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kirchncr aus Tamowiß bei dem Landgericht in Bxuihen O.:Schl., der Rechtsanwalt artung aus Iburg bei dem Amthericht in Goslar, dex- erixhts-Asjeffor Dr. Richard Schmidt bei dem LandgertchtÜ m _Berlm und der Gerichts- Assessor Lehnert bei dem AmtSJericht und dem Landgericht in Koni .
DieH LandgerichtS=Räthe Genius und Kray in Köhn, die Angerichts-Räthe Chirong vom Amthericht 1 111 Berlin und Numpff in Effen sowie der RexhtSanwalt und Notar, ZustixRath Lübbe in Wilster imd gestorben.
Hauptverwaltung der Staatsschulden.
Bekanntmachung.
Bei der heute in Gegenwart eines Notars bxwirkten Verloosung der für das laufende Jghr zu_ tilgenden Stamm - Aktien der Nied erfchlefykh : Ma_rktschc_3n Eisenbahn sind die in dcr Anlage aufgefiihrten 2698 Stuck gezogen worden. __ _ __
Dieselben werden den Bciißern Mit der Aufforderung ge: kündi t, _ _ 9 den Kapitalbctrag zugleich mit den Zinsen fur das 2. Halbjahr 1897 vom 15. Dezember _d. I. ab gegen QuittUng und RiickYabc der Aktien_sor_vic_der dazu (i_e- hörigen Anwsiwngen zur -lbhebnng der thts1chcme Reihe )x] bei dcr StaatsschUldcn - Tilgungskaffc hicrselbst, Tauben- ftrasze 29, zu erheben, Tic Zahlung_crfolgt von 9 UHrKVor- mittags bis 1 Ul)“ Nachmittags, m_it __Aussthlyß der Sonn- und Fcst'tage und der [215th drei Ge1chaftstagex ]edsn Monats. Die Einlöxung geschicht auch bei den Regierungs : ngpt- fassen und in Frankfurt a. M. bLl der Kxeiskaffe. Zu diesem Zweck können die Effekten cinxr dwser Kassen _schon vom 15. November d. 'I ab cingerci_ t wcrdsn, welche sie der Staatssthuldsn-Tilgungskasß zUr Pru ung vorzu1egen hat und Nach erfolgter *“estitellmig dic AUSzahlung vom 15. Dezember d. I. ab bewir . __ _ _ _
Vom 1. Januar 1898 ab Hort dic Vcrzrnyung der gekündigten Dokumente a_Uf. _ _ _
ngleich werden die bereits fri_ck6_r_ aiisgeloonen, aus der 5 nlage verzeichnkien, noch ruckitandigen Dokumente wiederholt und mit dem Bemerken aufgkrufen, daß dercn Vsr- zinsung bereits mit dem 31. Dczcmber dcs Jahrks 15th Ver: loosung auf ehört hat. _
Forma are ZU den thtnngen_wcrdcn von den obkn be: zeichneten Kassen Unentgeltlick) vcrabsolgt.
Berlin, den 1. Juli 1897.
Hauptverwaltung der Staatsschuldexi. von Hoffmaiin.
Lbsr-VcrwaltungSgericht.
Bei dcm König„ich€:i Ober : Vcrwalixmgßgerichi imd ernannt: & __
der bisherige expedierende :ckreiar_und_KalkU[_ator ULS Reichs:VerficherungSami-Z Kränz, dcr bishex_tge__KrEissckret&r (Ho ttwaldt und der bisßerige Steuer-Sekretar Seehaus zu erpedierenden Sekretären und Registratoren, _und “ die bisherigen Kanzlei-Diäiarien Schneidsr, B2rtram, Groth Und Engel zy-Kauzlei-Sekrctärsn.
Abgercisi: Seins ExccUernz der Präsident dsr Königlicher: Skeled: [Mg, Wirkliche Geheime Mail) von Burchard, nach Sud- demscblano.
Personal-Veränderuugen.
Königlich Preußische Armee.
Offizikrc, PortepL-Z- Fähnricbe 2c. EryknnUngkn, Befördkrungen und Berit: ungen. Jm akttdsn Heerc, Travsmünd?,a11Bo:d "S', . Y. ,Hobenzollern“,4.Juli. v. Roeder, Hauvim. imd Batik. Cb?! Vom _1. Garde-Feid-Art. Rest., zum KOWMÜUDLUL der Leib-Battr. dieies Regts. ernannt. Graf v. Wkdel, Pr. Lt. 5. 1a Wick? des 2. GardZ-Ulan. Negt§_„ dessen Kommando zur Disnstlcistung bei dem Auéwartigen Amt bis zum 15. Novsmbcr d. J. verlängert. _ _
Nachtweiiung der beim Sanitäis-Korvs im Mona; Mai 1897 eingetretensn Veränderungen. Durch Verf_ugung des General - Stabsarztcs dsr YrMSe. 1. Mai. Dr. Rumpel. Unterarzt Vom 2. Hannov. Ins. ngf. Nr. 77,
21. Mai. Dr. Jürgens, Unterarzt vom Inf. Regt. Nr; 132, ])r. Schellmann. Untsrarzt Vom Inf. Regt. Nr. 131,_ _ sammt- lick) mit Wabrnsbn1u_ng ji: Liner bei ihren Truvpkntbeilen offenen Assist. Arztsteüe beauitrazt.
Yichtamtliches.
Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 10. Juli.
Seine Majestät der Kaiser und König haben, wie dem „W. TB.“ gemeldet wird, am Freitag Morgen um 9 Uhr an Bord der Yacht „HohetzzoÜern“ von Gothenburg die Reise nach Christiansand fortgeießt. An Bord war alles wohl, das Wetter trübe, aber viel ruhiger.
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Das Staats- Ministerium trat heute Nachmittqg 2 Uhr im Dienstgebäude, Lei i _er Plaß 11, unter dem Vorstß
des Vizez-Präsidenjen, Staats: misters ])1“. von Miquel zu einer Sißung zusammen.
Der hiesige hanseatische Gesandte ])r. Klügmann hat Berlin mit Urlaub verlaffen.
Der hiesige Königlich belgische Gesandte Baron Greindl hat Berlin mit Urlaub _verlasien. Während seiner Abwesen- heit fungiert der Legations-Rail] Michotte de Welle als Geschäftsträger. .
Laut telegrap ischer Meldung an das Ober-Kommando der Marine beabfi tigt S. M. S. „Bussgrd“, Kommandant Korvetten-Kapitän tnkler, am 12. Juli von Sydney nach Samoa in See zu gehen.
Kiel, 9. Juli. Ihre Königliche Hoheit die Prinzes s in Heinrich ist heute Abend aus London hier eingetroffen und hat sich sofort nach Hemmelmark begeben.
Hessen.
Den Bureau der Stände ist, wie die „Daxmst. Ztg.“, msldet, eine Denk christ zu der Steuerr_eform im _(Hroß- herzogthum Hessen zugegangen. Dre Denkschr1ft_ soll als Grundlage einer demnächst erfolgenden k_omt_mffar1schen Berathutig dienen, an welcher, neben Mitgliedern der Regierung, fachwerständige Abgeordnete d_er berde_n Kammern, einige Vertreter der Städte und im praktischen Dienst steheyde Beamte der SteuerVeraltung thetlnebmen_ werden. Diese Bcrathung dürfte voraussichtlich End: Auguxt beginnen.
Mecklenburg-Schwerin. Seine Hoheit dsr Herzog Johann Al_brxchi, Regent dcs Großherzogthums, empfing gestern den italreinschen Bot- schafter in Berlin Grafen Lanza m Audienz, der aus Aylaß des Negierun swschsels icin neues Bßglaubigungsschrxiben überreichte. Fiacl) der Audienz fand im Großherzoglichen Schlosse ein Dcxeuner “statt. Saéhsen-Coburg-Gotha.
Teer Landtag des Herzogthums Co_bur_g hat in seiner vorgestrigen Sißung beschlossen, statt der bisherigensLchs- Jährigen (Heliung des Domänen-Etats fdrtan _eine Fest- 1tel1ung auf vier Jakirc vorzunehmen. Dl? Regierung hat diesem Beschluss zugxstimmt. Ferner wurde eme Aufbesserung dkk Besoldung der Forstbcamten beschloffen.
Reus; ä. L. Seine Durchlaucht d_er_ Fürst ist am Freitag von Tepliß: Schönau nach Greiz zurnckgekehrt.
Oesterreichngax-n.
Die „Politische Korrespondenz“ meldet, daß der Sylian im Anschluß an cine neUerliche Mittheilung,_ welche dertuxktschc Botschafte'r in Wien in der Angelegenheit dcr theffalischen Grenzbkrickitigung dem Minister 1121,“ auswärtigen Angelegen- heiicn zu machen beauftragt sei, ein Telegxamm an den Kaiser abgesandt habe, um wegen einer günstigxn Aufnahme diescr Eröffmmg an dic freundnachbarlichen Gefuhle des Kaisers zu appellieren. Hierauf ist, nach der Wiener „Abendpos “, von dem Kaiser folgendes Telegramm an den Sultan ge- richtet worden: _ _ _
,Die aufriißiigc Und loyale FrexindscbZrt, die ck fur Eure MaiSstät beg? Und auf welch? Cure Maj-Istat fich unt-er dcn gLZCn- n-ärtigxn Umständen mit Nicht berufen, macht es mir_ zur PfliÖi, Eurer Majestät in Ihrem cienen Jntereffe und U17 Jn_t€rcffe Jbrss Reichss den baldigsicsn Zlbfchluß des Friedens mit Griechcii- land auf dsr GrundLage dsr Von den Botscbcxftern m KonstaiitiiiorkL Zorniuliértc'ii Bedingungen anzaraiben. 9218 Von _dsr Kommission dar Milixär-Attackxés vorgesckolagknz Grenzlinie entspricht dxm Prinzip der stratkgischsn Grenzberichtigung, Welches O_on Vorri- ÖLrZin kon Earkr Majestät angenommen war, und b1ld€t rnit dM Üdrigsn Frikdcngbkdingimgcn dax Maximurxt _der Zu- geständnisik, wsisbe Von dkm KOUZSLT dsr Großmachte, das, fest Und kiiiiq 111 skineii Entschlüffen, Vor allém daraux hält, kin: Sachlage zu schaii€m die Europa solidk, Bürgschaften TLS Frisdkiis und dsr Ruhe bistet, als billig anxrkannt we_rden_.
kittk chbalb Ears Majksiät, meine Rathschlage ernstlich m_ Cx- wägUng zu ziébk-n, Und ersteifk: DiE Gelxgenbeit, Eurer Maikstat d-kn AUHdruck m-Zinkr Hochachtung und auirichtigen Freundschaxt zu wixdsrboWn."
Ter gegen das Vsrbot der Abhaltung deéz_dcut- schen Volkstagcs in Eger eingelegte Rekurs 11t,_ dcm „W T. zufolgé, von der Statthalteret in Prag abgewresen worden. _ _
Tie Kaiserin ist gestern früh von Schwalbach _m Wien ein etroffkn Und hat in der Vikla im Lainzer Thiergarten Auéenthalt genommen. _
In der gestrigen Sißung__des unZar1schen Unter; haUscs beantwortete der Minister des xmern Perczel die Interpellation des Abg. Natkat), betreffend das Verbot der deutschen Theatervorstellungen. Der Jnterpellant hatte angefragt, ob dEr Minister_überzeugt sei, daß das Rutsche Theaterwcsen das ungarische T_hxaterwesen und die ungarische Sprache gkfc'ibrde. Der Mmister des Inziexn Pcrczcl erklärte: er sei hiervon kemeStykgs u_ber- zeugt, nur Kleinmütvigc könnten dies glauben. Die un arische Nation sei so erstarkt, daß ihr deutsche Theatervorste ungen unmöglich schadén könnten. Der Jnterxzellant habe ferner an efragi, ob er (der Minister) überzeugt sei, daß deiztsche Vor- ste ungen in Zukunft Skandale verursachen wurden. Er (der Minister) erwarte dies keineswegs, er hgbe eme viel bessere Meinung vom Geschmack des Publikums._ _Das bauplstädtische VUblikum habe Anspruch auf Befriedtgzmg seiner Bedürfnisse und dürfe erwarten, daß de_r Ruf seiner Gastfreundschaft nicht durch solche Skandale__ beeinflußt nyerde. Er Hoffe, solche Vorkommnisse würden nch nicht :yieder- holen, und die Behörden würdenMittel und Wege finden, dieselben zu verhindern. Eine weitere Anfrage des Jnter- peUanten, ob der Minister geneigt sei, die Erlaubnis; fur deutsche Vorstellungen zu verweigern, beantwortete der Mmtstxr dahin, daß die Erthcilung einer solchen Erlaubmß mcht zynx Wirkungskreise des Ministeriums, sondern_zu dem de_r Polizei und der hauptstädtisckzen Verwaltung e_hyre; nur eme Nach- prüfung gehöre zum Wirkungskreis e des tmsteriums _des Innern. Er sei überzeugt, diese Behörden würden zu bxurthetlen „wissen, was und bis zu welcher Grenze sie zu erlauber) hatten. Im ubrigen habe am Tage zuvor der Abg. Eöwos selbst gesagt_, er würde es gern sehen, wenn eine große deutsche S_chauspteier- gesellschaft zu Gastvorsteilun, en in Budapest er_sch1en_e. xer- aus sei zu ersehen, wie ?elbst die äußerste Linke ub_er iese Sache denke. Es sei nothwendig, daß die Natioxt die vielen Jrrthümer, welche im Auslande über Ungarn bestanden, berichtige und sich das_klcine Kapital an Sympathie, welches sie im MiüenniumS1ahre angesammelt habe, au_ch_ er- haltc'. Der Abg. Ratkar) nahm die Antwort d'ÉS Ministers nicht zur Kenntnis; und führte aus: so lange die Magyari- sierung sämmtlicher Zweige des Staatslebens nicht durch: geführt sei, würden deutsche Vorstellungen immer eine
(Gefahr bilden. Die Magyarisierung sei aber heute noch
nicht durchgeführt. Die ungarische_ Re iexung leide an einer wahren „fsber SsrmzzmaaéZ ste be e_hizke die deutsche Sprache, während der osterretchische Miniter =P'räfident alles Mögliche gegen dieselbe thue. Der M1ntste_r des Innern Pcrczel erwiderte: er halte troß der Ausfuhrungen des Znterpellanten alles aufrecht, was er vorhin gesagt habe. In Bezug auf die deutsche Sprache nehme er_ emen anderen Standpunkt ein als der Abq. Ratkay. Die Antwort des Ministers wurde hierauf zur Kenntniß genommen.
Großbritannien und Irland.
Tas Unterhaus berieth Jstern den irischen E_tat. Der Erste Lord des Schaßamts alfour erklärte: er_ konne für die nächste Session eine Vorlage über die Errichtung einer katholischen Universität in Irland noch _mcht ver- sprechen, obwohl er persönlich für die Bildung einer solchen Universität sei, welche für den Unterricht und das_soztale Leben Irlands die größte „Bedeutung hahe. Allein e_s bedürfe zur Erreichun dieses Zieles sowohl m Englgndtme in Irland noch einer tarken Klärung der Meinungen 111 dieser Sache. Seine Ansicht stehe unersch_üticr1ich feit, daß der Mangel einer katholischen Universitiit von der Mehr: heit der Iren als ein großkr Nachtheil empfunden wcrde- Im weiteren Verlauf der Sißung vsrlaH der Staats: sekretär für Indien Lord Hamilton em Telegramm aus KalkUita vom 8. d. M., won_ach dort bei den lthen Unruhen 7 Personen getodtet und etwa 20 verwundet worden ssicn, von welchen leßiercn 4 oder 5 seitdem gestorben sein dürften. Zn Kalkutta sei am 8. d_. M. alles ruhig gewesen. Die mohamedanischen Führer 5emuhte_n sich gewissenhaft, die aufge_regten_(Hemüther zu beruhigen, die Fabrikarbeiter verhielten sich ruhig. _ _
Ein Nachtrag zum Armecbudgct fordert, wre die „Army and Nam) Gazette“ meldet, für 1897/98 200000 Pfd. für die Verstärkung der südafrikanischenBesaßungY- truppen. Jm einzklnen werden mehr verlangt: fur Besoldung dsr Truppen 10000, TranSporte und Re- monticrung 105000, LebenSmitiel und Fouraac 74 000, Bekleidung 3000, sonstigen Kriegsbedarf 6000, Be- festigungsanlagen und Ingenieurdienst 2000 Pfund Durch diese Nachtragsforderung steigt das Armeebudget fux 1897/98 auf 21362422 Pfund oder nach Abzug der_ mcht direkt dem Heere zu gute kommenden AuOgaben, wre Penfionen, Prämien, ulagen 2c., auf 18340500 Vfimd. _ __
Der 5 remier=Minister der Kapkolome _Sprigg erkl_arte gestern bei einem Emgfang dcs Ausschus1e§ _des_ Reichs- Schußvereins: die Kolonien würden wghrfchemlick) ihre _Em: fukirzöUc aufrecht erhalten. Dies mache die Durchfiihrung cines Zollvereins mit dem Mutterlande sehr_schwrert_g; aber er hoffe, aUe fiidafrikanischen Staaten wiirden e_mes _Tages eine große HandelSUnion bilden. Er halte die br_1tische_n Besißungcn in Süd-Afrika für _nothwcndig fur _die Existenz dex: britischen Reichs. Des weiteren erklaxte Sprrgg: die vor kurzem ausgeführte Flottendemonstratwn m_ der Delagoa-Bai habe ein€n hcilsamcn Erfolg gehabt; fie sei e_me der besten Thaien der Régicrung gewese_n_ und habe gezeigt, daß Großbritannien nicht zugebe, daß 1emc Jntexeffen diirch irgend ein Vorkommniß in Einem Jnlandsstaat SUd-AfklkaZ gefährdet wiirdsn. __
Der parlamentart1che AUSschUß zur Unter- suchung dcs Einfalls Jameson's in Transyaal hat gestern in géhsimer Sitzung die Berathung über den Bcrtcht des Vorsißenden Jackson wieder aufgenommen.
Frankreich.
Die Deputirtcnkanzmer hat gestern mit 425 gegen 110 Stimmen das ZoUver]chluß-(Hes€ß angenommen.
Rußland.
Der Kaiser empfing gestern in Peterhof den außer- ordentlichcii chinesischen Gesandten. _ _
Die Kronprinzessin-Wittme Erzherzogin Stephanie von Oesterreich ist, wie „W. T. B.“ meldet, von Stoxkholm gestern in St. Petersbu_rg_eingetroffen und hat 111 der österreichisch:ungarischen Botychaxt Wohimng genommen.
Dkk König von Siam lst gestern Absnd von Moskau nach St. Petersburg zurückgekehrt.
Spanien.
Die cingegangknen Zölle, Steuern und ordentlichen StaatSeinnahmen in Spanien haben für den Monat Juni d. I. ein Pins von 3520000 Pkfetas gegen den gleichkn Zeitraum ch Vorjahres ergeben.
Portugal.
Derbisherige Gouverneur von Benguela d eM as caren h ao Galvao ist zum Gouverneur von Lourengo Marques ernannt worden. _
Schweiz. _
Der Prinz und die Prinzessin von Neapel smd heute in Luzern eingetroffsn. - _
Die Ratifikationen des_HandelSUi_ertrags zrinschen der Schwei und Japan find gestern 11) Very ztmschen dem Bundes: räsidenten Deucher und dem japanischen Gesandten Takahira auSgewechselt worden.
Türkei. Wie das Wiener „Telegr.-K0rresp.:Bureau“ aus Kon-
stantinopel meldet, empfing der Sultan gesterxi nach dem Selamlik den französischen Botschafter Cambon m Audienz.
Griechenland.
Der „Agence Havas“ wird aus Athen gemeldet: Die Botschafter der Mächte in Konstantinopel verhandelten fort- geseßt mit der forte über die eststeilung_ der neuen Greyz- linie. Die Tür ei fei bestrebt, ast die Halfte v_on Tthlten für sich zu behalten, ungea ist des energischen _ider- spruchs der Botschafter. Die Frage der _Krtegs- entschädigung stehe erst in zweiter Lime, obgleich es auch hierbei an Schwierigkeiten wegen _ de? Zahlungs- modus nicht fehlen dürfte. Der König sowre die Mtxglie- der der Königlichen Familie hätten fich telegraphisch an die ihnen verwandten Fürstenhäuser gqundt, um den Ab- schluß des Friedens zu erreichen, wobei sie die Lage als eme äußerst gefährliche für Griechenland daxéestellt hätten. T_rox dem seien die Verbandlurxgen der Lo ung noch um keinen ernstlichen Schritt nähergeruckt.
Schkoedeu und NaWegeu.
Der Köni der Belgier hat sich, wie „W. _T. B“ meldet, gestern ??bend zu einem offiziellen Besuch von Christiania nach Stockholm begeben.
Amerika.
Die Verhandlungen der Delegirten des Senats und des Repräsentantenhauses übex die Tarif-Vorlage sollen, wie „W. T. B.“ aus Washington meldet, vor ihrem Abschluß nicht veröffentlicht werden.
Ja Madrid eingegangenen Meldungen aus Havanna vom 5. d. M. zufolge wurden bei den leßien Zusammen- stößen der Regierungstruppen mit den Jnsurgenten die Führer Maximo Gomez, Quintin Banderas und verschiedene andere geschlagen und flqhen unter Aufgabe der innegehabten Stellungen. Hierbei hatten die Aufständischen 54 Todte, darunter die Anführer Torres und Barrato, während die xpaniscben Truppen 440 Pferde erbeuteten. Außerdem ergaben ich 347 Jnsurgenten.
Arbeiterbetveguug.
Aus Mülheim (Ruhr) berichtet die .Nb.-Westf. Ztg.“: Die Lohnbewegung der Bauhandwerker (vgl. Nr. 153 d. B1.) ist ins Stocken geratben. In einer Versammlung am Donnerstag wurde be- schlossen, nicht in den Ausstand einzutreten, sondern soviel als tbunlicb die Lingkreicbten Kündigungen zurückzuziehen, da die Bauhandw-Zrker nicht einig seisn und von einem Ausstand ein Erfolg nicht zu erwaiien sei. _ In Leipzig fand, wie die „253. Zig.“ miitbeilt, am Mitiwvch eme Vcrsammlung der Holzarbeiter statt, die fich mit neuerlichen Arbeiterenilaffungcn in den; Piano- Mechaniken =Fabrik von Morgenstern u. Kotrade bcichaftigte. In diéser Fabrik batten Vor längerer Zeit die Gehilfen zur Erlangungvon 30-5 Stundenlohn bei 38511- stündiger ArbeiiSzeit diZArbeit eingestellt. Inzwischen hatdik Fabrikieiiung ungefähr 20 Arbeiter wegen M*augels an Arbeit entlaFen müffen; die Arbeiter behaupten nun, daß es sich um eine_,Maßr8qelung“ wegen des Ausstandes kandelé. Dcr Ausschuß der Holzarbeiter und diE Fabrikkommikfion find bei dem Inhaber der Firma wegen WiedereinstkllunZ der entlaffenen Arbeiter Wistellig ge- worden; absr die Finsislluxig sowie überhaupt jsde Ver- handlung in dieser Angxlekgenbßit Wurde abgelehnt. Von den in der Versammlung anwexsndexn 60 ALÖLÜSM dcr Fabrik - im Ganzen beschäftigt fie 140 Arbkiter, darunter 110 männliche -- be- schloyen dedhali) 53, am 8. Juli die Arbeit niederzulegen, wenn der Arbeitqkbkr aus seinkm abisbnenden Standpunktcz beharrS. In der Tha"! babkn am Toxinerstag 57 odkr 58 Géhilicn ddr Fabrik die Arbeit niédergeleqt.
Hier in Berlin hat die Innung „Bund dsr Baw, Maurer- und Zimmermczister“ im Hause Kommandanten- sjraße 16 einen Arbeitskiachweis für Gesellen und Arbeixer ihres Ge- werbes ein erichict.
Aus ** rüssel wird der „Köln. Zig.“ über den Ausstand der Kohlenarbeiter im Borinage telegravhiert: Am Donnerstag und Jrkitag sind in den Berßwerken dex? Borinage einige: Taussnd Arbe1ter wieder angefahren. Ykan réchnkt da[)xr darauf, daß die nun zu Enda gehender Woche zwar verloren ist, daß aber am Montag die Arbeit wiader ziemlich allgemcin wird aufgenommen werden.
Aus Pittsburg wird dcr „Ostsee-Zig.“ zam Ausstande der Bergarbeiter gemeldei, daß der BergarbÜtxraußstand im Staate Westvirginien _allgsmxin i1t_. Z).) an befürchtet, daß Unruhen aUsbrechen, wenn fremde Kohlxn eingeführt werden.
Kunst und Wissenschaft.
In dem Wettbewerb um ein Denkmal Kaiser Wil- belm's [. in Aachen find die drei Preise yon je 3000 26 den Entwürfen der Bildhauer Professor N. Maison in München, Pro- fess? Schwer in Bérlin und C1. Buschek in Tüffxldorf zuerkannt wor en.
Für das Denkmal der Schlacht bei LeiOzig bat, wic_ das „Dresdner Journal“ meldet, Proicffor Bruno Schmiß bierjelbst im Auftrage des Ausschusses des „PatriotenbundeI“ einen dritten Entwurf ausgearbkitxi, der zugleich für die Ausführung bkstimmt_ worden ist. Hiernach steht der Künstler Von den biéher für diese Aufgabe m_Vorschlag gekommenen Lösungen in Form von Säulen, Obelisken, Haücn und Thürmen ganz ab und wähli einen wuchtig aus rex Umgebung anstci- genden Mmiumeritalbau, dsffen Masse und Umriß das Panorama der Stadt Leipzig beherrschen sollen. Es lag ein derartiger Plan schon nn Sirme des ersten Auskcbreidens, worin das_ architektonische Ornament dcs Denkmals das figürliche Überwiegen ioÜte. Jeßt baut sich das Monument unter geschicktsr Benutzung des Vorbandknen Hügels ohne aÜzu aus edebnte, ungünsi wirkknde Trkppenanlagen mit dé!“ Haupt- front na Leipzig in der chse einer neuen Denkmalsstraße auf. Die Unebenheiten des Geländes werden zu _langgezogxnen Rampen um- gestaltet, dis allmählich zur Hauptterrasie binaufsübrexi. Diess, Von einer mächtigen Pfeilerarkade umzogen, träat d€n schrag ansieigendexi, durch Riesenporiale geöffnetsn Kernbau, üker dxm cine kurpslariig abgestufte Bekrönung den Blick zu dem eisernen Kreuze auf der Spiße binauflenkt. Die Kuppel ist yon kräftigen Säulenschaftsn i_imstandkn, deren kapitälartiger Abschluß Kugeln aufnimmt. Der origixielie Um- riß des Aufsaßes ist von scharfer Zeichnung, der der Erscheinung ch ganzen Werks etwas Eigenartiges verleiht. Skulptur und Malerei werden in umfassender Weise herangezogen, indem an der gewaltigen Fläche des Unterhausks einc: halberhabene, figurenreiche DarsieUun_g der Erhebung des Volks und in dem Innern der Vojiohalle die Wiedergabe der wichtigsten Schlachten in Bildern geplant isi. Vor dem Denkmal, das bis zu einer Höhe von 90 m ansteigt u_nd die Kuppel des Reichsgerichts beträchtlich überragt, wird zwischen den durch bep anzte Wälie gebildeten Fortsesvngkn der AuffahrtSrampen ein Feiplay für naiwnale Volksspiele angxlegt. Zur Wahl ist eine zweite Lösung gesteUt, wonach unter Umstanden uzimittelbar vor dem Denkmal ein großes Wasserbecken ge- bzlvet wird. Der Architekt hat in dem ganzen Entryurf _das Wuch- tig; und Monumentale, das seine Kaiser-Dcnkmaler in Pforia, aus dem Kyffhäuser und in Koblcnz auszeichnet, aiich _ hier zur Geltun gebracht. Die Verbindung mit einem historischen Museum so?], womöglich dem Ganzen noch eine höhere Bedeutung ßchern, und mit Rücksicht auf die Vertheilung der Vorhandenen Bau- mittel auf mehrere Jahre ist der Bau (als Monumentalgbschlqß einer neuen Prachtstraßs) so gedacht, daß das Denkmal zunachst bis Im großen Terrasse, dann bis zum Beginn der Kuppel und in der dritten Bauperiode bis zum Abschluß selbständig gefördert Wsrden kann.
Der dies ährige internationale Kongreß der Augenärzte findet in den agen vom 5. bis 7. August in Heidelberg statt.
Bauten.
Unter der Ueberschrift „Unverbrennbares Holz" bringt das .Centralblatt der BauVerwaltun ' folgende Mittheilung: Am 3. d. M. fand in London im ark des Hurlingbam Clubs eine _Brandprobe mit einem chemisch behandelten oize statt, die jeden, der ihr beiwobnte, überzeugen mußte, daß es si dabei um eine der be- deutungsvoüsten Neuerungen auf dem Gebiets der feuersicheren Bau- weisen handelte. Es waren zixei völlig _ gleiche, durchweg aus Hylz gebaute einstöckige Haußxben mit gediertförmrgem Grundriß von 3,35 111 Seitenlange errichtet, das eine aus gewöhnlichem, das andere aus unverbrennb_ar gemachtem HOM." Die Häuser standen auf vier Eckpfablen, hatten einen_-5 cm über der Erdoberfläche befindlichen Fußboden, und das vlkksettige Zeltdach lief in einen weiten, ebenfalls_bölzernen Schorn-
ein aus, der, unten und oben offen, einen vorzüglichen Zugsßblot ab- gab. Der Raum zwischen dem Fußboden und der Erdoberflache war
mit durcbbxocbener Holzverkleidung versehen. Die Wände waren außen und m_nen mit Brettern verkleidet, zwei derselben waren mit Thurm, _ 511921 mit Fenstern durchbrochen. Beide Gebäude wurden gleichzeitig m Brand gefteckt, was dadurch geschah, daßt je ein an der Windseite dersellxen aufgebäufter Stoß von ölgeträn em Holz und Sagespatzen angezundet w_urde. Wie _zu erwarten war, brannte das Haus von gewobnlichem Holz tnnerbalb einer halben Stunde vollständig zu Asche. Dagegen war es unmöglich, das Haus aus b?bandeltem olz in Brand zu_ segen, troß der dafür außerordentlich geeigneten Kon traktion, die mit ihren Oe nungen unterhalb des Fußbodens, den bohlen Wänden und der_xx gxoßei) HolzsÖlot im _DaÖe gewiß das höchste Maß von quergxsabrlichfeit darstellte._ Dre Flammen umzüngelten das Ge- baude_m hefttgxm Brande bis über das Dach, aber sie vermochten nur die Oberfiacbe der Bretter_zu verkoblen, und der äußere Holzstoß bxannte nieder, obne dem Gebaude einen anderen Sebadén gethan, als die durchbrochene Breiterverkleidung unterhalb dxs Fußbodens, da, wo der b_re_nnende Holzstoß fie unmittelbar berührte, in gsringem Maße beichadtgt JU hachn. Merkwürdiger als diess Thatsache war vielleicht dxr Umstand, daß die Jnnentexziperatur des Hauses, während dre Flammen des brennenden Holzstoßes seine Außenseiten um- ioderten, durijxaus unveränderi blikb; man konntk rubig
das Gebcxude eintreten und durch ein Anle Ln der Hand an die innere Hdlzverkleidung sicb ü erzeugen, daß ntch_t einmal diese erwärmt war. Nach Ablegung diefes Versuches wurde ein anderer Vorgenommen. Im Innern dss Gebäudes war sm_e aus JZ 0111 starken Brettern res chemisch behandelten Holzes Uezimmsrte Ktsie_aufgcstel1t und Zit Einem Stoß Von ölgetränkicm Holze 11m- ixnd uberhaut. Der _Swa wurde? angezündet und brannte um di€_ _Ktsie herum zu Aichk, obne di€f8r oder der innkrsn Holzverkleidyng des Hauses iand weichem SchadM gethan xu buxbsri. L_Ote_ Kiste War mit Druckßeften 92711111, welche vol]- siandrg Héil, 1a_ nicbt Einmal erwärmk, beraungommsn wurden. An dsr vol1sia_ndig€n UnNrbrennbarkkit dcs chemisch bebandcitsn HolzkH kqnn kein Zweifel bestehkn. Dabki ist di? ganz auffaliendc Unfaßigkeit dé! Wärmeleituna noch bLsonders zu wcrmerksn. Die chemijch€ Behandlung ist in Amsrika erfunden und besteht darin, daß dkm Holze unxer hohsm _Druck seine naiürlichen Säfte entzogen werden und _statt ihrer eiiie gesättigt: Löjux'g vim gewissen Salzen Zingkpreßt rvnd. Asußkrlicky cklkidLT das Hoiz dadurch kcinerlei Ver- andxxung, aiich Geruch und Farb? wsrdsn nicbt beeinflußt, mir das Gewicht wird etwas erhöht. Zur kaufmännischsn Ausimizung dk; Erfindung bat fich in England eine Aktienaéseüschaft (111€ 8r1i1511 U01] - WQWWZHW 17006 Sc). [„imirU], Fr. 2 ÜkUJZ' & Mayz' 111311510115, Yictoria Streei, London ZW.) gsbildc't. Die Kosten fur die chem11che Bsbakidlung vom 100 Gevixrtfuß einzöüiger Breiter bctrageén 20 „FH, was Etwa 2,10 M: für das Quadratmster aus_machi._ Das Holz wl] in Amerika ichon ssit Einigen Jahren ein- gkfuhrt ssm und _fich für vaecke dos Häuixr- wie namenxliéh auch dss Schiffbaue§ vorzuglich bcwakr: Hach.
Literatur.
Handbuch für Gemeindcbeamte in der Provinz ZannoVex Von A. Ebert, Geheimem Regierungs-Nath. Zweiter 5 and: Dre Wegegcskßgebung in dsr Provinz Hannover und Zusammenstcüung der Bestimmungkn über das Kxeinbabnwesen. Vierte Aufxage. Hannovsr, Verlag von Karl Meykr ((Gustav Prior). _ Preis_ gkb. 2,50 „M - Dieses Buch eritbcxlt eme uberfichtitche Zusammenstellung der in der Proan _Hannov-er geltenden _Gesesc nebst Ausführungs-Vestim- muzigen uber den Wegebau, die von dem Herausgeber mit kurzén, Crlautcrnden _Anmerkungkn verskben worden sind, sowie der für den Janzen prkußrschen Staat erlassenen VOrsÖristeii, Welche das Klein- babnrvesen beirxffen. Der erste Abschnitt baxidelt von den Landstraßen und den Gemeindewegkn. Hier war in dsr ULUM Auflage namentlich das Gesxß Vom 24. Mai 1894, bktreffend Aenderungen der We egesc-is- geburzg m der ProvinzHannovsv zu de_rückficbtigcn, dUrcb wel es das umstqndliche Umlagerexsaßran bxi der YLbung der Landstraßenbeiiräge beseitigt rxorden und ems _Anzahl von Kontroverskn bei [M Außlxgung des urxpruziglichen Wegegßießes in Wegfail gkkomm€n ist. DLL" zweite Abschntxt isi dan Prydmzml-Cbaußeen gewidmet, während im dritten das Gsies Uher Klembahnen und Privxtanschlußbabnsn Vom 28. Juli 1892 urid dix zux AUSsüHrung dssselben ergangc-nen Vervtdnunaen, sdwie die Beschluss des HannOVerscbsn Provinzial-Landtages über die Förderung des Kleinbabnwesens in der Provinz HanerLr zum Abdruck gslgn t sind. _
- Sa siiches Archiv iür__bürger1iches Recht und Prozeß, herausgegsdxn Von S. Hoifmann, Rsicbsaerichts-Ratb, R. won Somxnerlatt, Obex-Landesszerichis-Rath in Dreßden, und ])r. F. Wulxert, L_andgerickots - Direkt): in Dreéden. Verlcxg dcr Noßbergffchkn Hof-Buchhankzlung in Lkipzig. -- Dic) Hefte 5 und 6 dss 1711. Bandes bringxn nebkn einer o_roßen Zahl_ Von _ Entscheidungxn des Rkichsgerichts und sachfisch€r Gerichte mtt ausführlicher Mittheilung dsr Entsch€idung§= ßründs folgendß Abhandlungen: „chen und Tod im deutschen Bürger- lichen Gsseßbuche' von Reichßgeriihis-Ratb 131'. Rehbsin; „Die Form der Rechtsgeschafte nach dém deuticbcn Bürgerlichen Gkssßbuch' von Ober-Justiz-Natk) Tränkner iu DkCSDLn; „Dis Zweigniederlaffung“ von RechtSanwast Waltbex Schulze in Zittau.
- Das neueste, 8. H6?! des patriotiycben Prachtwerks , Deuts che Helden aus der Zeit Kaiser Wilbelm's des Großen, Ernstes und Heiteres aus de_r vaterländiscben Gssckiichte 1797-1897“, von Hans Kraemer (Bériin, Dsutschxs Vérlagshaus Bong u. Co.; 15 Licferungsn zum Preise von is 50 H), ist dem Andenken der Düppelstürmer gewidmet. Vom Ta e des Auszugs an begleitet der ;Lsxt die Truppen der verbündßten * iächte, schildert den denkwürdigen Ehréntag der Artillerie bki Miffunde,_ die Kampfe zu Lande und zur See bis zum Sturm und dreien sxlbst ix_i großer Ausführlichxeit, bis zum Rückzugs der Dänen auf die_Jniel Alsen. Von be1onderem Injereffe sind die DarsteUungxn zweier fast vkrYZffener Ereigniffc: des Seegefechts der jun en preußischen Marine bei Jasmund und die ver- wegene nächtliche roberung _er Jnsel„Feh_n1arn. Den iUustratiNn Schmuck dcs Hefts bilden eine große Reihe [Ebensvvüer Gemälde und Zeichnungen erster Künstler, iodaß auch dieses fot fick; seinen Vorgängern würdig anreibt. _
- Jm Julibeft Von „Nord und Sad“ (Verlag der Schl?- fiscben Buchdruckerei, Kunst- und Vsrlags-Anstalt_ von S. Schwit- laender) entwirft _C. R. R. King auf (Yrqnd statistischer Daten em ziemli düsteres Bild Von de_r _geßenwartigsn Lage der wirtbschaft- lichen erbältniffe in den Veremtgtcn Staaten Von Amerika. Ferner enthält das Heft folgsnde Artike]: „Otto Brahm“, eine Studie von Ludwig Jacobowski; „Eine Rerse nach Athen“, Tagebuchblätter (11) von Paul Lindau; .Der Regenko en in den_ Mythen und _Sagen der Völker“, von August Wünsche; n novellistisckyen Beitragen findet man in dem Heft: „Ein kriU!cher_ Momknt', von Ida Boy-Ed und „Frühling in Abbazia', von Marte_ WS_vr. Den Beschluß macht eine illustrierte Bibliographie. Da? Heft ist unt dem Poxträt Otto Brahmis in Radierung von Johann Lindner gkschmuckt. *
Land- und Forftwirthschaft. Saatenstand in Rußland.
Dis Berichte über den Saatensiand lauten im aUgemeinen recht ungünstig; in mehreren Gouvernements werden schon jest mit Be- stimmtheit Mißernten erwartet._ Zu_den Geßgendezi, aus welchen der russischen „Handels- und Jndustrie-Zettung' die schlimmsten Nachrichten zugegangen sind, gehören: Buinök (GouVernement Sfimbirsk), das Gouvernement Ssaratow, Kamvs in (Gouvernement SsaratowZ, Kreis Kasan, Kreis Ufa, eris Jeabuga (Gouvernement Wjatka, Kreis Wvschni - Wolotschyk _(Gouvernement Twer), Kreis Rostow a. Don, Werchnetschirskach im Dongxbiete, PjatiisbjanSkaja im Don ebiete, Gouvernement _Sstmbirök, Kreis Lukojanow (Gouver- nement isbni-Nowgorod), Kreis Schtschtg-ry (Gouvernement Kursk),
Kreis Kaluga, Kreis Kraßnoslobodsk (Gouvernement Pensa), Kreis Tambon», Kreis Waleijki (Gouvkrncment Woronesh), Kreis Bolchow
(Gouvernement Orel), Kreis Cborol (Gouvernement Poltawa), Kreis ISmail (Gouvernement Beffarabien) u. a. m. Im Gouvernement Jekaterinoslaw ist der Saatenftand zwar an sich befriedigend, aber stark vom Kornbrand, dem Rüffelkäfer und der Hessenfliege mit- genommen.
Die xusfische__,Börsenzeitung' meldet, daß das Ministerium des Innern m1t_Rück11cht auf die zu Wartende Mißernts Schritte gethan babe, um die im Reiche zur Verpflegung der Bevölkerung vorhandenen Kornvorrätbe zu ermitteln. Es sollen vorhanden sein 12 672 483 Tschetwert Winterkorn und 6 950 936 Tschetrvert Sommerkorn, die in den VorratbSmagazinen lagern, sowie 6983 772 Tschetwert Winter-, beziehungßweise 4150899 Tschxthrt Sommerkorn an vorgeschoffenem und rücki-tändigem Getreide. 11-358: 75 0/0 der geseizlichkn Höhe betraaen die: Sommerkornvvrräibx in dxn Goudsrnements: Wladimir, Wilna, Grodno, Kowno, Podolien, Poltawa, Sfimbirsk, Smolensk, Tifits, Charkow und Jaroslaw; 50 bis 75 0/0 der Norm erreichan sts in den GouVLrnem-ents: Astrachan, Bessarabien, Witkbsk, Woronesk), Wjatka, Jkkaterinoslaw, Kostroma, Minkk, Moskan, Orenburg, _Perm, Tula, Usa, Cberffon und Tschernigow. Am Ungünstigitkn stehen die Vßrbältniße im Goudsmemsnt St. Petersburs, 1133 die Vorrätbx akk Sommerkorn nicht einmal 10 0/0 der Norm erreichen. Die Vorratbe an Winterkorn betragen übst 75 [',/0 der Norm in den Goudstnsmsnts: Astrachan, Wilna, Woronesb, Wolhynien, Wladimir, Grodno, Kikw, Korvno, Minsk, Orenburg, Pensa, Podolien, Poltawa, Rjasan, Sfimbirsk, Taurieu und Ufa; 50-75 0/0 der Norm in dkn Gondernemknts: Arxbangelsk, Beffarabien, Witebsk, Wjatka, Jekaterinoslaw, Kasan, Kosiroma, Kursk, Mokxilsw, Nisbni-Nowgv-roo, Orel, Perm, Sxamara, Ssara- ww, Tambow, Cßarkow, Tfckzc-rnigow und Jaroßlaw; 25-500/0 in den Gouvernemexits: Wologda, Kaluga, Smolsnsk, war, Tala, Cberffon; 10-25 0/0 in den Gouvarnements: _St. Petersburg, Moskau und Nowgorod und unter 10 9,10 dsr vorschriitsmäßtgen Norm in dem Goudcrnements Oloncz und Pskow.
Usher den Saaienstand in einz-Zln-Zn Goavsrkaenis zn Mitte 19. M. entnehmen mir dsr rusfischcn „Handxlk- und Jiidxistriezeitung' folgende Angabkn.
14. Schwarzerde-Goudsrnkments.
_TUla. In den Kreisen Nowoisil, Jefremow, Vogorodizk und Jsvifan steb-Zn die Winieriaaten schlecht, das Sommxrgcxrcide in diem Erstgsnanntcn Kköisk 6571151115 schlechi, in den dkki SUDOKU befriedigend.
Riasan. Nach Mittbkilung aus den Kreisen Riasbsk, Saraisk und Ssaposbok steht das Wintersetreidk schiccht, und es wird eine Erni? bedeutend untsr Mittel erwartU. Ziktmich vis! Feldsr mit Wintergeireids find umqepflügt und mit Sommersaaten neu besät worden, die jedoch ebenfakls ungünstig stehen. Das Wéttér ist heiß und trocken. Auch im Véicvailowschkn und Dankowscbkn Kreise ste_ixsn infolge der andauxrndxn Hiss di? Wintersaaten und das spät geiate Sommergsireide ikhr schlecht, das früh gesäie Sommerkorn dagechn befriedigend.
Tambow. Das Wintergétrkide steht skbr schwebt infolge des kalten Frühlings, des Regenmangels und dcs yon Insekten angerich- teten Schadkns. Die Felder smd vielfach umgesät worden. Die Ernte des Somm€rg€treides vsrfpricht bkfriedigend zu Werden.
_ Pcnsa. Jm Kreise Jnffar stehen die Wintersaaten unbefrie- dißénd; Vom Sommergetreide Hafer, Hirse, Buchweizen und Kar- toffeln_ gut; dagegen find Erbsen und Bohnen Von Käfern beschädißt worden. Auch aUs den Kreisen Ssaransk, Nischnelo- mowsk, Kerensk und Narowtschat wird über dsn schlechten Stand der Wintersaatcn iniolgs der Hisé geklagt, während dis Sommexsaatkn _ bxfriedigend stebxn , zumal in le ter Zeit Regen gefallen ist. _Vielfack) sind dis mit WintMgStrLide bes eUt gewesenen Fslder_ umgesat worden. Bessere Nachrichten li€gen aus dem K_reise .Mokjcban Vor, wo die Wintcrsaaten befriedigend und Von den SommeriaatSn Hassr, Buchweizen, Erbsen und Hirse auf, die anderen unbkfriedigcznd stehen. JM Kreise KraSnoskobodsi befinden fich ““'/_5 der Wintersaat€_n in befriedigsndemKZustande, 7/5 in un- befriedigxndem und 1/5 in schlechtem. Di? Sommcrsaat steht be- friedigend. Im Juni ist Regen gefallkn.
Simbtrsk. Jip ganzen GouNrnemsnt stkbsn die Winter- und Sommersaaicn unbexriedigend, das Wktter ist Heiß, trockkn und imndig. Nock) wird wsnigstens für das Sommergetrcide auf eine mittl€r€ Er_nte gehofft; bki andauyrndkm ngcnmangkl ist abér eine vöbllige_*1)kißcrnte zu befürchten. Das Gras ist meist ganz aus- ge rann .
Saratow. In diesem Goudsranent haben sich mit gcringen Ausnahmen die? Erntkanéfickyien infolgr: von Hißé, Régenmangei und Wind Derichlkchiert. D*:n Nyggen woücm viélk BesilZLr aarnicht schneid€n. Dkk WSlzén sisbt dkretnzelt und niedrig, und same Vlütkoe ist vielfach dom Sturm besixiiräcbtiat worden, dkr auch die Fsldsr mit Sand überschüttet hat, iodaß seibst gUte Regen jSZt kaum msbr gsnügende Hilfs schaffen würden; Die Aecker smd stark mit Unkraut bewachsen. Das (Gras in den Stepysn ist außgebrannt, und sein Schnitt lohnt sich nur_in den Sch1Ucht8n_ urid Niederungen.
Kaian. Jl_1 den Kreisen Kasan und Sswjafchk sieben sowohl die Winter- wre die Sommersaaten unbefriedigend infolge der herrschenden Hitze und Trockenheit. Die Aussaat des Sommer- getreides wurde früher als sonst bssndet, die junge Saat dErdorrte ?ber, und_e_rst nach im Juni gefaüenen Regen haben fich neue Schöß- inge gkzeig .
Ufa. Jm Kreisx _Usa siebkii die Wintersaaten schlecht, die Sommersaatsn Uiibkfrtkdigend, rnit _Ausnabme niedriger feuchter StLÜen. Von Mitte Mat bis Juni ist nur ein Regen gefallen und disser au_ch nur sieUenweise. _
Ni7chny-Nc)_wgorod. Jm Krei!_e Lukojanow ist der Stand des Winter- und Sommergetxeides unbefriedi end. Zuerst War das Wetter dort den Saaten günstig, absr jeßt errscht Trrckenbeit, be- gleitet von starken Winden. __
Woronesck). Jm Kreiie Walniki geben die frübgesäisn Winter- saaten vielfach Von der Heffenfliegc zu Grunde, die später gesäten stehen befriedigend, ebensqgrößtenthsils die Sommersaaten, nur Gerste hat «ck von dsr Heffenfltegs gelitten. Die Fcldsr find stark mit Gras überwachsen.
13. Nicht zur Schwarzerde gehörige Gouvixrncments,
Twer. Tie Winiersaatcn stehen schr befriedigend und die Sommersaaten auch ziemlich befriedigend. Es ist indeß auch hier
weni Regen gefaüen.
Jaroslaw, Die Wintersaatkn in den Kreisen Jaroslaw und Rostow befanden sich Mitte_ Juni an manchen Stellen in gutem Zu- stande, zum tbeil in befriedigéndem, zum _theil in unbefriedigendem. Das Sommexrgetreide und besonders der «Hafer stsbt sehr gut, am besten, wo es früh gesät wurde.
Wladimir. Jm Kreise Jurjen stehen die Wintersaaten höchstens befriedigend, die Sommersaaten gut.
Moskaii. Es berrf_cht_ große Trockenheit und bis vor kurzem auch starke Hiss; gegenwgrttg ist es recht kalt, ohne daß indeß bisher nennenswertbe Niederschlage stattgefunden hätten. Jm aUgemeinen stehen die Wintersaaten, die sehr in der Entwickelung Vorgeschritien sind, etwas besser als die_ Sommersaaten.
Wjatka._ Jm Kreise J_elabu_g_a sieht das Wintergetreide im ngzen m_ibefrtedtgend, die frul) geiate Sommersaat befriedigend, die spater gesate dagegen wegen Regenmangels schlechter.
* Ueber _ den Saatenstand im südWestlichen Rußland geben uns aus Ktew folgende Nachrichten zu:
Die zu Ende Mai und Anfang v. M. niedergegangenen Regen babe_n infolge ihre? oft wolkenbrucbartigen Charakters, verbunden mit heftigen Winden, einigen Schaden an erichtet. Leßtereß gilt namentlich von den Gouvernements Podolien, K ew und Charkow. Das Winter- getreide hat stellenweise auch durch übermäßige Vermehrung der Heffenflie e ?elitten. Besonders lebhafte Klagen hierüber kommen aus den rei en Liwny des Gouvernements Orel und aus den Kreisen Uman, Tarafchtscha und Schwenigorodka im Gouvernement Kiew.