gefühltesten , freudiafien Dank Eurer Majestät zu Füßen legen für die erneute, Mit!) so überraschende Außzeicbnung, mit dxr Eure Majestät die Güte batten, Mich zu bedenken, durch die Einreibung in Eurer Majestät glorreiche Flotte. Es ist dies eine besondere Ehrung, die Ich in ihrer voÜen Auödebnung zu schätzen weiß, und welche auch Meine Marine in besonderer Weise mit aus- zeichnet. Ich erblicke in der Ernennung zum russischen Admiral nicht nur eine Ehrung Meiner Person, sondern auch einen neuen Beweis für die Fortdauer unserer traditionellen, innigen, auf unerschütter- licher Basis begründeten Beziehungen, sowie der unserer beide'n Reiche. Eurer Majestät unerschütterlicher Entschluß, nach wie vor Ihrem Volke den Frieden zu erhalten, findet auch m Mit den freudigsten Widerbaü, und so werden Wir, miteinander die gleichen Bahnen wandelnd, vereint dabin streben, unter dem Segen desselben die kulturelle Entwickelung unser'er Völker zu leiten. Vertrauensvoll kann Ich das Gelöbniß erneut m Eurer Majestät Hände legen _ und dabei steht, das weiß Ich, Mein ganzes Volk hinter Mir _, daß Ich Eurer Majestät bei diesem großen Werke, den Völkern den Frieden zu erhalten, mit ganzer Kraft zur Seite stehen und Eurer Majestät Meine kräftigsie Unter- stützung auch gegen Jeden angedeihen [affen werde, der es vsrsucben sollte, diesen Frieden zu stören oder zu brechen.
Ich trinke auf das Wohl Jbrer Majestäten des Kaisexs und der Kaiserin!“
Die lcßten Worte sprach Seine Majestät der Kaiser rnsfisch-
Der Bevollmächtigte zum Bundth-ratk), Großherzbglick) badische Ministerial-Direktor Scherer ist vom Urlaub hierher
zurückgekehrt.
Laut ielegraphischer Meldung an das Ober-Kommando der Marine ist S. M. S. „Seeadler“, Kommandant Korvetten:Kapitän Kindl, am 8. August auf den Seychelien angekommen.
Oesterrxiéh-ngarn.
Der Kaiser ist heute Vormittag von Wien nach Ischl abgereist. „
Das un arische Unterhaus hat gestern den § 16 der StrafprozeßÖorla 8, betreffend die Behandlung von Preß- vergehen, m der urch den Komprom1ß festgestelltcn Fassung
angenommkn. , Frankreich.
Der Präsident Faure ist gestern in Chaxnbéri) an- gekommen und von der Bevölkerung lebhaft begrußt worden.
Rußland.
Der Kaiser Nikolaus empfing, wie „WT. B.“ melbet, estern in Peterhof den mit der Wahrnehmun der Geschafie Fes Auswärtigen Amts betrauten deutschen otschafier von Bülow in längerer Audienz.
Italien.
Dcr König und der Minister des Aeußern ViSConti Venosta, dieser im Namen der Regierung, haben, dem „W. T. B.“ zufolge, aus Anlaß der Ermordung des spanischen Minister-Prasidenten Canovas del Castilio Beileidstelegramme nach Madrid gesandt. Auch daH Präsidium des Senat's ersuchte den Minister: Präsidenten di Rudini, der spanischen Regierung die Gefühle dcs tiefsten Vei- leids und der Entrüstung des Hauses aUSzudrücken. _ Der Marine-Mmister Brin, der Finanz-Minister Branca sowie die anderen ur - eit nicht in Roni weilenden Minister sandten dem spaniscZen otschafter beim italienischen Hofe Grafen Benomar Beileidstelearamme wegen der Ermordung von Canovas. Der Minister-Präsident di R udin i, die Unter-Staats- sckreiärc das diplomatische Korps, die anderen hohen Würden- träger, Ferner CriSpi sowie fast sämmtliche in Rom anwesende Senatoren und Dcputirten zeichneten sich in die auf der spanischen Botschaft aufliegenden Listen ein. Der Papst sandte seine Beileidsbezeugungen; der Staatssekretär Karbinal Rampolla ebenso wie der Kardinal Crctoni begaben Uck) persönlich nach der spanischen Botschaft. _
Der italienischen Polizei ist ein Anarchist mit dem Namen Golli voUständig unbekannt. Eine Person dieses Namens ist niemals von einem Gerichtshof in Lucera in Italien verurtheilt worden. Auch in Neapel, in Pozzuoli und in Ba1ä ist der Name (Bolli unbekannt.
Die„Agenzia Stefani“ veröffentlicht eine Noie, wclche besagt, daß der Major Nerazzini ein Schreiben Menelik's überbracbt habe, worin dieser eine Grenzlinie gegen Tigre vorschlage, indem er zugleich erklärk,daß er seinerseits sick) als bereits daran gebunden betrachte. Die Note enthalte eine ausführliche kachreibung dieser Grenzlinie, welch? gegenüber der in dem Vertrage vom 6. ("ebruar 1891 fcstgcstßten Linie für Italien größcre Vor- thciJ'. biete, indem die wichtigen HandelSpläJe charoa, Guru, Digsa und Halai als zur Ko1onie Erythräa gehörig bxzeicbnet wiirden. Ilm Indischen Ozean (Benadir-Küste) laufe die Grenzlinie etwa 180 Meilen von der Küste, indem sie nördlich vpn Barbera auf den Djub stoße. Der Ort Lugk) t:)"erde gls 111111211110)? Handelsstation eine Garantie gegen jsdcn
xauberischen Emjall bilden. Fiir die Entscheidung der italienischen Regicxung, welcher die Annahme oder Nicht: annahme der vprge]ch_1agencn Grenzlinie freistehe, sei eine Frist vorgesehen. Bis „dahin bleibe der 5181118 9110 aufrechterhalten. Major Nerazzim überbrmge auch den Entwurf zu eiiiem Handelsvertxage, den er mit Menclik vereinbart Habe. Dieser Vertrag sichere den italienischen Bürgern völlige Handeis- imd „Bewegunlgsfreiheit in Aethiopien zu und bringe auch fur sie die Klause der MeisibeYiinftigimg im weitesten Maße zur Anwendung. Beide Tbeie verpflichteten sich, die Schaffung neuer Straßen zu begünsjigen, um eine bessere Ent- wxckelung des Handels zwischen den italienischen Beiißungen anz Indischen Ozean _und dem Süden Acthiopiens zu er: moglichen. _Jtalicn konne in Aethiopien eine ständige Ver- tretung err1chten. Spanien. . Dic KöniginZNegentin hat, wie „W. T. B.“ meldet, em Dekret unterzeichnet, wonach der Leiche des ermordeten
ilitäri en E ren erwiesen werden sollen. Ferner Fllen if;!) allen l).Kirchen Spaniens _Trauergottesdienfte ftatjfinden. Die Landestrauer full_drei Tage bauen). “ Die Minister für die offentlichen Arbeiten und die Finanzen sowie der Marschall Martine Campos sind. gestern in Madrid eingetroffen. Es _vxrautct, daß der Kammer-Präfidcnt 5Zidal nach ch dreitagigen Trauer für Canovas mit dem orfiß im mefterxath _werbe beauf- tragt werden. anwischen versammeln ' sich die bisherigen Minister täglich. AUS den Provinzen eintreffende Depeschen ergeben vöUrge Einmüihigkeit der Bevölker'ung in denz Unwillen über die Ermordung Canovas'. Alle Zeituxigen drucken ihre Entrüstung über das Attentat gus. Der „Ltberal“ und andere republikanische Blätter heben die von Canovas dem Lande ge- leisteten Dienste hervor und verurtheilen dkn Mord. Mehrere Blätter erschienen mit Trauerrand. . _ Dcr Kolonial-Minister C astellan o' stellt einige Einzel- heiten des Attentats folgendermaßen richtig: Canovas_ sturzte, von den Kugeln getroffen, lautlos zur Erdx, verleßie sich dabei an der Stirn und verlor das _Betyußtsein. Frau Canovas hatte die Nevolverschüffe gehört; sie etite hinab'und stieß Ver- wünschungen gegen den Mörder Gollt aus; dieser erwrderie: „Ich achte Sie als eine. ehreziwerch Dame, aber _ich habe meine Pflicht gethan; ich bm ruhig, ich habe meine Brüder von Monjuich gerücht.“ Golli soi] ferner erklärt haben, er habe nicht nur die Anarchisten von Barcelona ge- rächt, sondern auch den Jnsurgentenfuhrer ])1'. Rizal, der guf den Philippinen kriegSgerichtlich„erschoffen wurde. Die Polizxi fand in der Wohnung des Morders eine großeIYiftoie mtt zwei S rissen. _ Am 10. b. M. war Gobi in adrid .und hatte fi dort Visitenkarten auf den Namen eines Journalistep Rinaldini anfertigen lassen. Verkebrt soll er dort m1t niemand haben, doch hat ein Polizist eines Tages bemerkt, daß (Holii dem Wagen bes Miniters fol e, was seineii Ver- dacht erregt babe. Dcr Polizeichcf von arcelona besißt bas Bild des Mörders, welcher dort als SchriftseZer gearbeitet Hat. Man nimmt an, daß sein richtiger Name osé Santo sei; er zählte zu den „Anarchisten der;“ That“. „ „ . Die Regierung wird voraussichtlich heute daruber schlzissig wcrden, welchem Gerichtshofe der Mörder Canovas' uber- wiesen werden sol]. Der Min i st e rrath wollte heute Nachmittag wieder zusammentreten. Die Regierung befürchtxt keine Ruhe: störung. Die Leiche Canovas' wird morgen fruh in Madrid eintreffen; die Beerdigung soll auf dem Pantheon-Kirchhofe
stattfinden.
Schiveiz. Der neu ernannt? Gesandte der Vereinigten Staaten Leishmann hat gestern dem Bundeßrath sein Be- glaubigungsschreiben überreicht.
Niederlande.
Der Staatssekretär der Südafrikanischen Republik 131“. Leyds und der Attaché Jonkheer van der Hoeven vom Auswärtigen Amt in Prätoria begeben sich, wie „W. T. B.“ meldet, heute Abend vom aag nach London, von wo aus sie am 14. August die ückreise nach Prätoria 718. Las Palmas und St. Helena antreten werden. Die Ankunft daselbst dürfte ungefähr am 6. September erfolgen. Türkei.
Der Pforte ist, wie „W. T. V.“ meldet, aus Wan die Nachricht zugegangen, daß bewaffnete A rmenier die p ersisch e Grenze überjchritten hätten und daß zwischen diesen und den Kurden fortgeseßt Kämpfe stattfänden. Eine bezügliche Konsulats- meidung liege noch nicht vor.
Schweden und Norwegen. Die Session des Sxorthinq ist, wie „W. T. B.“ aus Christiania meldci, gestern geschlossen worden.
Amerika. Der „Times“ wird aus Santiago in CHile gemeldet, daß das Ministerium zurückgetreten sti. Das neue Kabinet werde wahrscheinlich ganz aus Liberalen zusammen-
gescßt sein. Afrika.
„ Aus Kairo erfährt das „Neuicr'sche Bureau“, daß eins Kolonne unter General Hunter am 29. U. M. von Merawi aufgebrochen sei und am Morgen des 7. August Abu-Hamed angegriffen habe. Der Ort sei nach einem hartnäckigen Kampfe, bei welchem Haus nach Haus habe gZstÜrmt werden ?ißffen, genommen worden. Zwei englische Offiziere seien ge- a en.
Nr. 31 VSS ,Centralblatts fiir das Deutsche Reich“, beranegeben im Reichöamt des Innern, vom 6. August. bai folgenden Inhalt: 1) Konsulat - Wesen: Vesteüuns eines Konsular- Agenten. Cntlaffungsn. kaqixatur-Ertbeilung. _ 2) ZOÜ- und STLULL-Wkikn: Ergänzung b€r Bestimmungen über die Bewilligung von Theilungslagern (111 die Kaiserlichen Marine-Vkrpflegungßämier. _ Verwcndung bon Huslattichbläitern bei der Herstellung von Taback- sabrikaten. _ 3) Handels: und Gewerbe-Wesen: Kündigung des Handelsyertrages zwischen dem Deutschen Zollverein und dem Ver- einigten Königreich von Großbritannien und Irland. _ 4_) AUgemeine Yerwaltunqéösacben: Erscheinkn des Haupt-Sacbregisters tür die Jabr- WJ? 1867 bis 1896 des Bundes- bezw. Reichs-Gesesblatts. _ 5) arme und Schiffahrt: Erscheinen des 11. Nachtrags zur amt- lichen Lists der Schiffe der deutschen Kriegs- und Handelsmarine für 1897._ _ 6) 'Jusiiz-Wesen: Erscheini-n des achten Bandes der Deuticben Justiznattsiik. _ 7) Polizei-Wesen: AuEweisung von Aus- landern aus dem Reicthebiet.
N:, 32 des„Serxtralblaits der Bauverwaltung“, beraus- gegeben im Ministerium der öffelllliÖSU Arbeiten, vom 7. August, bat folgenden . Inhalt;, Amtliches: Diknst-Nacbrichten. _ Nicht- amtliches; Die neue_ K1kch€ in Kunzendorf bei Sorau. _ Das neue Justizgebaube tn Munchen. _ Die Weserbrücke bei Hameln, Neu- baulime Lage-Hameln. _ Anwendung von Gebängebauten bei der Regulierungkber Glaser, Neisse. _ Vermiscbies: Ergebniffe der Prufungm fur den preußtfäoen Staatsdienst im Baufacbe. _ Wett- bewerb um Entwsufe fiir_den Bau einer Kirche im Hammerbrook in Hamburg. _ Eine enghsche Ansicht über eine deutsche Technische Hochschule. _ Internationaler Architekten-Kongreß in Brüffel. _ Bücherschau.
Arbeiterbewegung.
Aus O 5 e r b a u s e 11 im. Regierungsbezirk Düffeldotf wird der ,Rbein.-Westf. Ztg.“ gxsxbrteben : Die Mit lieder der Zahlstelle Oberhausen des (!ozialdemokratiscben) Zentralv erb an des de u ! sch er M a u r e 1." hielt am Sonntag eine Versamm-
„ fordern.
einer Be' re ung unterzkgen wurden. . Von dem Leiter der Basma. lung wiyrodecö eine 11 stündige Arbntözeit und ein Stundenlohn von 42 „.I beantragt, von anderen _Rednern eine nbaftündige Arbeits. zeit und'45 .z Stundenlohn befurwortet. Schließlich wurde be- schlo en, im nächsten Frühiabr von den Meistern_ eine elfstüudjge Arb Mit und einen Mimmallohn von 42 .,3 fur die Stunde zu
Aus Delmenhorst wird de_r .Weser-Ztg.' um Ausstand: in der Norddeutschen Wollkammerei (vgl. 2.)“kr. 180 d. Bl.) berichtet. daß Verhandlungen, dis am_Sonnabend und Sonntag zwischen der Fabrikleitung und den Ausstandigen stattfanden, ergxbnißlos blieben. Die Fabrikleitung hat bei dem Verlan en der bedingungs- losen.Wiederaufnabme der Arbeit in Außfichx g teilt, nacb derselben die Löhne nach Möglichkeit aufzubeffern und mit der Regelung berselben leich nach der ersten Vollzablung der Löhne vyrzugeben; aquJescblofFen ei jedoch eine Lohnerhöhung in dxr Kammerer; ferner bat _e erxlart, daß sie bereit sei, alle Arbeiter wieder anzustellen mzd, soweit notbig, in anderen Betrieben mit höherem Lohn zu beschaftigen. „Solchxn Arbeitern, die infolge der Aufhebung, der Nachtschicht in der Kämmerei und Vorbereiturözez, lieber andersxvo Be- schäftigung suchen wollen, wil] fie eisegeld in Yer Hohe bis zu 15 „M aushändigen. Die Forderungen dex Ausstandigen dagegen erstrecken sich außer der Erklärung guf Verzicht einer Maßregxlung auf Aufbesserung der Löhne für die Kammerei und „Vorberxtiung und Festlegung derselben voc Wickeraufnabme dex Yrbeix, sowie auf Zlaßzablung der nach Ansicht der Arbeixer unrechtmaßtg zuruckgehaltmen öbne. „ Aus Tbräniß in S-Weimar wird dem .VorwartS' berichtet, daß in der dortigen Dampfzicgelei von H; Blume_ntritt ein Ausstand außgebrochen, an dem sämmtliche Arbeiter beibetligt seien. Aus London berichtet die .A. K.“ zum Ausstande der eng. lischen Maschinenbauer, daß die Modellmackoer sich derAus- standsbeweguna nicht anschließen wollen. Bei der vorgenommenen namentlichen Abstimmung stimmten 1100 für den Ausstand und 1123 dagegen.
Statistik und Volkswirthséhaft'.
Veränderungen in der Volkszabl preußischer Städte.
(Stat. Corr.) Seitdem das endgültige Ergebnis; der letzten Volkszählung bekannt gegeben wvrden ist, haben sich in der Abgrenzung einiger Stadtgebiete erhebliche Vsränderungen vollzogen; aucb schieben 5 Städte aus dem Kreisverbandes aus uni) bilden seitdem Stadtkreise, und zwar vom 1. April 1896 ab Gelsenkircbcn, Solingen Und Tilsit, Vom 1. April 1897 ab Foxst uud Gleiwrß. Bei 14 preußischen Städten bat die nach dxm Stande vom 2. Dezember 1895 berechnete Volkszabl infol e inzwrsxben eingetretener Veränderungen des StadtZlebiets, zum tbeil sei?: erheblich, zugenomuien, bei einer (Velbert) eine bnabme erfahren; 3 Staine- „haben ihre Selbständigkeit vérloren und cFnd mit anderen versmxgt worden (Burtscheid mit Aachen, die F1? en Freudenberg und Loge rnit Bassum), und eine Landgemeinde (Harne) ist Stadt gewoxden. „ '
Mit Bresiau find die Landgemeinden Klembuxg und _Popelwix sowie d?! Gutsbezirk Pöpelwiß bereinigt worden, xntt Forst). N.-Lay . die Gemeinde Berge, mit Garz gu? Rügén die Gemeinde Klem- Wändorf, mit Gleiwiß die Gemeinden T*.yneck, Petexsdorf stabtifcb und Petersdorf Antbeil von Welczxck, mit Größ die Gemeinden Piaski und Msyniewo, mit Groß-Wartenbkr _das Grundstuck Grabe- müble der Gemeinde und ein kleiner T eil des Gutes, Schloß Wattenberg, mit Löwen das Gut Löwen, mit Münsterberg !. Schles. die Landgemeinden Bürgerbezirk , Kommende und Oblgut, mit Powidz die Gemeinden Powidz - Amtßgrund und Sczutersbrutnnßmtt Saarbrücken die Gemeint)? St. Arxiual, mit Syke die Kolonie Syke und mit Woblau die Gemeinde wwie der Gutsbkztrx Polnisobdorf. Von der Stadt Velbert find das Dorf Heiligenhaus, dre Honscbaften Oefte, Tüschen, Hettenscheid, Leubeck, Haffelbeck und Isenbügel ab- getrennt und als Bürgermeisterei Heiligenhaus zu einer Landgemeinde zusammengelegt worden. _
Wie sich hierdurch die Einwohnerzahl der genannten Stadte vkr- ändert hat, zeigt folgende Uebersicht:
Es betrug am 2. Dexsmber 1895:
die Bevölkerung im damaligen im Stadtgebiste vom in Stadtgsbiyte: 30. April 1897: ' überhaupt männl. WLibl. überhaupt männl. weibl.
Aachkn . . 110 551 52 826 57 725 126 422 60146 66 276 Basum . . 837 396 441 2304 1144 1160 Breslau . . 373163 170140 203 023 378 250 172 818 205 432 Burtscheid.
15 871 7 320 8 551 -- .- __ Forst . . . 31 307 “14 727 16 580 reudenberg .
25 681 12 059 13 622 598 317 281 _ _ _
Garz a.Rügen 2 067 ]. 017 1 050 2 284 1 119 1 165 Gleiwiß 24 980 12 976 12 004 38 916 19 896 19 020 Grätz . . . 3 867 1 699 2 163 4 042 1 798 2 244 Groß-Warten-
berg . . . 2 349 1 120 1 229 2 355 1 124 1 231 H€rne . _ _ _ 19 304 10 513 8 791 Löwen . 2 621 1 216 1 405 2 743 1 265 1 478 Loae . 869 431 438 - _ _ _
. 6 360
Münsterberg i. Sch. . 2962 3 398 Yowidz . . 1084 491 593 aarbrücken . 17 082 Syke
9 798 7 284 . 1 331 688 643
Velbert 16 604
Woblau
4 301 637 8 572 937 5 277 1 961
3 806 523 11 098 966
6 232 2 489
8 107 1 160 19 670 1 903 11 509
9 020 7 584 2 671 4 450
1 448 1 223
Kunst und Wéffensthaft.
Für die diesjährigeGeneralbersammlung des Gesammt- vereins der deutschen Ge1chichts- und Alterthums- vereine, welche in den Tagen Vom 3. bis 7. September zu Dürk- bei m in der Pfalz in Verbindung mit dem 25 jährigen Stiftungsfest dcs Alterthumsvereins für den Kanton Dürkheim abgehalten werden wird, ist folgendes Pr ogramm aufgesteüt: F reitag, den 3. September. Von Abends 8 Uhr an: Gesellige Vereinigung beider Vereine in den „Vier Jahreszeitkn'. _ Sonnabend, den 4. September. 8 Uhr Morgens: Erste Hauptbersammlung des Gesammt- Vereins in den „Vier Jahreszeiten“, wo auch die übrigen Sitzungen stattfinden. Eröffnung durch den Vorsißendsn, Begrüßungs- reden, geschäftliche Berichte 2c. Vortrag des Geheimen Raths Pro- fessors 1)r. Schrokder-Heidclkerg: ,Die deutsche Kaisersaae." 10 Uhr: Delegirten- und Sektionssißungen (Berichtersiatfungen). Für die- jenigen, welcbe an den Delegirixn- und Sektionssißungen nicht tbeil- nehmen, findet sicb Gelßgenbcrt zur Besichtigung von Dürkheim und deffen Sammlungen. 4 Uhr Nachmittags: Ausflug nach Limburg und Hartenburg. _ Sonntag, den 5. September. 8 Uhr Morgens: Sektionssißungen. Von 9 bis 11 Uhr: Spazier- gang zur .Heidenmauer' und Frübfiück daselbst. 11? Uhr: Fesisiyundg des Alterthumsvereins Dürkheim zur Feier seines _25jähri en Jubi- läums im Stadtbauséaale. Vottrag des Herrn rose ots Vi. Meblis: .Hisiori che Denkmäler im Kanton Dürk eim und deren Pflege.“ Ansprachen, Beglückwünschungen. 2 Uhr: Gemeinsames Mittagsmabl in den „„Vier Jahreszeiten.“ Von 4T: Uhr Nachmittags ab: Konzert in der Kolonnade. _ Montag, den 6. September. 8 Uhr Morgens: Sektions- sißungen. 91 Uhr: Zweite auvtversammlung des Gesammtvereins. Vortrag des Herrn Dr. Köh (Wortxis): „Römische Grabfelder bei Worms“. 11 Uhr 33 Minuten: Abfahrt nach Worms. Besuch der Grabfelder, des Museums und des Domes. Rückfahrt Abends9 Ubr mittels E. trazuges. _ Dienstag, den 7. September. 8 Uhr Morgens:
Minister-Präsidenteu Canovas del Castillo die höchsten
lung ab, in welcher die Lohn- und Arbeitsvethältniffe
Sektions tsungen. 10Uhr: DritteHauptvetsammlung desGesammtVereins.
7 vaters (alle drei auf Tafeln abgebildet), und endlich (imText) eine das
Oak!" über das ebuiß der Delegirtm- und Sektions ungen. 1 Uhr 46 Minuten: usflug nach Neustadt a. d. H., An ft da- hsi 2 Uhr 23 Minuten. Spaziergang nacb Schönth und Max-
. Gegen 7 Uhr Abschiedsiruuk im .Saalbau.“ _ Wohnungs- Weldungen, die m lichst bald erbeten werden, nimmt entgegen Herr Gutsbesitzer Cator an. zu Dürkheim a. d. H.
Für die Generalver ammlung find folgende Anträge und Anfragen angemeldet: ]) Der Verein für Mecklenburgische Ge- ; zchte beantragt, unter Abänderung ,der §§ 2, 7, 20, 22, 24, 25 und 2 der Satzungen, zu beschließen, die Generalversammlung des Ge- sammtvereins der deutschen Geschi ts- und Alterthumsvereine nur alle zwei Jahre, und zwar, a wechselnd mit den Historiker- tagen, in den ungeraden Jahren stattfinden zu lassen. _ 2) Was kann seitens der Staatsmrwaltungen für die Exßalnmg und Ordnung der städtischen, Landgemeindc- und Pfarr-
joe geschehen? _ 3) Was kann seitens der Staatsverrraltungen füx die Erhaltung und Ordnun der größeren Privatarchive ge-
chchm7 Archiv-Ratb 1)r. Ermicb für den Königlich Sächsischen Humbumverem. _ 4_) Empfiehlt es sich, zur Erleichterung der archivaliscben Forichungen, die bei einzelnen Archiven be- reits übliche erfindung von Archivalien zu veraUgemeinem? Urchiv-Ratb 1)r. Bailleu. _ 5) Welche Mittel sind eseßlich gestattet zur Hintanbalnmq der Verbringung von Landesaltertßümern ins Aus- land? _ Welche Methode empfiehlt sich bei Abdcckuna von historischen Denkmglern zum wacke ihrer Erhaltung? _ 7) Wann erscheint kie Tcpkornamentik zuerst auf rheinischer Ksramik? _ 8) Welches, sind die Kriterien für die drei Perioden der rheinisch-römiscben Keratmk? _ 9) In welcher Verwendung er- scheinen Vossenquczdern in rbeiniscb - römischen Bauwerken. _ 10) Welches sind bie Kriterikn für Bankverke der ersten und zweiten gothischen Baupertode im Mütelrbeinlanre? 1)r. Meblis für den Alter- jhumsverein für den Kanton Dürkheim. _ 11) Welche Grundsäße sollen für die Ordnung von Sammlungen vorgeschicht1icher Alter- jbümer maßgebend sein ? 1)r. Schwarß, Vorsteher des Provinzial- Museums in Pysen.
Die Berichterstattungen werden folgende Themata be- handeln: 1) Die rstellung statiftisch-bistorischer Grundkarten. Ptofeffor Dr. 'Tbudi um-Tübin en. _ 2) Die neuesten französischsn Kart-xn über die Völkersiße am ittelrhein. Proeror 1)r. Tbudichum- Tübingen. _ 3) Die Lage des Denkmalscbußes. rcbitekt P. W206.- Berlin. _ 4) Die Ergebnisse der ,Sammelforscbung über den Rennsteig“. Oberlehrer ])1'. Bübring-Arnsiadt. _ 5) Präbistoriscbe Kocbavparate. 1)r. Bischoff-Dütkbeim. _ 6) Die Runeninsckorift vom Drachenfrls béi Dürkheim. ])r. Meblis-Dütkbeim. _ 7) Das Kreuz als Steinmeßzkichen auf rheinischen Denkmälern. 1)» Meblis- Dürkheixn. _ 8) Ueber Anlegung von Verzeichnissen für Datierungen in arabiichen und latsinischen Zablzeichen für evigrapbiscbe und histo- rische wacke. 1)r. Meblis-Dürkbeim. _ 9) Die Verbreitung der mit „Linde" zusammengeseßten OrtSnamen und deren mögliche Be- deutung für die , AUZdebnung des fränkischen Siedslungßgebiets, Karrer 1)r. Gmelrn-Großalidorf. _ 10) Pxäbistorische Kultstätten.
ardellen. Die Funde von Schierstein und Sindlingen. Sanitäts-Ratb 1)1'. .Florschüy-Wiesbaden. _ 11) Die auf dem Histbrikeriagb in Zrankjurt a. M. aufgestellten (Grundsätze für die Heraußgabe van ktenitücken zur neueren Geschichte, sowie die Grundfäyé: bei der Veröffentlichung von Tagebüchern und Memoiren. Archiv Ratb 1)r. Baillcu-Berlin. _ 12) Der gegenwärtige Stand der Forschungen bi-irxffend Orts- und Flurnamen in Deutschland. Sanitäts-Nath 1)r. Weiß-Bückeburg.
Von der Publikaiion der Hauptwerke der National-Galerie zu London, Welche unter dem Titel„1)j(:bur6§jn 5118193810118] (318116137, 1.0Ui10n“_mitenalischem Text von Charles L. Eastlake, Kustos und Sekretar derselben, im Kunstverla e vxn Franz Hanfstaengl inMunche n (London und New-York) er cbeint ieaenzwei weitere Liefe- rungen, 111 und 17, Vor. Ihren Inhalt bilden die Werke der Schulen von Siena, Ferrara, Bologna und eines Tbkils derjknigen von Urbino.
Die Siexiesische Schule ist durch vier in Textbildecn wieder- gegebene Gemalde von Duccio di Vuoninfcgna vertreten, von denen al? 5518 bedeuienbste ein kleines Triptyckwn (Madonna und zwei Heilige) nichsint. Wie dieses, so sind auch die „Transfiguration', die „Verkündi- una,“ und die „Heilung des Blinden“ charakteristisch Werke disses
(0er Von Matteo da Siena, einem sonst wenig bekannten Mktster (“s 1495), befiyt die Londoner Galerie eine große Altartafel mti ker Darstellung der „Himmelfahrt Mariae“, welches den Pexleti der Sammlung beizuzäblen ist. Die [ckan- großs „lieblich? Gestalt der betenden Madonna , welche? von dem ubex tbr_ schwebenden Christus mit geöffnejen Armen erwarte; wird, wahrend der an ihr offenes Grab eilende bl. T_bomas ßch anichickt, den aus ihrem Schoß berabfallenden Gürtel aufzufangen, 111 u_mgeben von zahlreichen mufizierenren Engeln in langen bunten Gewandex'n, mauckxe von entzückender Anmuth in dem mannigfaltigen Airsdruck tbrsr Haltung und Bewegung; zu ihnen und deri neckifchen Kmbeiköpfen der Cherubim und Seraphim bilden die im Himmel zu Seiten des Gottessohnes schwebenden Heiligenfiguren mit ihren, den Vorgang durcb lebhafte Gesten und ausdrucksWÜe Mienen bxglettendsn Gestalten einen höchst interessanten Kontrast. Nebem d'er für einen so frühen Meister erstaunlichen Lebkndigkeit und Wahrheit verdient auch die fein abgewogene Komposition und die Harmonie dex Farben ebung Bewunderung. Das Bild befindxt sicb T der Galerie erst keit dem Jahre 1884, wo Cs aus dkm Kloster Oaxt' Eu enio bci Siena angekauft wurde. Außer diesem auf einer Tafel w edergcgebenen Gemälde findet man im Text die Neisroduktion eines bl. Sebastian, der durch seine ge- schickte Modellierung und anatomische Treue auffällt. Be- mexkenSwei-tbe Werke der Sienesischen Schule sind ferner ein Tkwwckxozi bon Benvenuti; da Siena: Maria mit dem Kinde und den Héiltgé'n Petrus und Nicolas, eine von Cherubim umgebene
adonng mii dem Jesusknaben von Bernardino Fungai,_ eine ßgursnreickox ,Anbetun der Könige“ von Baldaffare Peruzzt, be- sOnders interessant durcß die meisterhaft komponierte, in den Wolken Wivebknde Gruppe des von Engeln getragenen und begleiteten Gott-
F'Yd stillende Jungfrau von Girolamo del Pacchia: ein höchst anziehendes Zilk), das mgn wegen der lebensfriscben Auffassung, der feinen Zeichnung W Modellierung UUd der sorgfältigen Behandlung der Inkarnation beim srsten Anblick für ein Werk der Umbriscben Schule halten möchte. Aus der Schule bon Ferrara werden uns zunachst ein Altarblatt
von Cosimo Tura: eine mit dekorativem Prunk ausgestaltete thronende adonnq mit dem sablafenken Kinde, bon musizierenden Engeln ver- kbkx, sowie das vortrefflich charakterisierte Bildnis; des Dominikaner- Monchs St. Vinceniius errer, von Francesco Cossa, drei Gemälde Wk! Ercole de Roberti: erehrung der Hirten, Pietz. und JZraeliien, das Manna fammelnd (Textbilder), vorgeführt. Lorenzo Costa (“s 1535), der bedeiztendste Schüler CofimoTura's, gehört schon mit der Hälfte s einer roduktton dkr Bologneser Schule an. Ein fünftbeiliges Altarbild ““S-_einer Kirche in Faenza charakterisiert die? Fähigkeiten dieses enters vorzüglich; beyonders schön ist darauf ein schwärmeriscb zu E? Mgdonna aufblickender, die Mandoline spielenker En elknabe. m fruher demselben Maler . zugeichriebenes Bild der ondoner (11217113 tft erst später dem wenig bekannten Ercole di Giulio Cesare Dranbi (etwa 1460-1531) aus Ferrara zuerkannt worden. isses prächtige Kunstwerk (wie tas vorige auf einer Tafel kakzgegeben) zeigt die Madonna unter einem marmornen tbswolbe, in bellwtbem Gewande und wéitem blauen Mantel hJonend, während der Jesusknabe, die Hand zum Segen er- eknd, von ihr gehalten, auf ihrem rechten Knie steht. Der Thron, akk fich_ auf doppelter, unten vier- ob en achteckiger Basis erhebt, ist bkhfs k€kchste mit Reliefbildern, Medaillons und Gemälden aus der o lischen Geschichte verziert, die Vorderwand des Gewölbes mit ;"amxntalen Skulpturen, die anstoßenden Wände mit Malerei "schmuckt. Mit unübertrefflicber Meisterschaft charakterisiert
ling mit langem blonden Haar, die Linke auf dem Schwert haltend, rechts der bl. Johannes, ein mit seitwärts gesenktem Haupt, fromm narben zu der szgfrau aufschauender Büßer, in der Linken das Kreuz. mit der Rechten em Buch darreicbend. Das herrliche Werk stammt aus der Sammlgmg des Marchese Strozzi in errara und gebört der Londoner Galerie seit dem Jahre 1882. n die nacbraffaeliscbe eit gehört schon der fruher böber als jest eschä te *_envenuto Tisis da Garofalo (+ 1559). Seine a adem fcb kuble Art der Komposition und Farbengebung kennzeichnet voÜFomuierz ein Altgtbild aus San Guglielmo Ferrara. Weit origineller in seinem Schaffen ist dcr Ferrarese Giambattista Benvenuti, nach seinem Vater, einem Gärtner, L'Ortolano genannt (1: :..-ui 1525). Von diesem Künstler, deffen Lebensumstände fast ganzlich unbekan,nt_ sind, besißt die Londoner Galerie ein Werk, dessen vqllendefe Qualitaten ihm einen Platz neben den ersten Meistern seiner Zeit anweisen. Dasselbe steUt die drei Heiligkn Sebastian (oben in der Mittx), Rochus und Demetrius (zu beiden Seiten) im Vordergrunde einer sorgfältig behandelten Landschaft dar. Die „drei Gxstalten find 5rachtboll modelliert, äußer- lich wie „innerlich ihrem. Wesen nach vorzüglich gekennzeichnet und mit etnkr Gewxffe'nbafttgkeit gsmalt, diesicb bis auf das geringste Detail erstrkckt. ohne daß dennoch das Ganze dadurch in &ckan kraft- vollen Eindruck im Geringsten beeinträchtigt würde. Die Schale vo_n Bologna repräsentiert in glänzknder Weise FranceScYRaibolim, bekannter unter dem Namen Francia, und zwar diirch zzvet ein und demselben Altarwsrk angehörige Bilder. Das eine zeigt die in eine Lünette xingkfaßte Beweinung dLI von zwei Engkln ge- haltenen Leichnams Christi durcb Maria und ist, als Kunstwerk wie als Knitbild betrachtet., gleich Mrtbboll und ergreifend. Als größerkr Haupt- tbeil gehört dazu die Tgrstellung dxr Jungfrau mit dem Kinde und der bl. Anna, yon den Heiligen Sebastian, Paulus, Laurentius und Romuald verehrt, wahrend der knabenbajte Johannes der Täufer, ein Spruchband haltend, a11f den MeFsiaS hinweist. Auch dieses Werk ragt durch Vornebxnbeit der Zeichnung, Gewandung und Farbengebung wie durch Tiefe des AuEdrucks und religiöse Stimmung berbor.
Jn Heidelberg ist am 8. d. M., Nachmittags, der bekannte Chemiker Professor Victor Meyér infolge eines erzscblages plößltcb Verstorbep. Er war am 8. September 1848 in Berlin geboren, studierte seit 1865 bier und in Heidelberg, wurd? 1867 Assiste'nt Bupsen's, 1871 Professor am Polytechnikum in Stuttgart, 1872 tn Zürich, _1885 in Göttin en und 1889 Nachfolger Bunsknis in Heidelberg. Ex lieferte epochemaZendé Arbeiten über Nitroberbindungen dsr Fettsagreretbe, über die Verichiedenbeiten der primären, sekundären und tertiaren Nitroverbindungen, über gemischte Azoverbindungen, über Valenz unk Verbindungsfäbigkcit dLs Ksblenstoffs und über die Ntirosoberbtndungen. Er entdeckte die Aldoxime, Ketoxime und das Thiovhen, studierte die langsame Verbrennung von Gaßgemischen, verbesserie die Methoden der DampfdickytiqkeitS-Bestimmung und ent- deckt?. die Zerlegung dxr Halogenmolcküle bei bohen Temperaturen. Auch- literarisch war Victor Mxyxr für seine Fachwissenschaft tbätig; er ließ erscheinen: „Pyroche_miscke Untersuchungen" (mit Langer, Braunschweig 1885); '.Cbeunfcbc Probleme der Gegknwart“ (Heidel- berg 1890); „Ergebnisse und Ziele der stereochemifcben Forschung' (das, 1890; Tabeüen zur qualitatchén Analyse“ (mit TreadweÜ, 3. Aufl., 5 erlin 1891); ,Die wapbkngruppe“ (Braunschig 1888); „Aus _Natur und Wissenschaft" (Heidelberg 1892); .Lebrbucb der orga_nirchen Chemie“ (mit Jacobson, Leipzig 1891_9.'), 2 Bde.); ,Marztage im Kanarischen Archipel“ (das. 1893).
AUF Basel m91det„.W. T. B.“ _das sestsrn erfolgte 21512551 des Kultur- und Kunsthistorikers, Prosexffors Jakob Burckhardt. Am 25. Maij1818 zu Basel aeborkn. studierte Burckhardt auf der UnivCrfitat seiner Vaterstadt Theologie, beutsche Literatur und Ge- schichte, und setzte seine Studien in Berlin fort. Hier wyrde er _ m:i Franz Kugler bkfreundet, für den er später die zweite Auflage seines .Hanbbucbs der Kunstgsschichte' (Stuttgart, 1848) besorgte. In Die Zstxxiatb zurückgekehrt, wurde Burckhardi in ,der Folge „zum _ roikffbr der Geschichte und Kunst- geschtchte an der Universitat zu Baiel ernannt und dann bsi Gründung dxs Polytechnikums in Zürich in gleichcr Eigenschaft an disse Anstalt berufen; er kehrte jedoch bald wieder an die Universität ssiner Vater- sint zurück. Im Jabre 1893 trat er in dén Rubesiayd. Jakob Burckhardt zeichnete 112!) als Schriftstellerebenso durch lichibolleDarftel1ung und Fein- heit der uffaffuzig wie durch gründliche Literatur- und Quellenkenntniß aus; Zu seinen althen erken gehörkn: .Die Kunstrverke der belgisäikn Sjadte' (Düsseldorf 1842); „Jakob von Hochstadkn, Erzbischof von Köln,“ (Bonn 1843); „Erzbischof Andreas von Krain und die' Tests Konzilsversammlung in Baiel 1482-84“ (Basel 1852). Ihnen folgten scine Hauptwerke: „Dcr Cicerwne, eine Anleitung zum Genuß der Kunstwerks Italiens“ (Basel 1855; 6. Auflage von W. Body, Leipzig 1893), worin in ireffendér Cbaraktcrisierung die wichiigeren MeisterwÜke Jtaliezis aus älterer und nsuerer Zeit dargsstelit smd; .Die Zkit Konstantm's des Großen“ (Basel 1853; 2. Auflage Leipzig 1881); ,Die Kultur der Renaissance in Italien“ (Basixl 1860; 4. Auflage, besorgt von L. Geiger, Leipzig 1885) und die „Geschichte dsr Renaissance in Italien“ (Stuttgart 1867; 3. Auflage, bearbsitct Von Holyinger, 1891).
Der erste internationale Mathematiker - Kongreß wurde. wie „W. T. B.“ meldet, gestern in Zürich in Anwesenheit von_Vertr€tern der Régierung und des Stadiratbs Von dem Professor Geiker-Züricb in der Aula d_cs Polytechnikxtms daselbst eröffnet. Etwa 200 Theilnebmer warxn er1chienen. Professor Rudio-Zürich sprach über Zweck und Ziele des Kongresses. Der nächste Kongreß sokl im Jabra 1900 in.Paris zuiammsntreten; weitere Kbpgrefie sollkn als- dann alle 3 bis 5 Jahre abgebaiten werdkn.
Land- und Forstwirthschaft.
U 9 b c r s i ck t
über die Thätigkeit des Vereins der forstlichen Versuchsanstaltcn Deutschlands sowie über die Arbeiten der preußischen Haupt=Station des forst: lichen Versuchswesens wiihrend des Jahres vom 1. April1896 bis dahin 1897.“
1. Verein der forstlichen VersuchSanstalten Deutschlands.
Die Versammlung dcs Vsreins deutscher forstlicber Ver- suchsansta1ten fand vom 18. bis 21. September 1896 in Ver- bindung mit dem internationalen Verbande forstlicher Versuchs- anstalten in Braunschweig statt. Es wurden folgende (Hogen- stände berathi'n: .
1) Erhebungen über die Verbreitungsgcbiete der Haupt- holzarten.
2) Sind die forstlich:nxeteorologischen Beobachiun en in der bisLerigen Weise fortzufahren oder sol1te einc Aon erung des bis erigen Systems ?intrxtxn?
3) Vereinbarun einheitlicher Bezeichnungen auf dem Gebiete der Holzmeß unde.
4) Altersbestimmung der Probestände.
5) Bestimmung der Meßhöhe an Bergdhänqen.
6) Berichterstattung über den Stand er Vereinsarbeiten und Beschlußfassung über Zeit und Ort der nächsten Ver- sammlung. _ „ __ Ferner wurden die ersuchsflachen der braunschwei nchen Jorstamtsbezirke Wolfenbuttel, Königslutter, Groß - ohde,
11. Arbeiten der Haupt-Station des forstlichen Versuchswesens in Preußen.
' 74; Arbeit'en der forstlichen Abtheilun . Die Wichtigsten Arbeiten der forstlichen Abtheilung des Hersuchs- wesens waren folgende:
1)_Neuanlage und wiekerholte Aufnahme von Ertra s- pxobeflachxn, Durchforstyngss Lichtung» und Streuversucßs- flachen 'm dex! Regierungsbezirken Erfurt, Hildesheim, Schlesw1g und m den Lehrrevieren.
2) Im Harz und in Thürin en wurde für die Unter- suchun en dex tc nischen Eigenschagften der Fichte und Weiß- tann_e aterial ge ammelt, welches während des Winters be- arbeitet wurde,
Zf) Die _„Untersuch_ungen Über das Raumgewicht und die Druck estigkeit der Wichtigsten Waldbäume, Theil 1, die Kiefxr“ wiirden mit Unterstüßung des Herrn Ministers bci Springer'in Berlin herauSgegcben.
4),Eme Bearbeitung der „ErJebniffc: der Durchforstungs: und, Lichtungsoersuche in Kiefern eständcn“ ist in der eit- schrzft fü; Forst- und Jagdwesen, Apxil- und Mai:.Heft 1 97, veroffentlicht.
5) Beibeiligung an den Untersuchungen der mechanisch: tkchnischen Versuchsanstalt Charlottenburg über das Blauwsrden des Kiefexnholzes.
6) Einleitung eines Versuchs, bstreffend die Verwendung des Buchenholzes zu Eisenbahnschweüen.
7) Erhebungen Über das Vorkommen der wichtigsten Holz- arten in Preußen.
8) Ueberwachung der Anbauversuchc mit ausländischcn Holzarten._
9) Diexistxeifen im Interesse der Versuchöarbeiten.
13. Arbeitsn der meteorolo ischen Abtheilung. Jorticßung der Be_obachtungen auf dcn?orstlich meteorologischen Stationen. Veroffentlichung der monatlichen Zusammen: Belliéigen und des )()(1. Jahresberichts bei Springer in
er m.
„0. Die Arbeiten der chemisch-physikaliscben Ab: theilung crjtrcckten sich auf eine Untersuchung übér die im Waldboden vorhandenen Bakterien und Pilzkcimc und deren Yedcutung für die Humusbildung, über die Einwirkung der Streucntnnge, über die Methoden des Nachweises von Waldbcschadigungcn durch Rauchgase, über Moor- und Torf: Zildixkngen und auf zahlreiche Bodenanalysen zu anderen
we en.
1). Arbeiten .der zoologischen Abtheilung. 1) Untersuchuzig iiber die BaciUenBergistung der Mäuse.
2) Veröffentlichung mxhrerer forst- und jagdzoologischer Auffaßs m der Zeitschrift fur Forst- und Jagdwesen.
15). Arb eiten der botanischen Abtheilung. 1) Fort- seßung der Untersuchung über Wachsthum Und Holzquantitäi der Kiefer.
2) Untersuchung von Buchenschweüen.
Z) Verschiedeme (Hutachtexi.
Saakenftand im nördlichen Frankreich.
Die Witterung in den Monaten Juni und Jxli war ziemlich wccbsclvvll, wedex besonders_günsiig noch ungünstig für di? Entwickelung der Saaten, staika Gewiitxricbauer haben indessen stellenweise Schaden angerichtet.
Die amtlichkn Sckxäßungxn born JULi d. J. weicbkn wenii; bon denen im Mat ab. Winterroggen ".ind Winterweizkn sind nach wie vor mit Nr. 3, .zikmlick) gut“, Roggen ctwas höher als Weizen bonitiert. Sommerweizen: geht in die Kategorie Nr. 2, „gut", über. Gkrste und Hafer sind als „ziemlich gut“ mit der NCigung zu „gut“ angesprochen.
Weiden, Wixsen, che und andere Futterkräuter haben Nr. 2, „gut“, sich Nr. 1, „sehr gut“, näbsrnd. Wiessngras, Klee u. dergl. gabxn emen vorzüglichn erstkn Schnitt, und diE Nachmabd wird vor- aubsicbtiich auch eine gute werdsn.
Kartoffeln Haben wieder Nr. 3 in den NorkdkparteMLnts, in anderen Theilen des L_andes sollen fi? Etwas nisbr VIrsprkcben. Die Zucker- rüben, kik: (_:nsangs Sommer im Wachtbum zurückgkbbeben waren, babsn sicb Lehr erholt, sodaß man jsßt auf einen ,gnten' Ertrag rscsYxkt Die Cidkräpfclérntk ist dagkgen auf ,mittelmäßiz“, Nr. 4, gx aß.
Die Eintcxgusfickpten in den übrigen Theilen Frankreichs find im wcscntlickyen dieyelbkn wie im Nordkn.
Man glaubt, daß Dic Wsizenernte kaum mehr als 80 Millioncn Doppclzentner betragen wird, sodaß um den Jahresbedarf Von 95 bis 96 Millionen Dovvelzentncr zu decken, kin auswärtiger Zuscbuf; bon ungéfäbr 15 Millionen Doppelzkntnern nothwendig sein würde, und zwar angseben von den Wkizenzufubren, welché ziir Wiéder- ausfubr als Pick)! bestimmt sind.
Saatenstand und Ernte in No_rd-Jtalien.
Das Mengen-Ergebniß der Weizencrnts ist um ein Drittel, wenn nicht mehr, bintkr dem Durchschnitt ziirückgebiisben. Die Güjc bk- iriekigt. Mais uud Neis stehen im aÜgemeinsn gut; in Hafer wird eine gate Mittelernte Erwartct.
Getreidemairki in Kalifornien. Nach Mittbkilunqkn der Pxoduktcnbörsc in San Francisco wczren die' Anfang Juni 5. J. in Californien Vorhandenen Getreideborratbe
folgende: _ Weizen . . . 1733 880 Zentncr (100 Psund zu 0,45359 kg), Mébl . . . . 94 960 äffer, Gerste. . . . 758 600 Z'ninkr, Zafer . . . . 81980 Zentner, oggen . . . 21360 21111161". Dkk aus der vorjäbrigen rnt€ berbliebknc Weizenborratb ist so- mit ein ungewöhnlich geringer geweicn und inzwischen durch VL!- schiffung noch vermindkrt worden. Der Ertrag _dkr neuen Weizen- ernte', wklcbe in diesém Staat in dkr zweitkn Hälfts dks Ykonats Juni auf ken Markt zu kommen beginnt, wird im gkax'nwartigkn Jahre ziemlich gleichförmig aui 8300310 i- (zu 2000 Pfund) be;- ansckzlagt. Soweit bis Etwa Mitte Juli beurtbeilt wcrden i_“onnte, ist di? Qualität Line gut?. Den Wsizenertkag Oxsgons und Watbingwns, ker zunächst allerdings noch wenigcr genau icitzustellen ist, schatzi man im (Ganzen auf ungefähr 500 000 t. Danach möcbtcn_ an der Pacific-Küste etwa 2423201191th Zentnkr Weizen für die AuSsubr ver-
wendbar sein.
Der in San Francisco am 1. Juli d. I. für Nr. 1 Export-
weizen gezahlte Preis war 1Dollar 2lkCents bis 1 Doliar 22 Ccnts für den Zentner.
Schiffe erhielten zu Anfang Juli 1). I. für Getreideladungen
(f. H- U. K. Havre, Antwerpen or Dunkirk) „€ 1. 2 si). 6 d
Die in dem Hafen liegenden nicbt cngagiertxn fremde'ii Schiffe
batten am 1. Juli eincn Gesammtgebali Von 120 945 RegisterxTons, die engagierten von 42 285 Register-Tons. Dcr Tonnengcbal! sammt- licher, zu Anfang Juli nach San Francisco unterwes be ndlicber oder für diesen Hafen lavender Fabrzcuge Wurde auf 22 409 * egister- Tons angegeben.
Der Landwirt!) steht jeßt vor der erbst-Saatzeit und damit
vor dem in vielen gut betriebenen Wirt schaften zur Regel gewordenen Ankauf ist überall da
neuen „Saatguts. Ein verständigex Samenwechsel anzuratben, wo das Ertragniß einer flanze
Sind die beisen Heiligenfiguren: links der heilige Wilhelm, " Ikpanzerter, kraftvoller, zuversichtlich in die Welt blickender Jüng-
ehre, Braunschweig und Gittelde sowie der Forstgarten zu Riddagshausen besichtigt.
nach
längerem Anbau zurückbleibt, ferner, wo s m