck cr- srbienen, gleichwohl abrr wcnig bekaiint sind. Auch rin Gedicht der Königin ist beigefügt. Die kleine Schrift ist fesselnd geschrirben, Elegant ausgrstattet und durch 11 Lichtdruckbilder iliustriert.

Land: und Forstwirthschaft.

Saatenstand in Rußland.

Urbar die dirsjährigrn Ernteausfichten in Ru [cmd Veröffentlicht die „Noboje Vremia' vom 6/18. 1). “.R- s'olgende iotiz:

Die Provinzialprrsse bringt täglich die trostlosesten Nachrichten vom Stande der Saaten fast in ailen Theilen des europäischen Ruß- lands und Vornehmlich in den Gilbernirn und (Hrbieisn, welche zum größten Theile Weizen liefern. Den Lesern der ,Noboje Vrrmia' ist es bekannt, daß man in virlen Gegenden die Winisrsaatrn umpflügen mußtr. Fast täglich müssen wir derartige traurige Nachrichten bringen, die in vielen Provinzxeitungen bon jraurigen Vrrmuthunaen begleitet werden, daß die diesjährige Ernte ähnlich wie in drm Schreckensjahr 1891 ausfalien könne. Disse Vermuthungrn wcrden fick) zum Glück vieUeicht nicbt bestätigrn, aber mit drr Thatsache der Vernichtung der Winterrsaaten in vielen Gegenden muß natürlich gerechnet werden. Man muß sich auf bis Brkämpsung der aus einer Mißernte entstehenden Folgrn im_ WWW gefaßt machen. Im Nishe- gorodrr Gubernium steht nicht nur die Wintersaat, sondern auch die Sommerung und das Gras schlecht. In drn Voler und Zarizinrr Kreisen, in den Gubrrnien Saratow und Pensa, im Kras- nosloboder Kreis gilt die Wintrrsaat als verloren. Die Wintersaat im Kreise Liwen im Gubermum Orlow hat schrrcklich von der hessischen Fliege gelitten. Jm Jclrzkr urid Maio Archangler Krrise im selben Gubrrnium bat die Wintersaat stark durch die Dürre ge- litten. Aber in der Krim, in Cherson, Kiew und Podolien ist alies durch di'n Rrgen vernichtet. Jn Podolien hat der Rrgen die Saaten Weghescbwrmmt. Raps, Klee uiid Rüben find berni tet. Die Mißernte der Rübe wird nachtheiiig auf die Zuckerindu trie wirken, die ihre Verluste wie gewöhnlich vom Konsumenten tragen [affen wird. Die Preise des ohnehin tbeuren Zuckers werden noch mehr steigen. Jedrnfalls kann man jeßt nicht mehr daran zweifeln, daß in wirthschaftlicher und industrieller Beziehung dirs Jahr kein leichtes sein wird.

Saatenstand in Belgien.

Jm AÜgemeincn sind die Witterungsvcrbältniffe im Monat Mai für die Landwirthsckmst im Königreich Belgien rccht günstig gewesen. Die zu Anfgng des Monats ziemlich kühle Temperatur bat eine zu ra1che Entwickelung dcr Feldfrüchte Verhindert, die vorherrschende Wärme in der zweiten Hälfte des Monats ist von utem Einfluß auf dieselben gewesen und hat zu ihrem Wachs- tbum erßeblich beigetragen. Infolge dessen ist der Stand der Winter- frucbt im Aligemeinen cin günsti er,auch haben die an einzelnen Orten im Rückstande gebliebenen Frühja rssaaten so gefördert Werden können, daß sie um die Mitte des Monats überall bcendigt waren.

Sowohl aus den Provinzen Ost-Jlandern, rnnegau, Namur, Luxemburg, Antwerpen, als auch aus der Provinz 2ütticb, aus welcher im Monat April nicht sehr günstig berichtet wurde, lauten die Nach- richten iiber das Wintergettride wie über die Sommerfrucbt recht zu- friedenstrilend, und man hofft bei gleichmäßiger Weitercntwickelung überall auf eine gute Ernte.

In West-Flandern, wo die Witterung tm Vergangenen Monat ziemlich kühl war, haben die Feldfrüchte, die etrvas zurückgeblieben waren, das Verlorene anscheinend noch nicht ganz einholen können, auch ist der Stand der Felder nicht gleichmäßig.

Auch in der Provinz Limburg wird über den Stand der Winter- frucht eklagt, besonders hat der Winterroggen unter dem na kalten Üübja rswetter zu leiden ?ebabt, die Warmen Tage Ende des onats

ai sind aber am!) hier n cht ohne günstigen Einfluß geblieben.