1897 / 159 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 09 Jul 1897 18:00:01 GMT) scan diff

Der Erlös gus dcm Verkaufe des jeßt für den Botanischen Garte_n m Berlin benußten Grundstücks ist mittels Anrechnung auf die der StaatSregierung bewiUigten offen stehenden Kredite zur Tilgung von Staatsschulden uber das anderweit plan- mäßig oder durch bestehende Gese e bestimmte Maß hinaus zu verwenden und ist dem Landtage arüber Bericht zu erstatten.

§ 3.

Die StaatSreqierunq wird ermächti t:

1) für den Ankauf der in dem S 1 zu 2 bezeichneten Grundstücke 315000 „16. und 245000 «ké,

2) um Neubau des Hauptgebäudes des Instituts für

nfektionskrankbeiten 475000 %,

3) zum Neubau eines Ko küchengebäudes, sowie eines Maschinery und Wer stättengebäudes der Charité einschließlich der Einrichtung mit Kesseln und Ma- schinen 659000 416,

4) für die Herstellung eines Sammlungßgebäudes des paibologi chcn Instituts den Restbetrag von 292000 ,

5) für den Ncuban nachbenannier Gebäude der Charité, undzwar:

einer KapeUe 68000 714,

eines Vförtncr- und Stallgebäudcs 14 500 «14

einer Baracke dcr Augenklinik 70000 316 und

cinkr Baracke der geburtshilflich:gynäkologischen Klinik 69 700 315--

6) zur Regulierung des Tsrrains und Hersthung der gärtnerischen Anlagen für den auf der Domäne Dahlem anzulegenden Botanischen Garten 915 800 „44,

7) zur Errichtung eines Wirthschafisdebäudes für den Botanischen Garten (Nr. 6) 54000 316,

8) zur Herste'llung von Ersaßbauien, welche für die Domänx Dahlem durch die dortige Einrichtung eines Botaniichen Gartens erforderlich werden, 31 996 «16

31: verwenden.

Urkundlich unter Unserer Ybchstcigenhändigm Unterschrift und beigedruektem Koniglichcn Jnfiegel. Gegeben an Bord M. Y. „Hohenzollern“, Kaiser Wilhelm- Kanal, den 26. Juni 1897. (]1. 8.) ürt u o enlo O. F sTKHiiFchh. Bo?se. Freiherr von der Recke.

Wilhelm. von Boeiticher. von Miquel.

Freiherr von Hammerstein. Brefeld. von Goßler.

Ministerium der geisilicben, Unterrichts- und Medizinal-Angelegcnheiten.

Die bisherigen Hilfs-Biblioibekarc an der Königlichen Bibliothek zu Berlin ])1'. Wilhelm Hutecker, Dr. Erich Below und Dr. Richard Fick find zu Bibliothekaren an derselben Bibliotbck,

der_ bisherige (?ilfs : Bibliothekar an der Königlichen Universitäts-Bibliotbe zu Berlin 131“. Friedrich Milian ist zum Bibliothekar an derselben Bibliothek,

der bisherige HTlfQBibliothekar an der Königlichen Bibliotbcb zu Beri'cn ])r. Walter Meyer ziim Bibliothekar ianszer Koxiglichen und Universitäis:Biblioik)ek zu Königsberg . - r., un '

der oisberigc Hilfs-Bibliotbekar ]))“. Walther Wisch: ma.“.n zu Breslau zum Bibliothekar an der Königlichen UniversitäiS-Bibliothek zu Kiel ernannt worden.

Justiz:Ministcrium.

Die Gcrichts-Assessoren_ Johann Niesen in Köln und Peter Lanier in Bonn sind zu Notaren für den Bezirk des Ober:LandeSgerichts zu 515171, mit Anweisung ihres Wobniißes in Bitburg bezw. Niederbreisig, ernannt worden.

HaUptvcrwaltung der Staatsschulden.

Bekanntmachung.

_ Bei der beute öffentlich in Gegenwart eines Notars bc: wrrkicn Verloosung dcr PrioritäiS-Obligationcn ]]]. Serie, ]]]. Serie ]1jii.]3 und ]]]. Serie 13er 1. und 2. Emission _ dcr Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft iindd die in der Anlage verzeichneten Nummern gezogen wor en.

Dieselben werden den Besißern zum 1. Januar 1898 mit der Aufxorderung gekündigt, die in den ausZelooften Nummern vcrschrie enen Kapitalbeträge

_ vom 3. Januar 1898 ab egen Quritung und Rückgabe der Obligationen bei der Staats: ?chulden-Tilgunqskaffe in Berlin, Taubenstraßc Nr. 29, zu er- heben. Dabei imd: &. mit den Obligationen ]]]. Serie die Zins- scheine Reihe 17 Nr. 3 bis 20, 1), mit den Obligationen ]]]. Serie ];jii. ]3. die Zinsscheine Reibe ])7 Nr. 12 bis 20, (:. mit dcn Obligationen ]]], Serie ];jii. (,'-. 1. und 2. Emission dic Zinsscheine Reihe ]]] Nr. 15 bis 20 nebst Anweisungen für die nächsten Reihen unentgeltlich mit abzmiefern.

Die Zahlung erfolgt von 9 Uhr Vormitta H bis 1 Uhr Nachmittags, mit Ausschluß der Sonn: und Fettage und der lcyien drei GeIchäftsta e jeden Monats.

Die Einlö ung geZNieht auch bei den Regierungs: auptkaffen u__nd in Frankfurt a. . bei der Kreiskasse. Zu die cm Zwecke konnen die _Effekten einer dieser Kassen schon vom 1. Dezember 1897 ab eingereicht werden, welche sie der Staatsschulden- Til ungskassgzur Prüfung vorzulegen hat und nach erfolgter Fes tellun die AuSzahlung vom 3. Januar 1898 ab bewirkt.

_Der etrag der etwa fehlenden Zinsscheine wird vom Kapital_ zurückbehalten.

Mit dem 31. Dezember d.J. Hört dic Verzinsung der berlqosten Obligationen auf.

Zugleich_ werden die bereits früher außgelooften, auf der Anlage verzeichneten, noch rückständigen Obligationen wieder- holt und mrt dcm Bemerken aufgerufen, daß die Ver insung derselbßn mit dem 31. Dezember des Jahres ihrer Ver oosung aufgchort hat, und daß jeder Ynspruch aus ikmen erlischt, wenn 116 Fehn Jabrc lang alliahrlich einmal öffentlich auf- gerufen un dessen ungeachtet nicht spätestens binnen Jahres: _irifi nach dem leßten offentlichen Aufruf zur Einlösung bor: _gelegt sein werden.

_Die Staatsschulden-Til ungskasse kann fick) in einen Schriftwechsel mit den_Jn abern dcr Obligationen über die Zahlungsleiktung nicht einlassen.

Formulare zu den Quittungen werden von sämmtlichen oben _qedczchten Kassen unentgeltlich verabfolgi.

Berlin, den 1. Juli 1897.

Hauptverwaltun der Staatsschulden. von Hoffmann.

Bekanntmachung.

Der Simon Schropp'schen ._Hof-Landkartenhandlung J. H. Neumann hier, Jägerflraße 61, md von den Abhandlungen zur geologischen Spezialkarte von Preußen und den thüringischen Staaten

Neue Folge Heft21: Die floristische Gliederung des deutschen ZZZWFH und Perm, von ])r. Potonié, zum Preise von

Neue Folge Heft 22: Das schlesisch-sudetische Erdbeben vom 11. _Jum 1895, vom Landes-Geologen ])1'. Dathe, zum Preise von 8,00 „45,

Neue Fol : Heft23: Ueber die seiner Zeit Von Unger bw schrie enen_ strukturbietenden Pflanzenreste des Unterculm von Saalfeld in Thüringen, mit 5 Tafeln, von Herrn Grafen zu SolmsZLauback), zum Preise von 6,00 «M, und

die Geologische Uebrrsichtskarte des Thüringer Waldes im Maßstabe von 1 : 100 000, zusammengestellt vom Landes-Geologen, Professor Dr. Beyschlag, zum Preise von 16 514,

zum Vertriebe übergeben worden.

Berlin, den 30. Juni 1897.

_ _ _ Die Direktion der Komglichen Geologischen Landes-Anstalt und Berg-Akademie.

Hauchccorne.

_ Die von heute ab zur AWgabe gelangende Nummer 28 der „Gcicß- Sammlung“ enthält unter

Nr. 9920 das Geieß, betreffend dieTagegeldcr und Reise- kosten dcr Staatsbeamten, vom 21. Juni 1897; unter

Nr. 9921 das Grieß, betreffend die ("ischerei der User- cigenthumcr und die Koppelfischerei in der 5Jroyinz Hannover, vom 26. Juni 1897; und unter

Nr. 9922 das Geseß, betreffend das Charitékrankenbaus und den Botanischen (Garten in Berlin, vom 26. Juni 1897.

Berlin 17, den 9. Juli 1897.

Königliches (HeseßSammlungs-Amt, ILeberstedr

Bekanntmachung.

Nach ersÖrifi des GLsLHLÖ Vom 10. April 1872 (GesLß-Samml.

S. 357) sind bekannt gemacht:

_ 1) bzw AUerböcbite Erlaß Vom 13. Januar 1897, bktrrffend die Verleibung des EnteignungSrechts an die Firma Farbc-nfabriken Vorm. Frwdrich Bayer 11. Comp. zu Elberfeld zur Entziehung und zur dauernden Veichrankung _dcs zum Bau und Betrieb einer Klein- bahn von Mülheim am Rhein nacb Leverkuskn in Anspruck) zu nehmenden Grundkigkntbums, durch das Amtsblatt drr Königlichen Regierung zu Düsseldorf Nr. 24 S. 217, aus egeben am 19. Juni 1897;

2) der Ailkrböcbsie Erlaß Vom 14. vril1897, betreffend die

Verleihung des Entsignungbrccbis an den Rittergutsbksißer Freise zu Magdeburg zur Entzikbung und zur dauernden Beschränkung des zur Verlangerung scine'r Kleinbab-t vom Babnbof Goldbeck der Eisenbahn Stendal-Wiiisnberge nacb Gissenßlage bis zur Elbe bei Werben in Anspruch zu nebmcnden Grundeigsntbums. durch das Amtsblatt der Königlichen Rsaierung zu Magdeburg Nr. 22 S. 195, ausgegeben am 29. Mai 1897.

Abgereist:

Seine Exceilcnz dcr Staats:Minister und Minister der oiicnilichen Arbertcn Thielen, nack) Elberfeld.

Yichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 9. Juli.

Der Ausschuß des BundeSraths für Handel und Ver: kehr hielt gestern eine Sißung.

Laut Mittheilung der Pforte sind die beiden Leucht- feuer von Kap St. John (Kreta), welche aus Anlaß des griechisch-türkischen Krirges gelöscht worden waren, mit dem 24. o. M. wieder in Thätigkeit getreten.

Der hiesige Königlich bayerische Gesandte Graf von Lerchenfeld:Köfering bat Berlin mit "längerem Urlaub verlassen. Während seiner Abwesenheit fungiert der Legations- Nail) Freiherr von und zu Guttenberg als Geschäftsfräger.

Dem Regierungs-Affessor von Alvensleben zu Minden ist die kommissarische Verwaltung des Landrathsamtes im Kreise Gardelegen übertragen worden.

Der Regierungs-Affeffor C. Behrend zu Landsberg a. W,

ist der Königlichen Regierung in (Gumbinnen und der Regierungs-Affeffor Dieß zu Königsberg i. Br. der König- lichen Regierung zu Lüneburg zur weiteren dienstlichen Ver- wendung überwiesen worden. _ Der Regierungs-Affessor von Bülow in Berlin ist dem Landrath des Kreises Gerdauen, der Regierungs-Affefsor Roß: mann, zur Zeit in Jüterbog, von Anfang August d. I. ab dem Landratk) des Kreises Lyck, der Regicrungs-Asseffor von Putt- kamer zu Mühlhausen i. Th. dem Landrath des Kreises Landsberg a, W. und der Re ierungS-Asseffor Süs_ u Berlin dem Landrath des Kreises eißenfels zur Hilfeleißtung zu- getheilt worden.

Kiel, 8; Juli. Für die diesjährigen Haupt- und Schlußmanover der Flotte ist, nach der „Nord-Ostsee= Zeitung“, folgender Plan entworfen: Die Formierung der Herbsi-Uebunqsflotte wird Mitte August in Neufahrwaffer erfolgen. Der kommandierende Admiral, Admiral von Knorr schifft fich und seinen Stab auf dem Schulschiff „Blücher“ ein. Die Geschäfte des Chefs des Flottenstabcs übernimmt Kontre-Admiral Barand on. Der Flottcnstab wird aus zum Stabe des Oberkommandos der Marine kommandierten Seeoffizicren gebildet. Zur Dis- position des Flottcn-Chefs werden folgende Kriegs- fahrzeuge gehalten, die außerdem in den Aufklärungs: gruppen Verwendung finden: 1) die beiden Stamm- schiffe _der Reserve-Division dcr Ostsec, die Panzerschiffe der ]]. Klasse _„Hagen“ und „Aegir“; 2) der/ Kreuzer ]]]. Klasse „Gefion“; 3) die Avisos „Bliy“, „Jagd“, „(Hreif“ und voraussichtlich die Fregatten „Stein“ und „Charlotie“. In der ]. Division des ]. Geschwaders werden s1ck1_bcfinden: die Panzerschiff? ]. Klasse „Kurfürst Friedrich Wilhelm“ (als Flaggschiff), „Brandenburg“ „Weißen: burg“ und „Wörth“. n der ]]. Divison werden sich be- finden: der Kreuzer ]. Klasse „König Wilhelm“ als Flagg: schiff, die Panzerschiffe ]]]. Klasse „Sachsen“ und „Württem- berg.“_ - Das ]]. Geschwader wird sich aus der Reserve: Division „Danzig“ zusammenscßcn. Die Reserve-Division der Nordsee wird einem Kontrc-Abmiral als Divifions-Chef unteriteUt. _ In der Division werdcn sich befinden: die Panzerschiffe 117 Klasse ildcbrand“ als Flaggschiff, „Frithjof“, „Siegfried“ und „* eowulf“. In der Reserve: Division „Danzig“ werden sich befinden: die Panzer: kanonenbooie „Mücke“, „Naitcr“, „Scorpion“ und „Crocodill“. Diesen Verbänden werden außerdem zwei Torpedo: bgotS-Flotiillen zugctheilt werden, von denen die erstere bereits am 12. Abril formiert worden ist, während die zweite an?; im Dicnst befindlichen Reserve-Divisionen formiert werden Wird. Jede der Flottillen wird sicb aus einem ]):Booi a]s Flottillenfahrzeug,_aus zwei fernrren ]):Booten als Divi- sionsbooten urid aus ]2 zwölf Torpedo-Z-Vootcn zusammen- seßcn, sodaß__ iich in den beiden Flottillen 6 ]):Booie mit 24 8-Bootcn befinden werdcn.

Baden.

Die am 7. d. M. erschienene Nummcr 13 des „(Heseßcs- un_d_ Vqrordnungsblattcs“ Enthält eine Verordnung des Ministeriums dcs Großherzoglichen Zinses und der aus- wärtigen Angelegenheiten vom 1. d. . über die Organi- sgtion der Großherzoglichen Hofverwaltung. Nach dieser Verordnung wird die Verwaltung des Hof-Forst- und Zagdwesens der Zivillistc aus dem Geschäftskreis dcr (Hencral-Jntcndanz dcr Großherzoglichen Zivilliste aus- gischieden und einer Ober:Hofstclle mit der Be: nennung „Großherzoglicbes Hof-Obcr-Forst: und Jagdami“ übertragen. Dieses besorgt in unmittelbarcr Erledigung die bisherigen dienst1ichen Aufgaben 13613 Groß: herzoglichcn Hof:“Forst- imd Jagdamts in Karlörubc. Ferner Wird für die Führung der Allerhöchsten Handkasse und die Verwaltungen des rivatvermögens dcr Großherzoglichen Familie eine besondere Hofstelle untcr drm Namen „Groß: berz_og1ichcs (FostFinanzamM errichtet, wclche dem Präsidenten der cneral-Intcnbanz der Großherzoglichen Zivi]- listc unmittelbar untergebsn ist.

Mekksenburg-Schwerin.

Seine Königliche: Hoheit dcr Großherzog von Sachsen hat, _den „Mc'ckl. Nachr.“ zufolge, beute Schwerin verlassen und sich zunächst nach illmß begeben, um Seiner Majestät dem König von Sach en einen Besuch abzustatten.

Oesterreith-ngarn.

_ Dcr Fiirst-Erzbischof von Görz ])r. Zorn, ist gestern in Wien am Herzschlag gestorben.

Die Stadtvertretung von Elbogen und die GS: meinde-Vorsteber in dcmGerichtsbezirk-Bensen haben die Einstellung der Arbeitcn in dem ihnen von der Regierung Übertragenen Wirkungskreise beschlossen.

Das „Fremdenblatt“ vom heutigen Tage schreibt: „Wir find auf Grund der uns zugebenden Informationen in die Lage verseßt, mitthéilen zu müssen, daß Außglei skonferenzen wenigstens für die nächste Zeit nicht in Aus icht stehen. Es ist richtig, daß verschiedene AnknüpfungSvcrsuckxe unternommen wurden, um die Partcim zu ciner Aitseinanderseßung zu bestimmen. In den leßtsn Tagen wurde dieser Versuch in einer anderen Form unter Zustimmung des MinisterWräfidenteU Grafen adeni unternommen, indem man außerparlamxn: tarische Persönlichkeiten aus beiden Lagern fiir eixic Konferenz gewinnen wollte, und _es haben thatsächlich _in deutschen Kreisen, an die man sich zunächst wandte, ermgx hervortretende Persönlichkeiten ibrc Bereitwilligkeit, an dsr: artigen Besprechungen tbeilzunehmen, erklärt, ]edoch die ZI“ stimmung der Varteileitung als Vorbedin ung es-tcllt. 37": allen den bezeichneten Fällen scheiterten die e Vertändigungs- versuche an der entschieden ablehnenden Haltung der deutschsß Parteileiiung.“

Jm ungarischen Unterbause beantwortete gestern. wie „W. T. 38.“ berichtet, der Minister des Innern Perez?! cine Interpellation des Abgeordneten Eötvös wegen der gelegentlich des Gastspiels der deutschen Schauspieler in Y_udo: pest vorgekommenen Ruhestörungen. Der Minister erklarxk: die Poliei habe in Erfahrung gebracht, da anläßitlö- dcs deutichen Gastspiel:Cr)clus gewisse Kreise en Vorigß gefaßt hätten, dirses (Gastspiel zu verhindern, und 13a 11? ihren Borsa? am ersten Abend nicht hätten erreichen konncxi, hätten sie Ür den zweiten Abend noch größere Skandale__ge- plant. Der Polizei-Cbcf babe daraufhin die Verfügung geiroxieb- etwaigen Skandalen vorzubeugen. Daß olizei in ungewohl? lichem Maße aufgeboten worden sei, ra ferner die Polti)“ das Publikum mit roher Gewalt verhindert habc, Beifall odcr Mißfallen zu äußern, davon habe dl,? Minister keine K'enntniß, wohl aber davon, dax nur ein ganz kleiner Theil des Publikums mxt festen Vorfuß ins Theater gekommen sei, die Vorstellan zu vereiteln. Die Polizei have gegen die Lärmmacher kel",L Gewalt anqewandt, wohl aber habe das Publikum _selbsl M in seinem Unmuih gcgen die Lärmmacher gewandt. Die leßtxrkk häiten im Tbeaterraum Kapseln umbergeworfon, weiche MU“ Üblen Geruch verbreitet hätten, und auf die Schienen Ü“

Ü unqualifi ierbare

' en Ba n Explosionssioffe gelegt, wodurch _zwei Per- (l,?!etxkijsLicht verundet worden seien. Endlich habe jemand a_n die Feuerwehr eine falsche Feuermeldung telepbomert, sodaß die

ermehr ausaerückt sei. Man werde unter _solchen U_m- When der Poli ei sicherlich Recht_ geben i_md xrne_s unre1f_e, orqehen verurtheilen. Die Polizei habe die er zur Ruhe ermahnt und, als diese Ermahnungen nichts genußt hätten, dieselbxn hmauögefübrt und in Ge: wahrsam genommen. Es seien 23 Personen festgenommen worden, von denen 21_ verurtheilt worden seixn. Er (der Minister) habe sich iiberzeugt, daß kemc_ Un- qerechtigkeit vorgekommen sei, sondern daß ciniach bin von 90 Prozent der Budapester Bevolkernng verurtbeilier Skandal aeießlick) geahndet worden sei, und daß dlc Pdlizei nur ihre Pflicht erfüllt habe. Er erblicke k__emc_Noiwandigkeit für ein weiteres Vorgehen. Der Abg. Eotvos e_rklärte: er könne die Antwort des Ministers nicht zur Kenntnis; nehmen. Die Polizei habe die Schauspieler nur darum in Schuß genommen, weil sie Deutsche gewesen seien. Wynn die' Polizei wirklich nur die Ordnung babe aufrecht erhalten wollen, warum habe sie dann niemand von denen vcrbafiet, welche für die Schauspielkr demonstriert hätten? _Den Feuerlärm, _die unzw- gcncbmcn Gerüche und die Explosionsstoffe babe_ dU' Polizxi erst später entdeckt; in der Nacht der Demonstration Habe die Polizei nichts davon gewußt, worauH beroorgcbe, _daß die. Poliei nicht wegen dieser Vorfälle cmgcschritien sei. Der Minister'des Innern Perczcl erwiderte: der Abgeordnete Eötvös scheine das Polizeigcscß mch zu_ kennxn odxr dasselbe vergessen 1: haben. Die Zeit fei voruber, in der man seinen atriotiSmus mit der Verfolaung der deutschen Sprache bctbäiigen müsse. Jede Nation gestalte gern fremden Künstlern Eintritt in ihr Land, und gergde die ungarischen Künstler seien in der ganzen Welt verbreitet und würden überal] gern geschen. Niemandem im Auslaxidc faUe es ein, dcichn Einwendungen zu erheben. Er_ bitte das Haus, seine 5 ntwort zur Kenntnis; zu nehmen. Die Ayiwort des Ministers wurde darauf mit iiberwiegendcr Mehrbmt ziir Kenntnis; genommen.

Großbritannien und Irland.

Die Prinzessin Heinrich von Preußen bat gestcrn die Rückreise von London nach Deutschland angetreten._

In der gestrigen Sißunq ch Unißrbauscs crqurte dsr ParlamentS-Sekretär des Auswärtigen Carson; cm Ab- kommen zwischen dem König Menelik von Abcisnmcn und der britischen Regierung sei am 14. Mai _unterzeichnet worden; von einer Absicht Mcnelik's, eine Mission nacb England zu senden, habe er jedoch nichts gehört. Der S_iaatssckrctar fur die Kolonien Chamberlain theilte mit: es sei beschlossen worden, daß die Unterredungen mit den Premier-Miniftern der Kolonien vertraulich sein 10111811; er könne daher noch nicht sagen, „welche Fragen besprochen worden seien, Der Erste Lord des Schas- amts Balfour sprach dic Honnnng aus, daß der Posten „Auswärtiges Amt“ am 19. uli werde znr Y_erathiing kommen können. Das Haus genehmigte sodann die _driiic Lesung der Bill, durch welche die Anwenduiig des metrischrn Systems für Maße und (Hrwichte gestattet mird.

Frankreich.

In der Dcputirtenkammer _ricbteic gestern der Deputirtc Boyer eine Anfrage an die Regierung uber die Ereignisse im Orient. Der Minister drs AuSwartigen Hanoiaux schlug vor, zunächst das Erscheinen des (Helbbucbcs iiber die Vorgän c auf Kreta und die Verhandlungen bezug- lich dcs griechis :iürkifchen Krieges abzuwartxn. Das_ (Helb- buch werde am nächsten Montag ober Dienstag in der Kammer zur Vertheilung gelangen. Dcr Dcputtric Boyer beantragte, die Diskussion fiir Sonnabend auf dic__Tagcs- ordnung zu ießen. Auf Wunsch des Mmistcr-Prasidcntcn Méline und des Minister?- des Auswartigen Havdtaux beschloß jedoch die Kammer mit 314 gegen 205 Stimmen, den Tag für die Diskussion erst nach dem Erscheinen des Gelbbuches fcstzuseßcn.

Lärmma

Rußland.

Gestern icieric, wic „W. T. B.“ aus St._Pctchburg bc- richtet, das Wiborgscbc Jnfantcr_ie-Ncg1n_ient,_ dessen Chef Seine Majestät der Deuts che Kais er ist, sein Regiments- Stiftungsfest. Dem Festgottesdienst wobnien dcr dc_u_tschc Votschafter Fürst von Radolin_ sowie der Militar- Atiaché, Major L a uenitein bei. _ Dic Parade fand in der Reitbahn dcr (Harde-Artillerie statt: __m dcm prachtvoU dekorierten Naum hatte neben der Buste_ des Kaisers Nikolaus auch die dem Wiborgschcn Regiment von dem preußis en U1anen:Regtment Kaiser Ale ander ]]]. (Weftpreußis es r. 1) um Geschenk gemachie * ronzebufte Kaiser Wilhe m's ]]. Aufiiellung gefunden. B_c1 dem_darauf folgenden Frühstück brachte der General Nehbinder eiii Hoch auiJhre Majesiäten den Kaiser Nikolauß und den "Kaiser Wilhelm aus, worauf , ürst von Rado_lin die Gruße und Glückwünsche des Hohen egiments:Chefs ubermxtteltc und ein Hoch auf das Regiment ausbrachte. _ _

Der Kronprinz von Siam ist Jestxrn in Monau eingetroffen und am Bahnhof von dem Kbnig von Siam, dem Großfürsten Sergius sowre den Spißen der Bcborden empfangen worden.

Italien.

Der Fürst Ferdinand von Bulgarien isi, beg1eitet _von dem Minister-Präsidenten Stoilow, beute Vorwittag in Rom eingetroffen.

Der Senat berietb gestern dqs Budget deZ Kultus- Miniiteriums. Dcr Kultus-Minister Costa fuhrte, dem „W. T. B.“ zufolge, in Erwiderung a_uf Bemerkungen mehrerer Redner, welche die Beziehunxéen Italiens _zum Vatikan erörtert hatten, aus: er könne nicht agen, daß _die Regierung

ch jemals einer Täuschung hingegeben habe,_sei es i_n _Bezrig auf Versuche zu einer Verständigung, sei es hinsicht11ch der Ergreifung von Repressalien. Das Bestreben der Regierung gehe dahin, nach und nach eine Lage JU schaffen, welche gestatte, die betreffexnden c'Fra en zu erörtern und ein unantastbares_ Bewußtjem der e_ te des Staates herbeizuführen. Die Regierung_ wrsse, daß ck in ihrein Interesse liege, _eseßlick) und unpariensch vorzugehen. _„er imd die Sieger/“Kagtc der Minister, „die Anderen die Bestegten; UW ziemt es daher nicht in die Fehler der Tyrannei X5: yer- 1ÜUM, sondern Mäßigung ist unsere strengste flieht. ES handelt fick) um Fragen, die fich nur mit der Zeit losen [affen und die nur sehr langsam ur Entwickelung gelangst); dWhalb ist es heute nicht am (ase, dem Var_1_ament em Geier über das kirchliche Eigenth um vorzulegen. Indem

man, fuhr der Minister fort, dies abwarte, müsse man an- erkennen, daß die gegenwärtige ngierung viel gethan habe, um auf diesen Zustand hinzuarbeiten, und es sei schon etwas, daß die Beziehungen ihren regelmäßigen Gang nähmen, ohne da irgend welche Klagen erhoben würden. _

Der „Offervatore Romano“ veröffentlicht ein Schreiben des apostolischen Delegaten in Konstantinopel Bonnetti an den Papst, worin er dem Papste für sein Mitgefühl für die Christen im Orient, sowohl die Katholiken wie die Nicht- katboliken, dankt und erklärt, er werde fortfahren, fich diesen Gefühlen anzuschließen.

Türkei.

Aus Kanca crfäbrt dic „Agence Hawai)“, daß die Admirale infolge des Zwischenfaücs bei Platania am 6. d. M. I] Nr. 156 und 157 d. B1.) beschlossen hätten, ihr 5 erhalten zu ändern. Sie hätten die Annahme der Enischuldigungcn der Aufständischen mit der chründung vxrweigert , daß eine Vcrwccbiclung der italienischen, österreichischen und Parlarncniärflaqgc mit der türkischen Flagge nicht möglich sei. Von cht an würden sie aUch stärkere Abtheilungen mit (Heschüch abschickei), ohne die Aufständischen vorher davon zu bena richtigen: jedem Angriff der Auf- ständischen wsrde iofort auf das cnischiedensie entgegengetreten und die Schuldigen wiirden festgenommen und bcstrafi wcrden.

Dic „Times“ meldet ach Kanea: Die Mobamcdaner in Kandia hätten am vorigen Mittwoch das Dorf Pi-Zcope ge: plündert. Dabei seien vier Mohamedaner gciödtct und sechs verwundet worden.

Rumänien.

' Der_Prinz Ferdinand von Nuwänien, dessen Zustand [est vonommen zufricdcnstcllcnd 111, hat sich, dem „W. T. B.“ zufolge, gcstcrn zum Sommcraufentbalt nacb Sinaia bsgcbcn.

Amerika.

Das chräscntantcnbaus hat, wie das „Reutcr'schc Bureau“ aus Washington meldet, formell seine awaichcnde Ansicht iiber die Amendemcnts des Senats zur Tarifbe aus- gesprochen und sodann die Dclcgicrienzur Beratkmng mit den; jenigen des Senats ernannt.

Wie, demselben Bureau ziifolgc,__ 1th in Ncw-York vcr- lautet, werde der Präsident Mac Kinlcn in den nächsten Tagen eine Botschaft iiber die Währungsfragc mcht erlassen. Es sei sogar zweifelhaft, ob cine solche Botschaft überhaupt werde erlassen wcrden.

Afrika.

Aus Tanger erfährt das „Rcuter'scbc Bureau“, _daß das amerikanische Flaggschiff „San Franciöco“ bereits dort angekommen sei, um die Forderungen des Vertreters der Ver: einigten Staaten gegen Marokko wegen eines Nngriffs_auf einen amerikanischen Bürger zu untcrstüßcn. Das Krieg?- schiff „Raleigb“ werde eutc daselbst erwartet.

Demsclbcn Bureau wrrd aus Lourcn (;o Marques vom gcsirigcn Tage gemeldet, daß sich dcr (Hoyverneur ixon Mozambique Albuquerque mit seinem Stabe 111 das Gaia- land begeben habe, um die Operaiidnen gegen die auf- ständischen Eingeborenen psri'o'nlick) zu leiteii.

Aus Lagos von gcste'rn berichtet das „Rcutrr'sckw Bureau“, daß eine Abtheilung dcr Lolizeitruppe der Niger- Company untcr Befehl der Lieutenants Carroll und Fißgcrald den geflüchteten König von Benin mit einem Trupp von 500 mit Gc- wehren bewaffneten Eingeborciien südlich von Kabba entdeckt babe. Die Abtheilung habe den König und seine Leute mrhrerc Male an:

cgriffcn, dieselben wiederholt geschlagen und ihnen schwere erlustc beigebracht. Troßdem sei es drm Konig qclungcn, zu entkommen. Von dcr Polizeitruppr setc_n zwci _ ann gc: fallen, und Lieutenant Fißgcrald sei nachträglich seinen im Kampf erhaltenen schwrren Wunden erlegen.

Nr. 25 des „Eisenbabn-Verordnungbblaits', „brraus- cgkben im Ministerium der bfirntlicbeii Arbeiten, voin _ck. Juli, Lat folgenden anaU: Gsixy vom 1. Juni 1897 wkaxn Abänderung der §§ 8 und 12 des Gesetzes, bctrcffknd die Fürsorge fiir die Wittwen und Waisen der unmittklbaren Staatsbeamtkn, _vvm 20. Mai 1882. _ Erlasse des Ministers der öffentlichen Arbeiter): vom 25. Juni 1897, betr. Zuständigkeit der Eiscnbabnbkbördsn im Sinneber Ge- werbeordnung; vom 28. Juni 1897, betreffend Diensirciien sur Rsch- nung Dritter, - Nachrichten.

Arbeiterbewegung,

In Hannover 101], einer Mitlbrilung dcs .Vbrwäriö' iuioigc, der Ausstand der dortigen Stcinseßcr im Sinne dcr Arbeiter beendet worden sein. _ _

In Dessau hat, der ,Mgdb. Zig.“ zuiolgx, ein Theil der Maurergesellen wegen Lobnstreits die Arbeit_etngest_el1t.

Aus Budapest wird der „Wiener Ztg.'_ uber die Ausstands- bewegung der landwirtbscbafilicben Arbeiter in_1_]ngczrn unter dcm 7. d. M. bericbtct: Nack) dsn bkim Ackerbau-Mniistsrmm ein- gelaufcnen Berichten nimmt die Ernte in den Komttaten Bkkes, Arad, Bibar und Jaßz-Nagv-Kun-Szolnok, abaeseben von_ unbedkuic-n- den Zwischenfällen, cinen ungéstörtkn Verlauf. Jm Csongrexdchomnat verweigerten 196, im Csanéidrr Komitat _40 Paare dix Arbeit. Nach den neuesten Meldungen erfordert die Lage nn oberen Golfer Bezirke des Fester Komitats die größte Aufmerksamkeit. Die fgnattfierten .lrbkxiter, welche von Agitatorén auigereizt wurden, ziehen inGruppen von 200 bis 300 Köpfen von Dorf zu Dorf, von Meierhof zu Meier- bof und schrecken die friedlich Arbeitenden durch Drohungen. _Jm Toliiaer Komitat haben auch mehrere Arbeiter die Arbeit vcheigert. Dkk Ackerbau - Minister überließ _der Dombovarer Herrschaft 200 Arbeiter. Jm Torontaler Komitat ist _die Lage an- dauernd zufriedensteklend. Jm BHcs-Bodrogber Komitat ist die Lage, von einigen weni en Arbeitsverwmgcrungen abqeieben, gletchfa_lls_be- friedigend. Jm ebérer Komitat wcrdkn an Stelle der Airssiandt en fremde Arbeitkr verwendet. Iii Nagy-Kaxa (Pester Kopiitat) ste en die Arbeiter aus; es wurdcn dahin aus Mkzo-Hkgyes Arbertxrentsendet.

Aus London berichtet dic „"Il. K.“ zum Ausstande der engliscbsn Maschinenbauer: Dcr Vollzugs-Ausschuß des Ge- werkbereins der Maschinknbauer tagie Vorgestern den aanzkn Tag. Der Gewerkverein pocht auf seine Kaffe von 350000 E. Der Vkrein zählt aber mehr als _150 000 Mitglieder so daß die schcinbar große Summe nicht lange reichen wird. Auf die Unterstützung anderer Gewerkvereine_ ist kein Verlaß. Eine sehr unan enebme Nachricht fur die Ausstandiqen ist die, _ daß der Dumpfmas inenmacherverein, der von den im Ausstandsays1chu vertretenen Gewerkvereinen der größte nur!) dem __Vcrem der Maschinenbauer isi, beschloffen bat, die ubri en 15 0/0 seiner Leute nicht die Arbeit einstellsn zu la en, wenn _ die Maschinenfabrikanten gegen 25 0/0 die Arbeitssperre erklaren. Der (Gewerkverein der Mafchinenarbeiter und der Zweig-

verein der Maschinenbauer von Manchester wollen über diese Frage namentlieh abstimmen (affen. Dic Mebrzabl_der Mitglieder des Gewerkvereins der Maschinenbauer wird ohne Zweifel am nachsten Dienstag die Werkstätten Verlaffen. Die Anzahl der feiernden Arbeiter könnte dann 120000 betragen. Eine Anzabl Londoner Fabrikanten bat die Forderungen der Arbeiter bewiUigt. _ _

Aus Manchester meldet „W. T. B.“: Der KonfLikt tn den Maschinenfabriken hat einen ernsten Charakter angenommen. Dreißig Firmen, einschließlich iast aUcr bedcutenden Maschinenfirmen von Manchester, haben die Aussperrung bon Arbeitern angekündigt.

Aus Brüsssl wird Der „Köln. Ztg.“ zum Ausstand? der Koblenarbeiter des Borinage geschrieben: In drn Gruben sind bereits vielfach Erdruifche Vorgekommen, da die kleinen Gruppen von Steigern, die zurückgebliebkn find. den Abbau nicbt überail gehörig zu stüxz-n Vermögen. Aueh sind in anderch11 Beiriebrn wcgen Koblenwangkls bereits Arbeiter entlassen worden. Der ersand _bat gqnz auigrbört, und die LagervorrätHI find erichöpft. Einige? Arbeiter, die noch ange- fahren waren, wurden auf der LG'xftraßc bm (Yiesines angegriffen; die Gendarmeri€ war bald zu ihrem Schurz zur Stelie und trieb die Arbeitsstörer außeinanbcr.

Aus Bilbao meldet „W. T. B.“ zum Aussiand dcr Y_crg- arbeiter (Vergl. Nr. 154 5. Bl.): Die durch Differenzkn zwiickoen Arbeitgebrrn und Arbciinebmern geschafféncz Lage giedi zu_ Befruch- tungrn Anlaß; miliiärisckpc Vsrftärkimgsn imd bon Vitoria bterbkr abgegangsn.

Statistik und Volkswirthslhaft.

Aus den Jahresberichten der Großherzoglich bessischrn Fabrik-Jnspektcrcn für das Jahr 1896.

Auch im Großbetzogtbum *Öesien hat im Berichtsjahr nach den Wahrnehmungen der Gewerbc-AuifickUsbxamten im aligemeinen eine rege, gegen das Vorjahr gesteigerte industrielle Thätigkeit stattgefunden. In einzelnen Industrikzweigen war der Aufschwung so erheblich, daß Mangel an Arbeitskräftcn eintrat. AÜerdings find in einigkn Vranchcn aucb Rücksckoriiie zii bkobachicii grweskn, so z. B. nach dem Bericht für den ersten Auisichisbkzirk (Provinz Starken- burg) in der Lederfabrikation, in der Schubwaarenfabrikation, auch in der Zigarrenbrancbe. Jn Rbsinbessen imd Oberbesicn, zusammen den zweiten Aufsickoisbezirk bilde'nd, ist in _der siaiistiichen Grubbc „Papier- und Leder-Jndustrie“ ngichfalls cm Riickgqng in der Zahl der beschäftigten Arbeiter zu bsrzcicbnen gLMssn, die Vom Bericht- Lrstaiter aus die auffaüend starke Vernxebrung im Vorjabre (um 25 0/0) zurückgeführt wird. In Oberbeiirn hat im Geaensatz zu Starkenburg bie Zigarrenfabrikatibn_eine besbiidcrs regs Thätigkeit entwickelt. Eine aufsallc'ndc Er1chcinung zcigt [ich in der Ent - wickeluna dcs oberbesiischn Bergbauss icii 1890. Nach- iilbkndc Zahlen geben ein Bild derselben:

Jabr Betriebe Arbeiter 1890 42 1206 1892 35 1327 1894 22 1276 1895 20 1218 1896 .16 1199

Der Berichterstatter hält es für wahrscheinlich, das; diE man einde Leistungsfähigkeit der Kleinbetricbk, das Fehlen drs Babuanichlu eskc. Ursachen dieses Entwicklungsprozeff'cs scisn.

Von den im ersten Aufsichtsbezirk in Fabriken „'C. be- schäftigten Arbeitsrn Waren im Berichtsjabre 25 824 (darunter 2967 jugendlichk) männlichen und 7943 (darunter 1199 jugendliche) weiblichen Geschlechts gegsn 24 395 (2915) und 7813 (1055) im Vorjahre. Im zweiten Auifickztsbrzirk sind 1896 für Rbcinbeffen 17 498 und für Oberbeffen 7122 männliche erwacbskne Arbeitkr ge- zählt worden, im Ganzen also 24620, 5. i. 4457 mabr als im Yor- jabre. Die Zahl der cxwackpscnen Arbeiierinnsn betrug 5479, d. i. 615 mehr als 1895; jugendliche Arbeiter wurdsn zu AuLgang des Bcricbtsjabrks 2698 (1712 männlichc und 986 weibliche) gszäblt gcgen 2184 (1335 männliche und 514 wciblicbc) im Vorjahren

Was die Durchfübrnng der Arbeitkrfcbuizbestim- mungen anbelangt, so läßt zwar auf dcm Lande die überwachende Thätigkeit durch die Orts-Polizkibebörden noch manches zu wünsckpsn übrig, was auf das Anwachsen dsr Zabl der Vorfchriftcn und die Schwikkigkeii cines Ukbkrblisks und Erkennens dcs innrren Zusammen- hangs derselben zurückgeführt wird, wäbrcnd in den Städten im aligemeinen größere Sorgfalt bon seiten der Ortsbebörden in dieser Beziehung aufgkwendst wird. Die kaerbcaufsichtsbemnten sind in der Lage: gcwkskn, in Erfolgrkicber Weise erzicblick) auf die Orts- Polizei einzuwirkkn. _ _

1.18er die Lobnböbe hat der Berichterstatter für den ersten Aufsichtsbezirk Von 50 Arbcitrrn Angaben zusammengesteili, aus denen wir folgende Wochenlobnsäize mittbeilen: (Es crbielt ein 1411 jähriger Hilfswalzerin eiiierStaniolkapselfabrik7,20.“*.; Line 151 jäbrigßArbLiterin in einer Schuhfabrik 734; ein 16 jähriger Stemvlcr in einer Staniolkapfci- fabrik 9 „ji; ein 18jäbriger Skjoloffergeieüe (Werkstatt) 10,30 96; _em gleichaltriger Schleiferlebrling (Metallwaare'nfabrik) 7,50 „;ck; ein gleich- alteriger Presser (ebenda) 12 und 8111 18Zjäbrigcr 14,50 „M; ein 20jäbri1icr Tagelöhner (Drabistiitiabrik) 12 «sé; ein 21jabriger Leder- färber (Lederfabrik) 20 „44; ein 22jähriger Schlkiier (MetaÜwacircn- fabrik) 14 „141; ein 24Zjäbrigcr Verbriratbcter (1 Kind) Former (_Elskn-

ießerri) 24 bis 25 «;(-; ein 26jäbriger Verheiratbkter (3 _Kinder) &agelöbner (ASbbaltgcsibäit) 18 „64; Ein 26 jähriger _ bxrbxirathrikr (2 Kinder) Zuschneider (Schäfteiabrik) 24 «;ck; ein 28jabrig9x vcr- heiratbeter (1 Kind) Käfer (Faßfabrik) 30 bis 34 „M; ein 32xgbrigkr verheiraibcter (3 Kindkr) Heizixr (Pabpenfabrik) 15 514; ein 371abrig_cr verbeirathetcr (4 Kinder) Dobler (Maschineiifabrik) 16 «46; cm 40jäbriger brrbeiratbeter (5 Kinder) Abraumer (Steinbruch) 20 „44; ein 42jäbrige'r bcrbeiratbetcr (4 Kinder) _ Prcssrr (Portefenillewaarenfabrik) 24 „M ; ein 55jabri§i€r bgbyiratbeicr (2 Kinder) Heizer (SägLWer) 21 „M Wocbe'nlobn. " ls Stundcnlöbne sind angegeben: von einem 19jäbri Ln ledigsn Maurer 36 „__1, _von einem gleichaltrigen Schlosserge el1en 30 EZ, von einem 201abrigen Monteur 27 «5, Von einem 27jäbri en ver ciratbeieén Modellschretner mit 1Kinde 30 „_Z, von einem 32jä§rigen Verheiratbeicn Zimmermann mit 5 Kindern 32 «._1, bon eincm 36jäbrigcn Verheiratbstcn I)iqurcr mit 4 Kindern 36 „_z, von einem 45jäbrigkn vcrbc'iratbeten Maschinen- arbeiter mit 5 Kindern 32 „5. _ _ _

Von dem Berichterstatter des zwettcn Ausficbtsbczirks ivcrdc'n be- sondere Mittheilungen über die Erbebungc'n Lemacbi, wclchc2_ tm Brrickptsjabr bczüglich dcr Konfektionöindu irie 111 Mainz, Worms und (Gießen Veranstaltkt worden sind. Abgesehen von dcn Betrieben mit 3 unb_ quixier Arbeiiern und dcn- jenigen , die im Hause nnr Zuicbneidcr besckyaxtigsn (die_ Zahl der Heimarbciter wird für diese auf Etwa 2000 geicbaizt), sind 14 Betriebe der Herrenkonfektion mit 87 erwachsenen und 3 jugendlichen männlichen Arbeitern crmittelt worden. Die Arbeit wird ausschließlich als Stückarbkit Vergeben, die Arbeii§z€it infolge dessen nicht gerade streng eiiigebaltc'n, "doch im allgemeinkn mit 12 bis 14 Stunden, einschließlich [Stunde Mittagpause, anzunébmcn sein. Die Raum-, Licht- und Luftvsrbältniffe waren nicht ungünstig. In der Damenkonfcktion sind 32 Betriebe untersucht worden, in denen zusammen 42 Arbeiterinnen über 21Jabre, 168 16 bis 21 und 94 bis 16 Jahre alt waren. Hier herrscht der Zeitlobn durchaus vor. Vielk der in diesen Werkstättsn arbeitsnden Mädchen unter 21Jabren wollen nur das Schneidern LLrncn, um kann entweder auf eigene Rechnung zu arbeiten oder die _ erworbene Ferti keit im eigenen Haushalt zu verwertben. Die Arbettbzeit ist in der 311? el 12 ständig mit 1 bis L&stündi er Mittagspause. Die räum- lichen erbältnÄ'se waren wesentlich s [echter als in der Fetten- konfektion, das ussehen der Mädchen aber im allgemeinen em efferes als das der männlichen Konfektionßarbeiier. Es liegt dies wobl an der

besseren Ernährung dieser meist aus leidlich situierten Familien stam- menden Arbeiterinnen. Ueber die Lobuvcrbaitniffe smd leider keine