1897 / 146 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 24 Jun 1897 18:00:01 GMT) scan diff

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Kai erli en an es Besuche ab und besichii te das naiurhifxorische HofinusYmeH Ufm 5 U r fand Galafafe im Zezemomensaal der Hofburg und Aben s eine _Galavorsteliung in der Oper statt, welcher der Kaiser, der quYvon Siam, die Yzherzoge Ludwig Victor und Eugen sowxe ie Prinzen von Siam bei,- wohnten. ? ,

Anläßlich der Wahlen zum serbischen, Kirchen- kongreß fand in der (Hememdc Turm bei Ali-Vecse (Ungarn) eine Bauernrevolie statt., Gegen 700 Bauern versuchten das Gemeindehaus zu demolixren. Der Vorsißende dcr griechisckxorientalischen Kirchengemeinde wurde verhaftei. Die eingeleitete Untersuchung ergab, daß die Revblie durch die Agitation serbischer Radikalen verursacht worden ist.

Großbritannien und Irland.

Das Oberhaus versammelte sich; wie „WTB.“ berichtet, gestern Mittag, um sich nach dem Buckingham- alast_zu begeben und der Königin eine Glückwunsch-Lidres e zu uberreicbcn. Die Sißungen wurden bis nächstenDienstag vertagt. Jm Unierhause, welches zu dem gleichen Zweck zusammxn: getreten war, theilte der Sprecher Gully, welcher „seine Amisirackst angelegt hatte, mit?" Lr habe von dem italie- nischen Botschafter ein Schreiben erhaltet), worin dexselbe berichte, er sei von der italienischen Regierung angemiesen, dem Unterhause eincn telegrapbischen Außzug (ius den Verband- lunaen H;: der vorHestrigen Si ung der italienischxn Debutirten- kanimer miiznihcixén. Das eikgxamm lege die Theilnahme "des italienischen Puriamenis an dkn KundgevuüZen d'er MFM britischen Nation dar und bericht€_ vqn 'der Annahme_6incr Resolution, welcbe die Sympathie _des italienischen Volkes fyr'dxn Jubel des britischen Volkes 1":er die lange Hsrrschaft der Komgm Victoria und warm gefühlte Wünsch; fur deren lan e und blühende Fortdauer zum Ausdruck bringe. Der Spre cr be; richtete sodann: auch von dem „Prafidenien des Senats von Argentinien sei ihm eine Miiiherlng zugegangen, wonach der Senat in seiner vorgestrigcn Sißiing beschlbffen- habe, dem briiiscben Volke und der Kbmgm Victoria die herz: lichsten Glückwünsche zu Übermitteln. Der Erste Lord des Schaßamts Balfour bemerkie, er glaube, em formeller Antrag, daß der Sprecbsr eine_ eninrkchende Animoxt absende, sei unnöthig, da, dies ohnehin gc (heben wxrdc. _ Sir W. Harcourt erklärte, ]cde Partei des Hauses ss: befriedi t Über die Mittheilun jener Nation, an derbn Eniwx (: lung zur Freiheit Großbritannien so großen Atitbeil genommen habe. Die Mitgiieder des Hauses schlossen sich_ nunmehr zu einer feierlichen Prozésfion zusammen, ebenso , die Mitglieder des Oberhauses, und beide Häusex zqgen gemeinsam nach dem Buckingham:Palast. Die Mitglieder “des UntZrhauses folgten größtenibeils _, zu Fuß dbr siaaiskaromc des Sprechers, wsiche die OffiZlSÜen 'Jniigmeii trug. Nach Ueber- reichung der Adressen kehrten dieÜMitglicder des Unierbaufes in das Parlamenthebäude zuxuxk. Der, Spreclsxer „verlas nunmehr die Antwort der Komgm auf die Adreie, m der

Aller 6 tdieselbe ihren Dank aussprach, Sie sei tief bewegt von lbeés zahlreichen loyalen und licbevollen"Kundgebuzzgen, die ihr bereitet worden, und aufrichtig exfrcut uber dieWarme, mit der sich das Unterhaus ihncii amcbließe,

An den Empfang der bxiden Häuser des Parlaments schloß sick) der Empfang weiterer Depntationen an, „deren leßie gegeii 31/2 Uhr am Eingang zum Buckingham-Palaft eintraf. Tie

Deputationen wurden in den großen Saal gefuhrt, wo die Königin, umgeben von deni Prmzxti von Walxs, dem Prinzen Christian zu Schle§w1§Z :Zoltiem, der Prin- zessin Beatrice, dem Hcrzog von Sach en- obuxg imd (Gotha und dem Herzog von Connaught,__ibr9 Gluckwlun1chc ent: gegennahm. Später e*mpfing dic Komgm, von ihrem Hof- 11001 umgeben, die Vorfißendcn und Angordnsieii Dcr (Hxaf: schafFSräihc sowie die englischen und schottischen Bixrgermciftcr. Die Königin verließ sodann den BuckmgbamWalan, um sich zu den in deni (Hreen-Park versammeltezi Schulkindern zn bcgkben, die von einer großeii Memmexrngy, zu: meist den Eltern dsr Kinder, begleiickt warcn. BZer Ankunft der Königin waren Unter die Kinder Rachen, Yußig: kLitcn und Milch vert eilt worden. Als die Komgm eintraf, wurdc Allerhöchst icsclbe mit lebhaften Kundgebizngsn empfangen, iii wsichen der Dank de_r Kixidx; fur dab ckth bereitete Fest zum Ausdruck kam. Die Komgm vxrneigie iich buldvoll nach allen Sciisn bin. Der Kardinal Vaughan urid die Vertreter der iibrigen Kulte überreichten Adreffcn, woxm an den Fortschritt erinnert wird, den die Volkscrziebung ieit der Thronbesteigung dEr Königin gemacht hab?. 'Die Kinder sangen sodann untcr Begleitung von Militärmusii die National: hymne, in welchc die „ahlreich Anwesenden einstiminteii.

Um 6 Ubr 10 iinutcn kehrte die Königin, in _Bc: gleitung der Kaiserin Fricdrich, der Prinzeisin „Heinrich von Battenberg und des Herzogs von Connaught nach Windsor zurück. Am Paddmgion-Bahn:

ofe bereiteten die dort aufgesteUten Kolonialtruppen Ihrer

ajestät bc eisterie Huldigungen. Um 61/7 Uhr traf die Königin in lougb ein; auch dort wareii Abordnungen der Kolonialiruppen auFestht und hatte sick) eine ungeheure Menschenmenge zur egrüßqn der Königin eingefunden. Von Slougk) aus feste Ihre Maxc tät die Reise nach Windsor zu Wagen fort; unterwegs wurde das Coliege von Er_on besucht, wo die Schüler die Königin mit Begeisterung empfingen.

Die gestrige (Hala:Oper im Convent=©arden-Tk)cater nahm eincn überaus glän enden Verlauf. Das Theater war auf das prächti sie mit B umen geschmückt. Kur? vor 9 Uhr erschienen dcr rinz und die Prinzessin von Wa es sowie die hohen Gäste der Königin in der Königlichen Loge. Unter anderen FürstLichkeitext wohnten der Vorstellung bei: der Prinz und die Prinzessin ,einrich von Preußen, Prin Albrecht von Preußen Prinz upprccht von Bayern, der roßherzo und die Großherzo in von Hessen, der Großherzog und die ros;-

erzogin von ecklenburq-Strelis, sowie der Heronund die erzogm von Sachsen-Cobur und Gotha, der rzherzog ranz Ferdinand vpn Ocßerreich-Este, der Kronprinz und die Krotiprin essm von Italien, der Großfürst und die Großfürstin er ius, die Prinzessin Ferdinand von Rumänien, rinz aldemar von Dänemark, Prinz Eugen von S weden, der _Fürst und die Fürstin von Bul- Zarien, der Her og uiid die (Herzogin von York sowie der erzog und die erzogm von onnaught. Ferner waren die außexoxdenilichen Gesandten von Frankreich, Spanien, den Vereint ten Stadien, der Türkei, von Italien, Holland, China und Ba en erschienen. Beim Erscheinen der Höchsten Herr- schaften wurde auf der Bühne von Mitgliedern der Oper und vom Chor die Nationalhymne gesun en.

' Die fremdenAdmirale, wel e in England eingetroffen smd, um der Flottenparade beizuwohnen, werden heute Noch:

mittag von der Königin in Windsor emyfangetz werden und bei dem Empfange von ihrem “Stabe bx leitet sem. Der Herzog von York und _derPrinzHetnrt von Preußen werden dem Empfange beiwohnen.

In den estrigen Londoner L_lbendblättern wxxrde das Gerucht mitaetheilt, große Besorgnis; über das Schicksal des Schul- schiffs „Se alark“ herrsche, auf dem fich achtzig junge Leute zur Ausbildung befinden und das auf dem Wege iiach PortSmouth begriffen, bisher aber noc? nicht dortjenzgetroffen ist. Hierzu macht dieAdmiralitäiamtlick) be annt : der einzige Grund fur solche Besorg- niffe könne darin liegen, daß das Schiff am „16.,d. M. nach der Ausfahrt von Quensferry in der Nordsee in _eme'n Sturm gerathen sei. Die Schiffe „.Heciriy“ und „Niger“ seien mzwrschqn außgeschickt worden, um. die „Sealark“ zu suchen. Die „Sealark“ ist ein Segelschiff.

Italien.

In déi: gestri en Sißung der Deputirtenianxmer cr- widerte auf eme ??nfrage des Depunrten Imbriani, welche Haltung Italien im europäischen Konzert 111 Anbeiracht der von den Türken in Thessalien begangenen NUMMKÜUUJLU beobachtet habe, der UntenStaatssekxetär im Ministerium des Aeußern Graf Bonin, daß die Regierung, obgleich die auß griechischer QueUe stammenden Meldungen uber 1olchfe A'usschrei- tun en Ueberireibun cn eyihalienkönnicn, do den italienischen Bchbafter in Kon tanimopel angewiesen abc.“ sich seinen Kollegen anzuschließen, wenn bei der Pfoxte, bcgrundeie Rekla- inationen gegen die Aufführung der iuriiscbcn Truppen? er- hoben würden. Auch sei die Gesandtschaft in Athen aingeiviesen worden, sick) ZU. diesem Zweck mit der Botschaft m'Konftanj-mopel in diréékké: Verbindung zu seßen. Dr? italietiiscbe Regierung habe stets das Ziel im Auge gehabt, die traurigen Folgen bes Kriegszustandcs in jenen Ländern zu lindern.

Spanien.

('in Oviedo sind, wie „W. T. V.“ meldet, aus Anl'aß dsr ctroi-Frage Unruhen auSgebrocben, welche das Ein- schrciien von (Gendarmen nothwendig machten. "BU dcm «Hand- gemengc wurden zwei Arbeiter getodtei und funf vcrwundei; ebenso erlitten zwei Gendarmen Verwundungen. Weitere Zwischen:fälle werden befürchtet.

, SchWeiz.

Der Ständcraib begann gestern dieBeraihung der Vor- lage', betreffend den Rückkauf der Eisenbabrxen, n9ch den einzelnen Artikeln. Nack) Ablehnung mkhrcrsr Zuiqßantrage wurde der erste Artikel mit einer von PythonZeriburJ be- antragten redaktionclien Abänderung in der Kommissibnsfaßung angenommen. Die Bestimmung, „daß der Bund die Bahnen erwerbkn werde,“ wurde durch die Bestimmung ersest, „daß dsr Bund das Recht zur Erwerbung der Bahnen babe.“

Belgien.

Der König hat, wie „W. T. V.“ yieldei, gefickt) Abend an Bord der Yacht „Clkmentinc“ von Ostende aus die Fahrt nach Kiki angetreten.

Zn dcr Repräsentantenkammer stellte gestern der katholiMe Depuiirte Delbeke (Antwerpen), ein' (Gegner der ilitär : Reform, eine Anfrage bezuglich des Empfangs, welcher der Deputation _aeiegetztiick) der K_Und: gebung zu Gunsten des persönlichen Militardienstes" seitetis dcs Kömgs kürzlich gewährt worden war, und uber .die Antwort, welche der Köni auf die Ansprachedcr Deputation gegeben hat (s. Nr. 1371). l.) erörterte Tsibeke M längexxr Aus- fiihrung dic Militärfrage, sprach sich gegen den pexsbiilicheii Militärdienst aus und suchte nachzuweisen, daß der Konig die Verlosung ciner Abreise angehört habe, welche. sich _gegen ÖW Mehrheit des Hausss sowie gcgen das Ministerium richte. Ilm Schluß seiner Rede erklärte Dclbcke: die Antwort OSZ Kbnigs habe die konservativeMajoritäi in Verwirrung gebracht; Einige erbkickien darin einen Staatsstreich. Er besireiie dsm Kömgc das Nschi, sicb frei Über solche politischen Fragen auSzusprccbxn, welche eine Spaltung im Lande bervorriefen; dies würde: eme (Hcfabr für das Königibum sein. Er wünsche, von der Régicrung zu wissen, ob die Rede dcs Königs in ihrem Wori- laut genau wiedergkgebcn sei, ob die Ncgicrung bei der Feststellung desselben betheiligi ZTWCfi-kn sei und ob fie die in der Rede enthaltenen kategorischen Erklärmigen bezüglich der Militärfrage zu den ihrigen mache. Ter Minixterz Vräiideni de Smet dc Nayer erwiderte: dcm Konig sei keine Adresse überrxicht, dagßgsn sei eine solche bei dem KasteUan dcs Palais hinterlegt worden; die Gerwrale, welche von dem Könige empfangen worden seien, _bätien _nichi an der Kundgebung ibeilgenommen. Der Minister:Prä11dent ging sodann näher auf die Rede des Königs ein, die, wie er ausführte, eine Anspielung auf den Persönlichen Miiiiärdienft und auf die internationalen Pilichten Belgiens enthalikn habe; doch sei darin auch die Verwerfung d_es_ Systems der Nation in Waffen enthalten. In der Rede “jet keineswegs die Vorlegung eines neuen Gesetzentwurfs erwähnt worden, sie schließe dageßen den Wunsch an? Einführung des persönlichen Militärdienstes in sich. Die Regierung sei cbsnfaUs Anhängerin der Aufhebung der Stellvertretung. Die Rede weise das System ' des Volkes in Waffen zurück; das sei auch die Ansicht der Regiirung. Der König babe schließlich gesagt, die Nation möge ihre Geschicke selbst regeln. Es sei also unpatriotisch, in der Rede des Königs Din e zu suchen, welche nicht darin enthalten seien.

ahlrciche Re ner nahmen an der darauf folgenden Debatte theil. chließlich wurde die einfache TageSordnung mit den Stimmen der Rechten gegen die der Linken angenommen.

Türkei.

Alle Meldungen über Meßeleicn und Plünde- rungen der türkischen Truppen in Thessalien werden, wie „W. T. B.“ aus Konstantinopel bsrichiet, von amtlicher türkischer Seite für durchaus falsch erklärt.

Die „Kölnische Zeitung“ meldet aus Kanea: Die Auf- ständischen haben bei Kissamo die Feindseligkeiten wieder aufgenommen; sie beabsichtigen, nach einer Frist von acht Tagen die türkische Festung anzugreifen. _ Da neuer- dings wieder die_Landung von Freiwilligen erwartet wird, so kreuzen osterreichtsche Kriegsschiffe an der Westküste.

.riukenlaud.

Aus Athen berichtet die „Agence Havas“: nach einer aus diplomatischen Kreisen von Konstantinopel ein egan enen Dezaesche gelte dort für ficher, daß der rälim nar- Friedensvertrag m allernächfter Zeit, wahrscheinlich in dcr Sißung vom nächsten Sonnabend, werde unter-

zeichnet werden.

Amerika.

Der Vertra mit Hawaii ift, nne „W. T. B.“ aus Washington me bei, einem Untera_1*.s[ des-Senats überwiesen worden, welcher über viene; t aus dem, Ver- trage entstehenden Verwickelungen beraihen soll._ Wie es jeßi heiße, habe der Einspruch Japans gegen die EinverleibUng von Hawaii fast den Charakzer eines Ultimxxtums gehabt; die Einverleibung werde in dxm Einsprache als" geeignet bezeichnet, den Handel im nördlicben Stillen Ozean, u storen und _VertragSrechte aufzuheben. Die Antwort der anieri amschenNegierung auf den Einspruch Japans solle fast fertig estxllt sem. Die Antwort laufe auf eine nachdrücklichc, ge eßliche Vertheidt _ung der Stellung der Vereinigten Staaten hinaus und bre zur Unterstüßung der Ansprüche der Vsremigien Staaten viele Beispiele aus dem internationqlen Rechte an..

Aus Havanna wird berichtet: durch einen Erlaß seien 130 Deportierte begnadigt worden,. ipährend em andxrer 'Erlaß öffentliche Arbeiten anordne, um einige tausend Arbeiter in den Provinzen Havanna, Matanzas, Pinar del Rio und Santa Clara zu beschäftigen.

Asien.

Nach einer Meldung aus Bombay wuxde daselbst in der Nacht zum Mittwoch auf cinon indischen Zimlbeamten und Mitglied des Pestausschusses, Namens Rand, ais derse1bc von einem Fest bei dem Gouverneur m Gancsh:K1nd zuruck: kébrie, geschossen; Rand wurdc scbwer'verwundet. Lieutenant Dyerft von der VerpflegungH-Abibeilung wurde erschossen! als er von (Hanesh-Kind nach Hause fuhr.

Afrika.

Die „Agence Havas“ meldet aus Alexandrien, das;, dem Vernehmen nach, Befehl crgangcn sei, den Vormarsch der Sudan-Expedition zu unterbrßckxn. Dic Rekrutierungen und Materialsendungen seien eingestellt worden." _

Aus Kapstadt erfährt das „Reuter'icbexBuxeau“, daß das Ncgierunqu-Jubiläum der Königin Victoria uberall_ xnix großer Begeisterung gcfeieri wsrden sei; aiich in dem kleiniiin holländischen Dorfe seien Festlichkeiten veramialtxt worden. Fix Botschaft der Königin iei übirall mit Begeisterung bbgrußt worden. _ Cecil Rhodes habe in Buxawayo em cr- folgreiches Jndaba mit den Matabele:Hauptlingen ab: gehaltcn.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Berichte Über die gestrigen Sißßungen des Reichs: tages, des Herrcribauses und des .Yauses dcr Abge: ordneten befmdcii M) in dcr Eritcn Beilage.

_ Zn dcr Mutig». (286) Sitzung OLS Reich§2_xages, wslchr dcr StaaiZsckreiär dcs Zimc-rn, Siaais-Mimjier ])i'. von Boetiichcr und dir Minister für Hand-sl und Gewerbe Brefsld bÜWOlMiM, murds dic_ driiie Berathung des (Ge- feßeniwurfs, betreffend die Abändexung der (Hk: werbcordnung, forigcseßi, und zwar bei dem von den Sozialdemokraten bxantragicn neuen Art. 10, weicbcr lediglich die von der Negiirungvorgeschlageiien Vorschriftsn Über die' Konfektionxarbciicr in Öl? Vorlage einschaltet.

Es handelt sick) dariim, daß der BUJdLSZUib das Recht haben soll, für bestimmte Geweih? (d. 1). „fur die Konfektions- arbeiter) Lobnbiicbcr odcr Arbeitszeitel eiiizufubrcn 1143 der Gewerbeordnung) urid die Ar eiieischyßbcstimmun en abs die KonfektiONSarbener, sycziell auf die Heimarbeiisr ( § 180, 1373, 138 Und 139 dsr Gewerbeordnung), auszudehncxi. Feriicr enthält der Antrag die Ausdehnung der Kranken- versicherung auf die KonfektiOii-Zarbeiter. , _

Präsident Frxibcrr bon Buol drücki seinen Zwerfeldaraber «xs, ob disse leisten Aniräse mi! der "Sachs in Bkrbindung standen, bcbzl: sicb abér die Entscheidizng vor bis zur Begründung der ?_lntrgzc ieiiéns der Antragstellkr, die 6111811 _sylcben Zumwmenbang Vielleicht nachwciiennkönüt€w ' "

Zunachst kommt dia Fiagc dcr LohnbUcber odkr ArbeiiSzetiel zur Verhandlung. _ _

Abg. Molkénbubr (Soz.) bebaubici, daß die KonsCkTWZLÉ- arbeiter Arbeiten übertragen erbiélten, obne daß ibnsn dsr Lbbn bekannt aegkben wordsn wäre, wodurck; nachb€r sebr Mix Schwi€ri§k€it8n enistänken. (Fin 7chxifilicbxr Arbkiisberiraz ik! bisber nicht zu erlanßxrs. gkwksen. Es wäre daher „111.111 wünfchenswerib, w-erm Mich cin aÜgemeinxr LOHUWLÜ' cm..;- fübit würde, der nach des Rédners Ansicht wobl möglich, !?!- wenigstsns für die meisten kacbäfie. Dis Preise? der Konfkktlksk- Waaren würden ja von vornbkrein mit kinkm bestimmten Lobu- saße kalkuliert, dcr ach) dkm Arbeit;]: bekannt gegeben wkrkkn solle, damit nicht willkürliche? Ukndkrungkn vorg€nommcii werden kömiten. Wo Lobniariie nichtmöglichfeiem würderer Bandex- ratb andére Verfügungkn treffén können, denn der BundeSraib 1,0118 ja nicht überall solch Vorschriften einfübr-Zn, sondern nur das RSÖT dazu babén. Unmöglicbks würde auch dsr Bundeßraib nichtberlang€w

Abg. Freibsrr Dr. von Hexiling (Zenta): Als Vorsißender der Kommission, welcher dsr Ekykßentwurr, um den es sich b:?! handelt, übkrwiessn wwrdsn ist, muß ich mittbeilen, daß_k!e Kommission sich an dcm nge konstituiert bar, an welchem dk; Re ckT- tag sich Vertagte. Vorgestern babe ich die Kommisiionsmxx; glieder zusammenbxrufen, und die Mehrheit war der Meinung, daß die Erledigung dikier Vorlage nicht mehr zu erwarten sei, da sis Un- verändert kaum angenommen werden würde. Auch der Vorredxicr bat die Schwierigkeit der Verhandlungen anerkannt, und darauf hat dieK_c_m“ mission zu ihrem grcßxn Bedauern mit Rücksicht auf die Geschäft?- [ÜZL die Bcratbung unterlaffen. Man könnte ja im Plenuux M Vorlage beratben. Meine Freunde hätten die Vorlage ohne wMZrks «genommen, aber auf den * oden des Antrags können wir uns Nick! stsUen. Wir müssen denselben daher ablehnen. .

Abg. Freiherr Heyl zu Herrnsbeim (nl.): _AÜe Mil- glisder der Kommission waren dsr Meinung, daß das Geies_nach ?“ eincn yder anderen Seite bin amendieri werden müße; "": KommiifionSbkxaibung war daher dringend *notbrvendtg- M,“ 85 war eine Verschlkppuna damit nicht beabfichtiZt. Wix haben bereits béi der Jnierpellation 1896 erklart. 17,48 wir die Materie für syruchreif hielten und sOiOkt „LM Voxlage wünschten. Die Vorlage hätte, wenn es naoh WM“ Wünschen gegangen wäre, schon im vorigea Jahre einaebkscbx “"O erlxdigt werden können. Wir haben erreichi, daß die Arbsrmicbkk“ bestimmungen auf die _Konfektionsindustrte “außgedebnt TNF." sind; aber wir wünicbkn auch die Ausdehnung 91", €“

eimarbeiier. Die Anträge der Sozialdemokraten bckéhkkU'Ün ck auf die Vorlage, welche die Regierung uns in dieser FMX. 5x; macht hat; sie halten sich nicht einmal auf der Höhe der_euxk-WUÉ'; Geséßgshung- Man verlangt allgemein eine Spezralmsreß'JZ; namenilich auch eine weibliche Inspektion füx die M71- konfkktton. Unsere Anträge ingen über die Antrage„_kek „.

deixwkraten weit hinaus, e uns in feiner Wem LMM Wir onen nicht die Krankenversicherung allein, sk"?ern han! di; Inbalidenverfichetung auf die Konisbionöarbeiter aus?? :41: Die sozmldemokratischen Anträge entsprechen ni-bt den "M“"

liberalen Aqträ e_n und auch nicht den Wünisthen der Arbeiter. Wir onnen :S; daher mit unserem Gew ffen nicbt vereinbaren, diesen , Anita en unsere Zustimmung zu geben. Wir wünschen, daß ein beson erer Abschnitt über die Hausindusirie in die Gewerbeordnung aufgenommezi werde, denn die Bestimmungen über die Fabriqubetter'paffezi auf diese Industrie nicbt, und ich kann es nicht begreifen, wie Manner, 'die doch über diese Dinge orientiert ein wollen, die mchtpaffenden Bestimmungen einfach darauf ausdehnen wo en. Wir [ebnen es ab, nur der agiiatoriscben Wirkung wegen so etwas min;?)mchen, wir sind aber bereit, gründlich in der Kommission zu beta en.

Bis zum Schluß des Blattes betheiligten sich noch-die Abgg. (Haznp (Rp.), ])1'. von Leveßow (d. kons.), Singer (Soz.). Richter (fr. VMM), [)r. Friedberg (ni.) und ])1'. Htße (Zenir.) an der Debatte.

_ Auf der TageSordnung der heutigen (ZZ.) Sißung des Herrenhauses, welcher der Minister des Innern Freiherr von der Rxcke b'eiwohnte, stand die Beraihung und Veschlußfasjung uber die geschäftliche Bshandlung des Geseyentipurfs zur (H„rgänzung und Abänderung von Bestimmungen uber Versammlungen und Vereine.,

TCI Wort erhielt zunächst der Staats:Mini1ter 997 ZB::tttkamer, dessen Rede bei Schluß des Blattes noch sort- auer e.

_ In der heutigen (99) SiYung dcs Hauses der Ab- geordneten standen lediglich Petitionen zur Beratbung.

Eine Pciiiion der Stadtvxrordneten-Versammlun in Gévelsberg im Kreis? Schwelm, Régikrimgsbezixk Arnsberg, bks wc-rt sicb über die Verwkigerung der Genehmigung ibres Bescbiuffks aui Erhebung von 216 0/0 der Einkommensteuer und 183 % dcr sämmtlichen Realiieuern. Die Genebmigung zu der geklauten Aufbringung dss Feblbetrages hat der Bézirksausscbuß zu Arnéberg auf Grund des Kommunalabgabengéseßes bkrsagi, wei[ die Stadt GSVLlsbekg es unieilaffen babe, Gebübrkn und Beiträge in irgkndwie ins Gewicht ?allendcm Mgßexinzufübren, und es auch sonst nicht versucht babs, die im Verbaltmß zu dm Realsieuern zu hohen Zascbläge zur Ein- kommsnstkuyr berabzumindcrn, z. B. diirch eine BierstWer oder eine besondere Gewsrbeiteuer für größere Werk?.

Die Gemsindkkommiffion beantragt, über die Petition zur Tagck- ordnung überzugehen, dsn sächlichen Inhalt der Petition aber der ngicrun als Maiarial zu übEriv-isen.

Wir licher Gsbeimer Ober-Negierungs-Raib Nöll: Die bon Gabelsberg gkplanie und nicht genehmigte Etatisi-Zrung bkzog fich auf das Jahr 1896/97. Für, den Etat von 1897/98 hat d€r Magistrat an_seinem Beschluss nicbt festgehalten, sondern die Real- steuern und die EinkOMMMstLUSL' zu glsickoem Betrage bßraéiaezogen, was auch bereits genxbmigi ist. Untér diesen Umständen möcht€ ich empfehlen, lsdiglich den Kommisfionsantraq anzunehmsn, ohne eine prinzipieÜe Eröriexunq an die Petition zu knüpfen.

Das Haus beichließt obne Debatte nach dem Kommissionsaniiag.

Ueber die Petition des Fuhrbérrn Knettenbrech in Biebrich um Erstattung des ihm durch Wikdkraufbebung d€r ertbeilten Konzession zur alleinigen Abfuhr der Abori-zruben in Wiesbadkn Erwachsenkn Schadens aus Staatßmiiieln geht das Haus ziir TagsSordnuxig Übéf-

Redakteur Horn in Bkrlin und andere Vorstandßmiiglikder dss Vereins Bkrlinsr Wohnungsmieiber pctitioniersn um Aufbebiing des § 16 der Städteordnung Vom 30. Mai 1859, nach wklcbc'm die Hälfte dier von 'xdsr Abib-eilun zu wäblendcn Stadiberordneien aus Hausbefißern ( igenibümsrn, kießbraucbern imd solchsn, dic„ein erblicbes Bcfixzrecht baben) besiebsn muß.

Die Gemeindckommission beantragt, über die P-Ziiiion zUk TMS??- ordnung überzugehen, und das Haus beschließt d€m9€mäß.

Bszüglich der Peiition von Hoic's und Gcnosien in Krefeld, die sich übcr de_n Beschluß der dortigen Gsmsindc'Vertrcter, 152 0/0 Zu- schlag auf Grund- und Gebäudesteuer als (HSMLindeabgaben zu erbkben, bescbweri, beantragt diE Gemeindekommission Ucbergang zur Tagksordnung.

Abg. Mies (antr.) führt aus, das“, seinS Parisi in dsr Heran- ziehung dcr Realsteuern 0er das Prinzip dkr Lsistuna imd Gcgkn- leistung binaus_ eine unzulässige Doppelbesikukrunq erblickt? und sich wsiterc prinzipile-x Aitéiübrungkn für dis Béraibunq dss Initiativ- anitages kasrbnicky vorkcbaltc. Er bsanirag-Z die UCbeiwIisung der Petition an die ngiékUbg zur Bkrückfichtigung.

Geheimer Finßnz-Ratb Ox. Sirny erklärt. daß die chikrung aus eine Vescijigung der Réülft-Juei'n aus dem KomMUnalstkUcrfysti-m mzd auf grundiätzlicbe Umgestaltung der kaeindkabgaben, Welche das 3181 dkr Stsnkrreform Von 1893 in Frag? siclie'n winde, nicht ein- gkbcn können Er Empfehle daher die Annabm-I dcs Kommissions- an.ragc§,

_ Abg. Von Eynern (nl,) schließi sich dem Anirage Mies an, bali “aber die Usberweisung mir zur Erwägung für bsffer. Das Prinzip von Leistung und Gegenleistung sei sibr schw8r festzuhalten. Es sei bedauer1ich, daß der Antrag Weyirbuscb nock) nicht erledigt sei; ZSit ski dazu gkwesen. quum finde die eratbung nicht statt?

Abg. Dr. Langerbans (kr. Volksp.) be:.niragt die Absetzung der Petition von der TageSordpux-a, damit erst die prinzipislle Er- öriérung bei dem Antrag Wéyerbusch stattfinden könne.

Dixse Pstition sowie einige andere Petitionen ähnlichen analts Wirdenbon der Tageßordnung abgeseßt.

Die Stadiverordneten-Vérsammlung bon Ronsdorf petitioniert um Abandcrung des § 33 ch Kommunalabgabengeseßes dahin, daß 1111th1.“ gewiffcxn Umständkn von großen Betrieben, welcbe die Armen- verwaliung u. s. w. besonders belasten, besondére Zuschüsse zu den Gémeixideabzaben erhoben Werden können.

Die Gemeindekommisfion beantragt Usbergatia zur Tagesordnung. , Abg. Dr. von Cuny (ni.) beantragt Ukberrveixung als Material, da im vorigen Jabre eine ähnliche Petition einer ander€n (Hemsinde auch als Material überwiesen worden sei.

Das Haus beschließt nach dem Antrag von Cum).

Abg. von Eynern konstatiert, daß auf seine Anfrage, warum dkfrlAtntsrag Weyerbusch nicht zur Beraibung komme, keine Antwort er 0 (; ei.

Bezüglich der Petition dss GemeindevNstanch bon Assel, Kreis Kehdingen, Provinz Hannober, betreffend die Vertbeilung der

emeindeabgaben, beantragt die Gemeindckommifsion Uebergang Mr TageSordnung.

Abg. Dr. Hahn (b. i. PHZ führt aus, daß die Bauernschafien in Hannover, namentlich im reise Kehdingen“ nicht als Sozietäien, ondern als politische Gemeinden anzusehen seien. Deshalb müßten die Lasten naeh dem Kommunalabgabengeseß veribeilt werden, aber Uicht dürfe der Grundbesitz allein VOLWSg belastet werden. Die Beamten sollten über die Natur dikfer alten deutsch- r'?cbilichen Verhältniss aufgeklärt werden. Die Leistungen der Bauernschaften lägen im öffentlichen Interesse. Das Haus_ habe in einer Resolution Vom 9. Mai 1893 die Regierung aufgefordert, das Verhältniß der kommunalen Abgaben der in den Be- zir_ken politischer Gemeinden bestehenden kleineren kommunalen Kokpkrsäyaften (Bauernschaftkn, Dorfscbaften) zu den Abgabkn dkk diese Körperschaften in sich schließenden Gemeinden gesxßlicb zu kYJEln- Er beantrage, die Psiition zur nochmaligxn Veratbung an '? Kommission zurückzuverweisen. Der Ober-Prasident von Han- Zxsvkirtthabe das Vedürfniß nach einer geseßlichen Regelung leider

en.

7 Geheimer Ober-Regierungs-Ratb 1)r. Brandt erklärt, daß eine HIM ,aeseßlicbe Regelung im Sinne der Resolution wegen der

Mmßfali gkeit der Sozietätslasten nicht möglich sei. Eine Zuxück-

Lisung an die Kommission habe keinen weck.

Abg.1)r. Sattler (ni.) wünscht die urückverWeisung an die

Weyn der Uebergang zur Tagesordnung bestbloffen würde, so läge aewtsfexmaßkn „karin das Anerkenntniß, daß die Resolution vom 9. Akai 1893 nicht aufrechterhalten werden könne. Der Ober-Präfident von Hannovsr babe nicht das Bedürfniß bestritten, sondern nur eine geseßltcbe Regelung für unmöglich erklärt.

Abg. Dr. Habu hält seinen VNWurf segen den Ober-Präfidenien von Hgntiover aufrecht und meint, daß die Beamten in Hannover nicbt _rtchita angewäblt seien, weil sie häufig nicht genügend über die Verbaltntffe der rovinz orientiert seien.

Geheimer O Zr-Regierungs- Raib 1)r. Brandi macht darauf «_ufmoxrfscim€ daß sgmmi_liche Ober-Präfidenten eine gesetzliche Regelung fur unmö lich erklart hatten. Die Beamten in Hannovsr seien zum großen T 211 geborene Hannoveraner. "

Abg. 131“. Hahn erwidkrt, daß man sich 1893 bei der Resolution bewuZt gswesen sei, daß es sich hauptsächlich um Hannover Handle.

25 Haus beschließt nach dem KommixsiMSantmge den Uebergang “" TÉYWYMIZ (V 1" K

g. a 13 01 ißkvder “rer ommisfion für den Antra Weyerbusch): Der Abg. von Eynsm konsiaiierte vorhin. daß er au? seine Frage wegen der Beratbung dss Antrags Weyerbusch keine Ant- wort ck_balien' babe. Herr bon (Fynern scheint eigkntbümlichk GS- danken ubxr die Rechte und Pflichten bon Kommiifions-Vbrfißknden zu babén. „(Ruf: Ist das aULS?)

Schluß des Blattes.)

Nr. 25 der „Veröffentlichungcn dci! Kaiserlichen Ge- sundbeitSamts“ vom 23. Juni hat folgsnden Inhalt: Gesund- beitssiand und Gang der Volkskrankheiten". _„Zeitwsilige Maßrsgcln gkgen Pést. _ Erkrankungen und Todesfal]? tm italienischn Héere, 1895. _ Aus dxm 27. Jahresberichte des siaaiiickyén Gesundheits- amtes von Maffackyuséits. _ GLskßgebung u. s. w. (DLUÉsÖW Reich.) Buttex, Kais, Schmalz und Eriaßmiit61._ (Preußen._Reg.-B€z. Gymbmnkn.) Schweinessuchén.__ (Reg-Béz. Merseburg.) (Gehirn- RuckenmarkSenizündung der Pferde. _ Maul und Klauenseuche. _ (Württemberg.) Snblimaipasiillen. _ (MeckleiibUrg-Sckzwerin.) Milch. (Itali'xn) Luxuéivxine. _ (Frankreich.) Bytier und Margarinx. _ (Belgien.) Markierung des Rindviebs. _ Konirolbkamie. _ Thier- arziltcbe Priifung. _ Tuberkulöscs Rindvieh, _ (Gang der Tbierseuchen in Großbritannikn, 1895. _ Desgl. in_dkn Niederlanden, 1897. 1. Vierteljahr. _ Maßrsgcin gégen Tbierfxucben. (Déutscbks Reich, Yrkuß. Rca-Vez. Danzig, Oesterrsich, Schweiz, Scbwédcn, Egybten, Siraiis Settlements.) _ Vermischtes. (Schweiz.) Jabrksbericbt des Stadtcbemikers von Zürich, 1895. _ (Nikdeilande, Utrechi.) Impfsioffgcwinnungs-Anstalt, 1895. _ Geschenkliste._Wocbentabslle über die Sierbefälle in deutschen Orikn mit 40 000 und mehr Ein- wohnern. _ Desgl. in größxrcn Siädt-zn dLÖ' Auslandes. _ Er- krankungen in Krankenhäusern dsuiscber Großstädtk. _ DeHgl. in deuischen Siqdi- und Landbkzirkxn. _ Wittérnng. _ Grundivaffer- stand und Bodenwärme in BerliU und Müncbcn, Vkai. _ Bkilage: Gerichtlicbkz Entscbeidungen aufdiém Gebikié dsr öffentlichen Eksund- bLitÖPftLgé (Bkseitigung von Absaüstoffsn).

Arbeiterbewegung.

Aus Nordscblxswig wird dkm ,Vorw.“ gemeldct, daß sämmt- liche Erdarbeiicr an dsr Grknzbabn Koldikng-EgtVLD die Arbeit Eingestelii bai'cn, um cim? Vérkürzung der Arbkité-zsit bon 11 aiif 10 Stunden zu ersicben. Dcr Unisrncbmsr will di? Fordkrung nicbt bkaigsn.

Aus Leipzig meldet dia .Lpz.Zig.', daß fick) die Innung ac?- prüfter Maurer- und Zimmermeister in Leipzig und Um- gegEnd in einer am Dienstag abgsbaliknen SiiZung mit dem dort herrschenden Ausstande der Maurer (viii. Nr. 141 d, Bl.) beschäftigte und beschloß, an dem ablkbnendßn Verhalten 269811 die Forde- rungcn der GLsEÜLU unbkdingt iestzubalten. Ob die Arbsitakbér Arbsiicr nach den vor dym Ausstand gkzablten Löhnen und sonstigsn Bedingungen wisder Linsikücn wwÜcn, soll ibiien freigestcUt bleiben. Usbrigcns wurde? darauf bingiwieien, daß, wie mittels ?!usgabe von Fkagcbogcn ermiiieit morden isi, cin sebr bob€_r Prozcnisaß dsr vor BWinn des Ausstandes béi dcn JnnangSmcixiern b€schäftigien ca. 1400 Maurcr _ MW 500 _ zu dén alien Bkdingungen weiter arbeitct und daß bxreiis viele Gks-Zlikn am Montag und Dienstag zn den glkichn Bedingungen um Aibkii Nachgefragt b:;bxn. _ Auch diE Zimmsrer babcn, dxmsklbén Blaite zusolgs, nunmehr Sie!]ung zum Aussimide genommsu. Am DiSUStÜJ Abkiid fand eine von über 600 Pcrsonkn bksucbts Vcrsamurlimg stati, in welcher die Sachlags bksprocben wurde. Es ivurdx in 611181" Rssoluiion bcschloffen, dxn Maurrrn bcizusiLb-In, jedoch nicht in dkn AuSsiand Linzuireikn. Gleich- zeitig wurde der Cintriit der Baubandarbeiier in di:: Aué-stand scharf bérurtbeilt. *

Ju Altenburg ist. wie dEr „Köln. Ztg.“ gsmeidst wird, nach

achtwöchiaer Dauer der Ausstand ker doriigen Maurkr (Vgl, Nr. 106 1). Bl.) für bcendet crklärt wordxn. In Ungarn ist, wies die „„Rat-Zig.“ miitbcili, dsr lange drobsnde Ausstand der Feldarbcitcr nunmehr ausgebrochsn. Jm Allmaser- Bezirk stxklten sie die Arbeit ein und lösten di€_ Ernte- verträges. Mehrere sozialistische Agitatoren Wurdcn vcrbaftct. Militär ist zur Aufrechterbaliung ÖL? Ordnung nach dem Außstandßgkbisi ab- gegangsn. Ami) aus anderen Bezirken Mrden NrbkitSeinstLÜuxigßn gc- meldkt. Im Ganzen wird di? Zahl der féicrnden Arbeitsr aaf 20(0 angegeben.

Literatur.

Der vortrefflickze Kommc'ntar zur_Gewerbeordnung für das Deutsche Reich yon dem bayerikchen Staats-Minister des Innern, für Kirchen- und Schulgngelegenbeiten Dr. Robert von Landmann (Verlag von C. H. Bkck in München)" schreitet, unbeirrt durch die dem Reichstage vorgelegten erneuten Abanderungs- vorschläge, in der neuen, dritten Auflage rüstig vorwärts. Bereits lie t dsr erste Band, der die ersten sichs Titel (bis § 1040) enthält, do endet vor, und der zweite Band soll binnen kurzem fol en. Die Neubearbeitung durch den BczirkSamts-Asseffor Or.Gusiav obmer bat die Grundlage des Werkes nicht berührt, sond-Zrn ck darauf be- schränkt, den durch Geseßgebuna, Literatur und Rechtprecbung bin- jugetretenen Stoff in der neuen Auflage dem Geist und der Methode des Werkss entsprechend zu virarbeiten. Dies ist dem Verfasser durchaus gelungen. Die neue Auflage stebt völlig auf der Höhe der frübxren und wird von keinem Juristen der Zweifelsfragen aus dem Gebiete deZGewerberecbts zu ent cheiken at, unbeacbtst bleiben können. _ _ Die Befugnis; der agdberechtigien zur Tödtung fremder Hunde und Kaßen in Preußen. Von 1)r. J. Schu- macher_, AmtSrichter und Professor an dsr landwirtbschaftlickien Akademre Poppelsdorf. Zweite Auftage. Berlin, Verlag von Julius Springer. Preis 1,20 „46 _ Der durch seine Arbeiten auf dem (Gebiete des Jagdrechis bekannte Verfasser behandelt in dieser Schrift nach Vorausscbickung allgemeiner Grundsäße über die im Titel genannte Materie in systematischer DarfseUung zunächst die Be- stimmungen. der älteren Jagdgeseye im Gebiete des preußischen Land- rcchis und m der Rheinprovinz, dann die Vorschriften des preußischen Landrechts, des gemeinen Rechts, das im rheinischen Rechthcb eie in Ermangxlung älterer Jagdgesese zur Anwendung kommende Recht, die Bestimmungen speziell über die Tödtung von Katzen, die Folgen der unerlaubten Tödtung und zum _Schluß noch einige Fragen, die mit dem Tödtungörecht m engemqZuyammenbange sieben. Jäger und Forsileute werden auf diesem vielfach von irri en Anschauun en be- errschten Gebiet in dem Bückylein Linen praktis en und zuverlgässigen

Kt""Mission oder die Abseyung der Petition von der Tagesordnung.

. _ Amt und Pflichten des Waisenratbs, nach den ges - lichen _Besttmmungen unter Berücksichtigung des Ecseßes 13521 13. Marz 1878, betkeßend dißUnierbringun verwahrloster Kinder, und der hierzu ergangenen Mmifterial-Erlach ausführlich dargestellt von Kottxrba, Pastox in Priiiisch, Waisenratb und Synodal- perireier' fur tnnexe Mission. 56 Seitxn. Verlag von Fr. Richter in LewziJ. _ Leitfadezi für preußische Waisenrätbe von J. Wet weiler, Amtsricbißr. Zweite Auflage. 46 Seiten. Verlag von Kgrl Méher (Gustax) thor) in Hannover. Preis 80 „5. _ Das eine irie da_s a'ndere Yuchletn entl'äit eine Zusammenstelluna und Xmemvxrstandltcbe Erlauterung der für die Waisenräikk wichtigen _orscbrtften. Jui Interesse dsr Bevormundeien, für deren Wohl die Fursorgeieß ngscnraika von größicr Bedeutung ist, kann man dicscn bktdsn klkmcn Schrtfikn nur dic irriiesie Verbreitung WÜUstbSn.

Land: und Forstwirthschaft. Saatensiand in Ungarn.

'Nach den bei dem ungarischen Ackerbau-Yiinifteriiim eingelaufenen Berichtkn war, wis dcr .Wienkr Zig.“ gemeldki wird, der Sagtenstand am 15. d. M. folgsndér: Nach den wocbcnlang, m Einzelnen Gegkndcn monatelang dauernden Negengüffkn hat fick; 1103?!) dem 10. Juni das Wetter günstiger gSstaltet. Cs Wurde warmer und trockener. Dock) war es, da die Entwickelung der An- pfl_anzung€n großenibeils bereits boriiber war, für dieselben schon zu spat, und Es haben fick) die Rückiäüc, welcbe sich in d€n ver- floffenxn Wocbkn zxigtxn, nur zum tbeil ausseglicben. In d€nvxemgcn (Heaenden, welche von Gsiabr bedrobt warén, läßt dxrxenig-Z Tbeil,_ Welcher sich als 12b€n§iräfiia Erwixs, em eriraglicbes Reinliat erhoffen. Die übsrgroßxn Niederschläg€ baban bisl Sebadsn bkrursacbi, ibx'ils w-Zil durck) dieielbsn Rost entstand, ibeils dnrch die zu große Nässe. Und so sind die dissjäbrigen Erni“:- Ausficbien wsder bstreffs dss Wini», noch dks Sommsranbaues so, daß sie den an fie qeknüpsten Erwartungen exxisbrechén, namknilich in eiiiem großen Theil dss Alföld, ivo dic Oaubizercaiien meist in Wintergetreide bssteben. Die Akbkkn des Getrsidéß find an niebrcren Stelicn kleiner als gkwöbnlicb. Diés iii übsrbaW bcim Wcizyn, Tbeilweisc beim Roach und auch bLi dsr Gerste dsr Fal]. Hafer ze'igt sicb gknügend gUt. Tas siürmisckie Wktter und der Regen am 17., 18. und 19. d. M., dazwixcben Hageél und Sturm, namentliäo in dsn Westlichcn Tbßilkn dks Laiidcs, baben abcr- mals griißsre Scbädsn angerickytkt, Tryßdem kann Vom Hafer gesagt Werdkn, daß er gute mittlere Ernte likférn wird. Der Rosi bat die Acbrcn dss Weizxns an viLlen SUZUM vsrnickytki; die Yiutieräbren sind aber meisicnibeils unverskbii, obychon aucb diése vom Rost stellen- w-sise geschädigt find, überhaupt dort, wo zu visl Niedsrscbläge waren, und dort, wo sich die Saatén gclc'gt baben. Solcbk Saaten giebt es vorzüglich im Alföld, wo dabcr ein bedeutsnder Theil des Getreidks von schwäch€rer Qualität und gsringkrkm kaicbt sein wird als im Vc-rgarigenem Fabre. Dasselbe ist auch der Fal] mit der Quaniitäi, indem die Aussichten im Alföld kaum mittlere find. Am bssten sisbt der Weizknanbau noch j-Insciis der Donau, wo eine Mittel- und (Gut- mitiel-Eriite zu erhoffen ist. Roggkn 0681 etwas günstiger, ob- zwar auch disser gleich dsm Wsizen rückfällig wurkk. Gérste wurde nur steilknweise dcm Rost angegriffsn, abkr dLstO grbßsren Schadkn bxrursachten Regen und Grundmaffer. Dassklbe kann auch Von Hafer und Mais konstatiert werden, von weich lsßierém das angébauik Arkal bkdeuiend geringsr ist als im Vor- jabrk. Das zur Ernte gélangcnde Weizenarial wird auf böchst€ns 5 200 000 Katasiraljoch i:?sckäizt. chn nun die ungünstigku Zustände? bei der Entwickelung, Rosi, stellsmvcise HWK], große ngen- güs]? und Nebkl, in Betracht geiogen werden, kann der Diircbscbnitis- Lrirag PLL? Joch auf 6 bis 7 Meterzentner, rSsPLkZiV-I ick zu crboi- féndé Gksammierirag auf 34 Miiiionkn Meiérzéntnkr Veransabiagi worden. Dsr bbrjäbrige Etting betrug 38 Millioncii, Das mit Roggen bkbauie Arsal kann mit 1750 000 Katastraliockx, dEr zu crbbffknde Ertrag, 6 bis 7-_i Yicikrzeninsr pkk Joch, inSgesammt mit 12 Miljioncn Meikrzkwiner VLTÜUsÖ-[Mt Wer- dmi, gkx-isn 13 Z))?iliipncn Miicrzkninkr im Vorjabre. Die Qualiiät ist größtknibbils bcsser, doch ist auch Mdrüxkxsr Kern borbanden. Winkergbrsie wird jstzt gckrnici. Das Résuliat im Wfbld ist großén- theils znsriedens-iellknd, i'ieUenMise gut. Bsi der SOMLUSULrstC eni- wicksit fick) jSBt die Aebre; diksslbs [Lidci durch Rost, Regxn und Grundwasser. Das bsbauie Akeal kann (IUf 1600000 Kaiastral- jock) 41€schäyi werdsn; _der zu crboffends Erikag, 6 bis 7:1 Msterzcninkr per K'aißiiraljocb, wird ianesammi Mit 10 „bis 11 MiÜioni'n M-Zisrz-Ziiinkr vsrauschla i. geg-Znüber 12 Miiliowsn Yieicrzeninkr im Vorjabrk. Hafkr Steht in einém großen Tbciliz dss Landes genügend «t. DW bébäilsé Areal kann mit 1520 000 Kaitastraljocl), dsr zu erboffende Ertrag, 6 bis 61Meier- zeniner per .K'atasiraljoch, ibsßesammi mit 9 bis 10 M*;[iionen Mc'txr- zßninkr Veranscizlagt wkrden, gegen nabe an 11Mi11ion€n Meisi- zeninxr im _Vorjubrs. Die Rapsérnie ist im Zuge. Das RksUlsÜt ist sehr ver1chied€n; nacb vorßenomménezn Probedrusckzen sind stellen- iveise 2 bis? 4, an anderen Orten 4 biZ 6 und an manchen sosar 6 bis 10 Metsrzsniaer erzielt wordkn.

Saaisnsiand in dLm russischen (GOUVernement Samara.

Ueber die dießjäbrigsn Ernieaussiéyten in dem Goabsrnemcni Samara gebén uns folgende Naabricbien zu:

Die lkßien Wochen haben Wknig Gimstiges für die Saaten gebracbi. Wintsrwgg-n hat sich iiifoiqe des rkbr warme'n Frühlings rasch entwickelt, sich aber wenig bestaui, und bei dem ngenmangél bai cr nur schwache Akbren angesxßt. Die aligcmsinen Ansicht€n geben dabin, daß nur eine Ernte bedeuiknd „unter Mitisl' zu er- warien ist, und wenn der Rciienmangel noch anhält, so kann es leicht eine schlechte («Linie eben. Sommersaaien halten sich soweit noch ganz gut, aber der egenmangel ist schon sebr Sippfindli-b, nur in den Gkgenden, in waschen reichliche Gewitterrkgcn gxfallen, sieben sia rccht gui; dies ist aber nicht an vielen Orten dkl.“ Fail gcwcsen.

Gras, Welches anfangs eiii guteH Wachstbum zeicxte, ist recht sch19chi geworden, die Hitze bat kebr gewbadei, und durch die Dürre ist schon Vikl verloren gkgangcn, sodaß maxi auf eine schlechte Futterernte bereits sicher rechnen kann. In dem 1üdlichen Theil des Gouverne- ments bat die Henkrnie bereits begonnsn, und wird dieselbe, falis die Düxre anhält, sebr beeilt werden.

Saatenstand in Canada.

Provinz Ontario. Dia Herbstfaaten in der Wéstbälfté der Provinz sieben ziemlich gut, wennglsich fie, infolge der ungewöhnlich kaltm und nassen Witterung im Monat Mai und anfangs Juni, bisher weniger Weit fortgeschritten smd als im letzten Jabra. Das- selbe gilt von dcn Frühlingssaaten. Man erwartet beidxm nunmehr eingetretenen sonnigen, warmen Weiter einc Ueberdurch1chnittsernie in Weizen und RoWen.

Provinz kanitoba und Nordwefi-Territorien. Dic Saaten sind durch große Trockknbcit nnd Ftösie im Mai und Anfang Juni zurückgehalten. 5Tach dem neucrlicbcn Eintritt von ngen erhofft man günstige Ernte-Ergxbnisse.

Dic Saaten in Quebec sind um cinen Monat zurück und stehen dürftig; auch die )cuernte dicser Provinz und Ontaxios dürfte sehr klein ausfallen, w brend man in Neuschotiland und Neubraunschweig eine ziemlich gute chcrnte erwartet.

Getreideernte Kleinasiens.

Ueber die diesjährige Ernte, welche bereits begonnen hat, geben uns aus Smyrna folgende Nachrichten zu: _

Die Ernte scheint guten Erfol zu versprechen und wird auf etwa 25 0/9 reichlicher geschäyt als im orjabre.

Der Gesammtertrag der Zercalien, worunier Hafex, Weizen Roggen, Gerste, Bohnen, Mais, Hits e und Dari (wetßcr Mats) umfaßt werden, dürfte die Höhe von 300000 ß erreichen, wovon etwa 175000 i; auf G “ie, 87 500 t auf Weizen und 22000 1; auf Bohnen entfaUen

Rathgeber finden.

Lk dürfien.