„. Zur Begründunk; der Exbreckztsklage des iskus aufeinen erblosen Nach aß gehört„gegenüber einem m Auf- gevowverfahren angemeldeten Pratendenten, nach einem Er- kenntnis; de_s Reichs_ger1chts, vom 1. Februar d. J., nicht der Nachnzets, daß em zur Erbfolge Berechtigter nicht vor- handen se!-
- Der inserliche Botschafter, Fürst v on Hohenlohe,
Varid mtt kurzem Urlaub verlassen. Während seiner . Wesenheit fungirt "der YotschastS-Sekretär von Bülow als zntzxzmiftischer Geschaftstrager.
.. Der neu ernanyte kommandirende General des )„Urmee:Corps, General:L1e1ztenant von Gottberg, bisher Gouverneur von eraßhurg 1. E., ist zur Abstattung pe1sön- (jeher Meldungen hxer emgetroffen.
_ S. M. Kbt. „Cyclo'p“, 4 Geschüße, Kommdt. Kopf.: Lieut. Kelch, tft am 11. Zum e_r. in Mqlta eingetroffen und beabfichtigte am 16. Zum cr. die He'xmretse fortzusetzen.
_ Als Aerzte haben sich„niedergelaffen die Herren: ])x, Blascth- Ük- DÜWPSky- ])k- FULL, ])k- Georg Heimann und Dr. Caesar Heimann, Kauffmann,.Dr. Manché, ]))". Neuhaus und 0x. Sieber in Berlm, Dr._Remke in Spantekow, Trinkhoeffer als Asfiftent der gynäkokqgtsckxen Klinik und Orths als Assistent der medizinischen Kltmk 111 Bonn, Klosterhalfen in Dormagen und PoenSgen in Düsseldorf.
Bayern. München, 12. Juni. (W. T. B.) Der General-Stabsarzt und Chef dsr Medizinalabthd'ilung des bayerischen Kriegs-Ministeriums, Dr. von Lenk, “ist gestern geßorden.“
Württemberg. Friedrichshafen, 9. Juni. (Stz-A.
“H, W.) Der König ist heute Mittag bei ste_undkich-„r Witte- rung nebst Gefolge mittelst Separatzugs [ner emgetroffen. Se. Majestät wurde bein) Austritt auß dßm Bahnhof von der zahlreich versammelten Einwohnerschaft, m_xt Hochrufen empfan- .gen und fuhr sodann unter dem Gslänte der Gwcken und den Salutschüffen der im Hafen befindlichen Dampfboote durch die bessaggten Straßen der Stadt in das Schloß. Das Aus- sehen Sr. Majestät ist ein gutes, und es läßt „steh hoffen, daß der hiesige Aufenthalt zur da[digen voüständxgsn Wtederher: ßellung des Königs beitragen WILD?-
SckWarzburg: Sondershausen. S 0 nd e r s hau s e 31 , 8. Juni. (Leipz. Ztg.) Nachdem die EtatSberatbungen nn Landtage: zu Ende geführt, duxä) wslck)? den Beamtzen be- trächtliche Gehaltserhöhungen bermÜigt worden, smd _m der vorgestrigen Sißung die Eisenbahnvorlagen durch exnstxmnnge Annahme erledigt und somit der Bay der Effendahne'n Hohenebra-Edeleben und Gehren-Großdrettenbach emstnnng beschlossen worden. Der Landtag hat ferner („F50 000 afl: filr dai; Grundbuchwesen bewilligt und du», 'Rdmerxmgsvorlage, betreffend die „Kar1Günther-Stistung“, etnsnmm1g angenom- men. Durch dieselbe wird zu Gunsten der Staatsschglanstalten in Arnstadt und Sondershausen, des Landes-Semmars,„zu GehalthuschÜffen der Geistlichen und Lehrer 2c. em Kaprtal
genehmigte schließlich mitWL gegen 45 Stimmen den Antra
in die Spezialberathung der Bill, betreffend die dem AdmircF Lord'Nlcester zu „gewährende Dotation einzutreten, und erledtgte die“ Spezialberatbung dsrselben unter Ablehnung aller dazu emgebrachten AbänderungSanträge. Der Antrag aztf Vornghme der Spezialberathung über die Bil], betreffend dte Dqtanon für General Wolseley, wurde mit 166 gegen 20 Sttmmen ebenfaüs angenommen und die Bill unter Ab- lehnung aller Ymendemcnts in der Spezialberathung genehmigt,
. Frankreich. „Paris, !).-Juni. (Fr. Corr.) Man [rest nn „Mémortal diplomattque“: Lord Granville hat de_n madagassischen Gesandten den Rath gegeben, stch 31111; Frankreich Tu verständigen upd einen Kampf nicht zu verlcjpg-ern„ m we chem die fratxzöstsche Regierung sicher sei, zu trru'mpwren. EU hat den Ge1andten bedeutet, daß keine curoyätsche Macht, zu Gunsten Madagaskarß interveniren werde, und daß es folgl1ch besser wäre, die gegenwärtig von der fran- zöfischen Republik auferlegten Bedingungen anzunehmen, als noch länger zu warten; denn 12 länger der Konflikt dauern werde, desto härter würden die französischen Forderungensein. L_ord Granville hat hinzugefügt, daß die englische Regierung dxe prompte Wiederherstellung des Friedens zwischen Frankreich und Madaancar wünsche.
_ 10. Juni. (Köln. Ztg.) Die Truppen, welche nach Tonkin abgehen sollen, wenn sich die dortige Lage verschlimmert, sind bereits bezeichnet; sie bestehen aus 3000 Mann der Fremdenlegion, 3000 Mann algerischer Scharf- schüßen und einer Anzahl vierter_Bataillone, die sich gegen- wärtig in Tunesien und Algenen befinden. In Toulon liegen die Transyortschiffe für diese Trupéen ereits seefertig.
_ 11. Juni. (W. T. B.) In dczr )cutigen Sitzung der Deputirtenkammer legte der Minister der öffentlichen Arbeiten die mit den Eisenbahngesetlschaften Lyon, Nord, Ost und Süd abgeschlossenen Konventionen _vor. In denselbsn werden die neu zu bauenden Linien fest- goseßt, von denen 2000 ](m auf die Lyoner Eisenbahn: gesLUschast und 400 auf die Noxd-Eisenbahmgesellscbaft Entfallcn. Die Gesellschaften partiz1p1ren an den Kosten in dem Verhältniß von 50 000 Fr. per Kilometer. Das Maximum der Dividende wird für die Lyoner Eisenbahn- neseUfckmft auf 75, für die Süd-Eisendahngeseüschaft auf 50 festgefeßt. Von dem etwaigen Ueberschuffe erhält der Staat zwei Drittel, die GeseUschaften ein Drittel. Faüs der Staat auf die ihm zustehenden 10 Proz. der,Einnak)men aus der Personendeförderunn verzichtet, ermäß1gen die Gefeüsck asten die Tarife für die Beförderung in der ersten Wagenklasée um 10, für die in der zweiten um 20 und für die it) der dritten um 30 Proz. Die Konventionen wurden der Eisenbahnkom- mission überwiesen. , _
Die äu ßerste Linke hat beschlossen, d1e Reg1erung un- verzüglich über die Tonkinfrage zu interpeüiren. _ Nach hier eingegangenen Meldungen aus Saigun lauten die Nachrichten aus Tonkin zufriedenstellend. Die Verbindungen zwischen der französischen Citadelle und den auf dem Flusse vor Anker liegenden Fahrzeugen dauern ungehindert fort.
von 900 000 „M aus dem Kriegskostenentschädigungsfonds als dauernde und unwiderrufliche Schenkung des Staates bestimmt.
_ 9. Juni. Der Landtag hat gesterq „seine Be- rathungen beendet und ist hierauf vom Staats-Mmtster Rem- hardt mit *einer Rede geschlossen worden.
Großbritannien und Irland. L o n d o n , 9. Juni. (Aüg. Corr.) Wie die „Times“ erfährt, bleibt die madagas sjs che Ges andtschaft in London nicht auf Exsuchen der englxschen Regierung, sondern um weitere Jnstruktmnen v_on der_Hova- Königin abzuwarten. Ein nochmaliger Besuch, 111 Part? yor ihrer Heimkehr wird von der Gesandtschgst nzcht beqbftchngx, aUein es verlautet, daß, währdnd ste Ytüeqs sst, m1t Frankreich einen Vertrag zu verembaren,„ akxnltck) den mit anderen Ländern geschlossenen Verträgen, ste s1ch atzf die Er- örterung irgend einer das Protektorax Franreichs über MadagaScar in sich schließenden Frage mcht emlaffen woÜe.
_ 11. Juni. (W. T. V.) Das Oberhaus 1xahm'heute mit 165 gegen 158 Stimmen in zweiter Lesung d1e V1l1 an, durch welche die Ehe eines Wittwers nnt se1ner Schwägerin legalisirt wird. "
Jm Untejrhaus e erklärte der Unterstaats-Sekretax des “Aeußern, F*ißmaurice, auf eine Anfrage,: nach Pertchten des englischen Geschäftsträgers in Konstaptmopel hatten _die englischen Kaufleute in Korzstanttnopel dt-Zher mkht gegen die Erhebung der Zölle? nur 8 Proz. dc] W10r€m Yko: testirt. Der Geschäftsträger se: darauf mßrmrt worden, diese Zölle zu acceptiren, vorauSgeseßt, daß dre ._engltschen Kquf- leute auch nun nichts dagsgen emzuxvendep hatten. _ Wetter theélte der UnterstaatS-Sekretär m1t: dte Ncmerung habe von Frankreich keine Erklärung verlangt wxgen der am 2. d. M. von dem Minister,Cimllenzel-Lacour_ nn Senat - ethanen Neußerung, betreffend dte Au'frzäzung Chtn as gegen ;rankreich durch eine ihm (dem Mmtfter) dekannte Macht. Die Regierung habe nicht geglaubt, daß diese Aeußerzxng irgendwie England berühren soÜe. _ Jr? Beantwortung emer Anfrage Churchills verlas der ermwr _Gladstone De- VLschen MaletS, in denen außgefuhrt wxrd, daß das Über Suleiman Samis gefälLte Tode93urtl)e1l gerechx set. Ferner v_er1a§ Gladstone eine Depesche Lord Dufsfemns vom h_eu- ULM Tage, in welcher erklärt wird, daß dte von Church11l 028211 den .thedive erhobene A'nklage der Mtt-
chuld an den Niedermeßelungen eme gryndlose Ver- [SUWUUI sei, Northc-ote beantrggte dxe Vertagung W HUUsLS, um Aufklärungen über dte Haltxmg der Regie- rung bexreffs der Hinrichtung Suleiman Sa11_11?3 zu erhalten. Chlxkch1ll griff die Regierung auf da? Heftlgste an und be- 31chklgts den Khedive aufs Nena der Mttjchuld an den Nteder- MLßslUpgen in Aléxandrien. Der Vremjer entgegnetex" wenn Churchu] auch nur eine Idee von Verantmyrtüchkett hatte, so Würde er nicht so schamlose, falsche Beschuldtgu'ngen gegen den Khepwe und die Richter einschließlich der engxxschen Und 1ta- [xemschen Mitglieder des Gerichtshofes vorbrmgen. Yxe'Re- MMW stüße steh auf die Berichte eines vertrauenswurdrgen kompetenten Agenten. Im weiteren Verlaufe der SiSUUg MUM der Antrag Nokthcote auf Vertagung abgelehnt. _
Dgs „Reutersche Bureau“ mekdet aus Meldourne: dte austrahschen Kolonialregietungen hätten dezr englxschex1 Regle- rung m an dieselbe gerichteten Depeschen du», Annextdn der Neuen Hebriden, der Salamonsinseln sonne noch anderer Inselgruppen im Stiklen Ozean anempfohlen-
_ 12.Ju11i, früh. (W. T! B.) Das Unterhaus
Der Munizipalrath von Parjs nahm mit46gegen 10 Stimmen den Antrag auf Beseittgung der Ring- mauer und der Befestigungen von Paris an.
Italien. Rom, ,11. Juni. (W. T. B.) Bei den Munizipalwahlen sregten fastsämmtliche von der katho- lischen Partei aufZZsteUte Kandidaten.
_ 12. Juni. ( „T. B.) Nach dem nunmehr vor- liegenden definitiven Resultat wurden bei den Munizipal- wahken 14 Kandidaten gewählt, wslche aUen Kandidaten- listen gemeinsam angehörten, 8, die' sich ausschließkich auf der Liste der Liberalen befanden, 8, dw guf der Liste der Kleri- kalen und des Vereins der gemäßxgt Liberalen, standen und 4, die ausschließtich von den Klerikalen aufgestellt waren.
Türkei. (W. T. B.) Der „Polit. Corresp.“ wird aus Konstantinopel gemeldet: Die Verluste der tür: kisckwn Truppen in dem Gefecht am 2, d. M. betrugen 30 Todte und 100 Verwundete. Am 6. d. M. fand bei Hum ein kleines Scharmützel statt, welches edock) unent- schieden blieb. Die Pforte ist entschlossen, Ver tärkungen nach Ober-Albanien zu senden, um die Bewegung ener- gisch zu unterdrücken. „
Konstantinopel, 12, Zum. (W, T. B.) „Das Patriarchat und der Vdrstand der hiesigen grtechi- schen Gemeinde Überretchten' derPforte ein Gesuch um Aufrechterhaltung ihrer alten Prtvtxegten und Gerechtsame, da die Pforte beabsichtigen sol], d1e bisher der Jurisdiktion des Patriarchats untersteUten Fragen der türkischen Jurisdiktion zu überweisen.
Rumänien. Bukarest, 11. Juni. (W.. T. B.) Die Kammer beschloß heute eine Jmttativkoymtisston zu wählen zur Ausarbeitung eines Entwurfs für die Verfas s ungs- revis ion.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 11. Juni. (W. T. B.) Nachrichten a112-_Semipalatinsk zufolge ist der russische Grenzregulxrungskommissar, General Bobkoff, heute dort durchgereist, um steh nach der Grenze .zu begeben, wo er eine Zusammenkunft zmt dem aus Shan- ghai kommenden chinefisch_en,Komm1ssar haben wird. An der Grenze herrscht vollstandig; Ordnung. ' ' .
_ 12.Ju11i. W. T, B,) Dre Ober-Poltzetmetster von Moskau und t. Petersburg, Koslo'cp und Gresser, sind in Anerkennung ihrer Leistungenubct den Krönungs- feierlichkeiten zu General-Lieutenaxus byfordext wqrden. _
Der GroßfüfrfthKlonstYUtln IYZcolaxewUsch mmmt
einen Sommerau ent a t in am um . s Moskau, 11, Juni, Vorm.11 Uhr 50 Min. (W. T._B.) Vor seiner Abreise von Moskarx versammelte der Katser die gesammte Krönungskomnnssion un Pßtrmyskr-Palast und dankte derselben in huldvoßen Worten fur die vortreff- lichen Anordnungen, die von re1ch3m Erfolge gekront wurde;,n seien. Der gute und ungestörte Verlquf der ganzen Kro- nungsfestlichkeit sei vor Allxm 'der Settens der genannten Kommission entfalteten Thättgkett zu danken. Jedes" Kom- missionswitglied erhielt die Erxaudnxß, als dauerndes außeres Andenken die Chiffre des Katscxrbchen Namenszuges, 1v2lche bisher das Abzeichen der Konnmsfion brldete, auch ferner zu tragen.
SckWeden und NorWegen. Stockho'lm, 6. Juni. (Köln. Ztg.) Der frühere Sxaatsrath Tbyjextus' rst vom Könige beauftragt worden, cm neues Mtnxstertum zu- sammenzustellen.
' und machen ihm
Zeitungsftimmeu.
Dre _„Staatshürger-Zeitung“ schreibt unter der Ueberschrtft „Dex ,Sreg der guten Sache“:
Nachdem al] etttg aankannt worden war, daß die Vorlegung des Reichöhau§b9lt5= fats fur 1684/85 keine Schmälerung der ver- fczffungßmaßrgen Rechte'des RetchßFagS involvire, war die Frage, ob dre Berathung nothwendt und nüßltch sei oder nicht, von durchaus unter-
eordnetxr Bedeutung. uéz dtesem Grunde konnten wir denn auch den
abel etnzelner fortschrittltchen Blätter über die Annahme des Richter- schen Antrg es, welcher den ga„nzen Etat in die Kommisfion verwies, mcbt begret en. „ Lange_btelt dieser Jubel, in wcjchem sich eine gewiffe Schadenfreude uber „„eine Niederlage Wißmarcks“ ausprägte, nicht an. Dre Nachricht, daß dre Kommtsfion ernstlich an die Beratbung geben und dre Fesxstellung des Etats ermö lichen werde, trat mit allzu großer Bestimmtheit auf, um noch weifel darüber aufkommen u lfcxffen, und so mußte man fich Wohl oder übel in das Unvermeidlitze ugen.
Seitdem ist nur) der Etat auch im Plenum in zweiter Lesung durchberatben und nichts steht seiner vollständigen FeststeÜung in dritter Lesmxg entg'egen, Von all' den Befürchtungen, welcbe gewiffe Blätter alltaglich tbren Lesern auftzscbten, ist keine einzige eingetroffen und das Schreckgespent dex Reaktion hat sich als ein Nebelbild er- wiesen, das fick) der irklrchkeit egenüber sofort verflüchtigt hat.
Das Publikum ist um_ eine rfabrung reicher: es weiß jeßt, was es von den Schwarzmalereten gewisser ZettungSyrgane zu halten hat und wird dieselben künftig mit großer Vorstcht aufnehmen, und darum glauben wir, daß die Andeutungen, wie z, B. „der Fürst Bis- marck bat den Etat und braucht "den Reichstag nicht mehr!“ heute nicht mehr ziehen Werden. Der Furst BiSmarck, “davon dürxte jeßt sckpon jeder überzeugt sein, verfolgt sein Ziel mit elner Sicher eit und Energie, die ihreSgleichen suchen, und da wäre es doch wohl kleinlich gedacht, wenn man annehmen sollte, daß er vor den Schwierigkeiten, welche fich ihm auf dem Gebiete der sozialen Geseßgebun entgegen- stellen, zurückschrecken werde, für Welche er nach Festtellung des Reichsbauöhalts-Etats Zeit und Raum gewonnen bat.
Wir baden neulich über den Unterschied zwischen dem deutschen und englischen Parlament gesprochen; wcnn Jemand irgend etwas zur Außgleichung dieses Unterschiedes gethan hat, so ist es der Fürst Bitharck gewesen, indem er dafür gesorgt hat, daß dem Reichstage bei seinem nächsten Zusammentritf nur bestimmte Fragen von der aUergrößten Wichtigkeit vorgelegt Werdcn, denen gcgenüber jeder Ab- geordnete arbe bekennen muß. Das Unfallgesey, die Alters- und Jnvalxdenversorgung find Institutionen, für die das gesammte deutsche Volk das lebhaftk-ste Jnfcrcffc hat, und mehr als sonst wird es das Kampfspicl beobachten, welches 111) im Parlament dar- über entwickeln wxrd. In Folge dessen wird ich aber auch jeder Ab- geordnete der VeranUvortlichkeit für sein Votum seinen Wählern gegenüber bewußt sei_n Und darum weit mehr seiner Ucberzengunq als einer gewissen Partetdisziplin folgen, die ihn zu einer Stimmmaschine berabwürdigt .....
Wir haben uns nicht geirrt und werden uns auch ferner nicht irren, 'w"cnn wir behau ten, daß die Vertreter des Volkes in ihrer Majorttat schließlich de) das thun werden, was fie im Interesse des deutschen Volkes für nothwendig halten. Möge der Kampf aucb nochd so heftig sein, der Sieg wird endlich doch der guten Sache wer en. - _ Im Hinblick auf die Klagsn über die außergewöhn- lichen Beschwerden der Reichstags: und Landtagssesswn bemerkt der „Westfältsche Merkur“:
.Es hilft da kein Mundspißen, es muß epfiffcn sein, und Wenn uns das Abgeordnetenhaus nur ein gutes ktcmek-politisches (Gesetz be- schecrt, so werden die Wähler dem Fürsten BisMarck noch dankbar sem, daß er die .Herren nicht nach Hause nchen läßt. Es sollten aber gerade die Liberakcn bei ihren ewigen Klagen uber die parla- mentarische Lage begreifen, das; man ohne zweijährige Etatspcrwden keine Besserung schaffcn kann. reilikb hat das Centrum auch da- gegen gennnmt, aber hauptsärblch nur aus dem (Grunde, damit es Gelegenheit habe, die kirchenpolitische Bcdrückung der Katholiken nach deürfniß zum Gegenstand seincr Beschwerden zu machen. Wenn durch eme Revision der Maiaescye dieser Gesicblspunkt fortfällt, wird die Mehrheit des Centrums sich ohne Zuzeifcs für ziveijäbrige Etats- periodcn entscheiden."
_ In den „ amburger Nachrichten“ findet sich ein Artikel gegen dte Foxtschrittspartei, in welchem ein Frei- hänckdler folgende Zugeständnisse über unsere Reformpolitik ma t:
,qu die wirtbschaftlicben Pläne betrifft, so find wir, die Mit- glieder emcs glücklichen Gemeinwesens, das m Laufc der Jabr- bundcrte durch seine günstige Lage und den Fleiß scincr Ve- Wobner groß geworden ist, im Stande, auf den Schuß unserer Arbeit und Produktion zu verzichten; wir empfinden ihn sogar als lästixen “ wang, Wollen mit Recht nichts von ihm wissen
Öppottion, so weit es in unseren Kräften steht. Ob abcr die noch vielfach zurückgebliebcne Indnstric des Inlandes nicht durch Schußzölle gestärkt und der fremden Konkurrenz gegenüber lebensfräftigcr Werden und durch ihre Vli'ttl)e Wohlstand in weiten Kreisen verbreiten würde _ wie "a Schuyzoll der amerikanischen Industrie zu ihrer unvergleichlichcn ÖM!» verholfen hat _ ist eine Franc, die erst die Zukunft lösen. wird, und die mit einem noch so „entschiedenen Nein“, selbst Wenn es von sogenannten Sachkundigen ausgeht, nicht erledigt werden wird. Sehr wohl möglich ist es, daß auch in dieser Frage die oft crprobtc Intuiton des Kanzlers das RiÖZF trifft.
(16 aber die sozialpolitiscbcn Abfichtcn dcs Reichskanzlers anlangt, so mökxcn seine cbcnsoselbstbcwu ten, wie kurzsichtigcn Gegner Tic!) überzeugt )akten, daß, wenn der immel ihn dem Deutschen Reiche noch einige Jahre erhält, seine Pläne für das Wok)! der Ar- beitkr nicht nur in Deutschland zur Ausführung gelangen, sondern ihren Siegeslauf durch die gesammte civilisirte Welt antreten werden.“
_ In der „Schlesischen Zeitung“ lesen wir:
Seit dem Beginn dieses Jahres hat die Regierung in der par- lamentariscbcn Arena Erfolg auf Erfolg erzielt. Das Ab-
eordnetenbaus ist ihrem Verlangen, die wenig bemittclten Volks- ?chichtcn von direkten Staatsstcuern zu entlasten, durck) die Be ei- tigung der beiden uniccsten Stufen der Klaffcnstcuer und durch r- lsichterungcn für die nächsthöheren weit cntgcgcngckommcn, und jedenfalls wird fick) die Zahl dcr Exekutionen fortan sehr erheblich mindern. Die auf rbaltung cines so[iden Vanernstanch gerichteten Bestrebungen erfahren durch die neue Subbastations- ordnung und die ihrem Absckzlusse cntk'je cngebcndc Landgüter- Ordnung für Brandcnburg xine wescnti e Förderung. 'Der Vorlage bezüglich der Sekundarbabnen ist allgemein zugestimmt ivorden, auch haben die früheren Gegner der_ Verstaatlichuna der Eisenbahnen keinen Anstand genommen, der Regtertxng weitere Mittel zur Vcrvollständigunn dcs Staatsbabnnexxcs zg bewtÜtgcy. Der [eb- bafte Jntcrcffenkamvf, welchen das Kanalprojekt wachrtcf, hat mit fast unveränderter Annahme der Regierungsvorlage semen vorläufigen Abschluß gefunden. Auf dem Gebiete der Verwaltungsreform stkbt die wichtigste Entscheidung noch aus, dix Regiexung aber hat wcnigtens insofern bereits einen großen prinziywÜc-n Steg crstrittcn, als elde Häuser des Landtags in die V_ereir_ngung des Bezirksrathes und des Vchalfungögcrichts zu eme: ctnhcttlicbmt'Bebörde. in welcher, von einzelnen AUSnahmcn abgesehen, dcr Regierungs-Präfident den Vor- fix; führt, zugestimmt haben; Im Rgtcbstage, dessen Zusammen- Feyung fm: die chirrung kerneswegs gunstig ist, hat die erste der ozialpolitischen Geseßesvdrlagen ,eine überaus imposante Majorität auf fich verei11x?t; dj_e beftrg umstrittene Novekfe zur Ge- werbeordnung 1t gletchfal1s mit erheblicher Mehrheit zur Annahuxe gelangt. Dem in der Kaiserlicbxn Botschaft ausgedruckten Wunsche cntspretbend, bat die Kommisfion des Reichs- tags „dre Vorberatbung des Etats pro 1884/85 binnen kürzester Frist erledtgt' und schon ist das Plenum in der Spezialberatbung _ wie * Herr Rachter klagte .th SturmeSeile“ _ weit vorgeschritten. Alle.