vorlage nach den Beschlüssen des Vrovinzial-Landtages anzu- nehmen. Mr Abg. von Hildebrandt vertheidigte die vom Herrenhause beseitigte Höfexrolle. Das deutsche Recht kenne eme Altersbevorzusung bet der E1bfolge nicht. Der Staat habe in den alten Provinzen aar kein Interesse an der Erhaltung der großen (Hüter. Betreffs der im §. 6 auSgesprochenen Taxe glaub:- er, daß, menu man einmal das Erbrecht auf dem, Anerben bafire, wie dies die Vorlage wolle, man diesen auch 111 angemessener Weise bei der Werthschäßung bevorzugen müsse.
Hierauf wurde die Diskussion gofchloffen und der Geseß- entwurf einer „Kommisfion von 14 Mitgliedern überwiesen.
Der Prdftdent von Koeuer beraunxte die nächste Sißung auf Freitag 10 Uhr an und seßte auf die Tages- ordnung die erste Lesung der Eisenbahnvorlage. Der- selbe führte aus, daß der Lavdtag, um seine Geschäfte recht- zeitig zu erledigen, namentlich um den Etat frühzeitig an das Herrenhaus bringen zu können, mit dem Reichstage zusammen tagen müsse. Der Abg. von Bennigsen machte auf die bedenklichen Folgen eines solche'n Zusammentagens auf- merksam; er sei damit einverstanden, daß die Eisenbahn: und Kanaloorlage noch in erster- Lesung erledigt werds; dann aber müsse man dem Reichstage Zyit lassen, seinen Etat u. erledigen. Auch das Abgeordnetenhaus werde mit ?einem Etat bis Ostern fer ig werden. Der Abg. von Raychhaupt widersprach diesem Antrags und forderte ein gleich- zeitiges Tagen von Reichstag und Landtag, während der Abg. Freiherr von Schorlemor-Alst sich dem Wunsche des Abg. von Bennigsen anschluß und davor warnte, durch Druck und Ermattung auf die Einführung zweijähriger EtatsPerioden hinmirken zu wollen,
Der Abg. Dr. Haenel berief sick) auf die Aeußerungen des Reichskanzlers auß früheren Jahren, in denen derselbe stets ausxxeführt habe, Preußen dürfe nicht da?: Beispiel geben, daß der Landtag neben dem Reichstage arberte und ihn störe.
Der Vize:P-äsident des Staats-Ministeriums von Putt- kamer empfahl dem Hause, den Vorschlag des Präfidenten an- zunehmen. Jn demselben Sinne sprach sich der Abg. Stenael aus.
Der Abg. Dr. Windthorst erinnerte dagegkn daran, wie früher nach München donnernde Worte gegangen seien,
un_1 das Zusammentagen des bayerischen Landtages nut d„m Reichstage zu verhindern. , Man one aber die zweijährigen Etatsperioden forciren; einem
solchen Zwangs werde er nicht weichen; übrigenß möchten die Herren von der Rechten bedenken, daß das Centrum es in der Hand habe, ihre Pläne zu vereiteln.
Der Vize-Präfident des StaaTeZ:Ministeriums von Putt»
kezmxr Yerwlahrte die Regierung dagegen, daß sie dt? JWL11ähr1gen Etatsperioden durch Forcirung durch: brmgen wolle. Wenn da?, Haus dxe rechtzeitige
Durch5ringung des Etats nicht ermögliche, so werde die Regierung. das Recht und die Pflicht haben, ihre Meinung m _neeignyter Weise vor daß? Haus zu bringen. An der ferneren Debatte betheiligte'n sich noch die Avag. Frhr. von Minnigerodé, von Rauchhaupt, ])1'. Haenel, (HrafLimvurg- Stirmn, von Heydebrandt, 1)r. Windtyorst und Frhr. von Zedliß und Neukirch, Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Schluß 11/2 Uhr. Nächste Sißung: Freitag 10 Uhr.
_ Hinsichtlich der Rekrutirung der Armße für 1883/84 haben Se. Majestät der Kaiser und König das Nachstehsnde bestimmt: .
[. Entlassung der Reservisten. 1) Die Entlassung der zur Reserve zu beurlaubenden Mannschaften Hat bei den- jenigen Truppen, Mlche an den Herbstübunaen Theil nehmen, am 1 oder 2. Tage nach Beendjgung dersetben, bezw. nach dem Wiedereintrkffen in den Garnisonen stajtzufindyn. 2) Für das Vomm2rsche FußArtiUerie Regiment Nr. 2 und das Schleswigsche Fuß: ::rtiklerieBataillon Nr. 9 ist der 31. August, für alle übrigen Truppentveile der 29. Septembsr der späteste
Entlassunchtag dsr Reservisten. Dus Näuere bestim- men die betreffenden Gemeral-Ko111mandos,'für die Faß- Llrtillerie die General:Jnspekti0n der ArtiÜerte. 3) Me zu
halbjähriger aktivßr Dienstzeit eingesjeÜten Trainsoldaten sind am 31. Oktober d. J. bezw. 30. Aprxl k. I. zu entlassen, die Oefononxie-Handwerker am 29. September d. J. 4) Be- urlaubungen von Mannschaften zur Disposition der Truppen- theile haben an den Entlassungsterminen insoweit zu erfolgen, daß Nskruten nach Maßgabe der unter 11. bezeichneten Quoten
zur EinsteÜung gslangen köxmen. 1) Zum Dienst mit der
11. Einsteuunq der Rekruten.
Waffe sind einzusteÜen: bei den «)ataiUonen Oer älteren Garde Jafanterie-Reaimenter, denen des 1. Rhsinischen Zn- fanterie=Reg1ments Nr. 25, des 3. Rheinischen Infanterie- Regiments Nr. 29, des 5. Pommerschen Infanterie-Regimenls Nr. 42, des 8. Ostpreußisclwn Jmfanterie=RegimentH Nr. 45, dss 2. Nisderschlesischkn Jusanteri»-:ngit11ex1ts Nr. 47, dss, "7. Brandenburgischen Jnfanterie-Reqiments Nr. 60 js 225 Rskruten, bei den übri,;en Bataillonen der Infantsrie, Jäger und Schüßen je 190 Rekrutem, bei jedem Ka- vaUerie : chiment mindestens 150 Rekruten, bsi den reitenden Vatterién mindsstens je 25 Rekrnten, bei den übrigen Feld = Batterien mindestens je 30 Rekruten, bei den Bataiüonen d s Rheinischen Fuß-ArtillerieMegiments Nr. 8 und des Fuß-Artiüerie-ngiments Nr. 10 je 200 Re- kruten, bei den übrigen Fuß-ArtiÜerie: und Piomer-Bataiüo- nen je 160 Rekruten, bei drn Bataiklonen des Eisenbahn- Regiments mindestkns je 135 Rekruten, bei jedkr Train- Compagnie zu dreijähtiger uklink Dienstzeit mindestens 15 Rekruten, zu halbjähriger aktiver Dißnmzsit im Herbst d. IH. und im Frühjahr k. Js. je 44 Rekruten. 2) An Oekonomie- Handmexkern haben sämmtliche Truppentheile minds: stens "em Drittel der etatsmäßigen Zahl einxxsteÜen. 3) "„ Fur_ den Fal], daß bei einzelnen Truppsn- WALL." LME_A€nüe1ung “der vorstehenden Zahlen noth- WLndjg, erscheme" soUte, ermächtige Ick das Kriegs-Ministerium JU bi'zügl1chen Anordnunaen. 4) Die Einsteljung der Rskru- thilanZMß „mit der Waffe hat bei sämmtlichen Truppen- ten Generul-FWYZTUYKZW"[dmg Mr MMU [PWM voraeseß- d. Js. zu erfoluen' nur dimfüer Z-tt vom 5._b1s 10. Novxmb'er Regiment Nr. 2 'das S €€)! ,sr has Pommertchß Fuß-Arttüxrte- Nr. 9, die Untéroffizier-SckFxxléxxgsM JUZYMUMLLBÜWUW HazldkakLT ausgehobensn NektuéensosFxxx alt)]? als Oekonomxe- un 2 ' " - -
k. J6.dleinYsML?1l,Mten fur den Frühjahrstermin am 1. Mai
_ Wird vor dem Abschluß einer „ , von seinenkünftigen Schwiegereltsm eineEYUYYdeVÖaauWaY rente als Vertrag zu dem LebenSUnterhalt des künftixexi
Ehepaares schriftlich zugefichert, und geht der Bräutigam nut der Tochter auf Grund dieser Zusage die Ehe; em, so haßdxr Ehemann, nach einem Urtheil des ReichSger1chts, 111. wal- senats, vom 5. Januar d. J., aegxn seine Schw1cgerßltern em Klagerecht auf regelmäßigs Zahlung der Rßnte an ck"- UKW dieses Recht bleibt ihm auch dann ungeschmalert, wxnn setne Ehefrau sick) von ihm faktisch trennt, ohne daß eme rechts- gültige Scheidung der Ehe erfolgt.
"" ZUB Thkilnabme an dem nexten Kursus der Arttl: lerieschießschule ist wiederum ezne _gryße Anzghl von Hauptleuten und Lieutenants der Arttüeme kommandtrt WN"- den und hier eingetroffen.
_ S. M, Kanonenboot „Albatroß“, _ 4 Geschüße, Kommandant Korvetten-Kapxtän von Vamslßz, 111 an) 3. Ja- nuar cr. in Montxvideo eingetroffen und beabsichtigte am 9. Januar cr. nach Frey-Bentos und Paysandu m Uruguay zu gehen.
Baden. Karlsruhe, 5. Februar. (Schmäh. M;) Durch die eingehende Erörterung der bäuerlichen Verhaltmffe und
des landwirthschastlichen Nothstandes ist auch dsr Bstapd der sogenannten aeschlosfenen Hofgüter, deren es wenmstens
in einzelnen Landesth ilen noch viele giebt, wieder mehr in .
den Vordergrund getrsten. Die nemre Zeitstxömung drängt troß mancher nicht abzuläugnenden Mißstände mehr auf me Erhaltung dieser Güter hin, wozu auch das Emkt von 1808 geseßliche Anhcütspunkte bietet; in VWTÜUJLUL'U Jahrzehnte'n suchte man umgekehrt durch die Parzellirung dtescr Güter dte landwirthsckzaftlics en Interessen zu heben u_nd den Ertrag zu steigern. Diese leßtere Anschauung ist vZeUexcht auch ]eßt noch die stärker vertretene.
Neuß j. L. Gera, 5. Fsbruar. (Thür. Corr.) Heute Vo mittag, an ihrem Silber:.Hockozeithage, empßng das Fürstliche Paar zunächst die Deputatton des Landtages. Dieselbe ü'x-erreichte eine das edle ver- faffungsmäßiqe Wirken dcs Fürsten und den mildthätigen Sinn der Fürstin feiernde Adresse in reicher Ausstattung. Der Fürst sprach seinen Dank für die Kundgebung des Land- tageß aus und versicherte die Deputation saines Wohlmoüens und seiner Liebe für Land und Volk. Seitens; der Stadt Gera ist eine „H(inrich:Agnes-Stiftung“ mit einem Kapktal
von 10 000 «FH gemacht worden, aus deffM Zinsen WÜrdigL,
Eyc-paare der Stadt, die ihr Ehejubiläum feiern, am 6. Fe: bruar jähxlich unterstützt werdßn soÜen. Die Geraer HandelS- kammer, die Damen der Stadt (Hera, Korporationen und V;)reixzet haben dem Fürstlichen Paare reiche Jubelgaben dar- ge ra .
Großbritanuien und Irland. London, 6. Februar. (W. T. V.) Heute fand ein Kabinetsratk) statt, wslchem mit Außnahme dss Premiers Gladstone sämmtliche Ministe'r sowie der Vize-Kövig von Irland, SPLUCLL", bc-iwoynten. Ti? Bsrathung dauerte 3 Stuxxdén. Spsncer, Harrington und l.)Hxxczmtrt wurden bis zur Thür des Schaßamts von Detektive's
eg em- .
Heute wurde ein Gefangener aus einem hiesigen Ge- fängntsse 11 ch dem Ministerium dxs Innern gebracht, wo ein ei1stütwiaes Verhör mit ihm cmgestellthrde, Dem - Vernehmen nach hat derselbe genaue Informationen bezüglich der ir1schen Revolutionspartei extheik. _ Die Bef“eh[e zur Verhaftung von Davixt, Quinn und Hea1y, welche vor Kurzem wegen ausrührerisäzer Reden JU 6 Mo- naten Gefängmß verurtheilt wurden, sind nunmehr «(affen worden. ' '
Das Damm für den ZUsÜMMLUtÜÜ der Donaukon- „ferenz ist noch nicht fsstgeßeßt; voraußnchtlich findet dießlde am Doynexstag oder Freitag stakt. _ Mr rumänische Ge- sandte Fürst Gvika hatte heute eine Konferenz mit Lord Granotlte im Auswärtigen Amte.
Dublin, 6.Febr11ar, (W. T. B,) Der Deputirte fi'trWexford, Healy (Parneuit), hat sein Mandat als Mit- glied Toe?- Unterhaussß niedergelegt, weil er während der sech§- monatlichen Gejängnißhgst, welche er im V-cgriff ist anzu- treten, den SY im ParlameM nicht unbessßt lassen wollte.
Die große Jury hat dis. Anklageakte gegen das Par- lamentsmitglied O'Brien anläßlich feinst; in dLm Jmswale „United Jreland“publizirten aufrührerischsn Artikels d.stätigt.
Frankreich. Paris, 5. Februar. (Fr. Corr.) Heute fand m den Abthei1ungen des Senats die Wahl der Kommissionfür viePrätendentenvorlage statt. Die Senatoren waren außerordentlich zahlrsicl) erschienen, und es herrschte in den Conloirs eine große szeguna, da auch De- putirte, Journalisten und Berichterstatter in Mena? anw-Zsend waren, die in lebhafter Diskussion das vorauHstchtliche Er: gebnis; der Wahl b:sprachen. Das Resultat der letzteren nun war folgendes: Es marken gswählt: 1. Bureau: Hr. Varthélemy:Saianilaire (gegen die Vorlage) mit 14 Stimnxen gegün Gaston BaztUe, 10 Stimnwn; 2. Bureaa: Wlan («gen) 18 St., Homoré 11 St.; 3 Bureau: Béranger («gen) 19 St., Humbert 13 St.; 4. Teftelin (für die Vorlage) 15 St., Gaultier de Ranxiüy 14 St.; 5. Cordier (gegen) 15 St., CUuUemel=Lacour 14 St.; 6. Graf Saint-Vaüier (gegen) 19 St., Parent 11 St.; 7. Jouin (ngLU) 15 St, Salxreuve 12 St.; 8. Leon Say (gegen) 15 St., Clauds 13 St.; 9. Waddington (329-371) 13 ST., Chamagéran 10 S*. "Jm Ganzen alsy besteht 'die Kommission aus acht dsr Vorkage, ja sclßst me1sten§ aucb jsder TranSakan feindstligen Mitgliedern und nur aus einem dkrselben geneigtyn. Die Gegner (und zwar stimmte die Rechte überaÜ für diejenigen RspUblikanek, 1v€1che fick) gegen das Gesetz Erkläten) vereinigten 142 Stimmen, hingegxn die Partisane der Vorlage nur 109. Außerdem wurden vier unbe'schriebene Stimmzettel abgMeba'n.
. Am vexgangenen Sonnabend hatte der Staatsanwalt m der Affare dss Prinzen Napoleon fein Gutachten ab: gegeben, nachdem ihm, gemäß den Bestimmungen des Gsfeßes, das betreffende Dossier vom Untersuchungsrickxter üve1mittelt worden war, xmd das [eßtere sodann sammt seinemGntachten an den 1] n te rs u chu n g s ri chter wieder zurückgsgeben. Dieser nun hat h9ut6 Morgen die Verweisung der Sache vor die Anklage: kammer verfügt und davon dem Pri zen Napoleon Mittheilung ge- macht. Der Prinz Napoleon wird somit definitiv «geklagt, e11121xtentat begangen zu haben zum Zweck, die Form der Régxerung zu ändern oder umzustürzen (Art. 87 des Str.:G.-V.). Nach den Bestimmungen des Art. 133 der Straf- pxozeß Ordnung muß nun der Staatsanwalt unverzüaljch die Akten an den Ober-Staatsanwalt übersenden. Dieser
Ordnung „ muß innerhalb fünf Tagen na des Dosster die' Sache studirt haben YndEMYef-MJ Rgpport spatestens 311 den folgenden fünf Tagen deponiren ernacb hat dann die Anklaaekammer innerhalb dreier Tagé zu entscheiden, yb gegen den Prinzen eingeschritten werden soll oCdter fméxßb YIM ?xechAnklage axth:Z1nd des Artikels 87 des =- ra g- e u au rc t er alten, o ommt der ' leon vor xie (FHescbwrnenen.h ' s Prmz Napo: _ . ebruar. (W. T. B.) Die Kommi i des Senats zyur Vorberathung des Entaxxxroft: gegen dre Vratepdenten wählte Anon zum Verichy erstattßr. Derselbe w1rd morgen mit mehreren Ministern kynfenren und qm Donnerstag dem Senat seinen Be- Ucht „vorlegen. Dte Berathung der Vorlage win vorauß s1ckt11ch am Donnerstag oder Freitag stattfinden. Wemi die Vyrlage, wxe man aügemein annimmt, abgelchnt wird, so wxro em neues Kabinxt gebildet werden. _ Dem „Siécle“ zu_folge hatte der Pxäsrdent Grévy eine lange Unterredung m1t Ferry. _ Das Gerücht von der Freilassung des Prin- zen Napoleon entbeyrt der Begründung.
Amerika. N € m : Y 0 x k, 6. Februar. (W. T. V.) Die U eb e r s ck W e m m u n g en m den Weststaaten sind in erheb- lichem Rückgangs begriffen. '
Mittel-Amerika. Mexiko, 6. Februar. (WTB) Der englische Konsul Carden aus Havanna ift hier eingetroffen, angeblich mit der Mission, auf die Förderung des Handels zwischen Eugland und M.xiko hinzuwirken, die auf die mckxxkanische Staatsschuld bezüglichen Fragen zu regeln und die diplomatischen Beziehungen zu Mexiko wieder anzuknüpfen.
Afrika. Egypt-en. Kairo, 6. Februar. (W-T-V.) Die internationale EntfchädigungSkommission hielt héute ihre erste Sitzung ab; man gab der Höffnung Ausdruck aus eine prompte und billige Regelung aller Ent- schädigungsansprückze.
Zeitungsstimmen.
_ Der „Weser-Zeitung“ wird aus Oldenburg ge- fchrteben: “ '
Dje Bcfürc'ctung, daß die Bestimmungen der Sexverbeordung über die Innutzgcn m_ikbt außreichen würden, um kur Bildung yon Jonunaen zu fuhren, lst für unsere Stadt jedenfaUs nichl“ zugexroffen. Ein Gewerk nack dem anderen konstituirt sick) als Innung und zwar unter anrurxdelegung des im Reichsamte des Innern außgearbeiteten qumalstatuts, welches nach der Anschauung unserer Handwerker- kretse die Mögliäzkeit giebt, die Innungen so einzurichten, wie es den Zwecken des Haydwerks dient. Dabei muß konstatirt Werden, daß auch die angexprn forXschrittliäxen Elemente unter unserm Handwerkern, die den Zwangsinnungkn sehr abhold gegenüberstehen, mit großem Eifer sich an der'Konstituirung der Innungen betheiligem Sie gehen dabei von der gewiß richtigen Anficht aus, daß es nurzmx Segen des Handwexks «ereichen kann, wenn das Gute, das die (Men
Zünfte doch_ unzweifelhaft hatte'n, wieder neu belebt wird, und MSN- stand hauptyääyl'ich in der p[anmäßimen Ausbildung der Lehrlinge und Gesellen und m dem auf ngLinsÖafkÜÖL Interessen gegründeten Corpsgeist, dsr die Ehre dss Handwerks nicht mn in moralischer,“ sondern auch in technfscher Bezfsbung hochiest ..... Sehr bald Werden diejenigen Meistc'r, dt'e keiner Innung angehören, zu der Ueberzeugung kommen, daß, wenn ein androerk an einem Orte zu einer Innung zusammengetreten ist, em Einzelner ohne Schaden ' ' für seinen Betrieb fich doch nicht wobl außerhalb der Innung stellen kann“, und so wird ohne Zwang erreicht Werden, was die konservative Partei mit Zwang vixüe'mxt nich erreicht hätte.
_ Jn dßr „Veaner Börsen-ZeTtuMa“ lesen wir:
Naa) Bcrxäxken aus verschiedenen industrieüen Bezirken erfreut sxch die Tychfabnkaüon gegenwättig einer hoHen Blütbe. Sonder- barer WetTe befinden fich aber gerade unter den Industrieklen dieser Branßoe die ßcftigften Gegner der neuen Wirtbschaßspolitik, indkm fie xml dem Nutzen Nicht, zufrieden find, welchen das Geschäft ab- wirst. Di'es sttmmt indes; wenig damit überein, daß vorzugsweise in der Tucknndustrie bedeutende Neuanlagen und Vergrößerungen vorgekommen und Hierbei die yon dem Anlagekapitak zu erwartenden Renten ficherlich zuvor genau berechnet worden find. So ist in Cottbus eine ganz neue Fabrik mit einem Anlagekapital von ca. 300 000 „14 unter den Auspizien einks Hamburger Export- bauses errichtet Worden, welche konxraksmäßig zsbn Jahre lang aus- schließlich fÜr dieses Haus axbeisen wird. Ein derartiges Unter- xxehmen würds jedeafaüs nichx gewagt Werden, wenn die deutsche Tuchfabrikation nicht rentabel und auf dem Welt- markte nicbt koukurxenzfäbig ::äre. AÜervings gehört zu einem g1üch1ichen Erfolge in derjekben vor Aüem, daß die für den Markt passende Waare fabrizirt wird. In dieser Beziehung bemühen sich die inrsüigsnteren Fabrikanten neuerdings, vcrmiltelst paffender Woll- surrogate schöne, dauerhafte und preiswürdige Waare Herzuftellen. EZ geschieb§ dies durch direkte Vermengung von Pflanzenfasern mit frischer Woüe. Während man ehedem nur Wollene Garne mit baumwoüsnen Garnen zu einem balbwollenen Skoffe zu Verwebextxer- mochte, macht man beute di? Pflanzenfafcr walksähig und vet/pmnk dieselbe direkt mit WoÜe. ' ,
_ Die „Elberfelder Zertung“ bemerkt zu den dres- jährigen VZrathungen des Re1chshausha1ts Etats,- _ _
Es ist gegen das Projekf der zweijährigen (Fxxzxspenode wieder- hokt und mit Recht die Thatsache geltend gemacht worden; daß gerade die Beratbung des Etats im Reichstage eYabkunsßsémaß eme sehr kurze Zeit _ irren wir nicht, so rechnete “err Rilkert tm quch- schnitt 14 Sitzungen heraus - in Ampruob nebms- Dieses Argamcnt wird in Zukunft nich_t mehr verwenhet werden können, Wenn die Frage zweijährige! Budgets Md?" “UZ“ Tauchen soÜTe, denn in ciesem Jahre ,ist ""ck gar mehl „Ü ' zuseßeu, wie viel Zcik die Etatsberatbunk] M Anspruch MHM“ wnd. Dabei jvundsrn sicb Diejenigen, die selbst an den Verhandlungen be- theiligt find, ebenfaÜs über den schleppendcn VRM derselben, denn der dieé-iäksige Etat unterscheidet fi_ch„d„urchaus mch weseqütcb vpn ssinen Voraängsrn, so daß über pklp-ZWWUL Fragen zu, ("MM kerne besonder? Veranlassung Vorliegt- :D,“ VLNÜWPYUI P. ZMS“ auf das Bestreben einer vermehrten Krauß MZ ks bexm Mtbtar-Etax 3" TM? Trat, und auf das Bymühenzuruckzufubren, nn anavrdnartym aÜec Vexwgltungen, besonders 1111os es fick) um Bauten handelt, eme
rö ere Spar amfeit walten zu “UM, . g F Bass„Centralblatt für dxe17_eutsche Melgll- jUdUsj-cje“ sagt in seiner Rundschau uber d1e Lage dtessk
ndustrie u. A.: ' I In Amerika bricht swb die UcbexzeuAUnI Bahn: daß DMR“ [and jm Schiff- und Ma chinenbau mn Grty'ßbmanmen cka“ka Konkurrenz aufnebme Der JMUÜWLYÜÖL Ubkk EWMD MMU“; Waffen, Schlosserarbeiten Fur Amertkg 171 ganz "mf“"glk d, be Bronze-Kunstgegenständen ist Frankrezck) durch DMM anusfische rcits übe'rflügelt. Die Drabtmdustlle „ bat durcb, dl; ck; wm, Zoneinfübrung zwar den Export nach Rtga erschwerk- zo An tiff bersits, der Bau deutscher Walzwerke in Riga "ntr TTW- genommen. Für den inneren Verkehr ist es voy groSßcßiffe “W weite, daß die deuTsch Marinevecwaltang zum Bau der d' g hoben Zéüeßücb deutsches Material vechndet, und in den aller mg
seinerseits, gemäß dem Art. 217 der Strafprozeß-
„ . xer- de ungen an dessen Gale ltegk ande'rerseits der_nkcbk SU "“ sJäfondre Vortheil, daß auch im Prioatschtffbau Vocsusüches SSW“