1883 / 112 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 16 May 1883 18:00:01 GMT) scan diff

der Bischöfe von Oran und Constantine von je

?ZYZFMÜUf 10000 Franken, die Summe von 4439 400

ür die B oldung der Pfarrer auf 3131 000 Fratz- Frankens.fw.; Janezs gestrichen unter anderen der Kreml anken für die Diözesanbesuche der Bischöfe, von 500000 * ranken für Jnsiaüirungskosten der erzbtschöf: lichen und bischöflichen Sive, von 510 200 Franken für die den Generalyikaren au2geseßten Gehalte. Außerdemsolltxn Wa, diesem neueften Enlwur , der mit fßnf geg9n_ mer .Sümmen genehmißt wurde, noch wegfaÜen: eme Bewxütgng 'von 26000 Fr. für den Kirchendienst der Kathedrqle xn Saint Denis, ein Kredit von 816 200 Fr. fi'zr Stwendten m, den katholischen, von 100 000 Fr. für solche m den pxotestan- Fischen und israelitischen Seminarien, und die Gebäyd6„_als Staatsgut eingezogen werden , welchs den Elenschojen, Bischöfen, Seminarien und geistlichen Kongreganonen als Wohnfis dienen. _ . - 15. Mai. (W. T. V.) In der hexmgen Stßung der “Deputirtenkammer erwiderte bei Berathmxg_der Vor- lage, betreffend den Kredik für die Expedjtton nach Tankin, der Minister des Auswärtigen, Challemel; Lacour, auf eine Anfrage des Depunrten Delafoffe:„__dxe eventuellen Gefahren, welche von China her xntstxhen ,kytxn- 'ten, seien nicht beunruhigender Art. China set kem Mllttar- staat. Die Zurückberufung des Gesanhten „Bour'se aus Peking sei erfolgt, weü dsr von Bouxee mit Chtna ab- geschwffene Vertrag Frankreich um em 'retchexx Kohlen- becken gebracht habe. Frankreich rxfpektzrß dje Rechte *Chinaß, wünsche abey auch, das; 516 _sngen rexspekttrt würden. VorausficY-tlich werde China bös:ml]1gen Aufreszngen “Widerstand leisten, Nichts bewejse, daß|_Ch1na gegen.,Jrgnk- reich feindliäw Absichten hege ; es könnte?; hochfjcns qufstandtsche Banden in Tonkin begünstigen, das xpate abcr keuxe Gefahr, sondern nur ein Uebel, welchcs gehexlt werder) mußte, und das sei der Zweck der der Kammer unterbretteten Vorlage. Weiter erklärte der Minister: die Entsendung Kergaradecs *an Tuduc sei der letzte Versuch einer Versöhnung gewesen. Wie aber auch der LluMang sein möge, eine Opkration gegen Tonkt'n sei notthdig, pm den Freunden Frankreichs wieder Muth einzuflößen, daß fte sick) ihxer GeJner erwshren könnten, und um das Prokektorat zu befestigen. Eine Ein- mischung irgend eéner Macht habe Frankreich nicht zu fürchten, China denke weder daran zu interveniren, noch habe 66 das Recht dazu. Frankreich werde sich an einigen Punkten defi- nitiv festsehen. Die Vorlage wurde schließlich mit 358 gegen .50 Stimmen angenommen. Der KriegS-Minister brachte die Vorlagen über das Arxnee:Avanc2ment, die FestungSartiÜerie und die Schulen für Soldatenkinder cin. Dem „Temps“ zufolge find in St. Germain en Laye sechs Anarchisten verhaftet worden wegen Vertheilung von “Broschüren zur Verleitung der Soldaten zum Unqehorsam. Die Verhasteten waren bereit?, früher wegen der Veranstal-

reicben. Der Kampf dreht sich ein

tariscbe Herrschaft, die Fraktionßfüb JeHenwärxigen Volle nicbt dlerlexen und _möcbten deshalb Zustände c uns berbeiFuhrcn, ,wie wir, Nc 3. V. m Frankreich sehen. Wir aber wollen keine Regierung, die aus_ ehrgeizigen Fraktionsvorständen gebildet ist und Welche guck) nur ihren eigenen VorLHeil und den jhrer Partei im Auge batte'n. Da ist uns die Regierung unseres Kaisers und des Fürsten Bt_Emarck, dexn unser Vaterland ohnehin viel verdankt, hundert Mal [nber als'em Intriguenspiel, wie es zum absckzreckenden Beispiel 'in den_romamschen Staaten aufgeführt wird und wobei man heute mcbt weiß, wer morgen das eft in der Hand hält. Es ist nur zu lohen, daß nach _so vielen bläugnungen die Fortschrittlkr es endlich etngxstebetx, daß tbr ganzes Streben nur auf die Parlamentsherrscbaft gertcbtet ist., . Die 111 München erschemende „Al[gemeine Zet: tung“ entnimmt dem von der Handels- und Gewerbekammer für Schwaben und Neuburg erstatteten Jahresberichte für 1882 folgendes über das KZsmgewerbe: Ueber dasselbe ist, gegenuber dem Vorjahre, im Wesentlichen nichts Neues vorzudringen. Die berechtlgten Klagen über den Hausir- handel, die Wanderlager und'Abzablungs'gesäyäste bestehen fort und ist eine Besserung für das KlemZewerbe _mcht eingetreten, dagegen ist der Haufirbandel im steten Wach en beFUffen. Ein geseßlicber Schuß hiergegen durcb Abänderung der Gemer eordnung ist dringend noth- wendig; denn hierunter leiden nicht nur einzelne Branchen des Ge- Werbkbetriebcs, sonhern man darf 113th sagen, sämmtljcbe Gewerbe._ _ _ Die „Wtesbadener Zettung“ beschäftigt ftch nx1t emer Arbeit , welche der Professor der Nationalökonomte, Herr Dr. Gustav Cohn in Zkzrich, in dcm „Archiv für Eisen- vahnwestn“ veröffentlicht. Ste sagt dabei 11. A.: Aus dem soeben zur AuEgabe gelangtsn Heft 3 des Archivs für 1883 «1151 wir einige Stellen mitkbeilen, in denen die Ansichten der Engländér selbst für einige Prinzipienfragen, also z. B. Frei- baydck und Säzußzokl, freie Konkurrenz, Differentialtarife und der- g[_etchen dargesteüt werden. Profeffor Cohn sagt S. 233 ff.: „Hören wrr dunn aber die Anficbfen der bctbeiligten Geschäftsmänner und dcr Stcza1smänner Des Parlaments, so schwindet der OptimiSmus des FretHandels bei jedem Anprall, Welcher ihn auf die Probe steÜt.“ “_ _.Der Schwächere hat niemals für die freie Konurrenz ge- ]ÖWarmt, und Wenn das England des [etzten Mensckpenalters der Aposte! für, den Freihandel geworden ist, so konnte das bei dem starren Egoxsmus dieses Volkes nur bedeuten, daß es fick) in dem Wettkqmpfe der Nationen als der Sfärkere fühlte. Sobald seine heck kommltche Uckerlegenbeit in Frage gesteÜt wird, sobald die fremde Konkurrenz der einheimischen Industrie auch nur nabe auf den Leib ruckt, 1st jene Begeisterung zu Ende. Und dies nicht blos bei den dayon ketroffenen Interessenten, sondern auch bei den Staats- mannexx, Welche auf dem Siandpunkte des Ganzen stehen onen. Franzonscbe Wollcnwaaren, ganz die gleichen wie die Manufakte von Bradford kommen jeßt nach England und bis nach Bradford selber; daher erscheint die Lage der Wollenindustrie als „ein Kampf axxf Lehen und Tod.“ Natürlich smd zu diesem Behuf Differential- saYe fax den Import gewährt, die außer allem Verhältniß zu den FrachtsaZen [7103 zwischen Southampton und London stehen; die Loydon and South Western aUein befiyt achtzehn Dampf- schrffe,1ve[che cine große Masse Güter aus auen Theilen Frank- re1chs für aÜe Theile Engéands herüberfübren. Aehnlich wie die

zig und allein um die parlamen- rer des Fortschritts sind mit ihrer

Lung des Meetings auf der ESplanade des Invalides im März c. und wegen Anschlagens aufrührerischer Plakate ver- Urtheilt worden.

Italien. *teur de Rome“ Ende Juni statt.

Türkei. Konstantinopek, 15. Mai. Lord Dufferin ist heute nach Wien abgereist.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 16. Mai. (W. T. B.) Gestern Mittag fand die Beisetzung deß ver- storbenen Reichskanzlers Fürsten Gortschakoff in der Familiengruft im Sergiusklostex stark. Gegeywärtig waren der Kaiser, mehrere Mitglieder des Kaüerhauses, der Minister des Aunärtigen, von Giers, und andere höhere Beamte des AUSWärtigen Amteß, die Botschafter Fürst Lobauoff: Rostowx-ki, von Saburoff, von Nelidoff, die gewesenen Bot- schafter Graf Ignatieff, von Oubril Uxxd_von Nowikoff und die Verwandten des Verstorbenen. Vom d1plomatischxn Corps waren anwesend: der deutsche Botschafter, General-Lxeutenant von Schweiniß, der deutsche Militäxattaché, General-L1euténant von Werder, und die Gesandten Schwedens und'Dänemarks. Reden wurden nicht gehalten. Der Kaiser warf dle erste Hand voll Erde auf den Sarg. , _ '

Gestern ist die Krönungskommisfxon nut 1hr_em Vräfidenten, Grafen Vahlen, und das gesammte Cßremomal- amk nach Monau abgegangen. _Zufolge diesbezüglicher Ent- schließung des Ministex-Comités ist Mlerhöchst anbefohlen worden, während des Krönungstages und während der beiden darauf folgenden Tage diejenigen Behörden in S1. Petersburg

und Moskau ruhen zu lassen, welche dadurch keine G2schäft§= ßörux1g erleiden.

_ Die Königin von Griechenland ist gestern hier emgetwffen,

Amerika. Naw-York, 16,Mai.. (W. T. V.) Nach einxr ans Valparaiso eingegangenen Meldung ist der rtedenMertrag zwischen Chile und PSTU durch 0an als Vertreter Chiles und durch den Präsidenten von Nordperu, General Iglesias, unterzeichnet worden. In dem Friedenßvertrage ist bestimmt, daß Tacna und Arica von Peru auf 10 Jahre an Chile abgetreten werden; nach Ablauf dieser Frist sol] durch eine VolkeZabstimmung darüber ent- schieden werden, zu welchem Lande die gkdachtcn Provinzen füx die Zukunft gehören soUen. Derjsnige Staat, der die betden Provinzen erwirbt, würde vérbunden sein, demjenigen lS'tjchme, der dieselbsn abzutreten hat, eine Entschädigung zu "21 en.

Rom, 16. Mai. (W. T. V.) Dem „Myni- zufolge fiydet das nächste Konsistorium

(W. T. B.)

Zeitungsftimmen. Die „Thorner Presse“ schreibt:

franzßfisclxen WollenWaaren in Bradford, konkurrirkn in Birmingham bekgtscher DraHt „und belgisches Spiegelglas durch wohlfcile Zrackxten; Der Prafident der Harxdekskammer von Wolverhampton [agt, daß du: Importfracöt für Nagel aus Deutschland niedriger sei als, die Exportfracht auf derselbe?! Strecke; er preist die im Deutschen Reuber Hefolgte „goldene ngel“, für den Export niemals eine höhere Fracht zuzulaffen _aks für den Import; . . . ,ich kann nicht einsehen, wgrum der Amertkaner im Stande sein soll, wie es jeßt der Ja]! ist, sxme'Wacxrenxon Nkw-York nack) dem Londoner Markk zu bringen fur eme nxedrxgére Fracht, aks wofür 01) sie Von Wolverhampton nach London bangen kannxk !

k Centralblanür da

sDeutscbe Reich. Nr,19.- Inhalt: Zoll und Skeuerwewn: Befa *

gniffe von Steuersieüen. _ Transport- kontrole uber „SW. im Grenzbezirk der ProvinzSchlefien. _Konsulat- wesen:' Ermachtigung zur Vornahme von Civilstan'dßakten. Sjatisttk: Abänderung der Vorsckzristcn ü_ber die statistische Ansckzrei- bung des Veredlungsverke1)rs._ Polizeiwe1en: Ausweisung von Aus- ländern aUs dem Reichsgebiete.

Amtsblatt des Reichs-Postatnts. Nr, 23. _ Inhalt: Verfügungen: vom 3. Mai 1883, Beschreibung der neuen Reichs- Kaffenscbeme zu 20 und 5 .“ _ Vom 7. Mai 1883, Unzuläsfigkeit der Aufbeöung oder, Aenderung von Postnachnabmen.

Iustiz-Mintfterial-Blatf. Nr. 19. Inhalt: Be- kannjmachung vom 1. Mai 1883, bejreffend den von der Feuer- ver 1cherungsgesellschast Colonia zu Cöln eingesandten Prämien- ant er[ aus, den Vexficherungen dec Justizbeamten im Jahre 1882. _ Allgetxeme Verfugung des Justiz-Ministers vom 1. Mai 1883 zur Außfuhrunq des Geseßes von] 20. Mai 1882, betreffend die Für- sorqe fur die WitZWLn und Waijen der umnitfelbaren Staatsbeam- ten. _ Allgcmetne Verfügung vom 5. Mai 1883, betreffend die Verwendunsevon Stempelmatcrial zu stempelpflicbtigen Ptivaturkun- den durch_ dze Notare. _ Systematisches Handbuch der deutschen Rechtskotstenjchast.

Centralblatt der

, , . , Bau_verwaltung. Rr.18.__ Inhalt: Ntchtamtlzcbes: Die anenscbtffabrt der Vereinigten Staaten von Nordamemka, _ Ausstellung auf dem. Gebiete der Hygiene und des Rettungswesens in Berlin 1882/83. 111. _ Der französische Nord- kanal aus dem fsandrischen Koblengeöiet nach Paris. _ Bücherschau.

Nr. 19._ Inhalt: Amtliches: Personaluacbrickxten, _ Gutachten 'derAkadem1e des BaUWesens, de_tr. die zweckmäZigste Art der Ausfüh- rung vo,n Schulbautßn. _ Nichtamtlichc's: ie Eisenbahnfrage in Frxmkrétch. _ Bekletdung von Mauerfsächen mit weißen Verblend- stxmen. _ Eytpfangsgebäude und Nebenanlagen auf den neuen Bahn- hof'en_der Retcbkseisenbahnen in Elsaß-Lothringen (Schluß). _ Eine Missgfippl-Bxfabrung. __ Yermtschtes: Verleihung der Medaillen für Verdtenste um dqs vaterlqndrsche Bauwesen. _ Konkurrenz zur Er- larzgung von Skazen zu emxm Wohngebäude in St. Jobann-Saar- brtzcken. _ Konkurrenz zu emem Denkmale in der Stephanskirche in ern. _ Luftverbrauch bei elektrischer Beke ck okzen- und

' , , , u tung. _ B Ntetverbmdung bc: etsernen Brucken. Winddruck auf Brücken.

Statistische Nachrichten. Gemäß den Yeröffentlichungen des Kaiserlichen Gesund- heit s ;: mts find m her 18. JahreFWoÖe von je 1000 Bewohnern auf den Jahresdurckxjchmtt berechnet als g e storb en gemeldet: in Berlin

Unsere ortswrütspreffe hat auch heuer wieder in iHre'l Pkt"

, . 1 gsf- JÉZÉFM '*hTem Grimm gegen die Regierung Luft JLMÜÖÉ- Wie es liest stütmch anders zu erwarten war. Wlnn man diese Blätter größere!) Ge man glauben, es _existire auf der Mitsu Gotteswät kein be weckt „Yxnsa 915 der zwischen Volk und Reaierung und die letztere bäÉtnjßew s ltexrungeres, als das Volk im tiefsten Abhängigkeitsvsr. der TÜsÖU erba en und dem armen Steuerzahlkr den [eßten Nicks! aus schritts n? [3th pZe'ffen. Selbstversiändlicb smd es die Manner des Fort- und die, d xh 165 teses schlaue Man§ver schon lange durchschaut haben des V lk ? a Finch mit allen &th bestrebt smd, für das Wohl Kam fo es„energtsch einztxtreten. er aber glaubt, daß es in dem M ZJZYZFYUFFMY ?FangiJrung däm ersteren nt'irkkéch Fm

. , ' . s Yetsxtes schon daraus.!)ervor, Yaßdie oFlchYiktZFZÉ-TrtZrBTYZL GT“ sind ÜÉWÜM welche die _Jnterenen des olZes zu fördern bcstimmt

- (: er Wucht bekampfen ",nd zwar einzig und allein aus dem Fortsohnttspartei nicht zum Vorthcile ge-

ij

Grunde, weil solche der

1

in Karlßruhe 23,0, in in Prag 37,1, kZZBrüffel 34,4, in Paris 28,5, ] , , Edinburg 16,3, in Kopenhagen 22,4, in Stockholm 20,6, in Chri- tiania 15,8,

14. April ct,: in New-York 31,1, in 11,7, in Cincinnati 22,5, 17,1, in Kalkutta 24,4, in Bombay 34,8, in Madras _.

Beobachtungsorten westliche und südwestliche, an den nord-, ost- und

26,8, irt Bresxau 34,4, in Königsberg 30,4, in Cöln 22,7, in Frankfurt a. M. 25,1, m Hannover 23,5, in Caffe! 19,1, in Magdeburg 27,8, in Stetttn 24,4, in A(torxa 21,2, in Straßburg 32,1, in Meß 18,6, in Münckxen 33,4, in Nurnberg 31,2, in Augsburg 41,8, in Dres- 0871 30,4, in Leipzig 26,9, in Stuttgart 19,6, in Braunschwei 33,3, Lamburz 29,3, in Wien 35,4, in Budapet 35,8,

riest _, in Krakau 46,7, in Basel 24,6, in Amsterdam 25,7, in London in LiVerpool 26,0,„ in Dublin 34,0, in

in in Glas,;ow 31,4,

in St. Petersburg 38,9, in Warschau 33,7, in deffa 33,3, in Rom 39,4, in Turin 25,8, in Bukarest 32,5, in Madrid 48,9, Alexandrien (Egypten) 45,6. _ Ferner aus der Zeit vom 8. bis biladelphia 25,6, in Chicago

St. Louis _, in San Franzisko

!

in

mitteldeutschen östliche und nordöstliche, in Cöln südöstliche Luft- strömunzen, dte _an den meisten dieser Staiionen am 30. April nacb NordWe-t und m detx leyten Tagen der Woche wieder nach Nordost ginaen._ Zn Cöln und m den süddeutschen Stationen ging der Wind am 1. Ma: nach" Ost xxnd Nyrdost, in München und KarlSrube mit west- lichen und „sudwestltchen, tn Cöln mit nordwestlichen Winden wechselnd und lief m den leßten Tagen der Woche gleichfa11§ nacb Nordost. Die Temperatur der Luft lag an aUen Stationen unter der normalen, namentlich waxen die Morgentemperaturen sehr niedrige und sank das Thermometer m Bremer) und Hetligknstadt noch unter 0Gr. C. Zu Ende der Woche nahm jedoch dt_e Luftwärme allgemein zu. Nieder- schläge waren an den ost- und suddexztsckzen Stationen häufiger, auch ergiebig. Aus Breslay w_erden Gewttterentladungen gemeldet. Der beim Wochenbeginn medrtge Druck der Luft _zeigte im Allgemeinen nur mäßige Schwankungen. An den süddeutjchen Stationen nahm der Luftdruck in den ersten_ Tagen der Woche erheblicher zu, sank am 1. Mai, stieg am 2. Max von Neuem, zeigte aber am Schluß der Woche Netgung zum Sinken.

Die Sterblichkeit hat in der Berichtßtvocbe in den größeren Städten Nord- und Westeuropas ab-, in' den mittel- und südeuropäi- schen vielfach zugenommen. Die angememe SterblichkeitSverbältniß- zahl für die deutschen Städte stieg wieder auf 27,9 von 26,9 der Vorwoche (pro MM und Jahr" berechnet) und zeigt sowohl eine Steigerung des Antbeils des Sauglingsalxers "an der Sterblichkeit wie ganz besonders der höheren Alkersklane (uber 60"Jabre). Von 10000 Lebenden staxben aufs Jabr'berecynet 85 Saugkinge gegen 81 der Vorwoche, rn Berlm 82, m Munchen _126.

Unter den TodeSursachen Waren akute „entzundlxcbe Prozesse der Atbmungsorgane die in unerheblich gestergxrter Zahl zum Tode führten, während von den Infektionskrankhcrxcn nur Masern_ und Kindbeüfieber eine ejwas gröJJére Zahl von S_terbefßllen gls tn„der Vorrvoche bervorriefen. Die asernepidemie M Gretz, Zetß, Wurz- burg bat bedeutsnd nachgclaffen, in München, Naumburg, _Branden- burg und namentlich in Berlin sticxj die Zahl der Todesfalle erheb- lich (auf 34). Auch in Paris, London, GlaSgow, Liverpool, Prczg, Genf, Rom und besonders in Madrid herrschen Masern recht bösarttg. Auch in den Regierungsbezirkxn Hildesheim, Trier,Stettin,fiz1d Masern häufig. Das Scharlachfieber zeigte in Dresden, Darmstadt eme Steige- rung, in Berlin, Hamburg, Hannover eine Verminderung dex Todes- fäÜe. _ Diphtherie und Croup zeigte keine wesentliche eranderung in ihrem Vorkommen. In Dresden, Berlin, Hamburg, Wien, War- schau, Paris wurde die Zahl der Todesfäl-Xe etwas kleiner, in Königs- berg, Elbing, München. Leipzig, Hannover, Hildesheim, St. Pelers- burg etrvas größer. _ Typhösc Fiebkr jraten meist in beschränkter Zahl auf. nur in Alexandrien wurden Typhusfäüe häufigkr. Auch Sterbefälle an Flecktypbus wurden seljencr gemeldet; aus Königsberg, Krakau, Warschau, Saragossa kamen je 1, aus Malaga 2, aus London und Valencia je 3, aus Madrid 4, aus St. Pexersburg 7 zur Mittheilung. _ Der Keuchhusten bedingte irz Nurnberg, Hamburg, Berlin, Hagen mehr, in Wien wem er Todes- fäUe. _ Darmkatarrhe der Kinder waren in Mün en, Wien Prag, Paris, St. Petersburg, Warschau Häufiger Todesverqnlaffurzg. _ Dem Kindbetifieber erlagen 25 Frauen. _ Pocken zeigten sich etwas seltener. Aus Kutschen Städten wurden 6 Todesfälle (3 aus Breslau, 2 aus Frankfurt a. M., 1 aus Offenbach) gemeldet. Er- krankungen kamen aus Berlin 2, aus Offenbach 15, aus den Regre- rungsbezirken Wiesbaden, Aachen, Trier, Erfurt 17 bezw. 5, 4 und 1 zur Anzeige, In beschränkter Zahl traten Pocken in London, Krakau, Amsterdam, Liverpool, Birmingham, Liffabon, Wien, Prag, Brüssel, Warschau, St. Petersburg, Malaga auf, in größerer Zahl zeigten fie fick; in Valencia, Madrid, Alexandrien, Rotterdam, Paris, New- Oxleans und Bombay.

Knust, Wissenschaft und Literatur.

_ Das kürzlich_auSgegebene 7. Heft der .Bescbreibenden Dar- stellung der alteren Bau- und Kunstdenkmäler der Prov_i_nz Sachsen_ und angrenzenden Gebiete“ bat die Gras1chaft Wermqerode zam Geamsiande, Der Bedeutung dieses an intereffanten Denkmälern jeder Ark besonders reichen Landes- lbeils enfspreäyend, isj dieser Theil der bekanntlich von der Historischen Kommission der Provinz Sachsen betanßgeJebenen, im Verlage von Otto Hendes in Halle erscheinenden Publi aüon ungewöhnlich um- fangreich und nicht minder anziehend. Die Darstellung der natür- lichen und geschichllichen Orks- und Landeskunde der Grafschaft lag dieSmal in den Händen des durcb seine urkundliében For1chungen und seine Kenntniß des Hier in Fra e kommenden Gebiets Wohlbekannten gräfiickyen Bxbliotbckars und rcbiv-Raths Dr. C. Eduard Jacob's, während die Beschreibung der Denkmäler selbst wieder von dem Königlichen Bauinspektor a. D. Gustav Sommer besorgt Worden ist und fick) durcb . Gründlichkeit und eingehende Behand- lung aller kunsthistonsck) bemerkenswertk-en Denkmale aUSzeichnet. Aus dem hier zunz ersten Mal ins Werk gesetzten Zusammen- wirken, wie solches m der vorjährigen Sißung der Historischen Kom- mission vereinbar! Worden war, nämlich eines mit der Kunstgeschichte vertrauten Architekten, der, die Beschreibung der Denkmäler zu be- syrgen Hat, und eines mögltchst dem Gebiete .selbst angehörigen Histo- rtkers für die Darstellung der natürlichen und qeschichtlichen Landes- knnde _ haben “[ich schon für dieses erfteHeft, bei dessen Bearbeitung nach dteser Anwe1sung verfahren Worden, mannigfache Vortheile er- geben; wie das Voxwort hervorhebt, vor AÜem der, daß nicht nur Alles noch Vorhandene in Originalaufnahmen gezeichnet und an Ort

und SteÜe verglichen werden konnte, sondern auch bei näherer Ortskunde und mjt „Hüsfe der bereitsiegenden Quellen nicht leicht etwa W1ch1tges anz übersehen wurde.

Daß diese reorganisirte gründÜchere Beband ung einem natürlich, ge- schichtlich 1_md archäologi1ch glercb bedeutsamen Gebiet wie die alte Harz-Grassthast, zu Gute kommt, ist doppelterfreuliäb. _ Die Ein. leitung bietet, dem neuen P[ax1e gemäß, zunächst eine aügemeine landeskundliche Uebersicht über die Bodenformation, Gebirge, Tief- land und Gewässer, und eine Beschreibung der Zusammenseßung des Gebirges, seiner Erze_und Gesteine, beschäftißf fich dann mit dem Walde, an dem die Grafjehxxst ganz besonders reich ist, und der Be- deatung der Bodengestalt für 151€ Ansiedelung, die Beschästigung und die baulichen Anlagen der Bewohner, giebt eine Statistik der Be- völkerung, untersucht die gesch1chtsiche Folge der OKSansagen nach den NamenSendungen, besprichT die_Bedeutung der Schlöffer und Burgen, Tbürme und Warten, Schlage, Knicks und Klausen, ferner die Ortsanlagen der NeuzZit und „giebt „endlich eine gedrängte Uebersicht der Geschichte des Gebtets unter Grafen Theti und Wikker (vom 9. bis ins 11. Jahrhundert), den Edlen von Becken- stedt (bis ins 12. Jahrhundert), den Grafen von Wernigerode und den Grafen zu Stolberg (sext 1429), Am Schluß werden auch die Stammbäume des Grafenhauses mitgetöeilt. _ Darauf beginnt mit Altenrode in der gewohnten alphabetischen Folge die Beschreibung der Hauptorte der Grafschaft und ihrer Denk- mäler. Zu den kunsthistorisch interessantesten Abschnitten gehört der

über Drübeck und die alte romanische Klosterkirche daselbst, die im

Gxund- und Aufriß' abgebildet ist, und aus deren Inneren! véeke

Emzelheiten, namentkéb x_nebrere der prachtvollen Kapitäke aus dem

Schiff, und der Krypta mttgetheilt werden, Ekn separates mestöla?

3?th m getreuer Reproduktion cinen großen geskicktm Teppich mi btbl'rschen Szenen, ays dem alten Kirchextscka8 des Klosters. In dem Arttkel Jlsan-urg wtrd die alte romanische Kircke des Benediktiner- klosters, nachst dem Schlosse, eingehmd beschrieben und außer

ngiteüep, Grabsteinen 2c, auch der schöne geschniste Altar mtt [einem reichen figürlékhen und ornamentalen Schmuck auf emer beigegebenen Lichtdrucktafel vor Augcn geführt.

Auch einige sehr alte Wandmalereien (Kreuzig

un und Maria mit dem Christuskinde, g

wache bei der Reparatur der Kirche kürzlich auf“ gedeckt wurdcn, md xm Facsimile (nach den ergänzten Originalen) de_m T_ext ekngedruckf. Aus Veckenstedt wird eine alte schöne Truhe mtt mkher gothischer Schnißarbeit abgebildet. Die bei Weitem ber-

Bcim Beginn der Berichtswoäye herrschten an den süddeutschen

vorragendsten und interessantesten Abschnitte des Heftes find selbst" verständlich diejenigen, welche die Hauptstadt der Grafschaft zum