1897 / 147 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 25 Jun 1897 18:00:01 GMT) scan diff

5. Juli 1892, _ dem Ausschußantrage wegen der Zoll- bebandlung der aus dem bremischen eibezirk ein- gehenden Postsendungen, _ dem Ausf ußantra e zu

dem Entwurf der Vorschriften über die MY Men ierung der Brennereien für die Kontingent-Zperiode ]. “903, _ dem Ausschußantrage, betreffend die gemeinschaftlichen Ein- nahmen an Zöllen und Verbrauchssteuern sowie die in An- rechnung zu bringenden VerwaltungSauSgaben für 1893/94, _ dem Antrag Sachsens wegen Ermächtigung des Steuer- amts Meerane zur Eingangsabferiigung von hartem Kamm- garn aus Glanzwolle, _ sowie der Vorlage wegen der zoll- amtlichen Abfertigung von Hartem Kammgarn aus Glanzwolle seitens des Hauptsteueramts zu Mülhausen im Elsaß _ wurde die Zustimmung crtheilt. Den Beschlüssen des Reichtags wegen Abänderung des Wablgeseßes für den Deutschen Reichstag vom 31. Mai 1869 wurde die Zustimmung versagt. Außerdem wurde über eine Reihe anderer Reichstagsbeschlüsse und über verschiedene Eingaben Beschluß gefaßt.

Der als Spezial-Kommiffar in Schmalkalden statioxxierte Negierungs=Rath Haack ist zum 1. Juli 13. J. in gleicher AmtSSigenschast in den Bezirk dsr Königlichen (General: Kommission zu Münster i. W. verseßt und von obigem Feil- punkte ab die einstweilige Verwaltixng dsr SpeziabKommi sion in Schmalkalden dem Gerichts-Aiseisor Spannagel iiber- tragen.

DLT Bevollmächtigte zum Bundeßraiki, Großherzoglich mecklkiiburgische »Über-Zolldirektor Kunckel Ut nach Schwsrm abgereist.

Der Ober-RegierungS-Nath Schreiber aUs Arnsberg, zur Zeit in Düsskldorf, itt an die Königliche Regierung daselbii verseßt und ihm die Stelle des Ober-FiegteruygS-Raihs bei dem chierungß-Präsidenien mit der Vefngmß der Stil]- veriretung desselben iibertragen worden.

Der Ober-Regierungs-Natl) ])1'. Meier zu Hildesheim ist an die Königlichc Regierung in Stralsund versexzt Und ihm die Stellvertretung des Regierungs-Prästdenten in BehinderUngs: fällen Übertragen worden.

Dem Landraih Grafen Finck von Fitickcnstein ist die kommissarifäze Verwaltung des LandratHSamts_ im Kreise Herzogthum Lauenburg und dem NegierungS-Assenor Frciberrn von Zedliß und Néukirck) zu Hannover die kmnmiffaris 8 Verwaltung des LandratHScxmts im Kreis? KoniH Übertragen worden.

Der Regierungs-Affeffor Freiherr pon Meersch21d1- Hüllessem zu Marienwerder ist _ddr Königlichkn Regiexung zu Königsberg zur weiteren dithilchM Vsrwendung iibdr: wiesen worden.

Der Regierungs- Assessor von Eichmann zu Lüben i. Schl. ist dcm Laiidraih dss?- Krcifes Teltow ziir HiifCiListURg in den landrätblichen Geschäften ngetbeiit worden.

Laut teleqrapbisckier Meldung an das Ober-Kommando sind S. M. S. „Bussard“, KommandantKorveiisn-Fiapitän Winkler, und S M. S. „Faike“, Kommandantzibkvetien: Kapitän Krieg, gestern in SUVULU angikommsn.

Sachsen-Weimar-Eiseuach.

Ter Geburtstag “SeiNLr Königiichen Hobbit dss Groß: bcrzogs, Höchstwelcbcr gsiisrn das 80. LLOLNSWYT VOÜLUÖSTL, ist im ganien Land? in dsr herkömmlichen Weise festlich begangen worden. “(n Wkimar wurdc dis Feicr vorgsstern Abend durch einen großen Zapfenstrsich einaeleitx't. Gksierii friih fand großks WkckM und Vormittags Festgottesdienst in der Hof; Und Garnisonkirckie statt, _dém sick) eine Pakade dcr Garnison an- schloß. Seitens derstädtischen Bebbrdsn wurde ein Huldigungs: Telegramm an Seine Königliche Hoheit ÖM Großherzog nach Schwerin gcsandi. Alle öffkntlicben und zahlréichs Privat: gsbäude haitcn festlichen Flaggenschmuch angelegt.

Sachsen-Coburg-Gotha.

Der dem Landia e des Her ogtbums CobUrg vor: gelegte Etat für die Ysit vom 1. ““ uli 1897 bis dahin 1899 schließi für KTM ddr bsidcn Finanzjabre in Einnahme? Und AUS: gabe mit 925 800.16. ab. Von den Einnahmsn LUTfQULU auf die Domänen 194 000 :14, auf die dirskten SteULrn Und Abgaböxi 576800 :sék, von den Iiusgaben kommen aiif die in Gemein- schaft mit dem .Hsrzogtbiim Gotha beitebsnden Erfordernisse 202740 «14, auf Verzininng und Tilgimg der Staat§schii1d 161 620 «16, auf die Staatsverwaimng 222000 :X, auf Kirchen und Schulwesen 137 100 446:

Oesterreich-ngarn.

Gefth Nachmittag fand im Schloffe zu Schönbrunn Hofiafelk statt, bei welcher derKÖnig von Siam zur Rechten des Kaisers_ Plaßmqenommen hatte. An dir Taiel nahmen außer _den siamemschen Prinzen noch die Erzherzoge Ludw_tg Victor _und Eugen sowie das gesammte Gefolge des Konißs von Sam, fexner der Minister des Auswärtigen (HrafG o uch omski und dieKdiserlichen Hofmürdeniräger theil.

Den Wiener Blättern erd aus Aussig gemeldet, daß die StaitLalterei den Rekurs des Bundes der Deuischbö men egen das Verbot des Bundesfesies ab-

ewie1en hab?. Die vorschriftsmäßig gemeldete Jahresver- amrxilung werde programmgemäß am 27. d. M. in Aufsi stattfinden, aber lediglich für BundeSmitglieder.

Die Neue Freie Presse“ meldet aus Leitmeriß: Die Gememdeverireiung hat in der gestern abgehaltenen thung einhellig ihre Zufiimmung dazu ertheilt, daß der Burgermeister die Besorgung der nicht durch Reichs: oder Laydeßgesey bestimmten Geschäite des Übertragsnen Wirkungs- kreises vom 15. Juli ab einstelle.

Der Finanz-Ausscbuß des ungarischen Unter- baus es hat den Geseßentwurf, betreffend die D eck ung der In- vestitionöerfordernisse für die Staatsbahnen durch eine mit 31/2 Proz. verzinsliche Anleihe, angenommen.

Großbritannien und Irland.

Die Königin begab sich gestern Vormittag in Begleitung der Prinzessin Heinrich von Battenbxrg nqch dxm Mausoleum in Frogmore, wo fick) die Kaiserin inedxtxk) der Königin anschloß. _ Die Lords der _Admrralttat trafen gestern Vormittag in Windsor em, uni der Königin ihre AufwartuY zu machen, und fuhren in ge- schlossenen Königlichen agen nach dem Schloffe. Etuia u gleicher Zeit trafen von PortSMouth _aus die Zldtnirale der in Spithead liegenden fremden Kriegsschiffe ein und begaben sich zum Frühstück nach dem Schlosie. _Die in VortSMouth garnisonierenden Marinesoldatch m1t,dex11 Musikkorps ÖLÖ deutschen Kreuzers „König Wilhelm“ bil- deten die Ehrenwache. Bei der Frühstückstafel brachte der Lord Steward Graf von Pembroke zuerst ein Hoch auf die Königin und sodann ein zweites auf die fremden Mächte und derkn Flotten aus. Beide Trinksprüche wurden mit großer Begeisterung aufgenommen. Nachdem die fremden Admirale nach dem Frühstück der Königit) vorgestelli 11101"de waren, steUten sie ihrerseits die sie bkgiettenden drei Offiziere des Stabes vor. Am Nachmittag wurde dqs Musikkorps des „König Wilhelm“ von der Regimentx-musik der Coldstream Garde mit klin§;endem Spiel in das Schloß aeleitet, wo kriterxs vor der Königin in Gegenwart der Kaiserin Friedrich, des Prinzen Heinrich von Preußen, des Herzogs von York und der Lords der Admiralität Yonzertierts. _

Am Abend unternahm dann die Königin mit der Kaijerin Friedrich und der Prinzessin Heinrich von Battenbxrg eine Ausfahrt, um die Illumination der Stadt und den historischen Festzug in Augenschein zu nshmen, welchen die Einwohner von Windsor zu Ehren dss Jubelfestcs veranstaltet hatten. In dim Festzuge fiel bssonders der Vcteranenbund mit seinem 84jährigen Führer auf. Die Zinnen und Thürme des alten Schlosses“ gewährten in ihren durcb vielfarbige Lampen markidrten Umrissen einen prächtigen Anblick.

Bei dem Prinzen und der Prinzessin von Wales fand gestern in Marlborough:House ein Diner statt, an welchem aÜe zu den Jubiläumsfestlichkeitcn in London an- wesenden ausländischen außerordentlichcn Gesandten sowie die indischen Fürsten und die Premier:"Minister der Kolonien theil- nabmen. Abönds hielten der Prinz und die Prinzessin von Wales im Buckingham-Palast großen Empfang ab. An dem- selben nahmen Über 1600 Personen theil, darunter fast alle Mitglieder der Königlichen Familie und die in Londqn an- wesendsn Fürßlichkeiten. Der Prinz und die Pxinzessm von Wales trafen mit dcm Prinzen und der Prinzesxin Karl von Dänsmaik, von Marlborough-House kommend, kurz vor 11 Uhr im Buckingham-Palast Ein und wurden von der großen Menschenmenge vor dem Palast jubelnd begrüßt. Als Höchst- dikselben den Hauptsaal betraten, in welchem die Gäste bereits versammelt waren, spielte die Musik dicNationalhymne; gleich darauf und der Empfang statt. Unter den Anwesenden be- fanden ich der Prinz und die Prinzessin Hsinrici) von Preußen sowie die anderen deutichen Fiirstiichkeiten, die Großfürstin SergiUs von Rußland, der Fürst UND die Fürstin von Vuigarißn, der Erbprinz “Danilo von Montenegro, der (Groß- fürst Cyriil Wladimirowitsch von Rußland, der Erzherzog Franz Ferdiband von Oesterreich=Este, Prinz Eugen von Schivéden Und Norwegen imd die Depuxation des preußischen 1. Garde=DragMEr:?)isgimc-nts (KöNigin von Großbritannien und Irland).

In Uebereinstimmung mit dem von dsr Prinzessin von Walés angeregten Plane WUidM gLsTSM in verschiedenen Theileii Londons 800000 arme Lciite, darunter viele Kinder despeift. Die Prinzessin WN WSWS Erschien selbst an drei Stelleii, ivo Speisungkn stattfandeii.

Jm Unterhanse Erklärt: gestern bei dcr Bcratbung des AUB g abon: Eiats dsr ParlameiitI-“Sckrkiär dss Ausivcirtigen Curzon, daß die Mission nacb Abcffimii'n den bcsondsren Zweck gshabt babe, 81111? ngslung dcr Grenzkzwiscben Abessiiiiien mid den driiischen Bciißungen im Somalilande zU erzielen. Er könne nock) keins AUIfunft iiber die Rcsultate ddr Mission given, glaube abkr, daf; dicselbe sowohl in der Grenzrcgii: lierungsfragc, wid aiich in anderen Beziehunxikn nicht DMW Erfolg geivesen sti. Englaid wünsche das Somaliland M. jcder WMS zu meickelii, izabe abi'r keinc Jntcreff 1, Wciche der Unabhängigkcit Abefsimisns cntgcgcnsiändcii. EHluf sim? Anfrage erwidsris szon sodapn: die chicrimg wifi? , daß der Vorschlag, „Hawaii zu annektieren, dem Senat der Vercinigtsn Staaten von Amerika UUierbrdii-et worden sci. Es werde Sache der britischen Regierung skiki, darauf zu sehkn, da?; (1118 Großbritannien und den britischen Untsribanen in Hawaii gemäß dem Völkerrccht zustehenden Rechte völlig gewahrt würden.

_ Das vermißte SchiffsUingen-SchU[ichiff „Sealark“ traf geitkrn Nachmittag in Spithead ein.

Italien.

Em Bericht des Befehlsbabers des Sce-Deparicmenis von Neapel, Vize-AdmiraisCorsi, an den Marine:MinisterBrin besagt, daß dsr König am Mittwoch daS Resewegeschwader beyucht Und vom Bord der „Italia“ aus allen Schiffen be: fdhleii babe, anläßlich des Jubiläums der Königin Victoria die britische Flagge zu hiffen und gleichzeitig einen Salat von 21 Schüssen abÉ-lgkch.

In der eputirtenkammer gedachte gestern der Deputirie Zmbriani des ?abrestages der Schlacht von Solferino und sagte: ]edes Ja r erinnere er mit Begeisterung im Parlament an denselben; er wünsche, daß die beiden lateinischen Trikoloren sich immer für die Unabhängigkeit und für Freiheit der Völker und die Zivilisation vereinigt finden möchten. Hierauf wurde die Einzelberatbung des Budgets des Ministeriums des Innern wieder aufgenommen.

Spanien.

_ Der Führer der liberalen Partei Sagasta verlas gestern, wre „„WxT.B.,“ aus Mad rid meldet, in dem liberalen Klub ein Manifeit,worm es heißt: der Schluß des Parlaments nöthige die Libexalen _ _sich direkt an das Land zu wenden. Die leßte Kabmetsérzns_ habe den Parteien nicht Rechnung etragen; e§_sei Zurichng, daß die Libexalen keine Lösung fur Jie cuba- miche Frage bxitten: di§_jüngiten Reformen bewiesen, daß diese Behauptung nicht zutrene. Die liberale Partei würde einen [ fahigen General nach Cuba entsenden, weichem zu empfehlen

wäre, die Z'olitische Aktion von der militärischen u trennen um erforderlickoen ßuitellen, ohne die

alls die Autonomie auf der nsel ber; ouveräneiät Spaniens zu schädi en. Hin- 5 ich der Philippinen rietb Sagasta, dort die ' uhe voll- än ig wieder herzustellen. _ In der Versammlung _wurdedie Abwesenheit mehrerer ehemaligen Minister und cubamschen De: putirten bemerkt.

Schweiz.

Der Ständerath hat nach langer Berathun die Artikel 2, 3 und 4 der Vorlage, betre-"fend den kauf der Eisenbahnen, in der Kommisfionsiaffung mit unmesent: lichen Abänderungen angenommen. Es waren zahlreiche Ab- änderun santräge gestellt worden, die meisten derselben wurden edock) a gelehnt. Zur Annahme gelangte die folgende Be: itimmung: „Der Bund ist befugt, den Betrieb von Nebenbahnen zu übernehmen und in Beiriebsverträge, welchezmischen Haupt: und Nebenbahnen abgeschlossen find, einzutreten“. Ein Antrag, an die auf schweizer Gebiet belegenen Strecken der badischen Ba nen zu verstaatlichen, wurde abgelehnt.

Belgien.

Der Senat hat gestern mit 47 gegen 8 Stimmen die Vorlage, betreffend den Ankauf der Eisenbahn „Grand Central Belge“ und der Nebenlinien durch den Staat, angenommen. Drei Senatoren enthielten sich der Abstimmung.

Türkei.

Wie das Wiener „Telegraphen-CorrespondenzBureau“ aus Konstantinopel erfährt, bestehe die Pforte darauf, daß die Grenzregulierung die Salamorias- und Xerias-Linie bis Tiirnavo umfasse. Die leitenden militärischen Kreise sollen eifrigst dahin wirken, daß die neue Grenze das Kara :Dagh: gebirge, somit auch Volo, einschließe.

Die „Agence Harms“ meldet aus Kanea, daß infolge eines vorgekommenen Waffendiebstahls in HalepPa eine Durchsuchung mehrerer Mohamedanern gehöriger Häuser und einige Verhaftungen stattgefundeii hätten. Die heftig erregten Mohamedaner hätten lebhaft protestiert. Das Stadtviertel Pyrgos sei von den Truppen zerniert worden.

Asien.

Aus Bombay meldet das „Reuter'scbe Bureau“, daß der Ueberfall auf das Mitglied des Pest-Ausschuffes Rand, dessen Zustand bedenklich sei, den strengkn Maßregeln Rand's „argen die Pest zugeschrieben werde. Der erschossene Lieutenant Dyerst sei irrthiimlick) für den Kommissar des Pest-Ausschusses, Lieutenanthwis, gehalten worden. Die Ueberfälle hätten großeEr- regung hervorgeruien. Es sei eineBelohnung von 10000 Rupien auf die Entdeckung der Theiler ausgeseßi worden. _ Die Angriffe würden zu den in Poona und Bombay verbreiteten, mit der Unterschrift „Dreihundsri Millioncn menschliche Wesen“ ver- sehenen Flugblättarn in Beziehung gebracht, in welchen unter Hinweis auf das Jubiläum de_r Köni in Victoria diese be: schimpft mad die Hilfe der zivilisterten ölker fiir 1316 „in der

M

Sklaverei lebenden“ Jndier angérufen werde.

Parlamentarisckxe Nachrichten.

Die Berichte iiber die gestrigen Si ungen des Reichs- tages, des Herrenhauses und des auses der Abge- ordneten befinden sich in der Ersten Beilage.

_ DIL Reichstaa “erledigte in “seiner hegtigsn (237) Sißung, wxlcber der Reichskanzler Faru zu „Hohenlohe, dcr Staatswkretär des Innern, SiaatS-Mniiter ])1', von Boetticher, der Staatsstkreiär des ReickqE-Schaßamts 131". Graf von Posadoirxski) und der KriegS-Ministcr, General: Lisuiknant von Goßler beiwohnten, in dritter Béraibung die drei NachiragS-Eiats, darunier ddnjénigen, betreffezid die Neuanschaffungen fiir dLL Artilleris in Hohe von 44372000 (15, ohne ]egliche Debatte.

Damit war die TageHordnung Erledigt.

Präsident Freiherr von Buol: Ick) _babe Grund ziir Annabme, daß wir am Schluß unserer Beratbungen iteben. Der Reichstag bai Vom 3. Dezembkr 1895 bis 2. Juli 1896 und WM 10. Nodember 1896 bis 25. Juni 1897, zusammen 15 Monate und einen Tag, oder 441 Tage (TERM?- In dieser Zeit haben 237 Plenaifiyungen statt- gLfUnden. Der Prafidexnt giebt daraus die übliche Geschäftsüberficht.

Aba. 1)1'. Von Levsyow: Ich bin Jbrer Zustimmung gewiß, wenn ich Sie bitty, unserenx Vsrebrten Herrn Präsidenten für die unermüdlickpe Ausdauer und “(ür die Gerechtigkeit und Umsicht, init wslcber er unser? Geschäfte in einer [UUJLU und anstrengenden Sesiion gelSitet bat, herzlichen Dank Ur]_d Anerkennung darzubringen. Ick biite Sis, fich zUm Ausdruck BMM von Ihren Plätzen zU erbeben, (Geschiebt unter wiederholter Zustimmung.)

Präsident Freiherr von Bool: Ich daiike ancn aus boilem Herzen für die freundlichen Worte und die Zustimmung zu denselben. Ich kann Sie VLrfichern, daß Ihre Anerkennung mir ein reicher E:saß ist für meine Mühe. Ick danke auch Ihnen Allen für Ihre Uriter- siüizung und für Ihre Nachsicht, bitte Sie aber, einen wesentlichen Theil der Anerkennung übertxagen zu dürfen auf meine Kollegen im Präsidium und auf die: Schriftführsr und Quästoren.

Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe:

Ich habe dem Reichstage eine Kaiserliche Botschaft mitzuibeilen. (Die Anwesenden erheben sieh, die Sozialdemokraten déclassen den Saal.) Der Reichskanzler verliest die aus Helgoland Vom 23. Juni datierte Allerhöchste Botschaft, durch Welche er zum Schluß der Sesfisn des Réicbstages ermächtigt wird, und erklärt im «Namen der verbündeten Regierungen auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers den Reichstag für geschioffen. .

Präsident Freiherr bon Buol: Es liegt uns jetzt noch eitzs ob, nicht wxil es Sitte Und Uebung, sondexn weil es uns ein Bedürfniß iii. Vor, bei und nach der Arbeit sind ynsexe Augen immer dahin gerichtet, wohin wir je t das Bedurfniß haben, einen lauten, weithin schailenden usdruck unserer Liebe _und Treue zu richten. (Zustimmung.) Jeb fordere Sie aus, auch diesem Gefühle Ausdruck zu geben, indem Sie fich mir anschließen in dem Rufe: „Seine Majestät, unser bVÖ' FLZLHUU, lieberKaijer und König Wilhelm []“! Ek [M

o !"

Die Anwesenden Hoch em.

Schluß 123/4 Uhr.

_- In der heuti en (100. Si an des Hauses »“ Abgeordneten, msi er der 'nißer "r Handel und G0»-

stimmen dreimal begeistert in das

. bewegung bald erschöpft skin.

werbe Brefeld beiwohnte, wurde zunächst die Inte):- pellation der Abgg. von Arnim (kauf.) und Genoßen verlesen:

Ist die Königliche Staatsregierung bereit, Mittheilung darüber zu machen, aus welchen Gründen die Berliner Getreidefrübbörse wxdxr? als Börse im Sinne des Gesetzes, noch als Markt behandelt w r

Minister für Handel und Gewerbe B refeld erklärte sich namens dzr Regierung zur sofortigen Bea ntwortung der Interpellation bereit.

Abg. Ring (kons.) erhielt zur Vegründunq der JnteWelZation das Wort: Meine Partei glaubt, noob in dieser Tagung dex Regiexung Gelegenheit Leben zu sollen, sich darüber zu äußern, ob die Berliner Getreidefrüb örse als Börie oder als Markt zu beirachtezi ist oder nicht. Die Vorgänge, wslch? unserer Frage zu Grunde liegen, sind bekannt. Aus der Korrespondenz der Aeltesten der Kaufmaiinscbaft mit dem Handeis-Ministec ergiebt fich, daß die Berliner Frybböxse eine Börse im Sinne des Geießes ist, und da ist es unberftandlich, warum die Regierung diksen Frübmarkt nicbt ebenio ikbließ'i, wie den Feenvalast. Warum bat der Berliner Po_l_tzet- Präsident für diesen Markt nicht Line Marktyrdnung erlaneri? Die Landwirtbe find durcb das Vorgehen _der Regierung empfindlich

eichädigi worden. Die jsßiqe Anarchie hatte sich sehr gut vermeiden

Fassen. Wir haben dem Landxvirtbsckxafis-Minister Vorgeschlagen, hier eine selbständige ProduktmböUe zu 1chaffen obne UniersteUung, unter die Aeltesten dsr Kaufmannschaft, und tmr wareii be_reit. zu den KLsten dieser Maßrkgel beizutraqsn. Daraus ist nichts gx- scheben. Jm Lande Versteht man es nicki, warum die Veaierung io lanqe zögert mit der wirklichxn _Durchiübrunq des BorsengZseßes, solche Lanamutb ist uns unverständlich. Man bat die offent- lichen Märkte aufseboben, die seit Jabrbunderten yon den Bauern beschickt waren, und die Marktbalien xm,- geführt. Tausende von Bauern baiien die Vkrordnung des Polizei- Präfidiums nicbt gelésen. und 4_5000 Bauern wurden don„Schu'ß- leuten einfach aus der Staxt c-ieirikb-zn. Man fragi „sicb: wrrd bier mit gleichem MAF? genießen? Von Linkm Yrinzibreüen Gegensatz zwischen Landwirt en und Kaufleuten ist gar keine RIDE.“ Die P'reffe hat diese Frage aufgebauicbt. Maßgebsnd find bier nur dieLand-nnrtb- schaftskammern, sveziell die Landwixtbschafiskammer der Mark Branden- burg, und diésk Kammern habe)) sich [)Ckkit erklärt, mit den .Herren zu unisrbandeln. Für die Prkne sind wir und Sie drüben nicht der- antwortlicb. Ick hoffe, daß di? Sfaatsregierung „endlich eirisn _Weg finden wird, um auf Grund des Börisngeseßes SMS Verstandtgung [) erbeizufübren.

Hierauf nahm der Minister für Handel iind Gewerbe Brefeld zu längerer NM das Wort,. die bei Sibiuß des Blattes noch fortdauerte und morgen im Wortlaut Wieder-

gegeben werden wird.

_ Die Kommission des Herrenb auses für dis Voxberaibung des Entwurfs eines GSsLHSI zur Ergänzung und Abanderxing Von Bestimmungen über Veriammlung'en und Vereine bat fich konstituiert und dsn Minister ds_H Königlichen Hauies bon Wedel zum Vorfiizenden, den SiaatI-Miniiier ])r. Freiberrn Lu eius bon Wallhausen zum Stellberiretsr des Vorfißenden, den Ober- Bürgermeister 1)('. Möllmann zum Schriftführer Und de_n_Ober- Bür_ elrjiiieifter Dr. G iss e ziim SiSUv-crirétkr des Schriftführers Zewa .

Arbeiterbewegung.

Zum Grubenarbeiter-Ausstgnde in Weißknfsls (vergl. Nr. 145 d. Bl.) erfährt die „RH.-W€stsä[. Ztg.“, daß sich die Arbeiter in Riebeck's Montanwerken ebenfails der Bewegung angeschlossen haben, sodaß nunmehr 3000 Mann fick) iin Ausstande befinden.

Die Lobnkommission der Mkaursr in Spandau bat, der „Volks - Ztg.“ zufolge, an die Arbeitgeber des BaugeIWLrbes folgende Forderungen gestellt: L),)?indestlohn von 45 „Z pro Stunde, Sonn- abenks 1 Stunde und an den Taaen vor den hohen Festen 2Stunden frübkr Schluß dsr Arbkit bei_ 5011er Bezahlang, genaue Jnnebaltung dsr Mittags- und Vesperpauien, bumanere Behandlung seitens der

oliere. Im Falle der Nichtannahme der Fordsrungen ssitens der

sister ist ein PthiLÜkr Ausstand wahrscheinliäy. JWT beträgt der Lobn durchschnittlich 40 E! bro Siunds.

Hier in Berlin haben, wie die „Voff. Ztg.“ x_niiibeilt, die Zimmerer in einkr am Mittwoch abg-Jbaltkrien Veriammiung zu dem AuSsiand der Maurér (dsrgl. Nr. 145 d. Bl.) Stellung ge- nommen und beschloffen, Tisis in ibrér Lobnbéwcgung diirch die Forderung Links Stundenlvbnes VOM 60 „4, wis ihn die aussiändigen Maura »Silangén, zU iliitSkftÜBLli. Es wurde eine Entscbiisßun aNJLUOMMLki, worin cs beißt: „Jn Er- wägung, daß aqur der nLunsiÜxiding Arbeitszeit ein Stunden- lohn von 60 45 wsgkn dxr örtlichen Vkrbaltniffs unbedingi UOTÖWCndig ericheint, ferner weil die Arbeitégklegknbeit der Zimmerer durch die neue Bauart immer ieltenkr, die Zahl der Arbeitßloien immer größer und der größte Theil dcr Bsrliner Maurer schon dsn 60 „z-Stunden- lobn bkwilligt erbalrsn bai,_beschli€ßt die Versammlung gleichfaüs, für Erreichung dieses Lobiiiaßxs einzutreten. Sie beauftragt die Lohnkonimission, diesen Bsicbluß dM Arbsitakbern unverzüglich zu unterbreiten." Von einém ailgsme'inen Ausstand wurde abgesebén. Ueber den M a u r c r a u s st a n 1) wurden in derselben Versammlung folgende Angaben gemacht: Die Arbeit ruht auf 52 Vautsn, zu unterstüßen sind 1287 Maurer, ausgezahlt sind bis je-Zt 20 000 „55, und der Fonds der Maurer wird bLi längerer Dauer der Lobu- Die P u 13 er sollcn sicb [)erit erklärt haben, die Maurer du'.ch Geldbkiträge zu unterstützen.

_ Jn Pillnitz bei DreSden "smd dem .Vorw." zufolge die Ttsxbler dcr Fabrik Von E. Roch ausständig, weil die Firma an- geblich den neuen vereinbarten Tarif nicbt anerkennt.

In Meißen sind demselben Blatte zufolge sämmtliche Töpfer der Hauthchen Ofenfabrik'we en Lobnstreits ausgesverrt worden.

_“ Iii Graz sind, wie die . ien€r Zeitung“ bsricbtet, seitDienstag iammtiicbe Arbeiter der Brauerei Reinin baus ausständig. Der Betrieb wurde eingestelit. Die Rube wurde Fisher nicht gestört.

Zu dem Ausstqnde der Feldarbeiter in Ungarn (vgl.Nr. 146 dBl.) theilt das1elbe Blatt mit, daß die (Gendarmerie in alien Gegenden, wo man einen Ausstand erwartet, erheblich verstärkt wurde. Beuyrubi ende Nachrichten soÜen aus der Bacska eintreffen, wo aus- läxidifche giiaioren die Arbeiter ununterbrochen aufheßen._ Die Ar- beiter, der iii der Umgebung von Budapest befindli en Ziegel- fabriken rxisten sich, demselben Blatts zufolge, 'ebenfa 3 zum Aus- stande. Die Ursachs desselben ist in dem harten Vorgehen der ArbeitSanseber' und in dsr Nichtbewiüigung dkr Abschaffung des Truckiystems, seitens der Arbeitgeber zu suchen. Vorläufig wird mit einem Thetlgusstcznd gedroht. So haben diese Woche schon 500_Arbeiter zweier Ziegelwerkex die Arbeit eingestellt. SoÜte diese Aktion „ohne Erfolg bleiben, 10 wird in der nächsten Woche der aUgememe Ausstand beginnen.

Kunst und Wissenschaft.

, In der Sipung der pbvfikalisch-matbematischen Klasse der Kön ig - lichen Akademie dex Wissen cbaften (vorfihender Sekretar: Heri Auwers) las zunachst Herr aldeyer „über das Wrigonum 7681086“. In'der Abhandlung werden an dem sogenannten Blasendreieck mehrere bis 1th wenigex berücksichtigte Einzelheiten beschrieben, be- treffend möbesondere die Ureterenmündungen, die Gestalt der

inneren Ureibralmündung und den Harnleitemuli't. Daran werden Mttbeilungen über das . Verhalten des Prixo- num 7681086 bei verschiedenen Thieren (Cbimpanie, und, Rind, Schaf und Schwein) geknüpft. __ err Bolymann, bren- mitglied der Akademie, übersandte eme Mittheilung „über irreverfibele Strahlungsvorgänge'. Dieselbe wendet sich gegen die von Herrn Planck in den Berichten der Akademie der Wissenschaften über den Gkgenstand aemacbten Miitbeilungen, indxnx der Verfasser die Allge- meingültigkeit der dort gezogenen Koniequenzen bxftreitet und die von Herrn Planck gefundene Jrre'vetfibilitat vielmehr nur als Folge der gewählten Yufanngedmßungen anfiebt. _ Herr Klein überreichte die Schutt des von der Akademie bei seiner Untersuchung des Adameilo-Gebieis unterstüßten Privatdozenten an der Universität Heidelberg Han ])r. W. Saldmon „Ueber Alter, Lagerungsform und Entstehungßart der peradrratischen granitiscb- körnigen Massen“ (Wien 1897).

In der an demselben Tage abgehaltenen Sißung der philosophisch- bistorischen Klasse (vorfiyender Sekretar: Herr Disks) legte zunachst Herr Erman eine Abhandlung des Hsrrn S_cbrader „über eine alt: babylonische Tbontafelinscbrift“ Vor. Dieyelbe bai einün Brief des Königs Hammurabi bon Babylon an König 'Si- nidinnam von Latium zum Gegenstande. _ HLN? Kirch- boff lkgie eine Mittbéilung des Vr. , Erich Ziebarib in Göttingen, betreffend „neue afti1che Hypothek-emnsckpriiten“, Vor. Der Verfaffer stsUt 22 bisher nicht bkkannte Urkunden dieser Art, die er, in Athen abgeschrieben hat, zusammen und bégleiist 118 mit erläuternden Bemerkungen, welche ihm Gelegenbsit gebkn, zugleich von einem Stein Von der Insel Amorgos, der sich segenwärtig in ATHW befindet, cine korrekter? Abschrift mitzutbeilen. _ Hsrr Harnack [291€ eine Abhand- lung „über die SräiuaijoySZ im Pabitbuch“ vor. Die in jßdsr Pabst- Biogravbie sicb findenden Angaben übsr die Ordinationen der Päpste smd bisher nicht untersucht worden. Der Verfamer zéigt auf Grund eingehender BeobachtunLen sonZie je eines Bxiefes ds_s Gelasius und Gregor's ]., daß ein T eil dieser Angabsn auf eins oifiziells Urkunde zurückgeht, die vom Jahre 468 an zuverlässig ist und bis zum Jahre 536 fortläuft, und Weist weiter nacb, daß die Eintragungen bon der Zeit Gregor? 1. ab ebeniaÜH wesentlick) gixiubwiirdia sind. An diese Fcstsiküungen schließen fick) skrner Nacbwkiie und Erwäguxigen Yer die eigenthümlichen Gruppen-Ordinationen des iiadt-römiicbsn

erus.

Der Verein für deutsches Kiinstgew_erbc bssicbiiaie am Mittwoch Nachmittag den Neubau der Pommerickzen Hvbbtbkkenbank in der Bsbrenstraße, Ecke der Markgrafenstraße. Unter Führung der Erbauer Wittling und Güldnkr und ihres_Mitarb€ii€rs O. Usbeck wurden das stattliche Treppenhaus, die Kamen- und Bureguxräume, der Sißungssaal und die Konferenzzimmer in Augknxcbein ge- nommen, wobei insbesondere die einheitliche und rsife künst- lerische Durchbildyng alier Einzelbciten ins Auge fiel. Die außer- ordentlich mannigfachen Arbéiten in Hoiz, Bronze, Kudfsr und der- scbiedene Arten der Kunststickérei machen dem Kunstfieiß der Berlinkr Werkstättsn alTe Ebrs. In der Richtung auf klar? und großräumige Dekorationen find bLsbnders die Lehren, dis di€_ innere Ausstaitung des U?ULN Reichstagsgebäudes gegeben bai, ssbr geicbickt benußt worden. Der stLÜVLrtretende Vorfißende des Vereins sbrac!) gm Schluß der Führung die Hoffnung aus, daß im Intereffe Unierer dekoratiVen Kunst die Ari der Durchführung dief€§ Banks AUCH andsr-Zn Bauten als Beispiel dienen möge.

Literatur.

Die von Fritz Jonas besorgte kritische Gksammiausxiabe der „Briefe Schilleris“ (Stuttgart, Deui1che Verlachznstaxt) liegt nach dem Erscheinen der 80. Lieferun nunmebr abgeichlbiie'n vor. Sie bietet, gemäß der Abfich des Zeraqueber, die Briefe des aroßen Dichters in möglichster Voiiständigkeit und Zuderlasfigkkit des Wortlauts. Die Anmerkungen geben Aufschluß über den Ort, wo die Originale sich befinden bezw. über die Druchorlags, der stk LnÉUOMMM sind, die ersten Drucke, sowie dieBriefe, aui wslche isder einzelne Brief antwortete und durch welche jeder bé'äkitiVOktlt wurde. Die Anordnung ist chronologisch, sodaß die Brisse als eine Hauptqueüx für den ViOJTJPHeU Sebiilcr's nach der Folge sxiner Libenstage die Entwickelung xeimzs Geistes und dcn immer wachienden Kreis sßiner Y_ezisbungsn zu den Zsiigenoffen darlegen und in ihrer Geiainmtbéii 1chon an ficb einen fast voUständigen Usberblick iiber Wine äußsrsn L_ebensverbäitnisik, seine dHrsönlicbi-„n Béziebungen uxid das Entii€ben 12in€r WkaL ge- wäbrsn. Gerade diss war, wie dsr erausgeber in dsm Sckylußwgri sagt, sein Ziel, und aus diesem Grunde bat er auch _an dsm erstxn Pian fcstgkbalten, alle vvrbandenen und bekannién Briefe Ökonologixcb JLOkdUST in sein.? Aquabe aufzunkbmen, alib (LUÖ alle schoii in anderen Sammlungen gkdrucki Vorliegenden, wir: die Briese an Charlotte yon Lengefeld, Karoline von chlwis, Gottfried Körner, Friedrich Coiia, Wilhelm'bon Humboldt, Gdetbe und an seine Eltern und Geicbwister. _Dies ist nur gUizUbeißxn, denn die Jonaß'sche Sammlung gewährt aus diese Weisedem Litératur- freunde wie dem Finscher einen willkommenkn Gssammtüberblick Über aile Jntereffkn und BeziehungeYSckyiUer's und ergänzt die Sonder- ausgaben jener spezikllen Briefwechsel in woblberelhtigter Weise. Der Herausgeber spricht die Hoffnung aus, daß, woiern LS ibm sklbst nicht dkrgbnnt sein sollte, wohl ein Andkrer sich finden werdk, der auch alis die zerstreuten Briefe an ScbilTer sammeln und damit sein€ AuSgabe ergänzsn werde. Ohne Zweifel bildet die Jonaß'sckx Sammlung (Preis dsr Aus:;abe in 80 Lieferungen 20 ck14) ein sehr Wertbvaes Hilfsmittkl zur Fördsrung der Studikn über SchiÜer's Leben und skins Werke. Die Handhabe dazu bietet ein Von Albert Leißmann mit grxßkm Fleiß bearbeitetes Register, enthaltend zunächst die Titel der Werke Schiilsr's mit jedes- maligen Hinweisen auf die Briefe, in dxncn dersélben Erwähnung gethan ist, und dann ein in derselben WS_ixe behandeltes umfän liches alphabetisches Register der Personen, aus die in den Briesen ezug genommen wird.

_ Neuester Schwarzwaldiübrer vsn Dr. E. W. Schnars. Elfte Auflage, unter Mitwirkuna des Schwarzwald- Vereins neu bearbeitet von Fr. Sachs. Mit 14 Karten und Plänen. HeidelberÉ Carl Winter's Univerfitäis -Buchbandlung. Pr. geb. 5 „FL _ ieses von einem der besten Kenner des Schwarz- waldes derfaßte Handbuch erscheint hiermit in einer voÜständig neu bearbeiteten Auflage. Der Inhalt bietet in übersichtlicher Anord- nung eine Beschreibung der Haubtberge und Tbäler, sowie der Eisen- bahnlinien und Straßenzüge, welche das Gebirge durchschneiden, Der Tourist wird, unterstüßt durch die beigegebenen zahlreichen Karten, danach in leichter Weise seinen Reiseplan entwerfen und der Führung an der Hand des Buches anvertrauen können, Während die großen kunstvoiien Eifenbahnbauten im Wiesem, Webra-, Wutach- und Donau - Thal bereits der Vorange- Ynaenen Auflage eingereiht wurden, mußte die vorliegende durch die

erücksickytiZiÉng berschiedener kleinerer Neu-Anlagen, wie Lokalbabnen, Straßen:, ege- und ofbauten, wesentlich ergänzt und abgeändert werden. Die geschichtlichen Aufzeichnungen find auf Grund neuerer Forschungen Zeichfalls mehrfach berichtigt, Auch in seiner neuen Gestalt dürfte,das u den Ruf bewähren, deffen es cb als bester und gründlichster rer durch "den Schwarzwald yon je er erfreute.

_ Hickmann's Geogravbis -statistischer Taschen- Atlas des Deutschen Reichs. erlag der kartoxzrapbischen Anstalt von G.Freytag_ und Berndt in Leipzig und Wen. Preis 5 „ii _ Die 75 sorgfaltig außgefübrten Dia ramme und Karten diefes Atlaffes belehren in anschaulicher Weise 11 er die allgemeinen staatlichen, volkswirtbscbaftlickoen und kultureUen Verhältnisse Deutsch- lands und der einzelnen Bundesstaaten. Sie enthalten Angaben über die Fschichtliche Entwickelung, die Größe der Bundesstaaten, die

inwobyerzabl, die Berufsverbältniffe, die Wappen der Länder und Stadte, das Verhältniß der Staats-Einnabmen und -AuSgaben,

die Ergebnisse der Einkommensteuer, die Staatsschulden, die Reichs- tagswablen, das Schul- und Unterrichtßwesen, die Auswanderung, die Ein- und Ausfuhr, die Seeschiffabrt und den Seehandel, die lite- rarische Produktion; andxre Blätter VeransÖaulichen die Orden und Ehrenzeichen, die Portxats der deuts en Fürsten, nocb-andere ent- halten Angaben über die deutschen S usgexoiete u. s. w. Dem Ver- faffer ist es bei seiner dia rqmmgtiscben Darstellung bauplsäcbl' um Klarbeit und Uebersi tlichkeit ,zu thun gewesen; er hat si allenthalben bemüht, das reiche statistische Material, welches ibm ju Gebote stand, so zu verwertben, daß das kleine Buch mit “Nutzen von Isdermann gebraucht werden kann.

Land: und Forstwirthschast.

Ernteergebniß in Syrien.

Die Wiiterungsberbäliniffe warsn im Mai ebenso günstig für dSn Saatensiand wie? dikjenigen des April. In Palästina bat_ die Ernte bereits begonnen und soll ein recht gutes Ergebniß liefern, während fie in dsn höher gelegßnen Getreide produzierenden Gegenden Mittelsbriens (Hauran, Hama-Dbms) im Juli stattfindet.

Der diesjährige Ernteertrag wird für die Sandskbaks Wfa und Nablus der Provinz Beirut auf 6 bis 700000 Keie (= 17 bis 20 000 r, den Keie zii €in€m_ Gewicht Von 23 Okken : 29.1 kg ge- r€chnet) für Weizen und aus 60 000 bis 100000 Kei? (: ca. 1600 bis 2000 (_, den Keie zu einem kaicbt von 16 Okken = 201- kJ gerechnet)_7ür Gerste geschaßt. Für die Sandfchaks Tripolis (der Provinz Beirut) und Hama (der Provinz Damaskus) wird die dies- jährige Weizénernte auf 1ZMiÜion-en Kslé (= ca. 400002, den Keie zu 21ck Okken : 27? 15,2 gexrecbnki), die Gerstenernte auf 1 Miklion Kele (= ca. 20 500 r, den Keie zu 16 Okksn gerecbiiet) geschätzt.

Gesundheitswesen, Thierkraukheiten und Absperrungs- Maßregeln.

Griechéknland.

Durch Kbniglicbés Dekret ist im Hinblick auf die Pest Verboten wordkn, daß Herkünfte von dkn arabischen Küsten dess Rothen Meerss, Und zwar Von Bab-el-MandLb bis Suez (bLidL Punkt? inbegriffen), Mickie aus icnen Gegendsii seit dkm 7. d. Mis. abgsgangsn sind, in Einem griechisch€n Hasen aufgsnoriiMn werden.

Verkehrs-Anftalten.

Brsxnsn, 25. Juni. (W. T. B.) _Norddeutscbsr Lloyd. D. . Kai] Lr Wilbelm11., v. NewYork konxmcsnd, 23.Juni 8 Abds. in G8nua angekommen. „Saale', 1). New-York kommend, 24. Juni 3 Mrgs. a. d. Wessr angel. „Prinz Heinrich“ 2Z.Juni ZNm. Rei1e v. Neapel nacb (Hxnua fortges. „Roland“ 23. Juni 2 Nm. v. Baltimore n. d. W€1er abgkg. „Fulda " 24. Juni 10 Vm. y. Genua i'ia Nsapel u. Gibraltar n. 'New-York abgeg. „Zahn" 24. Juni 10 Vm. in New-York angskommsn.

. „HamburJ, 24. Juni., (W; T. V.) , Hamburg - Amsrika- Linie. ( .„„lugusta Victoria“ Von New-York kommcnd, bat beute Nachmtitag Lizard Passiert.

_ 25. Juni. (W. T. V.) SD. „Auguste Victoria“ ist gesterxi Von Cherbourg abgegangen. PD. ,Palatia“ ist, von HambUrg kommknd, gLstern in Nsw - York eingstroffen.

London, 25.Juz1i. _(_W. TB.) Castle-Linie. D. „Roslin Castle" istaufder HEimrerie am Mittwoch VonKaPstadt abgegangen.

Rotierdam, 24. Jimi. (W. T. B.) Holland-Amerika- Linie. D. .Obdam', bon Roitscdam nach nach Néw-York, isi HEUTE Vormittag don Rotisrdam abgegangen.

Bnkarsst, 24. Juni. (W. T B.) Heuis begannen die Kon- fch-nzen don Vertretérn der deutscb-iisterreichifch-ungarisch- rumänischen Véreinigung bon Eikenbabncn zur Bératbung Von Tarifsragen.

Theater und Musik.

Tbéaier dés Westens.

HM Heinrich Bötsl séßte gestern sein Gastspiel in Adam's anmutbigér Ober .Der Postillon vou Lonjumeau“ fort. Das Hans war nicbt so gut beseßt, wie am Ersten Tage dss Gastspiels, batte) aber eim: immérbin r€chi sia111ich8 Besuchsrzabl aufzuwäskn. Nach déui bekannten Postiilons - Lieds erschoil der Beifall wiederum 10 itari, daß dsr (Hast, wis in früheren Zeiten, genötbigt War, dasselbx Hz_u wiédßrbolen. Der Genuß wurdk leidsr diirch die mißlicbsn akusti1cken Verhältniss dss Hauses wiéder béeiniräcbjigt; HLN: Bötel, der früher immer rein intonierte, sang gestern manches zu tief, vermutblicky wsil er das fast unter dem Bübnenpwdium be- findliche OrchestLr nicbt böten konnte. Diese Erscheinung hat sich bei den Opxrnaufiührungen in diesem Theater so Oft gezeigt, daß man die Schuid immöglicb dkn Sängern zuschrcib€n kann. Im übrigen gab Herr Bötel sezinen Postiiion mit gewohnterFrische und [)umorboilem Spiel. Die Madsléine sang Fräulein Triebxl mit anerkennenswertber Koloratur- gewandtbsit, ihre Darstellung hinterließ jedoch wiedsrum jsnen eigen- xbümlichen Eindruck der Unfreiheit, welcher fick) sch0n in der Auf- führung dss „Trompéters Von Säkkingén“ bsmerkbar machte. Ein bumorvvüer, vortrefflichsr Bijou war Herr Kircbnsr. Für den Marquis de Torcy sab Hsrr Fourneß zu jung aus, sein Spiel konnte indeffén befriedigen. Das Orchestsr [SistktC unter Kapellmeister Tbisnemann's Lsitung AnerkennenSwertb-Zs, war aber wiederum nur unvakommen eingestimmt.

Jm Neuen Königlichexi Obern-Theaier wird morgen Richard Wagner's .quengrin' uni Herrn Ernst Kraus in der Titel- roUe gegeben. DieElia singt Fräulein Hikdler,die Ortrud Frau Götze. _ Im Garten findet von Nachmittags 6 Uhr ab ro es Militär- k-anert statt. _ Das „Gastspikbdes Großherzoglich bes s en Kammer- sangers Herrn Franz Schwarz ist auf Anfang September verschoben worden. Der Künstler wird alSdann in seinen Hauptrollen: Hans Sachs, HoÜaender, Wotan, auftreten.

Ini Theater des Westens find die Proben zu der Spinegi- schen Oper „& 55.550 Lordo“ so weit vorgeschritien, daß die Erst- aufführuanür Mitte nachster Woche in Ausficht genommen ist. Frau Moran - lden, welche die Hauptpartie übernommen hat, ist bereits hier eingetroffsn.

In dem Musikalien-Veriaae bon Richard Stern in Berlin erschienen soeben zwei „Hefte, betitelt: „24 Unterrichtsstunden für Pianoforte von Fritz Hager". Der Verfaffer, der'als Komponist wie als Kritiker woblbekannt ist, bekundet fich in Vorlie endcm Werk auch als praktischer Lehrer des Klavierspiels. Durch die nfangsstufen der Lehre von der Notenkenntniß, dem Werthe der Noten, dem Takte und den Tonarten führt die ficherx Hand des Verfassers den Lernen- den in zweckmäßiger Weise vorwaxts, wobei zugleich eine zu schwere Auswahl der vorkommenden Beispiele songaltig vermieden ist. Die Ausstattung beider Hefte läßt nichts zu wunschen.