1919 / 279 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 05 Dec 1919 18:00:01 GMT) scan diff

Oesterreich.

Laut Meldung deß Teiegraphev:Korrespondenzbüros ist die I' Republik Oesterreich voz: der spanischen und buigarw

schen Regierung anerkannt worden.

- In der gestrigen SÜZUNJ der Naiionalversamm- lung berichtc-ie der Abgeordnete Niehl tiber den Aritrag Lup, betreffend Mitwirkung deb Landtags an de: Verfasirxngs- ,und VerwaiiungSresorw. Der Abgeordneie Seitz, Präiidrnt de: Nationalversammlunq, brtonte, die Länder möchtrn sich

- immer von dem Gedarifxn keiten lassen, daß Oesterre1ch_em Staat sei und daß diese staatliche Einheit erhalten bleiben müsse, iolange biS das Land den naturiicben “Anschluß an das

_ (Lébhc-Fier

BeijaU.) iL'“;c:k)ließlici) wurde der Antrag mii 117121: von (“Heiß

große deutsaxe Wiriiiixxingcbiét gefunden habe.

beaniragien jortichßn Abänderung außenommen.

- Die Bewegux-g für den Anscdiuf; von Vorarlberg an die Schweiz wird von den Bläiierri lebhaft besprochen. Die „Reichspos“ meldet aus Bregenz, das; in der vorgestcigen Landtagssißung der Laxideshaupimann zahl- reicize Depeschen mid Zu1chriften aus dem ganzen Lande zur Kenntnid brachte, 111 denen der Landtag aujgesmdert mird, zur Fraiie der Selbständigkeit Voiarlbergs drii'igsnd Stellung zu iiiébmcii. Wir es heißt, soll dem Landtag der Antrag unterbreitet werdeii, die StauiSregierung sei aufzu- „iordexn, dem Lande Vorarlbrrg das SelbstbestimmungSrechi und stine staalliche Zugehörigkeit frei zu geben und Hierzu Schritte beim Völkerbund bezw. deim Obersten Rat in Paris einzuleiten. 'Im Falle die Wiener Regierung sich w-zigere oder ei“: U-nterlaffe, 1ei die Landesregierung zu beauftragen, elb- sianoig alle Schritte einzuleiten, nm die Enischiießimgsfreibcii Vorarlbergs bei den Enienicxnächten zU erwirken. Hierüber

werde in einer der nächsten SLHUUJM verhandelt Werden.

1 Großbritannien iind Irland.

Jm Unierhause eiwiderie das KadineisdmiigliedBonar Law dem „Te1cgrac1f“ zuxolge auf die Anfrage Kenwo.i[)i)13, ob die Alliierten (11125 jun würden, was in ihrer Macht 11egi, um die gegenwärtige dxutsch: Regierung gegen die Monarchi- stische und militärii" e Reaktion in Deutschland zu 1chüyeu, er wisse nicht, an welche Weise die AÜiierten in diem Frage iMU'UTUi-Iren soiiien. DLL" Uniersiaatßickreiär im Aus-

wäriigen Amt Harmsworth ieiiie mit, daß im Hinblick auf

die Haltung drr rumänischen Regierung die AÜULUEU nicht

.in der Lage seien, dir LebenSmittelversorgung Ru- mänirns writrrbiii zu erleichisrn. Alle Rumänien ge- währien Erleichierungen seien daher bis auf weiteres zurück- gezogen woidrn.

Vlättrrmeidmigen zufolge erklärte der Uiiterséaatssekretär Harmsworth in der Sißimg vom 1. Dezember auf eine Abfrage, da China den Friedenßxertrag mit Deutschland nicht unierzeichnet habe, werde es den“alliierien Mächten nicht mög- lich 1ein, die Durchführung der im FriedenSderirage vorge- sehenen Verpiiichtungen Deutschlands gegenüber Cizinci, wie zum Beispiel die Annullierung der Boxer- uuiiaydßenisiizädigimg, zu erzwingen, iolange China seine UUTLTZÜUM vrrweigere.

Frankreich.

Der Obarsie Rai bat der_rum äiiischen Regierung nach einer Meldung des „Wolffichen Telegraphenbüros“ eine

neue Frist, vom 2, bis zum 8. Dezember, zur Bekanntgabe H

der Antwort auf die vom Obersten Rat gesieÜten Fragen gewäkirt, I)er Rai beschäftigte sich ferner mit dem Wunsche der aÜiiertrn Kleinstaawii, die einen Anteil an der deutschen Flotte verlangen, diese Schiffe «ber mir für die Küstenpoiizei zu verwenden gedenken. EH wnxde grmidsäßiick) brf-leoffsn, diesem Wunsche nachzukommrn. Die Antwort (111 die drmsche Friedciisdeirgaiion iiUf die Denkschrift über die Schiffe von Scapa Flow wird dcr Rai heute festlegen.

-»- Eine offizielie Note der fianzösischin Negiezimg erklärt, daß iiber die Verkürzung der Militärdienstzrit noch keins Enischeidung getroffen sei. Alle GLLÜch1L, die dariiber 112111112th wiirden, srieu bcdc-ulungstos, da OTT“ Ministerrat sick) mii dissdr Frage mich nicht bischäfiigt babs.

Wie „Homme Libre“ Mittiéiit, hat Mustafa Kemal Pascha 1111 de:." Emeriti telegrdphisci) aegrn die Befeßung aniitoiiéciiri; «Ziädtxk “durch alliierte? Trixpprn pro- iriiieri. Wem": die Alliierten mit ihrem unmeni'cylichen Ver- fobrrn forifiiiiren, wiirden die Folgen vielleicht sehr tragisch 11110 wxitirazwixd sein; er erklärte, nur den einmiiiigen Wunsch seines Voikss nixszudrücken, 131143 jrine Existßnz mid seine Rechte verieidige. Tai“- axmenische Nachrichieixbiird, das dim „Homme Libre“ "diese Depescys übermittelt, ringt in Vdrbiiidung damit die Tiirkei wisdrxrxm an, durch ihr Vérhalien in Armrnien jedeix Richi mii Füßen geiietxn zu haben.

Italien.

Der König hai Tiiioni ais Präsidrnien deH„Senat§.

bestäiizzi . . _ „Belxxwu. , _;Lui ber Konfereiiz drr Vereiiiigungen für den Vöiferbund wurde [aui Meldung des „Wolffschen Tele- Yapdonbiiros" rin 1ck1wedi1ck1:r Mittag angenommen, drr den ölkerbund aUssoidOks, soiwld wie möglich die Richtlinién fest- zusieUM, die den einzelnen Nationa1iiä1€n innerhalb der Staaten 111211111: Rechte in bezug auf Religion, Muttersprache usw. sich3111 11111911. Ferner wurde de?chiosseii, daß jider Staat, der den Wunsch danach ausspricht, möglichst bald in drn Völker- bund aufgenommen wrrden spür. Die Konferenz sprach sich sodann fiirxfoigende Anträge ihrer AUSschÜiie aus: Der Völkerbund sol! drei Yuriichiiffe schaffen für Handel, Hygiene, Erziehung und sich fUr dic Verbesserwig der Nezirhungen zwischen Arbeitgeber und Al_ddiwelmirr »inieZen. Er Holl sich weiter darum bemühen, TM. ]rdes Liiiid diirch einc geeignc-„ie Gesesgebung einMindest- 111117; an Erziehung und Schiilpflicbt gewährleistet. Die Ver- piiichiung zum Schulbesuch soll bis zum 14. Lebensjahi“ er- wxitinZrdéii. Liion Bourgeois sieüte dann fest, daß prak- iiicb: LIÜÜZNiTUlnén 111 dir Abrüiiungsfrage erst spruchreif"seien, 111111111 Awerifa dem Vdikervund beigetreteii sei. Darauf schloß die Konferenz ihi'e Arbeiten. Die nächste Konfereiiz triit1920 in Rom zusammen. Amerika.

Nach einer Reutermeldung Hat der amerikanische Senator Fall, der mit der Untersuchung _der mexikanischen “Frage be- auftragt ist, im Sencix eiiie Eriijchließuug einge" reicht, in der Wilson aufgefordert wird, die diplomatischen Beziehungen mit Mexiko abzubrechen. Mexiko wird der Vorwurf gema t,

.-

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'? betreibe. Der Au-ichuß für aunä-iiige Angelegenheiten wird

012 merik..iii1ch,d Frage bespi'eäixn.

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Regisrmig ausiiefern WOÜM. Asien

_..-

Hkrresslcirke um 20 vom Hundert herabzuießen.

iruppen nach Sibirien SMO Ministerkriye entstanden fei.

&

Statii'tik mid Volkswirtscdaft. Arbeitsjrrritigleiten.

a 1179 2110 111111 11. (Gesisrii 11ach11111tag sOUie *die Abstimiiiung darubrr erfolgsu, bb brate bie Lirbrit in doÜem Umfang wieder aui- genommen WSLÖSU soUtc.

Nacbdkm auf dxr der Hamburg =Amerika-Lini2 nahestehenden WEM“ imd bai Blob in U. Voß di,: Akkordarbeit'auf- _gcrwxmnrn nwrdrxn isi, babkii, wie „W. T. B.“ f'ksähkt, auch die Arbeiter der Werkstätten der Oamburg-Amsrika- Linie fich entschidffen, in Akkord zu arbeiten.

Das Hikispdrionak des POW, Fernsprecba und Sch ecka mts in Cöln isi „W. T. B.“ zufolge gestern in den 'A 11 13 st (1 11 d geirsisn. Die Gebäude wirden Von deutichen und ertgiiscbrn Polizrimannscbaf'sen brwackyt. Drr Athand wurde durch Abirbiiiina der Forderung ciner E r i) 13 k) u n 21 d e 5 E i n k o mxm e n s b:»rvdrgerufen. (Ts bandslt sick) um einrn 1) i c: r t ä g i g e n Ku n d - g e b u n g 5 a u 6 st a n d. Bei Wiedéraufnabme des Dienstes soll die Lsisiimg don [ixbrrstunden iinrirbr-t werdcn. WEnn am Mitnvoch i'ciiw insagandr Amworr e*inirifft,„ brginnt der Ausstand bon n€uem.

Nach eins: von „W. T. B.“ übermittelten Meidung der .,Agrnzia Siefani“ aus Rom wurde gestern gemäß der Von drr soziaidrmokrgiiicben Parteilciiung und dem AUgemeinen Arbeitrrbund gsicoffénen Ent1ch1ießung die Arbeit in ganz Italien wie d c r a u f g e n 1) m m c n mii AuSnahmc von Bologna, wo die Beendigung des Streiks indrfsen UÜch Yiilternacbt erivartet Wurde.

Aus Z n d i a n (11) 01 is wird dem „W. T. B.“ gemeldet: 84 Fu1rerdcs Verbandes der amerikanischen Berg- a r b e i f er, darUZiWk dsr Präsident „Lew i s und der Sekretär (H r o e r' 1 , wurdrn der verbrecdrriiihen ViiiiaÖtung des Gkriciyis durcb Urberireiung des Verbots iiir dié Arbeitersübrer, am K o k) l e n - arbeitcrausstand teilzunrbmen, angeklagt.

VerkehrsWeseu.

Postnachnabwwisi keine Wertangabe. Zn Weiten Kreiirn dcs Pubiifums 111 noch immer die Arisichi verbreitet, daß, wenn man rina Poitiéiwung untrr Nachnahme br:schickt, die Posi im Fallsx dcs Beriiisrks ddrr der Beicbädigung dafiir wie bei einer Wert- !cndun* Ersay 181118. Das trifft nicht zu. Die Angabe eines Nach- nahmebetrags gilt fiir die' Post nicht als Wsrtangabk. Nachnabme- *,"sudungen wsrden bei d€r Post nur dann als Wertsendungen behandelt, wrnn auf ihnen aUßerem noch ein Wert angegeben ist.

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Wrgcn dcr scbwisiigrn Vsrkebrédrrbäiiniffr treten im deutsch. niederländisäzeii PdfisranstÜkkdcrkehr vom1.De. zembkr ab folgrnde Aendrrungrn 13111;

8. Postsrachisiiicke können Vorläufig 11icht mii Nachnahme bekasier

[cmd nach den Niederlanden nur bis zur deuisch€n Grenze frei- gemacbi Werden; die aus die niederländiichc Beförderungsstrecke eut- iaiienden Gebühren werden Von dem Empfängrr eingezogen. Jm Zialie dei“. Unbrsirübarkcit "derartiger Sendungen bat jedoch der §21'b- 1cnd€r außer fämtiichcn Gebühren für die Rückbrfbrdrruug aucb dic ions!" vom Empfänger zu enirichtenden niedsrländiichen Gebühren für die Hinbefbrderung zu tmgrn. 0. Frachtgebübrenzertel sind bei ' ostfrachtsiiickrn nach den, Niederlanden nicht mehr zuläisig. Nähere UUÖkimst erteilen die PoitanstaLten.

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Forian können gewöhnliche Briefe nach Spanien mit deuiichen Scbiffen 111:er Haviburg_brfbrdrriwerden. Abgang etiva dreiwöcbentlicb. AUsichrif : „Schiiisbriei Über Hamburg“." Beförderungsdauer bci unmitirlbarer Fabri etwa 6, sonst 9 bis 10 Tage. Nähercs bei den Poiianftalten.

Die Vrreinigten Elbescbiffabris - Gesell- schaften ieilsn laut „W. TV.“ mit, daß _von den oberen Pläßen in 13811 lasten Tagen eine Abnahme des Waffrrs" emeidei wird. (Böbmrn bat 1074-11] FaU.) Auch an den sächfi1 en Stationen iäÜc das Wasser,“ so da?; dic Meidiingkn' Über mögliche vöÜige Ein- steUung der Eibxichiffahrt durch Hochwasser unbegründet sind.

Theater und Musik.

_ Jin Opernbause géxhi morgen, Sonnabrnd, zum ersten Male wiederholt, „SUicmner-s Erbeiim'is“_ mit _ Fraulem Schwarz Und drn Herren Zieglrr (als Gast) und Philivan den Hauptrollsn in SFSUL- Dirigent ist der Generalmufikoirektor Leo BleckH.

Bowiß, Bergbdff, (Hageike, Schröder und Herrn Mo1kow besetzt (Dirigent Dr. Friß Stiedry), und nachber „Stibouettsn“, in erster Linis rnit Fräulein Brrgboff und Hrrrn Kröller vom Nationaltheater zu Münckoen als Gast beseist, gr eben. In beiden Veranstaltungen wirkt ferner das Baileitpersona mit. Dirigent der „Siihoueitén“ ist der KapeUmeistrr Otto Urack. Anfang 7 Uhr. *- Im Operiiixaufe _fmdst am Freitag, den 12. d. M., Miiiags 12 Uhr, ein: Mittagsvorstrlluwg zum _B_esicn der notleidenden Kinder W1_ens itait. Mitwirken werden sämtliche Kategorien_ dks Kunsiperionals, “die fich ebenso wie das technische vnd das Oauspcrsozial unentgeltlich zur Verfügung steilen. Das grnaue Programm, das 21mm orchetiraien. eineti chorgesanglichen, cinen so1isiischcn uni) emen Baklsttrtl auiweist, wrrd demnächst be- kanntgegeben werden. _ _ .

Jm Schaiiipte1hause Wird morgen „Maria Stuart“ in

aufgeführt. Anfang 6x Uhr.,

In den Kammxrspieien des_Deutsch€n Theaters wirken in der am nachsten Diensiag stattfindenden ErsiauÉübrung bon_Strindbergs „Advrui“ in drn .Oauptroüen mit; Paul egener, Rosa Bertens, Werner Krauß, Gerirud Eysoldt, Mar Güistorff, Augusie Pänkdsdv, Aribsrt Wäschdr, E11»: Wagn-Zr, _Panl Günther und Hugo Döbiin. Ferner wcrden “wéi wichtigc Kinderroüen von

" Aus JuareMMrrifv) wirdgernaldixi, daß drr Genkrai Villa vori Misr AbtrilUnzx fewer eig-Ueli Léiiie, gesungen cie- nnmmen 1,11, die ihn gegen «.me Belohnung (111 dt? msxikanische

Nach einer Meldima “sri; „Times“ aus Peking wird in der Bots-DÜ'ZL des cbixxcsisazcii Präsidenten “darauf hin- gewiesen, dax"; “dak- Lana“- dem Bankeroi: MTUMLUJLHL, wenn die Zahl der unis-r OM WUffen beffnd1ichen Truppi'n weiterhin '? m,;f derseibin „7511112 111111110311 ??.)Üi'dé. Es wird beabs1chLis1k, dix

-- Der „Daily Erpsrß“ meldet iius-Tokio, das; infolge einer MEinunxxsuerscbi-ydeniiéii über die Absendung von Ersay-

Auf den Werken in V i. r i_e r f e 1 d balken gestern, wie „W. T. V.“ meidri, durchjchniiisich 93 VO der Arbriier di? Arbeit wieder

werdkn. 13. Bis auf weiterss können Posifrackptstiickc aus Deutsch- »

-...

o.,“

Mannigfaltiges.

Einfuhr don Lebensmitteipakefen. Jndsr Pikffr wird vieifari) übrr die Er1chwyrung der Einfubr Von Lebnémiiisi- WKW! gekladt- Skit dem 12. Septkmber 1919 sind abrr .ilic Liebessabensendungeii obne ['Witeres einfiibrfrei. Niir Grnußmiiiel, wie Kaffse, TLS, Kakao, unterxikgen drin tarif- wäßigen 3011, der in Bedürftigkeitsfäüen bei der ZoÜkebördc rskiamiert Werden kann. Auch schwr'xren Verbandl-xngen, kleinere M€1111€n _solchsr Waren in Zukunit zoÜfrei einzulassen. Wenn in amrxikaniichen Posiämtern 3 Srordnungen iiber den Värsand Von Lkbrxémittelvaketxn angeschlagen sind, nach ?rnen dirir BMM“, F1€i1ch, Speck„ Myhl, Zucker und Luxusartikel iiberbauvt nichi, Margari-“r, Schmalz, Gebäck, Teigwarrx, Zuckeerik, KQffL-J, TCS, Erzeiigniff-x dCi“ „akad- Und Schbkdi'adenindusirir 11111“ 12,5 ;11 einsm GWD]: 111311 ji? einem-KTO, irriicr Sciié, Ksrzdxi. 'Jiäifc bis zu cinem (Hrsamtgrwicbi von "25; Kilo LUWÜUEU düiien, so bxzisbt sicb di€s€ Brkaiintmach11115 nichr auf Li?k)2§s-,QÖEU, sondern nur auf käuflich erworbcijr Pakets, drren Höchs LWiÖT auf 5 Kiio frst-„ieseßt ist, wäbrrnd eine derartige Höck) igrenzc für Lisbesgabenpafete nicht bestebr. Wenn in Awarika SImmmngrn für noisridrnde Inländer statifindrn, so ist nich srficb'xlicb, wie? disie durch die Beschränkung des Gewichts und des anaixs 1611111111) Erworbener Pakrte beeinträchtigt werden könnten, ziimal si- grbßi-n- teils zur Verwibmg an die Amrrikabiife urd das Rote Kiée-sz ab- gshxn, in 111611139111 FaUe sie iibSrbaiipt ZoÜfrUbeit genisßsn. Eine Brichxänkung käufiick) erworbrner Pakxte nach Menge umd Inbuit ist rnit Riicksicbr (1Us die: nocb ausstrbendé Zenrialisation und dcn 1ch1€ch1€11 Stand der Valura geboren, ganz abdrieben davon, “17-11"; bri unb81chränkter Zuiaffung von Posi- imd Sxiickgutsendunqrn eine einigermaßen gleiche Verteikung dix'r [ebensnoiwendigsn Nahrungs- miitel überhaupt nicht mehr durchzuiübren wärs.

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Der bon dem Vérlag von Grorg Wigand in Leipzig 1181111111?- gegebene Ludwig Richter-Kalender ist für das Jahr1920 in dEr bewährten Ausstattung Wieder erschienen (4 **:-FC). Wohi- gelungene Nachbildungen Von Zeichnungen des Altmeisters Richter zieren ieixe Bläiter und Werden nicht verfebien, auf den Beschauer

deri ursprünglichen Reiz ausZuüben, der der ewt deutschen, an- : weimrlndrn Und das Gemüt ansprechenden Kunst Ricbters innrwobnt.

„Curb avrn, 4- Dezember. _(W. T. B.) Der Altonaer Fi] (hd a mpfer“ „M eriu 1" iii in der Nordsee auf eine Mirie gelaufen und g e! u n k e n. Die Bdsaßung trieb 36 Stunden in Booten, _ehe sie von dem Dampfrr „Regulus“ aufgenommen wurde. - Der1chwedische Schleppdampfer „Holger“, 1111th Leichter „Halsiad Z' von HUÜ nacb Ma1mö mit Kohlen unierwegs, bat den Lsick)ier mit der visr Mann starkem Besaßung bei Nmrumbankfeuerschiff in der Nähe eine?" Minenfeldes v e r l o r e n. Ueber das Schicksal drs Leichters iii nichts bekannt.

Lauenburg, ?. Dezember. (W. T. B.) Ddr Genrrak- feldmarscball von Mackeni en traf beute vormittag bier em. Zu seinrm Empfang war außer einer Ebrenkompagnie, auch Ein? Abordnung der Danziger Leibbusaren erschienrn. Vor dsm Bahnhofs hatten auch zahlrricbe Innungen,. Vereine und Schulen AuisieÜuug genommen. Der Landrat Dr. Kreßmann hielt eine Ansprache, für die der FeldmarscbaÜ herzlich dankte. Er gab seiner Hoffnung Y_usdruck, hier eine Heimat zu „finder.- Der Feldmar1ch911 begab 1111) nach einer Fabri durch die festlich ge- 1111111116913Z Stadt, in der er jubelnd bégrüßt wurde, nach Gros; Iannewi .

London, 4. Dezenxbeir. (W. T. B.) „Telegraaf“ meldet, daß gestern dcr Dampfer „Jessica“ aus Hamburx auf der Themis gelbschi wiirde _und als erstes Schiff unßter deut1cher Flaggs wreder nach'Deutsch1and zuruck-

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Vorbei“ wird dai“; BaÜet! „Kl-Zin Idas Bkumen", mit den Damen .

.

bekannter Besetzung unter der Spielléitung von Dr. Reinhard Bruck

daß es in den Vereinigten Staaten bolschewistische Propagan a .

Yetar, Eyjoidt und Gertrud Zgof ck gespielt. r. Ludwig Bri'gex.

Syielleiier ist '

fuhr. Die Besatzung durfte nicht an Land geben. Weitere ['i-nische Schiffe werdrn erwartei-

Paris, 4. Dezember. (W. T. B.) Gestern abend iii die ZZjädrige Exkaiserin Eugenie 111 Paris eingetroffeii, um einen Augensprziaiistewzu konsultieren. Sie wird Von Paris nach Kap Saint-Martin reixcn, um dort den Winter zu verbringen.

(Fortseßung des Nichtamtlich12n in der Ersten, Zweiten und Dritten Beilage.)

Theater.

Opernhäus. (Unter dim Linden.)“ Sonnabend: 254. Dauer- brzugsvorsieÜung. Dienst- und Freipiäßr smd aufgebobZn. Sysanricus Geheimnis. Interniczzo iu emrm Aki nacb deiii Yraiizoxiickirii don Enrico Goiisciani. Drutsch bon Max Kaibeck. T),)ÜYUYUVOT Ermamiio Wo1f-Ferrari. Musikalische LeitunÖ: Generaimufikdirrkwr Leo BLU).

Spielieitung' Karl Holy. - 5 orber: Klein_Jdas Vlwmcn. Balxeit in einem Aufzug 11ach_d€m Märchrii bow (x). C. Anderssn Von Paul bon Klemm. Musikalisäpc Leitung“.- Dr. FriiZ Stiedry. Balle'tr- Leitang: Hrinrick) Kiöüer. _ Nachber: Silliouetten. _Tanzszeiien bon Schatien zu Licht,. i.?ntworfen und eiiiirudirrt von Hsmrick) Kröürr. Musikalisclra Leitiing: Otto Urack- Balicttleiiung: Heinrich KrbÜer. Anfang 7 Uhr.

Zchaurspirlhauxi. (Am Gendarmenmarkt.) Sdmiab. 269231111127- bezugsvorsieUung. Dienst: und Freipiiiße find aufgehobrn. Maria Stuart. Trauerspiel in fünf Aufzügen don FNZÖUÖ Swiüsr. Spielleitung: Dr. Rrindard Bruck. Zlniang 61 Uhr.

Sonntag: Opernhaus. “255. Dauerbrzugsdorstellixxig. _Dienst- und Freipläße smd auigeboben. Lohengrin. Romantiicbe Oper in drei Akten von RZ-hard Wagner. Anfang 3") Uhr.,

Sibauspielharis. 'Nacbmittags: 1_7. Kartsnrcicrbeias. Der Dauerbezug, die ständig vorbebaxieneri iowie die Dienst- und Frei- pläße sind aufgsboben. 18. Voikßvyrstsblung zu ermaßigien Preisen: Gespenster, KLinfang 2 Ubi“. -- Abends: 270. Dauer- bezugödorfteümig. Dienit- urid Frripläßc find aufgshoben. Maria Stuart. Traurrspiei in fünf “2111151191211 von Friedrich Scbiüer. Spielleitung: Dr. Reinhard Bruck. Anfang 6? Uhr.

Familiennachriihten.

Gestorben: Hr. Griieral der Jiiiaiitsrir„z. D. WiLbsini 17011 Uslar (Biriin-Scböneberg). - Hr.?1thbauptmann, 9111111111115; Graf Friedrich zu CasteÜ-Casteii (DWDM 1.

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Veranknzorilirber Schriftleiier: Direkwr Dr. Ty ro1, Cbaciorirnburg,

Verankworiisicb fiir den Aweigsnrrik: Dcr Vdrsirber der (HescbäftxzitxÜe Rewniiiiqsrai M c 11 a e r 1 n a in Bcrlin.

Verkaia dei: Grscbäfissirbir (M e 11 a s r i 11a) in Berlin. Druck der Norddsuiscbcri Biiibdruckcrri Uiid VérlMZ-MÜIN Bsrlin, Wiibeliniiraßc &. Acbt Beilagen (einsÖlirßliib Börssnbeilage und Warenzriäyrnbrüag: Nr. 941.31 Und 3] imd" Erste und Mixe chiral-HandelSrsgifter-Beäaae.

Erste Beilage

züri DUNMW Rrirbsanzeiger und Preußichen StarriÉunzeiger-i

«“Y“? 279.

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Yirhtamisiesies.

Deutsche Nationalversammlung in Bcrxin.

1'21. Siizmig 1111111 3 Dezember“ 1919. (BCi'iÖE des Liiawxiwrkiidéiirs TKZVLTÜUS T«;1Ur€;1:-c1 xiciiUxigsrriéi-rg€r*1.)

Am Rogierungcsiisäx: Der Reich§finanzminister Erzberger.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sißung um 1 Uhr 20 Minuten.

Von dem Präsidenten 'der österreichischen Nalional- versammlung ist ein Te1rgramiii eingegangen, in welchem er für die großzügige Hilfe dankt, dir Oesterrrici) in feiner LebenG- miitelnot 11111711) Drwiciwiiid gewährt wird. Dax) Teirgramm versichert, daß diese ohni», Riicksicht auf die eigene Noi Deutsci): lands geleistete Hilfe [iir das vor dem Abgrund siedende öster- reichische Volk in (111811 Herzen den stärksten Widerhall cfunden bude. Die ?)icicbIdeutschen in Oesterreich hcibin gleiciÉallS ein Danktclegramm fiir die Hilfe gesandt,. in dem sie versichern, daß diese edle nationale Tai Deutschlandx- bei (111211 Bewohnern Oesterrrickis nie in Vergessenheit geraten wird, (Die Verlesung .der Telegramme wird vom Hause mit iehhafiem Beifall ent- gegengenommen.) --

Auf der Tagesordnung steht die erste Beratung des Ent.- wurik- eines LandeSsteuergeseizes.

Rriäxsministér der Finanzen Er zb erge 1: Meine Damen und HEU'M! Wir stehen dor der Beendigung des WWW Abschnittes des großen Werxes drr Slruerrcform. Wenn Sir dic zisgsiiwäriig zar Bcratung siebixnden grosch Sikuergeskize ncxck) der :)ieickysabgabcn- ordnung das Neichowacr 1111?) die Umsaßsiewer verabscbisdet haben. werden, sind wir ein Erbebiiches Stiick Weitrrgékommcn auf dem Wege zur endgültigen Neuordnung unserrs Fiiianzwesens. Ruck) dann gilt es noch große iind 1ch1Mr€ Arbeit zii leisten, ebe wir am 3161 angelangt sind und sagen 1151111811, drr so sehr verfahrens Wagen der RéicHIfinanzen ist nun wieder flott gewordrn. Aber das, was wir in Weimar und hier bereiis gsisisiet baden, gibt uns die Hoffnung, daß wir auch den Nsst der großen, so außerordenilich schweren Auf- gabe rrfiiÜen werden, die uns in der unmittelbarem Gegenwart gestellt ist. Sind erst einma! die laufcnden Gegenwartsaasgabsn in Einklang gebracht mit den laufenden (Einnahmen, 17111111 werden auch die hinzu- treiendkn neuen Anfordrrimgen weii [eicher gcdrckr werdsn können, denn wir haben dann wieder fs sten B Oden untrr unseren Füßen. Das ist as, was wir so noirvendig braucben.

Sowirit es fich bei der Finanzrrform UM sim: Neugestaltung drs Sieuerwesens bandelt, ist die unmittelbare (HegsnwartSaufgabe eine dreifache: eine quantitative, eine qualitative und eine distributivc Aufgabe.

Die quantitatibe Seite des Sisuerproblems besteht darin, daß wir die benötigten Milliarden aufbringen. Angleichung derlaufenden Einnahmen des Reiches an dir gsgebcnen Laufenden Auögaben Heißt dir Losung. HU:]: [1892 die erste Vdrausseßung der finanzirllen iind wir1schaftlicheii Gesundung. Nur wenn es gelingt, diese während fünf Langer Jahre so stark brrniichläffigtc Forderung einer jeden ge- sunden Finanzpolitik zu eriüÜen, kann wieder Ordnung in unsere Angaiegenbeiten kommzn, kann für uns-Zr gesamtes StaalSwejen die große materieiir Grundkxgc gescbaffen werden für die Béiäiigung seiner so vieifältigen Aufgabsn. Die Laufenden StaaWeinnahrnsn sind zweifacher Natur. Eiiimal 1151111611 solcbr gewonnen werdrn durch Sieuern, sodaiin durch wirtjchaftliche Eigenbeiätigung der öffentlichen Kbrpsrschasteii, diirch Uebrrschüsse von ErwerbSanstaLi-Zn. Fiir den Augenblick können wir nur daran d.?ni'rn, nach neuen SteuerqurÜen zn 1chürfen“1ind besiebendc besser und bolikomrnenrr anziischlagkn. Die Schaffung 131111 neuen Erwrrbsiiiögiichriteii für das Reick) und Von Ueber-

,

' sch1iffrn aus solibesi ErwerbSanstalien müssen wir der nächstfolgenden Zeit

überlassen. Auch auf diesem Gebiete wird das Reich in Zukunft anders ge- sieUt Werdsn als bisher. Dariiber besteht für mich kein Zweifel. Dic: Umwckndlimg des ganzen Verkehrswesens, in erster Linie die Ver- einhritlicbung des Eisenbahnwesens, “wird den Auftakt bilden zu einer großen neuen Gesengbung, deren Leitgedanke das Gemeinwwhb die Solidarität im Janzen Wirtschaftsleben sein wird. Es wird sich dabei zum Teil um eine N euorg anis ätion des gesamten Wirt- sÖaftslebens handeln. Damit aber müssen 11otWendigeriveise die Fragrii der Grundlagen der ganzen Voikswirtschaft aufgeroUt und Meinungsgegensäßi? grundsäßlicber Natur zum Austrag gebracht werden.

Unsere: Finanzlage erfordert r a s ch e 13 H a n d e l 11. Wir können es uns nicht leisten, lange Monate über das grundsäßliche Vorgehen zu verhandeln und dann eine noch längere Zeitspanne zur praktischen Durchführung zu_ gebrauchen. Bei einem solchen Verfahren würde der Wagen der Reichsfinanzen noch tiefer in den Morast hineinsinken. Darum nxuß die Sieuerreform zuerst gelöst werden, ebe wir an die Frage der Ausstatiung des Reiches mit etwaigen neuen Erwerbs- einkünften herantreten können. Durch Steuern müssen doch schließ- ]ich die Bedarmeiite1 dis Reiches größtenteils aufgebracht Werden.

Es, gilt jedoch nicht bloß, die Einnahmen den Aussaben anzu- passen, das quantitative Problem zu lösen, es soll auch eine w ir k l i ch (: “Reform Vorgenommeii werden. Die Reform hat zur Vorausseßung eine enisprechende Gliederung des Steuerbedarfs, eine gerechte Lasten- verteilung, eine neue Fassung dér Steuerqnelien, Neuerungen auf dem Gebiete/der Steuererhebiing. Jm engsten Zusammenhang damit steht dann das disiribuiivc Problem, die Verteilung der Steuerein- nahmen auf die vrrsrbicdenen Steuergewalten, auf Reick), Länder -und Gemeinden. 211111, bier ist schon ein Teil der Aufgabe erledigt, "ein anderer Teil muß" noch bewältigt werdcn. Nur wenn das ganze Werk nach diesen drei Seiten bin glücklich durchgeführt wvrden ist, ifi die Aufgabe, die deutschen Sieiiern gründlich zu reformieren, wirklich erfiillt,

') Mik. A-iisnabme der Redßn d-xex errxr; Minisier. die im WW WWI W ' _ '

Berlin, Freitag, den;“). Dezember

Bi“: drr Liniscbickitigkxii dsr Liiifgabk, dib 95 111 Qksüiiéil (1111,

Siriwrrrkdrinxi: 11111 kiziiiiic. (**-5 isi 1012111111“ 11113171 111111111127, dir (250- icimibeéii dcr 5,11 x-xr „*!chyiw 1111113111 'Zic11rrgxir1zx 311.“ (11111111 15111 Parlamente vorziiidgcn. Daz Uiexormwcri mußte mii Riicksicht 11111 die Lach drr FillanZCU so Wskh als möglich in Angriff grnommcn werden und da schirm 111113 dic“ MctHodc drs Borgrbrns bci dor Nc- formarbeit (iSCigllEk, die wir sri! dem Juli verfolgt babrii, iiäuilick) einc stufenweisc Erledigung der Stcucrgrsed- 11 b u n 9.

Durch dic. stufcnwdisc (271161119ng dcr Arbcii ist es mbglich, 1161"- bäliiiiSinäßig rasch Vorwärts 311 kommen. Nrbcn direkicn Steuern sind immrr auch indirekte Steéiirrii iii Vorlage gebrachi worden. Durch diesc Vsrtrilung der 1111115811 R(xsdrinaufgabc giiedari 1111) dic Gesamtheit der grsrizgcberischsn ZVLaßnabmen auf finanzpolitisäxcrn Gebiets in ver- scbirdrne Abieiinngsn, die aberk1111€rkichin 1111113211“)an Zusammenhang miteinander sichen. Sie sind alle Teile des großen, 111111) einbcitiichcm Systrin ci1ifg€baui€119isfoxmwerks. »Häiie mcm Erst warten 111011611, bis Mo Entwürfe, die wir inrYause dicser Reform d111chz11brraien baden werdrn, anögcarbeiiet Wordeii wären, so wäre cs bis jeizi iibcrbaiipi: nicht möglich gewescn, der Nationaiversammlung disse Eniwürfe bor- ziilegen. Denn es ist klar, daß eine kaorm von so ungebruren AUE- maßen und so großrn Zielen in der Umgestaltung dcr sieUeriicbcn Zusiiindigkrii, des Steuerrechts und 'der StenerVSranlagUng nicht in wenigen Monatsn bis in 11112 Einzeibciicii vor- bcreitei sein laiin. Wenn dann endlich die Gesamrbcii der Steuergkseßc Vorgelagt worden wärs, dann Hätte daI Parlamrnt vor Liner :)iiesrnaafgabr gesiandcu, deren Bcwältigimg gleichfalls lange 3611 in Anspruch JLNOMZTWU bäiic. ' Was aber not tut, das ist das; Es rniissrn mxt mögiichster Bricbiaunigung Sieiirr- gesrin Vrräbschi€d€t UNO in Kraft" grfrßt wrrden, damii die gewaitige Ebbe: in drn Steuertassrn dss Réickyks möglichst rasch briciiigt wird. Diirch dieses ciappentveisr Vorgrben kommen progressiv USUS Sieuer- Einnahmen herein. Nock) bewor dic- gesawtc REkam abgeschlosscn sein wird, warden schon dic zuersi beschlossrnrn Sicmzrn Erträge ar- bringen.

Dirses stufenwÜse Vorgehen Hat: auch noch dcii Vorteil, daß die Naiionaldrrsammiung die 611136111811 Gesexzc init xirbßercr Muße durcb- bsraten kann. Es find jein schon eine Reihe bon Koriimiiiswnen noi- ,wendig, um dicke wxittriigendi-n, in unser grsamtss Wir'ri'cbaftILLbrn so iiei einschneidrnirn Grseizcntwiirfe griindlich durcbzubrratkn. Wiirdsn alla (EntwürfC aiif rinmai Vorgelegt irrrdcii, so wäre es ein- iacb-unmöglicl), einc gssunde ArbeitSberteiiung Vorzunrbmcn. Aus diesen technischrn imd i'acblichrn Gründen dürfte die Anordmmg ciner ftuieniveisen Erledigung der Stéuergeseßc Wohl die den Bedürsiiisien czntsprechendsis Form drr Arbeit sein. Die Kontinuität der Re'brm- geseßgebung wird dabei gewahrr in der“ Wrisc, daß stets schon vor Erledigung der einen Struergssrße die: Entwürfe der? foigrndrn Ab- schriities der Nationalberiammlung JUJCÖM, sie liegt aber auch darin, daß jeder Teilabschnitt der Reform nichts anderrs darsirlli ais 2111211 Ausschnitt aus drm großsn Gesamtreformplan. Bei jeder einzeincn Etappe nuierrr Arbeit wsrden wir Steuern von sokciiem Umfange zu bswiliigen haben, wie früher dir größren Finanzreformen in Reixh und Einzelstaaten niemals erbracht habsn!

Um nun einen Ueberbiick überdabgesamtc erormweck zu gc- winnen, möchir ich noc!) einmal das Gssamtbild der Reic'hssinanzen

Jeb unterscheide dabsi Lin Doppriies: das Bild der Reicbsfinanzrii, wir es sick) im AUgcnblick darstellt, und da?; Bild, wcchrs fick) in der

nächstrn Zukunft bieten wird. _

Die gegcnwäriige Lage unserer Finanzen babe ick) bsi meine:"r [eßirn Rede zum Etat schon ziffrrn- mäßig gekennzeichnet. Der größeren Uebrrficbtkicbkeit baiber will ick) noch einmal die wichtigsten Ziffern hcrborheben, um ein abgerundeirs Bild gäben zu können. Der Etat von 1919 wird uns gegenüber dem Etat von 1918 eine Entlastung in den (GesamtauSgaben bringen von 211 Milliarden Mark. Dennoch trägt auch der Etat von 19.19 noch kein normaies Gepräge, er ist in Wesent- lichen Punkten noch immer ein Kriegs-, kein Friedensetat. Das tritt am deutlichsten hervor aus der großen Snmme von außsrordentlichen Aus- gaben,welche in den Haushaltungsplan yon 1919 eingestellt werden mußte. Es sind dies nicht weniger als 41 Milliarden Mark. Wohrr diese große Summe vor aÜemkommi, ist neulich schon dargelegt worden, es gcnügi, noch einmal darauf hinzuweisen, daß aÜein infolge der Ab- wicklung des Krieges, dsr Demobilisation, der Abwicklung der Geschäfte des alten Heeres und der alten Marine, sowie" infolge der 17 MM- arden, die fiir die Erfüllung des Friedensvertrags notwendig Wurden, und der 31/3 Milliarden für Verbiüigung der Lebenömiitel, im ganzen rund 37 MiÜiarden Mark außerordenrliche Ausgaben erforderlich smd. Auch die iibrigen 4 Milliarden iragen noch ganz das Gepräge der Kriegswirkungen. . .

Dazu kommen dann einmalige AuSgaben von rund 2 Milliarden, die in der Hauptsache Teuerungsvorschläge darstellen. Dieser Posten wird später, sobald-die Beamtenbesoldungs'reform durchgeführt sein wird, in mehr oder minder großem Umfange auf die fortlaufenden AuSgaben biniiberwechseln.

Diese BcioldungSreform halte ich für eine d' wichtigsten Staatsausgaben. (Sehr richtig! Bravo!) Es muß danach "ge- strebt werden, daß die, Beamten, welchc durch die Umwertung aller Werte mit am schwersten getroffen sind (sebr richtig 1): wieder in ihre soziale Position eingereiht werden. Der Staat hat das größte Interesse an einem nichtverschuldeten Veamtenftand, der in seinen Einkommrnsvrrbältniffen so geilellt ist, daß er wirtschaft- lick) zurechtkommen kann. Nur dann wird die nötige Beruföfreude sicb ungebemmientfalien, nur dann wird auch der Stolz an der Leistung wiederkehren, der ein so berdorstecbendes Merkmal des deutschen Veamtensiaudes stets gewesen ist. (Bravo !) Bei diescr

. Besoldungßreform müssen auch manche während des Krieges bereits

“113111111: 111511110 [**i'gIgäUgM 1111'117c11, wic 1116111 diss; bci 114311101811 .,

und der heraus erwachsenden Aufgaben“ in kurzen Sirichcn umreißrn. _

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(Sehr“ 11.111111!) “,"-indcrcri'riiö «bci isi „111111 511 driixirxi, ob dir bi;- brrigc Lirbriisvrriciiang iibsraii dic ricihrigc 111. [S?!» 1ich1ig!) Z-xd-é Bsicbäitignmg [wier B:.iiiii-xii mii Tiiiigkkiicn, 11.1;“1ci31; Sb1'111'1*g*.11 kw: PikksOUCU mit 111311: kii]sä(1)02(1' Ydrbiididixi „1115113121111 1291-7911 kd111121; iii boTkNviriMisiiick) cixir Li-Ii'i'cbircrikrinzi. x(:“xbr iiibiig ',1 “***

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Brairitcnrcx'orm 111111)», ;;crad-x 1111-11 11; bicZ-x MW.: “5521111 noiwemdig MÜTÖCU wird, (111111 01111" Dicnsircibi'mi ?:“111 1111

don modrrncn VETHÜlÜniff-ZU UUZSPKZÜ 11511511. (Zriji 5.113.“ Dkr wissrnfchafi1ich€ Srreii, ob das Yiekiiiciipi'iiizid di:: “1.1.- 'Ii-.*1:.Z Wientsprinzii) dri drr Bramirbbdsdldunzi iécrixiixrn sbii, [*F'ZCUT. mrinas Cracbicns eiiie fa1schc Fragcsiriinng. Di:“ B„111111011111171?11:1, muß vialmeiw so aiifgebaiii Mrdrn, da?“; “Die 11111111111113112111119: gcmäßss Aitskommen fix-xddn, dai"; TUM 11711111 „11.1 «11117 ;:1111si'ixiii 611,7 solch Art and Lin sbichcs Maß bbii Liiifgaécd 5111116111, wis 15“- 113.11" Vorbildung Und ibrcn Fädigkciidn riiisyi'ZÉYL. (“Srbr 911in TINTI". bcickUirßendc Köpfe 11111) mrbr a11§11ck1r€ndc§117ckftc, wriiigcr 71111792- fäiligrr Jiisianzenzug und größsra Elastizitäi wird 011113 151171111133: fordrrungen der Zukunfi biidkn. Der Grundscix; 111111"; diwi 71111 Guis Bczabkiiiig fiir JUTS Leistung und Andas1'11111 ÖSV Vorbildiing an dir. im Tirnsic xicstrllixm i31111- gaben. (Brabo .')

Dir Yoriirbxiten fiir die Brjbidimgdrsiorm sind 1111 91cich91111anz= ministsrium VO]: géraumkr Zrii 111 “)[ngriff Zenommrn wordrn, 11111“ 1111 gebs der“ Hoffxiung Liusdruck, daß 85 wir“ 11.111) VcrständigMg mii dci' Ländrrn und den .Yeamisrwrganisa211311611 1116.11in s€iii wird, im Lanf-x dcs Monats Frbruar dir darchgr€iic11ds BLWWUUJÖVOÜÜJS der National- Versammlung 311 1111161'b1'8iie'11. :iikciiisri'diis irsrdc ick) rm'scbiagrii, sir. mit Wirkung 1113111 1. 'Li11ril1920 1111111111 irririt zn iaiixn. --*- Soviri zu BLM Etui“ und der“ Besdidunixrrforni.

Dic forilaufcxidrii Arisgabcn fiir 1919 sind 11111 193 éUéiUi- ardcii Lirigeseizr. Zn drm Maße, in wcicbsm eins Séßiiiig dsr gc- samirn finaiizwirisihafilicbwiVcrbäixiiiiir erobgt, die außrrordsxiiiichi Verbältniffr drs Krisch bcrjci'dwind-Zii 1111d 1111 idw Sicllc rin DMSB- zustand tritt, müffcr; dic f()l'TLÜUMUÖM Aiisgabrii sick) mrbren, die 6111- maligrn Aufwendungen dagegen wrrdkii riiisbrckbrnd abgcxbaUt 111611911. Was in ren chu grnaniiicn Za11r11 „511111 Liiwcriikf idmmi, ist (1111) Eine Ari do:“- TNdmcntaniiame drs Biidké; dcs Reich- bedarfs, wie cr sich 1111 gegrnwéirriiirii ?iiigSiibiiii barsxkiii.

Wie erfolgt 111111 i)i*;:D((kUn.1'di-r cbcn génc;n1111*11 [aufriidrn 511111?- gabsu? Da sicbcn 511111111311 zur Bri'fügwig dir (Ztiiiiiabntrii 71115» drii Sirucrn, ZbUcn iind “Gcbiibrcn, dic brrciis 11911 friibcr 1181" borbanicu find. Diésc Einnaiétiicn find fiir das Jabr 1919 mit 4,9 I).)c'ilkiax'dcm Ykark veraiiscbiagt wvrdrn. Es wird also eine? Summr bon 9 Milliarden aiis neuenStenerii schon imJabrc1919 iidtwc'ndig, UM dcn 1111121127211 Viusgabsnetat siriicriici“) aUZZUgixixbx-n. 911111 1111111311 sicb, wi:- scbbii 11c11- lich [)ervdrge'boban, „dic Stradr-Ziiinabmdix 1111121111151) „iiiddréi 1111- wickcir als früher 9611125131: words“! isi, ()“-inigr Sisiiriii siiid 3217.11: crbeb1ich Hinter dor Sebi'iizmig ZilrÜckJSÖNLÖEU, bc'svndrrs dic 111111113- steuer, bei Weicher cin Mindcrcrirag gi'gkiiiibei' der SÖÜHUUF 111111 nahezu 300 MiÜion-sn Mark zii «r*warism isi, sowir dir Abgabaii Vrin Post"- Und Tclrgikapbendcrksbr, vom PdisdnLn; mid Giiikrbc-risbi'. Wkim die Entwiiiiring dichr C11111Jb1116,11iclic11 i'd 11*i*ii€rg:"l)i,1iii-: iw. 6111131“. [271111011 Fabre, so wcrdrii iic 11131101111er dc'111Vd1*a2111i)111_.1 nicbi unerbsbiicb wciiigcr b:“iiigsn. Dagrgsn [.Mi-111 anch: Steuern 01116 bcdcuicnd giiiisiigkrc (5111111111111 1111 (1111- zuwciskn. Gehl dirsc Entwicklung iii dcn iolgkndkii Monaten 111 Weiter, so wird doch rin bedriiirnd bbbkrcr Ertrag (111 Sjriwrn crzicli werden, als im Voranscbiag Vorgesehen war. Eine anmibkrnd 981111111: Ziffer Läßt fick) i1i dicsrr Hinsicht natiirlich 1115211113 1161111611, weil mii großen Uniicherbeiisfakwkrn zu WchUO11 ist. Die E11111111'1'11111g ch Wirtsäyafislebens wiihrend drs Winicrs wird dabei Link: große Rollc

nur 1 MiÜiarde Viark außmacben wiirde, "1315111111: man mit dicser Eni- wicklung schon zufrisden frin. Danxi abcr MÜssL]! 11951) 8 Miliiaxden Mark des laufenden Etats gedeckt werdw.

In Weimar haben wir an laufenden Steuern, dic: in die Riicbs- kasse Üießen werdcn, iiber 1000inkillionen Mark bswiliigi. Diese Steuern werdcn sich zum Teil noc?) im gegrnwärtigen NecbnnngSjabr geltend machrn. Wichtiger aber sind die beiden rinntaiigen Steuern, die dort in Weimar beschlossen worden sind, die außerordentlickii' Kriegsabgabc für 1919 und die Besteuerung deE'während des Kricges eingetretenen Verniögenszuivachses. Beide zusammrn sollen ja 12 MiUiarden Mark erbringen. Diese Srsuern sielicn gewissermaßen einen'Reserviposien dar, der herangezogen Werden wird und heran- gezogen werden muß, um schon in diesem Jahre den Ausgieicb zll finden, der aber auch beim nächsten Etui noch Line brdcuisame Violie spielen kann. Kommen die erwarteten Erträge aus dissen biiden Steuern wirklich auf, so haben wir damit die Möglichkeit, eine Er- gänzung der laufenden Steuereinnahmen vorzunehmen, bis dic wich- tigsten der neuen Steuerquellen voii stießen. Es werden ja aucb außer den eben genannten Steuern noch Einnahmen für das laufende RechnungSjabr erzielt Werden aus den beiden großen Steuern, die jest endgültig beschwffen werden soÜen. .

Aber das Weseniiiche wird doch bleiben, daß wir in den eben genannten Kriegssteuern eine Art Reservefonds haben, den wir be- nüßen müssen, bis die neuen Steuern richtig laufen. Moines Ei"- achiens wäre es nicbk angezeigt, wenn man aus diesen beiden Steuern etwa vorhandene Schulden tilgen onte, soweit dies nicht direkt not- wendig wird durch die Art der Bezahlung dieser Steuern. Wir müßten dann eben wieder neue Schulden aufnebmrn, das aber 91“- icheint mir ziemlich unökonomisch. Es diirfte ricbiiger sein, wenn statt neuer Schuldaufnabmen die Erträgnisse dieser Steuern benüßt Werden, um eine Ergänzung der laufi'ndw: Einnahmen herbeizuführen. Denn was wir mit aller Kraft anstrrisn Wollen, ist: sobald a]s

möglich aus dem Schuldenmacben herauszukommen. Deswegen bitte

spielen. Aber selbst 111811117361,“ Mebrcrtrag gegrniibcr dkiiiVoranscblc-g '