1872 / 71 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 22 Mar 1872 18:00:01 GMT) scan diff

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die Haltung der Linken diesem Anerbieten gegenüber ist bisher noch nichts Genaues bekannt.

Vel ien. Brüssel 21. M„ärz. Der Sennx begann gestern dige Berathung des ,Etats fur das Iusttzthmsterrum. - Die Reprasentantenxammer bewrllrgte gestern mehrere Kredite und seyte dann die Berathung uber den 0006

(10 0011111161'06 fort. Großbritannien und C'rland. London , 20. März.

Unter dem Vorsx Ihrer. Maje ät der Köni in fand gestern auf Windsor einßgeheimer Rath statt. -- ?BOY dem Cdnserl wurde der Köni in der Gesandte der _Nepszltk Bolrv'ra vorgestellt, der ein Be laubigunYschretben uberretchte. ;Hter- auf empfing Ihre Maje ät Lord orthbrook, der anlaßltch seiner Ernennung zum General-Gouvernenr von Indem der Königin seineHuldigung darbrachte, _ Wahrend des Conse1l§, bei dem außer der Köni“in der Marques von R1pon(Pra-

sdent des Staatsrathes), Mount Sydney (Oberst-Kännnerer)

und der Marine-Minifter Goeschen zugegen waren, wurden

Lord Richard Grosvenor, der neue ViZe-Kämmerer, Lord PN:,

timore , der neue Scha meißer des Ho es , sowie Generax Str Wikliam Knollys als itglxeder des geheimen Raths vereidigt, worauf dieselben an der S1Yung The_rl nahmen. , - Die verwittwete Herzogzn von Cambrrdgenst gestern aus Deutschland nach Can1br1dge-Cottage, Kew, zuruck-

k t. ge ckI- 21. März. Im Unterhause erklärte auf eme An-

ra e Cochrane's Gladstone dem answärtigen Amte sei keine xdeZesche der französischen Regierung m Betreff der Internatw- nale zugegangen.

ankreich. Paris, 20. März. Das „„Vien Pnhltca, das Yher behauptete, daß dasGesexz gcgen dee Presse kemes- we s vertagt werden würde, sprtcht_ 1ch heute dqhm aus, daß da elbe erst nach den Ferien, dre ane 28. 1hxcn Anfan nehmen, zur Verhandlung komme, damn d_1e Dtskusfidn de Budgets beendet werden könne. Dre rdtmschen Petttwnen

sollen ebenfalls erst nach Ostern znr DiZkusfion kommen. Die

Klerikalen wollen jedoch beanxragen, daß die Kammer von Charfreitag bis Ostermontag embegrrffen chre Sexlungen sus- pendirt und die Ferien erst, am 8. Yprtl thren nfang neh- men, so daß fie noch die römtschen Petttwnen vornehmen kann.

-- 21. März. (W. T. V.) In der leyten S1§ung der Kommission der Nationalversammlung zur Be- rathung der Po konvention met dem Deuxschen Retche wax- der Generalpostdirek or anwesend. Derselbe wres dee Unmögltchxett nach, daß Frankreich den bishertgen nnernen Taxrs unveran- dert aufrecht erßalte. Das Deutsehe Retch wurde ubrtgens dem neuen Ueberein ommen zufolge eme ertngere Emnahme haben als Frankreich. Der Minisier des eußern betonte, daß der vorgeschlagene Vertragsentwurf gnßenommen, oder qnf den Abschluß einer Postkonveniion m1t em Deutschen Netche ver- zichtet werden müsse. _

Vexsailles, 21, März. In der Naottonalversamzn- lung legte der Finanz-Minister Goulard eme Zusqykonventwn um deutsch-stanzöfischen Postvertrgge vor, bezugltch deren dle

ringlichkeit beschlossen wnrde. . - Das Kriegsgertcht hat 111 der Untersuchung wegen

Niedermeßelun von Gensdkarmen in der Rue Ha 0 während

der Herrschaft er Kommune 7_Angeklagte zum ode, Z„zur Deportation nach einem befestlgten Plaße, 7 zu lebenslang- li er Zwangsarbeit, die Uebrigen zu geringeren Strafen ver- ur heilt.

Italien. Rom, 21. März. _Ein Dekret der Re ie- rung verordnet, daß die dem hellt en Stuhle zugestan'ene fortdauernde Rente im Betrage von 3, 20,000 Frcs. mn st-

enuß vom 1. Januar 1871 ah abgesondert ms große Schnld- uch einzutragen sei. Dieselbe [| von czllen Abgaben ,befrett.

-- Die Deputirtenkammer _vottrte nnter Zu tmmung der Regierung mit" 229 gegen, 170 Sxtmmen eme Tage ordnung, zufol e deren die Kammer dre polttrsche Haxtung der Reglerun nach en von derselben ab egebenen Erklarungen bangt un auf dtie Spezialberathung es Fmanzgeseyes einzugehen be-

lie . _ , _

fck Im Verlaufe der Budgetdebatte er kiff der Mentster- Yräfident Lanza das Wort, um die Möglt kext u konstgtiren,

in Rom wei Gewalten nebenemander" be ehen kdnnen. Bezüglich der ÖvrlaLe eines (;HeseYentwurfs nher dte reltgwsen Körperschaften beton e der thfter, „man muffe es dem Mr- nistekium überlaffen, die Opporxumtat solcher Voxlagen zn be- urhthYen, zumal diese Frage eme besonders ruhtge Prufung er ee e.

- (W. T. B.) Der Deutsche Botschafter Grnf Arntm überreichte heute dem Papfte sein Abberufungsschrctben.

Dänemark. Kopenhagen, 21. März. Dße räxi- denten des Reichstages thetltcn heute offiziekl mtt, _ Schluß ddes Reichstages Sonnabend, den 23. d. M. stattfin- den wir .“ '

Landtags = Angelegenheiten.

Berlin, 22. März. In der gestrigen Segung des Hau. ses der Abgeordneten antwortete der Memster des Innern Graf zu Eulenburg auf dee Interpellation des Abg.“ von Schorlemer-Alst: .

„s err Präsident! Die Interpellatwn :| mtr vom anfidmnx des Staa s-Minifteriums erst eine halkze Stunde vor der Stßung uber- sendet worden. Wüßte ich eewas, uch den Zusammenhang der_darm berührten Thatsachen, so würde :ck keinen Anstand „nehmen, dte In- terpellation sofort zu beantworten; es )| nur aber nber dle Art „und Weise, wie dieser Brief in die Oeffentlichkctt gelangt tft, qbsolut mchtjs bekannt. Ich werde deshalb Erkundrgungen exnztehen, dtcse Erkundi- gungen Werden natürlich einigeTZeit verlangen, und «h kann deshalb nicht zufichern, mich über dre Interpellatton vor dem Ablauf von acht Tagen zu erklären. . ,

- In der Diskussion uber dtepKretsordnung nahm zu Z. 97 (Vertretung der Landgememden) der Meßterungskom- miffar Geh-NeY Rath Perseus nach dem Re erenten Abg. v. Rauchhaupt as Wort: '

Meine Herren! Ich bitte im Namen de_r Stagtsrcgierung xn Ueber- einstimmung mit der Minorität Ihrer Kommrsston dcr RegtcrungZZ- vorlage vor dem KommisfionsbcscYuß, den Vorzug zu geben und dte erstere'anzunehmcn. Wenn die 5 egxerungsvorlage dte Vertretung der Gemeinden bei der Wahl der Kretstagsabgeordncten mcht m d1c Hand cwählter Wahlmänner, sondern „111„dte_ and der Schulzen odcr chöffen legt, so liegt das Motu; hterfur zn en Gedanken, daß diejenigen Männer, zu denen dre Gemeinde das Vcrtranen gezeigt hat, daß fie die engeren kommunalen Angelegenhetten mit Umsicht und Pftichttreue verwalten werden, auch ficherlxch

die größcfte Garantie dafür bieten, bei der Vertretung

und Verwaltung der Kreis. - Kommunal - Angelo enheitcn

die nämlichen Eigenschaften zu bewähren. Es, ist zwar chauptet ,

worden, daß viele Gemeinden den Wunsch [)cgtcn, bei der Wahl der KreiötagSabgeordnctcn nicht durch dre Schuxzcn ,oder Schöffen yer- trcten zu Werden. Es scheint mn" aber, «[I ?b dteser„Wunsch mcht in einer ganI klaren Anschauung „dcr Verhaktmffe begrundet xst. Ich glaube, daß ie Gemeinden, die dtese11Wunsch haben, nur das gegen-

wärtig bestehende Rechtsverhältniß im Au c haben, wonach die

Schulzen und S öffen nicht von der Gemein e gewählt Werden, sqno dern der Regel acl) aus obrigkcitlichex Ernennung hervor ehen. Dtes egenwärtig bestehende Rechtsverhältmß, meine Herren, so aber duxch- Jie Bestimmungen der Kreisordnung besem t werden. Die Krets- ordnung überläßt die Wahl der Schulzen un Schöffen den Gemem- den, Welche die Wahl in eheimer Ab tmmung vollztehen.

Auch kann nach Anfi t der Staatsregierung aus der Bestäti ung. (

der Wahl der Gemeinde-Vorfteher ein Bedenken gegen die Jun tion derselben als Wahlmänner nicht hergelettet werden. Denn dre Be- stätigung, meine .Herren, wcnn fie auch foxmcll durch den Landrqtt) aus esprochen wird, ist doch materiell an dteZuftunnmng dch Kren";- aus chuffcs gebunden, insofern der Landraxh dtchstatt ung man nach freiem Ermc en, sondern nur unter Zuftnnmnng des retsausschuffes versagen dar. Der Kreisausschuß aber ist em Organ, welches aus der Wahl des Kreistages hervorgeht, also em kommunales „Organ und nicht Staatsbehörde. Ich meine daher, daßnn der Be attgung der Schulzen und Schöffen in der That em wesentltches Beden cn gegen

die Uebertragung der Funktion der Wahlmänner an dieselben n*:cht

erblickt Werden kann.

Endlich spricht für die Regierun svorlage dieErwä ung, daß der Z'

vorßunehmenden Wahlen schon jetzt ehr viele Fd, un daß es deS- hal nicht angemessen erscheint, die Zahl der ahlen noch zu ver- me ren. ck fürchte, daß dadurch das ntercffe für die neu zu schaf- fen en In itutionen nicht erhöht, sonem nur vermindert werden werde. Aus aklen diesen Gründen, meme .Herren, bitte ich Sie, dre Regierun svorlagc anzunehmen. . _

Na dem Abg. Lasker erklarte der thster des Innern Graf zu Eulenburg:

_ Meine Herren! Ich Werde bei dieser Frage auch das Wort er- greifen, Weil fie emen Punkt betrifft, auf Welchen die Versammlung einen großen Werth _legt, die Regierung auch. Den Wunsch, den der Kerr Ab , Lasker bet der Begründun seines Antrages, es bei dem

„dmxnis onsbeschluß bewenden zu la en, in den Vordergrund ftellZ, namltch dre Erxegung dex Thetlna me der Kreisbevölkerung für dte Kretsan elegenhetten und m (&le essen für die Wahlen, dcn lasse ich gewt vollständrg gelten, „der unsch wird auch von mir gethetlt und teh glaube, von der Serie (rechts) des Hauses an . Allein ob dteseThetlnaYne auf dtcsenzWe e herbeizuführen ist, 9 er ob fie ver- schWnden wurde, wenn dtcser eg nicht beliebt wird, das ist doch eine andere ange, eme wesentlxch praktische Frage, und die möchte tch nicht so_beftnnmt hexahen, wie es- der Herr Abg. Lasker gethan bat. Zunachst muß ich tmmer wieder darauf zurückkommen: dre Ortsxckzulzen, von denen der Entwurf icßt spricht, find ja andere

Orts chulzen, als die bisverigen waren,“ fie find nicht mehr ernannt,

ste find gewählt,. Nun sehe ich in der Thatnicht ein, warum nicht in der Idee der ländltchcn BevdlkerunNWclche an die Wahl eines Schnlzcn geht, der Gedanke lebendtg bletbcn soll: er wird nicht bxos gewäk)[t von uns axs Gemcmdcvorstchcr, sondern anch als künftiger Wähler zu den Kretstagcn. Wenn es darauf ankäme, könnte ja der Landratl) thncn 1cdc6mal sagen; denkt daran, daß der zu wählcnde Schulze

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kün tiger “Wähler zum" Kreistag ist,“ die Leute würden dann im Be- wu rsem der, Sache bletben. Der Gemeindevorsteher ist dcr'enige, der dre Verhaltnisse und BedürßYe der Gemeinde am besten ennen :muß. Wenn dre Gemeinde zur ahl schreitet, so wird fie dieselbe auf denjenigen lenkm, dem„fie Fähigkeit und Kenntniß der Verwal- tung zutrgux; er tft dann hmterher wirklich auch der gcborne Wähler für den Kretsta . *

Wenn der err Abg. v. Meyer durch seine Zustimmung zu den Behauptungen. es_Herrn Abg. Lasker zu erkennen giebt, daß die Ortsschulzen ctgentltch auch im Kreistage Organe des Landraths seien, so möchte ich das in diezer All emeinhcit nicht behaupten. Ich weiß aus vielen Kreisen, da in e iehun? auf Kreistagsbeschlüfse bei denen es sich um Geldfragcn han elt, d eOrtSFchulze-n eine sehr clbft-

ändtge Stellung auch dem Landrat!) gegenuber bewahren, und ich Ke nuFZt em, warum der Herr Abg. Lasker, der sonst errn von eyer seine Unterftüßung beruft. _ _

Ich glgube, meine Herren, daß dasjenige, was der Re ierungs- Kommiffarrus vor mir gesagt hat, durchschla end „ist; aber, emen Ge- Fchtspunkt te ich noch hervorheben, und as tft derjemge, den ich n der Komm sfion hervorgehoben habe. Ich fürchte von diesen Spezialwahlen zu Wahlmännern für den Kreistag eine Agitation in “den Gemeinden, die fie von dem Wege abfährt, die Kreisversamm- lung zu einer wirklich wirthschaftlichchersammlunß zu machen. ck fürchtc,daßdamiteinWeg betretenwird,denderHerr A g.Laskerselbft ür einen falschen hält. Er hat neulich zu meiner großen Beruhigung und zu meiner Gcnugthuung gesagt: wir müssen alles Mögliche dazu thun, um von der Kreisvertrctung und Provmziqlvertxetung das WeÖentlich Xlitische Element fern zu halten: Ich weiß ntcht, ob er da ei den

usdruck »wirthschaftlich« gcbrauchdhat, 1ch WU thn nur gebrauchen, um den Gcgcnsaß gc en das spcztfisch Polttnche auszudrücken. Ich würde es für, ein gro cs Unglück halten, wenn wir irgend welche .Wahlkörpcrschaft konstrnirtcn, die den Kreis dcsxenigen, was ihreAuf- .gabe Z|, verließc, um zugleich politische Wahlkörpcrschaft u werden, und :ck fürchte, daß, wenn man von dem bisherigen yftcm der Verwendung der Schulzcn zu Wahlmännern für den Krerstag - was jekt ja einen andern Charakter dadurch bekommx, daß es gewählte Schulzen find, - abgingc, in der Bevölkerung 1cdesmal die Idee wachgcrufen werden, würde: Hoqa, ]eßt handelt es sich um ganz be- sondere Angelegenhexten, Wer wetß, was auf den nächften Kreistagen vorkommen wird, 1cßt wollen wn: uns usammenthun und einen ganz besonderen Mann wählen, der dem eistage das richtige Licht auffteckt; und dann fällt dre Wahl. auf Leute, die vielleicht sonst alle möglichen Vorzü e haben, nur mcht eradc dtejenigen, die zu wirklichen Vertretern er Bevölkexung auf em KreistaJe befähigen. Es ist dtes cine Befürchtung, dtc nicht blos instinktm ig bei mir auftaucht, sondern die; ich haufig von sehr b- anderten euten habe aussprechen_ hören„die auch den lebhaften Wun ck haben, daß die Be; völkerung 11ch,an dem Kreistage bethetltgcn m ge, die aberaebcnfalls diesen Weg mcht für den rtcbttgen halten. Ich möchte bitten, daß die .Herren einen so großen Werth, nne der err Abg. Lasker, auf diese

age mcht legen. Ich will zu dem elben esultate kommen, wie der

err Abg. Lasker, ich will Kreisve ammlungen haben, die der wirk- tche Ausdruck der Gefinnungcn un InteUiLJJenz der Bevölkerung find, Tcl) glaube aber, wer kommen auf dem ege der Regierung bcffcr *dahm, als auf dem We e des Kommisfionsvorschla es. ,

-„ Zu FS 102 _Wahlbarkett) bemerkte er Regierungs- KOFUZJM, eh. Regtcrungs-Rath Perstus nach dem Abg. .v. o erg:

Meine .Herren! Ich möchte im Namen dex Staatsregierung mich dem Herrn 5 orredncr anschließen und Sie betten, die Re ierungs= vorlage an unehmen. Die Regterungqurla e findet ihre rklärung in der Konkequenz des chanens, daß cmer eits das |ädtische Bür- ertxum und andererseits dre nachbarltchcn Verbände der landwirtl)- cha tlichen Berufsgexwffen auf dem KretstZZe ihre Vcrtretungsndcn sollen. Eine Beschrankung des" pasfiyen ahlrcchts hinfichtltch der einzelnen ländlichen Wahlverbande eintreten zu lassen, erschien nicht angezeigt, weil unter diesen eine Verschiedenheit der berechtigten In- teressen im Großen und Ganzen mch„t anerkannt werden kann. Drese besonderen Verbände smd nur verschtedene Formen der Vertretung in etner und derselben großen Gruppe. Meine Herren! Bei der Wichtig- keit, welehe Settens der rechten Seite des Hauses auf die Annahme der chternngsvorla e Yelegt wrrd, kann ich Namens der Staats- regierung nn IntercYe, es Zustandekontmens des Geseßes nur die drm ende Bttxe an te rrchten, der Regterun svorlage vor den Kom- mis tonsbeschlusscn den Vorzug geben zu wo en.

[ck" Nach dem Abg. Miquel fügte der Minister des Innern mz

11:

Meine Herren! _for dlitixcye Wahlkörperschaften halte ich es auch für theoretisch rxchtt , tesel en so gut zu konstruiren als mögdlich und i nen dann zu uber affen, u wählen wen fie wollen. An ers liegt ie Sache aber doch m, ezug au _wirthschaftliche Versamm- lun en, in Bezug anf Prdvinztal- und Kretsvertretungen. Schon der Um and, da Stedte „Wahlerschaft abthetlen nacsl) ewiffen Ständen, Interessen, 0 er wxe Ste es sonst nennen wollen, ch ießt den Gedanken in stck, daß Sie die Versgmmlyng, die ans der Wahl derselben er- vorgeht, als ein Abbild dteser verschtedenen Stände-Intere en

1" w. ansehen Wollen. Daß die aus den Wählerschaten

u. . ;hervorgehcnden Wahlen die einzelnen Wählerscha ten repräsen- tiren sollen, ist der Wille der GeseßLebung un die Abficht

derjenigen, welche die Gescßgebung n dteser Art cZestalten. Nun muß ich zugeben, daß, in Bezug auf dre ländli en Ge- meinden eine Art Mißtrauen dre Regterung Zu iJrem Vors lage ge- führt hat, nicht ein politisches Mißtrauen, a_ cr e„n finanzie es„Mtß- trauen, und so sehr wir Alle den Bauer m fernem PatrioteSmuZ

ehr selten als Autori ät gelten läßt, in diesem Pun te fich auf,

und seincn„Leiftungcn, soWeit er, denselben nicht ent ehen kann, zu chaßcn wtffcn, so großes Mrßtrauen, glaube icß, haben wir och Alle gesgen jede Art. Freigebrgkeit von seiner Seite. Jeuzand, der „:ck außerordentlxch für das Zustandekommen dieser Kretsordnun mtcresfirt, hat nur esagt, cr lege auf diesen unkt nach semer enntntß dex Verhältni e einen ganz besonderen erth; er wax: der Metnxtng, dre Frage entscheide fich darnach: ob die Kreis- tagsnntgltedexDmten erhalten oder nßcht? Bekommen die Kreistags- - mtt l_tcdcr Dzaten, so werden die Bauern Bauern wählen,“ bekommen sie „eme Draken, so werden sie sich bestimmen lassen, ihre Wahl auf StadterÉnuf Etnwohner der Stadt zu richten, in welcher der KreiStag seinen hax. Ich glaube, das :| ein sehr entscheidender Gesichts- unkt. Möghch, daß das Resultat anders ist; hgt aber die Befürch- ng,„Welche ich ausgcsyrochen habc,_ emige Berechtrgun , dann, glaube teh, tft e? der der Stnnmung, dte der Herr AY. iquél schildert, besser, Ste geben uns 111 dxesern Punkte nach. ie sagen , für Sie selbst habe er nur eme theorettsche Bedeutung. Lassen Sie uns ein recht prakt1sches Geseß machen! . .

- Zu Z. 112, dre Kontrtbuttonsüberschüffe in der Kur- und Neumark Brandenburg betreffend, äußerte der Regierungs- Kommxffar, Geh. Reglerungs-Rath Persius:

Meme Herren! Ich möchte doch bitten, den §.95 der Regierungs- Vorlage anzunehmen. Ich glaube, daß, auch wenn der von der Kymmxsfion vor e clxlagene Zusaß angenommen wird, es nicht über- flusfig rst, die e tmmung des Z. 95 der Re ierungsvorlage beizu- behglten. Denn es können Zweifel darüber be ehen, ob die Kontri- button's-Ueberschußfonds m der Kur- und Neumark anzusehen sind als EtZenthum des ganzen platten Landes der betreffenden Kreise, und o dteßlben demgemäß unter die von der Kommission vorge- schlagene Bc _tmnxung fallen. Ich glaube, daß ein solches Eigenthums- recht nur wwd „m Anspruch genommen Werden können von den so- Xnanntcn kontrtbuablen thhen des platten Landes, zu denen die » tttcrgutsbeßßer, sowetx fie Zucht kontribuables Land haben, nicht e- hörcn, und daher em Etgentvumsrecht an diesen Ueberschußfon 8 dem, ganz-n platten „Lande ntcht zugesprochen werden kann. Die Regterungsvorla e xaßt dtese Frage ihrerseits unentschieden, und möchte teh desha b dte Annahme derseßben empfehlen.

," Zu JJ. 125 und 126 (Krersausschuß) erklärte derselbe RegxernngZ-Kommr ar nach dem Abg. LaZker:

Mcxne Herren! enn ich auch das yon dem Herrn Abgeordneten v. Denzm zu dem 3. 125 gestellte Amendement Namens der Staats- regterung mcht zu h_efurworten verma , so befinde ich mich do in der La e, I um dte Annahme des lmendements, welches d elbe Herr bgeor nete 1x dem Z. 126 gestellt hat, zu empfehlen. Ich glaube, em BeduImß, noch besonders vorzuschretben, wie der Herr Ab.?coxdnete von enzm dtes will, daß mindestens die Hälfte der M1 [teder des Kretsansschnffes aus An ehörigen des platten Lan es bestochen musse, hegt m der That ni t vor“," ic? meine, daß, da der Kretstag 7- wemgftens in der weit überwiegen en Mehrzahl der Kreise „zu mindestens, 3/3 aus Ab eordneten des Platten Landes bestehen wwd, ch Maxorttat dcs Kretstages es schon ohnehin in der Hand haben wwd, eme genügende Anzahl von Vertretern in den Kretsgusschuß zu enxsenden. Dgge en, meme errcn, scheint es mir allexdmgs gerechtfertxgt, mcht, wie Ihre Kommi sion vorschlägt, dem Kretstage dte VerpIrchtung aufzuerlegden, cinen Syndikus anzustellen, wenn fich „unter en Mxtgliedern es Kreisausschusses keine zum höheren thhteramt befqhtgte Person befindet; es vielmehx dem freien Ermessen de elden zu überlassen, ob er einen Syndikus bestellen wtll oder mcht. H ist denn doch der Kostenpunkt bei der Anstellung emes sol cn Syndtkns sehr wohl in Betracht zu ziehen und die Be- deutung eselben ntcht u xmtersckxäßen, Der „Herr Berichterstatter hat zwax hmchresex au dtejzu diesem Bchufe aus der Staatskasse den Kretsen 'zu" ?ewahrende Bet ülfe; ich glaube aber, meine Herren, daß dteseBethuol e unter Umstän cn doch wohl nicht so hoch ausfallen nwchtc, um dte schr 'erhebltchcn Kosten, welche aus der An ellung cines bcso„ndcren „Syndikusxrwa'chsen, zu decken. Denn es d rfte in vrclcn Fallen mehr" mögltch sem, einen an Ort und Stelle wo!;- nenden Reelstsverstandrgen als Syndikus zu ewinnen, sondern es wtrd em solcher an cnommen werden un": en, der in einer andern Stadt des „Kret es oder in einem andern KUF, viel- leicht mehrere Metlen entfernt, wohnt und zou dcn ißungen des Kretsausschuffes jedes Mal in die Kreis at zu reisen hat. Em solcher Syndtkus wtrd mchY allem eine esondere Remunera- non, sondem auch erhebltche Dxäten und Reisekosten in Anspruch nehmen. Dann ist gber auch dte Frage„ geeignete Persönlichkeiten Y fjndcn, m allen Fallen wohl nrcht so letcht Tu lösen, Wie der Herr

erzchtersiattex anmmmt. Es gxebt eine nich geringe Anzahl von Kreisstadten, m denen fich nur Em Richter befindet; dieser Richter ift vdllauf m Anspruch genommen durch seme Amtsgeschäfte und wird mcht Zeidund Luft Then, tch noch den anstrengenden Geschäften dcs Syndtkus_ emeZ .etsaus chusses zu widmen. Es ist kzwar be- merkt, daß 1th fur ]eden Kwis ein besonderer Hypothe enrichter, Gmndbuchbewahrer, angestellt werden olle, und daß gerade dteser Rechter .eme geetgnete Persönlich eit zur, Wahrnehmung der, Obltegenbetten emes Kreis - Syndikus sem werde,“ ich we1ß_ aber mcht, ob gerade ein Hypothekenrichter besonders qualrfizirt erschzetnt, das Amt eines Syndikus u bekleiden welches ZDmfaffende un msbefondere auch auf das Ge iet des 6 entliehen.

echxs fich erstreckendeNechtskenntniffe erfordert,“ es würde nach meinem Dafnrhaltcn ?edcnfalls em Mitglied einer ersten Abtheilung eines Gerrghtskoüegt azs Syndikus" dcs Kreisaus chuffes vorzuzie en sein. _Endltch vermag :ck Nicht abzusehen nzcme erren, weshalb ie selbst 111 dem.Fa[le dcn Kretsauss n thtgcn wollen, einen Syndikus zu be „ellen, wo der Vorsxßende effelben, wenn auch nicht die Qualifi- ka ton zum höheren Rtchteramt, aber doch zum höheren Verwaltungs-