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besseren Vorbereitung aufdie Dauer von 6 bis9 Monatezi a_n eine Gewerbe-Inspektion zurückverwiesen. Wird nur emeArbeitfur un- enüqend erachtet, so ist dem Aspiranten,jedoch1m Laufe derselbe)! rüfung nur ein Mal, eine Aufgabe zu einer neycn Ar zu ertheilen. Gelingt diese Arbeit nicht, so tritt die ohen er- wähnte Zurückverweisung an eine Gewerb- ,nspeknon em. 21. In der mündlichen Prüfung md die für den Gewerbeauffichtsdienst erforderlichen Kenntni e, 1) in den technischrn Fächern, einschlie lich der Gewerbx
Hygiene, , „ „ 2) inkl) offentlichen Recht und m der Volkswnthschafts- e re,
3) im praktischen Gewerbeauffichtsdienst nachzuweisen. _
Mit der mündlichen Prüfung ist ein freier Vortrag und Akten zu verbinden, die dem Aspiranten drei Tage vor dem Termine zugesteUt werdkn. _ „
22. Zu einem Prüfungétermin konnen mehrere, ]edoch nicht mehr als 4 Aspiranten vorgeladen werden. _ '
F 23. Die Frage, ob die Prüfung beftandem sex, _und im Bejahungsfalle, ob sir „auSrcichend“, „gux“ odcr „er Aus»-
eichnung“ bcstandcn sri, wird durch Stimmenmehrheit der ?Mitqliedrr dcs PrüfungSamts , „nach dem (Besamml- ergebniffe der schriftlichen und 1nündl1che_n Prufuii entschieden.
§ 24. Aspirant», wclche di? Prufung m t bestanden habrn, werden auf mindestens sechs Monaie zur dcffrren Vor: bereitung an eine Gewrrbe-Znspekrion_zuruckverwresen. '
25. Es ist eine einmalige Wirdrrholung der Zweiten Prüfung gestattct, dercn Erfolglosigkeit den Ausfchlu _vom Gewerbeauffichtswienst bewirkt. Für den Fall der zi: Wieder- holendcn Prüfung kann deschloffen werden, daß die Wiederholte Anfertigung der schriftlichen Arbeiten oder einer derselben nicht zu fordern sci. „_ _ . .
F 26. Ueber das Ergebmß dsr Prufung ist cm ProtokoU aufzunchmcn, wclchcs die (H.“ ?nnände dcr Prüfung und das Urtheil der Mitglieder des F?rüfun samts exithalten muß. Das Protokoll ist mit Bericht dem “mister fUr cxndel und Gewerbe zu Überreichen. Dieser ernennt die wiranten, wrlche die Prüfung bestanden haben, zu Gewerbe-Jnspektions- Assistenten. ,
§ 27. Der Minister für Handel und Gewerbe kann die Befähigimg zur AnfieUung im Gewerbeaufsichisdienfte _bis zum 1. April 1901 Personen mit wiffenschaffltch-iechn11cher Vorbildung unbedingt oder mit dem Vorbehalte zaerkennen, daß fie fich binnen einer beßimmten Frist Liner nachträglichen, von dem Prüfungsamt (Z 17) abzunehmenden Prüfung
unter iehen. HOLZ. Die vorstehenden Bestimmungen treten am 1. O ber 1897 in Kraft.
Die vorstehende VorbiLdUngs: und PrüfungS-Ordnung für die Gewerbe-Auffichisbeamwn, welche auf Grund der Bestim- mung unter Ziffer 7 drs AUerhöchsten Erlasses, betreffend die Anftsllung von Regierungs: und Gewerbe:Näthen und die Organisation der Gewerbe-Znspsktion, vom 27. April 1891 ((Hes-Samml. S.165) auf meinen Vorschlag vom Königlichen Staats:Ministerium mit der Maßgabe erlassen worden ist, daß unweseniliche, die Grundsäßc nicht berührende Abänderungen von dem Minister für Handsi und Gewerbe allein angeordnet werden körncn, wird hiermit zur öffentlichen Kmntniß gebracht.
Der Erlaß ciner AuZiührUngs-Anweisung bleibt vor- behalten.
. Berlin, dsn 7. September 1897.
Der Minister für Handel und Gewerbe. Brrfcld.
._.-__
Der Präfidcnt der Eisrikbahn-Direktion zu Köln Höfer ist bis auf weiteres mit Wahrnehmung der Geschäfte eines MinisteKal-Direkwrs im Ministrrium für Handel und Gewerbe beauftragt.
Die von hsute ab zur AUSJabe gelangende Nummer 40 dsr „ (Heseß- Sammlung “ enthält unter
Nr. 9944 _ das (Hsseß, betreffend die Verpflichtung der Gemeinden in den Provinzen Heffen-Naffau und Schlesien zur BuUrnhaUung, vom 19. Augun 1897; Unter
Nr. 9945 den AUerhöchstrn Erlaß vom 19. August 1897, bctrcffend Urdertragung der Vérwaltung der Strecke Richterich- Prcußisch-Niederländische Grenze vom Tage ihres Uebergangs auf dem Staat an die König1ich€ Eisenbahn:Tirektion in Köln; und unter _
Nr. 9946 die Verfugung des Justiz-Miniftrrs, betreffrnd die Anlegung de?- Grunddnchs fÜr einen Theil dcs Bezirks des Amrsgericht-Z Gladenbach, vom 16. August 1897.
Brrlin T., den 8. Srpt-xmbcr 1897. Königliches Gesch-SammlungKAmt. Wederftedt.
U r k u n d e, betreffend die Errichtung einer dritten Pfarrstelle in der edangeli1chenImmanUel-Kirchengcmeinde zuBerlin.
, _Mit Genehmigung drs Herrn Ministers der geistlichen, Unter-
UÖTL- und Mr_drziral - AnFlegenbeiten und des Evangelischen Ober-
Kirchenraths, 1011718 nach nhörun der Betheiligten wird von den
unterzeichneten Behörden hierdurch Folgendes festgesetzt;
§ ].
Jr) der evangelischen_ Jmmanuel-Kircbengcmeindr zu Berlin wird eine DUÜL Pfarrstelle errichtet.
§ 2.
DieTe Urkunde trijt mit dem 1. September 1897 in Kraft. Berlin, den 20. August 1897. Berlin, den 28. August 1897. (11. Z,) (13, Z.)
Königliches Konßstorium Der der Provinz Brandenburg, Köni liche Polizei- Abtbeiluna Berlin. ?Yrasident. 1). Faber. von Windbeim.
Bekanntmatkuug.
Nach Vorschrift des Ges vom 10. April 1872 (Gesetz-Samml. S. 357) sind bekannt gem :
1) der Allerhöchste Erlaß vom 31. Mai 1897, betreffend die Genehmigung eines Nachtrags zum Statut der Preyßiscben Pfand- briefdank zu Berlin vom 10. November 1894/16. Mars 1895, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potßdam und der Stadt Berlin Nr. 32 S. 304, ausgegeben am 6. Airgußt 1897; ' 2) der Allerhöchste Erlaß vom 9.“ Juni 1897,_ betreffend die Verleihung des EnteignungSrecbts agi _dte Stadthemktxde Unna zum Erwerbe des zur Hersteilung einer Klararilage fur einen Theil der städtischen Abwäffer erforderlichen Grundeigkntbums, durch das Amts- blatt der Königlichen Regieruxg xu Arnsberg Nr. 31 S. 481, außgegeben am 31. Juli 1897; '
3) der Allerhöchste Erlaß vom 16. Juni 1897, betreffend die erleibung dcs Enteignungkretbts an iieYknkngesellychaft ,Kleinbabn- gesellschaft GreifIwald-Iarmen' zu Eretxswald zur Entztxhung und zur dauernden Beschränkung des zum Bau und „Betrieb emerkKlein- bahn yon Greifswald nacb Jarmen wit Abzweigungen nch Züffow und Güskower Fähre in Anjprurh iu nxbmenden Grundeigentbums, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Stralxund Nr. 29 S. 132, ausgkgeben am 22. JuLi 1897; _
4) das am 26. Juni 1897 AUerhö-Ibst onzrgene Statut iür den Deichverbany der aroßen Beke im Kreise Elbing dgrcb das Amtsblatt der Königlichen ngierung zu Danzig Nr. 32 S. 259, ausgegeben am 7. August 1897; _ , 5) das am 26. Juni 1897 Allerböchft Vollzogrne Statut fur die Entwässerungkgeno enschast des Vibrowosees im Kreis? Berent durch das 21me att der Köni [ichen Regierung zu Danzig Nr. 32 S. 263, ausgegeben am 7. Augu 1897; . _
6) der A(lerböchste Erlaß vom 30. Juni 1897, bötrenend dieVer- leihung des Rechts zur Chauffregeldcrhebung an den Kreis Ryhnik für die von ih:n brziebungsweise von der Stadtgymeinde Sohrau O.-S. aushebaute Chaussee von Sohrau O.-S. bis zur Pleffer Kreisgrenze bei Borja, durch das Amtsb1att der Königlichen Regierung zu Ovpeln Nr. 33 S. 249, ausgegeben am 13, August 1897;
7) das am 7. Juli 1897 Allcrhöcbst _roÜzygene Statut für die Enjwäfferungs- und Drainage-Gmonenscbäft Wirtgirren - AuxkaÜ- nehlrn im Kréise Insterburg durch das Amtsblatt der König- lichsn Regirrung zu Gumbinnen Nr. 32 S. 299, angegeden am 11. August 1897.
Personal-Veränderuugeu-
Königlich Preußische Armee.
Offiziere, PortepeezFäbnriche rc. Ernennungen, Beförderungen und Verjeßungen. Jm aktiven Heere. Komburg v. 5. Höhe, 5. September. v. Trotha, Oberst und
ommankeur des 3. Oberschles. Inf. Regis. Nr. 62, zur Vertretunx; des Konrmandeurs der 8. Inf. Brig. kommandikrt. Abjchiedsbewilliaungen. Jm aktiven Heere. Hom- burg 13.1). Höhe, 5. September._ Schwarz, Oberst-Lt. a. D., zuleßt Kommandeur dxs Kadettenhaujes in Brnsberg, die Aussicht auf Aufteilung im Zivildienst ertbeilt. deerichter, Sec. Lt. vom Fü). Regt. General-Feldmarscbaü Graf Moltke (Schles) Nr. 38, Brand! 13. Lindau,“ Sec.'Lt. vom 5. Großberzogl Heff. Inf. ngt. Nr. 168, _ Betkkn unt Pension der Abschird bewilligt.
Königlich Bayerische Armee.
Offiziere, Portepee -Fähnriche 2c. Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. Jm aktiven eere. 25. Augusx. Ulmer Major z. D., zum Kommandeur des andw. Bezirks Roienheim, Herzing, Major z.D. bkim Bezirks-Kommando Rosenheim, Schobert, Hauptm. 3. D. beim Bszirks-KommanBo Wafferburg. _ zu Bezirks-Offizieren, _ ernannt.
29.Au?xtst. Pbildius, Major z. D. beim Bezirks-Kommando Landau, El a , e_r, Hauptm. ;. D. deim Vexirk-Z-Kommando Amberg, _ zu Bezirks- Wirren ernannt.
Im Sanitats-Korps. 28. Auaust. Vr. Rüth, Ohrr- Stabsarzt 1. K1. und Rests. Arzt im 5. Felr-Ari. RM., Unjsr Vrr- leihung des Charaktxrs als Div. Arzt, Dr. Roth, Oder-Stadx-arzt ]. K1. und Rests. Arzt im 2. Fuß-Art. Régt., _ mit drr gssrßlickpén Pension und- mir der Erlaubniß zum Tragen der Uniform mit den für Vecab!ck;iedr1€_ vorgkscbriebenen Abzeicbxn, 1)r. Grüneberg (1 München), Ayfiit. Arzt 2 Kl. der Landw. 1. Yu?z€bos§„ drbufJ Urbertrins in den aktiven Stand des Sanitäts-Korps rer Kaisrxlichen Maxim“, _ der Abschied bewilligt.
Beamte der Militär-Verwaltuug.
24. August. Kolbeck, KorpH-Stakßrrtrrinär drm Gxnkral- Kixmxnando 1. Armkr-Korps, mit Pénfion in der»! rrdétsrrn Rchstand ge re en.
Durch Vkriügunzx dss General-Kommandos 1. Armee- Korps. Wilkklm, Zahkwstr. dcm 10. Inf. Regt. Prinz Ludwig, zam 1. Fuß-Art. Nrgt. vakant Bothmer rrrscßt. „_
Yichtamtliches. Deutsckxes Reich.
Preußen. Berlin, 8 Srptember.
JhreMajeitäten der Kaiser und die Kaiserin, Ihre Majestäten der König und die Könihin von Italien, Seine Majsftät der König von Sachieii und die anderen Fürstlichkcitcn boaaben S1ch, wie „W. T. B.“ meldet, gestern Nachmittag 6 Uhr mit großem (55 fol.:e mitiels Sondsriuges von Homburg 13. d. H. nach Wic-Zöaden und trafen Abknds 7 Uhr 10 Minuten auf drm rrick) geschmückxen Bahnhofs daselbst ein. Der Kaisrr urd die Kaiserin, dcr Kröni und die Königin von Jtalisn sowie der König von Sach1en bcgabm SY nach der Ankunft in das Königliche Schloß. Die zahlrei auf den Straßen angcsammrlir VMS“- menge brachte den Majestätcn begeisterte HOchrufe d&r. Ihre Majestäten der König und die Königin von Jxaiien wurden auf dem W e nach dcm Schlosie von dem ObchiLrgcrmeistcr 131“. von 358 und von der italienischen Koxonie brgrüßt.
Ahends um 8 Uhr fand im Königlichrn Thraker eine
estvorftellung statt. Die Aürrhöchstcn und Hschsten Herr- chaften wurden beim Eintritt mit Faxxfarcn begrüßt und nahmen hirrauf unter Ho rufm und den Klängm der„Uarais. 1'8319“ in der Zoflo e i_aß. Seine Majestät der Kaiser Wilhelm führte “ hre axcstät die Königin Margherita, Seine Majestät der König Humbert Ihre Majestat die Kaiserin Auguste Victoria; dann folgten Seine Majcftät der König Albert von Sachsen, Seinr KömglicheHoheit der Prinz Albrecht von Preußen, Sein? Kaiserliche Hoheit der Großfürsr Nikolaus Nikolajewitsch und die anderen Fürftlichkeitrn. Die Vorstellung wurde eingeleitet durch 2111 einaktiges- Fétspiel von Josef Lauff mit dem Titel „83178“, die Einigkeit Deutschlands und
der Stadt Rom mit dem Quirinus eine Engelgrupp, mit den vereinten Wappen ;Deutschlands und Italien:; aus den Wolken herniederstieg, wahrend der (Engel des Fuedeng segnend emporschwebte, wurde mit begxistertem _Iudel aus: mMmY rrsLcThmft 81/2 UYefthZn YZ: ??sÜMftY "nd ölen e aenim rü es ae as ouper' em, Hierauf ging „Preciosa“ mit der Musik von -Weber in glänzender Ausstattun in Scene. _ _
Um 111/4 Uhr fußren die Allerhochsten und .Hochften Herrxkchaftcn mittels Sonderzqu nach Homburg v. d. H, zurn . „ . _ _ Heute früh'71/2 Uhr begaben S1ch_J,hre Majesiaten der Kaiser Wilhelm und der Konig Humbert zu Wagen in das ManövergeLände, während Jhre_MYe_stt§ten die Kaiserin Auguste Victoria und dre onigin Margherita um 8 Uhr dorthin nachfolaten, Der Kaiser und der König von Italien lrafcn um 8 Uhr in Großkarben ein, stiegen dort zu Pferde und begaben Slch nach dem Manöverfelde. _ .
Ueber den Verlauf der Manöver mird berichtet: Am estrigen Tage griffen die da erischen Truppen gegen 8 Uhr rüh die ftarkverschanzten preu ischen Sjellungen auf der ganzen Linie an. Ein Siurmangriff des linken bayerischen Flügels wurde abgeschlagen, während der rechte Flügel der baye- rischen Ost-Armee gegen Mittag in die preußische SteUung bei Windccken eindrang, Auch dicser Angriff gelang nicht; die preußischen Truppen gingen aber, ohne die fich zurückziehenden Bayxrn zu verfolgen, auf Befchi des Hauptquartiers bis hinter die Ridder zurück, wo sie heute einen erneuren Angriff erwarten. Auf beiden Seiten kam gestern cin Fcffrlbann und dri der Weft-Armee auch ein Drachcndaüon zur Verwendung.
Für Gewerbe: Aufsichtsbeamte ist eine Vor: bildungs: und Prüfungs-Ordnung erlaffrn und im amtlichen Theil dieser Nummer des „R.: u. St.:Anz.“ ver- öffentlichj. Eine amtliche Ausgabe wird demnächst in Karl Heymann's Verlag, Berlin 117, Mauerstraße Nr. 44, er- scheinen und kann im Buchhandel von dort bezogen werden.
Laut telcgraphischer Meldung an _das Oder-Kommando der Marine in S. M. S. „Pfeil“, Kommandant Korvettqn- Kapitän Gerstung, am 7. Septembkr von Odde nach Kiel
in See gegangen. .
Bayern.
Seine Königliche Hoheit der Prinz: Regent hat, wie „W. T. B.“ auI München meldet, Seine Kaiserliche u_nd Königliche Hoheit den Kronprinzen Wilhelm 5. 13 811118 des 1. Bayerischen Ulanen-Regiments geyteUt.
Oefterreich:ngaru.
Gestern Nachmittag fand nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Wien in der Hofburg unter dem Vorfiß des Kaisers ein gemeinsamer Miniftcrrath statt, an welchem die Minister- Präsidenten Graf Badeni und Baron Banffr) sowie die Minister Graf (Holuchomski und Baron Kallar) theilnahmen.
Der Sta1thaltc_r oon Salvurg Graf von Thun und Hohenstein ist gestern in Sa zburg gestorben.
Rußland.
Der Kaiser und dieKaiserin bssuchten, wie „W.T.B.“ aus Bielostock berichtet, am Montag nach Schluß der Manöver auf c-emRÜckwrge daS KriegH-Laxareth. Gestern Vor- mittag fuhr drr Kaiser mit den Großfürstzn und dem Kriegs- Minister, (Frueral Warinowski mittels Sondrrzugs nach Offoveß znr Besichtixung dcr * cstung. _ YicKaiserin brggd sich gestern in Begwitung dsr :berHofm-einerin FÜrstmGalißm von dem (Hufe Doi1ida, drm Abzreigsqaartier drr Maxestätn, nach der Sradt imd besichrigis das Asyl 11:5 Wohlthätigkeitöoereins 1011312 die Kirchsn und Schulen. _ Zam Andenfcn an_ den Bewch drr Stadk Bielostock durch den Kaiser und die Kaiserin sind dorr zu Wohlthätigkextszwccken bedeutende Summen ge- sammelt wordrn.
Nach Meldungen aus Chabarowsk vom 14. vori en MMats traf der Souschcf im Gencrah'tabe dcr japaniscßen Armre Vicomte Kawakami-Soroku zur Theilnahme an dsn Manövern ein und hat fich, nach einem Beksuche in BlagjoweschtschenSk am Amur, nach Wladiwosto gcbrn, vori wo er am 10. Sepkcmber dke Rückreise nach Japan anzutretrn g-edciikt.
Spanien.
Das Kriegsgericht in Barcelona hat den Ar.- archisten Sampau Barril wegen des Mordanschlags gegen den Polizeikommiffar Portas nicht, wie „W. T. B.“ gestern meldete, zu 40 Jahren Zwangßarbsit, sondern nach amtlichcr Vokaimtmachung zum Tode vxrurtheilt. Das Erkenntniß wird zur cndgültigsn Prüfung und Entscheidung dem Obersten KriegSrath vorgelsgt werdrn.
Türkei.
Die Botschafter haben am Montag, wie „W. T. B.“ stine gestrige Meldung aus Konstantinopel über die legte Sißung dersclben berichtigt und auch die „Agrnce Havas“ vornimmt, nach Eingang der Instruktionen ihrer Regierun en über den neuen Vorschlag Lord Salisbury? berathen, wel er dahin geht, eine internationale Kommission von sechs Mit- gliedrrn, je einem für die sechs Großmächte, zur Kontrole der StaQLSeinkünste Griechenlands, die für den Dienst der Kricgs- entichädi ungs- und der alten Anleihen zur Verfügung zu steam md, einzusehen, worauf die alsbaldrge Räumung Theffaliens durch die Türken erfolgen solle. Dieskr Vorschlag ist mit einigen redaktionellen Aenderungen angenommen und dem Minister des Aeußern Téwfik Pascha in nicht offizieller Weise voraelegt worden. Die Verhandlungen in Tophane soUen am Donnerßtag wieder aufgcnommen werden.
Die Mitglieder der rusüschen Botschaft oeranstalteien gestern u Ehren des scheidenden Botschafters von Nelidow ein A chiedsfest. Die russische Kolonie in Konstantinopel
taliens im Sinne des Friedens symbolisch darsteUend.
ie Schlußscene, in welcher auf dem strahlenden Hintergrunde
stiftete aus diesern Anlaß einen Nelidow- reis für die rusfisthe Schule daselbst. P -
de;,
Aus Kanea wird dem „Standard“ berichtet: in dorti en amtlichen Kreisen verlaute, daß Dschewad aszha, d en Mission als fehlgeschlagm_ gelte und der sich n diesen Tagen nach Rei ymo und Kandra begebe, bei der Pforte um seme Rückbeku ng nachgesucht habe. ' _ .
Nach einer Melduirg der_Wrener „Politischen Korrespon- denz“ dürfte die ahl der Schiffe der fremden Geschwader vor Kreta au die Hälfte herabgeseßt xverden. _Die Truppenkontingente werden aber ihre augenblickliche Starke
bis auf weiteres behalten. Griechenland.
Da ciniae Mächte den Vorschla de_r griechischezi R'e- gierung, die KriegSentschädigungs- nlxihe durch die Ein: nahmen aus dcr Stempelsteuer zu arantteren, welche bereits als Garantie für die früheren nleihen dienen, abgelehnt haben, überreichte die Regicrung, nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Athen, gcstern Abend den Gesandten der Mächte eine neue Non», in welcher fie als Garantie für die er- wähnte Anleihe die Zolleinnahmkn aus Laurion, die Ausfuhr- steuer auf getrocknete Trauben und die Leuchtthurmegahen anbietet, die niemals a1s Garantie für irgend einx_An1eil_)e dienten. Géeichzcitig schlägt die Regierung Modalitaten fur eine besondere Ueberwachun vor.
Die Wiener „Politi?che Korrespondenz“ meldet (TUS Athen: Die Regierung hat am Montag den Mächten mrt- _qetheilt, daß nunmehr 10000 Reservisten der leßten'Jahres: klaffen entlassen worden stien. Weitere Vergdschiedungen von Reservisten ständen in der zweiten Hälfte dtesrs Monats bevor, Die Lage der thessalischen Flüchtlirzge, we1chc ohne. Obdach auf verschiedene Ort? zerstreut smd, Wird dem „W. T. B.“ zufolge, nachdem ]eßt die regtierixche JahreSzrit begonnen hat, immer unhaljbarer. (Gestern ist 11581: Ather) em sehr schweres Erwitter mit verheerender Wirkung meder- gegangen.
Bulgarien.
Der Fürst hat, wie dem „W. T. B.“ aus Sofia vom rstrigen age berichtet wird, das EntlaffungsZzesucY des -. inanz-Ministers G es chou) angenommen und an dxffxxi Stelle den Justiz-Minister Theodorow zum Finank-anxer ' er- nannt. Der bisherige General:Sekretär im Jutiz-Minixterium Muren) ist zum Justiz- Minister, der bisherige Unterrichts-
inifier Welitschkow zum Minister für,.Handel und Y_cker- bau und der Deputirte Vazow zum Minister für den offenß lichrn Unterricht ernannt worden.
Dänemark.
Anläßlich dcs Geburtstages der Königin fand gestern im Schlosse Barnstorf eine Tafel statt, an wrlcher, drm „W. T. B.“ zufolgr, nur die KöKigliche Familie und die Fürstlich-n Gäste thcitnahmrn. Der Prinz von Wales brachte cinen Toast auf die Königin aus.
Amerika.
Der „Times“ wird aus Buenos Aires gcmeldet, daß die Aufständischen in Uruguay unter Lamas und Saraiva sich bei Montes, 50 Meilen von Montevideo enjferiit, ge: lagert haben. Im Falle eines entschie denen Angriffrs sei d1e Einnahme von Montevideo möglich, da viele Bewohner der Hauptstadt mit der Revolutionßpartci sympathifirrten und die
ertheidigung der Stadt nicht organisiert sei.
Afrika.
Zu Tanger ist ein portugiesischer Kreuzer an- gekommen, um den Reklamationen über die Ausschreitun- 138" der marokkanischen Riffpiraten Nachdruck zu vrr: eihrn. Ein italienischer Kreuzer wird, dcm „W. TB.“ zufol e, noch Erwartet.
Us Kairo wird die: Einnahme von Berber durch Egypten befreundste Stämmc armeldet. Die Derwische habrn Verbrr aufgegeben und sich auf Mstammed zurück- gezogcn, Befreundete Araber halten für die cgyptische Regie- rung Berbrr und die Getreide-Niederlagcn besetzt. Gcnrral Hunter ist mit vier Kanonsnbooten nach Berber VNJLkÜCkk, w'an ihm Kitchener Pascha in der nächstsn Zeit folgen mir .
Nach einem in Calais eingctroffenen Telegramm aus Obok hat die vom Congo krmmenkc Expedition Liotard gkgen' Fachodü zu mit den Vorposten der von Abussynirn her vordringcnden Expedition Vonchamp Fühlung genommen.
Nr. 35 des ,Ctnxralblatjs für dak Deutsche RUE", herausgegeben iy: Neicböamj 13:9 Innern, vom 3. Septkmßsr, hat folgenden Inbaxt: 1) Konsulat-Wesen: Ermächtigungcn zur Vor- nabm-Z von Zivrlstands-Aktrn; _ Ex.quajur-Ertbeilung. _ 2) 3011- uxid Steuer-Wesen: Veränderun en in dem Stande odxr den Befug- Yffn der Zoll- und Steuerßellen; _ Rangerböhung zweier ?Ytaiions-Kontroleure. _ 3) Polizei-Wesen: NuZweisung don Aus- [andern aus dem ReichMebiete.
Arbeiterbewegung.
„In „Gotha haben, rvie im „Vorwärts' mit eihsilt wird, 60 Steinarbeiten der Firma C. A. Merkel wegen ohnstr-„its am 6- k- M. die Arbeit Eingestellt.
„ Hier in'Verlin haben nach drmselben Blatt die Arbriter der thienfabri_k von Karl Funk u. Co._ Wegen Lobnftreits die Arbeit ve“Uffen. Die Forderungen der Ausstandigen sollen bewiüigt worden sein;“ der Arbeitgeber verweigert jedoch die Wiederaufnahme rer 6 am Nusnand betheiligten Arbeiter.
„IyBirmingbam tagt seit Montag derKongreß derTrade- Untom. In seiner gestrigen Sißung nahm der Kongrcß, wie ,W- T. B." meldet, einstimmig eine Resolution an, in welcher den un Umstand befindlichen Mafchmenbauexn die Sympathie des Kon- J,?sses ausxxedrüxkt wird und der Kongreß sich verrflichtet, den Aus-
andkgen moralische und finanzielle Unterstützung zu leihen. _ Ferner wurde eiue_ Resolution an erommen, die den geskßmäsZÉßSU Acht-
undentag m onen gewerkli Bettiebrn fordert. der FYqumstlelridadm sxvird derÄleklf-ZZÉJ-'lgxsmeldkiti LFZ Arbeidter wo nuriein meo oen, n aenen AUMA") du beginnnen. sch g
SWM jmd Volkswirthsthaft.
Die Statistik des Deutschen Reichs von 1872-1897.
Das KaiserliGe Statistische Amt uod mit ibxn 'die amtliche Statistik des Deutschen Reichs hat zur Zeit eine 25 jabnae Eatwrcke- lungkperiode hinter fich. Am 23. Juni 1872 erließ der Reichskanzler die erste, nocb beute geltende „Geschäfts-Jnftruktion' für dieses Anil, und am 23. Juli 1872 begann daswlbe seine Thätigkeit. Geleaenthcb der noihwendig gewordenen neuen, umfassenden AuSgabe der Bestiar- mungen, die für die Bearbeitung der einzelnen Zweige der Statistik beuje gelten, hat das Amt in dem soeben erschienenen 101; Vzkmde (neue Folge) der „Statistik des Deutschen Reichß' einen geschichtlichen Rückblick auf diese 25 jährige Entwickelung zu werfen Veranlaffung ge- nommen.
Die Statistik des Deutschkn Reich nahm ihren Aukgang 'von der Statistik des deutschen Zollvereins. und in Jewiffem Sinne kann man das seit 1833 als Abrécbnungsfie e fungierende ,Zentralbureau des Zollvereins' in Bsrlin als den Vorläusc'r des Kaiserlichen “Statistisäien Amts bxzeicbnen. Die Funktionen dieses Zentralbureaus hielten fich in dra durch di? wacke dss ZOÜVereinß-
ertrages aegebenen rngrn Grenzkn, d. 12. fis keschränkrsn s1ch auf die Bearbeitung der Statisrik des Waarrnverkekrrs mit dem Ausland?, der Statistik dcr ZoUrerwaltung und des Ertrags der_ZöUe urid der grairiniamen indirekten Steurrn, sowie auf die Zuyammenianzmg drr m dén Einzelstaaten aufzusteslxnren Bevölkerungx-nacbweije iür den VereinSzweck, wozu noch “rie Statistik drr Brrgwerke, Salinen und „Hüitkn und Einzelpe weitsre Arbeiten auf gewsrbe- und Verkehrssiatisttxcbkm Größte binzutraten. Die wiffénfchaftlickx Vsrarkciiung “res Maxerials sowie die Veröffent- lichung der Ergebnisse lag dem Zentraldureau des ZoUverrins nicht ob. Schon vor der Errichtung des Dcutsch€n Reichs hatte fich das Bedürfniß nach einer „Umgestaltung und Crwsite- rung diese“: 'ßemeiusamen “tatistik dsr keu11chen Zollvereins- staaten ergehen und den Vorfißend-n des BUnkeSkaths drs ZoUverrins, den preußischen Minister- rasidenten (Grafen von Bigwarck, vsranlaßt, eine „Kommission zur weireren Y_usbürung ker Statistik des 3911- verrins', aus Bevoümächngtea_fxammtlicher Bundeéregierungea des Vereins und weiteren Sachvsrstankigsn bejiröend, einzuberufen. Diese Kommission trat am 12. Jannar 1870 zusammen, tagte zunächst dis zurn 12Februar und Vom 4. bis 16. Juli 1870 und uriterdrach dann die Be- rathungen, um 11: erisnach Begründung des Deutschen Reichs Und nuzi für dieses in zwei Sißungsperioxcn April-Mai und Juli-Axr ust 1871, wieder aufzunehmen. Nach den Vorschlägen der Kommi! wn, die fia!) namentlécb auch auf die Errichtunrx einer _Reichsbebörde für deutsche Statistik bezogen, der an:!) die 'Wiffkn'chaf_tllch€ Bearbeitung des ihr zufließenden Materials und die *.*-,;claiaßige Veröffentlichun der wichtigeren Ergebnisse aufzugeben sei, ist seitens des Bundesrat S die Neuordnunz der Statistik des Deutschen Reichs vorgenommen worden. Durch die schon erwähnte, vpn dem Reichskanzler erlaffene Gxschästs- instruktion für das Kaiserliche Statrstisch Amt wurde diéxer un- mittelbar dem früheren Reichskanzleramte, jeßigen Reich§amte drs Innern unterstellten Bebc'xrde im allgemeinen die Aufga b ? zugewiesen: 1) das auf Grund von Geießxn oder auf Anordnung des Reich§kanz1ers für die ReichL-statistik zu liefernde Matcrial zu sammeln, zu prüfen, technisch und wiffenschaftlich zu bearbeiten und die Ergebniffe geeigzietrn Falls zu Vnöffentlicben, 2) auf Anordnungdrs Rrichskanzlers statistische 1achweisungen aufzustellen und über ftak11111ch€ Fragerx qutachtlich zu berichten. Schon aus diesrr aÜgemeinen Bestimmung folgt, daß von der Thätigkeit dcs Kaiserlicher Sraristischkq Amts und damit von dem Umfang der amtlichen Statistik des D3u11ch€n Reichs überh-xupt nur durch eine Darlegung der einzelnen, ihm von vornherein oder in der ?olgszéit zugewirsencn Aufgaben ein _richtigxs Bild gsgebea werden ann. Nur unter Berücksichtigung die1er Be1chrankuxig auf brstimmte, ihm besonders überwieserze Zweige der Statistik wird man die SteÜung des Kaiserlichen Statistijchen Amts sowohl innerhalb des gewaltigrn Arbeitsfeldks der modernen Siajistik überhaupt, wie auch namentlich gegknübér den Arbxiten und Leiitungen der zahlreichsn statistischen Landeszkntralstellen der cinzelnrn deutschen Bundesstaaten richtig zu würdigen Vermögrn. __
Schon seit seiner Errichtung im Jaber 1872 liegen dem Kaner- lichen Statistischen Amt zunächst folgende vom Zentralbureau des Zollwereins überkommene Aufgaben ob: 1) die Zusammenfaffung der Ergebnisse der Volkszählungen für das Rsicb, 2) die alljährlich xu veröffentlichende Statistik der Bergwerke, Salinen und Hütten, 3) die monatlichen und i_ährlichen Nachwrise über den aquärtigen Handrl, 4) die alljahrlich, zum tbeil auch für kürzere Perioden, brrzusteüende Statistik der gemeinsamen 36112 und Steuern. Dazu kommen folgende bereits mit Errichtung des Amts im Jahre 1872 ihm „neu zugewiesenen Arbeiten: 5) die anäbrliche Statistik der Eheschließungen, Geburtén und Sterbefäüe, 6) die Siawtik der Viehhaltung, 7) die alljährliche Sratistik des Verkehrs auf den deutschen Wafferstraßen u. s. w., 8) dies alljährliche Statistik des Seederkshrs, und zwarwdes Bestandes der dxutscbcn Kauffahrtei-
lotte, drr m deutschsn Haien ein- und angebenden Seescbxffe, des
erkebrs deutscher_Seeschtffe zwischen ausländischen Häfen, der Ver- ynglückungkn deutscher _Sersäpiffe? und der Schiffsunfälle an der deuxschen Küste, 9) die jahrliche und vierteljährliche Statistik der über- Yeeiicherz AunandermiF' Die!; von vornherein dem Amtzugewiksenrn, fortlauxende odkr prrwdisrh wirderkehrende Arbxiicn bedingencen Auf- gaben 1md_ zum weitaus größtrn Theile seit 1872 wesentlich erweitert und ve'rtiext worden, aucb abgesehen Von drr Jndrucklegung und Ver- öffenchhung der Ergebniffe, die eine ganz gewaltige Steigerung erfahren hat. Es braucht nur an die Statistik des auSwärtigen Handels erinnrrt zu werden, die durch daZ Gesetz vom 20. Juli 1879 völLig umgestaltet und ihrem Umfange nacb Vervielfacht worden ist, ferver gn dir Statistik der grmrimamen 536118 und Stermn u. s. w. Zn diexen 1611 1872 dem Amt 0511€g€nd€n Ausaaben istnun aber in der Folgezeit eme bsträrhtliche Reibe weitem“, theils einmaliger, thrils fortlaufender Ardriren hinzugetxstsn, die kurz chronologisch aufgeführt seien: sei: 1873 die Statistik rer Odstecnte (nur bis 1877) und die Statistik der Anmusterungkn und Entweicbungen von Seel-zutrn dsr Handeléfloxte, seit 1875 die Nachweije über dic Schulbildung der RCkrutxn, 1875 die mit der Volkszählung verbundene erste «rwerb- liebe ' Betriebßzählung im Dkutschen Reich, seit 1877 die Statistik der Dampfkeffelexvlofionrn, 1878 die erste Stajisiik der Bodenbenußung, dann die Erhebungen über die Ernteérträge (fortan jährlich) und die Taback-(Énquéte u. s. w., seit 1879 die Statifjik der Dampfkeffel und Dampfmaschinen, fsrner die Zusammen- fteUung der Errßbandelsvreise wichtiger Artikel, 1881 die erste? Er- hebung über die öffentliche Armenpflege, 1882 die Berufs- und Gewerbezäblung vom 5. Juni. férner seit diesem Jahre die Kriminal- Statistik, 1883 die zweite Statistik der Bodenbenusung, 18111885 die Statistik der Krankenversicberun der ArbZiter und im Yleicksen Jahre diezweite Statistik dsr öffentlichen rmenpflege, seit 188 die Statistik des Waarenvcrkehrs auf den subventionierten Pcitdampferlirien, seit 1889 die Statistik des Hardels von Deutfckszitafrika mit dcm Zoll- Nrrmßgebict, 1892 Beginn der Arbeiten der Kommi1fion für Arbeit.?r- stanftik und der jährlichen Zusammensteüungen der orisüblichen Tage- löhne, 1893 die dritte Statistik der Bodenbenusung, Beginn der Saaten- sxands- und vorläufigen Erntenachrich18m dir außerordeatlicbe Vieh- zablung dieses Jahres und Beginn der Konkursftatiftik, seit 1895 die Stylistik des Verkehrs im Kaiser - Wilbelxn - Kanal sowie im gleichen Jahre die Erhebungen über dix VerhaUniffe im Handwerk und die zweite Berufs- und Gewerbezablung (14. Juni), 1896 die Untersuchung über die Einwirkung der Arbeiterverficherung auf die Armenpßege und 1897 die Einrichtung eines besonderen Nachrichten- diaxstes (ür die Getreidepreise an deutschen Fruchtmärkten. Auch von diesen sert 1872 neu hinzugekommenen Aufgaben haben sich viele zu ganz erheblicbrm Umfang entwickeu, wie z. B. die Kriminal-, die Krankenversicherungß die Konkursstajiftik, andere haben vorübergehend auf Jahre einen ganz außergrwöhnlichen Arbeitßaufwand der- uxéacbt, wie _u. a. die beiden Berufs- und Gewerbe- 1a1ungen. Es ist dabei allerdings zu beachten, daß die vor- tebend aufgezählten Aufgaben nach der Art der Erhebung und der earbektung des Urmaterials die Arbeitsleistung des Kaiserlichen
Statistischen Amts in sehr verschiedenem Grade in Ansprutb nehmen. Bei einzelnen Zwéigen der Statifiik erfolgt die Beatbeiiun voll- ständig in dem genanntcn Amt, dem das Urmaterial unmittel 'von den Erbebungßbebörden zugeht, so bei der Statistik d(ß auswäritgen Handels, der Zölle“ und Steuern, der Kriminal- , Kranken- versichrrungs- und Konkursstatistik. Bei anderen Statistiken, ]. B. bei der Bevölkerungs- und landwirtbscbaftliäpen Statistik,. wird das Urmaterial seitenI der statistischen Landeszentralstrllen bereits zu gleichmäßigen Nachweisen derarbkitet, welche dem Kaiserlichen Sta- tistischen Amt dann zur Grundlage weiterrr Bearbkitung dienen. Die übereinstimmende Exbebung und Bearbeüunz in den Laudeßzentras- stellen wird durch Konferenzen der Reickos- und Landesstatiftiker ae- fördert. Vereinzslt finden auch beide Meiboden nebeneinander An- wendung, indsm ein Theil drr BundsSregieruygen „auch die erste Ver- arbeitung drs Urmaterials dcm Reichéamt üherlaßt, em Thrrl sie ielbst be- sorgt (“Berufs,zäbsung, Saatenstands-Nacbricbten). Rschner man zu dixsen Arbeitkn nun noch hinzudie Erledigung dkr'zablreicben amtitchen Auftrage, welcbe xu Veröffentlickpunaen nicbt führen, ferner die Außkunstsxrtheilung an deutsche und fremde statistische Behörden und Pripawerwney und namsntkicb auck) die wachsende Arbeit, die nothwyndtg ist, um aus dem weiten (Hebiex der Statistik, auch der außsrdkutscben, Mf dem Lazzfe'n- den zu bleiben, was für eine derartige Zentralsteüe _ganz unerlaglicb ist, so wird man sich ein annähernd voÜständ-iges 'Bild von der 11:11- fangreicben Thätigkeit des Kaikerlirhen S_tatistisckprn Amts machen können und bsgreifen, kaß seine Arbeitsleistung im Laufe der lesxsa 25 Jahre gewaltig an Umfang zugenommen bat.
An Personal waren für das Jahr 1872 außer dem Direktor 2 Mitglirder und 8 Bureaubeamfe im Etat Vorgrsshrn; im Jahre 1897 besteht das Personal dagegen aus 1 Dirkktor, 6 Mitglisdern, 2 Burkaudoxsiehern, 57 expedirrcndcn Skkretären, 115 Sekretariats- Asfiftenten, 10 Kanzleisekrefärrn, 11 Uxitkrbeamjrn und 84 diätarisch oder grgen TagegeLd beschäftig1€n Hilssarbeitern (Ohre die für die Berusézählung bksrnders angrnommrnén), sowie etwa 20 zkithilig vori 17er Stxuererwaltung dem 21:11! zugetheiltrn Braunen. Wahrend drr Etat für 1872 die Kosten mit 31750 Tbalern 56- rechnete, find im Etatsjahr 1897/98 für den Kostenaufwand 924 015 „46 a'uSgeworfsn. Nicht einbegriffen sind hier die Aufwen- dungen, welche die besonderen Einmaliger: Erhebungsn erfordern, wie z, B. für die Berufs- und Gswerbezählungrn vor: 1882 und 1895, von denen die erstere NW 2 000000 «45. di“: lryjere rund 320000024 gekostet_hat, wobei dit? cm die Einzelstaatsn grzablwn Brträge und der Aum'arid sritkns dss Reichsamjs zusammen;;srrchnrt find. Ent- sprechend diejem Anwarbikn des Umfangs des Amts hat natürlich auch sine Vergrößerung der Amtßräume stattgefunden, Welck): seit 1876 in einem _eigenem Dienstgelxände, Lößow-Ufer 6 8, singerirhtrt find.
Dll! regelmäßigen Veröffentlichunqen des Kaiserlicbén Statisxischén 21th brstehen aus dem großrn QUIÜanekk der „Statistik des Deutichen inch“, welches in einer erst-m Reihe von Bandrn (1119 63) in den Jahren 1873 bi51883 und dann als .Neue Folge" (Band 1 bis 109) in den Jabrrn 1884 bis 1897 er- schi§neu odsr im Erscheinen brgriffen ist. Danxben Erscheinen ,Yikrfkljaerßbefte zur Statistik drs DxutsÖen RSiÖÖ“, früher in die _Baxrzde dks großer. QUeUcnwerkS eingxreihr, Tris 1892 als kssondIre Zrix- 1191111. Writer werden ausgegeben: „Monatlickoe Nachweise übrr den aus- warxtgex) Handel des deutiÖen Zngebiets nsbst Anßabe üb-xr Großhandels- prkiye, wwie übst 'die wainnung Don Zuck-xr und Branntwein“ und srit 1880 das „Statistische Jahrduch isn das D:."utsrhe Rsicb'. Zahl- reiche Karten und gerhische Darsteklungkn find in dissen Werken ent- haltßn, einzelne aucb bssOnders herauSgrgrkkn words". Das ,Jahrbucko' enthalt ain Schluß jxdrxmal (imm auKüh-rlichn Näkhwris aUrr Veröffkntlichungrn des Amts. _ DisAmtébidlwkaek, die' zur Zsit rund 32000 Bände und 450 Kartenwerke umfaßr, ist ksine öffentlichr, sondern dient vorwiegend dem Bsdürfniß des Amts selbst.
Mit den bishsr aufzezähUM Arheitsn drs Kaifsrkichs-1Stakistischn Amts_i11' übrigen? die amt1ich€ SSatistik res Deutschen Reichs noch nicbt voÜstandig x_rschöysr, vielmekr erdsn einzelne Zwrigk dsr Rsich-sstatißik von anderen Behördkn rhne Mitwirkungdcs Skatistischkn Amts bearbeiiét. Di? eingang? Erwähnte Vrröffrntsickyung giebt auch Von di€sen Arbeijen ein§n_€r1,chöv§enden Nachwsis, in dem die selbständige reichsstatistische Thatigkeit drs Ayswärtizrn AMK “drs N€ich§am1§ des erern, dss Kais€r11ch€n nyundheitsamts, de; Kaisérlichen Patentamts, dss Reichs-Versicherungsamx§, dss RSichS-Nkariiieamts, k€r Deutscha Seewarte, dcs Reich§-Justiza;x:ts. drs Reichs-Eiscnbahnamts, des Reicbö-Postamts, dsr Réichsbank und der Krirgél-Minxsterien ka3 ge- krnxxzxichnrt wird. *
Es erich€in1d0n JnthLff-é', noch in Kürze einen Blick zu wrrfrn auf die Ausführungen, Mir d€n€n der ,RrickFS- und Staats-Anzsigkr' vor nunmehr 25 Jahrrn, in seiner NUmmer vom 15. 211131111 1872, das USU rrrichirté Statistische Amt des Drutsxhkn Raichs 138 rüßxe, Schon in der Thrdiirere bei dcr Ecökfnang ds?“ Irrtichrn M?sichz'tages, am 8. April OSZ genannten Jahrrs, war im aslgrmeinrn 'der Zweck und die Aufgahe drs 11811311 21th dahin g-xfrnnzxichnkk worden, daß es im stande sein Wsrde, drr Gssrßgkbxmz 11:11: Vrrwalfung, sowie drr wiffrnscbafjlicbén Erkximjnifx drr stzaxlishrn 11:11: grscllsckoaniÖen Zustände dur!) eiiihsitlichs wixiknschajtlicbc Bsardsitimg drr Ersebniffe st.“.tistisch-xr Erhkbuci-Zkii im Reich? rvr1r'kxslirhs Diéxists 31,1 leéstrn. Dir Ergrbniffe aUsr €1!11ch10()1J611, 1714 i!! srhr srrziriLe? Einlehsixrn eindringendrn Er- hebunsrn 10111011. _ 11) führt drr Artékrl wxixsr aus _ in mehr Oder wrnigrr ansiühr1ichrm thrilx; an* da? gamze Reichxgkdi-kt, theils auf iiröh-xrr ern*alxun,35'rrzir_ke oxkr an rinzrlne ETZL'QUUJZNTS bezogsrirn AUfstSÜUUJkn d3k1121111111ch€11ZZZLTZÜÜSUZ des Reich? zugehrn und bei diesrr „nicht aUrixi 111é“ch.11111ch ZUsQTUWSjIZCßLU-k, iondsrn auch durch eine Brarhriiung iiach iviffeziichxfrU-Hrn Grandsäßzn für rirc unmittkélbar€_ via_ktisch? Bsrxrrnkxnx (“CU Rrgieruxgrn, wie drm Publikum rc'ckylrsizn rrxrker.“ Vorläxöx, 1S1€11 dir ErWansäßr drs Ctatx für MZ xiérrxrgrüsxdrkrAmt in iriäéqixrn (Hrsnzrr. gxbaltrn. 'Nach 5911 "1110118271 zum (81-3! uerSrTirz-I “? kxixém Zwrifrl, rah bsi drm RSiCÜTÖUTU ch [*ixs-Zr Bsßörde 3uf1i:t'3-:nr€xi i?axißiscbxn' M.:terixlö Un? m. wannigfxcken Aniordxrungxu. »Ich-: die W:!“ixriichxir, die Staat?:rrrralrurg mid 1.11“? VsikédrUek-xn a:] die“ amxlich-x Staiiüik stelltén, ki“: Tkäxigkrit drs SrarifiisÉrn Amts DCI Drutschxn Reichs"- sich z:: L_inkr xrlrunifaffxnksn grid fruckxt'vringenken LnTkVickLln wrrde'. DLTETMÖ!U11J Wi és zu üdrrlafferi, für dis JTQFL, zu wslchsm Umsarg urid m wclchZr NLÖTUUJ die 31131 dsr fait anzusti-[lenden BSÜMTM zu crwxiern '?i, di? Uörkigxn AUÜÜTÖVUKÜZ an kik Hand zu Arbeit. „In irlch-r Mik"? auL-zxstxrtrt' _ 567131 ck wöiUiÖ writer _, „tritt. 238211111 111 5911 Organismus der Zktixr31vsrwaltu::g des Reich al;“- 6171 br'giirkrés (53118? rin, rcffén LC1111MZ, wie disjsnige: staatlicher Bxbörrkn Üörrhayrr nacb! dcm AuéPrucb eines hervorragrndcn Mit- g1iedes rrr 113111111ch811 Kommiifion nicht nur!; den Bänden von Zahlrn, die: CS 1:1 112 W611 srndet, irUdér-i nach drm Umfang und Geßalr drr Thatsachen und Kaosalokrknüpfun en zu beurtbeilé'n sein wird, weirde 85 an dsr Hand sxin-xr Zahlen in ;Licherer u::d berechtigter Schlußfolgerunxz ans Licht zu stell-xn vrrmag.“
Drr Güterrrrkehr auf den deutschrn Eisenbahnen umfaßt? im Jahr: 1896 212103 613 c gkgkn 181479 525 im Jahre 1895, 173 970 848 irn Jahre 1894 und 165 514507 im Jahre 1893. Pirrvon e_nLfi:-1€n aus den VSKkébr im Julandc 169 845 591 1 (gegen 151744674 1111 Jahre 1895), mit dcm Auslands 32258022 (29 734 851) “c Von dcm Jnlandgderkebr blicken im engeren Lokal- drrkehr der cmzelmri)_Yerkebrsbezirke 69178114 (62016134) 1, und wurdsn tm gngJWlUg-Én AuStauscl) rer Vsrkehrsbkzirke befördert 100 667 477 (89128540) 1. _ Vom Auslandsverkebr kannn auf den direkten Verkehr zwixchen Deutschland und dem Aus- lande 29671874 (27197 990) b, auf die Durchfuhr von Ausland zu _Ausland 2586 148 (2 536 861) t. Aus Deuiscb- 1and auSgefybrt _ wurden 16 232 953 (15091403) t., nach Qeuischhmd eingefuhrt wurden 13 438 921 (12 106 587) l:. Bei Be- riickfichtigung des Umstandes, daß der Verkehr mit den Seehäfen zu einem großen Therl _den Verkehr mit dem überseeischen Anstande dar- stxux, und daß dxr bier nachgewresene Empfang mit der Eisenbahn sicb vtelxach (111? 2111971151: aus Deutschland, der Versand mit der Eisenbahn sich als Ciyfuhr nach Deutschland charakterisiert, beträgt der Wechsel- verkehr zwischen den deutschen Verkehrsbezirken (mit Ausschluß der