1897 / 153 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 02 Jul 1897 18:00:01 GMT) scan diff

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Majestät das BUI vorher von England urück ekehrte älteste Panzerschiff der aiserltcbeti _Marine best tigt atten und im Begriff tqnden, das_ Schtft wieder zu vexlaffen, _erschien Seine axestät der Konig der Belgier, um Seine Majestät in der Uniform der Admirale 5.13 811118 der Marine zu be- rüßen. Unter Führung Seiner Königlichen Hoheit des JZrinzen Heinrich von Preußen, Chefs der zweiten Divifion des ersten Geschwaders, besichtigte Seine Majestät der König der Belgier alsdann Schiff und Vesaßung.

Nachdem Seine Majestät der Konig der Belgier hierauf bei Ihren Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin an Bord der Yacht ohen OÜCM“ den Thee eingenommen hatte, verabschiedete

ich A er 6 stderselbe und verließ um 91/2 Uhr Abends auf der Damp acht „Clementine“ unter dem “Salut der deutschen Kriegssottc und dem Hurralx d§_r Mannschaften den Hafen.

Heute früh um 7 Uhr 1chissten Sich Seine Majestät der Kaiser, wie „W. T. B.“ meldet, auf der Yacht „Meteor“ ein, um Sich zur Theilnahme an dem Wettsegeln nach Trave: münde zu begeben.

Ihre Majestät die Kaisxrin und Königin begaben Sich heute Morgen nach Schloß Gravenstein und gedenken Abends die Rückreise nach dem Neusn Palais anzutreten.

Der VundeSrath versammelte sich heute zu einer Plenarfißung. Vorher beriethrn der Ausschuß fiir Handel und Verkehr, sowie die vereinigten_ Ausschiiffe für Handel und Verkehr und für Eisenbahnen, Post. und Tclegraphen.

Der hiesige Königlich spanische Botschafter Felipe Mendez de Vigo ist _50111 Urlaub nach Berlin zurück- gekehrt und hat die Gexchäfte drr Botschaft wieder über-

nommen. Der hiesige Königlich griechische Ge andte Cléon Rangabé ist von England nach Berlin zum": gekehrt und hat

die Geschäfte der Gesandtschaft wieder Übernommen.

Kiel, 2. Juli. __Die Yacht „HOHenzdllern“ und der Kreuzer „Gefion“ 11115 heute Vormittag 9 Uhr von 51er “nach Travemünde in See gegangsn.

Württemberg.

Die Zweite Kammer hat in _ihrer gestrigen Sißung die Berathung des Geseßentmurfs, betrenend die Einkommen- steuer, beendet. Die Schlußabstimmung 7111st Heute statt,

Deutsche Kolonien.

Der Kaiserliche Gouverneur von Deutsch-Ostai_ri_ka, Oberst Liebert, Hat (8212516115611 geha51,_ auch_ die sirdlichc Küste des Schußgebiets 7U besuchey, und ber1chtet im „Deutjchen Kolonialblatt“ über die e JnspekttonSregse u. a. FolgendesZ __

Die im äußersten Süden gkkegene Kionga5uch1__5a1 die «Pon- nunaen, die man in handelépolinscber Beziehung auf _118 feßte, nicht erfüllt. Die Einfuhr aus dem benachbarten psrtugiesäfchen Gc5iet ebt nicht nach Kionga, sondern über den mittleren Novuma, wo „Lie fich nacb Mikindani und Lindi Verzweigt. Dazu beitragen_11_1_ag die ungünstige Lage des Ortes Kionga; sélbst klein? Schiffe _mumen weit draußen vor Anker geben, was um_fo unangenehmer 1st, le bier meist eine ziemlich kräftige See ems1851, So bewegt 11ch denn der Umsay bier in se5r bescheidenen (Hanzen. Der Roduma, dessen Waffermaffen das Mker wei15in gelb farben, könnte fÜr das Land von einschneidender Bedeutun sein, als natürlichste Verbmdung mit dém Nyaffagebixt. Bekanntli ist er mit Bänken _und Riffen leider dermaßen durchskxzt, daß, selbst_1venn dre diircbychmttlwbe Tiefe erheblicher wäre, jede Schiffahrt ausge1chloffsn ware. Nördl1ch fyxgt nunmehr eine Reibe do.". Bucbtrn, dre als ganz_dorzüg11che Hasen gelten dütfsn. Aüerdings Verliert die anzibaz, welche aus den Karten so außerordentlich groß erscheixnt, 1161 naherer Prüfung _an Bedeutung, da fie zahlreiche f1ach€_ Steuen und recht sch1y1erige Landungßderbältniffe zeigt. Ortsxhastexi find am U1er kaum zu entdecken. Vorzüglick) dagsgkn ist die Mto-Mjwara genannte Bai, eine a5geschloffene, gkräumiak und jiefe Ne5en511ch1 (m_der linken Seite des Außendafens ddn_Mikindani. Das S1äd1chexi Mikin= dani, Welches zwar 60 Steindäujer, aber doch nur 800 Emwvbner zählt, liegt an einer kreißrundxn Bucht, welche durch 12111611 enge_n und

ewundenen Kancck mit der großen, offenen Außenbucht in Verbindung tebt. Dichte Annäherunéz an die Küste ist auch hier nur 118111811 Schiffen möglich. Der „rt ist 5511 Bkdeutung_a1s Sitz des sud- licbsten Bézirstmtes, dsmen Verleguna_ 5011 Lind: 1111 Januar 1896 erfolgte mit Rückficdt auf die größxre Nahe der portuq1€01chen Grenze und der Roduma-Distrikts, WL1ch€ 111 letzter Zeit vielchh Gßgenstand bergmännischer Unternehmungen warsn_. Auch zur 3811 111611169 Be- suches rüstete fich hier ein Yüdafrikamscker Prospextor, Herr Schalz, zu einer ErforschungSrLis-x. Eine a11dere_ Quelle w1rthschaf111cher Be- deutung verspricht für Mikindan1_ die Perlfischeret zu werden. Von mehreren Seiten sind Vertrage geschloffßn, Welche 1111111118 rationelle Außnußung des 5is5cr nur mit primitiven Mitteln jeixens der Eingeborenen abgesuch1€n Fifchgebiets abzielen. Seitens eines deutschem Unternehmers wird sogar die Herauéschdffung eines mittlerén Dampfboots für diesen Vetrieb geplan1._ Von untergsordneter Bez deutung ist dagegen der Handel, der fich 1111 Wesentlichen auf _Gumun beschränkt. Das rvsitsr 115151115 gslegene Sudi War sert 1911er ein von den Eingeborenen bevorzugter Handelsvlaß. Dem tegen Ver- kehr des Marktfleckens, des natürlichen Ausfuhrbafrns für das Ma- chem5agebiet, kommt es zu statten, daß (111 deni oberen Ende des Krieks eine sehr leistungsfäßige We171 fur 8111581m1jche_ Segler 961113811 ist. Kaum weniger maleri1ch als Mtkmdantßst Lindt an der Mug- dung§5uch1 des Lukuledi gelegen. _ Dadurch ist die Verbiydung 11111 dem Hinterland gegeben. Lindi zahlt 2000 Einwvbner. Die Deu1!ch- Ostafrikanische Gesellschaft treibt am MES einen s_chwungbaften Handel mit Gummi und Wachs. Der_ tadt gegenuber, auf den üblichen Hängen des Stromufers, liegt eme Yßanzung des Herrn errot, deren Größe auf 1500 1111 angegeben wxrd. Auf dem urbar gema ten Stück soÜen 10000 Liberiakaffeebaume auSgesexzt sein “und e enso viel in den Samenbeeten steben._ Auch sdüen außer vielrn anderen Versuchsvflanzen 3000 Kapcckbaume gedeibxn. Kurz vor meiner Ankunft waren beunruhigénre Nachrichten u5€r das Auftreten von Magwangwaraborden am mittleren Rovuma auf etreten. Die Häuptlinge selbst ballen zwar fes1_an dem Ge orsam egen das Gouvernement, absr aüjäbrlich ziebt dte Schaar der jungen rieger, die fich zu *verheirqtben gedenken, nach alter Sulu- fitte aus, um dmc!) Raub und Plünderung fich den Grundstock des zur Heiratb erforderlichen Vermögens - besonders Vieh - bequem und kostenlos zu erwerben. Es find Betspiele_ Vorhanden, daß Yäuptlinge diesen jungen Leuten nachge1aufen smd, um sie mit

nütteln an ihre Pflichten gegen den Bana mkubwa zu mahnen. Aber nicht immer vermögen fi“: fie _zxr Umkehr zu bewWen. "So sind diese Kriegerbanfen der Gebrecxen der friedlichen “Nachbarn und der Misßonen. EH stand zu befurcbten, daß die ange- seffene Bevölkerung die Felds! 111151 bestellt, sondern auch in diesem

Jahre wie früher in die Berge _ flüchtet. Ick babe daher die in Lindi stehende 8. Kompa m_e unter Premier - Lieutenant Engelhardt in die bedrobtxn ebrete marschieren laffen, um dort ein Lager zu beziehen. Die Kompagnie bat den Auftrag, im ei entliehen Sinne des Wortes als „Schutztruppe“ für die fried- line Bevölkerung zu dienen. Kreinund wie Mikindani ist die Mchingabai, nur ist die Oeffnun bretter, sodaß zeitroeise eine nicht gefährliche, aber dock; unangene mx Brandung bineinstebt; die ge- räumige und tiefe Buxht ist fast_r1naSum von Niederlassungen ein- gerahmt und von_1raldtge11Hk-5enzugen umschlossen. Unter der Gunst dieser Verbältniffe liegt die Bevölkerung auch bier eifrig dem Schiff- bau ob. Zur Zeit untersucht Vexg-Affeßor Bornbardt die Fund- stellen der Umgebung auf abbauwurdige oblen. Sollte das Ergebniß den Erwartungen entsprechen, so wurde es s1ch fragen, ob nicht die Mchingabai als Audfubrbafen vor Lindi den Vorzug verdient. Kißwere zeigt bereits_den Charakter der betriebsamen, poli- tisch mitlebenden nörd11cheren Kustendevölkerung. Die Bucht theilt fich vor den Augen des emsabrenden Sch1ffers in zwei Weit auslaufende Zipfel, zwischen denen fich eine gelbe_ Steinwand wie eine vor- springende Bastion tro ig in die_See51nc_1usschiebt. An dem südlichen Zipfel liegt daß von affan 5111 Oman abgebrannte alte Kißwere. ie Bevölkerung, M! e 111 .die Sklaverei geschleppt wurde, ist nach Vernichtung des Rebellen theilweise zurückgekehrt, bat fich (1581 mm- mehr in dem am Ende des Nordzipfexs Jelegenen Mtumbo angesiedelt. M1umbo gilt für wohlhabend. _ Dafur pricht auch, daß einige Inder dort ihrem Erwerbe nachgeben konnen. Das Kulturelement ist der dort stationierte goanefiscbe ZoÜbeamte 11111 ferner Familie. Mit einfachen Mitteln, aber viel Geschmack und Tbcztkraft liegt er neben seinen Be- rufsgeschäften seiner Netgung ob,_d1e fich auf Verschönerun des Fleckens erstreckt. Gartenanlagßn, 111 denen er als einziger Chrit des Ortes sogar einen Obelisken unt kronendem Kreuz errichtet bat, um- geben das Zollhaus und den Yon _ der woblbabenden Bevölkerung aus eigenen Mitteln erbauten gerauxnz en Schuppen. Dagegen hat Kiswa- Kifiwani die geringe bandelSpoxtti che Bedeutung, die es beseffen hat, zu (Gunsten der Nachbarbasen immer _mehr eingebüßt, so daß das Nebrn - ZoÜamt Zieht mehr _5eießt ist. Dafür 52- 71131 29 mit seinen Ruinenstadten das Ost genug hervorgehobene Jntereffe für dir Geschichte_ des Landes. Der viklverzweigte, oft ge- wundene und ner emschn_€1d€nde Hafewbietet bei seinen günstigen Tiefenverbältniffen_auch fur roße “Sch1ffe Schuß und Zuflucht in reichem Maße. Du; auf der_ nsel zerstreut liegenden Geschüßrobre aus vergangenen Zeiten lasse 1ch_sammeln, um ste in Dar-es-Salam elegentlicb zu einem architektomschen Aufbau zu vereinigen. Kiswa- Ziwindje, der (Größe nach dre drttte Stadt der Kolonie, mit 10 000 Einwobnern, entwickelt fich trotz seiner offeneg, flachen Rhede immer mehr in seinen Verkehrs- und Handelswerbaltniffen. Eine belebte Handelsstraße übrr Donde und Songea _nack) dem Nyafsasee ver- 111111611 den Verkebr mit dem wexteren Hmterland. Wachs und vor allem Gummi sind neben Mtama und dkn Me51fxückten die Hauptartikel. Der 5111 in _den Handel kommende Ykabengegummi erzielt besonders 5056 Preise. Das strebsame Haus Hansing u. Co. 5111 hier im vergangenen _Jahre neben drr Deutsch- Ostafrikaniscben „(Geseüschaft eme F111a1e_ eröffnet. Die nächste Umgebung der ©1adt_ mtt den sanft an_steigenden Hängen des Sin- qinoberges bietet mit ihren zahllosen, prach1igen Man obäumen und üppigen Feldern ein 23115 der Fruch15arkeit und des edeibens, wie es in Ost-Asrika selten zu finden. D1e_ sorgsame Thätigkeit d-zs Bezixkßamtmaiws Freiberrn 5511 Eberstetw hat die Anlage einer Wamerleitung 1111 die Stadt. etncs durch _Rrrselang zu bewässernden großkn Fruchtgartens, de_n Uznbau 11nd die Neuregulierung dsr alten Straßen der Stadt, sow1e die Entwasserung der den Ort umgebenden Sumdfstrecken in die Wege geleitet. Die Bevölkérung (sehr zahlreich an wohlbabxndsn Arabern) erwies fich sehr dankbar und entgegen- kommend, axs ich ibnen im_ Schami verkündete, daß ich von Seiner Nkajestät hierher gesandt _set, um absoluten _Frieden im Lande aufrech1 zu erhalten, daß ich dafur aber auch Von 1511611 Fleiß und Betrieb- samkeit Verlange, damit bei der qußerordentlicb günsjigsn, regenreicben Witterung eine gute Ernte erzielt Werde. Die segenSreicbe Wirk- samkeit des mit größter_ Liebe seines Am1es waltenden Be- zirkSamtmanns macht_fich _111 der Sammlung der bisher friedlos lebenden Vkvölkerun 111 118111811 Stadtgemeinden bemerkbar. Er bat die 6111 unbändiges _äuberleben fixbrenden Bewohner der Matumbi- berge gezwungen, südlich des Rufidxt-Deltas _fich innerhalb der von ihm abgssteckten regelmäßigen Grenzen emes städtischen Weichbildes anzu- fiedeln, bat diesem Ort Samanandumbo Marktgerecbtigkeit 5211195111, indische Kaufleute dort 5_1ng_efuhrt, Vrunyen gegraben 11.1“. 11). und er- 5511 dieOrdnung 55er d1e_51§5€r Undotmaßigsn nunmsbr durch wenige Polizeisoldatrn. Ein glklshks Betspwl findet _ficb in der 5612113 im Aufblühen begriffenen Stadt Moborro am_ le1chnamigen Rufidjiarm. Das Delta desRizdfidji, das den_BezkrkK1 wa nach Norden begrenzt, bietet allem 211111198111 nach noch fur Flantagenbetrieb die günstigsten Vorbedingungxn. Der 1uß, dessen, 3 edeutung für die Erschließung des Landls soth nach _ intressen emes flachen Flußdampfers bewor- 1reten wird, 1561111115 111 sechs große? Arme und 5111 ein Delta yon etwa 25 geograpwschßn Quadxatmeilen schwerstkn und fcuch15ars1€n Aquialbodens geschaffen. Die Jnselp 018169 Delxas find durchweg mit Man rodenholz bestanden, _das 5155131 das Bauholz (Boriti) für ziemlich (199 Bauten der Ko101rie 9211672171 5:11. Ick) 5.152 den Forst- AffkffOL' don Bruchhauser) 11111 der genauen Durch101schu119 dicsc'r Wal- dungen beauftragt. Derjelde hat recht gute Besiande geiu-Mn und ist jkßf mit der Aufstellung 811119 Plazies für_ r€gelr_echt€ Durcbforßung und sachgemäße AuEnuZung be1chasttgt_. 21111381 dieier 1315851139911 13013- nußung Verspricbt das unxere Rufidjrgsdixt aber eine sxbr 51732111?de Produktive Zukunft. In 11816111 fetten Mar1ch5oden gedeidt jsde Pflanzs, die schweren Boden und Feuchtigkeit_ verlangt, ddr (1111111 Rkis und Taback. Der Rufidjireis wird in grdßxn M€ngkn nach Indien ausge- führt. Die Bananen erreichen bier Line erstaunliche Größe und _ge- deiden aufs Üppigste. Um den Beweis zu Lr5cingen, daß in 51618111 Gebi€1 Sumatrataback gute 2111971151611 1316161, 5111 das Gouvernkment an dem 1" üdlicbsten Arm des Rußdji, dcm Mdbdrro, cine Tabackoersuchs- pflanzung gleickyén Namens angelegt. Die!e hat fich untkr Leituug der beiden erfahrenen Jadadflanzec John Schröder und Ritts; vor- 15e115af1 entwickelt und im laufenden Jahre 40 Feldsr 58w11151chaftet. Dir Akbé1t wird mit Chinesen und Jadanew betrieben, das Syjtem der großen Trocken- und Jermentiexschxunen tft ganz das in Nieder- ländisch-Jndien bewährte. Die diesjabrige Probe-Ernte wird etwa 150 bis 200 Zentner ergeben. Jm kommesnden Betriebs- jabre sollen 100 Felder bewir15schaste1 werden. Moborro wird hoffentlich den Beweis erbringßn, _ daß Ost-Afcika zwar nicht auf Korallenboden (Sansibar) und nicht auf rotbem Laterit (Lewa), wohl aber auf fettem Marscbboden ein gutes Deckblatt zu srzeugen vermag. Zur Abwendung 811161" UeberschwemmungSgefabr für die Pflanxung Moborro babe ich 60Mann der Kompagnie Kilrva zum Arbeitsdienst hierher herangezogen. Zum Schluß be_suchte 11:5 die Insel- gruppe Schole-Mafia. Die Stadt Schole 11111 ihren wohlhabenden Häusern zu beiden Sxiten breiter, baumbeseßter Straßen, tbren sauberen runnen und weiten Pläßen kann, was Ordnung,Ge chmac_k und Sauber- keit anlangt, mit mancher deutschen Kleinstadt den ergleicb agfnebmen. Die Bevölkerung, von denen jede Swpe ibre eigene Gesch1chte bat- 5e51 fich in vieler Beziehung von den DurchschnittsMsuabeli unserer Tage 115; schon die prächtigen, in den feinsten Farbxntönen a5geftuften seidenen Gewänder smd ein Beweis für die Eigenart diesex ab- eschloffenen Bevölkerung. Schole ist zweifellos einer der schons1ßn inkel der Kolonie. Der deutsche Zollasfistent, de_r 51er 111 einem gemütblicben Heim mit seiner Frau unter Eingeborenen ailein sist, versteht es, den angeborenen Sinn derselben für Ordnung und Reinlichkeit geschickt zu benußen und Schole mehr und mehr zu einem Schmuckkästchen auSzuqeftalten, Eine halbe Stunde flotten Segelns führt hinüber nach Mafia, das [ck _sodann 5911 Osten 11ach Westen durchkreuzte. Die ganze Insel ist uxnsaum1 don e1nem_5re11en Gürtel Kokospalmen. Der Mittelrücken wird theils noch wemg (1115- genußt, theils bereijs rationell in Reiskultur genommen. Der Reub- tbum der Insel ist sprichwörtlich. Die Palmen tragen _70 bis 80 und mehr Nüffe yon durchschnittlich Ueberkovfgröße. _Mit besonderer Genugtbuung erfüllte miri) der Anblick der zahlreichen Herden don

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prächti en Rindern auf Mafia. Die Insel versorät sowohl Sanfibar als za lreitbe Punkte der Küste mit Rindvieb. m den schädlichen Folgen der Inzucht vorzubeugen, babe ich am „Nordende der Insel die nlage einer Viebstation unter Leitun eines erfahrenen Landwirtbs und alten Afrikaners angeordnet. Der esucb von Schole-Mafia bat wesentlick; dazu beigetragen, den Eindruck, den ich von dem Süden der Kolonie empfangen babe, künftig zu gestalten. Wenn ich meine Beobachtungen ü_5er den süd ichen Theil des Schußgebietes noch- mals kurz zujammenfaffen dar_f, so ergeben dieselben fol- gendes Resultat: Der Süden bietet durchaus nicht geringere Kulturbedingungen _als der Norden. Es finden sich frucht- bare und gut beWafferte Landschaften, Gebiete für Zuckerrohr- und Kaffeebau, überall zum mindesten für Kokosvalmen. Die Be- erlkerung_ist leider sehr dünn, aber willig und arbeitsam, sogar der- baltntßmaßig intelligent. Beim Man el jeglicher Konkurrenz in der Nachfrage find die Löhne erheblich 51 iger als im PflanzungSgebiet des Nordens_. Endlich bietet das weite Hinterland in Gummi und Wachs zwei wgrthvolle Maffenartikel der Ausfuhr, deren Verviel- farxyung leicht mog11ch_erschein1. Dies alles weist darauf hin, dem Suden m_sbr Aufmetkkamkeit als bisher zuzuwenden und gegebenem- falls deu11che__Unterne5mer auch hierher zu lenken, um dem Lande Kapital zuzmuhren und seine EntMckelungSfäbigkeit zu beweissn.

Oefterreich-ngaru.

Der Minister-Vräsidxnt Graf Badeni hat, der „Wiener Abendpost“ zufolge, verfugt, daß eine aus dem Ministerial- rath Swoboda, dem Ober-Jnspektox Kaan und dem Vor: nßenden-Stellvertreter de? Vers1cherungsbcirathes Kink bxstehende Kommission behufs Information über die Durch- fuhrung drs deutsche11 Invaliditäts- und Altersverstrherungs- gescseß zum_ Zweck einer_1veiteren Außgestaltung der Reform der dsterxxrchischen Arbeiter - VcrficherungSgcseßgebung eine Studiexixeqc nach Deutschland antrete, und an dc111C'nde Juli 111 Vririjel stattfindenden KongryFe theilnehme.

Wie die Wiener Blätter melden, Haben die (Hsmeinde: vertretungen 0011 Grottau, Aussig, Karbiß, Gablonz und Krems (Niederösterreich) gleichfalls die Einstellung der Arbeiten 111 dem ihnen von der Regierung übertragensn Wirkungskreise beschlossen.

Großbritannien und Irland.

_ IwAlderfhot fand gestern eine große Parade vor der Konigtn statt. Die Tr1_1_ppen waren in zwei Treffen auf- gesteUt. Das Lrste Treffen bildeten Infanterie, Artillerie, Vwmere und Train, während in dem zweiten die KavaUerie stand. Die K_olonialtruppen hatten ganz in der Nähe des Wagens der Konigin Aufstellung genommen. Sie defilierten zuerst, Und kehrten sodann sofort wiedsr in ihre Stellung zurück, um dem Vorbcimarsck) _des ganzen Armee-Korps vor der Königin beiwohnen zu konnkn. _ Die zur Flottr'nrevue bei Portsmouth versammelxxn Schiffe begannen gestern den dortigen Hafen zu _ verlanen. Die franzöfischen und dir russischen Kriegsschiffe [12an zusammen aus. - Die Königliche Yac51 „Victoria and Albert“ ist nach Sheerneß abgegangen, wo sich die Kaiserin Friedrich einschiffen wird.

Im UnterHaus e machte gestern der Parlamentssekretär des Auskoärtigen Curzon die Mitt cilung, daß die Vsrhand: lungen iiber die zur Sicherung der 5lutonomie Kretas zu er- greifenden Maßregeln wiFchen den Großmächten noch fort- dauerten. Es seien in esxen schon bedeutende Fortschritte zur Erzie1ung eines Einvernehmens gemacht worden,

Frankreich. .

Die Deputir_1_enkammer hat gestern die letzten Artike der Vorlage, betreffend die Bank 0011 Frankreich, ange: nommen. Der Deputirte P elletan vertheidigte einen Antrag, nach welchem die Bank verpflichtet sein solle, der Regierung ihrer". Kassabestand oder wenigstens ihre EmisfioUSrechte und aÜe noth- wendigen Hilfswittel für den Fall einer all emeinen Mobil: machung zur Verfügun zu stellxn. Der inister-Präsiden1 M S [in e entgegnete, 5119 die Einrichtung der Bank für alle FäÜS

aUSreichend sein werde, ohne daß man uöthig habe, auf um-

wälzende Maßnahmen urückzugreifen. Der Drputirte Pclletan bestand auf Feiner FSrderung im Namen des Patriotismus. Der Minister-Präsident Méline sprach darauf den Gegnern des Monopols Patriotismus ab, was auf der äußersten Linken große Unruhe und Widerspruch hervorrief. Schließlich wurde der Antrag PeUetan mit 306 gegen 231 Stimmen abgelehnt und alsdann das ganze Bankgeseß mit 409 gegen 97 Stimmen angenommen.

Der Justiz-Ministsr Darlan 5a1 gestern an die Kommission zur Untersuchung der Panama-An elegeti- heit ein Schreiben gerichtet, wqrin er erklärt, da er bereit sei, drm Ausschuß die abgeschlosjenen Prozeßsachen und den 125111 dss Verfahrens gegen Arlon, _welcher bereits abgeschlossen sei, mitzuthcilcn. Der Minister knupfte hieran die Bitte, daß der Ausschuß diese Ak1ens15che gehctm halten. möge. Der Ausschuß hat einstimmrg beschlossen, der_i Zusttz-thster zu ersuchen, veranlaffen zu wollen, daß die Vernehmung des Untersuchungsrichters Le Poittevin dnrch den Ausschuß heute vor sich gehen könne,_ und die Mittheilung des gesammt-xn Aktenmatcrials zu versugen.

Rußland.

Der König von Siam ist, wie „W. T. B.“ meldet, gcsisrn Abend in Wars chan eingetroffen und am Bahnhof“: von dem GeneraL-Gouverneur Fürsten Jmeretmskt) sonne den Spißen der Behörden und dem aus St. Petersbizrg daselbst eingetroffenen Ehrendienst empfangen worden. Erne Ehren- Kompagnie war am Bahnhofs aufgestexlt. Das_Abste1ge- quartier nahm der König in dem Palais Lazienxr. Heu1e findet zu Ehren des Königs__eme Truppenschau 1tatt_. Dre Abreise nach St. Petersburg 111 auf heute Abend festgexeßt.

Italien.

Die französische Regierung hat den Botscha ter Billot beauftragt, dem König und der italtems en Regierung ihr Beilrid anläßlich des Unfalls an Bord des italienischen Kreuzers „Bausan“ audzusprechen.

Schweiz.

Der Ständerath beendete gestern _die Berathung der Vorlage, betreffend den Rückkauf d_er Etfengahnen. Der BundeSrath emp erklärte: nach seinxr Auffanunq se1ei1 die matericUen eftimmungen über dcn Ruckkauf der Kon esstonen weder durch das Rechnungsgeseß, noch durch das Nu_chkauf_s: geseZ3 geändert worden. Die Aufstellung der Grundsaße fur die erechnung des RückkaufSpretses set m_ da? freie Er- “meffen des Bundesgerichts gestellt, welcheß dtexemgen- Geseke zur Anwendung zu brin en befugt set, d1e cH anwenden zu müssen glaube. Der-Ständeratk) nahm sch11eßlich im Vor:

la e mit den verschiedenen, im Laufe der Verhandlung 5e- s lo enen Abänderungen mit 25 ge en 17 Stimmen an. - Der ationalrath _wird die Vor age in der außerordent- lichen September-Sesston berathen.

Türkei.

Dem „Standard“ wird aus Konstantinope! berichtet, daß Edhem Pascha dem Kriegs-Minifter angezeigt habe, er [LF das Oberkommando nieder, da er bei den vorgeschla enen A machungen nicht in der Lage sei, für die Aufrechterha tung der DiSciplin in seiner Armee zu garantieren.

Die ,Times“ meldet aus Konstantinopel vom 30.31.1111: Die türkischen Bevollmächtigten würden in der_nächsten ur Fortseßung der FriedenSverhandlungen stattfindenden ißung die Erklärun abgeben, daß die Pforte das unantast- bare Recht, Thes s a ien kraft der _qkschehenen Eroberung zu behalten, aufrecht erhalte. Dasselbe Blatt erfährt aus Athen, die Abgrenzung der neutralen Zone zwischen den griechischen und türkischen Truppen sei gestern zu Ende geführt worden.

Aus Kanea wird gemeldet, daß das Oberkommando der internationalen Detachements das Zchußgebiet für die Land: wirthschaft weiter ausgedehnt 5abe.-Dcr italienischeAdmiral Canevaro habe 36mail Pascha einen Besuch abgestattet und beschlossen, Trikalaria sofort zu beissen, worauf die türkischen Truppen abrücken sollten.

Amerika.

Nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Washington weist das abgelaufene Finan jahr einen Fehlbetrag von 18 623 108 Dollars auf. Die „„ olLeinnahmen im Monat Juni beliefen sich auf 21560152 Dollars gegen 11351 803 Danrs im gleichen Monat des Vorjahres. _

Einer in Madrid ein ctroffcm'n Privat-Depenhe aus Havanna zufolge, brachlen ie Aufständischen auf drr Eisen- bahn bei Janico in dem Augenblick, als ein Zug die betreffende Stene passierte, eine Bombe zum Explodieren. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden getödtet.

Asien.

Das „Reutcr'sche Bureau“ meldet axis Kalkntta: Dic: vorgestrigen Unruhen in Chitkpur, einer Vorstadt von Kalkutta, waren sehr ernster Natur. Zur Unterdrückung derselben waren außer der ?Zolizei noch fast 300 Mann Militär aufgeboten. Die Nuhetörer durchzogen gruppenweise die Straßen, beschimpften die Europäer und bewarfen sie mit Steinen, sodaß mehrere derselben verwundet wurden. Dem Umstand, daß die Hindus passiv mit den Mohamedanern sympathifierten, wird sine gewisse Bedeutung beigelegt. (Hsstern früh hatte die Lage noch ein sehr ernstes Aussehen. Die Kavallerie zerstreut? dic Griippen der Ruhe- störer, welche sich jedoch später wieder sammelten. Die Be: wegung hat sich über ein größeres Gebiet UUSJedehnt, jedoch ist die Lage augenblicklich ruhiger.

Afrika.

Aus Tanger wird gemeldet, daß die Truppén des Sultans von den aufständischen Stämmen geschlagen und aUe Gefangenen getödtet worden seien.

Der Präsident Krüger hatte, dem „Reuter'schen Bureau“ zufolge, an den VolkSraad die Anfrage gerichtet, ob derselbe durch die Ablehnung der Konzession für eine elektrische Straßen: bahn in Johannisburg einen Mangel an Vertrauen zu 15111 habe zum Ausdruck bringen wollen. In seiner gdstrigen Sißunq nahm der VolkSraad eine Resolution an, welche dahin geßt, daß der betreffende Beschluß nicht auf diese Weise aUSJelegt werden dürfe. Im weiteren Verlauf der Sißung lehnte der VolkSraad die Penfionsvorlage ab.

Dem Unabhängigen Congoftaat ist ein Telegramm mit Nachrichten von den Stanley-Falls zugegangen, welche bis zum 14. Mai reichen. Danach hätte kLin neuer Zusammenstoß mit den aufständischen Soldaten der Batetelas stattgefunden. Leßtere scßten ihren Marsch in südlicher Richtung fort. Lieutenant „Henri habe das Fort Avakubi verlassen, um die Batexelas zu verfolgen. Baron Dhanis sei in der Richtung a11f Kirundu und Nyangwe vorgegangen.

Nr. _24 des, „Eisen babn-Verordnungsblatts', 59111117.- ZSgebm tm Ministerium der öffentlichen Arbsiten, vom 30. Juni, at folgender) Inhalt: Staatswertrag zwischen Preu“sn, WWW und Sachsen-Memm e_n wegen Herstellung einer Eisenba 11 Von 115115619- dorf nach S117ck eim, Vom 30. Januar 1897. - Al1er55chstcr Erlaß 5011116. Juni 1897, betreffend den Bau und Betrieb dkr 111 dem Geiss vom 8. Juni d. J. ZGeseZ-Samml. S. 171) vorgesc51nen nkuen Eisenbahnlinien. - Er affe des Ministers der öffentlicbsn Ar- beiten: vom 20. Juni 1897, betr. Unterhaltungsbescbeinigungen der Zwil-Supernumerare; Vom 20. Juni 1897, betr. Befoldungßzulagen der als technischeKontroleure verwendeten Bureau=Diä1arL; Vom 20. Juni 1897, betr. Amtskautionkn der Magazin-Aufseber; vom 21. Juni 1397, betr. Beschäftiaung der Regierungs-Bausübrer des Eisenbahn- baafacbes bei Cifenbahnvvrarbeifen; vom 22. Juni 1897, betr. An- forderungen an die Interessenten wegen dss zum Bau von Neben- bahnen erforderlichen Grund und Bodens; vom 23. Juni 1897, betr. Ltatßmäßige AnfteUun von Hilfs-Unterbeamten; Vom 23. Juni 1897, bktk- Besoldungsdien talter früherer Telegrapbisten; vom 29. Juni _1897, betr. anderweite Bezeichnung des Zentral-Wagenbureaus in Magdeburg. - Nachrichten.

Arbeiterbewegung.

Aus Weißenfels meldet „W. T. B.“ zum “Ausstand der Bergarbeiter: Eine gestern abgehaltene Veréammlung der Aus- ständmen des Zei -Weißenfelser Koblenreviers aßte den Beschluß: weil ahsolut keine nterstüßungen eingeben, den Ausstand unter Auf- gabe eines Theils ihrer Forderun- kn sobald als mö?1ich zu beegdigen. In Kiel sind, wie der „Kö. 1. Ztg." telegravb ert wird, sammt- ltcheArbeiter der Eilsengießerei der Kieler Schiffswerft aus- 1andig_ geworden, (1 5 zwei Arbeiter infolge eines Stxeites mit dem Werkfubrer entlaffen wurden. Als die Werftleitung den Arbeitern Mtgeaenkam, verlangten sie 20 „93 Lobnerböhung.

In Mülheim (Ruhr), wo die Maurer in eine Lohnbewegung eingetreten waren, haben der „Rh. - Westf. tg.“ zufolge bereixs FN_"YZUU wegen Nichtbewiüigung ihrer Lohn orderungen die Arbett

Aus Uelzen in Hannover wird dem „Vorwärtö“ mitgetheilt, daß _ der Ausstand der dortigen Maurer nach achtwöcbiger Dauer dam11 geendet habe, daß die Innungsmeister die Forderung der

Maurer: 3,5034Mindestlobn für zebnftündigs Arbeitézeit, bewilligten. Am 29. Juni wurde die Arbeit wieder aufßenommrn.

In Hamburg haben nach demselben Blatts die Tischler 5e- schloffen, den Arbeitgebern neue Forderungen, die fich auf die Arbeits- zeit und die Lohnsäpe beziehen, zu unterbreiten.

Hier 11-1 Berltri find nacb Bekndigung des Maureraussjandes die 31111 merleute 111 eme Lobnbewegung zur Durrhfübrun eines Stundenlohns dog 60 „3 eingstrexcn. Auf das Rundschrei en der Lobnkomrmsfion und einer Mittheilung der Berliner „Volks-Ztg." zufylge eme große AnzablAntwort-m eiugelaufen. 20 irmen, darunter eintge Innunaßmeiftek, baden die Forderungen mm 1111111. In den Vqrorten _(Rixdorf, Cbarlot1enburg IT.) find die Zimmerleute g1e1ckckxcxüs 111 die Bewegung eingetrkten und 5115211 1513111136118 Erfolge errei .

21111? Paris meldet „W. T. B.": Auf den Schiffswerften der G1rdnde-Compagnie_in Bordsaur,11;€lc5?r derBau zweier Kreuzer u5ertragen wdrden 111, find fast 1561111111152 Arbsiter, déren Zabl etwa 1000 betragt, in VM Ausßand 9911211311.

Statistik und Volkswirthsckyaft.

Die Sparkassen in Oestsrreicd.

Das_ k_1"_1rzlic5 erfcbienenc 1. Heft 598 THAN. Bandks der „Oesterreichiychm Statistik“, 5€rausgegeben 5011 dsr K. K. statistischen Zentralkommtsfion (Wien, Carl Gerold? Sobn), entdält die S ta 1 isti,k der Sparkassen in den im R€ichsra15 vsrirriknen Königreichen und Landern_f1'1r das Jab! 1894.

_ _ Das Österreichiscbe Svarkaffenw-xseN der Gkgenwart erhält 18111 c5_araktéristi1ch6s Gepräge durch diZ mächtig? Entwickelung der Poitsparkaffen. Von dieskn wird indMEn in den nachstkbénden Ausfükvrungen nicht die Reds sein: dislntkbr soll im Folgenden ezeißt werden, wie die sonstigsn Svarkaffrn, welcbe die österreichische Statistik als „Privatsparkassen“ bezeickpnct, sich neben dsn Post- sparkaffen erhalten und weiter e111wick111 5115211. Diese Privatsvarkaffen, am Schlusse des Jahres 1894 111 der Zabl 5011 472 Vorbanden, bestanden aus 380 Gemeindxsparkasssn, 66 Vereinsfparka_sfcn und 26 sztrksfparkasen, von densn inn€r5a15 dsr 1231611 fünf Jahre (1890/94) 58 neu Irricbtet waren, und zwar 52 Gcmeindésvarkaffen, 3 Vereins- und 3 Bezirkssdarkaffen. Es scheint sonacb, daß die Ge- meindesparkaffen dem neben den PostsparkassZU noch vorbandenen Bxdürfnifz nacb örtxichen Sparanstalten am 1112111611 entsprsckoen. Stk, die Gemeindkjparkaffen, 5811511151 7115 auf die Kronländkr,

wie folgt:

Ende1894 1890/94 Ende1894 1890 94

vorhanden Entstanden vordanden entstandsn Nieder-Oesterreich 46 ' Tirol 11. Vora115srg 5 - Oder-Oéstsrreicb. 3“ Böhmen. . . 141 24 Salzburg . . . 3 Mäbrkn . . . 57 11 Steiermark . . 34 Schles1€n. . . 22 3 Kärnten. . . . 8 Galizien . . , 15 1 Krain ., . . 4 Bukowina . . 1 - Küstcnland. 2 Dalmatixn . . _ -

_ Von den 66 Verxsnssparkaffén 811111111611 28 M,; Nieder- Oefterreicb, 10 auf Tirol und Vorarlberg, 9 (1111 B55111811 u. s. w.; neueren Datums sind Von diesrn nur 1 in Obsr-Oksterreich und 2 in Steiermark. Bezirksxvarkaffen bestehen 1151151111131 mir in Stéisrmark 15 (neu: 1) und in Galizirn 11 (neu: 2).

Interessant ist zunächst die Beweguug des von diesen Sparkassen seit 1878 gkwährten ZinssaZLs für 518 Einlagen. Während im Jabre 1878 noch 91,22 (),-“0 a11€1 Einlagsn mit 50:1) und darüber ver- zinst Wurden , findet eine so 5058 Verzinsung 1894 nur noch bei 1,27 0/0 der Einlagen statt, und zwar bei 6 Sparkaffen in Galizien mit 5%. Der Antbeil der 41 prozentiasn Einlagen stieg zunächst den 1878 bis 1884 von 2,51 0,10 bis auf 40,90 % aÜer Ein- lagen, um dann 515 1894 wieder auf 4,45 01) zu fallen. Dis 4515- zentigen Einlagen, die 1878 ctwa 60,1) der Snmms aller Einlagen außmachten, bildeten_1891 berkits 79,220-0 dieser Summe, 1115an aber Ende 1894 (1111 65,25 % heruntergegangen. Die mit wxniger als 4% Verzinsten Gsldsr 111111111811 1888 srft 0.490,10 aus, 1511an aber 1894 bereits auf 29,030 9 gestiegen. Yinficbtlicb der 51.115- schniiilichen Verzinsung, welche 1894 im L,.MZM mit 3.912 0,1) (1893: 3,9420/0) arzunébmen ist, rangieren _die Ländkr folgrnder- maßkn: Gakizien 4,407, Stcirrmark 4,028, 515111151311, Krain Und Dalmatien 4,000, Ober-Orstkrreich 3,994, Schlsfirn 3,989, Salz- burg 3,950, Mähren 3,895, Tirol und Vorarlberg 3,833, BöHmen 3,816, Nikder-Oesterrcéich 3,793, die' Bukowina 3,750, das Küstknland 3,667 0/0. - Geboben batte fick) der Zinsfuß 91.1811 1893 nirgends, in 6 Ländern war er gleich 116511135611, in 8 Ländern war cr qegsn das Vorjabr gesunken. - Von dsn 1894_vorbanden€n 472 Swarkaffcn batten 394 nur einen einzigkn Zinsius für 111]? Einlagen 05118 Rück- sic51 auf die Höhe dss Betrags odsr der Kßndigungsfrist 525111. der Dauer der Einlage 1611111311131, 561 60 Sparkaßirn kamw .zMi, bei 18 drei verschiedene Zinssäße zur Anwendung. __

Die Summe des Einlagskavitals 511 1111811 Sparkamen 581in 11115 _

1885 auf 985 756 360 F1. 1890 ans 1282759132 Fl.

1886 , 1054021902 1891 1335 925 661

1887 , 1091201620 , 1892 1406 578 732

1888 “1153 758154 . 1893 1461630191

1889 1235 498 989 , 1894 1530 713 348

Bci dcr VerWEndung dar Sparkaffsn-Kavixaiisn kommsn in 611111 Linie die Hypotbekardarlcben in Betracht: auf fis 611117111111 1021010025 F1. im Jabre 1894 grgkn

1893 1892 1891 1590

970 157 146 923103 144 877 466 402 832 783 552

Ueber die Höhe der Einlagen, der Gesammtaktida und die Ver- rvendung der Kapitalien dsr Sparkanen_zu_vaotbrkardar1:*5en 111 dsn einzelnen Kronländern g(xwakwt dre 101138111)? tadeüariyche 111581- stcht Aufschluß. Es kamen 5011

den Einlagsn

Galdcn auf Nieder-Oesterreiä) . 380 742 398 . Ober-Oesterreich . 125 955 395 Salzburg . . . . 23 546 484 152 560 436 29 836 821

35 569 792 das Küstenland . . 12 135 638 Tirol und Vorarl-

berg 92 801 080 Böhmen . . . . 466 676 101 Nkäbren ..... 102 796 223 Schlesien . . . . 32 740 249 Galizien . 68 992 204 Bukowina . . . . 6168 674 7 015 080 3 591986 Dalmatien 191 853 203 504 _

zusammen . . . 1530 713 348 1 704 552 067 1021 010025

Was die Bewegung des Zinsfußes_für nyotbekar- darlehen anbelangt, so betrugen 1875 die mit mehr (1 8 50/9 ver- zinslichen Darlehen 97,90 % dxr ganLen Darlebxnsfumme, waren aber bis Ende 1894 auf 6,41% d1eser Summe ziimmmengeschmolzen - und zwar auf 1 Sparkasse mit 7 %, ferner 1 11111 61% und 13 Spar- kassen mit 69/- in Galizien, ferner je 1Sparkaffe mit 60,10 in Böhmen und dem Küstenlande,_9 Sparkassen _mit 55 und 2 mit 510/73 in Verschiedenen Ländern. Di? fünfprozenttgen Hypothekardarleben

“[*I-SIGIKID.-

_de:1 dcn Gexammt- vaotdkkar- Aktiven darlehen

Gulden Gulden 412189 841 255 146 420 143 197 252 74 805194

25 533 306 16 595 755 175 231 145 106 702 289

33 907 937 17 740 530

40 892 269 18 798 120

13 882 732 5 422 304

103 926 860 55 283 532 522 726 489 328 142 832 111642183 72 871124 36 482 363 24 629 078 77 721 107 41 870 518

stiegen von 1,75 0/0 der Gesammtsumme im Jahre 1875 auf 63 26 9/9 im Jahre 1889, um dann bis_ 1894 auf 35,82% zu ßnken.| Die niedriger verzinslichen Betrage machten 1875 nur 0,35 %

aus, 1894 dagegen 57,77 :'/a. Der 5615113 Normalzinssaß bezifferte fich im Jahre 1875 auf 6,280 “',-“a, 1894 auf 4,756 %, wies also einen Rückgang von 1,524 0,19 auf, während der Rückgang der Einlage- verzinsung nur auf 1,267 0/0 zu berechnen ist.

Nach den vaotbekardaeledsn führt die Statistik den „Wechsel- eScompte' unter den Anlagen dsr Svarkaffenkapitalien auf.. Er nimmt von Jahr zu Jahr an Bedeutung 115 und beansprucht nur noch 3,07 0/0 der Geldanlagen der Sparka 1611. Der Gewinn ist dabei ein gerinaer, käufig ein Verschwindxnd keiner. Auch die „Vor- schüssc auf Wertbvapiere und Pfänder" erfordern nur einen kleinen T5611, 2,90 0,1) im Jahre 1894. Der zu berechnende Durchschnittszinsfuß für diess Vorschüffs giebt kein klares Bild, da bier

rovifionen in wechselnder Höhe erhoben werden. Der 56chste Zins- axz, der 1875 sich noch auf 6,578 0,10 581151, war_1894 auf 5,304 '/o zurückgegangen. Die „Darlehen 5111 Prrxonalkredit', die weiter erwahnt werden, bxtragen nur 6,06_0,-'s der Anlagen. Die raseh zunehmende Einrichtung von Raiffeisen'xchen Darlebnskaffendereinen macht die Tbätigkeit der Sparkaffen in diexer Richtung, wir der Be- richt andeutkt, mehr und mrbr Entbebrlicb. _

Dagegen 5ild€t der Besitz von Wsrtbpavéeren 1111181116111 Kurswertb von 434312 664 (Guldßn im Jahre 1894 8111811 beträcht- lichen Theil - 25,48 “',/0 - des AktiVVerdgens der Sparkaffen. Endlich sei 11515 erwähnt, daß der Jmmobiliarbefitz dcr Swar- kassen im Berichtsjabre s1ch auf 32573133 Gulden = 1,91 0,10 aUer Aktiven beziffertk, und da“ die Baarbestände fiel) 1111? 23 655 807 Gulden = 1,39 070 718111811. _

Der Gesammt-Reinertrag Yslirf 171151894 aus 14 077 671 Guldkn, don denen 5348 966 Gulden für gemeinnüsige und wohl- tbätige Zwecke, 12 477 086 311". Zuwendung an dieRksc-rVKn und 1234966 für sonstige Zwecke Verwandt Wurdkn.

Kunst und Wiffensckxaft.

In 591 Gesammtfiizung der Königlich-xn Akademir der W 11 je 11 scha ft 6 11 vom 24. Juni (vorfißender Skkretar : Hr, Auwers) legte? Hsrr von Bezold eins Mitkbeilung des Herrn Profsffors M. Eschenbagen m Potsdam vor: „über schneUe periodische Veränderungen dss Erd- magnetismus don sehr kleiner Amplitude". Der VSrfaffer berichtet im_21n1ch1uß an eine früdöre Yrröffkntlicbung 55er die durch 181)! 5er- 11551116 Registrierimq d-xr magnetiscbsn Horizontalintenfitä1 nacb- Yéwwsenen periodischen Aknderungkn des ErdmagnetiSmus dor“. 85r_ kUrzcr Periode: etwa 30 Sskunden 0061." noch weniger. Véxonders auffaUsnd ist Hierbei das zéitwkiliae gleichzeitig: 211111531211 zweier solcher Psrioden don nadezu gleicher Dauer, die zu Erxcbsmunacn Anlaß geben, welche in überraicbxnder Weise an die Sckywedungsn erinnkrn, wie sie durch das Zusammenwirksn zweier Töne 11011 11551311 gleicher Tonhöhe hervorgebracht wkrden. Schließ- lich wird nachgewikscn, daß die 5605ach1€te11 Thatsachsn nicht etwa 111 instruwentcÜen Eigentbümlickykeiten begründet, sondkrn wirklich durcb dsn Erdmaanctidmus bcrdorgkrufen find. -- Herr Jagéé, korrespon- dierkndes Mitglied dsr 1151101555615 - historischen Klass, über- 13nd1€ sin Exemplar 161 51111 15111 berausgkgcbknen „71316113 1651311161111 1'1'0 )1161281'11111 1111619181515) 1511301051101; 58.801111 :(1'1'. -- ._Hkrr Stumpf Übkrreichte den von dem Vérfaffrr Singk- sandten 1. Yalbband der zweiter], 11811 5801757116161! Nuflagc der „Ge- schichte der neueren deutschen vaxbologie“ pon Prof.1)1*.Mar Deffoir bierselbfi. * Dic": pdvükaliscky-matbsmatiycbe 51111172 5518111111 Dr. Martin Krüger bierselbst 700 „16 bewilligt zu Untersuchungen über die in tbieris 811 Und pflanzlichen Organen dorfommsnden „151115111- swffe. -- Dur den Tod Verloren bat die Akademie das korrsspon- disrxnde Mitglied der pbvfikalisÖ-matbematisÖsn 51111178 C. Remigius Frexknius, gestorbén in Wissbaden am 11. d. M.

Land: und Forstwirthsthaft.

Saatenstand in Süd-Rußland. *

_Nachricbtkn ans Odessa zufolgk bssmden fick) die “Saaten 111 Süd- 911113111115, dis fich infolge der reic51iche11 Nicderschläge im Laufedes Mai und zu Anfang 1). M. gßnstig Lntwickelt baden, im allgcmeinen in 91118111 Stands. Strüenwsikk, namentlich in Bessarabien, hat man freilich üdcr 3110161 Regen gkklagt: man fürchtete', daß das Getrride' zu leicht WCrk-Ln 11115 ds_1ß unter anderem auch das deéihen dcs Mais nacb- tdeilig 586111311131 werdsn würde. Dcr fast übsrall gebkgts Wunsch 11.115 irockrnsr Witterung ist gegen Mitte Juni theilweisk er- 111115 wdrd-xn. Ne'uerdings meldet 1111111 jsdocb aus Bessarabien Schadigxmgcn durcb Plaßrkgsn, der das Getrsjde zu Bodrn 981891 und 111 skinsr Entwicklung 11811511 521. An Verschiede'ncn Orten ist infolgx dsr Ü51rmäßigeii qucbtigkeit das Unkraut 111aff€n5af1 zwischen dem Gstrkid: LmPOngÖVULn,_diSsSI im Wachstbum bindernd.

___Der derursachtx Schaden 1ch€in1 indeffkn zur Zeit noch verhältnis;- 111111313 gering zu 78111 im Vcrglcicbe zu dem großkn 911113811, den der récbtzéitigs 511111158 ngen 0611 Saaten im ganzem Süden Rußlands chrgcbt 5.11. Gelobt wird in manch?" Krsisen das gesunde 1518185111, dsr 1155116 Wuchs und dre Frische 5813 Sommer- gésrLÖÖ-CZZ wcnigrc zufrirdxn ist man mit den: Wintkrgstreids. Zu 58- merkextz 111, das; dis GUNS, dis in disskm Jahre? in größerer Menge 811111211181 wordcn ist, wenn dir Wiüerung keinkn Strich durch die Rcch111111_g macht, rinc reichlich? Ernte «311125811 wird; man 551 sogar 518 130111111119 _aqursprocben, 150 Pad vrr) Deffjätine zu c'rhalte'n, gxgln dUrch1ch1111111ch 70 Pad 1111 Vorjahre. Bei dc'm vorzüglichen S1a1ide drr 0586121111151 551116 die Ernte, günstige Witisrung voraus- gsjrizt, 511111811 111152111 581111111811.

Jm westlicbcn Tbeile dcs Odcffakr Krsisrs ist der Prußkäfsr auf-

(._ctrktcn, dock) stiftet cr, wie man glaubt, keinen großen Sebaden. SteÜcnwriie 531 ibn der starke RS 111 in die Gräbsn 9811115011, und in einigrw Wolosten wird drr Lkrtilgungskampf gcgen i511 mik Erfolg 111111511. 211115 an 8111111511 Orten Beffara51 s ist der Pruß “111 Maffe_ kk!(_b16116_11, 11115 im Cbcrsonsckpsn Kreise 7511152117115 außer drm Prox; Roxanxäwr und Eulenraupe gezéigt. Jm Jelisawetgradschen Kroiss find Di€_Pkffl1Unng1 auf eine glänzende Ernth durch das starke Auftretsn der „1361781131856 etwas bérabgestimmt, und im Tauris en Gouvrrnemsnt wird die Eulenraupe, deren Vorkommrn inzwis en auch an einigen Orten der Krim beobachtet worden ist, als erheblich schädigcnd cmpfunden. _ Zur 3811 läßt sich sagen, daß sin? gute Ausbeute an Gerste und 43an - soweit dieser überbauvt angebaut wird - und eine mittlere Weizcnerntc zu erwartkn sein dürfte, während Ro gen vielleicht kaum einen Durcbsckznittssrtrag licfkrn wird, und die Oe saaten mit wenigen Au§11a5men fchlcchte Aussichten bietxn.

Saatenstand in Russiscb-Polen.

_Die_ Witterungdbedingungcn waren während des Ykonais Juni 9111111111 für die Entwicklung der Saaten.

Die Wintsrsaaten haben überal] ein gutes Ausseben, und auch der Stand der Sommersaaten wird als befriedigrnd bezeichnet.

Kartoffeln und Zuckerrüben stehen im aÜgemeinen 2581114115 51- friediaend. _

Die Hkuernte ersten Schnitts ist gut ausgefallen.

Saatenstand in Spanien.

Die bier Vorliegenden Nachrichten über die 5195155115111 Ernte- ausficbten in Spanien lauten im allgemeinen günstig. Die lcytc WM des Monats Mai und die erste des Juni brachten 111 den meisten Gegenden des Landes reichlichen Regen und eine für die (345er11 frische Temperatur, die der Ausreifung dcr Körner ?'1'51 zu statten kamen. Bis 1881 ist nur die Gerste cerntct worden, doch wird an dich Orten darüber ekla 1, daß die egcnfänc für die Gerste 311 511511 45- kommen find. n e nzelnen Provinzen, wie _z. B. in 5131311111811. 151 auch der Roggen und Weizen schon 1151119 reis.

Der Reis soll bis jest gut stehen: drr 21115111 1191111111 ix? m diesem Ja',re umfangreicher betricdcn worde'n als 1111551, 15511 wan bofft, dax; die guten Preiye: 563 11111111 “Fabry? swb „111.517; 71151111 Jahre be aupten werdcn.