1872 / 89 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 15 Apr 1872 18:00:01 GMT) scan diff

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rechtswiffenschaftlichen Ausbildung beburften. Oer Eninmrf einer Verordnung über die Anstellungsbedmgungen fiir Gerichtsschretber und GerichtsvoUziebcr befindet fich in der Voxberettung.

Bebufs Herstellung einheitlicher Rechtsbeziehungen _zu dem Deut- schen Reiche ist durch Gescß vom _11. Dezember 18.71 Geßßblatt Seite 376) die Wirksamkeit des Reichs eseßcs ubcr_dte Wahrung der Flechtshülfe vom 21. Juni 1869 an Elsaß-Lothrmgen ausgedehnt wor en.

Die Einführung des gexneinsamm Deutschen anizelsrechis ist aus gleicher Rücksicht angezeigt „und wird ohne Sch1vtex1gkeit zu be- wirko sein. Entwürfe zu Einfuhrungsgcscßcn smd bereits aufgestellt 'und ur Vorlegun an den Bundesrat!) vorbereitet.

em Gebiete es Iustizwesbns gehöxt endlich noch an das Gcseß

vom 25. Februar 1872 über Drspxysgtwn von Ebcbitzderniffcn und

die Gültigkeit dcr„biSl)„cr von Militarpcrsonen in Elmß-Lothringm

iÉdiglichWburch priesterliche Trauung vollzogenen Eben (Gcscßblatt cite] ,.

17. Innere Yerxvaliurzg. (Behörden der Staatsverwaltung.) Die Grundlage fur die Einrichtung der inncren Staatsverwaltum ist durch das Geseß vom 30. Dezember 1871 (Gcseßblatt 1872, Seite 49) gegeben, welches die terrttbrtalen Abgrenzungen, in welche das Land für die Yerwalfun zu gliedern ist, feststellt, die Behörden ordnet, in dcrewHanFen die andesverwaltung gelegt werden soll und dieBc- fugniffe regelt, mit Welchen dicse Behörden auszuriisten find.

_Dxr Etat fiir die persönlichen und fäcblichen Ausgaben des Ober- Präsdtums, dcr Bezirfs-Hauptkaffcn, der Kreisdircktionen und Polizei- direktioncn, der Kreis-S chulinspektoren, dcr Kantone:l-Poiizcikommiffarc und der Forftdirektioncn im Jahre 1872“ ist diirch das Gcscß vom 23. Dezember 1871 (Gescßblatt Seite 420), derjenige für die Unter- beamten der Wanerbauverwaltuxig durch das Gesch vom 13. Ja- nuar 1872 (Geseßblatt Seite ("0 sestgcstelit ivordcn.

Ueber die Vereidigung dcr '- , eanifén hat das Geseß vom 20. Sep- tember 1871,(Geseßblatt Seite 339) Bestimmung getroffen. Die ihnen bei Dienstreisen ustchenden Taaegcldcr und Iicisckoften find durch das Gesey vom 3. cbruar 1872 (Gescßblatt Seite 124) geregelt; auch ist durch Gesch vom 11. Dezember 1871 (Geseßblatt Seite 386) das die Kautionen der Bundesbcamtcn betreffende Gestß vom 2. Juni 1869 eingeführt Worben. Jm Uebrigcn ist die definitive Regelung der Rechtsverhältniffc der Beamten vorbehalten, bis der dem Reichs- ta e vorliegende guf die Reclxtsvcrhältniffe der Reichsbeamten bezüg- li e Geseßentnmrs erledigt sein wixd.

Auf Grund des J. 6 des (Heießcs vom 30. Dezember 1871 sind dem zeitißen Ober-Präfidcnten, Wirklichen Geheimen Rail) von Möller, Welcher ie Leitung der Landesverwalt1111g_ schon Anfang Septem- ber 1871 übernommen hat, ministerieilc Besitgniffe in dem durch die Bekanntmachung vom 29. Januar 1872 (Gejcxblatt Seite 122) näher begrenzten Umfange übertragen worden.

Die übrigen durch das erwähnte Gcseß eingesetzten Staatsver- waltungsbebördenNaben, nachdcn) die Beamten mit wenigen Aus- nahmen ernannt und, ihre Wirkxamkcit nach Maßgabe des Gcscßcs begoxmcn. Nur bei den Bezirksräibm und dem Kaiserlichen Rath ist dies noch nicht der Fall, Weil die in §§. 8 und 13 des gedacbicn Geseßes vorbehaltenen chicments noch nicbt zu:n_Abschluß habcn gebracht werden können. ßbcnso ist die im §. 14 da1elbst in Ausficht Zesicjite Regeluxig der Besugniffe der Kreis-Dircfwrcn erst in Vor-

exettung, und tiven gegenwärtig die Kreié-Direktorcn noch die ihnen wahrend der Kriegszeit von den Präfekten delegirtcn Befugnisse aus. " Uxber dex: Gebrquch der deutschen Sprache als amtlicher Gc- scbaftsxzzrackye tm Bcrctcbc der Verwaltung ist dureh das Gescß vom 31._Mar_z b. I;„(Gescßb1att Seite 159) unter billiger Rücksichtnahme aus die fratxxöitich rcdcnde Bevölkerung Anordnung erlassen.

(Volkszabiyng „imb Statiftik.) Die Volkszählung hat in Elsaß- Lothrmgcn glerchww tn ganz De_uticblgnd und unter den gleichen Formen am ,1.„Dc„5cmbcr y; I. stattgefunden, obne auf irgend er- hebliche Schwierigkcttxn zu stoßen. Die Gcmeindebchbrden und die Bevöikeruyg („»qu hierbei in den weißen Gemeinden _mit Eifer und Verftatzdmß mitgewirkt.

Die bxfinixivxixvßicsuitaie„find noch nicht festgesti'lli.

Sonstige 7t_a_t_tm1che Arbeiten, inSbesondcre bie Foriseßung der yon dex franzomckxcn chterung regelmäßig aufgkstellten Tabeücn uber die Bczvegxxng der Bevölkerung durch Gcburtcn, Trauungen und Sferbefasle nnd in Angriff genommen.

(Gcmxinbc-Angelcgcnheitex.) Die GemeindeverWaltun ist seit dem Eintritt gcordnetex Zustan e im Wesentlichen gemäß Yen vor- gefundenen Gcscßen gexübrt worden.

Um zur Nanyabl der (Hcmeinxevcrirciungcn zu gelangen, Welche am 6._ und 7. August 1870 hatte eriolgen sollen, jedoch in den meisten Gemexyden ganz unterbltcbcn,„in den andern schr unvollkommen ausgefuhrt war, wurde es nötbtg,_durch das transitoriscbe Geseß vom 6. _301i „1871 (Geseßblatt Fü]: Eliaß - Lothrin_ en 1871 Seite 35) die Giiltigkeit der tm Jahre1870 festgestellten abliistcn für die Ge- metnderatbswahien des Jahres 1872 anzuordnen. Auf Grund dieses Geseßxs haben die Wahlen im Juli und August 1871 statt efundcn. Nur m zwei Gemeinden isi durck) allgemeine Wahlenthatung bie Wizhl vereitelt morden. Die Gcmeinderaihe Find in saß allen Ge- nzcmdcn konstituiri, und in den Wenigen Fallen, wo wlchcs noch mchi [geschehen, ayf legale Weise durch S ezialfommisfionen nach Artike 13 des Gneßes vom 5. Mai 1855 etzt.

. Fast al1e Bürgermeifier und Beigeordnete find neu ernannt und

m ben wenigen noch rücksiändigen Fallen fungiren_ die früheren Ge-

FFÉeesbefanxtcn nach Maßgabe des Artikels 2, Abiaß 6 des citirten or.

Das Gesch vom 24. Februar 1872 (Gesehblatt für Elsaß-Loth-

tinäen 1872, Seite 147), wcxches bestimmt ist, in außerordenilicben

,Iä

en die Verwaltung der Gemeinde-Angelegenheitm gegenüber

kejfÜteJÜen Bevölkerungen zu ermöglichen, hat noch keine Anwendung e n en. g Die Aufsteüung der Gcmeindxrechnungen und Budgexs, sowie deren Prüfung und Dechargtrung, dix Verwaltung 17er Gemeinde um- und Waldungen die Erhebung der direkten und indirekten Geme nde- efälle crfol t 1": erall nach Manbe„der bestehenden (Hesxjxexnirgends Lind in die en Beziehungen tßstande oder Schwm'tgketten von prinzipieller Tragweite zu Tage. getreten. .

(Armemvestn) Dix Gemxmde- und Bezirksansialten für öffent- liche Armenpftege fzmgxren i_vte früher und nach Maßgabe der be* stehenden reglementaren Bestimmungen forx. Auch die zahlreichen Privatwoblibätigkcitsanstaitcn des Landes jmd unt wenigen Aus- nahmen in Thätigkeit geblieben. . Dix Staatsunierstüßungen, Welche früher an diese wu: an nm 111 ztetiiltcb aitsgcdebntem Maße bewilligt 11 werden pflegten, wurdcn fortgxlctstet, thetlxveise unt „Riicksicht auf Lie stärkere Inanspruchnabme Seitens der Hulfsbebürfttgen und auf das Vcrfiegen mancher anderen Einnahmsquellen nicht unbeträchtsich erhöht.

Außerdem war die Landesverwaltung in Foxge der Ereignisse ge- nötbigt, zahlreiche Einzelunterjtüßungcn zu gewahren, un_tcr welchen die durch den deuischcn Botschafter in Paris. gewährten Reisevorschüsse an aus Frankreich zurückkehrende Landesftnder von hervorragender Bedeutung find. _ „„.,

(Sparkaffcn). Nach der sra11zonschcn Gesedebung haben die Sparkassen die Einlagcfapitalicn in die Staats“ epofiteniasse abzu- führen, welcbe dieselben nxit 4 Prozent verzinst und für Riick ahlun M an die Einlc er zur Verfügun der_Sparkasse hält. Bet er Beiß- nahme des Hauses beliefxn_ [?ck die den Sparkassen zugehörigen Summen auf etwa 25 Millionen Franken. Da in den französischen Dcpartcmentalkaffen édré§0r8r1§z§ ZSUÉWWZ), welche 31Yleich die Ge. schäfte der Dcpofiten affe zu fuhren hatten, fich kein eld vorfand, so geriethen die Verwaltungen der Sparkassen ins Stocken. Mittel zur Deckung der Rückzahlungen waren nicht borhanden, und Ein- zahlungen fanden eb-c_nson_)entg statt, theils weti der Fortbestand der Sparkaffen als zweifelhaft erachtet Wurde, theils weii die deutsche Vcrjyaltunq Anfangs Bedenxengrug, in dieÉcseßlicben Verpflichtungm des Éraitzösischeti Staates ruch11chtl1ch dcr erzinsung und Rückgabe der inlagekapitalicn einzutreten. "_

m den allerdringendstcn Bedürftunen der ärmeren Einleger Ge' mige leisten zu können, entschloß sich die deutsche Verwaltung, den Sparkassen ü «onto ibrer Guthaben an den franzöfischen Staat Vor- schüffe zu gewähren. Zim Laufe des Jahres 1871 wurden solche bis zur Höhe von etwa 4, 00,000 Franken geleistet, .

Erft gegen Ende des Jahres, als die neue„Fmanzverwaltung im ganzen Lande hinlänglich geordnet und fonsoltdirt war, erschien es ebenso unbcdcxiklich, wie durch das Bcdürfmß geboten, im Hinblick auf die inzwiichen durch die Friedensverträge ficbergcsicllte Rück ah- lung jener Guthaben durch Frankreich, die gcscßlich bestehende * er- pflichtung des Staats zur Verwahrung, Verzinsung und Rückzahlung der Einlagc-Kapitalien bis zu anderwetter Leseyiichcr Regelung wieder ins Leben treten zu lassen Und den Lameskaffen die Funktion der irühercn'1'1'550rér195Z656r3195, resp. der 031558 (18 (WWW st; 0011- ZiZMtiMZ KU übertragen.

Zum Tcginne des Jahres 1872 ist dies überall mit gutem Er- folge geschehen und wurdßcs zuZlcich durch die oben erwähnte Ab- schlagszahlung von 10 Millionen_ ,;rankcnauf die Schuld Frankreichs möglich, für 1872 stärkere Vor1chiiffe auf die Guthaben der Spar- kaffen an Frankreich zur Verfügung ;zu stellen.

(PoliZeivcrwaltung) Die gesetzlichen Verbäitniffe dcs Poli ei-

Wesens fim durch die§_§. 101111514 dcs Gcseßes über die Einrichtung er Verwaltung vom 30. De_zcmber 1871 hinsichtlich der Städte Straß- burg, Mcß_und Mühlbamcn geändert worden. Die Polizei-Direftio- neu an dicien brei Orten ffnd_in voller Wirksamkeit. _ Yie Polizexvcrwaltung aus dem Lande, Welche nach dem Friedens- 1chlm1e und tbeiliveise bis in Fie neueste Zeit noch ganz in der Hand der Kantonal-Polizei-Komminäre gelegen, kehrt nach und nach in die „Hand der Gcmcirxdebebörbe zuriick. Die Zahl der Kantonal-Polizci- Kommissäre ist 1cit einen_1 halben Jahre bereits erheblich gemindert" worden, nachdem eine Vc1chränsung ihrer Kompetenz auf eigentlich polizeiliche Gegenstänbe stattgefundxn hat. Gegcnwärtig find - ab- gesehen von den Polizei-Konnnisscircn in den größeren Städten - noch über 70 vorhgnden. .

Eine weitere mccesfive Abmmberun? bis zu dem Maße des ab- soiui Nothwendigcn erfblgt,_ Schritt ha tend mit der Zunahme der Ordnung und Sicherheit einerseits und mit dem vermehrten Ent- ßegcnkommen mg? der erhöhten Dienstbefliffenhcit der Gemeinde-

eamtetx andererretis. In beiden Beziehungen snd bereits namhafte Fortschritte gemaxht. .

(Gendarmerie.) Bisher find tzoch Gendarmen aus Preußen, Baden und Bayern nach Eisasß-Lothrtngen abkommandirt, die unter anaiogxr Anmendung der (He eße iiber die Einrichtung der Gendar- 1112716111, Preußen verwendet werden. Der Erlaß eines Geseßes über die Exnr:chtung_der Gendarmerie und einer Dienstinftruktion für die- selbe ist Zorbexettet (Gesangmßwcsen) Die chängnißverwaltunxzyift bemüht geivesen, 11) den Anstalten Zycht und Or nung, Pelche in xxolge der auch dort- hn) gcbrungenen Kriegsaufregung vielfach erschüttert Waren, überall Wieder „hexzusteilen.

„Die nzneren Einrichtungen der Anstalten find guf deutschen Fuß hmxbergefuhrt. Das System der früher in ausgebildetsier Weise ein- gefuhrten Genergi-Enireprisen, kraft deren ein Unternehmer u einem gewissen Soße fux Kopf und Tag die Veryflegung und Klei ung der Gefanäxencn, sowxe die Unterhaltun der gemmmien Gefängnißeinrich- tung bernabm, „wogegen ihm die eie Aysnußuna der Arbeitskraft der Gefangenen uberlaffen Wurde, ist soweit als thunli beseitigt und der Verwaltung der Strafvollzug zurückgegeben. Ins esondere sind

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die Speisereglemmis den in deutschen Gefän nissen üblichen nachgebil-

det worden, da das nach den früheren eglements Gewährte zur

Ernährung unzureichend war. In den Anstalten, in denen längere

Strafen verbüßt Werden, ift deutscher Schulunterricht eingeführt. (Schluß folgt.)

- Der Reichskanzler hat dem Reichstage im Arischltxffe

«an den vorgele im Entwurf eines Gescyes, betreffend die Em- richtung mid te Befugnisse des Rechnungshbfes , folgendes Verzeichntß de_r zur „Revision durch die gengnnte Behörde an sich geeigneten, von derselben 19d3ch bishex aus eschlossenen Rechnungen, dessen Beibrin- ung mfbettiit otwen zu Z. 12 des Gcießentwurfs vorbehalten

1 zuge er g :

st, 1) Aus dem Bereiche der Militär-Verwaltungzdie Rechnungen der Garnisonschulen; 2) aus dem Bereiche dex Manne-Vcrwaltung: die Rechnungen der Krankenkassen für - die bet „den _Hafenbautcn zu Wilhelmshavm und an der Kieler Bucht, sonne bet „den Festungs- bauten in Wilhelmshaven und Friedrichsort beschäftigten Arbeiter,“ 3) aus dem Bereiche der Post-Vcrwaltung: die Ratural-Rcchnung dcs Postzeuggmts iibcr zurückgelicferte i_md anberwcit verwexxdxte

nvcntaricn - Gegenstände und Utensilien, „dre Rxchnung der

ber - Postkasse in Frankfurt am Main uber die „Bolz'sche Stiftung zur Unterstüßung bcdiirftiger thich und Waisen von Postbeamten im Distrikte des früheren Obcr-Postamis zu Jxankfurt a. M., die Rcchxmng der Ober-Postkaffe in Jranifxtrt_a.M. uber die Wcibnersche Stiftung zzir Unicrstüßung der 1ch1ltg ältesten Wittwe von Ober-Poftamis-Kgsfircm oder Sekretärcn des früheren Ober- Posiamts fahrender Pogtcn in Frankfurt a.M„ die Rechnung der Obcr-Poftkaffe in Frankfurt a. M. iiber die von Vrintsschc Stiftung zur Unterstüßung hülfsbedürftiger Poftuntcrbcmytcn und deren An- gehörigen des früheren Obcr-Postamts in Jranksurt a. M„ die Rech- nung der Obcr-Postfaffc in Cassel iiber die von Wittofscbc Post- Armcnkasse zur Unterfiüßung armer Posiunterbcamtcn und Postillone, demi Wittwcn und Waisen des Bezirks der früheren Kurfürstlich YCMPMCUFdl Fürstlich Thurn. und Taxis1chen General-Post-Jnspek- 1011 m a e .

- Aus den dem Rcichsia e vorgelegtxn Speziglctaxs fiir das Jahr 1873 theilen wxr olgende weitere Auszuge unt:

Die in dem „Haushait's-Etat des Deutschen Reichs fiir das Jahr 1873 unter Kap. 6 angccßtcn verschiedenen Einnahmen MPI Einnahmen laut Etat Für das Reichskanzler-Amt 180 Thlr., Em- uahmcn laut Mai für das Bureau des Reichstages 322 Thlr. (+ 322 Thlr.), Einnahmen bei dem Auswärtigen Amte, den Gesandtschaften und Konsulaten - laut Etat für das Auswärtige Amt 60,380 Thlr. (+ 4000 Thlr.), Eigene Einnahmen der Verwaltung des Reichshccrcs laut Etat 74,735 Thlr. (+ 9735 Thlr.), Eigene Einnahmeri der Ma- rincvcrwaltung, laut Etat 24,893 Thlr. (+ 9030 Ther Einnahmen bei dem Reichs-Oberbandelsgcrichtc, laut Etat 8790 hir. (+ 2110 Thlr.); Beitrag von Elsaß-Lothringen zu den Ausgaben:, 8) für das "Reichskanzler-Amt 29,450 Thlr. (+ 29 50 Thlr.), 13) für den Rech- nungshof 8600 Thlr. (+ 8600 Thlr.), 0 für das Reichs-Oberbandcls- gericht 3300 Thlr. (+ 3300 Thlr.); in Summa 210,650 Thlr. (+ 66,547 Thlr.)

- In der ersten Sißung der freien wirthscbaftolichcn Kom- mission des Reichstages erfolgte die Ncukonstitmrung derselben durch die Wiederwahl des bisherigen Präfidimns, der Abgeordneten ]))". Birnbaum, von chcll-Machow, Pfannxbeckcr und Willmanns. Die Vereinigung zählt bereits über 70 Mitglieder.

- Der Abgeordnete Schulze hat den Gesehcntwurf, be- ircffenb die privatrechtliche Stellng von Vereinen, Welcher von ihm bereits am 18. April v. J. eingebracht war, wegen des Schlusscs dcr Sißungen aber nicht mehr zur Beratbung gelangen konnte, cht wieder eingebracht.

Landtags - Angelegenheiten.

Berlin. Die Freie Kommission des Herrenhauses für die Kreisordnung besteht aus den .Herren: Graf v. Arnim-Boyßen- bur, Vr. Baumstark, Graf Behr-Nrgendank, Beyer, 1)r. Grimm, Za elbach, Graf 'zu Münstcr, Fürst von Plcß, Graf von Rittbcrg,

raf von Schwmn, 111'. Tellkampf, 1)1*. Teßmann, Fürst zu Hohen-

.lohc, „Herzog von Ujesi, Wilckens, Graf York von Wartenburg,

1)1'-. Zachariae.

VereinSthätigkeit.

Berlin, 15. April. Der Vorftatzd des Vaixrländischen Jraucn-Vereins brin t zur Kenntnis; der Betheiltgten, daß das am 12. August v. I. zu ürzburg vercmbqrte Statut „cines Verban- des" der deutschen Jrauen-Vcrcme die definitive Genehmigung aller in Wurzburg vertreten gcive enen Vereine cxhaltcn hqt.

„+ Der König Wilhelm-Vcretn hat cmexi Rcchenschafts- beruht seiner Thätigkeit bis zum 31. Dezember 1871 crüatict, atis d_em fich Folgendes ergiebt: Am 2. Januar „1868 hatte der Verein einen Vermögensbcstand von 146,620 Thlr., im Jahre 1868 traten an Einnahmen 6443 Thlr. hinzu 1869 6832Th1r., '1870 267,902 Thlr., 1871 155,357 Thlr. Dic Äusgaben beliefen stch111 den Jahren 1868, 1869 und 1870 an laufenden Unterstützungen für Leute aus dem Kriege 1866 auf resb. 7480, 6634 und 7378 T?lr., im Jahre 1870 ferner an Unterstüßungcn für Landwehrfraucn au 49,961 Thlr., an

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Mietherx auf 115,000 Thlr., im Jahre 1871 an Miethen auf 85,000; Thlr. fur das vierte Quartal 1870 und auf 72,500 Thlx. für das cr„stc Quartal 1871 :e. Es wurden mit sogenannten einmal: en Unter- snxßungen voin 22. c"(uli 1870 bis zum Einzuge 1871 15,678 Frauen mrt.21,401 Ktydcrn bedacht.

_ Dkk Profxssor Maß bat eine Vorrichtung erfunden, durch“, Weiche dcn Cmarnngcy, gleichviel ob ihnen der rechte odcr linke Arm fehlt, verschiedene Verrichtungen, 1vclcheSchreibern obliegen, ermöglicht Werden. Das Ccniralfomite der deutschen Pfiegcvcreine hat eine An- zahl solcher Apparate besehafft und vertheilt fie an Einarmige. -

Statlfttsche Nachrichten.

. Das Generaipoftamt „hat auch fiir das Jahr 1871 eine Sta- tistik dcr deutschen Reichspostvcrwaltung anfertigen lassen. Darnach betrug die Zahl der Postaysiaiten 4927 gegen 4645 im Jahre 1870, unter welchen fich 713 mrt Telegrapbenftatton befanden (gegen 634 im Jahre 1870); Es kommen alw 1871 je eine Postan- tait auf 1,61 Quadratmerle; -„ An 2.),310 Orten waren 24,703 Briefkasten ?ur Benutzung fur dix Korrespondenten aufgestellt; das Gcsammtpcr onal umfaßte 1871: 15,567RBeamte, 20,174 Unterbeamte,» 1278 Postbaltcr, 5717_ Posnlloni,“ dre 5 osthaltercicn unterhalten 15,268 Poftpfcrdc, 13 779 Postwagen. n 214 Orten befanden fich 244 Postgrundsiüxke, Es wurden täglich 2007 Eisen- babnzuge „zur Postbcforderung „benußt (geJcn 1716 im Jahre 18,0). Dte G9 ammtpoftcourslange auf cn Eisenbahnen be- trug 2116,3 Meilen, Es bestanden 3393 Postcourse auf Land- straßen Wit 7979-77 Meilen Courslängc, 100 Privat-Dampfschiff- gelcgcnbcticn wiirden zu Poschrbindungcn auf den Wasserstraßen be- nztßt.) Die Poxtcn legten 1871: 13,326,165 Meilen zurück, darunter die Eisenbabnposten 6,026,152Mcilen, die Posten auf den Landstraßen 7,220,237 Meilen„ die Posten auf den Wasserstraßen 79,776 Meilen. Bcr Postanstalten tm norddeutschen P_ostgcbieie und in Elsaß oLoth- ringen wurdcn 332-561,352 Bricfnndungcn eingeliefert (gegen 278,476,934 im J._1870), da'runicr 26,304,570 Ortsbriefe. Jm Ver- gleiche zum J. 1870 smd gestiegen: die Zahl der Ortsbriefscndun en um 20,9 pCt., die dex ubrigen Briefsendungen um 19,5 Ct., ie Zahl der franktrtcn Briefe um 17,3 pCt., die Zahl der un rankirten Briefe hat'stck) um 7,5 pCQ vermindert. - An Zeiiungen sind durch die Vcrnnitclung der Postanstalten 1,203,401 C emplarc ( egen 1,103,219 im Jahre 1870) „bezogen worden mit 2 ,'465,474 um- mcrn. ch Zahl der nicht bestellbar gewesenen Briefe betru 951,716 , ,von denen 170,968 odcr 01:35 pCt. definitiv unbefte -* bay geblieben find. - An Packctcn obne Werthangabe und Briefen und Packetcn rxnt Wcrthangabe an Adressaten im norddeut- schen Postqcbtete imd tn Elsaß-Lothxingcn wurden 41,309,028 Stück Lgc2cn 37,346,544 im Jahre 1870) cmgclixfert; der deklarirte Werth crclben betrug 3,015,833,238 Tblr. Es wurden 9,983,849 Post- anwersungen aufgeiu'fcrt, auf Welche 117,571,711 Thlr. einge ablt warm ( egen 9505,ZZ] Stück mit 114,115,449 Thlr. im Jahre] 70); auf 1,72',320 oftvorschußsendun cn wurden 11,228,760 Thlr. Vor- schuß erhoben. Der Gesammtgcl verkehr ist 1871 ermittelt worden durch 26,476,443 Postsendungen im Gcsammtbetragc von 3,144,282,996 Thlrix. Durch- Exprcffcn wurdcn 861,264 Postsenbun cn bestellt, 374,556,505 Frennarkcn und Francocochrts abYseßt zum iennwnthe von 13,473,943 Thlrn. 22 S_gr. 2 Ps. Dcr esammtübcrschuß der Vexwaltng bxtrug 3,469,251§Thlr, gcgen 2,158,297 Thlr. im Jahre 1870. Die Einnahme gn ;Porto und Franco per Tag variirte wnchcn 52,668 Thlrn. 1111 Monat März und 65,407 Thlrn. im

Tonat Dezember.

Gewerbe und Handel.

_ Leip_ztg, 11. April., (Dresd. „zouxn.) Troßdcm daß das bcun Bc§3m„n dex gegenwartthnOftermes 1e eingetretene Regenwetter - dem (H„e ckafte m garen L icrn hemmend in dcn Weg trat und das- selbe fur mehrere, Stunden gänzlich unterbrach, so waren am Dienstag Abend doch znctft alle. ngcr Ziemlich, eräumt und es blieb nur in chxiedcrn, die stark zugefuhrt, cm Thel als unverkauft zurück. Die Preise stellten stel) folgendermaßen: Luxemburger und St. Vithcr bbltcn «52-55 Thlr., Malmedyer 53-55 Thlr., Siegener, 53- brs 55 Khllk, Eschweger ]e naxb Qualität 52-54-57 Thlr., Vache- ledcr 54-58-60-62 Thlr., Wildbrandsohllcder sehr esucht, in guter schlankchaaxe und guter Gcrbunq 50-52 Thlr., Dcuthhbrandsoblleder 44-49-53 Thlr. pr. Centner, *Blanklcdcr , in Primawaarc 17§ bis 18'; Mgr., Mittlere Sortx 15-17 Mgr., Fahlledcr ]5-18-20 Mgr., Kt'psfahlledcr etwas gedrückt, brachten in guter Waarc 18-21 Mgr., mrttlexc Sorte 14-15 Mgr., schadhafte 10-13 Mgr., braune Kalb- ledcr m gutxr Nachfrage und wenigcm Play, Primawaare 35 bis 40 Mgr., mrttlcre Sorte 28- 32 Mgr., schrbarze Kalbche 32 bis 35 Mgr., Geraer 39-41 Mgr., auch höher, Roßlcder schwarz 25 Ngr. per Pfund. Für Wetßleder bezahlte man, rimawaare 36 -42 Thlr., 113. 30-36 Thlr., mittlere Sorte 25-30 hir. Sämiscblcder ging uzn einige Thaler höherkum als lcßte Michaelismeffc und fand, da“ die Zufuhr darin nur 61116111äß1'g67 troß der hohen Preise, schnelle Abnahme Braune Schafledcr 3-6 Thlr. pr. Dechcr; großeSchürzcn wuxdcn auch mit 7-7“; Thlr. bezahlt und, da auch darin wenig zu- nguhrt, rasch umgescßt. - Ueber das Tuchgcschäft läßt fich beut-x noch nichts Bcfttmmt-«s sagen, da das Regenwetter dicKäufer nicht geneigt“ machte, m den Maxkt zu gehen.

Verkehrs - Anstalten. Rostock- 10. April. Dcr Germanische Lloyd hat dieser Tage den ersten Nachtrag (Miirz) zu,scincmchistcr für 1872 heraus- Tegeben. Es find darnach sert Beginn des Jahres 156 Schiffe ver-

chtedencr Flaggen rcgiftrirt. Vertreter resp. Besichtigcr hat das In- titut an 4 neuen Plaßen geWonnen.