Erste Beilage
zum DMÜÉZM RCÜÉS-AUJLZJLT UW 115111ng Prezxßisxkxén SMÜW-WZJLÜJW
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Berlin, Freitag, den 29. Juni
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Preußen. Berlin, 29. Juni. Im weiteren Ver- laufe der geftrtgey (16.) Sißung des Herrenhauses empfahl Herr von Wmterfeld Namens der Kommission dem aus dem Abgeordnetenhause in abgeändertsr Fassung zurück- gxkommenen Entwurfs der Landgüterordnuna für die Pro- mnz Brandenburg die Zustimmung zu ertheilen.
, Herr Graf v_on Nrnin1:Voißenburg befürwortete dißsen An- trag. Wenn es 1hm auch erwünscht gewesen, daß die früheren Beschxuffe des Hßrrenhauses, entsprechend den Wünschen des Vroomzxal-Landtages, Geseß geworden wären, so sei doch zu- zugeben, daß auch du'- Höferolle das von ihm gewollte Ziel, wenn auch auf ankxemxm Wege, verfolge. Uebrigens sei es ein großxr Jrrthum, dae mtendirte Jnteßaterbfolge als eine ultra reakttonäre Maßregel darzustellen.
HLW Graf vqn-der Sch11lenburg-Veeßcndorff erklärte sich gegen den Komnnsstonsantrag. Die erste Aufgabe müsse die Exhalxung und Hebung des Bauernstandes sein. Redner ver- wws m emgehetWLr Weise auf die Geschichte detZ Bauernsiatx- des der Mark Brandenburg,_und wie er stets unentwegt zum Herxscherbarxse gestandon. Dte Bauern wären und seien die fe'stesten Slußen Utzsexes Köpigsthrones, würden sich aber auf dte Dauer der Emstcht n_1cht verschließen können, daß sie dex Macht upd _dem Emflnß dss Kapitals zum Opfer fallen wurden. S1e htergegen zu schüßen, sei die Absicht des früheren Vesch1uffes_des Hexrenhause-Z gewesen und er bedauere, daß die Neg1erung Oren Etnfsxzß im anderen Hause nicht geltend gemacht habe, um dxeje Veschluffe durchzubringen. Er könne deLhalb nur gegen d1e Vorlage stimmen.
Nachdem noch Herr Graf von Brül)[ darauf hingewiesen, daß, da man dqs Gute nicht haben könne, es sich darum mn: hanyle, deus wemger Gute abzulehnen oder anzunehmen und daß er sich für dte letztere Aljernative entscheide, wurde die Debatte geschlossen und die Vorlage en bloc angenommen. ES folgte als drxtter Gegenstand der Tagesordnung die Berathung des Geseßeptwurfs, betreffend das Staatsschuldbuck). Die Komm1ffton empfahl, den Verändernngen des Abgeordneten- hguses gegenüber die §_§. 15 und 21 in der Fassung der Re- gterungsvorlage wieder herzusteüen. Nachdem der Referent Herr von Pfuel den Antrag befürwortet, cmvfahk Herr Meviffen dte Nothwendigkeit für den spareUdcn Mittelstand die (Ge- legenhetten zu einer soliden Kapitalanlage zu vermehren, um dextselbén von den zwxifelhaften Werthpapieren nbznhaltczn, die ber eintretender Krists das Großkapital biUig ankaufe. Er wünsche deéxhalb weiter gehendere Erleichterungen als sie die Vorlage darbiete.
Herr Camphausen empfahl die Annahme ch Geseßes, welcher; er als einen Fortschritt auf dem Gebiete unseres Staatssckzuldenwesens bezeichnet.
Der ; inanz=Minister von Scholz stimmte dieser Ansicht zu. Die orkage sei nichts Voükommenes, sondern gleichzeitig ein Versuch, an d2n sich weitere Voxschlitge knüpfen könnten, wenn fick) die praktische Außjükxung bewähre. Er bitte aber,
die Camphausenschen Abänderungkzamräge zu §. 1 nicht an- zunehmen.
Herr Graf zur Lippe hegte manche juristische Bßdenken gegen das Geschäftsverfahrcn bei der Schuldb11chbelzörde. Die Einsendung der Gelder an dieselbe sei schon deshalb bkdenk- Lich, weil die Post für etwa eintretende Verluste keinestgö immer einen vollkommenen Ersatz leiste.
Nachdem Hsrr Struckmann den A11trag_Ca1nphausen als eine wesentliche Verbeffsrung des Geseßes beze1chnet, der Finanz- Minister von Scholz dagegen erklärt hatte, daß die Annahme desselben eine vöÜige Umarbeitung pes Geseßes nothwendig machen würde, auf die man aber vsrztchxen müsse, wenn daI Geseß zu Stande kommcn solle, wurde dw Genoralpebaéte ge- schlossen. An der DinUssion über §. 1 und den htkrzu por: liegenden Antrag Camphausen, dezn §. 1 alt? Absatz 2 13sz zufügen: „Bei neuen Emisstonen 181161; Anthe konnen, ohne vorgängige Ausfertigung und Vcrmchtung von Schuldver- schreibungen, Eintragungen in das Sjaatssckxuldbuck)"aus den Namen derjenigen Gläubiger, welche auf die Ausxhandtgung von Schuldverschxeivungen auf detx _Jnhabxr Verz1cht [etjte11, gebührenfrei bswirkt werden“, bsthexbgten sch) nebzen dcm Llu- tragsteÜer die Herren Graf zur Ltppe und, Struckmgnn Und der :Finanz:Minister von Scholz Und sem Konmnssar (He- heime Ober-Finanz-Rath Rüdorff. Dann wurde der Antrag abgelehnt und §. 1 angenommen. _
- Die §§. 2 bis 5 wurden debaxtelos genehm1gt. Vel §. '6 beantragte Graf zur Lippe, dem drttten_AbsaH gm Schlusse dte Worte hinzuzufügen: „zu deren Anfertxguyg dt'e Hauptverwal- tung der Staatsschulden hierdurch ermachUgt w1rd“. chckgdem der Antragsteller den Antrag befürwortxt und der Fmanz- Minister sieh ebenfaÜs für densekben erklart hatte, wurde der- selbe vom Hause angenommen. Debattelos ,wyrden sgdatzn die §§. 15 und 21 dem Anfrage derKomnnsston gemaß m der Fassung der Regierungsvorlagc Wieder [xergesieüß
Ein weiterer Antrag des Grafen zur LMP? wurde abge- lehnt Und der Rest der Vorlage angenymmen. Um 5 Uhr
50 Minuten wurde dann di2 SiHUUg aux Abends 7 Uhr ver- Tagt. Tagesordnung mehrere kleinere Vorlagen.
* In der gestern Abend stattgefundenen 17. S1Hung'des HerrenhauseH, welche dsr Präsident Herzog von Ratxbyr Um7Uhr 25 Minuten eröffnete und welcher der Justzz- thsier Dr, Friedberg und eine große Anzahl von RLM- TUUJSkommiffaren beiwohnte, seßte das Haus „sofort die Be- rathung des von der Vormittassißung verbltebenen Restes der Tagesordnung fort. Herr raf von“ per Schtxlenbxxrg- Angern erstattet Namens der Budgetkommtssron Ber1cht uber Rechnungen der Ober-Nechnungskamxner fur das Jahr, vom 1- April 1881/82 und beantragt dle Decngge zu erthexlen. _- Das Haus beschloß dem Antrags gemaß ohne Debatte und erachtete die Petitionen der Handelskammern 3." Frankfxxrt a. M., Aachen und Burtscheid, Stolberg urzd fur dle Kretse Arnsberg, Meschede und Brilon, bstreffend dre (Yr- hgltung per amtlichen Probiranftalt zu Frankfurt a. M., sur mcht geetgnet ztxr Erörterung im Plenum. „
ES folgte dre emmalige Schlußberathung uber den Geseß-
entwurf zur Abänderung des Geseßes, betreffend die Landes- bank in Wresbadey. Der Berichterstatter Herr Lotichius beantrqate die unoeranderte Annahme der ZVorlage nach den Vesxhlüffen dex Abgeordnexenhauses. Der Regierungskommiffar erklart, daß die Staatsregterung wegen des vom Abgeordneten- bayse angenommenen Zusatzes wegen der Ermäßigung der Bürgschaftsbeymgyngen da? Geseß nicht illusorisch machen wolle, daß ste s1ch aber ]eßt schon gegen die daraus ent- stehende'n Konsequenzen verwahren müsse. Das Haus geneh1mgte d_en Antrag der Kommission. _Der dr1tte Gegenstand der Tagesordnung war die ein- maltge _Schlußbexathung über den aus dem Abgeordneten- hause m aquandexter Fassung zurückgekommenen Gescß- eptwurf, betrcfxend Tue Kirchenverfassung der evange- [Lsch-reforxntrten Kirche der Provinz Hannover.
Der Bertehterstatter HLW; Meyer (Cekle) beantragt, den Entwurf m DerseWen Fassung anzunehmen, in welcher er aus dem Abgeordnetenhauss herübergekommen ist. Herr Siruck- maxm machte_ auf diz? Gefahren aufmerksam, welche der evan- gelxsch-resormwtcn Drehe daraus entstünden, wenn nach dem Gejeße pre Lutheraner, welche innerhalb der Gemeinden wok): netz,. strxnmbexechtigt skin sollen. Der Re ierUngskommiffar, Mjmstßrml-Dtrektor _Barkhausen hielt es ?ür unverständlich, das; 1112 Vorlage unt dem in Verbindung stehen solle, was der, Vorredner erwähnte. Das Geseß wurde hierauf in un- veränderter Fassung angenommen.
(«_ folgte die einmalige Schlußberathung über den 34. Ver1cht der Staatsschuldenkonnnission, betreffend die Ver- waltnrzg des Staatsschuldenwesens im Rechnungöjahre vom 1. Apr111881/82. Der Berichterstatter Gra? von der Schulenburg- Anaern beantragte in Uebereinstimmung mit dem Abgeordneten- hause, der Staatsschuldenkommission Decharge zu ertheilcn, und das Haus trat diesem Antrags ohne Diskussion bei.
Herr Graf zur Lippe erstattete hierauf den Bericht der Matrikelkommission, und das Haus stimmte den Anträgen der Kommission zu.
ES folgte die einmalige Sck)lnßberatl)ung Über den Ge- seßentwurf, betreffend die Ausübnng des dem Staate zustehen- den Stimmrechtcs bei dem Anfrage auf Ausvehnung des."- Unternehmens der WestUolsteinisckzen Eisenbalmgksellschaft auf den Bau und" Betrieb einer Eisenbahn von Wesselburen nach Büsum. Dor Vßrichterstatter Herr Vredt beantragte, dem Ge- setzentwurf in Uebcreinstimmuna mit dem Abgeordnetenhause
und das HAUS trat dem Anfrage ohne weitere Debatte bei. Herr von Sckwhmann erstattete Namens der ?lgrarkommis- sion111ü11dlichchcricht Über die Geseßentwürse, betreffend
die Befugnisse der Strombanverwaltmm gegenüber den Ufcsr- besißern an öffentlichen Flüssen, mzd betrsffend die Aufhebung der [[ka-, Waid- Und Hemmgsordnung für das Herzogthum Schlesien und die Grafschaft Glatz vom 12. September 1763 und beantragte, denGeseßentwÜrfen in Usbereinstimmung mit dem Abgeordnetenhause die Genehmigung zu ertdeilen. Nach einigLn kurzen Bemerkungon des Hkrrn von Wo rsc1)und des Regierungskommiffars Gel). RegicrnngtI-Raths ??rcibsrrn von Zedliß nnd Nenkirch wurde der Antrag der Kommission genehmigt.
Der letzte: Gegenstand der Tagesordnung war der mümdliche Bericht der Agrarkommission Über die Petition dcs Jischcraipächters Gawlick zu Rastenburg Um Abändßrung dcr gischereioronung. Der Berichterstatter Herr von Woyrscl) beantragte, die Petition dex“ Königlichen StaatSrcgicrung als Matcriak für eine Revision der provinziellen Ausführungsvcr- ordnung zum Fischereigescß zu Überweisen. Das Haus trat dem Antrage bei.
Schluß der Sißung 81/2 Uhr. Nächste Sißung Sonn- abend 10 Uhr.
- Die in der gestrigen (ZS.) Sißung des Hauses der Abgeordneten bei der drittén Berathung des Ent- wurfs eines Geseßss, betreffend die Sch1tlversäumnisse, nach dem Abg. Ur. Windtkwrst von dem Minister der geist- lichen 2c. Angalegenheiten von Goßler gehaltene Rede hatte folgenden Wortlaut:
Den Standpunkt, Welchen ich den Aysfüksungcn dcs Hxn. Abg. Dr. Windthorst gegenüber cinncbme - scmc_ein]mtenden Sayc babe ich nicht verstanden; das war bei dem Geraqschc welches herrschte, von mcincm Platze aus nicht möglich - kann 1ch tm Wcjentlicbcn nur dahin ckarakterifircn, daß ich in allen crbcbllchcn„Pu11ktcn gcxzau en!- geget1gcse*;ter Ansicht bin. Er hat seine Ausfuhrungexz mtr allge- meinen * cmcrkungcn verflochtcn,'die in seinem Munde rxtcbt neu f1xzd und denen ich „bei jeder Gclcgcnbctt, w_o W es fur richtig erachtet balyc, aucb entgcgctrctcn bm. Ick") [m_ltc die Entwickelung unseres preußischen" V'olöschmjpssens fur eme gesunde, die betreffende Gcscngbung fur'eme xtcbttgc und Werde, so lange ick) ein Wort mi_tznsx;rccbcn habe, mcht “xte Grundlage vcrlaffen, die in unserer Verfastung und in unscrex htstortschen Entwickxlung dem preußischen Volksscbulwesen gegeben 1st, und der ich in dxeskm vorliegenden Geseßentwurf zu einem neuenAusdruck: verhelfen mochte. Die allgcmeinc Behauptung dcs„H'rn. Abg. Dr. Wxndthorft, daf; dj_e VorausscHUng ffir die geganwartrge Vorlage bmfallig geworden set, weil die preußische Schule eine andexe geworden set, unix:- schreibe ick) nicht. Der Hr, Abg. Dr, Wmdthorst hgt zwar bexctjs im Voraus gesagt, er erwarte von mir ei_ncros:gc Sch11derungrm1cxcs Schulwcsens. Das Werde ich aher nicht jhun. _Jcl) nzachc kemc rosigen Schilderungen, und wenn die Herren nur dxe Gute bolzen möchten, die Nachweisung Über den Stand upserer Volksjchuxxtx cm- zusehen und zu studircn, die ich durch_ V'crmtttclung deH stamtvschen Bureaus nur in dem Streben nach Objekttyer Treue au'sgefxeßt und auch bier mitgetheilt babe, so werden Ste, Wenn Sw uberbaqpt zwischen den Zeilen [cscn können und Woücn, "genau erkcrmen, daß [ck unsere Schulverhältniffe nicht wsxg ansehe. , ' „ _ i ab, fie in ihrer gesetzlichen Grundlage _und m threr ThatsßchlckJen Entwickelung für gesund zu halten, und ;ck baby nur den drmgcnden Wunsch, daß die Herren, wcnn demnachst die große Frgne nach der Aufbesserung unseres Volksschulwxjens an sie bcrantntt, dann auch mit voller Hand die Mtttek „zur Besserung dem Staat gewähren n'exdcn. Geschieht dies ,_ dann wxrd auck) eine ganze Reihe von den Bedenken und Be1chwerden, _wxe solche der Hr. Abg. Dr. Windthorst hervorgehoben ba'x, UetfchvanOcn, vor Allem die Bedenkun, daß es den kleinen Lethn xmd den Kindern der- seibcn zu schwer gemacht wird, die Schule aUSretchend zu benußen.
' Grundä e, von denen die Schulverwaltung bci_ der An- legunFTZec SchusleJ auSgeht. find auch in memcr Nachwexsung klar
mwerändert die verfassungsmäßige Zustimmung zu crtl)eilen,„-
Das hält mich aber nicht *
zu erkenne)» jndxm ich aUermaßetxdamacb strebe, die großen Entfer- nuxgxn, dre vrklxackx den reqxlmöxngen Besuch der Schule ecschweren, mygltchstÖerahzudrucken; Dieses Ziel obne sehr große Opfer zu er- retxben, nt bet der Answdlungsart, die wir in Preußen in sehr ver- schredcner Form haber), bei der Mannigfaltiakeit der Terrains- btldunnen gußerordentlrch schwiexig; dée Bildung angemesse- ner Schulzrrkel_' verfchtebt fich naturgemäß in Niederungen, im be'irgc, Kasten, auf Nehrungen und in dergleicheu un- rßaeljzxgßtgen Texrams. Es wird 171343 aUer Müde ?mmer Ver- balfmye geben, dre vom Standpunkt das staaklichen Durchschnitts aus zwgr ubersebxn Werder] k?nnen, die ab::, wenn man den Einzelfall prukxt, unerwunscbt erjcbemsn. Aus solchen Detaéls aber dix generekle Be auptung ahleiten z:; wo!]kn, als ob wir bxi der Einrichtung der Schulen ayf einem faljcben Wrge uns bafinden und auch immer be- finden müßen, dem muß ich widersprechen,
Was ferner den Charakter, den konfcsfioneMn Charakker der Volksschule betrifft, so Haben wir auch darüber bereits vielfach unsere Gedanken ausgetauscht. Ich habe meine Stellung därchaus fest ge- nom'mch 1111?) ich vcrfucbc, syweit és in meinst Kraft steht und soweit es dte 17111th Rücksicht auf die Entwicklung der Verhältnisse der unter- haltungöpfltchtracn Gcmcindengeftatjet, die Grundgedanken der Verfas- sungßurkundc festzuhalten. Darüber babe ich auchim bt igen Kampfe keinen Zwetfcls gxlaffen, und daran hakte ich auch fcst. der weil nun nicht gegenwartig ausnahmslos alle Sämlen so organifirt siUd, wie es in der Verfassungsurkundc gedachk ist oder 'der Herr Vorredner es ver- laxxgt, deshalb zu bebanpten, unsere Vo[ksschule Habe fiäo überhaupt! geandert, Yarin kann ich ihm nicht folgen. Sehen Sie sus) doch die großen Ziffern in der nqchged'arhten NachMYsung an, wie unter unsxren 33000 Schulen. dre Srmultanifirung in der That eine be- schc1denc gebltcben und eme immer bcscbcidcncrc gsworden tft. Gesicht: man das aber zu, wie es meines Erachtens bei einer wohlwollenden Pr'üqu dcr thatsäcbliäocn Verhältniss nothwendig ist, so werden Ste, metnc Herren, aucb andererfeits anerkennen, das] der preußistbe Staat und die StZatsregieMng, soweif ich das Sein u_nd WeZa-n unseres Staates vxrstebe, niemals dazu die Hand braten ann, dcn Ast abzusägen, aus dem cr siyt, un?) der Ast, worauf_cr Wk, ift vor AUem die aUgemeine Schul- pflicht und die Volks1chu[r, wic fie sicb entwickelt hat. Weiter ist “ver Hr, Aba. ];)r. Windtlwxst in Details eingegangen, wobei er dem Hrn. Abg. Frctberrn von Zedlitz -da6 war in der That cbarakferistifch __ zugcrufen hat: ja, die kleinen Leute find die Wähler, und die Wablec Werden dcm Hrn. Nbg, Freiherrn von- Zedlitz schon die Aytwort neben. GlücklicherWeise iki die Regierung nicht in der Lage, unt Wäblern unmittelbar rechnen „'zu müssen, wenn sie natürlich auch die Produkte, dieser Wabltbätigkeit Fier vor Fach sieht. Diesen Details gkn'enitber möchte ich doch anfü ren, daß, wenn man nicht n'yr hcstimmtc Gegenden im Auge Hat, sondern fich ein offenes Auge fur die Entwickelungim ganzen Gebiete dcs Staates erhalten hat, gevcxdei-n unseren nicdcrsn Volköscbicbtcn daß dringende Bedürfnis] vielfach vor- handen ist, ihre Kinder indieprcuijfcbc Volkssthule-zuscbickcn und i_lxnen dicjenigc Bildung angedeihen zu lassen, jvclchc f'snr ihre morald|che, religiöxe nnd wirtl)sckmstliche Bildung als erspricßiick) erscheint.
Den Hianis auf eine Reihe von Bedürfnissen unserer kleinen Leute in wirtbfchnfjlikber chiebung vcxstcbc ich, ich kenne diese Ver- bä_ltniffe mw eigencr Erfqbrung, weil W, wie ick) obne Rubmredig- kext sagen „kann, ein intcxnio wictbfclmftcndcr Landrats) gewesen bin, und mich nnmcr darum gekünnncrt habe, zu erfahren, wo die ävmeren Lenke in unserem Vn1crlande der Schuh drückt. Aber ich kann nicht dem HU]. Aba. Windtlwrst folgen, wenn er sagZ, dic Lkute brauchen in gewißcn Zeiten ihre Kinder zum Bestellen, zum Hüten und Ernten; diejJanz kleinen Leute haben damit in ihrer eigenen Wirthschaft nichts zu un.
_Dic Aufnabc, die im Interesse der kseinon Leute zn_ fwücn ist, ist dtc, Formen und Michl zu finden, die KL-n-dcr vom 43in fern zu halten. '
Ick mois; sebr wobl, das ist ein schwieriger Punk1,. er trifft außer den kleinen Lcukcn mxch dcn aroßcn 11111) mijtlcren Gyundbcfiß, abcr Wenn es eine (Gefahr für die kleinen Lenke nicht, so is! es eben die, daß ihre Kindkr gcnötlügt werdcn, dcn Sommer übcr zu Hüten; Ich will keine dunkclc Schilderung daran knüpfen, abox) daß die" Kinder: beim Hüten körperlich und moralisch“ leicht zu Grunde geben, ist für jeden, der die Saldo aus ciacncr Ansckjaxuung kennt, nixbt wobk zwäfelbaft. Nüerdings kenne ich Theile in unserem Vater-lnnde, wo* der Bauer das Kind, welches ibm zum Hüan anvertraW'ist, aycb- gut nährt, bewahrt und schiijZ-t „- es sei fern von mir, exuer gewißen westfälischen Gegend in dicser Beziehung zu: nahe treten zu oncn; Wenn man aber den Durchschnitt zinßt durch dcn_ preußi- schen Staat, so kann ich nur wicdorbolcn , das HutL- und- ancb das Sebarwcrk-“rwescn ist üherlwupt eine sclxvcre Gefahr“
für die Kinder der niederen Lcutc m nns-Qrcm Vaterlandc. Sehen Sie sich doch einmal in der Praxis die Fälle an, prüfen Sie doch
einmal, wie viel weibliche Kinder unbeschäDigt aus diesen O_üte- und SÖarwerkcrvcrbäktniffen [)(xtWrgebcn. Das find (mch nnjere Mii- bürger und Mitmcnstbcn, Und wenn chnand, wie ich, diesen Vexhält- nissen sehr nahe gestanden bat, nicht bkos als Benmxer, sondcm'auch nach seiner aanzcn inneren Veranlagung,- Ho läth sichxnicht beszfeln, daß da Schäden vorhanden sind, deren Größe cb nitßt anfdeckew, aber dock) andeuten möchte. Jab will nicht behaupten, 17an der Scbxzizwang und die Einrichtung des Volkssckouluntsuckäzts allem» dem geschüderten Ucbclstand Einhalt jöxm wird, aber daß es *Noch immer vo» theilbaft und scgcnsxxicw ist, Kindar bis zum vollendeten vier- zehnten Jahre 111 einer religiösen , buman-zn, intcL/ektuellcn- Erziehung und Unterweisung zn bclasixm. fie fer»! zu balken von Yen: Verführunmn, die R„ [Wgelöst von der Familie nnd der Schule, tm! Leben crdxaldcn, darüber kann meinW Erackvtcxxs kein vafel skin„ und das Ziel ist doch ein berccbtiaDeI daß jedaI Kind, 1212[_chcs nacb- unsercr Geseygcbung verpflichtet *ka, bis zum »oUendetcn vrerzebnch: Lebensjcyhre “ric Schmle zu besuchen, auch das (Glück bahxm muß, dte- ses Alter in der Schule zu erreichen, ebe eH- in das LLÖM'FÜU und seinen UnteOHalt zu erwerben hät. Allerd'mgö ist (::-„ck ein folches- Kind kaum gestäb1t, alle Versuchungen, die- cm Hnffclßoberantretyn, zu hochen, aber es kommt ganz ander?- angerüsch in 17513 Leben hinein, Wenn es cine abgeschloßcne Schuldüdzm unt sqch'mmmt.' Da Sie cinmal gewünscht haben, daß du: cbaUe dteßn xyetjen: RaLZMen. acwinnt, so babe ich nnch nicht gescheut, aucb Mf dke aa- geuxeincn Fragen einzugehen, und ich küW pur uxixderlwlcn: so langs ich an mcmcr chigen SteUe stehcx werd; nb dzexenige Sthung det: Schu).c nicbt verkümmern [assaw dlc sky b'rsber ctrgcnonwxen hax. *
-- Jm weiteren Verkaufe d-er gestrigen (ZZ.) Sißung des Hauses der Abgeordneten wurdeIdie drittQ- Berathung des Entwurfs eines (Heseßes, betreuend dio- Sckzulverf äumnisfe,_ mil Her Spezialdebatte fortgesetzt. §. 1 lautet nach dem Beuhluffe m zweiter Lesung:
Eltern und deren gesetzliche Vertreter, sowie (1112 diejenigen Personen, deren Obhut schulpflichtige Kinder unter seat find, ins- besondere Dienst-, Lebr- und Arbeijsberrem Haben für Sorge zu tragen. daß die ihrer Hausgenoffenscbaft angehörißen, zum Besuch der öffentlichen VolkSschule Verpflichteten Kinder die SchUlftunden regelmäßig besuchen.
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