1897 / 146 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 24 Jun 1897 18:00:01 GMT) scan diff

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Gesundheitswesen, Thierkrankheiteu mtb Absperruugs- Maßregeln.

Aus den .Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundeitßamts' vom 23. Juni.

Pest. ' ' , Arabien. Einer I.?itF-xilung vom 11.Jun1 zufolge ist die eu ein D'edda au5ge ro en. .

S cHritisclb-Ostindien. Einer Mittheilung vom 19. Mat_zu- folge sind in Bulfar ianesammt 895 Erkrankungen (697 Todesfalle) festgestellt worden, in Karla 460 (360), tn Bbiwedi 498 (432), 9in BaffeTn 460 (360), in Rewdanda 374 _(360), in Mandwt 2665 (241.5). Man nimmt an, daß in mehreren Stadten der zehnte Theil der ort?- anWesenden Bevölkerung der Seuche zum Opfer gefaUen ist. Die Gesammtzabl der in Bombay von Pest betroffenen Europaer rvtrd

" t. auf etwa 50 geschaß China.

' Mitt eilun aus Hongkong vom 3. Mai zufolge soll die Stx11chEcxmiT1r 2, etrYa einJTagereise von antoy entfernten Orisclzaftxn aufgetreten sein. In der portugiefisckyen Kolonie Makao sollen taglich

3 älle Vorkommen. 2 W F Cholera.

E ten. In dem Darminhalt, eines 'am 25. Mai im QuaraZtXYelager El-Tor verstorbenen türkischen legxrs, welcher am 23. Mai mit dem Schiff .Colina' von Dxeddah eingetroffen war, find Cbolera-Vibrionen gefunden worden. Ueber die Herkunft des Cbolerafalls ist nichts Näheres ermrtxelt. Nach einer anderen Mit. theilung Vom 6. Juni sollen bei 11 unt 4 verschiedenen Schiffen an- gelan ten Pil ern Cholera-Vibrionen nachgewresen words:) sem. '

ÖrifiscJ-Oftindien. Kalkutta. Vom 9. bls 15; Mar starben 69 Personen an Cholera, 4 an Pocken und 163 an Ftebern.

Niederländiscb-Jndien. LautBekanntmacbung vom7.Mai sind die Häfen Pillauw und Koelor 'auf den Inseln Haroekoe und Saparoea in der RcßdentfcbÖftlZLfnbena durch die Cholera verseucht.

e re er.

11 Rio de Janeiro wurden, nach den „15111110 11031311 kSpOkf-„Z“, in de? beiden Wochen vom 11. bis 24. April 12 bezw 7 Tochfallx festgestellt, ferner auf Cuba in Hgvanna v":)m 14. bis 20. Ma: bei 60 Neuerkrankungen 16, davon 15 im Militar-Hosvital, vom 9. bis ]5. Mai in (Hardenas5 und in Saguala Grande 24 Neuerkrgnkungen obne Todesfau, vom 6. bis 12. Mai in Matgnzas 2 Todesfalle.

Verschiedene Krankhßtten.

Pocken: Odessa und St. Petersburg 11? 2, Warschau 4 Todes- fäÜe; Budapest 2, Paris 11, St. 5Piktixrsburg 14 Erkraxkungen; Flecktypbus: Moskau und Warschau xe 2 Todesfalle; Ruck all- fieber: Moskau 4 Todesfäüe; Genickstarre: Reg.-Bez. rns- berg 3, New-YorkZTodesfälle; Berlin 2 Erkranxungen; Influenza: London 9, New-York und Paris je 2 Todesfalle; Keuchhusten: London 36 TodeSsäUe; Wien 44 Erkrankungen. - Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenrn starben an Masern _(Durchscbnitt aller deutschen Vericbtöorte 1881/90: 1,30 0/0): m, Bochuxn und Edinburq - Erkrankungen wurden gemeldet in Berlin 89, Breslau 88, in den Regierungsbezirken Arnsberg 274, Konigs- berg 122, Lüneburg 150, Posen 132, Wiesbaden 156, 1nMunchen 113, Budapest 210, Edinburg 277, St. Petersbur 274, Prag 35, Wien 660 - an Scharlach (1881/90: 1,39 0/0):_ in refxld - Erkrankungen kamen vor in Berlin 27 Breslau, Munchen 16 159, Budapest 28, Edinburg 80, London (Krankenhäuser) 255, Paris 38, „St. Peters- bur 75, Wien 65 - dcßgl. an Diphtherie und Croup tn Berlin 55, im i?)?egiexrungsbezirk Arnsberg 118, in Munchen 43, Kopenha en 27, London (Krankenhäuser) 121, Paris 51, St. Pktersburg 148, ien 57 - deSgl. an Unterleibstyphus in Sr. Petersburg 108.

Verkehrs-Anftalten.

Bremen, 24. Juni. (W. T. B.), Norddeyxsckzer Lloyd. D. ,Saale“, 5. New-York kommend, lst 22. Juni in “Plyrnouth angek. und bat die Reise nach Bremen fortges. , Trave tst22xJunr v. New-York 8113. Plymoutb n. d. Waser ab eg. .Havel_ hat 22. Juni die Reise 5. Southampton n., ew-York sortges. „Prinz Heinrich", 1). Ost-Asien kommend, ist 23.J1zn1 in Neapel angek. .Vonn", v. Baltimore kommend, 1s123-JUU1 a, d. Weser

angekommen. ' b , 24. “uni. W. T. B.) Hamburngmertkq- Ham urg 'I 505 New-York kommend, ist bsute 111

Link?). D. „PFIF- u aven em krassen. ' xRotterdastzn, 24.J1mi. (W. T. B.) Holxand-Amertka- Linie. D. .Edam“ ist am Dienstag Vormrtiag Von, New- York abgegangen. D. ,Veendam“ ist gestern Nachm1ttag in Rotterdam angekommen.

Theater und Musik.

0111 Neuen Königlichen Opern-Tbeater gebt myrgen zum 3. M51? Giacomo Puccini's Oper ,Die Boböme“ untkr Mitwirkung der Damen Herzog,Dietrich, der Herren Naval, Hoffmann, Bachmann, Krasa, Mödlinger, Alma und Schundt M Scßnx. - Im Garten findst von Nachmittags 6 Uhr ab großes Milttarkonzert, qußgkfubrt dom Musikkorps des 1. Garde-Re iments 3. F. unter Lertung des Königlicbrn Mufikdirigenten Herrn ra], statt.

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über der Nordsee scheint ostwärts fortzujchreiten YUV dürfte demnächst zunächst das nordwestliche Deutich- land besinfluff€n._

Jm Schiller - Theater kommt in der leßtey Sonntags- Vorstellung vor den Ferien Kreßer's Volksstück .Der Mxllionenbauer“ zum lehten Male zur An führung.“ Morgen geht 1191!) langerer Pause der Moser-Girndt'sche S wank „Mit Vergnugen' m Scene.

Manuigfaltiges.

Die Militär-Telegrapben-Scbule ist von der Sommer- Uebung-in die Garnison zurückgekehrt.

Die von dem Zentral-Comité der deutschen Vereine vom Rothen Kreuz nach dem griechischen Kriegsschauplaß unter der Leitung des Ober-Stabsarztes 1)r. Korsch und, des Stng- arztes 131". Velde entsandte Abordnung ist nach Abscblu tbrer Tbatig- keit hierher zurückgekehrt. Dieselbe Wurde vor estern bend bet ihrer Ankunft von dem Vorsißenden des entral- omités, Kamuzerberrn B. von dem Knesebeck, auf dem * nhalter Babnbofe begrußt.

Der Verkehr in der städtischen Sparkasse ist auch in dem Vierteljahr Ianuar/Märx d. I. ein überaus reger gewesen. Es wurden eingezahlt 12 487 750,29 „46, zurückgezahlt aber nur 8342 754,69 „46; demnach betrug die Mebreinnabme 4 144 995,60 „46, wodurch sich dieÉorderuna der Interessenten inkl. der den einzelnen Konten am 1. pril d. J. zugeschriebenen Zinsen tm Betrage von 5225 983,94 «46. auf 194 871 293,24 8446. erhöhte. Ende März 1896 betrug die Forderung der Interessenten „17866066583 ;46, dieselbe hat sich also in dem Verwaltungsxabre 1896/97 um 16 210 627,41 46. vermehrt. Das Gesammtvermögen der Sparkasse belief fich am 31.März d. I. auf 209 701 631,82 ;46.

Repxsen, 23. Juni. Die Jahresversammlung des branden urgischen Hauptvereins der Gustav „Adolf- Stiftung beschloß, dem „W. T. B.“ zufokge, ibre dteSmaltge große LiebeSgabe der Gemeinde Königßzelt in Schlesien zuzuwenden.

Brunsbüttelkoog, 23. Juni. Heute Nachmittag fand die feixrlicbe Eröffnung des neuen Handelsbafens, der Brgns- bütteler Land- und Ziegelei- Gesellschaft in Brunsbuttel- koog durch den Präsidenten des Kaiserlichen Kanalamts Löwe statx. Nach der Eröffnungßrede des Präsidknten Löwe Yerbreitete sich, was „W. T. B.“ berichtet, Direktor Walter Bichel uber den Zweck des neuen Hafens und schloß mit einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser. Hierauf fand ein Festmahl zu 56 Gedecken statt; bet dxmselben brachte namens des AufsichtSratbs dessen Mitglied Lewandowski auf das Kanalamt und den Präsidenten LöWe einen Trtnxspruch aus, welchen der Leßtere mit einem Hoch auf die Gesellschaft erwiderte. Dem Gedeihen der Gemeinden Brunsbüttel: und Eddelakkoog galten die Wyrte kes Regierungs-Raths Peine. Das Mahl, welches einen glanzenden Verlauf nabm, war um 81151" Abends beendet. Geg_en 9Uhr brachte ein Sonderzug die Festtheilnebmer aus Brunsbuttelkoog, deffen Straßen anläßlich der heutigen Feier reichen Schmuck- an Kranzen und Fahnen zeigten, nach Hamburg zurück.

Frankfurt a. M., 21. Juni. Das in dem durch einen Anbau erweiterten Gebmtsbause Goethe's neu eingerichtete Goethe- Museum wurde gestern feierlich eröffnet. Im Mittelzimmer des Oberstocks Versammelten sich, nach dem Bericht der „Frankfurter Ztg.“, die Freunde des Goetbe-Hauses mit den . Spitzen der

ebörden und den Vertretern der Presse. Die Honneurs machte als Vorsißender des Verwaltungs-Ausschuffes des „Freien Deutschen HochstiftS' der Gymnasial-Direkxor ])1'. Reinhardt, welcher auch die Festanspracbe bixlt. Das Freie Deutsche Hochstift übernahm bekanmlicb im Jahre 1862 das Gebrzrtsbaus (Goethe's in Ver- waltun 11, nachdem es in der Gestalt wieder rßstauriert worden, wie es aus dem Umbau von 1755 berdorgegangen war. Das Hays wurde sertdem nicht nyr eine Wallfahrtsstätte für die Verehrer des Dichters, sondern guck) em Sammelort für die Erinnerungen an Goethe's Jugend, an seine Be- ziehungen zur Vaterstadt und an aÜe Personen, die mit Goethe in Berührung standen. Diese Erinnerungen sind um so zahlrßtcher dor- handen, als es gerade in rankfurt eine Reihe Von Familie:) giebt, in denen die Pflege des ndenkens ch großen Dichters liebevolle Tradition geworden ist. Mit der Ausdehnung der Samxnlung wuchsen aber auch gleichzeiti die übrigen Aufgaben des Hochstifts, besoyders nachdem ihm die große Stiftung Theodor Müller's die Pflege der Wissen- schaften und Künste in Vortragen, Lehrgängen 2c._ermöglicht hatte. So nahm einerseits die (Goethe-Sammlung, andererseits die Verwaltun; des «Hochstifts die Räume des Goetbe-Hauses immer mehr rn An- spruch. Vor zwei Jahren gelang es, in dem benachbarten AnWefen, dem Cronstettisckpen Stift, Am Sal haus 5, Räume fur das Hock;- ftift zu miethen; jest ist durch dM eubau des GoetHe-Museums das Goethe-Haus selbst endlich Von aUen Zutbaten entlastet. Zwischen dem erwähnten Cronstettischen Stift und dem Seitenflügel des Goethe- schen Hauses lag ein Bauplatz, der im Jahre 1890 angekgust w11rde, als Gefahr bestand, daß dort eine chemische Fabrik errichtet würde. Dieser Bauplatz bildet eine Verbindung Vom (,GoetbeZ-Hause zu den Mietbßräumen des Hochstifts, rind 0117 ihm ist das neue Goethe Museum erbaut worden. Die Kosten des Neuhaues find zu einem Theil aus dem,ReserVLfonds des Hochstifts befxritten, für den größeren Rest trat die Stadt Franksurt durch Gewabrung

Telling - Theater.

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Das Maximum, welchks aestern über Deutschland 109. hat fich ostwärts 11015 der deutsch-rusfiscben Grenze vers oben, während über der_Nordsse eine flache Devre sion erschienkn ist. Bei 1chwacher süd- „_ licher und südöstlicher Luftbewegung dauert über Sonnabend: Deutschkand die trockene, wolkenlose Witterung for?. Die Temperatur ist seit gestern gsstiegen und _liegt erheblich über dem Mitteleb-e. Die Devrexfion

Miglia): §chansmele. OPern-Tbeater. (Pariser Künstlerleben 1830.) Scenen 0113 Henry Murger's ,.?16 (10 1301161118“ in 4 Bildern Von . Giacosa und L. Illica. ' Mufik von Giacomo Puccini. cene akseßt vom Ober-Regiffeur Teßlaff. Deko- Einrichtung Vom [Dirigent: Musikdirektor Steinmann. Anfang 711 Uhr. (Keine Ouverture.)

Romantische Oper in 3 Akten von Richard (Lohengrin: Herr Ernst Kraus, als (Gast.) Anfang

23. 'ünstlerleben 1830.)-„ Scenen (1115 Henry „718 (16 130118015" iacosa und L. JÜica. Musik von Giacomo Puccini. Montag: 24. Vorstellung. der Sängerkrieg aus Wartbur . Oper in 3 Akten von Richard

von Emil Graeb,

terlmer Theater. Male: 's Inas! ist.

ena sauce. Sonntag: “0 Juugferngist.

Anfang 75 Uhr.

Theater. Die Geisha

Freitag: Neues Die Geisha.

21.Vorste[1ung. Die Bohéme.

Deutsch von Ludwig

Zn Freitag: Neu einstudiert:

Ober-Jnsyektgx Brandt. in 3 Akten von Léon Gandiüot.

Lohengrin, E. v. Bukowicz.

22. Vorstsllung. Wagner.

- Vorher: Musotte (11. Akt).

Vorsteüung. Die Vohéme.

in 4 Bildern von Deutsä) 5011 Ludwig Anfang

Direktion : Marcelle. Sardou. Deutsch von

Sigmund

Tannhäuser und Romantische agner. Ballet Anfang 7 Uhr. . IW-Theater. Mit Vergnügen. ersten

Zum Anfang 7x Uhr.

Freitag:

Frei*ag: Gastspiel des Feren3311518..35.381« .. .. - "a an ee - e. er e m 1 " ll. Musik von Sidney Jones. Deutsch von C. . Roebr und Julius Freund.

Sonnabend: Gastspiel des FerenczyxEnfembles. Sonntag": “Gastspiel des Ferenczv - Ensemblks.

Kestdenz-Theater. Direktion: SigmundLauten- bura. AbsÖiedS-Cyclus der Direktion Lauterxburg. Der Unterprafekt. (110 8011513101135 116 011810811-1311281'11.) Säowank Erni

Deutsch von Max 5? Schönau. _ Vorher: Musotte (11. Akt). spiel yon Guy de Maupassant. Anfang 7x Uhr. Sonnabend und folgende Tage : Der Uuterpräfekt.

Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a. / 5.

Lautenburg. Schauspiel in 4 Akten von Victorien aul Lindau. geseßt von Sigmund Lau endura. Anfanc- 7:1 Ubr. *

Sonnabend und folgende Tage: Marceue.

Freitag, Abends 8 Uhr: Sonnabend, Abend! 8 Uhr: Onkel Vräsig. Theater des Ueßens. (Kantstr. 12. Babu-

bof oologischer Garten,) Opern-Vorfteyung unter Dir on von Heinrich Morwiß. Freitag:

einer „ypotbek unter günstigen Bedingungen ein. Der Neubau, dem ?Fchitekten Franz von oven entwvrfxv, schließt fich an. T:: Seitenbau des Goethe'schen uses an. Wie dieses den kleinen Hof abschließt, so begrenzt jener e n reizende! Gärtcben, aus dem das be- rühmte Hintertbürcben des Zungen Dichters in das Goethe'sche An- wesen übrt. Das Erdgescbo des Neubaues nimmt der Museumssaax ein. 1: ist in Rococo hell und freundlich gehalten, _und die fiel,", mächtigen Fenster an der Gartenseite la en eine reiche Fülle von Licht ein. Die literarischen und bands _riftlichen Goetbe-Erinne. rungen, die Kunstblätter und alle die ubrigen kleinen Denkmäler der Existenz eines großen Mannes sind in zehn großxn Glass ränken bequem zu sehen und zu genießen, und von den Wunden bli en die Bilder des jungen Goethe, des alten Raths Goethe, der Marianne von WilletUer und der Zeitgenossen deß Dichters be_rab. Dem Eingang gegenüber, am Ende des breiten Mittelgangs grußt den Besucher der lebenSvolle Kopf des jungen Goethe, von dem Frankfurter Bildhauer Carl Rumpf. An der benachbarten Wand fiebt man fünf gemalte Scenen aus dem Leben Joseph's; die. selben stammen aus dem Schloss dxr Grafen Tborane, wo fie von ])1'. Schubart in München auf einem Ausflug in Süd. frankreich vor einigen Jahren entdeckt wmden. Der Graf Tborane, der als „Königßlieutenant' in Goethe's Hause_einquartiert war, hatte ])e bei der Frankfurter Malerkolonie, deren Fuhrer Seekaß war, be- tellt; fie sollen nach den Intentionen des'jungxn Goethe gemalt sein, und die Tradition im Hause Tborane will wissen, daß zu dem von seinen Brüdern verkaulxten Josepb_ der kleine Dichter selbst das Urbild abgegeben habe. Me r als diere Bilder s richt das Porträt dzs Königslieutenants selbst an, dessen Ortgina , ebenfalls in Frankfurt gemalt, fich im Ahnenschloß der Tborane's befindet„ von dem jedoch links vom Eingange eine sehr gute Kopie zu sehen ist. Eine Treppe höher befindet sich in einem hellen Raum 11011 chlanker, halb. gefüllter Bücherregale die Bibliothek klassischer deutscher Literatur, die das Hochstift angelegt hat und ' exnsig Wetterentwickelt. Sie besteht aus zwei übereinander liegenden Mag_azinen, die 50000 Bände faffeu; bis jetzt find es deren 14 000, 5015 laßt dec stetige starke Zuwachs hoffen, daß diese Goethe und seiner. Zeit ge- widmete Bibliothek bald eine literarische Schaßkammer sem werde. Den Bibliothekräumen sind Arheilözimmer _und besondere Kabinett: für Handsckpriften und Kunstblatter „angegliedert, das. leßtere mit Olkzerlet. Die technische Einrichtung ist ganz modern, die Beleuchtung e r tri .

Wien, 24. Juni. „W. T. B.“ meldet: Auf der Korvette ,Donau“, welche an der istrischen Küste kreuzte, brach gestern in der ' roviantkammer ein Brand aus, bei welchem der zweite Zroviantmeister tödtliche und ein Matrose lxicbtere Brandwunden er. litt. Das Feuer wurde nach kurzer Zeit geloscbt.

Temeswar, 24.Juni. Bei der Station Lippa entgleiste ein (Eis enbahnzug; die Lokomotive und drei Lastwagen stürzten den Bahndamm binuuter. Die Insassen konnten fich durcb Abspringen noch retten, sodaß glücklicher Weise niemand verleßt wurde. Als Ursache des Unfalls wird ein Schienenbruch angegeben.

Dover, 23. Juni. Heute Morgen bei Beging des Yacht- Wetts egelns Von hier nach HelFland um den Jubilaums-Pokgl des Deutschen Kaisers herrschte, wie . .T. B.“ berichtet, fast vollsta-gdtge Windstille. 21 Yachten waren emeldet, von welchen 13 vom Siart gingen. Es waren dies: „Gwynßa', „Cignet“, „Corisande', ,Cetoma', „Astörope', ,Freda“, .Juüanar', „Lady Ruth“, .Merrytoughtf, .Ampbitrite“, .Ariadne', .Goddeß“ und „Anemone'. Als die Yachten zuleßt gesehen wurden, lagen ,Anemone' und .Gwynfa' vorn, während ,Goddeß' die leßte war.

Athen, 23. Juni. Auf Kepbalonia wurde gestern ein Erd- bxben verspürt; auch herrschten heute Abend in verschiedenen Ge enden Griechenlands heftige Stürme; hier in Athen wüt sie ein starker Orkan.

Nack) Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Bern, 24. Juni. (W. T. B.) Unter Vqrbqhaltder Genehmigrmg durch die Bundesversammlung ermächtigte der Bundesrath den schmeizerischen Gesandten m_ Paris, mit den Vertretern der anderen,“ der lateinischen Münzunion angehörenden Staaten emen Zusaßvertrqg zum Zweck der Erhöhung des Kontingents von Silber- scheidemünzen zu unterzeichnen.

(Fortfeßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweite:: Beilage.)

Wildsihiih. Komische Oper in 3 Akten von Albert Lorßing. Anfang 78 Uhr. '

Sonnabend: Gastspiel des Herrn Heinrickj Bötel. Der Troubadour.

Sonntag: Carmen.

In Vorbereitung: * Rasso karto- (Am

untern Hafen.) _ Familien-Nachrichten.

Verlobt: Frl. Else von EFT» mit Hrn. 0111- Affessor und Prem.-Lieut. d. . Curt pon giyv (Kößscbenbroda b. Dresden). - Frl. YM Pottm mit Hrn. Buchhändler und Sec.- leut. d. -

olland (Berlin).

Vere icht: Hr. GerichS-Affeffor Walther Otto mit Frl. Olga Kuse (HirschberÉi. Sch1.-Berln1)-

Geboren: Ern Sohn: rn. ictor von stsky

(Carlsdorf). - Hrn. Pa tor Gerlach (Altöls); ““

Eine Tochter: Hrn. Korv.-Kapit. Gildemetfxer

(Kiel). - Hrn. Prem. - Lieut. von Lan?

S rottau. ( p ) Lehrer 811161: Friedrich W"

Gestorben; Hr. Werder (Bremen). _ r. Baronin Melanie „515 Hr. IWM"

Ayx, geb. von Blanc ( otSdam). - Rath Or.]ur.Moriß Herrmann (Charlottenburxßx - Hr. Rittm. a. D, Neander Berlin). 7- 877- Rittergutsvächter Adolf Christ (Rostersdors)-

Eine

oder :

Schau- Deuisch Von

Freitag : In Scene

Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth in Berlin.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin-

Druck der Norddeutschen Bu druckerei und VAW!" Anstalt Berlin ZW., Wi elmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen (einschließlich Börsen-Beilaae), und die Besondere Beilage Nc. 1.

Der

sollte erfolgen können, a

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

„216.9! 146.

Berlin, Donnerstag, den 24. Juni

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Stolp, 23. Juni: Keine Zufuhr.

Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufsweréb auf volZe Mark abgerundet mitgetheilt.

ickr=ittspreis wird aus den unabgerundexen Zahlen berechnet.

W e 1 16,00 14,20 15,30 18,42

16,05 13,40 15,10

3 L n. 16,00 14,20 15,40 18,68

16,05 13,40 15,60

15,21 18,55

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N o g g e 11. 11,00 11,60 11,50 10,50 , 10,85 _ ] 12,50 I' 13,19

14,60

13,00 ; 11,40 , 10,90 : 11,00

Gerße.

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' 14,80 ; 14,35 = 13,60 , 13,30 ; 11,80

Bemerkungen.

16,30 15,80

11,00 11,60 11,60 10,50 10,85 12,50

11,00

11,51 10,37 10,85 12,50 13,68 13,35 15,00 14,41 13,00 . . ,

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13,20 13,20 ] 19. 6.

13,40 12,83

13,25 14,89 15,08

13,44 12,68

13,20 - 13,64 14.90 14,34 14,35 _ 13,60 13,40 , 12,80 12 148

12,33 12,53 23". 6. 10

Der Durch-

Ein liegender Strich &) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung, das; der betreffende Preis nicht vorgekommen ist; ein

Punkt ( . ) in den letzten sechs

alten, daß entsprechender Bericht fehlt.

Deutsther Reichsmg. 235. Sißung vom 23. Juni 1897, 1 Uhr.

Tagesordnung: Forlseßung der dritten Berathung des Geseßentwurfs, betreffend Abänderung der Ge- werbeordnung.

Ueber den Anfang der Sißung wurde in der gestrigen Nummer 1). Bl. ber1chtet.

Zu § 1008 liegen zwei Anträge des Abg. Richter (fr. qlkSP.) vor, wonach die Betheiligten zur Entscheidung uber dre Bildung emer Zwangs:Znnung nicht durch ortsübliche Bekanmmachung oder besondere Benachrich1igung eingeladen werden sollst), soydern _nur durch besondere Benachrichtigung; ferner soll'mcht die Zustimmung der Mehrheit der Erschienenen, sondern dre Mchrhett der Nufgeforderten zur Bildung einer Zwangs-Jnnung nothwendig sein.

Dux Abgg. Richter und Dr.Osann (nl,) empfehlen dem Antrag,

' weil Zwangsinnungen nicht gebildet werden sollen gegen den WiUen

der Mehrheit der Betheiligten, während die Abgg. ])r. Hrße (Zentr.) ,und Gam (Rp.) in dem Antrags nur eine Erschwerung der Btldung von wangs-Jnnungen sehen; Terdnicht ersch1enen sei, dem könne kein Recht auf Mitwirkung gegeben Lr en.

Die Anträgejdeß Abg. Richter werden abgelehnt.

Nach § 1001 konnen Handwerker, die in landwirthschaft- lichen_ yder “gewerbhchen Betrieben oder in der Hausindustrie beschaftigt smd, m1t Genehmigung der Aufsichtsbehörde der ZwangS-Znnung zugewiesen werden.

Abg. Richter beantragt die Streichun disser Bestimmung.

, Abg. Gamp will den be'treffenden jFerfomxn nur zugestanden wissen, daß sie vor der Entscheidung der Aufsichtsbehörde gehört Werden sollen.

Der Antrag Richter wird mit 143 gegen 110 Stimmen abgelehnt und § 1001" mit dem Antragc des Abg. (Hamp angenommen.

Bei 1001beantragt

Abg. ' ichter die Wiederherstellung der Regierungsvorlage in- sofern, als eine Innungskrankenkaffe bei Verwandlung der Innung n eine Zwangs-Jnnun geschlossen werden könne wenn durch das Bestehen der Zwangs- nnungskaffe die Leistungsfähigkeii einer Orts- krankxnkaffe gefährdet werden würde. '

Der Antrag wird, nachdem s1ch Abg. Dr. Hiße dagegen erklärt hat, zurückgezogen.

d Bei §1005 wird ,ein Antrag des Ab . Richter, wonach 1,6 Auflosung einer sm_angs-Innunq au Antrag von drei terteln der Innungsmitßlteldehr ?hne besonderen Jnnungsbeschluß

ge e n .

Nach § 1030. werden die Handwerkskammern gewählt YYY? Handwerker-Jnnungen und den Gewerbevereincn des

Abg. Augst (d. Volksp.) beantragt, auch diejenigen Handwerker

zur Wahl zuzulassen, die zur Dcckung der Kosten der Handwerks- kammern herangezogen werden.

Der Antrag wird abgelehnt, ebenso ein weiterer Antra desselben'Abgcordnete'n zu § 1033, wonach die Handwerker? welche Mindestens seit, drei Jahrxn ihr Handwerk betrieben hahen und die Befugmß zur Anleitung von Lehrlingen besißsn, wahlbar zu den andwerksxammern sein sollen.

Nach § 103 11 , ist bei jeder Handwerkskammer ein Ge- sellenausfchuß zu bilden. Nach den Beéchlüssen der zweiten Lesung sollte di? Landes - Zentralbehörde erechtigt sein, anzu- ordnen, daß nicht, 5101; die Gesellen der Innungsmitglieder, sondert) auch drexemgen' der sonst wählbaren und wahl- ?)elrlechttgten Handwerker tm Gesellenausfchuß vertreten sein 0 en.

Ein Antrag des Abg. Dr. Hiss will dieses Re t den ArXetiern der bezeichneten Handwerker,ohne weiteres ngben 1131 en.

' Abg. Schmidt-Verlin (Soz.) hält die Fassun für bedenkli , wetl danach der (Hexellenausscbuß durch Ernennung [Ion Mitglieder?, nicht durch die Wa laderselben gebildet werden könne.

Abg. Gamp halt es für selbstverständlick), daß der Gesellen- ausscbuß nur aus gewählten Vertretern bestehen solle.

Geheimer Ober-Negierungs-Nath Wilhelmi schließt fich dieser Auffassung an.

Der Antrag wird aber lerück ezogen, und die Beschlüß'e zweiter Lesung gßlangen zur nna me.

Nach § 1031 werden die Kosten der Handwerkskgmmern von „den Gemeinden des Bezirks getragen; die Gemeinden find srxng tigt, dre Kosten umzulegen auf die einzelnen Handwerks:

e rte e.

Abg.'Stolle (Soz.) weist darauf hin, daß hier die eni en and- werker uzttzäblen sollen, Welche nieht berechtigt seien, jmigtzurxcéthen, denn diejenigen Handwerker, Welche weder den GeMrbeVereinen, noch den Innungen an ebören, könnten für die HandWerkskammern nicht wählen und gewä lt werden. sie müßten aber die Kosten tragen.

' Abg. Gump erklärt, daß er mit diesen Ausführungen einverstanden sei und es daher gerne gesehen hätte, wenn die Kommissionsvorschläge angeyommen wären, welche den Gemeinden und größeren Kommunal- !)erbanden die Kosten auferle en wollten. Redner empfiehlt einen Antrag der Abgß. Hiße und enoffen, wonach diejenigen Handwerker, welche keine Le rlmge und Geseüen halten, von den Lasten befreit bleiben sollen und die größeren Kommunalverbände auf eine Unter- verthHiZunngter [LlaftZTlYYiéthköthen. f

. g. o e a een n ag ür ni t dur ü rbar, wei die Gezneinden und Bezirksverbände schon nichtchimmeéflelTstungsfäbix seien fur den Wegebau. Die Lasten würden immer diejenigen treffen, welche an den Handwerksxammern kein Intereße hätten..

Nachdem Abg. Richter fich gegen ie Heranziehun der Gemeinden zu den Kosten aUSgesprochen und Abg. ])1'. ihr seinen Antrag ebenfalls empfohlen hat, wird § 1031 nach diesem Antrag angenommen.

. Lehrlingshaltuvg,

Nach § 126, die LeLrlingsverhältniffe betreffend, soll bei Personen unter 17 Ja ren, welche mit technischen Hilfs- letstuzigxn mcht lediglich ausnahmsweise oder vorübergehend“ beschaftigt wsrden, die Vermuthung gelten, das; sie in einem Lehrlingsverhältniß stehen.

Abg. Richter beantragt, diesen Paragraphen als 1288. unter dre Spezialbestimmun en zu stellen.

D1e Abgg. (Hamp 11. en. beantragen, den § 126, wie forgt, zu fassen:

Durch Abscblu eines Arbeitswertrages wird die Annahme eines-

Lehrlingsthältni es nicht ausgeschlossen.

Abg. Frriberr von Stumm (Rp.) hält es ebenfalls für richtig, den § 126 umzusteUen, wünscht aber dringend, daß die jugendlichen Arbeiter in den Fabriken nicbt als Lehrlinge behandelt würden. Die Lehrlingen seien der väterlichen ZUcht des Léhrherrn unxerworfen. Dem Vertreter des Lehrberrn stehe diese väterliche acht nicht ohne weiteres zu. Aber in der Praxis würden die MsiZer einer Fabrik sich em s91ches Recht aneignen, wogegen dener in seinem Betriebe immer unt strengen Strafen eing€schritren sei, weil sich ein solches Verbaltniß für die Fabrik nicht affe.

.g. Gamp zieht seinen Hntrag zurück und erklärt fich gegkn den § 126 der Beschlüsse zweiter Lesung.

'Abg.Bassermann(n1.) schließt sich dkn Ausführungkn drs. Freiherrn 11011 Stumm koüständig 011 und erklärt, er Werde auch gkgen § 126 stimmen.

126 wird darauf gestrichen.

_ unx§ 1271) beantragen die Sozialdemokraten, dre Auflosung des Lehrvérhältniffes dem Lehrlinq auch dann, zu gestqttcn, wenn er und seine Familienangehörigen von dem“ Lehrmeister thatlich beleidigt oder gröblick) beschimpft werden, oder we'nn der Meister in Konkurs gerätk).

Betde Anträge werden nach kurzer Debatte abgelehnt.

__ Zum “Z 1293 beantragen die Ab q. Liebermann von Sonnepberg (Reformp) und Geno sen, den Beschluß der“ Kommisston wéeder herzustellen, wonach vom 1. Januar 1905 Y) sdre Befufcxtnßß zurlZlanikth von Lehrlingen nur solchen

er onen u e e we e te ere ti " " . Meisiertitelzs habén. ck gu g zur Fuhrung des

Abg. Graf von Bern tor" b. f. . be " ' ZFUW, wsil dadurch (1116111 diesHansdfirchxsrvorZZS einchFiZFF 2855115

Minister für Handel und Gewerbe Brefeld:

_ Mcine Herren! Wenn ich den Herrn Vorredner richtig ver- 1tandrn 51:50, hat er die Wicdkreinstxllung derjenigen Bestimmung be- anjragt, die bei der chiten LSsung gestrichen worden ist, Wonach also von 1905 ab nur diejknigen, weché dkn Meistertitel haben und also eine Meisterprüfung bestanden habkn, das Recht haben sonen, Lehrlinge zu halten. Bereits damals haben fich die verbündeten Regierungen mit aUer Bestimmtheit “gegen die Aufnahme einer solchen Bestimmung in den Geseßentwurf aus- gesprochen und ich kann diese Erklärung hier nur wiederholen. Di? verbündeten Regierungen stehen auf dem Standpunkte, daß in dieser Bestimmung thatsächlicb die Aufnahmr des kaähigungsnaäywäses iv, das Geseß enthalten sein würde.

Der Befähigungßnaäyweis kann ja einerseits die Bedeutung haben, den Eintritt in die selbständige Ausübung des Handwerks zu 56-- schränken, andererseits die Bedkutung haben, den Eintritt in einen wesentlichen Theil d6r Ausübung des Handwerks, nämlich in die zu beschränken. Das ist Lin Unterschied nUr quantitakiv, qualitakiv ist es aber dasselbe: 68 wird dicAusübung dcs- Handrverks in einem wesentlichen Theile vom Befähigungönachrvrise abhängig gsmacht. Nun stehen aber die Verbündeten Regierungen auf dem Standpunkte, daß sie unter keinen Umständen dcn Befähigungso nachweis geseleick) annehmen wollen, und zwar aus dem Grunde, weil er gerade das verhindert, was fie érstrkben. Was erstreben sie denn? Sie wolch eine Hebung des Handwerkerskandes dadurch, daß fis die einzelnen Theile des Handrverks zufammenbinden und vereinigen in einiger Kraft für den gemeinsamen Zwrck, das Handwerk zu heben durch Reformen. Dazu ist es nothwendig, daß das Handwerk korporiert wsrde; dazu ist es nothwendig, daß die Kräfte des Handwerks gebunden und Vereinigt werden und zujammenwirksn. Der BefähigungSnacbwe-is be- wirkt aber das Gegentheil; der BsfähigunJSnachwcis führt einfach dahin, daß er die Meister mit dkn Göseßen, die Kleinmeister mit den Personal haltenden Mcéstern und schließlich die einzelnen

Handwerksmeister untereinander vrrfkindet und in Zank vkrwickelt über die Grenzen ihrer Berechtigunsen. Das onen wir nicht; wir wollen, daß sie zusammensteben in einiger Kraft zur Hebung des

Handrverks durch gemeinsame Reformcn. Das ist der Geficbtspunki,

der ausschlaggebend ist für die verbündeten Regierungen, wenn fir: den Befähigungsnachweis nicht wollen.

Sie wollen aber insbesondere den Befähigungßnachweis für die

Lehrlingshalwng auch deshalb nicht, weil sie der Meinung find, das; das Meisterexamen überhaupt nur einem Sinn hat für die ent- wickelteren Stufen des Handwerks. Lehrlingsbaltung für die niederen Stufcn des Handwerks nicbt entbehrt werden. Sie ist nötbig für die Barbicre, sowie für diejenigen, die untergeordnete persönliche Dienstleistungcn zum Gegenstand ihrer Be- schäftigung machen; ferner für diejcnigcn, die untergeordnete Waaren erzeugen, macher und dergl., beit der Sache hier in Berlin liegt. zugleich charaturbandwerkcr; solche Lcute, die auf einer unteren Stufe des Handwerks stehen, solle'n also keine Lehrlinge ballen dürfen, (Rufe: Nein!) Es soll ihnen die Möglichkeit dazu dadurch verschränkt werden, daß sie ein zweites Examen, das Meisterexamen ablegen sollen. Aber ist nich! da auch für einen Nachwuchs zu sorgen? Und wie wollen Sie dazu gelangen, die Lehrlingsbaltung zulassen?!

nung, daß wir den Befähigungsnachweis cinfübrtrn, und die Verbündeten Regie- rungen werden deshalb niemals ibrr Zustimmung dazu geben., (Zurufe: Niemalö! - Heiterkeit.) .Was hat es aber für cinen Sinn,

Es kann aber andererseits die

Korbmacher, Sicbmach.r, Holzsckyubmacher, Bürsten- namrntlich abkr für die große Gesammt-

Sehen Sie doch, wie die Die große Zahl der Portiers sind

charaturarbeitkr.

wenn Sie nicht da auch Darum sind wir der Mei- ein großer Fehler wäre , wenn

es wirtbscbaftlich