Die Verletzung des Vetriebsleiters einer Steinkohlenzeche, der bei Gelegenheit der von den Mitgliedern _eines Vereins technischer Grubenbeamter vorgenommenen Bestchtigung einer VersuchSstrecke bei den hierher an estellten Versuchen mit Sprengstoffen infolge einer Kohlentaub- Entzündung einen Unfall erlnten hatte, ist als Betriebsunfall auf Grund der Annahms anerkannt worden, daß die Theiltxahme des Klägers an “enen Versuchen in erster Linie Betmebszwecken diente, nämlicb durch das Bestreben veranlaßt war,_Belebrun darüber zu erhalten, welcher Sprengstoff von ihm 1r1 Zutun auf den ihm unterstehenden Kohlenmerkc anzuwrnden set. (1626)
Der Entschädigungsanspruch eines Bergarbeiters, der ver: spätet auf der Zeche zur Nachtschicht erschienen, _ aber Oeffen- ungeachtet, obwohl ihm die Kontrolmarks und d1c_ Uebergabe der Sicherheitslampe verweigert worden war, eigenmachtzg eingefahren war und hierbci einen Unfall erlitten hatte, 111 zurückgewiesen worden. (1627) _ _
Dem Verbot der Benußung gewiffer bergbaulichxr Betriebs- einrichtun en (Fördertrumme u. s. 119.) durch 1316 fahrende Mannscha?t wohnt nur dann eine brn Betneb abgrenzende und demgemäß dic Entschädigungsßpsltcht ber Knappschafts- Berufsgenoffenschaft gegebenenfalls ausschließende erkung bei, wenn seitens drr Grubcnverwaltunq aUSreicbenkZ dafür gesorgt ist, daß das Bestehen des Verbots äußerlich erkennbar in die Erscheinung tritt, und die Be- theiligten sich seiner dauernd bewußt bleiben. (1628)
__Ferncr sind folgende Bescheide und Beschlüsse mit- et eilt: g Das Verfahren nach F 59 Absaß 4 des Unfallver- sicherungSgeseßes (§ 64 lbsaß 4 des landwirthscbaftlichen UnfallverficherungSgeseß-es) tritt nur ausbilfsweise und zwar dann ein, wenn der Brtrieb, _in dem der Unfall vor- ekommen ist, einer Berungenosyemchaft nicbt angehört; es ann dagegen nicht zur Anwendung kommen, werm nur streitig ist", ob der Unfall stcb bei einem zweifellos einer Genossenschaft angehörenden Betriebe ereignet hat. (1629)
Oeffentliche und private Wohltbätigkeits- (Siechen-, Blinden:) Anstalten, in denen die Zöglinge wesentlich nur ans humanitären Nückfichten beschäftigt wsrden, können selbst dann, wenn die von ihnen hergestelitcn Waaren veräußert werden, nicbt als „gewerbömäßige“, d. h. auf Erzielung von (stmn gxrichtcte Bexriebe im Sinne des § 1 ALWAYS des UnfaUverncherungsgeirßcs angesehen werden. (1 .
Eine Glimmerwaarenfabrik, in der hauptsächlich Gegenstände aus MetaU und (811111er für Beleuchtungszwccke hergestelLt werden, ist genxäß § 37 Abs. 4 526 Unfallvers1che: rungsgeseßes der Norddeut1chen Edel: und Unedelmetallindnstrie- Berufsgenoffenschaft überwiesen worden, da die mittels Tampf- kraft stattfindende B2: und Verarbeitung von Metallen cinen hervorsteckzenden Bcstandtheil des Bstrbbes bildete. (1631)
Die W die_ Fabrikaxion von Kinder-Musik- instrUmcnten (Kmderklavrcre, Metallophone u. s. rv.) gerichteten Betriebe find_nichx bei der Bcrungcnoffenschast der MufikinstrumenienZanuitrie, (ondern bei__der]€ni en Berufs- genqffenschYt zu beriicbcrn, zu welcher 116 na dem osr- arbettcfen Zatcrial gcbören. (1632)
Aus dem Gebirj dcr Invaliditäts- Und Alters: versicherung ist ein NUndschreibcn an die Vorstände der Invaliditäts- und Altersversicherungsanßalten und der zuge- laffenen Kaffencinrichtusgcn vom 12. Jul'11897, betreffcnd das Ergebnis; der Vertheilung der während des Jahres 1896 gezahlten Renten und Beitrags:?rstattungen, mitgetheilt. Ferner smd folgende Rcviiions-Entschei- dungen. veröffentlicht: __
Die Schiffsbesaßung ausländ11chcr Scescbiffe, die fich 'm deutscheU Häfen Und Gswäffern anhalien, unter: steht nicht der Versicherung nach dem Invaliditäts: und Alter?:- versicberungsgcscxz. Dagegen erstreckt ftch_d_ie Verficberung auf die nicht zur Schiffsbesyßung 1olcher Schiffe gehörenden Per- sonen. Llusgenommsn iind 11111: die Personen auf einem Urner der Flagge eines fremden Souvyräns fahrenden Scrschiffe und auf cinem fremden _Kcierschiffe. (587)
Diejenige durch Krankheit gedcckte Kalenderwoche, in welche der Eintritt der Invalidität fäUt, kann als Krank- heitswocbc im Sinne des § 17 Abs. 2 des vaalid'näts:
11711: Y[tersvcrsichernngsgsseßrs R1cht angerechnet werden.
(588) _
DZT- Énticheidrmgcn dcr Vcrwa1t1111g§bebördcn nach § 122 des Inva1ibitäts: Und Altersver11che- rungSgeseZes 131611611 nur ber ngrlUng der 1111112116911 Ver- sicherung, und, wenn fte darubrr 51116115 (nzch fUr dcn Renten- anspruch 111111111611 maßgeblich 113111211, als b1€1cr2111111r11ch von dsr Beitragsentrichmg mit abhängtg 111, 161131111111 11311211 dbck) an s1ch cine weitcrc, die Sprucbbrhbrdcrr em1chrankcnde Wirkurig nicht z11. Wie 13126 das Re1ch§-V€r11cherungSamt_ bere_1ts hm: sichtlich drr BOUrtbeixung dcr vorgxyeßwckxn Tbat1gk_eit chs Rentenbewerbcrs cnt1chieden bat,_ 10__1_nuß rs aach 111 VCM auf bis Frage gelten, ob jemand 1111 3111119 dcs BUUÖSSMTHS- befchluffss vom 27. November 1890/22; Dszembrr_1891_ zu den Personen geböri, welche bcruismaßtg Lobnarchcn uber- Haupt nicht verrichten. (589) _ _ _ _
EsistaUgänngx, cine m1_t ErworbSunsähigkert V?x- bundsne Krankheit als fengeytsßr arzunebmcn, LMULCÉJLLT des Fehlens objektiver Mcrkmale fur 21116 besttmmie Art der Erkrankung. (590) _ _ _ __ _
Das Ncch1Sm1ttel dcr Bkrusung, WW es W J 71 d_e_s
Invaliditäts- und Altersver11chcrungsgeseßcs chrgesehrn 111, seßt 2111811 Bescheid dcs Vorftandes derVeYtchcrun_gs: anstalt voraus, wclcher als Eniscbeidung emer S_pruchbehordc erster Instanz bestimmt 111, formales Recht zu schaften. In dem Verfahren nach Z 84 (1. a. T smd dic 111118an Vcr- waltungsbehörden nicht berufen, Unter Yb_mägung__der beiderstits beigebrachxen BeweiSmittel einen an stcb zuläsirgcn neuen Antrag sachlich zu vrüfcn, vickmebr haben 118 nur dann, wemi cin erst vor kurzer Zeit rechtskräftig abgewicscnes Gcsucb in äußerlich unzulänglicher Weise, nämlich obne eine Be- sch61711gung, m?.cdarbolt wird, durch einen Vorbescheid den bß theiligten AststcUen die nußlose Arbeit cines abermaligen förmlichen Nrntenverfabrens zu ersparén. 1591.)
Weiter enthält die Nummer 11011) folgende Bescheide und Beschlüsse:
Nur volle Kalenderwochon sind 016220 ck en mi litärisch'e r Dienstleistung anzurechnen. Militärische Dienstleistun, en, die 111 eine nach Eintritt der Invalidität liegende Zeit fa en, sind ebem'o 11112 Krankheitswochen nach Eintritt der ( noalidität oder Bciträgs für derarLig-x Zeitea für die Rentenvcrtheilung ohne Werth. (592) _ _
Die Anfechtung einer nach dem SxßungsProtokc-Ue uber
die mündliche Verhandlung vor dern Schiedsgericht erklärten Zurücknahme der Berufung tft an |:!) zylasfig und kann darauf eftüAU werden, daß der Vor ang uur1cht1Feuchyndet “sei ( 3980 s. 2 der Zivilprozeßor nung). Dre _ tschetdzmg darü er, ob die urücknahme in der Thax nicht_ in verbmb- licher Weise erfo gt sei, gebührt dem S iedsgertcht; auch tft darüb)er im geordneten Verfahren zur ache zu verhandeln. (593.
In dem nichtamtlichen Theile ist mitgetheilt, daß der Königlich preußische Minister der öffentlichen Arbeiten unter Hinweis auf das an die Vorstände der gewerblichen und _land- wirthschaftlichen Verungenoffenschaften und der Invalidttäts- und AlterSverficherungMnftalten erlassene Rundschrexben des Reichs-Verficherungsamts, betreffend das Zusammenw1rken der Einrichtungen des Vaterländischen Frauenvereins mit den Organen der Arbeiterversicherung, vom 29. Mai 1897 die zu- ftändigcn Behörden ersucht habe, etwaigen seitens der Verbärxde, Zweiq- oder Hilfsvereine des Vaterländischen Frauenverems im Sinne jenesRundschreibens hervortretenden _ünschen und Vorschlägen, soweit dabei die staatliche Unfallverftcherung und die Interessen der für die staatlichen Betriebe errichteten Betriebs: und Bau-Krankenkasscn betheiligt seien, auch ihrer- seits thunlichst entgegenzukommen. Ferner ist ein Gutachten des Professyrs 131". Kast in Breslau, betreffend einen durch starke Anstren ung desHerzens verursachtenTodes- fall, veröffentlicßt.
_Der am hiefigen Allerhöchsten Hofe beglaubigte KaiserliY russrsche Botschafter Graf von der Osten-Sacken hat fi nach St. PetersburZ begeben. Für die Dauer seiner Ab- w enbeit fungiert er Botschafts:Rath Graf Pahlen als Geschäftsträger.
Der hiesige Königlich württembergische Gesandte Freiherr von Varnbuler hat Berlin mit Urlaub verlassen.
Der Bevollmächtigte zum Bundesratb, Großherzoglich sächfische Wirkliche Geheime R_ath 131. von Heerwart ist mit Urlaub von Berlin abgerciit.
Wilhelmshaven, 3211191171. Die 3. Division des 11. Geschwaders ist beuje Vormittag unter dem Kontre- Adm1ral Zoffmann formiert worden, welcher seine Flagge auf dem - anzerschiff „ Hildebrand“ hißte.
Baden.
Der „Karlsruher Zeitung“ zufoke hat Seine Königliche Hoheit der Großherzog an den JHeneral der Infanterie, Freiherrn Röder von Diersburg, den Präfidenten des 18. AbgeordneteUta es des Badischen Militärvereins, welcher am 31. 13. . in Wertheim zugleich mit dem Krieger- feftc des Taubergaus und der Enthüllung des Denkmals für den Kaiser Wilhelm ]. abgehalten wurde, das nachstehende Schreiben gertchtet:
Lisber General der Jnfanteris FrCiberr Röder Von Diersburg z. Z. Wertheim a. M.
Wie gerne würde ich zum 1. August nach Weribeim kommen, um micb an dem 18. Abgeordnetsnkage dss Badischen Militärvereins- Verbandes zu betbeiligen. Ich betrachte es als eine ernste Prüfung, fern von Ihnen bleiben zu müffen, und fühle daher um so mehr das Bkdürfniß, dsn Tbkilnebmern an dem_ Abgeordnetentage einen Gruß aus treusm Herzxn zu senden. Ich 6111161)? Sie, (111611 Vertretern der Landesvereine Folgkndks auszusprecbsn:
Von Herzen dank? 115 für die vielen Bejbäti ungen der Liebe, die Sie mir im Vergangenen Fabre so reichlich b? undes baben. Ich wiederhole dieskn Dank um so [iiber, (116 ich an solchen Kurirgkbungen treuer Gefinnung stets Erkennen konnte, das; dieselben auf der un- erschü1ter1ich€n Grundlage dcs geschworenen Fabneyeibes beruben. - Dieir Grundlage erk€nnen wir (1116 in ibrem wahren Werthe, da wir die Schule drs strcs als ein Bildungs- und Er- ziebangsmittel kennxn gelsrnt babsn, das uns bxfäbigt, die Aufgabrn des bür Erlichen L€b€n§ mit der Hingrbung tr€11cr SelbstVSrleugnung zu erfa) en, wclche jede Arbeit mit Erfolgkrönt. Mit Treue und Muth erlangen wir die Kraft zur Bekämpfung so mancher Versuch€, bie Ordnung des Staats, _den Skgen der Familie zu zerstören. Solcher Kampf muß zum neden führen, 6an er bat als ehrenvolles Ziel die bequ bon Re 1 u_nd Schubert.
Jn solcher esinnung bewahrt sich auch der W168, für Hximatb- land und Reich mit ganzsr Treue einzutreten. Nicht nur, wenn der Ruf .Zu den WQTM!“ Orschaüt, sc-nderr; aucb, wcnn Es gilt, patrio- Tiscben Geiß zu 1861111211, muß der Treur Bürger daf_ür qustebxn wiffen. Dis Jmtersffsn des Rricbs und dss Landes durfen w1r uns nie im Gegensatz denkén; wo es JUK, das Ansehen kes_R-sichs in der W;“[t zu stärken, muß das Land daküc ein11eben zum ergenen Schuß. Halteri Sie Alle fest an dieser Püicht dEr Eimgsng, welche (1118 Tren- nnngsvxrsucbe ausjcblisßt. _ _ __
Ich vertraue aucb fortan aaf Jbre 611711)th Gkünr-ung, die «xe im Kriese und bisher auch im Frieden bxwabrtkn und womit Ste Sick) stets als tkSUL Kréegxr betbatigsn wcrden. _
Brin “311 Sie die]? mxixie woblgsméfiükn Mahnungen 111 Ihre beimatbli €l'1 Krrise und Verbreiten “Si? in danelbrn den (_Hetst parxiotischsr .Hing-Zbung, der Unserem Heimatblande Ssgen und Fr1eden bereitkt!
Ibr stets woblgeneigtcr Friedrich.
Oesterreich:ngarn.
Tas ungarische Unterhaus erledigte g€11€M_ die Spezialberatbung der Vorlage, betrefferrd d1e Zuckerpram1en, und nahm die von dem Finanz-Minnter vorgeschlagenen Ab- änderungen an.
Großbritannien und Irland.
Im Oberbause erklärte Lstem der Premier: Minister Marquis von Salisbury, PZ zur Ents_chuldigung der Ver- zögerungen bei den griechisch-turkischen FriedeUSverbandlungen vielerlei anzuführen sei. Wenn es fix!) nur um cm Arrayge- ment zwischen dem Sieger und dem Bens ten hanpelte, so wurde ein solches wahrscheiulicb schon hkrgetrllt sern. Da aber das von der Türkei eroberte Gebirt Ertechenlaxxy dur? em internationales Abkommen zugewiesen worden 161, so atten
auch andere Mächte außer Griechenland 1_nitzu1prcchen._ Es handle sicb darum, die N1chtrüchgabr Thessaltens an d1e_Turke1 mit dem Rechte des Sultans ausStchersteUuyg gegen Einfallc in Einklang zu bringen. Er glaube,_ es set jezt dahm_ge- kommen, daß der Sultan einaewiütgt babe, d1e strateg1sche
Linie anzumhmcn und Thessalien an Griechenxanb zurückzugeben; es bleibe nur noch bas Recht_ _der Turket auf eine Enis ädigung;_ die Zahlung dieser Entschadtgung durch
Griechenland ei mit melen Schwierigkeiten verknupft. Dre
türkische Regierung habe vorgeschlagen daß strategische Punkte beseßtÖehalZen werden sollten, bis dke Enlkcb" ' ung gezahlt sei. konne noch nicht sagen, wie die Ent cheidung der Mächte ausfallen werde, denn die Sache sei gewissermaßen noch Gegenstand einer Kontroverse. Dazu komme die schwierige Frage der deutschen Bondsinhaber. Er glaube nicht, daß Europa die internationale Pflicht obliege, für Be ahlung der deuts en“ Bondsinhaber Sorge zu tragen; aber 6 W111 die deuts en Bondsinhaber nicht bezahlt seien, werde der edit Griechen- la_nds au_f dem europäischen Markt ein äußerst geringer sein. Eme _Kyntrols der griechischen Einnahmequellen werde un- verxnetdltch sein, falls Geld zur Befriedigun gerechter An- spruchs an Grtechenlarxd zu beschaffen sei. Die terbandlungen it) dteser Rtchtung fUrn noch nicht weit vorgeschritten und konnten noch Ursache_e1ner bedeutenden Verzögerung sein, er Zlaube aber, daß em befriedigendes Ergebniß in Aussicht
ehe. Was Kreta betreffe, so_hätten die Mächte allgemein das Gefuhl, _daß_es_ nußlos set, definitive Arrangements zu treffen, 515 du: w1chtrgere_ Frage des Friedenssch1usses zwischen Griechenland und der Turkei gere elt sei.
Im Unterhause richtete SU“ Edward Gourlet) die Anfrage an die ngierung: ob die Kündigung des Handels- vertrags mit dem druischen Zbllverein England in den Stand seße, auch den;enigen_ Schiffen Zölle aufzulegen, die, in England grbau_t, melfack) an deutsche Rheder verkauft und onfre1 m englisch2n Häfen zu klaffen würden. Der Erste Lord des Schaßamts Bal our erwiderte: dre Regzerung habe Deutschland den Wunsch angedeutet, wegen 371an neuen Handel_SUertrags zu unterbandeln. So [(_mge 1316 Vexhandlyngerr mcht beendet seien, sei es verfrüht, eme Anstcht uber dte Wirkyng auszusprechen, welche das Ab- laufen des Vertrags auf dte ÉöUe Haben könne. Der Parla- ments-Sekretar des Aeußern urzon erklärte: das britische Prgtektorat übcr die Insel Palmyra sei schon im Mai 1889 erklart_ worden_. _Die Beseßung werde aufrecht erhalten werden. Es ware unnotkng gewesen, den Mächten oder Hawaii hiervon Mtjtheilung zu machen.
Frankreich.
_ Der Präsident Faure ist gestrrn von Valence in Orange
emgetroffen. Abends wurde daselbst ihm zu Ehren in dem a_ntiken Theater von Mitgliedern der (301116616 fraans eme roße Vorstellung _gegeben. Der Präfident wurde von den Zuf auern, dcren Zak) 10 000 überstieg, lebhaft begrüßt.
Rußland.
_Zur Begrüßung Ihrer Majestäten des Deutschen Ka1s9rs und der Deutschen Kaiserin werden, wie „W, T. B.“ meldet, Abordnungen der deutschen Kolonien in Riga, Revox, MoskaU, Warschau und Odessa in St. Vorers- burg eintrcffen.
Italien.
Die „Agen ia Stefani“ veröffentlichk einen Bericht, welchen die über ebcnden Offiziere der Expedition Bottcgo an die italienische Geographische Gesellschaft erstattet haben. Hiernach ist die Expedition am 22. FLbruar 1895 von Sancurar aufgcbrocben, [)at Vollamo berührt, den Pogadesee besucht und ist am 1311111 1896 nach Omv gekommen. Infolge der fortwäh- renden Kämpfe mit kriegerischen Stämmen mußte die Expe- dition die Monats Juli und August 1896 am Rudolf-See zu- bringsn. Zu dieser Zeit verließ 1)r. Sacchi die Expedition unter Mitnahme der bedeutrndcn mineralogischen und zoolo- gischen Sammlungen, um sich nach 91:91) zu begeben. Die Expedition erreichte dann das äthiopische Hochplateau, machte in Sajo Halt und richtete ein Schreiben an den Ggllahäupt- ling DegiaMacc. Infolge der freundlichen Verstcherungen dieses Häuptlings rückte die Expedition weiter vor und kam am 16. März 1897 in der Nähe von Gabo an. _ Troß syiper freundlichen Betheuerungen_ ließ der äupxling _me Expedttron von seinen Soldaten um_z1ngcln_. _m _nch emen Weg zu bahnen, mußte die Expednion fick) m em _(Hefecht emlaffen, bei welchem sis 60 von ihren 86 Mttgl1edern verlor, darunter Kapitän Bottcgo. Die Ueberlebendcn wurden ge- fangen gsnommen und mußtrn vielerlei Leidkn erdulden. Am 6. Juni 1897 wnrden die Uebcrlebenden auf Bcthl bes Negus naKSchoa geschickt, wo ste am 22. 311111 emtrasen und dem „ ajor Nerazzini übergebm wurden._ Dte Dokumente der Expedition sind gerettet worden, nur dte Sammlungen, welcbe Sacchi anvertrant worden ware_n, smd verloren gaangen; Sacchi scheint bei einem Strctfzuge am Ambara geßallen zu sein. _ _
Die „Tribuna“ berichtet uber e_1_11e langs Unterredung mit ULM GeneralBaratieri _bstresfs der G_ch_1acht ber Adua, in we1cher dieser a_us_g_efuh_rt h_abe, dag nch damals (1116 anwesenden Generale eimnmmtg fur den Angriff gasgr- sprocben hätten, während dre ga_nze Verantwqrtlichkeit fur (_)1e Sch1acht auf ihn allein _zuryckg€_fal_12n set. Anderersetts seien die Berichte über 516 1chm1er1ge Lage des Heeres Menclik's durchaus zutreffend gewesen, und wenn_ man m_1t dem An riff noch zw;'1 Tage gewartet bä_tte, so wurden d1e italienis en Truppen einen glänzenden Sw? errungen haben. Der General Baratieri habs seine_2leu erungrn mit _der Erklärung geschloffen, daß er im_Begr1ff stehe, em_ Werk aber diese Vorgänge herauszugeben, 1nwe1chcm cr mcmand an: greifen, aber auch niemand 1chonen werde.
Spanien.
11 01 e neuerdin s erlaffem'r Verfügun en binsi tlicb der LebeJangittelsteuegr haben, wie „W. TZI.“ _aus adrid meldet, die Gewerbetreibenden und Kaufleute innerhalb ber Bannmeilc von Madrid ihre_ Geschaffe geschlo_ffen. Emtge Versuche, Unruhe zu stiften, 181611 sofort unterdruckt und Vor- sichtsmaßrcgeln gcgen etwaige Wtederholungen getroffen worden.
Portugal.
Aus Lissabon wird der „Agence Harms“ bxrichtet, daß die Mc-ldungen 1":er cine unruhige Bewegung _1n Portugal jeder Be ründung entbehrtcn. Allerdings habe dre Regierung einige orfichtsmaßregeln getroffrn, doch_ set dte_ Ordnmxg nirgends gestört worden, und es lägen kemr Anzeichen dafur vor, daß e'me solche Störung zu erwarten set.
Türkei.
Aus Konstantinopel meldet das Wiener „Telegr- Korresp.-Bureau“, daß die Botschafter die Antwort auf die in der leßten SYung seitens der Pforte beantragten Ab- änderungen rinigcr unkte bes Y_rähmmarvertrages abgefaßt und übergeben hätten. Du: nachm Sißung m Tophane
finde heute statt.
Der bulgarische diplomatifch_e Agrnt hat bet der Pforte den Antrag gestellt dieselbe moge t(?Hlnttm, daß zwe: bulgarische Vertreter behufs Ubschluffes Konverztton über die Rechte der Handelsagenten nach Konftantmopel kommen dürften. _ _
Zu Ehren der deutschen und ofterre1chischen Aerzte sowie der deuts en Schwestern, WSU)? zur YU? e“ der Verwundeten dort in gesandx smd,_fand,_ dem „W- - . zu- folae gestern im Yildi Ktosk em Diner statt, an dern der Obér-Zeremonicnmeiüer nir Pascha, der_Chef der Mtlitär-
chall Schakir Pascha, der Dimstons-(Heneral von
Pascha, der erste Dragoman_dcr deuis en Botschaft
Testa, der „Hauptmann Morgen, der osterreichis -ungar1sche
Militär-Attach Oberst-Lieutenant Freiherr von (Hiesl und
der LegalionS-Sekretär Otto theilnahmen. In einer Audienz,
welche sich an das Diner anschloß, drückte der Sultan den
Aerzten und Schwestern seinen Dank für ihre ausgezeichneten Dienste aus und beschenkte dieselben reich.
Serbien.
Wie dem „W. T. B.“ aus Belgrad mitgetheilt w1rd, haben fich die Einfälle der Arnauten seit dem 28. v. M. nicht erneuert. Seitens der Türken forme der Serben seren alle Maßregeln zur Wiederherstellung der Ruhe an dsr Grenze getroffen worden.
Schweden und Norwegen. Das Storihing hat, nach einer dem „W. T. B.“ zuge- angenen Meldung aus Christiania, dem Antrags dcr r'1fkommisfion gemäß fol ende Zollsäße angenommen: Lein- wand 40 Oere für das Ki ogramm, Fischgarn 12 Oere, un- gebleichtes Baumwollengarn 10 Oere, sammetgewebte Stoffe, darunter Plüsch, 125 Oere, qedruckie Baumwollenwaaren 110 Oere, Blumenzwiebeln 25 Oere, frische und getrocknete
Blumen 300 OSK, gesalzene?» Fleisch 10 Qere. Das radikale Mitglied des Storthing Sigurd Blekast ad
ist am 31. o. M. gestorben.
Dau" mark.
Die Kaiserin-Wittwe; v_on Rußkand, der Groß- Fürst Michael, die (Hroßf'urftin Olga sowie der Prinz Johann 11 Schleswiq-Holstein-SonderburgGlücks- b_?_r_g _fin, wre „W. T. 28. meldet, an Bord der Yacht „ oar
stern“ gestern Nachmittag vor Dragoer eingetroffen, bis wohin ihnen der König von Dänemark auf seiner Yacht „Danebrog“? entgegengcfsbreu war. Die Höchsten Herrschaften festen von Dragoer die Fahrt an Bord des „Danebrog“ fort und trafen Nachmittag? um 3 Uhr in Kopenhagkn cin.
Ammka.“
Das „Reutcrschr Bureau“ erfährt aus BULUOS Aires, daß die Mitglieder des revolutionären “Comités in Uruguay nach Montevideo abgereist seien, um über den Abschluß des Friedenö zu vrrhandeln.
Asen. E'mc Depzsche des „Reuterkschen Bareaus“ aus Mala- 'kand rneldet den Exitsaß des Forts TschaTdara.
_ Dre Angelcgenhmt (Hangadbar Tilak' s, des eingeborenen .Mttgkzeds des Gesesgebenden Raths, dessen Verhaftung wegen Aufce1z1zng zur Unzyfriedenheit vor einigen Tagen gemeldet wyrde, ist vom VoUzergericht dem Erschwsrenengericht Über- w1esen worden.
Arbeiterbetveguug.
Aus Stettin wird dcm „Vorwärts' beriobxet, daß 111111 11:61) die Arbxiter “der zweiten Oelmüble, in der ein Ausstanx cms- gebrocben war, zur Arbeit zurückackebrt, nachdem ibrs Forkerrmgrn 'bkwrütgt-worden smd (vgl. Nr. 175 u. 178 6. Bl.).
_Aus Altenburg wird der .Kö!n.Ztg.' “telkgravbiert: Di“: Ver-
banblrxngeyker letzten Tage _Über Beilegung des Ausstandes im Melew-xser Koblenbez_trfe iübrten zu brfrisdigendem Er- geontß. Man yabm an, daß die Wiederauénabme dsr Arbeit auf allen Werken gestern erfolgen wxrde. _ Aus Delmenhorst wird der .W:ser-Ztg.' über 5671 Ausstand 111 _de-r Norddeutschen Wollkämrxiersi und Kammgarn- spinneret (vgl. Nr. 169 d. Bl.) gricbrieben. daß ein Vermitt- lungsVerjucb dks Bürgermeisters Münzebrack vergeblich war. Die Arbnter haben durch _Zrttelabstimmung die Fortsetzung des Ausftandxs beschlossen. Gefiern _Morgen babkn ficb nur etwa 40 Perwnen _an der Wollkammerei zur Arbeit gemeldet, welxhe sich auf _dte _einzelrzen Abtheilungen, als Sortierung, Wäscherei, Svennerxt, Wetferex, Zwtrnerei, Doublierung u. s. w. vertbeilen, „io- dgßauf zede durcbxcbnittltcb 4 Mann kommen - eine Zahl, die na- jurlxch zu “dem ro_ßen Vetrtrbe außer Verbältuiß steht. Nur die ArbeiI-er der_ statt_e und die Hofarbeiter, im Ganzsn vieUeicbt 150, arberTsn wettsr._ W1e .W. T. B.“ mxldet, bat die GeseUsobaft gestern deri Betrteb überhaupt eingestellt.
Axis Bs-rlan berrchtet der „Vorwärts“, das; Der Ausstand in der Eisen rsßeret und Maschinenfabrik von Louis Grunauer ',!- Co. 5 eme Vereinbarung mtt dem Arbeitgeber beigelegt worden 11'1. (Vgl. Nr. 173 und 174 d. Bl,)
Aus Triest wird dem .Wolff*schen Bureau“ zur Ausstands- beweguxi gemxkdet: In dem_Ausstand der Väckergefellen hat sich m geandert. Das Militär sollte gestern Nachmittag an- fangen, _an Stelle der Ausstandigkn zu arbeiten. Die Stadt ist zunachst noch mit Brot versorgt. Auch :in mehreren Fabnkbctrteben haben die Arbeiter die Arbeit einseitellt, darunter au_ch d1e _ gesammte Arbeixetscbast 1728 81115111- 11161110 16011100. Dx: Gesammtzabl der Ausständigen beträgt 2,300- Der großte Tbetl von ibnen bat die Arbeit niedergelegt, um Y_Y_er FreÉqffunY OFF __erbaftZeZ L_?giéatorFC Ckxmber zu demon-
!.n. 18 eorer en “iereisma xen nd LUS en Worsen. (Vsl. Nr. 179 1). Bl.). S fi (; ff
Kunst und Wissenschaft.
,ZUMRckwr der biefigenKöniglicbenFriedri -Wilbelms- UNIVCksitat für das Studienjabr 1897/98 ist (;ckan Nachmittag Y" dk" ordentl_ichen Professoren der Hochschule Professor Dr.
Frlnyiler gewahlt worden. Dis Wahlen der Dekane der einzelnen _Fa " taten hatt?“ folgendes Resultat: Theologische Fakultät: Pro- cffo_r 1). Pfletderxr; ]urtstrsckoe Fakultät: Geheimer Iußiz-Ratb &?bksonZk-OZPZFUU Yedtzinisch§__F_1ku_xt_äx_: Gebeikner Y_TGYnal- -, - cu ner;pioo i e autät: e*mer NkMkUUss-Katb PUKY: Dr. Kekulexbon Séradoniy.
Im Seminar für orientalische Sprachen zuBerlin werden im Win“ter-Semefter 1897 folgende Vorlesungen von kolonialpolitiscbem Interesse statjfinden:
Guzerati. 1) Dienstags, Donnerstags, 6-7Ubr,HerrVacha.
2) Praktische Uebungen 111 Guzerati: Montags, Mittwochs, Freikags, 6-7 Uhr, Herr Vacha. € Neuarabifch mit besonderer Berückficbtigung des Dialekts von
ynen.
]) Zweiter Kursus: täglich 8-9 Uhr, Hm Prof. Dr. Hakim an n. _
2) Anfänger-Kursus: jäzlich außer Mtttwochs, 9-10 Ubr, Herr Prof. Dr. Hartmann. _ _
Z) Uebungen drr Selekta tm Erklaren und Abfaffen von öffent- lichen und privaten Urkunden in neuarabiscber Sprache: Mittwochs, 10-11 Uhr, Herr Prof. Dr. Hartmann.
4) Geo rapbie und moderne Geschichte Syriens: Mittwochs, 9-10 Uhr, r Prof. Dr. Hartmann.
1) Pra ische Uebungen mit besonderer Berückfichtiaung dks Dialekts von Syrien: täglich, außer Sonnabends, 5-7 Uhr (5 bis 6 Uhr für den zweiten Kursus, 6-7 Uhr für den Anfänger-Kursus), Herr Amin Maarbes. _
Neuarabisck; mit besonkerer Berückficbtigung des Dialekts von Egypten. _ _
1) Zweiter Kursus: Diensta s, M1ttwochs, Donnerstags, Sonn- abknds, 9-10 Uhr, Herr Dr. F11cher.
2) Anfänger-Kursus: in noch 31: bestimmenden Stunbén, Herr Dr. Fis ck61“. __ _ _
1) Prakjiscbe Uebungen mit besondercr Berückmbttgung des Dialekts von Egypten: täglich außer Sonngbends, 5-8 Uhr (5-61 Uhr für den Anfän er-Kursus, 6?-8 Uhr (ür den szen Kursus).
2) SZreibübungen: Montags, Freitags, 4-5 Uhr.
Neuarabisch mit beyondersr Berückscbtlgung des Dial€kts bon Marokko. _
1) 311321161: Kurjus: Mittwochs, Donnerstags, Freitags, Sonn- abends, 8 bis 9 Uhr, HIT!: 1)1'. Fi)cher._ _
2) Anfänger-Kursus: Dienstags, Mittwochs, Donnerstags, Fre1- tags, 12 bis 1 Uhr, HLtr Dr. Fischer.
3) Gsograpbie und neuere Grschicbte Marokkos: Sonnabends, 10 bis 12 Uhr, Herr 131. Fischer. _
1) Praktische Uebungen mit besonderer Berückfichttgung des Dialekts von Marokko: täglich außsr Sonnabends, 5 bis__8 Uhr (5 bis 68 Uhr für den Ansänger-Kurius, 61 bis 8 Uhr sur den zwkitxy Kursus), Herr Sid (Gilani Schirkawr _
2) Schreibübungkn; Montags, Donnerstags, 4 [us 5 Uhr, Herr Sid Gilani Schirfawi, _ __ _
Neuarabis'ch. Einführung in die 56111196 arabtichs Schr1ft- sprache (Fortseßung): Dienstags, 8 bis 9 Uhr, Frettags, 9 bis 10 Uhr, Herr 131. ischer.
Sua eli. 1) AnfänZLr-Kursus: täglich 8-9 Uhr, Herr Dr. N e ub (: u s. _
2) Zweiéer Kursus: Läglich außer Mittwochs und Sonnabends, 9-10 Uhr, Herr 131". Neubaus. _
3) Ost-Afrikas Handel und Verksbrsweien: Mittwochs, 9-10 Uhr, Herr Dr. Neubaus.
4) Kokloauium über die dkutscbexn Schußg-xbiete in Afrika: Ssnn- abends, 9-10 Uhr, Herr 131“. NLUÖÜUÉ.
1) Erklären und Abfaffen bon öffentlichen und Privaten Urkun- dsn: Mirtwochs, 10-11 Uhr, Herr Vklten.
2) Praktische Uebungen im Suabrli: täglich außer Sonyabends 5-7 Uhr (5-6 Ubr. für den Anfänger-Kursus, 6-7 Uhr “(ür den zwcixen Kursus), Herr Velten.
3) Schreibübungen: Montags, Mittwochs, Freitags, 4-5 Ubr, Herr Velten.
Herero. Anfangsgründe: Diénstags, Freikags, 10-11 Uhr, Herr Velten.
_ Haussa. Herr Dr. Lippert, beauftragt 11111 den Geschäften e_mes kators des Haussa, 6. Z. abwesend auf einer wiffenschaft- lxchen Reiss.
1) _Marbematiscb? Grundbegriffx und Einführung in das Studium der_spbariscben Astronomie Und Erdbbyfik (erster Theil): Dienstag, Freitags, 12 bis 1 Ubr, Herr Proreßor 1)1-. Güßfeldt.
2) Prakxixcbe Uebungen mit Jnitrumxntea, welche den astrorwmi- Üben Orjsbestimmungen unk tovograpbüchn Méffungen auf Reisen dienen: Mittwbcbs, 12 bis 2 Uhr, Herr Profeffor Or. Güßfeldt.
Hérr Asfiiteyt Schnauder wird am dem Gkbiet des Königlichen GsoxaUrchén Jmtituts bsi Potsdcxm die praktischxn Usbunßen [Sinn, soweit die WittérungsVLrbältniffe des Winters dies gxstatren.
__ Usber TTOOEUÖVZZSUS, bcrbnadkn mit Demonstratirnsn unk rrak- 111chen Uebungen: Mittwochs, Frs1tags, 4 bis 5 Uhr, Hkrr Stabsarzt 1)1*. Steinbach (111 Ysrtrswng).
Urber bie w1chtig1ten tropiscbsxi Nquflanzen und deren Ver- ryendung, mitDsmonftrationen: Montazs, Donnrrstags, 12 vis 1 Uhr, HM 131: Warburg. _
Landeskunde _ der deutjch€n westafrikaniscben Kolorikn (Dsutscb- Südwestafrika, Kamerun 1111?) Togo): Dienstags, Freitags, 4 bis 5 Uhr, Herr Dr. Doyen
Literatur.
Max Ringxyder bekayr-Fe Erzähler, welcher am 4. August zu Sclyreiberbau ir. Sckolcfixn 18111611 achtzi§sten Geburtstag begeht, hat soeben ein neues Wsrk, „Erinnerungen“ bstitelt, abgeschloffen. Das Buch, aus dxm so_eben einis Kapite! in der von Franzos bkrausgegxbenen ZLitscbrift „Deut? e Dichtung“ Veröffentlicht werden, erichemt tm Herbst 5. Z. im Vkrlage dék .Concordia', Déutscben Vkrlagsanstalt 111 Berlin.
- Die woblfeile LieferungsausYbe von (Georg Ebers' ge- scznrmelteri Werken (Stuttgart, eutscheVerlags-Anstalt) schreitet rusttg Vorwar: . Ursprüyglicb war diese Auxgabe nur auf 105 Liefe- rungkn berechnet, aber Wabrcnd ibrks Erscheinens schrieb der Dichter em_e Rerbr weiterer Werke; auf Ersuchen zahlreicher Sub- scrxbeUtsn _entsxbloß sick; _ der Verlag daher, diese unter den le1ch€n gunsttgen Bedingungen und in derselbkn guten _usst9tiung den früheren Schriften hinzuzufügen. Nunmehr liegen die Lieferungen 106 bis 121 dieser erweiterten Gesammtausgabe vor; „1113 entbaUen 8611 Roman .Kleopatra', der fich den ?Yelnden Egyp- 1tschen_ Kulturbildern ebenbürtig anreibt, und den oman „Jm Schmiedefxuer', worin Georg Ebers wieder seine Meisterschaft in der l_ebendtgen Vorfubrung von_Ep1soden der älteren deutschen Kultur- gesch1chte bekundet. Dem le1chen Gebiet gehören“ an die Romane ,Jm blauen Hecht' unk „_ arbara Blomberg“, wäbrénd in dem den Schluß der nknen Fblße b1ldenden Märchen ,Die Unerfe81ichen' fich der Dtcbter auch als em vorirefflicher Humorist erweist. - Georg Ebers' gesammelte Werke erscheinen in 135 Lieferungen zu je 60 Y und fönTen durch ]Sde Buchbandlung anch jeßt noch nach und nach bezogen wer en.
-- Die Berliner Tbierärztliche Wochenschrift, welche von ])r. W. D_1e*ckerboff,_ Dr. R. Schmaltz und Dr. R. Lotbes beraqsgegeben xvirb und tm Verlage von Richard Schoeß in Berlin 19917. er7chetnt, bat_ in der Nr. 30 Vom 29. Juli 1). J. fol- genden Inhalt: thér: Hippologische Streiflichter. - Moebius: Koppen bei einer Kab. _- Referate: Steeger: Behandlung von Gelcnkwunden mit Subltmalstaben. - Frick: Operative Beseitigung von Hornbauttrübunaep. - Ueber Tannalbin als Darmadstringens. Trasbqt: Ueber Engltfisren. - Powrr: Keratom am Pferdebuf. Unberrtcbt: _ Die Eptlepfie. - Senator: Ueber die Beziehungen zwischen D1659105 111101111115 und 11151ij115. - Benedikt: Eine svez1fische Behandlung des 131111161585 1U§1])1(1118. - Kleine Mitthei- lungen. - Tbierbaltung und Thierzucbt: Schweineversi erung unter Kretsgarantie._- Tageszeickoichte: Bericht über die Frübja rSversamm- lung des tbxerarztlichetz Vereins im Reg-VezKöUin. - Verschiedenes. - Oeffentltebes Veterinarwesen: Seuchenstatistik und Veterinärpolizei:
Thierseuchen in Deutschland pro 1. Quartal 1897. - Fleischschau
und Verbreitungöwege der
und Viebverkebr: Infektionsvforjen Bücheranzeigen und Be-
Scbweinetuberkulose, von 1)!"- Ströse. - sprechungen. - Personalien. - Vakanzen,
"Land- und Forstwirthsthast.
Die Deutsche Landwirtbschafts-Gesellscbaft hat seit mehreren Jabren eine agrikulturchemiscbe Versuchsstation eingerichtet. In musterbafter Weise auskzeftattet, bat dieselbe in rascher Entwickelung die Anstellung einer Anzahl von Asfistentm nötbig emacht, um ihrer Hauvtaufgabe gerecht zu werden. Diese 5211th vor allem in dkr Bsarbeitunq der von der D. L.-G. eingeleiteten wiffensckoaftlichen Versuäex (StaUmist-, Kalk- und Gründüngunzs-Versuche 11. s. w.). T13_Station übernimmt abrr auch analytisch: und sonstige chemi1che Arbeiten aller Art geg-In Zonorar, wobei indefien Kontrol-Analysen_ für_ Dünge- und uttermittel sowie für Saatwaare aUSJ€1ch1911Ln_ find. Demgemäß fübrt fie also die Unrkrsucbung aUer landwirtbschax§léchem milchwirtbscbaftlicben und gewerblichen Rbbstoffe und Erzeugniixe axis, so namentlich die Untersuchung von städtiicben Abfal-lstoffen, Stallmist, Kompost, Erbproben, FabrikationsZwischenprodukten, Näbr- und Genu mittx-ln u. s. w. Des wsiteren ertbeilt fie auf Grund chemischer ober akteriologischer UntkrsUchungen (Gutacbtxn Und Auskünfte allkr Art. Als ein wesentlicher Tbxél des Gesammt-Ocßanismus drr D. L.-G. ist rie Versuchsstmion aucb räumlich mit dsren übrigkn Abtheilungen in einem Haus?, Berlin ZW., Kocbstraße 73, bereiaißt.
Ungarns Landwirtbscbaft.
Das Königlich ungarische statistische Bureau bat s beben drxi ersten Theil der ,Landwirtbfckyastlichen Statistik der Länder der ung_ar11chen Krone" Veröffentlicht, in Welchem die Haupxargebmffe der tm Jabre 1895 durchgefübrten statistischen Erbébungkn dargelegt find: Der „Pester Lloyd“ entnimmt der Statistik folgenbe Yffern: _ _ _
Die Gesammtzabl der Landwirtb1cha en beiragt m_Unßarn mrt Einschluß Fiumes 2 831802, in Kroatien und Slawonien 579 884, also im Ganzen 3411686. Die Größe der Territoricxn bxrecbnet NÖ für die fikbrn Kulturzwéige in Ungarn mit Fiumx, Kroatien uud Slawonien nack) Katastraljoärn, wie 101111: Yckerssld 23 276 347, (55111th 748 845, Wiesen 5751 625, Weingärjen, bearbritct, 385 730, Wsin ärtsn, unbearbeiTIt, 190 763, Wéide 7 302 869, Wald 15 617 380, Sahil? 146 058. _ _ _
Gegenüber der Katasteraufnabme zergt fich 111 Ungarn eme Zu- name des Ackerfelbes von 772 482, der Gartengründe um_48_481, b.:- aeaen eine Abnahme der Wixssn um 224 348, der Weinxiarten um 282606, der Weiden um 84 483, des Waldes um 214 808 Joch. Diese Veränderungen hängen mit dem Wechsei dsr Kulturen zu- sammen, find aber bei der Abnabm€ dsr Weingartkn auf die Ver- bcerungen der vaonera zurückzusübren. _Welcben Umfang breie leßtersn angsnommen baben, erhellt daraus, das; 111 der Gegeyd des rechten Theiß-Ufers der Umfang dsr Weingärten von 44315 am 7034 Joch, dsmnack) um 84,29 % abgenommen hat, in dcr Tbeiß-Maros-Ecke bon 91723 auf 25 255 Joch, demnach um 72,48 %.
Wertbvvll und neu find die Daten Über die Form dsr BeWirtb- schaffung, nämlich ob fich die Trrrixorten in der Hand drs Eigen- tbümers, der Nußnießer oder von Pachtern befinden; bierubsr gisbt folgender Ausweis Aufschluß:
Von den gesammten bkwirtbscbaftkten Tecritsrien waren, nach
Katastraljabren gercchnet, beim Eigkntbümer N11 nießer Pächter
i1-1 UnZarn mit Einschluß Fiumcs 41673 564 14 2510 5670 572 Kroatien und Slavonixn . 6 997 884 107 981 243 816
Toxale 48 671448 1600 491 5914388
Der Tbierbssiand in den Ländery der ungarischen Krone ist nach berschi€kenen Zäbljabren zusammcrigrktrüt. Demnach waren Vorhanden
in STückeu:
_ 1851 1869 1895 Pfekdé . 1 975 401 “Z 153 819 Z 282 028 MÜUUHWZL .“,Z (511 3266 1911. Essl “' * 30 430 23 852 Hornbisb ....... 4 491417 5 279193 6 738 237 SÖUS ....... 10 657 ZZ? 15 076 997 Z 122 681 3181326 ........ 1 062] 700 572 951 308 810 “SCHWERE ....... 4 955" 900 4 443 279 7 330 091
_ Ach) die Obstbäyme sind gszäbl! Works:] 1111?) ergaben in Ungarn mit (Ymicbluß von 1111116 65 049498, in Krvatien uxid Slawonien 12 937 077, demna _insgesamm1 77987175 Bäumc. Nach der GatxunZ stehen _an erster Stklls Pßaumknbäumr 40,11 Miüionen, Y_Cpselbaume 1_0_18 MtÜtonen, Bérnbäume 5,3 Miklionen, Maulbeer- baume 5,1 Mtütonen, Wsich'elbäumc: 4,8 MiUioncn.
Auch die VerfiCberten Objsfts warkn Gegenstand der Zählung und es ergab fich, daß gkgen Feuerscbadcn 809 988 Gebäude, betréffend Getrexde und Futter aber 67 888 W1rtbschasten verfichért waren. Gegen Hagel waren nur 50 439 Wirthscbasten affecurirt.
Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln,
Ueber die Erfolge der Hafikinr'scben Schußimpfung gegkn Cbolera (116111111110: 11 10011116 011 1710011186100 axérinszb ()110101'8, [10116011 1895, und 1111110110113». 1110061361011, KS 01-1 10 6116 __(301'61'111110116 0k 111018, ()51011616 1895) wird m den „Y_FrYfkntltchung-en dss Kaiserlichen Gesundheitsamts“ Folgendes mit- ge ei :
Die von Haffkine in Indien angxwavdte Schu impfun ktnktbode gegen Cholera besteht darin, daß Line Auffcbw-meéng abge?chwächter leb-xndsr Cbolxrabtbrionen in zwei Sißungen unter die Haut gasprißt wird; Fur _dte e_rste Injektion („1 176100111“) wird eine sebr abge- schwachte, fur die nacb einem Zeitraum von 5 Tagen ausgeführte zweite („ll 71100111“) eine viel virule'ntere Cbolexakultur brnüyt. Die volle Wirkung emer jeden C-nsprißung tritt nach 5 Tagca ein, sodaß da_sch§?_m_p_xte Individuum 10 Tage nach dsr ersten Injektion völlig ge 1: 1 .
Jm Gamen wurden in Indikn Von April 1893 bis Ende Juli 1895 an 98 Orten 70000 Einspri ungsn bei 42179 Individuen ZZmacbt und _zwar 1) bei 294 anli chen Offizikren, 3206 englischen Soldateri, _6629_emgeborenen Osfizierkn und Soldatkn, 2) abgesehen Vo_m M1l1tar, bei 869 Europäern, 125 Eurafisrn und 31056 Jndiern. Em Druck auf dre Bevölkerung wurde amtlicherfeits nicbt ausgeübt, nur durch Ueberredung bewog man die Leuts, fich impfenzulaffen. In ein- zelnen Orten _machte man den Versuch, cinen großen ThEil der Bevölkerung zu impfsn,_emen anderen Theil, welcher unter gleichen Bedingunßen lebte, un,1„et_mvft zu lassen, um dann einen Vergleich zwischen geimpften und ungeeimyßten Pecs_onen desselben Ortes machen zu können. Cbobxra brach in der _Ze_1t Von 1 bis zu 459 Tagen nach der Impfung aus, und sieger) sorgfaltrge Untersuchungen über den Erfolg des Ver- fahrens von _setten der betreffenden Zivil- und Militärärzte vor.
Die Vergltate [aßen fich in 3 Gruppen eintbeilen und zwar 1)_in_ungunst1ge_oder olchr, bei denen ein bestimmter Schluß nicht mog11ch_war,_ 2)_m solche, welche Vertrauen zu der Methode erwecken, und Z) 1? gun WMS)
11 er er ten ruppe gehören die in den Thee lanta en von Assam gkmacbten Beobachtungen. Die Kulis lebenpdort g___ ganz iso_lie_rten AYedelungen und stehen in keiner Berübrung mit der ein- betmrscben * evölkerung._ In allen diesen Fällkn wurde nur mit dem ersten Vaccm geimpft. Cholera brach in dm Plantagen 1 bis 6 Monate nach der Impfung aus. Die zweite Impfung wurde erst nach der Cbolerazeit gemacht. In Adam Tila kam unter 657 Nichtgeimpften kein Fall von Cholera vor, unter den 318 Geimpften daqe en 2 mit 1 Todes-
falle. In Chargola wurden unter 1007 Ni tgeimpften 3 (Er-