1872 / 89 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 15 Apr 1872 18:00:01 GMT) scan diff

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und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprixzzesizi dinirten bei den Kaiserlichen Eltern; - Ihre Majestgt, „ie Kaiserin-Königin besuchte Ihre Ma1estat die verwittwete Komgm in Charlottenburg. , .

- Sc. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz empfing am Sonnabend Vormittag den Vor- stand des deutschen LandwirthschastSraths, bestehend aus dem“ Landrath von Wedcll-Malchow, dem Grafen Solms-Laubach und dem Grafen zur Lippe. Nachmittags 4*/. Uhr stattete Höchstderselbc dem Feldmarschall Grafen von Wrangel eincn Gratulationshesuch ab, _ . _ , ,

Gestern wohnte Se. Kaiserliche und Korngliche Hoheit dem Gottesdienst in der St. Nikolai-Kirche bei , empfing spater das Präsidium des Reichstags und ertheilte dem Regierungs-Prgsi- denten von Puttkmmner, dem Geheimen Finanz-Rath Fabricius und dem Gerieral-Adjutant General-Lieutenanten von Trechow Audienzen. Nachmittags 4*/, Uhr, empfingen Ihre Kaiser- lichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzeisin den Besuch Ihrer Durchlaucht der Fürstin „Anton Radziwill mit der Marquese de Castellgne und begaben Sich um 5 Uhr zum Diner zu Ihreti Maiestaten.

Der Kronprinzliche Hof ist heute Nachmrttag 2 Uhr nach “dem Neuen Palais bei Potsdam iiberfiedelt. ' . ,

- Se. Königliche Hoheit der Prinz Friedrich Carl ist, einer Depesche aus Konstantirwpel vom 13. d. M*ts. zufolge, vom Sultan in besonderer Audienz empfangen worden.

“- Se. Majestät der Kaiser tt_nd Köziig haben zrir Erbauung einer evangelischen Kirche m_ Reichenhall ein Geschenk von 1000 Thalern zu bewilligen geruht.

- Bei Gründung des Deutschen Zollvereins wurde auf Grlmd des Artikel 29 des ersten 0llverenngmigs-Vertrages vom 22. März 1833 ein Centra -Bureau1ns Leben ge- rufen, dessen Sitz in Berlin sein sollte und zu welchem ein jeder Vereinßstaat einen Beamten zU ernennen die Befugnis; hatte. Nach den Bestimmungen des ' vorgedachtcn Artikels sollten die betreffenden Zolldirektionen die yon den Zoll-Erhe- bungsbehörden nach Ablauf eines jeden Vierteljahrs aufzustel- lenden Quartals -Extrakte, und die nach dem Ithes- uiid Vlieherschluffe aufzustellenden Finalabschlr'iffe iiber die resp. im Laufe, des Vierteljahres Und während des Rechnuiigs- jahres fällig gewordenen Zolleinnahmen in Hauptüber- sichten zusammentragen und diese sodann an das Central- Bureau einsenden. Letzteres hatte dann auf Grund

jener Vorlagen die provisorischen Abrechnungen zwischen den vereinigten Staaten von drei zu drei Monaten zu fertigen, dieselben den Central-Finanzftellcn der letzteren zur Ausgleichung des Geldpimktes einzusenden, rmd außerdem die

definitive Jahresabrechnung vorzubereiten. Dieser urspriing- liche GeschäftSkreis dcs Centrcjllmreau wurde schon auf der ersten Gencral-Zollkonferenz im Jahre 1836 (Z. 19 des Haupt- protokollS) erheblich erweitert und dem Bureau neben dem Abrechnungswcsen auch die Zusammenstellung einer Statistik des Handelsverkehrs im Zollvereinc Übertragen, insoweit diefer Verkehr aus den Kdtmnerzia[Übersichten der Zollbehörden und gemeinschaftliehen Anmeldeftellen erseheri werden kann. _

Das Centralhureau des Zollvereins ist hiernach seit dem Jahre 1834 ununterbrochen in Thätigkeit gewesen, hat aber Nach einem Besehluffe des BundLSrach vom 9. Februar d. J. mit 31. März d I. seine Funktidiren eingestellt, da nach Gründung des Deutschen Reiches das 2lhrechnung3wesen vom laufenden Jahre an durch das Zoll- und Steuer-Reckymmgs- Bureau des Reiches besorgt wird, während die Bearbeitung der Handelsstatistik des Zollvereins auf das in der Gründung begriffene statistische Amt des Reiches iibergeht.

An der Spitze des Central-Bureaus haben als Bevoll- mächtite der Zollvereinsstaaten gestanden, und zwar für Preu en: der Geheime Oder-Fiuanz-Nakh Windhdrn (1834 bis 39), der Geheime Finanz-Rath OffelSmeher (1839-43), der Geheime Oher-Finanz-Rath Hennig_ (1843-69), der General- Direktor der indirekten Steuern Hasselbach (1869-72); für Bayern: der Ober-Zdll-Rath Bever (1834-38), der Ministe- rial-Rath von Meixner (1838-1859), der Ministerial-Nath Ritter von Reichert (1859-65), der Qder-Zoll-Rath Gerdig 1865-68), der Ministerial-Rath Berr (1868-72). Die König- lich bayerischen Bevollmächtigten haben auch die Jntereffen der iibrigen Zollvereinsstaaten mit wahrgenmmnen, da letztere von der ihnen eingeräumten Befugnis; zur Abordnung eines Be- ZOZMÜWWM zum Central-Bureau nie Gebrauch gemacht

a en.

- Der Debit der Wechselstempelmarken nnd der Jestenipelten Blankets ist durch die Bekanntmachung vom 3. Dezember 1869 den Postanstalten Übertragen worden. Es werden dcinach Marken und Blankets zum Werthe von 1, 1“; und 3 Groschen bei allen Postanstalten, auch den Post-

Expeditioncn zweiter Klasse, seitdem Agenturen, verkauft, die Debitsstellen für Marken und Blankets von höheren Beträgen aber den Bedürfniffen gemäß besonders bestimmt. Gegenwärtig haben auch die Postverwaltungen von Bayern, Württemberg Und Baden den Debit der Marken und Blankets übernommen. Die der Postverwaltung fiir diese Miihewaltung zu gewäh- rende Entschädigung hat der Bundesrath in der Sihung vom 9. März 1). I. für das Jahr 1871 arif ufammen 44,845 Thlr. festgestellt. Für das Jahr 1872 und die ?pätere ukunft hat der Bundesrat!) unter Berücksichtigung der von der s' eichs-Postver- waltung auf Grund der biZherigen Erfahrungen aufgestellten Grundsatze iiber die Berechnung der Kosten für die Besorgung des Debits der Wechselftempelmarken und Blankets, sowie iiber

*die Bewilligung von Remunerationcn an die Postbeamten fiir

Besorgung der Debits eschäfte in der Sitzung vom 3. d. M. nach Anhörung der risschüffe fiirEisenhahnen, Post und Telegraphen, sowie fiir Rechnungswesen beschlossen, das; für den Debit der Wechselstempelmarken und Blankets der Reichs- Postverwaltung und den der ReichZ-Posiverwaltung nicht ange- schlossenen Staaten eine Entschädigung v0112'7PCt. der Brutto- Eizrnahme an Wechselstempelstcuer bis auf Weiteres zu ge- währen sei.

- Die zum Zweck der Arisarbeitung einer für das Deut- sche Reich zu erlaffeudeu Pharmacopöe niedergesehte Kom-

mrsfidn _hat unter “dem 8. d. M. dem Bundesrathe die' von. ihr bearbeitete lateinische Pharnmcopöe vdrgelegt.

- Die Arisschüffe des, Bundesrathes für Handel und Verkehr und fiir Iustizwesen, so wie die vereinigten AUZschüffe desselben fiir Zoll- und Steuerwesen und fÜr Justizwesen hielten heute Sihungcn ab. -

- Im weiteren Verlauf der vorgestrigen Sitzung des R e i ch s -- tags Wurde der Nachtra gZetat für 1872 (S. S. 2029 d.Bl.-) in zweiter Lesung-berathm. An der Debatte betheiligten fich der- Staats-Minister Delbrück und die Abgg. Richter (Rudolstadt), v. Benda und Duncker. Ein Antrag des AHT Richter", die zweite Lesung des Nachtragsetats zugleich mit er Berathung des Etats für 1873 vorzunehmen, und für beide Etats die gleiehent Gruppen von Konmriffarien zu ernennen, wurde ge- ne mig . .

- In der heutigen (6) Sitzun? des Reichstages, welcher am Tische des Bundesrathes der S aats-Minister Delbrück, der Geheime Legations-Rath König und andere Bundeßkommis- sarien deiwohnten, theilte der Präsident Dr. Simson zimächst das Nesriltat der Wahlen fiir die ständigen Kommissionen mit. Danach sind gewählt fiir die Geschäfts ordnungs-Kommis- s io n die Abgas als Vorsitzender 5. Bernuth, dessen Stellvertreter“ Graf zu Münster , als Schriftführer Roland mid Valentiii; fiir die PetitronSkommission als Vorsitzender Allnock), dessen. Stellvertreter von Cranach, als Schriftführer Frhr. von Dörnberg und Dr. Blum. - Ohne Debatte wurde hierauf in dritter Lesrmg die Uedereinkimft mit Spanien und Italien Über die AUZdehnung der zwischen dem Norddeutschen Bunde“ und den genannten Staaten bestehenden Konsular- Verträge aiif das Deutsche Reich (S. S. 2030 d. Bl.) genehmigt. - In der dritten Verathrmg iiber die Konsularkonvention zwischen dem Deutschen Reithe- und den Vereinigten Staaten von Amerika (S. S. 2031 d. Vl.) wies der Abgeordneten [)1'. Georgi auf die Nothwendigkeit des Abschlusses eines Vertrages mit Amerika hin, welcher im Interesse der deutschen Aritdren einen Schuh (texten Nachdruck m Amerika sichere. _Der Staats-Ministcr Delbrück erwiederte, daß der Llhsehlrzß cines folchen Vertrages beabsichtigt werde, indessen fehle bis 1th die erste IorauLseHung dazn, ein ÜÜLTUÜTWUÜUZ Verlagsrecht. Der Abg. Prince- Smith Protestirte egen die Auffaffung des Abg. Georgi,“ nicht den Autoren, wn ern den Buchhändlern komme der Schutz gegen Nachdruck zu Gute. Dem Abg. Schmidt (Stettin), welcher den Abschlriß einer Konsularkonvention mit Brasilien befürwortete , antwortete der Vunch-Konnniffar Geheime Le- gations-Rath Kömg, daß Versuche zu einem solehen bereits geo- xnacht seien. Die Adgg. Or, Schleiden und V1". Kapp dean- ra en:

g»Dcn Herrn-Reichskanzler aufzufordern, dafür Sorge tragen zu wollen, daß bei Gelegenheit des Austausches der Ratifikationen der Kmisular-Konvention zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika vom 11. De embcr 1871 protokollarisch kon- statirt werde: 1) daß der in dem Eng ischen Texte der Artikel 111. und 1)(. 5111) 2 gebrauchte Ausdruck »propsxtyayur tn der Bedeutung von 15:11 Oscars (Grundei cnthum) gcmcmtjxsci; daß der Artikel )(. obgleich derselbe nach der ; assung des engl: chen „Ye-xtes sich nur au-

crsoncn männlichen (Hes lechts bezieht, „gleichmaßig auch auf Per- stsozncn weiblichen Geschlechts Antvcndung findet) sollc.«

Der Bundeskommi ar Geheime Legations-Rath König er- klärte sich gegen diesen ntrag, der ]edoch schließlich mit großer Majoritc'it angenommen wurde. Der Vertrag selbst wurde

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hierauf genehmigt. - Zu dem Handels- und Schiffahrts- vertrag niit Portugal (S. S. 2031 dieses Blattes) beantra te Abgeordneter von Rochau, , eine Bestimmung hmzuzu uaen , wongck) Deserteure deutscher Nationalität vom Deutschen Reiche an Portugal nicht ausgeliefert

werden dürfen. Der Staats-Minifter Delbrück erklärte.

diese Attsle ung des Vertrages in diesem Sinne nach völkerrechtli en Grundsäßen fiir selbstverständlich und empfahl dringend die Ablehnung des Antrages. Nach länge- rer Debatte, an der sich außer dem Antragsteller die Abgg. ])r. Banks, Ur. Schwarze, Bürgers und Graf von Kleist betheiligten, wurde der AntraÉ an enommen und der Vertra im Uebrrgen Zenehmegt. - ri «chluß des Blattes ging daZ Haus zur er en Berathung" Über den Gesetzentwurf, be- treffend die Rechtsverhältnisse der Reichsbeainten, iiber, die von dem Bundeskoinmiffar Geheimen Ober-Regie- rungs-Rath Achenbach durch einen erläuternden Vortrag cin- gelcitet wurde.

- Dem »Militär-Woehenblatta ist eine s umm a ris ch e ZU- sammenstellung von der Stärke der deutsch en Heere i'm Feldzuge ,d er Jahre 1870-71 heigefii t. Nach der- selben zählten die deiitschexi Heere im August 1 70: 1,183,389 Mann 780,723 M. mobil, 402,666 M. immobil) und 250,373 Pferde 213,159 mobil, 37,214 M. immobil). Im September 1870 sank die Stärke (dnrch Verminderung der immobilen Truppen) auf 1,163518 Mann (813,280 M. mobil, 350,238 M. immodil), die der Pferde ftir auf 252,193 (218,093 mobil, 34,100 imriwbil). Dann wuch die Zahl der Truppen allmo- natlich, bis sie im Februar 1871 ihren Zöhevrmkt erreichte, 1,350,787 Malm (936,915 M. mobil, 413, 72 M. immobil), 263,735 Pferdech232,398 mobil, 31,337 immobil). Seitdem sank die Stärke der Heereallnwnatlich his zum Juni1871auf869,207 Mann, (502,815 M. mobil, 366,392 M. immodil) und 212,946 Pferde (155,378 mobil, 57,568 immo sil). Der höchste Pferde- bestand war im März 1871: 265,50 Pferde (233,196 mobil, 32,312 immobil). - Die Maxiiimlstärke der einzelnen deutschen Heere war folgende: Preußen ( ehritar 1871) 1,028126Ma1m 718,726 M. mobil, 309,400 3 . immobil), 199,118 Pferde 176,949 mobil, 22,169 immobil. Sachsen (Februar 1871) 60,942 Mann (43,911 M. mobil, 3,031 M. immobil), (März 1871) 14,238 Pferde (12,407 mobil, 1831 immobil). Mecklen- burg („März 1871) 13,689 Mann (8,625 M. mobil, 5064 M. immobil), (April 1871) 2650 Pferde (2197 mobil, 4573 im- indbil). Vahern (Januar 1871) 151,023 Mann (105,413 M. mobil, 45,610 M. immobil), 29,552 Pferde (24,7 3 mobil, 4849 immodil). Württemberg (März 1871) 41,920 Mann (29,337 M. mobil, 12,583 M. immobil), (Oktober 1870) 9410 Pferde (8606111050, 804 immodil). Baden Februar 1871) 38,858 Mann (24,742 M. mobil , 14,116 M. immobil), (De:- zember 1870) 8126 Pferde 7104 mobil, 1022011111050). Heffm (Mär 1871) 24,908 Mann (16,408 M. mobil , 8500 M. im- modil), (August1870) 5231 Pferde (4530 mobil, 701 immddil). Die Offiziere, Kranken und Nichtkdmliéittanten sind in der ('M- grgebencu Kopfstärke mit enthalten.

- S. M. Schrauben-Kandnenl300t »Vliya“ ist UÜck) be- endigter Ergänzung seiner Vorräthe am 13. d. Mrs. von Wilhelmshaven nach seinem Stationsdrte Altona ziiriiek- gekehrt. An dcmselbenTage ist der TranSportdmnpfer »Eidera“, von Wilhelmshaven konmrend, in Kiel eingetroffen.

- S. M. Srhranlien-Kdrvette »Virietaa ist am "26. März er., von Bahia kommend, vor Port of Spain, Trinidad, eingetroffen,“ da die daselbst herrschende Blattern- krankheit den Verkehr mit dem Laude aUSschloß, beabsichtigte das SchiffZ-Kommaudo, am folgenden TÜV wieder in See zu “gehen und zunächst St. Vincent, dann St. &homas anzulaufen.

- Es bestätigt sich, daß die Postunterhandlungen mit Spanien zum befriedigenden Abschlriß gelangt sind. Der Vertrag, welcher das Porto zwischen dem Deutschen Reiche und

Spanien, einschließlich der balearischen und canarischen Inseln, '

auf 3 Sgr. festsetzt, wird in_ den nächsten Tagen zur Unter- zeichnung gelangen, Ein Artikel deffelbcn sichert auch der Korrespondenz zwisehen Oe erreich und Spanien die gleichen "Begünstigungen. Um bal möglichst zu der im Vertrage in AuZficht genommenen weiteren, Ermäßigung auf 2'/._. Sgr. zu gelangen, wird ein täglicher direkter Aristausch der Briefpackete mit Spanien auf den Routen tiber Saar- brr'ick-Melz und Straßburg-AVrieourt eingerichtet mit Vermeidrmg des" Transits dureh “Belgien, weleher iiur fiir einen Theil der Kdrresponderiz vorläritig noch beibe- halten wird. Auch fiir die mit den deuts chL1l Postdam- Pfern zur Beförderrmg gelaiigende Korresponde115_ nach ,den spanischen Antillen wird dass Gelmiimtpdrtd aus 3, spater auf 2x, Groschen ermäßigt, was fiir den erheljliihen Briefver- kehr mit Eriba, immentlicl) artet) zur Vermeidung des kost-

ipieligexi Weges über Belgien und England, von Wichtigkeit ist. Die Administrationen der deutschen Postdampferlinien in Hamburg und Bremen sind den derallfigen Bemühungen der Reichs-PoftvcrwaltunJ mit anerkennenswerther Bereitwrlligkeit eiitgegengckommcn. .luf marokkanischcm Gebiet hat die spa- nische Regierung geordnete Postanstalten in Tctuan, Tan er, Larrache, Casa Blanca Rabat, Mazagan Saffi und Moga or errichtet, und sich das Verdienst erworben, regelmäßige Post- verbmdrzn en zwisehen denselben nnter Ueberwindung großer Schwrerig eiten zu organifiren. Auch auf denPostverkehr mit diese:) Orten soll der neue Vertrag Anwendung finden, so daß [Zeispielsweise' em Brief bis zu 15 Grammen Gewicht von „Hamburg biH Mogador fiir 3 Sgr., im nächsten Jahr fÜr 2J/, Sgr. ltefordert werden wird. Nach den Philippinen wird die Postheforderung durch Vermittelung britischer Dampfer, wre bisher, beWirkt.

- Am 13. d. M. ist der von Hinterpommern Um 6 Uhr Abends fahrplgnmäizig hier ankommende Couricrzug um 43 Miimtcn veripatet eingetroffen , weil die Zugnmschine dienstunfahig geworden war.

- Der Fürst Hugo von“Hohenldhe-Oehringen, Herzog von U]Lst, und die Fürstin Pauline, geborene FZLYÜUZ pon Fürstenberg, begehen am heutigen Tage ihr 251ahriges Hochzeitsfest. Zu dieser Feier sind von außerhalb eingetroffen der Fürst, die Prinzessin Amelie und der Erbprinz Carl Egon von Fürstenberg, der Fürst von Hohenlohe-Walden- burg-Schillingsfiirst nebst Gemahlin und Prinzessin Tochter, der Fürst zn HohenloheLangenburg, der Prinz Friedrich zu Hohenlohe-Oehringen nebst Gemahlin, der Cardinal-Priester Gustav, Prinz zu Hohenlohe-Sehillinngiirst.

- Die neuesten Bulletins iiber den Zustand des Erb- Prinzen von Ratibor lauten:

Berlin, 14. “April, 11 Uhr V. M. Cine Versckylimxnrrung des Zustandes ist seit gestern nicht eingetreten; der Nachlaß dcs Fiebers

dauert Fort; die Beschaffenheit der in der Brusthöhle fich ansammeln- den Flusngkeit ist weniger fartlig wie gestern.

Berlin,. 15. April. Das Fieber hat seit gestern wieder abge- nonynen. Die Nacht ist ruhig und der Appetit gut gewesen. Die farilige Absonderung m der Briifthöhle dauert indcß noch fort.

- „Anm Besten ch unter dem Allerhöchsten Protektorate Ihrer Majestät der Kaiserin-Königin stehenden Vater- ländischen Frauen-VereinZ hat die Gesellschaft der Gartenfreunde Berlins auch in diesem Jahre in der Reitbahn deZKd'niglichen KriegZ-- kinisteririms eine AriIstellung von Pflanzen, Blumen, Friichten, Gemüsen u. s. w. veraustaltct, welche am 13. d. M. eröffnet und deren Schluß auf den 17. d. M. festgeseht worden ist. In dem, dem augenblicklichen Zweck ent- sprechend Umgewandclten Lokale stehen artf einem besonders anqeschiitteten Hügel rider einer Fiille von Orchideeii, Azaleen un manchen seltenen Pflanzen, umgehen von Lorbeerbäumen, die liekränzten Büsten Ihrer Majestäteu des Kaisers und der Kaiserin, Allerhöchstwelche die Ausstellung in der zwölften Stunde des gestrigen Tages 'in Begleitung Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Friedrich Carl mit Ihrem Besuch beehrt hat. Unter den ausqesehten Ehrenpreisen sind zu erwäh- nen: der von Sr. Majestät dem Kaiser und Könige, eine goldene Denkmiinr, welche das PreiSrichteramt einstimmig dem Kunst- Und ÖÜUl-UZ (irtner Allardt nerkaifnt hat,“ der Ehrenpreis Ihrer Majeftat der Kaiserin-Kdnigin, ein Blumentisck), deffcti Porzellanplatte die Alsbildung des hiesigen Königlichen Palais träY, und welcher dem Kunst- und Haiidclsgärtner Hoffmann zn «heil wurde,“ endlich der Ehrenpreis von Ihrer Majestät der verwittweten Königin, ein Theeservis , das der Kunst- und Handelsgärtncr Bading erhielt.

- Der General der Infanterie von Hollebcn ist auf scirren Wunsch von dem Vorst des Verwaltungsrach der Kaiser - Wilhelm - Stiftung ent sunden, Und der General- Lieutenaiit 3. D. v. Borcke hat den von Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit dem Kronprinzen ihm iiber- tragenen Vorsih Überndimnen.

- Der Fürstlich schwarzburgisch Minister von ElZner 3. D. auf Niede'r-Adelswrf in Schlesien, welcher an Stelle des verstorbenen Wirklichen Geheimen Reich von Sydow zum Prä- sidenten dcs Central-Kdmites der. deutichcn Vereine zu Pflege im Felde verwundeter rind erkrankter Krieger ernannt worden ist, wird in Folge dieser Ernennung nach Berlin iibersiedeln, Um seinen Obliegenheiten im vollen Maße genügen zu kömren.

- Nach der von dem hiesigen städtischen statistisehen Bureau jetZt veröffentlichten Uebersicht der definitiven Ergebnisse der Volks- zählunJ vom 1. Dezember 1871 hatte Berlin am genannten Tage eine Bevölkerung von 822,56!) ortsariweseirdeii Ein- wdhrierii, darriiiter 21,448 Militärs inkl. Angehörigen. Dazu kommen troll) Strombeviilkerimg 3002, dipldiimtisrhes Corps