1872 / 90 p. 7 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 16 Apr 1872 18:00:01 GMT) scan diff

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Reichstags : Angelegenheiten.

Berlin , 16. April. In der gestrigen Sißung des Reichs- t_ags sprach m der Speztaxdrskussion über die mit den Ver- - e_rmgten Staaten von Amerika abgeschlossenen Konsularkonven- _twn der_Abg. Georgt den _Wunfch nnch einem Nachdrucksver- rDraFebnntckAmerrka ans. Hrerauf erwiderte der Staats-Minister

e ru :

Meine .Herren! Das Vertrauen, mit dessen Ausdruck der err Vorredner seine Worte eschl_ossen hat, ist vollständig begründet. H _. Was_zu11achst_dte Verhqltmffe zu _dcn Vereinigten Staaten an- langt, so rst von hter ans Wiederholt dre rage des Abschlusses eines YNachdrucksvcrtrages angeregt. Der_Absch eines solchen Vertrages “war btslnr und rst noch heute, wer das aus der Darstellung des Zenn Vorredners_hcrv9rge_dt, _dcsvalb nieht zuläsfi , Weil die erste

oransseßnn das_nr, namltcb em (Heseß über interna ionalcs Verla s- :recht m dcn '_ erenn tcn Stqatcn fehlt. Erft wenn ein solches Ge ek geschaffen sem _w rd,_ werd f_r':r Amerika, wie "seiner Zeit fur Großrxtanmen dre Mögl_1chkcit gegeben, zu internatio- nalen Vertragen zu gelangen. WU" haben nut !cbhaftemIntcrcsse die Anregungen, die yon dem Herrn Vorredner erwähnt sind, verfolgt, welche auch uns dre Ueberzeugunn gewährt haben, daß die Frage in JumärtxZnZanYZern FFM rst, MF" man sech auch vielleiht nicht

5 1 en 9 nun en 1": er eine ra ' ' Weges hingeben darf. g _ sche Beendtgung dreses

_ Ich 1v1l1§da der Herr Vorredner des von dem Buchhändlervcrein emgeretcbtcn ?ormalvertrages erwähnt ha?, hier noch beiläufig bemer- ken , dasz Anregungen stattgefunden haben, uin mit Großbrjtannicn enzen neuenNnchdrncksvcrtrag zu schließen, und daß diese Anregungen Y_Y_tdderwgrrxßbrxnrßnFevenstY_engrußng cnxgegenäe-nnnend aufgcnonnncn

, x „oene,a1nmtaulane “R' - handlmmen darüber beginnen können. ck 3 g r ZM Ne Ver

-- In_ der DrSkusfion _uber den Handels- Und Schiffahrts- vertrag nnt Portugal erklarte der Staats-Minister Delbrück nach den) Abg. v. Rochau , welcher seinen Antrag rückfichtlich der _Nechmnslreferung von Deserteuren deutscher Nationalität 1not§_trt thte: -

cine errxn! Der „Herr Vorredner hat mich mi*ver anden wenn er vorauYeßt, ich_hätte bei der zweiten Lesung des vßorliietgcnden, Vertrags das „“einen _etncs besonderen Vorbehalts in Beziehung auf dre Anettescnenx cmhcnmscher Angehöriger dadurch erläutert, daß die Portugiesen dre e Außlrcferung mcht verlangten. Das habe ich nicht gethan. Ich habe nnch cmfach darauf bcrutcn, daß wir, auch Wenn d_tese Bestmnnung nn Vertrage nicht steht, einen Deutschen nicht aus- lrefern Werden, auch Wenn Pyrtugal die Auslieferung eines Deutschen verlangen sollte. So ltegt fur mich die Sache auch noch heute. Ich _lauhe durchaus mehl, daß unsere Hafenbehördcn in dem Zustande _mdlrcher Unschuld lei_*e11,_w1e der Herr Vorredner vorauszuscßen scheint; :ck habe nn Gcgenthctl der sehr feste Ueber eugrmg, daß diese Behörden, die |er _wohl _unt _dcnr_ Verkehr der veréckNedenen Nationen vertraut nd, dre jeden Tag tn dre _Lage kommen, mit den Kapitäncn fremder axroncn zu verhanrexn, dre 1eden Tag tn die Lage kommen, dieAn- sprache fremder; Kapttnne auf das_ richtige Maß zurückzuführen - ich (nu, saYc :ck, nberzengt, daß cs_dtescn Behörden nicht cinfaklen wird, ezncm .lnsltefertmgsantrage etncs portu icfi-schen Kapitäns geqen emen Deutschen stattzngcben. _ Bei der Re?olution oder bei dem An- trage, den der Rcrchstag v__orl)m zu dem Vertrage mit Amerika ange- nommen hnt, handelte es 1161) darum, dichrtslegung des abgeschlossenen Vertraxxes mAmcrtka ficher. zu stellen,“ bei der Resolution, *die ]“th [ner vorlteg_, handelt es fi_ch darum -- und die Herren verzeihen mir, Wenn 1ch da metnemCrndruck Worte gebe -- darum, daß wir sorgen, _ZWFMFT ZYZFJFDNNY, dre das_auszufülnen haben, nicht aus , xa 1: ommen c Was * * ' - “gcscßZYh zyrxiderxanftn 3wüfrde. , zu thun, nas dem Straf wur e,_ :) unzwei cshaft auch die Sn e i in (" ' ?_e_rva2sln1_1_ck_?xre _Yxsser_Yes§lrttiY und ch darach fßkgendcerÉYFittteL

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Regterung ersparen möchte. sch crchötage und der Deutschen

- Die Berathnng des Geseßeniwnrfs, befke end di _ _ _ _ e Re ts- verhal__t_mffe der Reichsbeamten, leetete der BrfrfndcskonnnXsar Geh. „_waegrerungs-Rath Vr; Achenbach wie folgt, ein:

_ Meme ?errenY Gestatten Sze mir, daß U) die gegenwärtige „Wrchnge _Vor age nnt emtgen el_nlettenden Bemerkungen begleite.

_Es : bekannt, daß bcrcrts _zweimal dem Nerchstage des vor- xnalrgen orkxdeutschcn Bundes em Gcseßentwurß vorgelegt worden rst, welcher _dte R_egelnng der Rccthvcrhältniffe .er Reichsbcamtcn hclrgf. In bndcn Fallen besxhloß der Reichstag, diese Vorlage einer Kom- nrißron znr Berat ung zu nbcrrvctsen. In dem ersteranallc, im Jahre 186 4, ift_dt_e gebtldete Komnn fion mcht zum Abschluß ihrer Berathungen gelangt, tm Jahre 1870 agegen hat die Kommisfion nach zwölf mühevollen Srßungen rhre Aufgabe erledigt und“ vollsiändig den vor- gelegten Entwurf dztrchberathen. Allerdings ist über die Resultate chrKZLBHäFlÉmdgeesnde_TZLngmleYer ?Jicht nicht erstattet, wobl dage cn

_ _ _t en an e eine k"ua -* LchlusZÉcr_.gKoYthtsfionÉeJracht worden. D s mmcnstellung der e

en r rge or nge nun unterscheidet vo ' '

früheren Entwürfen wesentlich dadurch, daß cianKmfFiTanYwsZxJeY -§_e_n?etretene Envetterung des Norddeutschen Bundes um Deutschen __ ch Rückficht zu „nehmen war, zweitens daß die eschlüsse jener . Mérsfion voanahre 1870 c_zu cmem Zroßen Theil in die gegen- Tva _ e Vorlage Aufnahme ;; unden ha en, und drittens, daß die _szm chen ergangenen Reichsgcseße, wie namentlich das enwns- d e ck Tur das Mtlttär bei den Bestimmungen über die PUYOU rung er Re chSbeamtcn in Betracht zu ziehen waren.

. sondere Bestimmung zu streichen, wodurch also der

Es kann nun in ".der ge enwärtigen Gencral-Disku on me! Aufgabe mehr sem, die einze_nen Detailbestinnnungen uffibeleuchteF xvohl dagegen laube ich_ es fnr angemessen erachten zu ürfen, wcnn ech mi_t cbt auf ]me tm Iahtt1870 esaßten Kommissions- Besch_luffe drei Punkte hervorhebt, in welchen e gegenwärtige Vor- lage nnen Beschlüssen mcht gefolgt ist. Der erste dieser Punk be- trrfft dre Befijmmung, welche e_m Z. 13 niedergelegt SK“, userd w a»: von der Verfolgung der Retctheamten wegen ihrer dienstlichen Handlungen oder Unterlassungen handelt, Der jeßige ““Ent- wxrrf hat im_ Wescntl1chen_ m Uebereinstimmung mit den fruheren En_twurfen dre Bestxmmung aufgenommen, daß ein Rerchsgeseß m Zukunft die _hrer vorliegende Frage- regeln solle; daß bis um Erlaß dj_escs Rerchsgefeßes da egen die Rcichöbmmten nach _den elben Grrxndsaßen ha_fx_en, wie die Etaatsbcam'ten nach den Gesehen tbres amtltchen Dounztls. Die Reichstags-Korn'm fiön im Jahre _1870 schlug dagegen vor, die hier vorliegende Best minung dnrch emen mehr_theorcttschm Satz zu ersehen, worin ausgesprochen nyrrd, daß der Reichsbeamte verantwortlich ist, und daß er be"“xüg“lich dteser Vcrantwortlrehkert nur dann Deckung hat, Wenn ein Befehl ftmes Vorgescßten rnnerbnlb der amtlichen Kompctcnzgrenzen desselben an ihn ergangen tft. Dre verbündeten Regierungen haben geglaubt, daß durch“ dresen, wie_ ich schon oben aussprach, mehr theoreticben Saß die _,xrage über dre Yerantwortlichkeit nnd„_namentlich die 31er- folgbarkert Her Beamten m ferner Weise gelöst sei,"zumnl dieser Saß nn Wesentlichen sich nur als enze Wiederholung von Beskimmungen charaktertfirt, wie fie Y_genwärtnx bereits in den Landesneseßcn yor- handen_find. _Dte ver undeten I e ierungen smd der Ansicht , daß es Zweckrnnßtg ser, zunachst dcn Erla eines allgemeinen Geseßes über __en buxZerltchenz Prozeß qbzuwarten und nach Erlaß kesselben die _ age u er dre Ouftandegkezt der Gerechte auf dem hier fraglichen Ge- texe zur_Exörterung zu tchcn und reichsgeseßlich zu regeln. In- zzvtschen x_ft tndeß Vcranla ung genommen, das Material über die vor- xtegende xxrgge zu sa_mmeln. Es rst Auskunft gefordert und ertveilt uber dtexemgen Benimmungcn, Welche in den ein einen deutschen Staaten bezuglich der Verfolgbgrkeit der Beamten bcétcbcn.

_Dcr zweite xvxsentliche Punkt, in welchem die Beschlüsse der Rexchstags-Kpnmusnon von _1870 _v_on der gegenwärtigen Vorlage ab- weichen, _bezreyt sieh auf dre Mtlttärbeamtcn, welche ausschließlich unter melnärtselsem Befehl ßchen. Bezüglich diefer Milrtär-

beamten enthält der Entwurf, „wie die früheren EntWÜrfe, die .

Bestimmung,. daß besondere militärische Diszi linarkommi tonen - brldet _werdcn sollen, _welche ülxer die Entlassung solcher BTLmken Y: entsche1den haben. Dre Komnnsswn von 1870 schlr_:_g vor, diese bc- _ _ __ _ __ _ _ rfolg eingetreten scnrwnrde, der_ß ere gewöhnlichcn Disziplmarkammern auch schon in erster Instgnz uber drcse unter qllctnigem militärischen Befehle eben- dcn Mrlttarßcamten zu entscheiden hätten. Die verbündeten .icgic- ' rungen find (*er Anficht gewesen, daß ein ausreichender Grund mcbt äFrZiYY-ts XY Z:?“ __v_-_)_r__gessch__léné_§1_1m_ VeßinnnUng abzuweichen, zumäl e c ve 1 ' ' “? ' DequmÖdsUseiP __ _ , n gstenSm emcm großen „hene , . er ri ._ez un bezieht fich auf das cntonsw.-en , ' '- beamten. Dre letchstagskon111xission hat onxLesMaHm, FFF wkkilc enfion dcr Ctvtlbeannen nut %„ jährlich steigen solle,“ der ___ntwurf hält ,an emer Steigerung von %„ fest. Dieses xeßha_ltcn von %., war _durcb die inzrvischen ergangene c1chsqesexgebxmg geboten, mdem das Militär-Penüonsgcsrs vom 26. „zum v. I. beretts _das 7,» als dasjenige Quantmn ange- YYY?" ÉTÜAÜM ÖmßlMscÖMdPsmkfionm jährlich steigen. Außerdem , a an a ürli erlaene ' pcnfiZFsWeß an___d§m. .___/34. ffesizzct)_nltctx_t?atc.h ff preußesche CM! * cx _m teen un ten cn ommisfionébcschlü cn dur dic Vorlage kcm_e Rechnung getragen is?, so ist bei dem weißaus gröcxcren Theile d_er ubrrgen Vorschlage das Gcgentheil der Fall, namentlich, xvqranfnch an_fmerksam mache, find die Disziplinarkammern und der OtSzwlmarhos nach _dc_r Porlage_derartig fonftituirt, daß das richter- ltche Eleznent au_f dtexemge Starke der Bethciligung gekommen ist, Yvelche dre damalt eKomnnsfion vorgeschlagen hat. Außerdem gestatt- rch nnr, darauf an 1nerksa1nzum_achcn, daß das» preußische Penwnsacscs und Yrc gegenxvnrtrgc Vorlage 111 einer Wechselwirkung insoéern schon fett langerer Oe1t_geftanden h_abcn, als der Entwurf des preußische enfionsgeseßes nn Wesentltchen auf der Grundlage derjenigcx ntwürfc ansgearhcitet werdcn rst, welche dem Reichstage vorgelegen haben und rvclche die Renhöta skommisfion amendrrt hatte. as Yrcußrsche Pensionchscß hat_ odann die' Lage'dcr Civilbeamtcn i yolge der Beschlüffe ter betden Häuser des preußischen Landtage namentxtch des Abgeordnetenhauseß, noch erheblich ebcssert und der gegenwart_1ge__Entwurf es [ich wndemm zur Aufga e gemacht, a - _]_ern_e_ß_2_5c_?_r_1_ch_r_;ften, Welche nn Interesse _der Civilbeamten in dcr ULHÜFZL-i Hescße enthalten find, auch m das RetchSgescß zu über e ne ck_ren! Dic verbündeten Re ierun md 1 Jens bewußt, eme dauernde "_und cntwi elun MHK (HTYnTchgeSfü dre Rechtsverhältniffe der Rerchöbeamten scha - en zuwollen, fie hab cx _lebhaften Wunsch, daß es ?hren Bcrathungcn in der gegen w rt: cn Sesswn gelmgen möge, _iese_wichtige Frage zu ihrem A ' schlu e zn_brmgen ; sie wünschen dus msbesondere auch“ im“Intercff der_ zahlretchen Reichsbeamten, zu denen neben den Ve..:nten d- Retchskan ler-Arnt'cs“, dcs_Auswärtiqen Amtes, der eyesandtsehaft und Kon ularbeamtcn, dre zahlreichen Marincbeamtcn, Militä Beamten, Post- und Telegr henbeamten gehören, soweit nicht b stehende VcrträZT_und- die efnmmungen der deutschen Verfasst: nach emzelncn rchtun_§en hin Ausnahmen machen. Meme Herren! s smd 1ekt mehr als 300 Jahre, als d Bt_amtenwcsen _dcr dcntschcn Territorien in seinen ersten Keim an ebnend an dre Inßttutwnen des Reiches, erwuchs,“ heu te soll *

ein neues Beamtmwcken Wesentlich auf den Grundla n aufbauen, welche in den [exten Jahrhunderten ja,dcn einzelnen erritoricn e- wonnen sind. Vor mehr als 100 Jahren „sahen wir Zustände e n- treten, dura) _welehe das deutsche Beamtenthum zu einer außerordent- l-ichm Machtfulle gelangte. _Es ist dies die Glanzpcriode des deutschen Beamtenthums, glänzend msofern, als es den deutschen Beamten gelingen soxltc, dura) Treue , wissenschaftlickze Tüchtigkeit und unab- hängrgen «Senn sich ausruzeichnen. Frciltch hat 1ene Glanzpcriode anch ibreKehrsctte: eSr|_dcr Needergang derSeibßverwaltun . .Heute,wodicse Selbstverwaltung nn Aufsteigen begriffen ist, hat die acht und jener Glanz_des Beamtenthums allerdmgs wesentlich abgenommen; aber Eines rst dcm deuts_chen _Beamtenthunr geblieben: es find jene Eigen- schaften der unerschuttcrlrchen Treue, der Ebrenha tigkeit nnd Gerech- tigkect. Mögen drese Eigcmchaften der Beamten er deut1chen Terri- torien nls das beste Erbtveil auf die Beamten des Reiches übergeben und her ihnen dancrnd_ erhalten bleiben. Möge ianesondcre der Ent- wurf, welcher gegenwartig hren Beratbunexn unterbreitet ist, dazu dienen, daß auf dieser Grun lage mit diesen -

tcnthmn des Reiches neu erblühen und sich gestalten möge.

wie folgt:

rungen zur Ergänzung der Motive des vorliegenden Gesetzentwurfes

rungsmethode des Biers, alle in Europa beßehenden Methoden genau

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igenschaften das Beam-

-- Den Geseßentwurf, betreffend die Vraasteuer, erläuterte der Bundeskomnnffar, Geh. Ober-Finanz-Rath HiYigrath,

Mein.e_H_crren-!».Ich bin beauftragt , nur einige wenige Erläute-

zu geben.

Meine .Herren! Als es sich darum handelte, die ersten Grundsäße zum vorlrcgenden Entwnrf_ festzustellen, hat man ohne jegliche Vor- eingenommcnhcrt für dre ]kkt in Norddeutschland bestehende Bestene-

geprüft, um zu sehen, ob, wenn man einmal die Sache nur regulirt, man mcht auf anderm _Wege als biSHer in Norddeut1chland geboten war, etwas Besseres erzielte. _ Nun, meine Herren, rst nn Allgemeinen eine roße Mannigfal- iigkeit der Besteuerung des Bieres bezüglich der rbebungsweire in Europa überhnupt n_icr)t zu _finden. Sie können im Allgemeinen die anze Steuer e_n :,th Hauptwsteme bringen, die Besteuerung nach dem » aume für die Flusfigkeit und die Besteuerung nach dem Material, das zum Bierbrauen verwendet wird. ' _ Die erstere Steuer ist nur onkonnnener oder unvollkommenen xe nachdem sich die Besteuerung aus den Raum der Maischgeräße oder auf den der Kochgcfäße bezieht. Das leß_tere, die vollkommencre Raum-Bcsteucrnngsmethode, ist die franzönscbe Keffelsteuer. Qieft haben wir auch bei uns in De_utschland in Baden und in chen, Dem gegenüber steht dte engli1ch-deutsche Methode der Matura!- bcfteuerung. Es giebt nun zwar noch ein Drrttes. Neuerdings hat man in- Oeßcrreia) eine Art von Besteuerung des Halbfabrtfates ern- gefübrt, nämlich eine Besteuerung des Extraktwßoffcs, der Würze, vor deren Kochung, ]e nach dem Extraktwgehalt dteser Würze. (YZ läßt ßch nun Von vornherein » darm warm die Regierungen einrg - zugeben, daß diese Besteuerung, die einer FabrikatSbeßeuerung am nächsten kommt, die relativ vollkommenste ist un Prrnzip; dagegen haben die Stimmen der _ Gcwerbtreibenden, das, was man in der Presse darüber [rest , und _ die Erfahrung diese Besteuerungsweise i_m hohen _Maße _als nicht empfehlens- Wcrtb erscheinen lassen Es ist in ]ede1n_emzcl_nen Falle eme sebr ubtileFeststeUung der Steuer nöthig, die be: dem ]cßtgenStandpunkxe cs Gewerbes noch nicht einmal mit Sicherheix erfolgen kann, wer[ es darauf ankommt, mit dcmSaccyaromcter injcdcm einzelnen Bran- Lalle festznftcxlen, wie stark oder wie schwach dieser Extrakt set. Außer- em ist die Kontrolle, der eine_ solche VeJTeuerungsweise unterworfen werden muß, um den Fiskus mcht zu schadigen, eme so tief einschnei- dende, daß gerade aus diesem Grunde neuerdings auch die öftcrreichi- schen Brauer vielfachen Tadel auégesprochcn haben und vielfaeh nach Norddeutschland hingewiesen und gesagt h_abcn: jvrr wollen bei uns die norddeutsche Besteuerungswene _einfuhrena. _Wrr haben alp) zur Beurtheilung, wenn nnr von drescr Halbfabrrkats- steuer abcbcn, übrig die Frage, ob dre Ranmbefteuernng oder die

'

Matcrialbesteuerung VNZUYWM sci. Nun, meine Herren, es ist ja

ganz unzwerfelhaft, da ie Raumbcstcuernng rna11chexleifiskalische Vorzüge hat; fie die Kontrolle in mancher Beztehung und lediglich in Ansehung der fisf_alischen Intercssen_gan3 empfehlens- wertb , aber, meine Herren, dee Verbündeter: Reggrungen Haben ge- glaubt, hierauf wemger Gewicht legen zu münen Y,_3_egenubcc __den ßroßen prinzipiellen Nachtheilen, wie fie Ihnen in den _cotwen naher ar clcqt worden sind. Die Ranmbcftcuerung -- das tft dcr wesent- lich e Nachtheil, auf den ich hier noch besonders den Accent legen möchte - besteuert alle Biere, ob sie stark oder schwach find, zu der- Lelben Höhe, es ist also das Mehr oder Weniger von Wasser , was er Brauer verwendet, um das Bier biniger zu machen, was wir mit derselben S_teuer bele cn, wie _die tbeuerften und schwersten Biere. Meme Herren . _Ans diesen Gründen hat man geglaubt, festhalten zu mussen 111 dem gegenwärtigen Geseg- entwurf an der MaterraZbefteuerung, Man hat die Ueberzeugnng, daß fie die relativ bcfic set von allen in Europa_bcstchcndcn Besteue- rungen. Ich möchte zwar noch anfahren, daß nnr außer alb Europa in den Vereinigkcn Staaten Nordamerikas e_mc reine Fa rikatsfteuer haben, die ja zuerst dcnrNarne11_nach sehr vxeiAnlockendes hat, indes; Wenn man die dortige Fabrikaxssteuer fich naher ansteht, so hat fie, das will ich hier gleich anfahren, denselbcn Nachtheel, der oben von der Keffelsteuer nach dem franzöfirchen Systenr_ gerugr word_en ist, In Nord-Amerika nämlich beßeuert man das_Bter_1n der Werse, daß der Brauer verpfiictxtet ist, nur das Zapf!0ch_xmc§ 1eden __gefuxlten Fasses cine Stempclmarke zu kleben, dre er [vnn muß fur emen

Darin besteht dann gleichzeiti gesagt, so gut auf den ersten _ _ läßt, o rst es doeh auch bet dreser Steuermethode klar, daß die ve chicdcncn Sorten Bier mit derselben Steuer_belegt und eine gleichmäßige Besteuerung nicht ermöglicht wurd. MemeHerren! Daß die Maicrralbesteuernng, wie fie in dern Entwurfe cnthqlten :|, die relattv beste ist, dafür haben wer mcht nur dre_ Annchtm der- Behörden, sondern es lic cn uns aueh _gcwichttge Stun; men vor aus dem Kreise er Brauerertrerbenden. Daraur möchte ich ein besonderes Gewicht legen, wett drese erren 1a am besten wissen, Was ihnen gut thut_, da fie dre teuer zu verauslggcn haben. Ich will nur, _um_mcht allzu lange aufzn- halten, nur die mir vorltegcndcn Denkjchristen Bezug nehmen, dre xheilweise _schon bis inZ Jahr 1857 zurückgehen, als es stcl) damals n_n pre'ußtschcn Jinanz-Ministerinm um die Frage handelte, ob Vielleicht die_ Keßelsteuer in Preußen eingeführt werden solle. Von diesen Denf1christen will ich nur eine erwähnen nut dcm Bemerken, daß die andern aUe auf dasselbe Resultat hinauskommen. Diese

TBA" Wesentliches Kontrollmittel. Wie lick eine solche Fabrikatsftcuer sich an-

Denkscbrist, die von einer besonders u dcm Zwecke der Beurtheilung der besten Steuerform in Caffe! Fmttgehabten Versammlung von Braucrerbesjxern aus allen Gegenden Dcrnschlands veranlaßt tft *- dtcfe SOxnt beleuchtet gleichralls sämmtliche in Europa und Nordamerika bestehenden Bierbeßenernngs-Methoden und kommt dabei, nachdem fie die verschiedenenMethodcn nach ihrem Vortheil und Nach-

erlaubcn Werde: _ _ _ ,Aus den vorstehend motnnrten Erörterungen geht unzweifel-

haft hervor, daß_ der gegenwärtig in der preußischen Monarchie gel- tcndc Modus, dre Besteuerung des Braumaßes nach dem Gewicht- derenire ist, welcher vor allen anderen den Vorzug verdient und de en Beibehalxung im Interesse des Staates, des Bremen“» und des

Konsumenten ("gt.- Dic Denkschrift fährt dann noch fort: _

Die im Interesse der Branercien wünschenswertlnn Besinn-

nnrngsändernngcn in der preußi1chcn Geseßgebnng find hörbst nnter- gcordnetcr Natur und dürfte in der Hauptsache im betdersemgen Interesse nur die Besteuerun? der Malzfuxrogate zu fordern ein. Die Heranziehung der esbcn zu einer aquwalenten Steuer- leistnnL träge dem Prinzipe Der Gerechtigkeit §1icchnung und wäre durch riese Maßregel ein namhaft höheres Crtragmß der Steuer

in unzrvcife'xßufte Ansficht zu stellen. . _ _

Dieser Schluß, meine .Herren, führt uns; nun znglerch anf dre

Hauptabweichnng der Vorlage von der bishertgen, rn den merßennord- deuxscdcn Staaten bestehenden Steuervorscbrrften. Diese _lewnrhung nämlich die projektirte Surrogatenstcuer. Meine Herren, dre Regxerungen find der Ansicht, daß die Materialbencuernng, “einmal angenommen, konsequent und nothwendiYentwcder znr Bestenerung der Surrogate führen muß - oder zum ' erbot; ein Derttes_nt_ nenn denk_bar, ohne daß die ganze Besteuerungsmetbode der Matertalten nn Prmztp [nn- fällig wurde. Die preußitche Geseßgcbung _nom Jahre 1819 harte ]a auch unzweifelhaft eine vollständige Matermlbestenerrxng nn Sunne; Wenn fie fich nichxs destoweniger damals darauf [Zexchranktn nur alles Getreide, was zur Vierbereitnng verwendet werd, _zn bestenern,_ so lag das eben darin, daß damals fein andere;? Material, als (_Yetretdr, „ur Bierbereitung verwendet wurde, es _genr'rgZe also dre Fanung m "refer Weise. Daß dies bei dem heungen Standpunkte des Bran- gewerbes nicht mehr der Fall ist, das, mern; .Herren, geben Ihnen die Motive in möglichst genauen Zahlen. DWL Zahlen k?nnen zwar -- das seße ich hier hinzu -- auf besondere S1ch__erl)ctt femen_5.)ln- spruch machen, denn wir haben sehr gegrnndete Anzeichen, daß die Verwendnnq der Malzsurro ate tn erheblxes) großerenr Maße vorkommt, als die Ihnen in den otrven gegebenen_ Zahlen nach- weisen sollen, Weil eben die Brauer heute noch es 111 ihrem Interesse halten, die Verwendung yon Snrrogaten und nnmcntilch von dem hier und da mit einigem Vorurtheil auxgefaßten Zucker _zu vervezm- lichen; indessen soviel geht schon darau_s hervor, daß das Finanzielle Interesse der Steuergemeinschast erhebltch dadureh benachthcrlrgt werd. Es ist ja nun die Frage hier und da aufgeworfen worden ,_ob n1ch_t das Verbot der Surrogate der SurrogaxbxstenerunY vorzuzreyen 1er. Bekanntlich ist in Bayern, dem hauptxächlrrhsten su deutschen Staate, dieses Verbot in voller Geltung. Nun, m_crne Herren, mag es wohl immerhin möglich sein, eine Unbechmlrchkett, ezne Abweichung vonden heutzutage in Deutschland bestehenden _Grundsäßen der_ Gcwerbefrerhcrt da aufrecht zu erhalten, wo sie sich fett lange emgeburgert _hat; aber neu einführen heute ein Verbot b_ei_ emer neuen Regultrung der Besteuerung, dazu möchte fich hier in diesem Kretsékanm irgend Welche Sympathie zeigen. _ _

Meine „?_erren! Das finanzrelleIntereffc bet der Besteuerung der Surrogate i kein ganz unerheblicyes, aber _den Hauptaccent legen die Regierungen doch noch mehr daranf, _daß d_te Surrpgatlzesxeuerung eben eine nothwendige Folge des Prrnztps emer glerclxznaßtgen Be- sleuernng sein muß. In dcm__]eßrgen ZnstnndeZ der fur unhaltbar gehalten wird, liegt eine Pränmrrmg der Verwcn ung _der Surrogate.

Es ist ja unzweifelhaft, _daß, [“_a das hauptsacyxtchfte Surrogat Stärkezucker und Stärkcsvrup tft, c__s ist wohl unzwerselhast, sage ech, und erklärlich, daß den .Herren Skarkczucker-Fabrrkanten dre Geseßes- vorlage einigermaßen unbequem sem wrrd; aber von de_eser Unbe- thmlichkeit bis nr Bexürchtung, daß durch dre Heranzteyung dcs

nrrogates zur teuer etn Utncrg_ang_dtescr Fabrtfen auch nur im Entferntesten _zu erwarten set, tft noch ein sehr weiter Weg. _Als es :ck an Jahre 1870 im Zollparlament um die Besteuernng _des Starkezuckers handelte, war freilich Wenig Geneigtheit filr ]enen Geseßentwurf in den Räumen des Zo!!- Parlamentcs zu finden, aber die Sache liegt für die Stärkezucker-

Preis, der der Menge des Bieres in dern betreffendenFnFe entspricht. Diese Marke darf nur gelöst werden durch Den Ans1chank ,elbst.

fnbriknntcn ann) heute ganz anders. Es handelte sich damals um die Besteuerung der gesammten Starkezuäcrprodnktion. Heute handelt

tbeil gewürdigt hat, zu fylgendcm Schluß, den ich mir vorzulesen

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