1872 / 89 p. 7 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 15 Apr 1872 18:00:01 GMT) scan diff

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n'erdgn kam?. Ich glaube, meine Herrxn, daß die Arzfgabe ker Sta- tistik.!m A(lqcmcincn eine so umfongrcxche und so Wichtige ist", und daß mncrbalb derselben wieder die Auxgabc der Statistik, welche das nöthige Material zu 1chaffcn hat, für _ck Zwecke, welche dem Reiche durch die- Vcrfasfung gcsicüt weiden, „cxykso mfaffcnde ist, daß ein selbständiges Oeßan fur die Rctclxsßatnnk fich vo'..kommcn rechtsexti t, und daß neben cmsclben, und m Ergänzung u einander die, stai- ßischen Organe der Einzelstaaten ebenfalls frucht ,ringcnd wcrden fort- wirkcn können. -- Wen“- mm der Herr Vorredner übcr dic Hö“? der Forderung eine Bemerkung gemacht hat, so beruht dieselbe, gigi e ich, auf einem Jrrtk-um. Die „Höhe der Forderung im Ordmarium beträgt im Nachtragsetat 23,0004hlr. und wird, da bier, die Gchältcx mtr für 3; Jahre aus ebracht sind, im Etat pro 1873 vielleicht 70,00 Thaler höher ausfa en. Jedenfalls cxreicht sie nicht die Grenze, welche der HerrVorredner anzugeben , jedenfalls aus erthum, vcr- anlaßt gewesen 1|.

- Die dem RetchstaJ€ vorgelegte Uebersicht iiber die Gase gebung, so imc ie E1nrichtung und denGanZ ldertt erwaltung tn Elsaß-Lothringen fiir1871/7' an e :

Die nachstehende Uebersicht reich? bis- zum April „1872.-„Sie ist nach folgenden Gesichtspunkten geordnet: 1. Regelung der Beziehun- gen zu Frankreich; 11. Beseitigung der- durch den Km herbeigeführ- ten Schäden; 111. Militara11gclege:*heiten; 17. Ju izverwaltung ,' 117. Innere Verwaltung,“ 171. Bauwejen, Vcrkebröansialtcn, Handel, Landwirthscyaft; 1711. 11111errichtsverwaliung und Kultusimgciegen- heiten; 1111. Finanzverwaltung. .

1. Regelung, der Beziehungen zu Franerieh. (Liqixidi- rung der ehemaligen Trésoxerios Zénérulc-T) Mtt- dem Eintritt der deutschen Vcrwammg an dcn Haupkorten Her Departements wurde die Liquidirung der sranzösksclden *l'rézororisz générulsz, der Departements anqeordnet und durch Kommissare betrieben. Baar- bestände waxen fast gar nicht vorgefundxn worden, daxcgcn «(Jab fich aus den VÜch4cx11, daß in die "l'a-ésore-rxsx, dcn franz sischen escken entsprechend, cme große Menge von e'i'oniös geflossen waren, Welche die Dcparicinwits, die Kommunen, 3Die Sparkassen und öffentliäyen Anstalten ]cdcr„Art theils in die “l'résorsmc-Z, theils in die mit den- selbcn untcr emixr Verwaltung stehende und“ Verbundene (“31550 (19 (169615 sc 6011512118110118 ab?11_führcn verpflichtet waren und welche die Staatskaffe diesen Korpora WUTU verschuldete. .

Ebenso wqrcn sehr erhebliche Drpofitcngelder aus Fall.:sscnunts, Kautionen, Adxudikationcn und anderen Entstehungsgriinden dorthin gcfiossen. Die Auf abe der mit der Liqmdirung beauftragten Kom- mission bestand ivchntiich in dcr Klarsteüung dieser Forderungen, um dieselben in den FriedeUSvcrhandlungen zu sichcrn und demnächst gcgen Franxrcich geltend machen zu können. Die Rabl dicser Fordc- rungcn beläuft sech auf mehrere Tausend und die "Gesammthöye auf mehr als 40 Millionen Franken.

Beim Jahresschwß waren in den ehemaligen Dcpartcmcnts des Ober- und Nicdcr-Rhcin die meisten Jordcrimgm klar gestellt, und auch für das Dcpartemcnt der Mosel und die beiden abgetretenen Arrondisscmcnts dis Mkitrthc-Dcpartcmcnts konnte wenigstens ein crycbiiciécr Theil fcstgcstcllt wcrden.

Es 16 dadurch eine Vorarbeit für die nach Artikel 11 der Frank- furter thsaß-Konvcntion zum Jricdcnsvcrtragc vom 11. Dezember 1871 chGcicßbsa1t f. Eisaß-thhringcn 1872, Seite 63) einzuscßcndc gc- miychtc Kcmnnsfion geschamn Worden, welche dercn Aufgake wcscnt- lich crlciaxtcrn wird..

. Ueber die Bildung dicser Liquidations-Kommisfion, als dcrcn Eis Straßbzirg in Aussicht genommen ist, 61113 Vcrlxandlungm mit der franzöfi1chcn Nrgicrimg cingclcitet, kcrcn Abschwß bevorsteht.

Den Sparkassen wurden auf ihre Guthaben Vorsclyüne aus Landcsfcnds zum Velaufc von 4»,200,000 Franfcn, dcn Gemeinden von 1; Millionen Franken gcwävrt. Frgnkrcich hat auf die Schuld an die Sparkassen 105001700 J-remkcn abstblägiich gezahlt, womit die Wiederaufnahme der Gcsckä te der Sparkaffcn unterstiißt ist.

(Liquidation der fra:13_öfi_chen Banksukfursalen) Nac!) Ucbcrgabc der Stadt Straßbur vcrrügtc der Civil-Kommiffar dic Liait.datio11 dcr doxxigcn Suikur nie der Zanqus (13 D*ranmz und demnächst nach dxr Bcnßnalxme von Mühlhausen und Meß auch die der beiden dor- tigen Sukkursalen. Die wichtigste Arbeit war die as1mälige Realisi- rung der Wxchsclportcfcuillcs, welche in Straßburg 17-3 Millionm, in Mühlhamcn etwa 2 MiUioncn und in Meß ctkva 4 Millionen Frankcn betrugen. Sämmtlichc Liquidationen, für Welche durch das S*chlußprotofou zu der Zusaß-Konvmtion vom 11 Dezember 1871 -- §. 9 - eine Frist von drci Monaten vom A-iistausch dcr Ratifika- tionen ab festgestellt war, ?wurdcn ohne Krcditerschüttccun en und ohne Verlust für die Lunqncz (16 Frnuos abgewickelt. „km: in Straßburg, wo die Aufgabe selir scbwmig war, zog sich die Beendi- gung noch kurze Zeit über den; 31. Dczcmbcr 1871 hinaus.

. „(Grenzxcgulirung und Errichtung nruer Hoheitszeichen. Während die internationale Kommifsiqn die Absteckung der neuen,. renze- egen Frankreich vollendet und die definitive Vrrsteinung und Vcrme ung eingeleitet hat, sind die nötbigcn Vorkehrungen getroffen, um. sowohl die Grenzvermarkzm gcgcnübcr dcn aydercn Nachbarstaaten zu reki- dtrcnöachls auch die _cßchcnden Ganzsachen den neuen. Vnhaltnissxn anzu n.

vaterxs 111 bereits übexau da geschehen, wo s01che Grenzzeichm an ößcntiuhcn Straßen ckbe oder sonß sicb afF-axxffälli envieésm.“

Auf Staatsz und sonstigen öffmtlicben Gebäydcn sßjd dic. frqn- zosiscbcti Aufschriften durck„entspxcchrnde Kutsche, ersol"?-

Mtt Wteyercinführung deutscher Orts und, Sky ßxynachn- und FLOYY Bczctwnung, von Gemeinhen- und. Stifwy'astxxßk-Um

(Regclung der kirchliche!) Sprengel.) Der Artikels des ebens- vertragcs, wonach die poxittscbx Grenze Zwischen Elsaß- Lo yringm kad Jrarxerrch auch für die erkxamkcit cr kirchlichen 'Le-hörden in beiden “Lanockn. maßgebend sxm 011, ist in Bezug au die bcidm cyan ck1schk11Klrckt11 und die tsraelitischc11 Glaubcusgmo cn volksiän- diß_ urchgcführt. Dq egen ligt eme die neue Gre e cntiPrecheude A andcxung dcr kgtdoii chen Dtézcscnbczirke noch nich stattgefunden.

(Km crgxabstattcn.) Die tm Artikel 16 des Friedensvertraßes vom 10._ Taxv. J. von bqtdcn Regierungen übernommene Verpflich- tyng, dic Graber der auf ihren Gebieten bccrdigtcn Soldaten respek- ttrcn, und unterhalten zu la “cn, hat für Elsaß-Lothringm in dem (Heft); vqm 2. Felxruar 1872, eircffend die Kxiegcrßrabsiätten (Ges-M blatt Settc123), cm; Grundla c„crba1ten, welche die Erfüllung dieser Verpflichtung tu ckmm „.alle ' uckschtcn der Pietät wahrcnden Um- fange sichex zu stellen gcßattct.

(Aus11r1crung der franzöxsäxu Straf efangmm und Gästek- krankcn.) In den Strafanftan alten u En isheim (für Männer) Und Zu Hagenau (für Weiber) befindet ck eine erhebliche Anzah Gt-

qngcncr, zvc1che, nicht Angehörige von Elsaß-LotlFingen und auch nicht von nzländischen GcrichtSbötcn verurtheilt sin .

Von diesen werden die Nationalfranzoscn nach Ariikel 4, dcr Zusaxfonvctznon vom 11. Dezember. 1871 an Frankreich ausgeliefert Werden. Dze Vcrhgndlungenxarüber schweben noch.

Aueh Hte Ausvcferunk der Frankreich ange örigm Gcisteökranxm hat noch nicht um Absch ebracht werden k nnen.

11. Be r ttguyg der urch den Krieg hcrbeigxfübrien St_haden. Eykschädtgung für KriegSlcisiun en und Be1chicßung schaden.) Unnu_ttc1bar“„nach dxr Einnahme traßburgs wurdo dc Feststcaung der durch dix Be chteßung der Stadt verursachten Schäden a_ngeoxdnet ,und zu dieycm chufc unter dem Vorßß des Pcächm cxne uberwrcgcnd, aus Straßburger Bürgern bestehende Kommission cmgcsrßi, wclche 111 der Regel durch kontradiftoristhe Verhandlung so- wohl die menybüiar-„Wte die Mobiliarschädm nach Maßgabe einer durch den Civilk-Jmnnffar xrlaffenen Instruktion zu ermitteln baue. Nach mxhrnzozmthen Arbeiten, konnte sie die Immobiliarschädeai auf ciwa 20 M1U1011t11 Franken dix Mobiliarsthädm auf etwa 30 Mil- lionen veranschlagen. In ähnlicher Weise wurde an anderen Orion vorgc augen.

urch bas Gcsek. vom 14. Juni 1871 (Reichsgeseßblatt 1871, Seite 247), bxtreffcnd dcn Ersaß yonKrie schäden und Kricgßleißun- Y_ffwxlrde eine feste Basis für die Gewährung der Vergütungen ge-

rn. '

Der _VorschrüYdes Gesetzes, emäß wurden für die, Vergüm dcr Bcschtcßmigs1chadcxi Jo1nnnsi?011cn gebildet und in der WM Liisannncngcsth, daß die alfte der Mitglieder aus Lanchangchörich,

ie andere au§ deutschen eamtcn. bestand, der Vorfißende aber e'nt- Weder der Prafckt oder der Kreisdixckior war.

'Im Obcerlsixß wurd_e eme besondere Kommission für Neu, Brctmch und cme_fur das ubrigc Deyartcment in Colmar gebildet.

JW Unter-Eliaß wurdcn Kommissionen cianscßt: In Schlett- skadt 1111? den Kreis Sck1cttstadt, in Weißenburg fur den gleichnami en Krctes untd in Straßburg fur eraßburg und das übrige He- par emen .

. In Lothringen warden Kommissionen eingescßt für Dicdenhoftzn, Bitsch, Pfa1zburg, Marsal und Meß, lcßtcrc zugteich für das übrige Departement. ,

_ Ex“; wnrden UUPIUÖW 1871 zur Zablimg auf festgestellte Schäden ubcrxvixsxgi: ctwgs nber 42 Mikiwnm Franken. Da die Arbeiten der Hommxsnoncn nz Straßbuxg und Mcß noch nicht beendet find, auch ubcrail da, wo du Rciablimcnicntspfiicbt bei Jmmobiliarschäden aus- cspxocchi wurdc, Ratcmablungcn zur Sickxerheit der Verwendung der 1111ck61Ö1§11111g§gc1dek staitündcn, so ist mit jener Summe noch nickt Fanz dic Haute aller fcstgestcütcn und noch zur Jeststcüimg gelangen- cn Vcschwßungsschädcn gedeckt.

Mic_EUtschcidung iiber die Krichlcisiungsvcrgütungcn wurden in de;) “sztrks-Hauptortcn Kommi-isioncn _für jeden Bezirk eingcscßt. Die muhssmc und dxtaiUirtc Arbeit die1cr Kommissionen War Ende 1871 noch, nicht so Mit gkfördcrt, Um erhebliche Zahlun en lcisten zu 1613-1391, Man, bcgmiigte sich in einzelnen “drinqcnden e_säükn) Vor- schumc zn cwäbrcn, wclche indessen im Ganzen Die Höhe von einigen hundcrttaxt cnd Franken nicht über cigcn.

(Wicdcrhcrstcllung dcr Besiizädigngcn öffentlicher Bauten.) Das

Bestreben der Bauverwaliung ist dahin gerichtet gewesen, die Spuren des Krieges, übcrq-U möglichst schnell zu bcscitigen. Man hat, dir Wudcphcrstcuung der Straßen, die zum Theil nb'craus „gelitten battxn, mit Eifer in Angriff genommen. Namentlich in, Lothrmgcn find dzeStraßcn aber während des Krieges zum Theil m soirhcm Maße _rum:rt_ wordcxi, daß erst nachAblauf 'der diesjähri- gxn_Bau-p„crwde dic nöthigcn WtcdcrhcrßcllungSarbeitcn übckall durch- gcfubrt sem Werken.

Di“ Kanäle 11113 1131 September v. J. gesperrt worden undso ?exxxstxßt, daß die Schiffahrt seitdem auf denselben im besten Bt- ,rtc .e 1 .

, Die Wicderbcxstrllung der zerstörten Brücken. ix meist beendet. Die. dmc!) dcn Kras, unterbrochenen Arbeiten. zux “chiffbarmacbung dxr, Mysxk von der- „andes rcnze bis Meß und zuniBau- cines Vcc- bmdungs „anals vom Saar ohlenxKanal u den Salmen von DMU;

find !?!,cxchfalks wieder aufgenommen wo: cn.

vpm. 14“. uli. 187.1 (Gxsekhlatt.„für_„ Elsaß-Lothringm Scitx, 18; 1')„das“G , c , betreffend,. die“ Quocitexiczflung, für die bcivaffncte,Ma

wahrend des ricdctiszußandcs, vom 2). Mai 1868 nebst dem craänzm. dx». GWH: Wm.,Z; SWWM 187011md dcr stübpung-Nnßmktiox vom 31. Dezember 1' , 2) das Ediktsfxbex die .lufhebu'ng &er nxrskipMe- und..] Wodkes-rung; vom- 30. Okwber, 1811; mbß: dm

.nyenyßgxmz. ungen, delxNegxmunts über die Raeumch

„1;"M““i-litärangelchnhoiten. Nachdcm durch das GOZ

217.3

pfiegun der Tru von im Frieden vom 13. Mai 1858 eingeführt waren nd durcb as Grieß vom 23. Januar 1872_(Ge1cßb1att 1872 S. 83) die Artikel„57, 58, 59, 61, „63, 64 und 6:3 der Verfassung, welche das Reichskrichivescn or.:dnen, m Kraft gcscßt.. .

Gleichitig wurde das RctOSgcscß, betreffend Die Verpflichtung um Krieng-imfte, vom 9. Rovcjybcr 1867 und das Gesch, betreffend Lie Friedenspräscnzsiärke des dcntrchen Heeres und die Ausgaben dessel- ben jür die Jahre 1872, 1873 und 1874 publizirt. .

Die in 5. 2 des Gesetzes vom 14. e711111 1871, betxxffmk; die Quartierlcistun Lc. vorläufig anacordnctc Sewisflaffcn - Eintbeilimg der Städte ist 7er Lie StädtcStraßburg, Meß, Mühlhausen, Diedcn- “hosen, Saargrmünd und Thann modifizirt durch das Gesch vom 13. c"immar 1872 (Geseßblatt “Seite 60).

“Um die um Schuß; des Landes nötbigcn Festungshautcn _durrh- “zuführen, un den bcihciligtcn Grundbcfißcm die Vorthctle zu m_hern, welche das Reichsgcseß, betreffend Beschränkungen des Grundeigen- -thums in der Umgebung von Festungen, vom 21. Dezember 1*71 .gewährt- ist dieses Gescß durch das unterm 21. Fcbruax 1872 Aller- höcvftdvolltzogxne Gesch (Gcscß-Biatt S. 133) auf Elsaß-Lokhringen au „trim .

sgAnf Grund des 5. 3.3 des Reichsgcseßes isi demnächst uxitmn 26. Fcbmar m'. bekannt gemacht (Gescßblait S. 147), daß dre Er- WxitcxuugYer Festungsanlagen VO!) Meß und Straßburg bezw. deren Rayons mAusficvt genommen set.

Um die Aus:)ebuna , wclche; zungchst im Oktoher 1872.11attfindcn soll, vorzubereiten, sodann mit Rucknchx auf dre zahlreichen, dem Beurlaubtenkiande angehörigen Mannscha7ten aus anderrxi de,utsch_cn Bundesüaaten, welcbe fich in Elsaß-Lytbringen aufhaitcxi, ist die Em- 4heitung in Landwebr-Vataillons-Beztrke , deren 11 gchxldex find.,„un- term 19. Februar 1872 anxcordnet worden. Sodann ist_dic Militär- Ersas-Inßrukxion mittel ' Verordnung vom 26. Marz 01'. cm-

führt, und sind dabei Bestimmungen gctroffezi jyorchi, um den „2 des Gesch vom 23. Februar or., Welcher fur,_die_nachßcn Jahre eine billige Rückfichtrmiime auf pic_besot_iderxn Verhaltmpc des Landes bexüßlich dcr Ableiskung der Militarpflxcht in Aussicht teilt, durchzu- rm. süd Für die Einfühmng der Militärgcseke und Vcrordnun en, weiche Artikel 61 der Vcrfaffunß dcs Wrixeren nöthig" macht, md die er- Frderlichchorlagm vor creitci. Emdaraufbczugltcher Gescßentwurf 'egt dem Bundesratbe, vor. _ _

Es ist endlich unterm 28. Marz 01". em Gesch Allcrböchst voll- ogen worden, durch Welches Bcstmmmn m _übcr „danaffcn cbrauch Les Militärs im Friedensdicnße im We entliehen 1111 Anschlu an die *in Preußen, clkenden Vorschriften getroffen werden.

111. Iußtizverwaltung. Nach Bcfißnahme des Landes war ein fast allgemeiner Gerichtsffillftmzd eingetreten, 1ve1chcr den Abschluß dcöFriedms übrrdauertc. Die Mitglieder der Tribunale ersier Instanz und der Appeaböfe hatten auf Weisung des §011701112111611T 516 13 61:16an mnimmlo bcbarrlicl) ]ed-„e Foxtseßung ihrcrkaatigkyt ge- weigert; ibremVorgang-r folgten die meisten Frachtsrickztrr, wahrend eine Minderzahl sich auf Vergleiclwxrbandlungen m Matericn dcr fcicdc11sz1crichtléchcn Zuständigkeit bcijchrßnktex von dm bestehenden 4 Handckégcriäztcn smd 11111? zwei,.“ htc 1x1 Mublhaiiscn 11111) qumgr, in unumcrbwchcner, wcnn anch „zeithise durch die Kriegscrxtgnxffe gcüörtcr Wirksamkeit geblieben,“ die beiden andqrn haben die em- Zcsicütcn Funktionen alsbald nach dem Frieden Wieder aufgenommczi.

Für die So allgemein ausgciachzxxi Oraaxic dcr RWtwrechung m Bürgerlichen Angelegenheiten provisorixchcn Ermß zu 1621177911, wax uu- t-huniich. Der Versuch würde, scibn Wenn zu richtcrlicbcn (x_unk- *tioncn geeigxirte Personen in gcnügcndchqbl (112131111) sigi) 1191th smdcn lassen, an der ).lmvi11fäl)rigkeit_ des 11_[11'1gc11- nx deni kiinstlichen Organismus dcs Gerichtswescns crs-Zxdcrlichcn Perxonais gcixbcitcrt *scin. Polizei-Uebertrctungcn nnd Fornxrepci smd m den erheblichercn Fällen von eingesesixn 511olizci-Kmmntffaren und Forßbeamtcn, politische und grmeingcfährlichc Verbrechen ix_nd Vergehen von dxn Kriegsgxrichtcn in Mcp und Straßburg vcrxolgt und abgcuribeilt worden.

Lastete ein Yo anomalcr Zustankz nacbihciiig auf dem Lande, so =er1cichtcr1e er. an crcrseits dic Durchfuvrun§x vcrscbxedcncx, durcb i_zte Erfahrung in deutschen Rccbxsgcbictxn, bciyabrter und mxt ch 5 rm- zipicn- einer künftigen dciittcben CMl-Yr_ozcßord11ung m Em lang stehender Aenderungen der Gcrichtsorqani1atwn, wclche 111 dem Gesc.» bctreffend Abändcrnn en der Gesichtsvcrfaffuxuy vom 14. Juli 1871 (Gescsblatt Seite 175? und dcr steh anschiicßcizdctx Ka11cr11chcn Vcr- ordmmg zur, Ausführung des Gescßess vom namlichcn. Tage (Gesek- biatt Seite 169) niedergelcai snd. ,

Danach ist an. die STeUe dchppclUwfc uz Meß „und Colmar ein einziges, m zivci Senate gctvciltcs Appellationsgcxeaxr unc dcm Sisx in lcykerer Stadt gcirctm,“ 12 feinere, zum Tlieil ganz xmzu- reichend bcschäfiigke Tribunale erftxr Insam, sind zu 6 Landgcr-icbtcn Ucsammengczo en,“ die Handgisgorichxe zu Mrs, Straßburg ,. Colzixar und Miihihauen. erhalten. dje erwrzrcrtcxi. Sprengel der. an dreien Orten eimuseßcnden Landgerichte,“ dw deeq“ grichtc werdrai; ander- weitig abgegrenzt, drci Schwurgencktsböfc perio isch,gcb-.1dct. Leiten- der Gedanke- war- Pcrsonal.zu corspczxcnundvdxn Kochtcn durcx) Be- deutung: und Größe mxhr TiulMgkeit; mzd geist s chcanuztifubrm, die, ülxrigm Grundlagendcr Gchchxsver1assm1g gegen 11: glich un- Berüt-F zuEtchtffF' 9 “es Jitsk'zvenvaliUna für die Jahre 1871 und

* or . “„am - 1- ,“. * .“ 1872, ist: durch das Eesti; vom 14. Juiix1871. (G“cscßbiatt. Seite; 1.73) «geordnet; .

Als oberster Geriäsjsbo- für E11aßxL-„olbx1ngm, mx. Siene dcs Kaß'ationshof'rs zuPaxis ist asVundcs-anbaudci'sgerthinLeiv), durch da)! Gestxx. vom 14.511112 1871 ((HrscßblattSnttxYL) beßcll Possen. _

Die; Organisation: 151- bei dm Civjlaern-z 8011111111311, durchge-

brt, bezüglich der HandcngcriMe so Weit gediehen, dgß die Wahlers Gr 91th? durch die Natabelnversammlungen betvirkt oder im ange nn .

Die Zahl der Friedmsgcrichtc beläuft sich auf 75, gegen 93 in“ Früherer Zeit; sie konnten schon im Laufe des verwichctzcn Sommers

urch kommiffarische Besetzung c'm ericbtet werdcn.“ Bet dcn Haondels- gexicvtcn hat die Hinausschiebung xr Nerxwahl, mch) nachtbeilig Je" ivtrft, da die bestcvcndm Kollegien m Tyan fcix bleiben konxiten. _

Das AppellationsgrrTQt in Colmar un die 6 Landgerichte, fur deren Wirkjamkcit durch Bekanntmachung vom 19. Septxmber1871 (Gescßblatt S 838) der 1. Oktober 1871 als Anfangstermxn bestimmt morden war, smd in der ersicn Hälfte des Hktqber vorigen Iabrcß eröffnet worden, und ihre Thätigkeit, die anfan ltch schivach mid bx:- nahe czuf Skrgfsachen beschränkt war, da die ldvokatcn, theilweise auch die Anwalte, ihre Mitwirkung eme Zeit l_ang versagt"), 1| m geregelten Gang Fckommcn, so daß von Iußizsiillstand mrgendwo mehr die Rede se n kann. _

An die Friedens- und kollegialischcn Civilgerichte md_uberwnge„nd deutsche Beamte berufen worden, ianesondcrc aus ebteten mit un Wesentlichen glxichcr Gerichts-Verfaisung und Gcseß ;bung. „an früheren fran önschen Justiz-Beamtcn find verdälinißmä tg we_mge m die neugescha ene Magistratur übemtrctcn Demungeachtcigiebt fich der leßtxxcn ßegcnübcr Mißtrauen bei der Bevölkerung mcht kund. ZZZ? Jie Frießtcnsrichter haben aiSbald voUe'Atsér-kcnnung sich zu ver- *

a cn gewu .

Glriches Vertrauen __kommt Dcutschcn Advokaten, die sich bei den Landgerichten niedergelancii, entgegen. Etye Vermehrung des Sach- waltervcrsonals wäre an einigen Orten wunschcnßxvcrth, dx: nur ein Theil der einheimischen Advokatur die Bcruföihatigkeit Wieder auf-

cnommcn bat. Hierin lag die Verazilaffung zu Beschlüssen pes

ppcllationsgcrichtI, wodurch den Amvaltcn bei verschiedenen Gerich- ten die Befugniß zu plaidiren - sonst nach gcscß_11chcr Rc cldgs Recht des juristisch höher gebildeten Advokaten -„gewal)rt wor cn :|.

Schwingerichts-Verhandlungcn haben, fur das erste Quarta! lau- fenden “(abus an den 3 im Gesche bestimmten Orten ohne ngen?“ Welche Störung stattgefunden. In Straßburg und Colmar ivo bet- der Anhäufung älterer, zum Theil _aus der voxdcutscheg Zeit hex- rübrendcr, von den Kriegsgerichtcxi nicht zu erledigcnder Sachen , die Sißungsperiodcn von ungewöhnhch langs? Daztcr waxen, haben die Verhandlungen fich selbst leichter, als 111 fruheren Jahren abgesponnen, Weil in deutscher Sprache verhaydclt werxen- konnte und der Dolmetscher nur ausnahmsweise „zuge ogm Wurde, während er früher ungusgestßt, sowohl in' eber- tra ung des Deutschcn ins Franzönsche als Heß Lcktcren m Jenes tba ig war. Die Geschworenen babcn „sich ivtütg, aufmxrksam, in ihren Wabrsprüchcn gcwifsenhaft crwnscn. . Eine vorubergcbende Schwierigkeit lag darin, daß m Folge der Einfuhrung des de_utschm Strafgesexbuchcs - Gescß 13011130. August 1871 - (Gexcßblatt S. 255) in zahlrcickécn Fällen die Fraéxen doppelt gesellt werden mußten, um den Thatbcstand dcr ftra baren Handlungen nach den alten und ncucn Rechtsnormen scsizustcllcn, Ixxungcn find Haraus bei den Geschworenen, denen vermöge _bcsricdigcndcr Kenntniß des Deutschen die Erfassung der Begriffsbcftimnnmgcn d(s neuczi (Heftßcs nicht schwer fiel, nicht hervorgegangen. In Meß crwnscn die Sprach- verhältniffe skb nicht in höherem Maße erschwcxcnd, als „ehedem.

Da die Strafrcchtépfleae vvn„drn or'xcniiichcn Gerichten in, die Hand gcnommcn ist, so konnte die. Zustandtgfcit dxr Kriegsgcxichtq welchc in Straßburg und Mek crrxcbtct sind und uber dercn ,xort- dauer der Artikel RM. dcs Einführungsgcsxßcs “uni deutschen Stxaf. gcscßbuch Bestimmung getroffen bat, kkl)lblich bciäxxankt_1vcrdcn(Vcr- ordmmg vom 20. September 1871, chcßblgtt Sextc 3411). , .

Bei den kochiali'schcn Civil e_richtcnyn'd von den cinhcgmischcn“ Advokaten iibcrwwgcnd FranzöJticlx platdirt, w'as, das Grieß vom 14. Juli 1871 J. 13 (Gescßblatt Seite 167) fur (1111118 Iahxe gcsiattrt. Den meisten von ihnen isi ziir Zeit der cordxicte Vortrag m deutscher Sprache zu Wenig geläufig, jedoch das 5 crfiaiixniß deutscher Urtheilc und richterlicher Verhandlungen gcnugsam ermoglaxht.

Auf die Beseitigun? der mit deutschen Rechtsanschattzkygcn, un- vcrträglicben Vcrkänfiich eit der Acmicrsker „sogenannten mminertellcn Beamten -- Anwälte, Notaricn, Gcr1ch1s1chrebcr1md Gerichtspou-

ikbck -- ist durch das die Abänderungen dcr GerichtsverfaLung be- ?rcffknde Gefcß vom 14. Juli 1871 Vcdachi genommen. Der" zitwurf cines Gcscßcs, durch welches d2e Durchführung des Ent1chadigungs- verfahrens näher geregelt werden soll, liegt dem Bundesrathe zur Vcscblußnahme Vor. ,

Die zuerst abgelehnten Wahlen zu ihren, nach dcn1„Ycsc„ße neu zu bildenden »Kammch, denen die Haxxdhabun der Disztylty und andere korporativcn Angelegenheiten obliegen, md gegenwart: an allen Ortmvon dcn ministericllcn Beamten yorgcnoxnmcn n'or en..

Bei den Landgerichten und „dem Appellationsgch te wuruden m Folge der- neuen Organisation die geschlichn) Kommzs 911541. fur Be- willigung des Armcnrechts (bnxsuux 11'35515181106 ]UCUNUU'L) ohne erhebliche Schwierigkeit neu gebildet. . . ,

“111135. 16 des Gescses vom 14. Juli )).„I. fin?) dre Vcdm m'zgen für künfn e Anstellung im höheren JUÜLJdtMste 11)an Grun zugm nach mit Jilliger- Rücksichtnahme auf erxvor ene Ays ruche'AiigehörtJer des Landes und" das Bcdürfniß der nachsten Peru), e- bcftnnmt. „n Ikusfüknmg des daselbst gemachten VorbghaZtcs :|, das“ Regulanv über die Vorbereitung um höheren Justizdienst vary 17. Februar 1872 (Gcfthblatt Seite 1 fig.) ergangen. anaxb mti. gegenüber den bisherigen Vorfcbtiften, eme besonders. 1v1chng Arnedenmg ein,- sowohl für FriedensriOter, zu deren Amr als-fynnclle'Qualifikc-tionß- bedingung lcdiYich cin gcwrses Altxr erforderlich war, als für die Anwalte nnd omrem .jvc1che -- un'Gegmsaßchi den Mitgliedern“ der Magistratu: und A .vokatur -_ 1_1_ach.der koFÜMWGeseßßebnns nur:- da- KMM .praktisÉtr GtsWstsaejvmtdtheMxnübt-der höheren"