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_ Die Nummer_ 30 FLUX. Jahrgangs der vatetländis en Wochenschrift .DerBar', berauSge ebexi von Friedrich Zille en, at folgenden Inhalt: 1211113 1301011130, bi tort_scher Roman von C. ründler Jortseßung). _ Berliner trioten wahrend der Franzosenzeit, von
icbard George. _ Das eutsche Kolonial-Museum zu Berlin. (Mit Abbildung.) _ Die Rbynbrücke bei Fehrbellin, von W. Boege. _ Kleine Mittheilungen: Das Nachtigal-Denkmal ix_n Park zu Kamerun (mit Abbildung). Das Denkmal für die Gefallenen der Wiffmann'scben Schußtruppe in Bagamoyo (mit Abbildunxz). Wie riedricb der Große dxn Diebstahl bestrafte. Die Kr egSmacht riedricb's des Großen beim 23an des Siebrnjäbrigen Krieges. Prinz riedrich Karl's Zirkel rc. _ üchertisch.
Gesundheitswesen, Thierkraukheiten und Absperrungs: Maßregeln.
Spanien.
Durch Königliche Verordnung vom 15. d. M. ist die für Her- künfte aus Nagasaki (Japan) angeordnete Quarantäne unter den üblichen Bedin ungen aufgéboben worden. (Vgl. ,R.-Anz.“ Nr. 268 Vom 8. Novem er 1895.)
VerkehrZ-Anftalien.
_ Bremen, „25. Juli. (W. T. B.) Norddrutscher Lloyd. „Königin Luije“ 22. Juli Vm. in New-York angel. ,Fulda', 2. New-York kommend, 23. Juli Nm. in Genua angek. „Ems' 24. Juli Mrgs. v, Genua n. New-York abgeg. ,Koblcnz“, v. Brafilien kommrnd, 23. Juli 21de. Las Palmas passiert. „Oldenburg', n. Baltimore best., 23. Juli Adds. Dober passiert. ,Louisiana', v. La Plata kommend, am 23. Juli Nacbxn. in GraveSend anark. ,SWtigart“ 24, Juli Nachm. Reise 1). Adelaide n. Albarxy fortgef. „Frie'drich der Große“, v. New- York kommend, 24. Juli Vorm. Scilly passiert. .Weimar', n. Australien best., 24, Juli in Sidney angekommen.
Rotterdam, 25. Juli. (W. T. B.) Holland-Amrrika- Linie. Dampfer ,Spaarndam' V. Nrw-Ybrk am Sonnabrnd Nur. nach Rotterdam abgegangrn.
Theater und Musik.
Theater des Westens.
Die AbschiedsVorstellung Hsinricb Bödel's am Sonngbrnd aesialtste sich für die Hörer und Zuschauer zu emrm an künstlrrrfchen Gknüffen rrichrn Abend. Neben drm rrsikn Akt aus Adam's be- liebter Opsr „DLL Pcstrilon bon Lonjameauk', dkre'n Titelrolle drr gefeierte Gast auch vorgestrrn wieder rmt besonderrr Bravour spielte Und sang, kam Mas- cagni's „(331*3110r13 _]?1133103116“ mit Bötel ais Turiddu zur Auffübrur-g. Drr Künstler sang die Rolie in „Berlin zum ersten Mal; ihr gesanglicher Theil kam tadellos 111 (&er und, wenn der Ausdruck glwaltigrr Lcidenscbaft dem Wcssn drs Sangrrs aucb fern [i1-0F, so konnte man doch einem anerkennenswertben Verjucb selbständigrr Cbarakterisierung brdbocbten, wrlcher den gxsanglicben Eindruck der Rolle vertiefte. Einzelne Scenen, wie z. B. der Absebied Von der Mutter, grlangen Vortreffltcb. Ganz unerwartet gut war die RoUe der Santuzza durcb Frauiem K?hler besest. Im Spiel und Grsnnq voU dramatischer Kraft und Lenden- séhait, brachte die Darstellerin ibr fcbön grschultes. klangyolles Organ bewundernswrrtb zur Geltung. Fräulein David sang die ROUe der Lola mit der ihr eigenen Anmutb und Leichtigkeit; nur drr Alfio des Herrn Fanta „ woüte nicht recht in den Rahmen der sonst trefflichen Aufführung paffen. Die Chöre konnten im Ganzen wobl befriedigen, mehr aber 321th sich das Orchester seiner Aufgabe gewacbssn. _ Nebrn den bétden Opern, in dknen Herr Bötel sicb Verabschiedrte, kam Adam's anmutbige, aber seltcn gegsbrne kleinc Oper ,Die Nürnberger Puppe“ zur Aufführung. Fräulein Sofie David, deren zierliche Gestalt und wunieres Wrsen im Spiel und Gssang den Anforderungrn, welchr ar_1 dre werb- liche Hauptrolle dirser Oper gestelli wrrden, vorzüglich entwricht, bot eine in jeder Beziehung abgerundc'ie Leistung dar; fie entwickelte,]enes bedeutende Maß an Koloraturfertigkeii, welches diese Soloparttr er- fordert, und bewährte sich damit aufs neue als technisch durcbgebrldete Sängsrin. Herr bon Lauppert brachte die Roüe des Heinrich, des fröhlichen Liebhabers in der Mkvbistovetkleidunq, mit über- müibiger Launr im Spiel zur Darsteliung und wußte „ srin etwas schweres, abrr schönrs Organ der Rolle gewbrckt anzuvasicn. Die Hrrren Kirchner und Fournesq hatten in den Noüen des Mechanikrrs Cornelius und !einks schücht€rnen Sohnes Beyjamin “mehr Komik drs Spiels zu entwickeln als gesanglich bkdeutjam m den Gang der Handlung einzugrsifen.
Jm Neuen Königlichen Overn-Tbeater wird morgen MaScagni's Oper „().-173110112 r115dicrrva“, und zwar in foigepder Besetzung gegeben: Santuzza: Fräulein Reinl; Turidu: Hrrr Burrtan ; Alfio: Herr Demuth als Gast. Hierauf folgen Leoncabauws Oprr .Bajazzi" (Nedda: Fräulein Egli; Canio: Herr Burrian; Tonio: Herr Wuzé-l). Am Mittwvrh gebt ,Carmen“ und am Donnerstag .Margaretbe“ mit Herrn Ernst KraUs als _Faust in Scene. _ Im Garten findet täglich Von 54- Ubr ab Militar-Konzert statt.
Das Berliner Theater wird am nächsten Sonntag nail; vier- wöchiger Ferie use wieder eröffnet werden, und zwar mit dem sxhon angekundigten astspielcvclus des Lqsfing-Tbeaters, für welchen zunachst der folgende Spielplan entnwrfen rst: Am Sonntag, den 1. Angriff, wird in neuer Rollenbrseßung und zum ersten Mal an dieser Statie das Lustspiel „ wei Wappen“ von OScar Blumenthal und Gustav Kadelburg zur uffübrung kommen und am Montag, den 2., und Diensraa, den 3. August, wiederholt werden. wahrend für Mittwoch, den 4. August, Hermann Sudrrmann's Schauspiel .Das Glück im Winkel“ vorbereijet wird. ,
Für das Neue Theater ist Fräulein Arma C1chbolz vom Stadttheater in Königsber engagiert worden. Dre junge nge soll im Laufe der Woche als alentine im „Stellvertreter“ debüttxren.
Morgen werden im Theater des Westens (Operndtrektton
Z,). Morwiß) die Opern „8313116113 ruRicxma“ und ,Die Nürn- erger Puppe“ in der Beseßung drr Erstaufführung wiederholt; es tft Vorsorge getroffen, dal“; die Vorstrllung nicbt ühér die zehnte Stunde hinaus dauerj. Am Mittwoch wird zum zwölstkn Male „6 133550 90140“ aufgéfüblt.
Bei dem Orgelvortrag in der Marienkirche am Mittwoch, den 28. Juli, Mittags 12 Uhr, werden Bach7s S-m011-Pbantasie, Mendelsohn's 13-(10r-Soxiate, Heffe's HZ-Ürir-Variationen und mehrere Vorspiele vort Dienel zu Gehör grbracht, auch wird die Wirkung drr „*1'11133 W1k8b1118“ beim Spiel des Chorals .Großsr (Gott, wir loben dich“ borgefübrt werdcn. Drr Eintritt ist frei.
Von den Féstspielen in Bayreuth wird weiter berichtet: Die vorgcstrige Aufführung der .Götierdämrnerung' be1chloß dan erstrn Cyclus des „Ringes des Nibelungrn'. Das Haus war wiederum bis auf den leßien Play gefüüt, und am Schluß ertönte jubelndrr Beifall. Drn .Siegfried' sang Herr Grüning, die ,Vrünnbilde' Frau Gulbranson, den „Hasen" Herr Greéf, den .Guntber“ Herr von Hilde, die ,(Hutrune' Frau Neuß-Belce, die ,Waltraute' Frau Schumann-Heink. Diebeiden leßten Cyclen wird Siegfried Wagner dirigieren. Die [este diesjährige Auffübrung _des .Parsifal“ findet am 19. August statt; sie wird die bundertste Außübrung des Werkes sein.
Manuigfaltiges.
Dcr Magistrat hat auf Vorschlag drr städtischen Vaudéputation und drr Kunstkommisfion beschloss€n, bei der Ausschmückung der neuen Potsdamer Brücke durcb Fiaurengruppen die Erscheinung und Wirkung der Elektrizität zur Darstg-Üung zu bringen. Dirse Gruppen würden darzustelien haben: dir wiffcnfchaftlicbe Beschäftigung mit der Elektrizität, die elektrixckpe Tslegrapbie, die Anwendung der Elektrizität als motorisch? Kraft bezw. zur Brlruchtuna und die VCL?“ bindung drr Clrktriziiät mit der Photo raphie. Als Repräsentanten der einzelnen Spezialgebiete werden Hrlm 0113, Gauß, Werner Siemens und Roentgen in Aussicht genommen. Di? Ausführung sol! nunmehr obne Verzug erfolgen.
Die Normalubrrn waren gestern cms Anlaß ibres_25jäbrigen Brftebkns mit Kränzrn geschmückt, auf derer: Schleifen zu lesen war: „25. Juli 1872 _ 25. Juli 1897“.
Im Zoologischen Garten hat Dirrkror 1)1'. _Heck schon vor längerer Zeit besondere Galerien für die deutschen Saugetbiere und Vögel eingerichtet. Derartige Zusammensiellungen sind insofern von Wertb, als sie den BLsUÖSLU die Möglichkeit bieten, einen großen Theil der höherrn Wirbeltbiere Deutsch- lands kennen zu lernen. In der Nahe drs Antilopen- hauses, dicht bei dem (Gehege für die Schafr0ffem befindet sich bei- spielsWLise eine ziemlich Vollständige Galerie deutscher Raubvögel, welche jest gerade deshalb besonders bemerkenswertb ist, weil hier eine Anzahl bon Arten, wie der Fiscbadler, der rothe Milan und der Schreiadler, im Jugendgrfieder beobachtet wrrden können. Vom Schreiadler sind sogar zwei intereffanje Jugendformen zu srben: ein bell befiedertes und ein ziemlich dunkles Exemplar.
Cassél, 25. Juli. Amilich wird gemeldet: Von dem Schnell- zug 72 Hamburg_Frankfurt find heute Mittag Vor Babnbof Freden 11 Wagen entgleist. Drei Reisende sind unerbrblich ver- iLHt, drei Wagen erbeblich beschädigt. Soweit bis jetzt ermittelt. ist die Entgleisung darch Bruch der binierrn Tenderacbse herbeigeführt worden. Das westliche Glxis iii Voraussichtlich bis morgen gesperrt; der Betrieb wird auf dem östlichen Gleis aufrecht erbalten.
Kreuznach, 25. Juli. .W.T. V.“ bericbiei: Unter großem An- drangs der BrvölkerunZund Fremden bat heute Mittag die E n tb ü l [ U n g des Von der Stadt reuznach als Denkmal iür den Fürsten Bismarck errichteten Monumental-Brunnens auf dem Korn- markte, der von jkßt ab .BiWarckr-laß" beißt, siaitgefunden. Bürger- meister Bemme brachte das Hock) auf Seine Majestät den Kaiser aus; Realfchul-Direkwr Dr. Webrmann hielt die Festrede, die mit einem Hoch auf den Fürsten Bismarck schloß. (Gesänge der vereinigten Gesangberrine verschönten die Feier. Das VLN Hugo Cauer berrübrende Denkmal zeigt die 2,30 ru hohe Fignr drs ckFürsten Bismarck in Uniform; auf den Stufen ch 3 1:11 hohen So els ist fißend die die Kaiserkrone Vertheidigende .Germania" dargestellt.
Amberg, 25. Juli. Bei einer Feuersbrunst, die gestern in dem Dorfe Freihölz wütbete, kamen, wie die „Amberger Volks-Ztg - meldet, vier Kinder in den Flammen um. '
Erlangen, 25. Juli. Die Cntbülluna des Denkmals für Kaiser Wilhelm 1.. eines Werk? des Bildhauers Schwabe in Nürnberg, fand beute Mittag bei prächtigem Wetter und an er- ordentlicb zahlreicher Betheiligun der Bevölkerung statt. Der or- Lßende des Denkmal-Cqmités, rofeffor Penzoldt hielt, wie „W_
. B.“ meldet, eine Rede, die das Andenken des verewiixten Kaisers feierte. Bürgermeister Dr. Klipyel übernahm das Denkma im Namen der Stadt und bob in seiner Ansprache hervor, daß dieses Denkmal das erste für Kaiser Wilbrm 1. auf bayerischem Boden sei. An die Ent- büUungsfeier schloß sich ein Festmahl an, bei welchem Profess: Penzoldt auf Seine ,Könizlicbe Hoheit den Prinz-Regenten Und Bürgermeister 131". Klippel auf Seine Majestät den Kaiser toastete, An Seine Majestät den Kaiser und an Seine Königliche Hoheit den Prinz-Regenten wurden Huldigunas-Telegramme abgesandt; auch an den Fürsten Bismarck wurde ein Begrüßungs-Telegramm gerichtet.
Schwerin, 26. Juli. Die Regierung bai, dem „W. T. B,“ zufolge, die Abhaltung dkr ardßen injernationalen Taubenschießen (ausbleitvende Tauben) im Ostseebad Heiligendamm für die Zukunft ver 0 en.
Prag, 26. Juli. Gestern Abend nach 10 Uhr fuhr der Zdißer Zug in der Station Radotin in den ilsener Personenzug hinein, wobei, soweit bis jetzt bekannt, 4 ersouen schwer, 9 [Lichter verith wurdkn. Drei Waggons Wurden zertrümmrrt.
Reichenberg i. Böhmen, 26. Juli. Anläßlich des hier ab- gehaltenen Kreisturnfrstes fand grstern Nachmittag bei schöneu: Wetter unter Beibeiligung der Reichenberger Stadtvertretung und von Abgeordneten drs Reiciysratbs und des Landtages sowie von Radfahrervereinen cin Festxng der eiWa 180 Turnvereins statt. Der. selbe bewegte fick) uyter stürmiscbrn Z::rufen der äußerst zablreich zusammengeströmten Bevölkerung durch die Hauptstraßen nach dem Festplaß. Im Laufe des Abends kam es, wie „W. T. B " meldet, durch die herausfordernd? Haltung balbwüchsiger Burschen zu einer Schlägerei, welcbe durch das Dazwischentreten des Bürgermeisters beendet wurde. Zebn Prrsonen, der Mehrzahl nach Lebriingr, sowie zwei Soldatrn wurden verhaftet.
London, 24. Juli. Nach einer bei Lloyd's ring? angenxn Meldung aus Dover ist dort dsr Posidamvfer aus stende mit leichten Beschädigungen eingelaufen. Derselbe bericht€t, er sei heute Nacht1§Ubr mit eirxem Fischerboot, wahrscheinlich einem _franzHsischen Fahrzeug, zuiammrngesioßen. Das Fischer- boot iSi sofort grsunksn und deffen Mannschasx Voraussichtlich er- trunken, denn der Dampfer babe wäbrcnd einiger Zeit Nach- forschTtFn auf drr Unglückssteüe angesteklt, 0511? jedoch einen Menschen zu en ? en.
Fourmies, 25. Juli. Ein aus Vaiencirnnés kommender, mit Koks beladener Güterzug nahm bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof in Fourmies Eine falsche Richtung und stürzte in eine fünf Meier tiefe Schlucht. Der Lokomotivführer und der Heizsr wurden schwrr vcr- wundet. Die Lokomoiive ist Vollständig zerbrochrn; bier Wagen find in die Schlucht gestürzt. _
Schaffhausen, 24. Juli. Das 51. eidgenössische Turn- fest wurde heute Nachmittag durch einen Festzug eröffnet, an dem etwa 5000 Personen mit 250 Bannern tbeilnabmen. Deutschland ist durch 41 Sektions-Abordnungen vertreten, und auch aus Oesterreich- Ungarn md zahlreiche Abordnungen erschienen. Die Stadtist prächtig
geschmü t.
Nack) Schluß der Redaktion eingegcmzxene Depeschen.
München, 26. Juli. (W. T. B.) Ihre Majestät die Kaiserin traf heute Vormittag 11 Uhr hier ein und wurde am Bahnhofs von Seiner Königlichen Hoheit dem Prin :Negenten, dem preußischen Gesandten Grafen von onts und dem Personal der preußischen Gesandtschaft empfangen. Am Bahnhofs hatte sick) eine zahlreiche Menschrn: menge eingefunden, welche die Kaiserin mit stürmischen Hock)- rufen begrüßte. Vom Bahnhofe begab Sich IhreMajestät mit dem Prinz:Negenten in offenem Wagen zur Besichtigung der internationalen Kunst-Ausstellung nach dem GlaSpaiast. Später folgte ein Besuch der Schack'scben (Galerie. Nachmittags 2 Uhr findet in der Königiichen Residenz zu Ehren der Kaiserin größere Tafel statt. Die Stadt ist festlich bcfkaggt.
(Fortseßung des Nichtamtlichen in dar Ersten und Zweiten Beilage.)
Wetterbericht vom 26. Juli,
8 Uhr Morgens.
; ! !
Stationen.
Bar. auf 0Gr. u. d. Meeressp red. in Millim
Wetter.
in " Celsius 50C. : 4“ R.
Temperatur
Belmullet. . 757 Aberdeen . . 750 Cbristiansund 752 Kopenhagen . 757 Stockholm . 759 Haparanda . 757 Coerueens-
town . . . 760 Cherbourg . 764
[der . . . . 7 59
vlt . . . . 757 Lamburg . . 760
winemünde 758 Neufabrwaffer 760 Memel . . . 759 Yaris . . . . 765 “arlsrube . . 764 764 766 763 760 . . . . 761 Breslau. . . 761 Ile d'Aix . . 768
iza . . . . 761 T ef . . . . . 760
wolkig
halb bed.
wolkig Regen
halb bsd.
beiter
halb bed. wolli?) ed.
halb
wolkenlos
wolkigl) Regen bedeckt beiter
wolkenlos wolkrnlos wolkenlos
Reen
“»WQWIxI-WLWWDW
].ZDUUst NRW 3
stillkwolkig 1) Gestern Abend schw. Gewitter und Regen.
wolkig Nebel
Uebersicht der Witterung.
Die Depression im Nordwesten, deren Zentrum
beute nördlich von Schottland liegt, hat sick) weiter ostwärts übsr Skandinavien auSgebreitet; hoher Luftdruck erstreckt fich Von der BiScayasee über Frank- reich nach dem Alpengebiet. Bei schwachen, an der Nordsee mäßigen südlichen Winden ist die Teams- ratur in Deutschland nabe normal bei Veränderlicher Bewölkung; im Nordwesten und Süden fanden Ge- witter stait; in Süddeutsckdland erreichte die Tem- peratur gestern vielfach 30 Grad. Deutsche Seewarte.
M Theater.
Kömgltrhe §chausptele. Dienstag: Neues Opern-Tbeater. 53. Vorsteüung. Qafallekia kununu. (Bauern-Gljre.) Oper in 1 Au - zug von ictro Mascagni. Text nur!; dem glei - namigen * olksstück von G. Ver?» In Scene esßßt Vom Ober-Regiffrur TY aff. Dirigent: apellmeister Wolfram. (Alfio: err Demuth, als Gast.) _ Vajazzi. (l'axljaoolz O er in 2 Akten und einem rolog. Musik und D chtung von R. LeoncavalLo, eutsch von Ludwig Hartmann. In Scene geseßt vom Ober-Regi eur Teßlaff. Dirigent: Musrkdirektor Steinmann. nfang 73 Uhr.
Mittwoch: 54. Vorstellun? Carmen. Oper in 4 Akten von Georges B zet. Text von Henry Meilbac und Ludovic Halévy, nach einer Novelle des Prosper Mérimée. Tam von Emil Graeb. (Escamillo: Herr Demuth, als Gast.) Anfang 711 Uhr.
Donnerstag: Margarethe. (Faust: Herr Ernst Kraus als Gast.) Anfang 7 Uhr. Freitag: Käufe! und Gretel. Die Puppenfee. Anfan xUbr. Sonnabend: Tannhäuser. (Tannhäuer: Herr Ernst Kraus, als Gast, Eiifabetb: Fräulein Wiborg, als letzte Gastrolle, Wolfram: Herr Demuth, als Gast.) Anfang 7 Uhr. Sonnta : Undine. (Kübleborn: Herr Demuth, als Gast.) nfang 711 Uhr.
Lessing - Theater. Dienstag: Gastspiel des Ferenczy-Enfembles. Die Geisha. oder: Eine japanische Theehausgeschiajte. Operette in ZAkten Von OwenHaU. Musik von Sidney Jones. Deutsch von C. ' . Roebr und Julius Freund.
Anfang 711 U :. Gastipiel des Ferenczy-Ensembles.
Mittwoch: Die Geisha.
Donnerstag: Gastspiel des Ferenczy-Ensembles. Die Geisha.
Nene; Theater. Schiffbauerdamm 4a-/ 5- Direktion: Sigmund Laufenburg. Dienstag: Bei ermäßigtln Preisen. Neu einstudiert: Der Stell- vertreter. Schwank in 3 Akten von BUSnach und G.Duval. Deutsch von Ma Schönau. Regie: Herrmann Werner. Anfang 711 hr.
Der Stell-
Miitwocb und folgende Tage: vertreter.
Theater des Weaens. (Kantstr. 12. Bahn- bof oologiscber Garten.) Opern-Vorstellung unter Dire ion von Heinrich Morwis. Dienstag: Die Nürnberger Puppe. Hierauf: OasaUerja rastieaua. Anfang[ 73 Uhr.
Mittwoch: Gastspie von Fanny Bertram- Moran-Oldeu. * vauo l'orto. (Am Unteren Hafen.)
Donnerstag: Der Freischütz.
Familien -_Nachrichten.
Geboren: Ein Sohn: Hrn.Hauvtmann Tris von Wachter (Worms). _ OrmHauptmann r rn von Wangenbeim (Altenburg). _ Hrn. upt- mann Von Stößel (Gießen). _ Hrn. Korvetten-
Gesiorben; Hr.
Kapitän Jacobsen (Berlin-Frirdenau). _ Hrn- Oberlebrer 1)1'. Seiler (Bielefeld). _ Erne Tochter: Hrn. Lieut. Grafen Kalnein (Berlin)- _ Hrn. Kammerjunkrr Heinrich von Heydebrand u. d. Lasa (Storchnest, Kreis Lissa i. P.).-Hrn. Landrath Alexander Von Keudell (Eschwege). Pfarrer Traugott Paul Eger ZNienstedt). _ Hrn. Wirklichen (Geheimen Rath
ebens Sohn Claus Paul (Charlottenburg). _ Hr. Oberlehrer Dr. Emil Schmidt (Groß-thhter- felde). _ Hr. Superintendent Theodor Hubnrr (Berlin). _ Hr. Geheimer Ober-Bauraxtb a. D- Herrmann ranz (Berlin). _ Fr. Rtitérguts- wächter Elie Jungfer, geb. Eckert (Profen)- “ Der Großbetz. sächfi1che (Geheime Rath Hr. ])k- Wilhelm Burckhard (Weimar).
Es sind mir aus Anlaß des inscbeidens meines lieben Mannes so zahlrei e Beweise der herzlichsten Tbeilnabme geworden, 7323 es mir unmöglich ist, jedem Einzelnen dafur zu danken. ,
Jeb bitte daher, auf diesem Wege meinen aufrichtigsten, tief empfundenen Dank aus- sprechen zu dürfen.
00: Frau bon Usedom.
Y
Verantwortlicher Redakteur: Siemenrotb in Ber lin.
Verlag der Expedition (IV.: Koye) in Berlin- Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlass“
Anstalt Berlin IN., Wilbelmiiraße Nr. 32-
Sechs Beilagen
(Einschließlitb Börsen-Beilaze). (13366
Erste Beilage
zum Deutschen Reichs-Llnzeiger und Königlich Preußischen Staats-Llnzeigcr.
M 173.
Berlin, Montag, den 26.Iu1i
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Bemrrkungen.
24. Juli. Stow: keiue Zufuhr. '
Dir: rrriauste Meuge wird an? 13011: Dopprlzrniner 7,1172 der Vérkanswchb aui 11611: Mark 0bg6rur.dei mitgribeilx. “Orr Durch-
sch-;:irrspreis wird aus DSU umbgerundeien Zablrn berecixsixi.
Ein lirgendrr Strich (_) in den Spalisn für Prcise 5-32 die BZdeuiung, 5077. drr brTreffexds Preis nicht vorgekommrn ist; ein PMT! ( . ) in den le'Zrcn séchs Spaltsn, daf; rn1s1érrchender Vericlxt febli.
Preußischer Landtag. Haus der Abgeordnctcn.
103. Sißung vom 24. Juli 1897.
Der Sißung wohnen der Vize:Préisident des Staats: Ministeriums, Finanz:Minist€r ])1'. von Miquel, der Justiz- Minister Schönstedt und der Minister des Innern Freiherr von der Recke bei.
In dritter Lesung genehmigt das HAUS zunächst den GoixYntwurf, betreffend die Verpflichtung der Gemeinden in
21! rovinzen Heffen-Nassau und Schlesien zur Bullenbaltung,
und geht dann zur Berathung des von dem Herrenbausc in abgeänderter Faffung urückgelangten Geseßentwurfs zur Ergänzung und Qibänderung von Bestimmungen uber Versammlungen und Vereine iiber.
In der Generaldiskussion nimmt zunächst das Wort
Minister des Innern Freiherr von der Recke:
Meine Herren! Das Herrenhaus hat es für richtig gehalten, dem ihm aus diesem hoben Hause zugekommenen Gefcßentrvurf nicht WW zuzustimmen, sondern ibn durch einige Vorschriften zu erweitern, WÜÖL dazu bestimmt find, dem Staat größere Machtbefugniffe ISIN! die Ausschreitungen der Sozialdemokraten, der Anarchisten Und auch gewisser antinationaler Bestrebungen zu geben. Darin lediglich unterscheidet sich der aus dem Herrenhause jrßt zurück- gkkowmene, heute zur Beschlußfassung vorliegende Geseßentwurf von den früheren Beschlüffen dieses hoben Hauses. Die Königliche
taatSregierung hat nach reiflicher Erwägung geglaubt, diesem Geseiöéntwurf in 'der Fassung des Herrenhauses zustimmen 3" folien und zugesagt, denselben hier zur Annahmr zu empfehlen, Indem ich Sie, meine Herren, daher dringend
bitte, der Faffnxg dés Herrenhausks zuzustimmen, beabsichtige ich, mit einigen Strichen bier auszuführen, welches die Erwägungen find, welche die Königliche Staatsre'girrung bei diesrr Entschließung geleitet haben.
Meine Herren, die Königliche StaatSrrgicrung muß nach wie vor mii aller Brstimmtbeit behaupten, daß ein dringendes Be- dürfniß besteht zur Vermehrung der staatlichen MachtbLfUJ- nisse auf dem Gebiete des Vereins- une VersammlungSwesens, insbesondere zur befferen Abnoebr der sozialdemokratischen Bestrebungen. Dieses Bedürfnis; ist namentlich seit Aufhebung des Sozialistengeseßes in immer steigendem Maße hervorgetreten. Wer mit offenen Augen und Ohren die Vorgänge in sozialdemokratifchen Vereinen und Versankmlungcn bcobachtrt, der kann, wenn er ehrlich ist, sich der Uebcrzeugung nicht Verschließen, in wie hohem Maße es zur Verwirrung des Bewußtseins des gut- grfinntrn Theiles der Bevölkerung beitragsn muß, wenn derartige Bestrebungen, die offensichtlich auf die Untergrabung der Staats- und Gesellsckpaftsordnung abzielen, einfach geduldet werden müssen, rveil es an der gesetzliäpen Handhabe fcblt, ibnen entgegenzutrcten. (Sehr richtig! rechts.)
Meine Herren, die Bestimmungen in der jeßigen Faffung werden Wenigstens schon das Eine, und zwar sehr Wesentliche, herbeiführen, daß mit dem Augenblicke der gesetzlichen Kennzeichnung dieser sozial- demokratiscben Bestrebungen als unerlaubter und verwerflicher ein großer Theil der Bevölkerung sich Von diesen Bestrebungen zurück- ziehen wird. (Sehr richtig! rechts. Große Heiterkeit links und im Zentrum. Wiederholtes Sebr richtig! rechts.)
Meine Herren, es wird sich hier genau derselbe Vorgang wiederholen, der nach Erlaß des Sozialistengesetzes eintrat, daß
1897.
nämlich eine Scheidung stattfand zwischen den zielbWußten Sozialdemokratkn und dem zroßrn andsrrn Tbei! der Bevölke- rung, der, um mixh povuiär aquudrücksr, sei es aus Sport, sei es aus anderen Gründen, diese sozialdemokratischen Sachen einfach mitmachte. (Sehr richtig! rechts.) Meine Herren, wir be- dürfsn aber _ ich will aus dem großen Schuß der Argumente nur einige bervorbeben _ insbesondere auch verschärfter Macbtbesugniffe auf diesem Gebiet, um zu Verbindern, daß die sozialdemokratischen Bestrebungen immer mehr auf die ländliche Brvölkerung übergreifen. Bisher find es ja die Städte, in welchen diese Bestrebungen besonders wachsen und gedeihen; aber es Läßt sich nicht leuznen, daß die sozial- demokratiscben Führer schon seit längerer Zeit darauf ausgeben, dieses (Gift auch ans die ländliche Bevölkerung zu übertragen. Rock) in den aÜerleßten Tagsn find große Striche drr Monarchie mit Flugblättern vsllständig Übersckywrmmt worden, wclche? darauf abzielten, die ländliche Bevölkrrung in die Neße der Sozialdemokratie zu bringen, und es vergeht kaum rin Tag, ww Richt besondere sozial- demokraiische Agitationsiouren auf das Land zu diesem Zweck drr- anstaltet werden. Ich meine desWegen, daß nicht nur die Abgeordneten der industriellen Kreise, sondern gcradr dirjenigen der ländlichen Kreise es sich skbr sorgfältig überlegen „10111871, ob fir dir Vrrantwortung dafür übernehmen können, der Königlichen Staatsregierung die- jenigen Mackytbrfngniffe 311 brrwrigcrn, derxn disselbc zu bedürfen glaabt, um gsradr mit größerer Festigkeit den sozialdcmokratiscben Bestrebungrn, soweit sie aaf dix läwdlich Bebölkerring abzielen, rntgegenzutrrisn. (Sebr richtig! rrchtI.)
Mrine Herrrn, ganz besondrrs find es auch hohe militärische Jnicreffrn, die es der Königlichen Staatsregirrung rrwünscht erschéinen [affsm auf dirsem Gebisr die erforderlichen Machtbefugniffe zu 52- kommen. Wir können ja, Gott ski Dank, sagen, daß dank drr eissrnen, vortrefflickpen DiZziplin in unserem Heere das stehende err noch ganz frei ist von sozialdemokratischen Elementrn, und wir hegen auch die Zuwerficht, daß die Reskrbisten und Landwcbrmänner cingedenk ihres Eides sich der Verlockungrn drr sozialdemokratischrn Partei, wiSbisbér, so mich in Zukunft, werden Erwebrén könnén. Abrr, meine Herrén, das dürfen. wir uns doch nicht vrrbrblsn, daß das Liebeswerbrn der Soziald-emokraiié um das Hrcr, insbesondrre um die RSsLkVistLn und Landwebrmänner tagtäglich stärkér. wird (sebr richtig! rechts) und die Königliche Staatsrsgicrung muß es als Eine ihrer rrnsiésten Aufgaben brtrachtrn, die Rrserbisirn und Landwrhrmännkr dadurch, daß man dirsrn Hchreien in soziaidrmokratischrn Versammlungén und Vcrrinsn rntgsgrritriil, in der Aijrhr gegen dic? Verlockungen der Sozial- demokratie zu uniérstützen. (Sehr richtig! rechts.)
Mrine Herren, unterschätzen Si? diese Geiabr nicht, Und ver. grgrnwärtigen Sie sich insbssondere, daß die gewaliigen Formationen, welch? wir im Falle Lines Krirgrs aufstrUrn müffen, zum großen Tbril aus Rrsrrbistrn und Landstrmännern zusammengeseßt sind. Sowi? 0er die: sozialdrmvkratischn Fährrr mrrken, daß drr Staat auf das .Hrér nicht mrbr mii volTster Sichcrbrit rschnrn kann, ist der Anfang wm Ende? grkomrnen; darm habari wir drm Siég der Sozial- derrwkraiic. (Sehr richtig! rechts.)
Das Märchen von der Umbildung drr Sozialdemokrajie zu Liner erormpartei zu glaubrn, wrrdc'n Sie der Königlichn Staatsrsgirrung iiicht znmutben onen. (Skbr ricbtig! rrcbis.) Nach ihrer Auf- .faffung ist dir sozialdemokratisch Parisi Eine rebolutionärs im rvabren Sinne des Worts, wrnn fie fich aucb manch- mal aus Utilifäisgründen Cin barmlosrs Z).)iäntelchen um- bängt; sie ist das, was sie war, und sic wird bleiben, was fie ist _ wie brkannilich ein sozialdemokratischrr Nednxr ganz offru aus- grsörockyrn hat, nämlich diejenige Parisi, 'die bri der Ersten brsten G.“- legrnbcit bersrichrn wird, die staatliche und dir GeseÜséhaftSordnung umzustürzcn; fie wird rms vrrnichten, wrnn wir iiyr nicht zubor- kommen.
Virinr Herrrn, wir sind natürlich nicht so naiv, zu glauben, daß
wir in diesen polizeilichn Mitteln ein Radikalmiitrl gefundén hätten 999811 die sozialdcmokraiisckyen Ausschreitungkn. (Hört! bört! links.) Die Königliche Staatsregierung ist sich sehr wohl bewußt, daß der Schwerpunkt der Abwebrmaßregeln auf positivem Grbirie, und zwar auf rrligiösem und sozialem Grbiétr, liegén muß, fie wird auch nicht innehalten mit den Versuchkn, auf diesem Wege drr Sozial- demokratie brizukourmen. (Bravi)! rechts.) 7“ Meine Herren, soiite mm diesem dringendién, bon aÜen Seiten anerkannten Bedürfniß gegenüber die Königliche Staatsrrgicrung sich gegen die Vom H€rrenbause beschlossene Faffung lediglich aus drm Grande abwehrend vsrbalten, weil das Herrsnbaus auf rinrm andcrrrr WEZ? glaubt, dasselbe Zikl erreichen zu könnrn wie die Königlickye Staatsregierung? Nein, meine Herren, das konnte sie nicht, und das durfte sie nicht!
Die Königliche Staatsregierung Hat nis verbehlt, daß es ihr am erwünschicsten ngLsLn wäre, diese Angelegenbrit auf drm Wege der Rrich§geseygebung zu rrgelu, und WEnn fie daza nicht über- gkgangsn ist, so ist das lediglich aus drm Grunde geschehen, weil fie, wie schon oft hervorgsbobcn worden ist, sich zur Zeit daddn einen Erfolg nicht vsrsprechcn konnte. Auf drr andern Seite onie fie aber die Ierantwortung nicht übernehmrn, nicht Wenigstens dasjsnige zu ibun, was auf dem Wege der Landesgeseßgebung sich als möglich
HerausstLUtc. Die Königliche Staatsregierung bat auch nie verhehlt, daß sis es vorgrzogen Hätte, den Weg der Sondergeseßgebung zu der- meiden, und kann auch nicht zugeben, daß der von ihr eingeschlagene Weg ungangbar gewesen wäre. Aber fie hat ebenso oft hier deutlich ausgesprochen, daß fie mit ihrem Geseßentwurf nur diejenigen Be- strebungen und Ausschreitungen treffen wollte, welche der Gefes- entwurf in der Fasiung des Herrenhauses jeßt ausdrücklich kennzeichnet. Wenn daher nun in dixser Fassung einige Bestimmungen des Gefes- entwuris den Charakter von Sonderbestimmungen angenommen haben, so muß die Königliche Staatsregierung nach ihrer bisherigen Haltung dies zwar bedauern; sie hält aber die hieraus hergeleiteten Bedenken nicht für so durchschlag€nd, um sich diesem ganzen Gesetzentwurf
gégenübér ablehnend Verbalien zu sollen.