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Beistßer: Salzpacker Wilhelm Möbius zu Artern;
1. Stellvertreter: Hauer Wilhelm Dominick 11]. zu Herzfelde bei Rüdersdorf,
2. Stellvertreter: Maschinenwärter Andreas Sieben: brad zu Harbke.
Schiengericht der Sektion? zu Waldenburg i.Schl.
Vorsißender: Königlicher Ober-Bergratl) Ziemann zu Breslau; . Stellvertreter: Königlicher Ober-Vergrath 1)r. Prings- heim daselbst. Beisißer und deren-Stellvertreter: ., 3. Von der Sektion gewählt: Betsrßer: Gutsbestßer Wilhelm ELSner zu Weißstein, Kreis Waldenburg; _ 1. Sterertre-ter: Gutsbesrßer Heinrich Toft zu Weiß- ftem, Kreis WaldenburJ 2. Sterertreter: etriebsführer Arnold Huißgen zu Rothenbach, Kreis Landeshut; Beifißer: Berg-Jnspektor, Berg-Affeffor August Schwe- mann zu Waldenburg; 1. Stellvertreter: Fabrikbefißer Ernst Völkel zu Nieder- Hermsdorf, Kreis Waldenburg, 2. Stellvertreter: Bergwerks-Direkwr Rudolf Härche zu Frankenstein i. Schl. 1). Von den Arbeitervertretern qewählt: Beifißrr: Hauer Ernst Schenk zu Gottesberg, Kreis Waldrnburg; 1. Stellvertreter: Hauer J of ef R ud () lp!) zu Waldenburg, & 2. Stellvertreter: Hauer Gottlieb Ludwig zu Hartan, Kreis Waldenburg; _Brisiéer: Hauer Johann Menzel zu Oder:.syermsdorf, Kreis Wa denburg; _ 1. Stellvertreter: Wisgemeiirer Heinrich Stiller zu Hermsdorf, Kreis Waldenburg, 2. Sthverireter: Hauer Adolf Scharf zu Dittersbach, Kreis Waldenburg. Schied8gericht der Sekiion 71314 Tarnowiß O.-S. Vorsitzender: Königlicher Ober-Bergrath Ziemann zu Breslau. „ Steilv ertretcr: Kämigiicher Ober-Brrgrath ])r. Brings- heim daselbst. Beisißer und deren Stellvertreter: &. Von der Sektion gewählt: _, kBeisitzrr: Berg-Jnsprkior Hugo Scheller zii Boriig- wer ; 1. Stellvertreter: Bergwerks-Dircktor Paul Eckert ZU Michalkowiß, Kreis Kattowrß, „ 2. Sthvertr-eter: Bergwerks-Dirrktor Johann Janik zu Paulusgrube bei Morgenroth O.:S.; “ Beisißer: BergwerkE-Direkwr Otto MenZ-„i zu Sämuglg- glückgrube bei Groß-Dombrowka; 1. Stererireter: Berg-Jnspektdr Hß'rmann Kocks zu Florentinegrube bri Ober:Lagiewnik, - 2. Sthvertreier: Berg-Jnspektor Rudolf Salzmann zu Myslowiß. 1). 'Von den Arbeitervei-“tretern gewählt: BUWAL; Hauer NUJUst Schade zu Ober-Lagiewnik; ]. SteÜverireter: Hauek August Neumann zu Beu- rben O-S, ;“ 2- STLUVLUWUT Maschinenwärtsr Anton Wypior zu Bogutichyß, Krris KatF-xgwjß; „ BUWAL MUTFT'naufseher Karl Mielchen zu Neu- Heiduk, Kreis Beuikxn; __ s L-FKLUVthkZ-“rcr: Zimmerbemcr Alexander Ziemba zu Käßymx , „ ., * . 2. ÉtilvÉrireier: Zimmcrhaucr Jobann Kurziden zu Emanuelssegen, Kreis Plcß. Berlin, den 10. Oktober 1897. Der Minister für Handel und Gewerbe.
Im Auftrage: F r eur. d,
Der bisherige Gamison=Vauinspckwr Richard Clauß in Königsberg i. Pr. ist zum Königlichen Baugewerkicbullehrrr ernannt und der Königlicbrn Baugewerkfchule in Königsberg i. Pr. als Lehrer iiberwiesen worden.
Kriegs-Ministerium.
Der Militär:Zn_tendantur-Cekretär Cdsmann vori der Intendantin: des 111. Armee-Korps ist zum Geheimen expedicrcnden Sekretär Und Kalkulator rm KriegS=Minifterium ernannt worden.
Bekanntmachung.
Nach V0rschrist des Gesetzes vom 10. April 1872 (GeseZ-Samml. S. 357) find bekannt gemacht: ,
1) der AÜerböcbste Erlaß 00:11 26. Juli 1897, brtreffrnd die Verleibung des Enteignungsrecbis an den Kreis Hümmling zar Ergr- ziebung und zur dauernden Brschränkun _des zum Bau und Bstrieb einer Kleinbahn vom Dortmund-EmsKäsen-Kanal bei Lathen nacb Werlte in Anspruch zu nebmendmx Grundeigenrbums, durch das Amts- blatt der Königlickzen Negieruyg zu OInabrück Nr. 39 S. 289, aus- gegeben am 24. September 1897; _
2) das am 13. August 1897 Allerbbcbst _00Uzrgene_Sratiit iür die Entwäfferungsczenoffenscbaft„11 zu WIdors im Kreise Bitburg durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Trier Nr. 36 S. 357, aus eqeben am 10. Srptembet 1897; _
3) der [lerböcbsie Erlaß vom 19. August 1897, betreffend die Verieibun res Rrchts zur Cbauffcegelderbebung an die Grmemde Recke im reise Ticklenburg für die von ihr grbaaten Cbauiseen: bon Station 1 der Cbauffre Recke-Voltlage bis zur (Gemeindegrenze, bon Slatiou 0,85 der Cbauffee Rxcke-Jbbenbüreri bis zur (Grenze der Bauerschaft Uffkln und Von derielben Station der Chaussee Recke _Jbbenbüren bis zur Grenze der Gemeinde Mettingen, durch das AmiSblatt der Königlichen Regierung zu Münster Nr. 39 S. 277, angegeben am 30. September 1897;
4) die AUerbbÖste Konzessions - Urkunde vom 23. August 1897, betreffend den Bau und Betrieb einer vaspurigen Nebeneisenbabn bon Kolberg nacb Köslin du_rch die Alidamm - Kolberger Eisenbahn- gesellschaft, durch die Amtsblattle
der Königlichen Regierung zu Stettin Nr. 38 S. 239, auSgegeben am 24. September 1897,
der Königliäoen Regierung zu Köslin Nr. 37 S. 233, ausgegeben am 16. September 1897;
5) das am 28. August 1897 Aüerböcbst vollzogene Statut für die Genoffenscbaft zur Entwäfferung bon Grundstücken der Frldwach Schmograu im Kreise Namslau, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Breslau Nr. 40 S. 464, angegeben am 2. Oktober 1897;
6) der Allerhöchste Erlaß vom 6. September 1897, betreffend die Verleihung des En nungörechts an die Stadtgemeinde Spandau zam Werbe des zur erbreiterung der dorti en Götelstraße erfor- derlichen Grundeigentbums, durch das Amts [att der !önigliYen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin Nr. 40 S. 3 9, ausZegeben am 1. Oktober 1897.
Bekanntmacbung.
„Die drin Brunnenbauer Ernst TY)? in Peterswaldau, Kreis Reichenbach in Schlesien, unter dem 31. ai 1893 diesseijs ertbeilte
Genehmigung zum Besiße und zur Verwendung von Dynamit ift demselben dur Verfügung Vom 2. September cr. entzogen worden. Reichenba in Schlesien, den 6. Oktober 1897. Der Königliche Landratb.
I. V.. Freiherr von RiÖtbofen.
Abgereist:
Seide Exceüenz der Chef des Generalstabs der Armee, General-Adxutant, Grneral der KabaUrrie (Graf von Schliessen, mit Urlaub.
Yichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Bdrlin, 12. Oktober.
Seine Majestät der Kaiser und König empfingen gestern in Hubertusstock den kommandierendrri Admiral, Admiral von Knorr, den Staatssekretär dcs Rrichs-Marineamts, Kontre: Admiral Tirpiß, sowie den Cheides Zivilkabinets, Wirklichen Geheimen Rath Dr. von Luranus und den Chef des Marine- §ilcxrbixircts, Kontre:Admira'. Frciherrn von Senden:Bibran zum
or ag.
„ Heute nabmen Seine Majestät die Vorträge des Kriegs- MZWZUS, (Hrnerai-Licutcnants von Goßler, des Chefs des Mlllmkiadinets, Generals der Infanterie von Hahnke und des Chsfs- des Zivilkabinets, Wirklichen (Geheimen Raths Dr. von LULanus entgegen.
Der Königliche Gesandte in Stuttgart, Wirkliche Geheime Raik) von Holleben ist von dem ihm Allerhdchst bewilligten Urlaub auf seinrn Posten zurückgrkchrt und bat die Geschäfte der Gesandtscbaft wieder iibcrnommen.
Der am bicfigrn AUerbbchsten Hofe beglaubigte Königlich württrmbergische Gesandte Freiherr von Varnbüler ist Vom Urlaub nach Berlin zurückgekrhrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft widder übrrnommen.
Laut telcgrapbischer Meldungen an das Ober-Kdmmando der Marine ist S. M. S. „Zieren“, Kommandant Korvetten: Kapitän Neißkc, am 9. Oktober in Hull angrkommen und beabsichtigte, gestern nach Wilbrlmshaven in See zu gehen; S. M. S. „erne“, Kommandant Kapitän, zur See du Bois, ist am 9. Oktober in Nagasaki emgrtroffen; S. M. S. „Bussard“, Kommandant Korvetten-Kapitän Winkler, brabsichtigt, am 16. Oktober von AUckland (Neu- Seeland) nach Samoa in See zu gebrii; dcr, Dampfer „Kaiser“ der Deutschen Ost-Afrika-Lime ist Mit den Ab- lösun en für S. M. S. „Habicht“, Half „Cxiclop“ und eilbooi „Kamerun“, TranSporifÜhrer: Korvetten: Kapitän Schwarßkopff, am 10. Oktober 'in Las Palmas eingetroffen und beabsichtigte, gsstern die Ausreise nach Kamerun fortzuseßen.
Wiesbadcn, 12. Oktober. Der russische Minister des Aeußern Graf MUrawjew ist grstern Von Coburg hier ein: grtroffen.
Württemberg.
Vorgestérn, am Geburtstage Jbror Majéstäd der Königin, fand, wie der „St. : A. [. W.“ berichtet, Morgens in Marienwahl bri AUrrbdcbitdrrielbcn zrinächst Be lückwünschuM im engsten Familierikreise stati. „Hierauf woßnten Jdre ajestäien mit Ihrer Konigiicben ,?ohrit der Prinzessin Pauline dem FestgotteSdirnst in dcr _Garm onkirchx zu Ludwigsburg bei. Nachmittags fuhren Ihre Maxstätcn der Konig und die Köni, in mit Ihrer Kbnigiichrn „Hoheit der Prinzessin Paulinenack) Stuttgart, statteten sofort nqck) der Ankunft Ihrer Königlichen Hohrii der Prinzessin Friedrich _einen BMW ab und begaben Sich alsdann nach dem Wilbrlmspalast, wo AUrrböcbstdirsciben die Glückwünsche der Hofstaaten und des militärischen Erfolges Seiner Ma1estär rntgegennahmxn. Abends wohnten Ihre Majestäten mit der Prmzesirn 51,3aulmex der Festvorsteüung im HoftTheater bei. Nach der Feiivoriteiluxig hielten Ihre Majestäten im grauen Marm_0rsaaie des Jom : lichen Rifidenzsch10sses Cercle ab und empnngrn daselbst. die Glückrünsckze der Staats=Minister, der Mitglieder des diplo- matischen Korps, der Generalität, der Prändenien der „beiden Kammern und der Vertretrr der Stadt Sinti gri, _sowre der Prinziichen Hofstaaten und der Damender omglichen Hof- siaailen. _Jckkack) 10 Uhr kehrten Ihre Majestäten nach Marien- wah zuru .
In Stuttgart batten zu Ehren des (Geburtsfestes Ihrer Majestät der Königin alle Königlichen, staatlichen und städtischen Gebäude geflaggt; auch viele Privathäuser hatten Fahnen- fchmuck angelegt. Die kirchliche Feier wurde in a11en (Hottes- häusern der Stadt begangen.
Baden.
Seine Majestät der König von Siam hat sich am Sonnabend Abend von Baden:Baden nach Paris begeben. Auf Beehl Seiner Königlichen Hoheit des Großher ogs fand fi , wie die „KarlSr. Ztg.“ meldet, der gesammte Ho laat zur Verabschiedung am Bahnhof ein.
Hessen. Ihre Königlichen Hoheiten der P rinz und die Prin zes s in H einrick) von Pre u (3 en trafenZZesiern Vormittag zum Besuch am Großherzoglichen Hofe in_ armstadt ein und kehrten Abends wieder nach Schloß Friedrichshof zurück.
Oesterreilh-Unnrn.
In_ einer gestern in Linz abgebaltenezi Versammlung des kqtholischen Volksvereins Oberösterreichs erklärte, mie „W. T. B.“_ berichtet, der Nbg. Ebenhoch, daß die deutschen Katholiken sich ihren Stammes enoffen von der liberalen 14110 der patioiialen Partei nicht ätten anschließen konnen, weil diesen 1 rLtberuliSmus höher stehe als das deutsche Volk, und wril man em deutschen Volk den Glauben zu zerstören versyche. Die katholische VolkSpartei sei nicht eine Gegnerin des Dreibuzides, da die Freunde des Kaisers auch ihre Freunde sein mußten. Der Abg. Freiherr von Dipauli führte aus“: die Sprachenverordnungen hätten, namentlich in Bohmen, ein'e Jroße Aufregung hervorgerufen, obwohl ihre Beurtheilung Uhr von liberaler Seite anfangs eine ungleiche gewesen sei. Der bekannte Antrag der katholischen VolksPartei, drr gegen keine Nationalität eine Spiße enthalte, bedeute nicht, daß die Sprachenverordnungen sofort aufgehoben werden, sondern daß fie durch ein zu erlaffendcs Sprachengeseß auf- hören müßten. Bis dahin könnten die Deutschen warten, da die sofortige Aufhebung der Sprachenverordnung die czechische Obstriiktion nach sich ziehen würde. Der Antrag könne schnell Erledigung finden, wenn die Nationen für das gemeinsame Vaierland ein kleinrs Opfer bringen onten, anstatt sich in ndtionalen Zwistigkeiten zum Wohle Dritter aufzureiben. Ueber die „Worte des Antrages, welche Anfechtungen seitens der czechischen Presse erfahren hätten, könne getrennt ab: gestimmt werdxxi. Der Redner polemifierte dann gegen die czechische PreUe und erklärte, die Bethätigung des de_utsch:österreichiichcn Standpunktes durch die katho- li1che VolkSPartci sei kein Verbrechen. Jm Schooße der Majorität sei der Vorwurf des Verraths nicht gehört worden. Sollte dieser Standpunkt in der Majorität nicht geduldet werden, sd sei in der Majorität weder Pla für die Katholiken, noch fur die Maxorität in O2sterreich. “eins (des Redners) Partei habe sich bci dem Anfrage nur von dem Intereffe der Wähler leiten lassen und werde "ede Regirrungs- vorlage von dem Standpnnkie der Partei prüéen. Der Redner schloß mit einer Auffordrrung, an den Prinzipien drr katholischen VolksPartei festzuhalten.
Bei der Ersaßwahl zum Reichsrat!) im Wahlbezirk Karolinenthal : Smichow wurde der Jungczeche Heller, Redakteur der „Narodni Listr)“, gewählt.
Frankreich.
Der König von Serbien iraf, dem „W, T. B.“ zu- folge, ir! Brgleiirmg des Königs Milan und des Ministers des Aeußern Handtaux gestern Abend in Nambouillet em und wurde auf dem Bahnhofs von dem Präsidenten Faure empfangen. _ Zu Ehren des Königs fand dann ein
in_er bei dem Vräiidenteri statt. Der König be ab sich nach drwstlbcn zum Grafen Potocki, um heute in de en Revieren zu jagen.
Der ArtiUcrie-Kapitän Chazelles wird an Stelle des erkrankten Militär-Aitachés in Konstantinopel Dupont als Dele irrer. Frankreichs in die Kommission zur Festlegung der türki?ch-grtcchischrn (Grenze entsandt werden.
Italien.
Gestern Nachmittag begaben sich in Rom, wie „W. TB.“ meldet, die Theilnchmer an einer Tags zuvor in einer Versammlung von Kaufleuten beschlossenen Kundgebung unter Führung drs Profindaco von Rom, des Präsidenten der Handelskammer und anderer Delegirten im Zuge nach _dem Ministerium des Innern, um die in der vorgeitrigrn Versammlung angenommene Resolution be: züglich dcr Erhöhung der Einschäßung zur Ein- kommensteuer zu Überreichen. __Während der Kundgebung waren die Läden der Stadt gesch1011en. Der Minister:Präsident di Rudini empfin eine größere Abordnung der Manifestanten und erklärte dersel en, daß alles innerhalb der gesetzlichen Grenzen Mögliche geschehen werde, um zwischen den Steuer- erbebern und den Steuer ahlern einc freundschaftlicbe, von größerer ViUigkeii und erechtigkeit eingegebene Verstän- digung herbeizuführen. Eine große Menscheximenge füUtc die Piazza Navone und die benachbartsn Straßen. Hierbei kam es in der Lorrenrfigaise bei der Via deÜ'Anima zu Ruhe- störungen. Dort hatten fich erregte Volksbaufen angesammelt, welcbe auftÜZJrerische Rufe ausstießen, Pflastersteine Heraus- riffen und evolverschiiffe abgaben. Die Polizeibeamten mußtcri glsichfaüs von der Schußwaffe Gebrauch machen. Sieben Polizeibeamte wurden verwundet, einer der Nuhestbrer getödtet. Von den verwundeten Beamten gehoren vier zur Poli eimann- schaft und drei sind Carabinieri. Einer der leßteren izst schwer verlest. Auf seiten der Ruhestörer konntrn bisher drei Ver- leßte festgestellt werden, einer von diesen ist schwer getroffen, Es wurden 24 Verhaftungen vorgenommen. Gestern Abend war die Stadt ruhig; Patrouillen durchzogen die Strgszen. Heute wird eine aus dem Prosindaco, dem Vräiidenten der Handelskammer und dem Vorsißenden der Vereinigung der Kaufleute von Norn gebildete Kommission mit den Ministern über die Frage der Einschäßun zur Einkommen- steuer verbatideln. Die Blätter bedauern, da eine ruhige und gefeßliche Kundgebung durch aufsässige Elemente gestört worden sei.
Infolge der Ruhestörungen hat der Präfekt die Auf- lösung der römischen sozialistischen Vereinigung an- geordnet. Die Leiche des bei dem Zusammenstoß Getödteten, eines Hutmachergehilfen, wurde nach dem Friedhof Campo Verano gebracht.
Heute hat die Stadt wieder das gewöhnliche Aussehen. Während der Nacht, wurden weiierle“) Personen festégenommen, welche verdächtigt sind, an den Ausschreitungen rhei genommen zu haben.
Spanien.
Der Ministerrath at, wie „W. T. B.“ meldet, be- schlossen, daß der Marscha Blanco sich am 19. d. M. nach Cuba einichiffen (011€. Hinsichtlich der Philippinen wird der Ministerrath den Plan, die Verluste der Armee durch aus- gebildete eingeborene Freiwillige zu decken, noch weiter ausdehnen.
Schiveiz.
Der Nationalrath hat, wie ,W; T. B.“ berichtet, heute in der Schlußabftimmung das Geéeß uber _die Kranken- versicherung mit 101 gegen 9 Stimmen, bei 9 Stimmen- enthaltungen, angenommen.
Türkei. Das Wiener „Fremdenbiatt“ meldet aus Konstan_ti- nopel: Oesterreich-Ungarn habe in die gemischte Kommission
ellun derdefinitiven türkisch-grie ischen Grene den M:;„YW zunYarischen Militär:AttachS Yu Konstantxmopel eiherkn iesl von Gieslingen zmd in die riecbische inanzkommiYion den Hofrath im Ministerium des eußeren 'tter von uZzara entsandr. Wie verschie ene in Konstantinopel erscheinende Blätter mit-
chjen, hat die persische Regierung die Vorschläge der
forte bezüglich der Ernennimg einer gemischten militärischen ommisfion und Eröffnung einer Untersuchung an der Grenze wegen der jüngsten Zwischenfälle an genommen. Nach einer Meldung der „Times“ aus Konstantinopel at die Pforte an ihre Vertreter im Ausland cin Rund- reiben gesandt, worin fie diese auffordert, den Mächten dringend nabe zu legen, die kretische Frage zu regeln. Das Rundschreiben schlage die Ent waffnung der Fe- sammten mubamedanischen und christlich'en _ e- yölkerung vor sowie die Einseßung eines christlichen Untertbanen des Sultans als Gouverneur, der mit Zustimmung der Mächte von der Pforte ernannt werden solle.
Griechenland.
Der „Times“ wird aus Athen berichtet, daß die griechische Regierung eine Note a_n die Vertreter der Mächte gerichtet habe, in welcher sie miitheile, daß zwei riechischen Fahrzeugen verboten worden sei, in Smyrna ihre Ladung zu loschen; sie erbitte die Intervention dcr Mächte, um die Türkei zu veranlaffen, freie Schiffahrt zu gestatten.
Amerika.
Wie aus Havanna gemeldet wird, gedenkt der General chler am 20. d. M. nach Spanien sick) einzuschiffen. Dcr (Henrrai bat eine Amnestie unterzeichnet, welche 1ick) auf fast alle cubanischen Deporiierien crstrccki, denen die Rückkehr nach der Insel gesiaitet wird.
Nach einer Meldung aus Rio de Janeiro bat die Kommission zur Prüfung des Schi,edSJerichts-Vertrages zwischen Frankreich und Brasilien einstimmig den Bericht zu Gunsten dieses Vertrages angenommen.
Afrika.
Wie dem „Reuter'schen Bureau“ aus Kairo gemeldet wird, hat die egyptiiche Rrgierung beschloffrn, die Verlänge- rung der Eisenbahn von Abu :Hawmcd nacb Berber sofort in scthéigriff zu nehmen; die Kosten smd auf 200000 Pfd. wer- an agr.
Demsclben Burrau wird über die Schlacht bei Budu Uganda) vom 20.Ju1i, welche der Major Ternan den ruppen des Königs Mwanga geliefert hat (s. Nr. 233 dBi), weiter grmrldet, daß der briiifchs Kommissar die fliehenden Aufständischen verfolgt und sie am 29. Juli bei Marongo eingeholt habe. Die Aufständischen, welche sick) durch Futa- bangi-Bandcn verstärkt gehabt hätten, seirn von neurm ge- schlagen und verjprengt worden. In Brida sei die Ruhe wieder hergrsteUt.
Arbeiterbetveguug.
Aus Leipzig berichtet die ,Lpz. Ztg.", daß die Vermittelungs- vorschläge drs Ober-Bürgrrmeisters 1)r. Gwrgi zur Beilegung des Maurérausstandes obne Erfolé blikben. In einer Maurrrbersammlung Wurde am Sonntag eine Rrso uiion angen0mmen, in drr es am Schluß beißt: Die Vsrsammlung ist Veranlaßt, das unannrbmbare Ansrbieten der Unternebmer abzulehnen, den Kampf um Verkürzung drr Arbeitszeit aber jetzt aufzugebkn, da geqénwärtig naturgrmäß nur noch neun Stunden gearbeitrr wird. Dkk Ausstand wird bcriagt; die? Vér- sammkung erklärt aber, den_Kampf um Vérkürzung drr ArbeitSzeit zu geeignkter Zeit wieder aufzunehmen.
In Drrsdkn smd, Einer Miiibéilung drs .Vorwäris“ zuf0lgr, in der Lurnsblecbwaaren -Fabrik 0011 Raschke u. C0. sämmt- liche Arbritrr (21 Mann) wegrn Lohnstrcites in drn Ausstand getrrien.
Aus Berlin wird brrichiet, daß alle ausständig gswesenen H0rmer bis auf 140 gestern die Arbrit Haben wieder aufnrbmen Onnen.
Aus London meldst „W. T. B." zum Ausstandr der englischen Maschinenbauer: Die in Lond0nrr und auswärtigrn Blättrrn verbreiteten Gerüchte 00:1 _rinem für nächsten Frsitag ge- Planten Mafferaubstand der unionistiicben Arbeiter werden von dem Sekretär des Maichinenbauer-Verband€s und dem Parlamentsmitgliéde Burns für biicbst unwahrscheinlich Erklärt.
In der Gemeinde Gabel ist es, wie dem „W. T. B.“ aus Grenoble gemeldet wird, in der Nacht zum I)i0ntag zu einer bliitigrn Schlägerei zwischen italienischen Arbeitern grkommen, bei welcher einer getödtet und gegrn zehn brrlryt wurden. Gen- darmerie ist an Ort und Stelie, um die Ordnung aufrrcbt zu erbaltsn.
Aus Brüssel wird der .Rb.-Westf. Ztg.“ unter dem 8. d. Vi. geschrieben; Der drohende aUgemeine Ausstand der Bergarbeiter erregt in den industriellen Krrisen roße Unrube. Dir Zechen be- kennrn, daß drr Koblenmarkt günstig Ft und dieKoblendréiir grstikgsn sind, aber sir behauptrn, daß sie bereits axle? Lbbne erbbbt baben und eine neue 15yr0zentige Lohnerhöhung nicht bewilligen könncn. Die Arbeiter bebaupten das Grgentbeil. Jm Borinage, 1190 der a[1- Jemetne Ausstand die meistrn Anhänger besitzt, berrschi bersirs Line 0 bochgradigeErregung, daß in einzelnen Zscben sofort Lobnerböbungen gefordert Wurden imd, da sie nicht bewiliigt worden smd, der Ausstand auSgebrochen ist.
Statistik und Volkswirthschaft.
Ergebnisse der im Iabre1896 in Bayern borgenommenen Tuberkulin-Jmpfungen an Rindern.
Im Jahre 1896 sind in Bayern auf (Grund der Verordnung des Königlichen Staats-Miniiteriums des Innern Vom 12. Februar 1895 zum zweiten Mal Tuberkulin-Jmpfungen an Rindrrn _ theils Jmpfun en ganzer Bestände bezw. mehrerer Thiere eines Bestandes, TbLlls_ inzelimpsungen von Handelsibieren , welche dem Käufer Gewabr für Erlangung tuberkulosefreier Thiere verschaffen soüten _ borgenommen worden, deren Ergebniss bor kurzem in der „Zeitschrift des Königlich bayerischen Statistischen BureauS' veröffentlicht worden sind- Danach wurden im Jahre 1896 im Königreich 2596 Thiere
eimpft gegen 5402 im Jahre 1895. Die erste Impfung batte im
(ihre 1896 bei 1087 Thieren oder 41,9 0/0 aller geimpften Rinder (gegen 2009 oder 37,2 0/0 im Vorjahre) ein positibes, bei 1312 oder 50,5 9/0 (gegen 2796 oder 51,75 0/0 im Vorjahre) ein negatiVSs Resultai; bei den letzteren war demnach auf Freiheit von Tuberkulose bei der ersteren aus Vorhandensein der Krankheit zu schließen. Be 197 odxr 7,6 0/0 (gegen 579 oder 11,05 0/0 im_ Vorjahre) blieb das Ergebnis; zweifelhaft; in mehreren dieser FaÜe wurden die Thiere durcb Verkauf der Beobachtung entzogen.
Zweite Impfungen wurden im Jahre 1896 an 113 Tbierrn voÜzogen, von denen 32 : 28,3 0/0 ein positives, 63 = 55.8 0/9 ein negatives und 18 = 15,9 0/0 ein zweifelhaftes Ergebniß lieferten. Das
Resultat der „ersten Impfung wurde bei der Wiederbolun derselben fast durchgängig bestätigt. Aus dem Bericht über das Ver ältniß des zweiten zum ersten JmpfunngtgebniÉ sei Folgendes hervorgehoben: In Oberbayern wurden in einem eböfte 16 Thiere der zweiten Impfung unterzogen, . von denen _ wie bei der ersten Impfung _ 13 em nrgatibes, 1 ein zweifelhaftes und 2 ein positives Ergebnis; lieferten; bei leßteren konnte wegezi Verkaufs_nicht in Erfahrung gebracht werden, ob fie tbat- sachlicb triberkulos waren. Von 3 Kühen eines anderen Gehöftes er- aben bei der ersten Jrnpfun 1 ein zweifelhaftes, 2 ein 00fi1i08s
esul'iat; nach_ der zweiten Zmpiung war das Ergebnis: bei den 3 Thieren positiv, und nach der Schlachtung wurden dieselbrn kben- falls als tuberkulos befunden. In der Pfalz war das Ergebniß der zweiten Impfung durchaus mit dem der erstkn Impfung übrrein- stimmerxd, und infolge positiver Reaktionrn in sämmtlichen eräbr- schaftß'allen gingen die abgesckyloffrnen Käufe zurück.
Zyr'Scblacbtuna wurden von den 2596 geimrften Tbikren nachWeislicb 350 oder 13,5 0/0 (im Vorjahre 742 von 5402 Zrimvften oder 13,7 0/0) gebracht. Bei 32 von 327 ge5ch1achtetcri Tbirrrn bret in 9,8 0/0 (1895: bei 91 00n 679 Tbirrrn oder in 13,4 M,) «Urr durcb Schlachtung kontrolierten Fälle wurde die durch die anfunr, ver- anlaßte Annahme dks_Fkblens oder Vorbandenseins 007: TUkéikulo'k als unzuireffend beiunden : Von 68Rindernmit neg ai irem Imbi- xrfolae zßigikn 9 odrr 13,3 0/0 (gegen 20 0d€r 11,4 0/0 Wii 175 Rindern im V0r1abr8), bon 259 mit positibrm Jmpfsrge'rniéie 23 0der 8,9 0/0 (grgsn 71 , oder 14,1% von 504 Rindern im V0rjabre) nach der Schlachtung em widersvrxckyends Bild. Von den 11 Thieren mtt zweiiklbaftem Imbisrsolgr wurden nach drr Schlachtung 5 tubxrkulßs, 6 dagrgen tizberkuloiefrki brfunden. _ Prüft man diese Berbaltnine in Brzug abi dir 6103811160 Tbirrgattungrn, s0 zeigsn (ich die vairrßebniffe nach der Schlachtung nicht bestätigt bci Ochsen in 19 (1895: 16,5), bri Stierrn in 17,65 (33,3), bri Kilb?" in 6,7 (11,1), brim JUUZViLb in 8,3 (16,4) unter je 100 Fällen.
. K0nnte es (ck01; im Vorjahre als ein günstigrs Rssuliat be- z€ichnrt wérdkn, daf; in 86,6 0/0 der FäUe Überbaupt das Ergebnis; der Impfung durcb dxn Béfund bei der Schlachtunx. bestätigt wurdS, (0 gcstaltete fick) im Jabre 1896 dieses Vsrbältniß noch erheblich iiünstiger, indem in 90,2 0/0 der FäUZ Jmpftmgsergebniß und Schlachtungsbeiund übereinstimmien. Bei Einer mbglichii objektiven Bruribeilunwiit zu bsrücksichtigén, daß in einjelnen Fäükn pofiriven _Jmpisrgebniiies dnrch dkn Schlachtungsbeiund andrre Krankbkiten irstgestrklr w0rden sind, daß frrnsr nacb Anficbt mebrrrcr Bcrickyt- erstatt€r__Altcr, Träcbtigkrit, Nabrimg Ic. die Wirkung der vaiungzu berinfluistn rrrmbgrn 0d€r Schwankungkn in dem vaiergebniffrn auf das Alter und dir Brichaffrnbeit des Jmpistoifs zurückiufübren find. Ein Berichterstaiirr in drr Oberpfali warni hauptsächlich davor, Thiere zu impfen, welche am Abend xine Temperatur bon 39,90 (Fels. und mebr aufweisen, wsil dann fast jedksmal ein zwsifklbaftrs rdrr falsch€s RLsULtat erzielt werds; ebens0wenig sollen Thiere mit starkem Durab- fall Keimbst werdrn. H0chträchtige Kübe reagierisn srbr bäufig nach der Impfung, bei der Schlachtung j€d0ch ergab sich nicht die gerimgsie Spur 0011 Tuberkulose. _ Störungen traten bei der Impfung nur vereinzelt auf. B:.i einzelnen Thieren steUte sich nach der Impfung gelinder Schüttelfrost, bei einzelnen Husisn cm.
In Verschiedenen Bezirken Wurden auch im Fabre 1896 Jmpfunßen nicbt _001lz0gen, da das Mißtrauen gegen das Tuberkulin wir gsgen die defung noch fortbesteht. „In einem Bezirk Obrrbaysrns thrden keine Impfungen borgen0mrnrn, wsil die Viebbsfiser abs0lute diagnostiiäye Sicherheit Verlangen„ Eine solche aber nicht gcueben werdrn kann. In einem anderen Bezirk brstebi bei den Viebbési ern kein besonderes Jnterrffe an der Impfung, und 69 bat dea An!" ein, daß die meisten garnicht wiffrn wolle'n, wie vi8_1e Tbirrr ibrss Be- standes Luberkulös sind. Aug!) aus der Pfalz wird berichtet, daß die Landwirtbe mißtrauiicber aTs je gesen die Jmpfungru Lind und sik: nur selten und widerstrebrnd ken Tbierärzten ge- iaitén. Aus gleichm Grunde wurde: in drr Obstpfalz gegen 1895 nur die halbe Anzahl von Impfungen borgenommen. In Oberfranken wurden einem Brricbterstatter Jmpfobjckte nicbt znr Verfüqung gesteklt, obwohl er sich wiederbolt dazu erbot, für seine Bemühungen keine Gebühren zn beanspruchen. Die Landwirtbs, für Neuerungen überhaupt wrnig zugänglich, finden rs befremdlich, daß keins Bär schaft dafür gegrben werdsn kann, daß nicht ein Tbisr in- folge der mpfung gefabrdrobend erkrankt oder sogar umstrbt; frrncr bsstrbt die Befürchtung, cs könne in Gswäbrscbasisfragen dann erst recht darüber ein Stréit entstehen, wer den Schadrn zu tragen babe. Die Viebbefißer wsrden indrß in Zukunft der Impfung wm- Patbifckper gegsnübkrstebsn, da nunmebr diricnigcn Vsrficherungs- brreine, wrlche sicb dem Landesberbande anicblieizrn, aus Staatsmitteln Zuscbüffe zur Deckung der Jmpikostsn imd drs bie'rdurck) rtwa ent- siedenden Schadens erbaljen können. _ Aus Schwabsn wird be- ricbtrt, das; fich sebr birle Tbierbesixzrr irrß vielseitigcr Anrkgungen und Aufklärungén über die Vortbriledrr Impfung „und trois wiedrr- bolien Angebois nnentgrltlichsr Impfung hixrzu nicbt berbkilxrßen; es wird auch gefürcbtrt, daß durch das erien die TUerkuldir auf die Tbiere übergebs, und bei etwaizrn Erkrankmigs- 0der “„Tod-387511211 Entschädigung vrrlangt. _ Glricbzeitiß wird jrd0ch brricbtet, daß die Ausdehnung bkzw. die pekuniäre Untsriiüxzung dsr vaiung dringend zu wünschen sei, um auch bei kleineren Virbbcsiöern erböbte Aufmsrksamkeit für die Tubrrkuwis 311 erwrckrn. _ Ueber das Er-
ebniß der Impfung rind drn hieraus zu bsmrffenden Werth dcs Zubkrkulins äußern fick) die Berichts für das Jabr1896 im, al]- gemrinen sebr günstig, 10 insbswndrrr jens aus Ibrrbaycrn, Ntsder- bayern, der Pfalz, drr Oberpfalz iind Schwaben; es wird birr über- einstimmend ausgssprocben. daß Flch_„das Tyberkulin als rixi wil]- kommenrs, nabriu boUständig rrrläiwgrs diagnosxisckyes Hilisrnittel brwäbrt babe. Jiisbksondkrs wird aus der Oberpfalz bcrichtei, “daß im Fabre 1896 nur ganz WEnige Fsbldiagiwirn zu Verzeicbnen (rien und daß die Imrftecbnik diirch Braxbtung urid Ausnutzung drr Cr- fabrungen aus dcm V0rjabrr wesrntlich Fortyckyritie grmacbt babs.“
Arbeitérversichrrung.
Bei der Hansmtiscben Jnvaliditä_ts- un_d Al_iérs- Versichsrungsanstalt find [. an Anfragen _aui Gcwabrurig 0071 Renten eingegangen: 3. an Altkrsrentenantraaen: im Laufe: des Jahres 1891 1105, 1892 404, 1893 381, 1894 353, 1895 354, 1896 351 und in der Zsit 00m 1. Januar bis 30. SEP- tember 1897 251, zusammen 3199; 1). an analidenrentrnanträgcn: im Laufe des Jabrrs 1892 181, 1893 301, 1894 550, 1895 895, 1896 948 und in der Zeit vom 1. Januar bis 30. Srvtember 1897 827, zusammrn 3702“ mitbin smd seit Beginn des Jahres 1891 bet der Hanseatischen “ersicberungsanstalt an Rentenanträgen im Gdnzen 6901 eingegangen. Von den Anträgrn auf Altchrrnte entiaücn auf das Gebiet der freien und Haniestgdt Lübeck 546, Brkmrn 680, Hamburg 1973 und Von denen aus Imbaiidenrrnte am das Grbirt bon Lubrck 405, Bremen 1148, Hamburg 2149. _ V0n drn Anträgen auf Altersrente waren bis Ende Siprember 1897 Lrlrdigt 3179, und zwar 2767 durch Rentengrwäbrung, 366 durch Abl_e_bnung und 46 auf s0nstige Weiss. Von den Altersri'nten-Empiangern sind inzwischen auSgescbieden 766, von diesen sind verstorben 726. Von den Anträgen auf Jnvalidenrents waren bis Ende September 1897 erlkdigt 3604, und zwar 2675 durckß Reniengewabrung, '809 durch Ablehnung und 120 auf sonstige Wei ?. Von den InValidrnrrnten- (Empfängern find inzwischrn ausgeschieden 768, Von diesrn find verstorben 714._ Auf die Gebiete der drki Hansestädte vertbetlerxficb die noch im Bezuge der Rente befindlichen Personen folgendermaßen: Lübeck 340 AlterSrenten, 221 Invalidenrenten; Bremen 427 Alters- renten, 682 Invalidenrenten; Hamburg 1234 AlterSren_ten, 1004 In- validenrenten. Die Jahressumme der bis jest gewabtten Renten macht inbgesammt 791871,40 ck aus, 00n welchem BLZrage 213 380,20 „44 für die inzwischen ausgeschiedenen Rentenewvfanger abzusetzen sind. Nach den Berufszweigen bert eilen sich diese 5442 RentenempfänSer auf folgende Gruppen: andwirtbscbaft und Gärtnerei 345 Kentenempfän er, Industrie und Bauwesen'2276, Handel und Verkehr 1134, sontige BerufSarten 435, Dienstboten ic.
1252 Rentenempfänger. _ 11. Anträge auf Rückerstattung der Beiträge sind eingegan en: 3. Anträge gemäß § 30 des Gesetzes: im Laufe des abres 1895 425, 1896 2302 und in der Zeit vom 1. Jatzuar bis 30. September 1897 2218, zusammen 4945; 1). Anträge gemaß § 31 des GeseJes: im Laufe des Jahres 1895 83, 1896 377 und in der Zeitvom 1. anuar bis 30. September 1897 437, zusammen 897; im Ganzen wurden also Anträge auf Rückerstattung der Beiträge in 5862 Fäüen Zeiiellt. Von diesen 5862 Anträgen entfallen auf das Gebiet von übeck 448, Bremen 1399, Hamburg 4015. Davon sind erledigt: durch Rückzahlung 5152, durch Ab. le'bnung 503, auf sonstige Weise 63, zusammen 5728, mitbin unsr- ledigt 134.
Kunst und Wiffensthaft.
Jm Saale des Kaiserlichen Gesundheitsamts iir gestern die internationale wissenschaftlicbe Lepra-Konferenz feierlich (rbffnct wbrdrn. Als Vertretsr der Reich5regierunq war der Staats- skkrriäx des Jnnrrn 1)r. Graf von Posad0wskv erschienen; das drsrsziicbr Ministerium der geistlicbeti, Unterrichts- und Mrdizinal- Angelrgezabeiten war durch drn Staats-Minister 1). Dr. B0sie, das SanitäisKorbs drr preußischen Armee durch den Genrrai-Stabsarzt 1)r. 00 11. _Coler, das der Kaiserlichen Marine durch den Géneral-Arzt Or. _G,1i1ch0w bertrcien. Dir Tbeilnrbmer und Mitarbeiter der Krusrrcyz battrri sicb brüzäblig eingrfunrkn. Nabezu alle für die mrdiziniickye Wiiirnichait in Brtracbt kommrnden Staatrn: außer den europaiichen Ländrrn N0rd-Amrrika, südamerikanisws Staaten, Japan imd Aastralirn, sowie zahlreiche wiffrnscbaftliä)? Körber- !ÖCUTM und Städtr babén die berb0rrag€ndsi€n F0r7ch€r auf dem Sbkzialgebiete der Levroi'e als Delsgirts nacb Brrlixi eritswndt. Jm _Namrn des b0rbereit€nden Ausschusses ÖSFTÜTZÉS Pr0i€110r Or. Laiiar die Erschienénrn. Untrr [Sbbaitsm Bei- fa _warde sodann dsr Grbeime Mrdizinal-Raib, Pr0feff0r 1)r. Nu- doli Virchow _ wie drr Sprrcherdrs Aussckyuffks sagte: der Entrrcker der Levrazeile, dessen Scbülrr 5118 die Versammrltandricber in gkwiffLtn Sinne seien, _ zum VorfiZ-anrn der K0nfcr€nz gewäbli. Drrsrlbk Über- nabm _das ibm_über_trager«0 Ebrsnamt mit dem Ausrrack dcr Fréude 1:1er die Anwridnbrit so vieler bedeutrndrn Forscbrr. Seit der VSL"- 0ffeniiichung irmsr Arbeit übrr den Aussas babs namrrrtlich die Engliicbr Régirrnng 1111) Um die Erwinnbng 00:1 F0rschungs- materiak brrdiént grmacbt. Einrn sichern Bbdsn babs man durch die Untrrsucbungsn _ drs Norwkgrrs A. Hanirn grwormrn. Bei Zinrm Blick in „den Erstsn Band drr ,Mittbrilangrn und Vrrbandwngkn“ der K0nf€rrnz, dcr 611161118106 00n errraten drr eriirn Lebr0se-Anibrität8n L_ntbalir, séién ibm zu ssinrr Frrude gr0i3€ Diffrrenzen i_n BWH. auf di? Erfabrungrn und bis daraas ge- wonnrizrn tbrorsiiickpsn Sckylußwlgrrungsn nicbi rnigrgsnaetretkn. Wenn i0_bi618 F_0r]chxr_un:bbängiZ b0n rinandrr zu drm g1eich€n Ergrbniß (381111101 (Siku,. 1,0 dürie maxi _boiirn, sicher weitérschr€ii€n zu könnrn. _ Es wurdrn ferner Pr018110r 1)r. Lassar und Dr. A. Hanisn, drr Vertreter der n0rwégisch€xi Regierung, zu stélslvértrrtrndkn Präsidentxn, Or. Eblkrs - Kbpsnbagrn zum Grrirral- Sékrrtär der K0nsrrknz und für das BUTSQU n0ch die solarnden 1611178 Niitglirder géwäblt: Vr. Arning - Hamburg, J“. J. Kinsionn_- New - York (Delsgirier des „Marins Hbsdital Servicr“ der „Verrinigten Siaarsn 00n Amrrika), 1)r. Pb. Abrabam-Lbndon, 1)r. Tbibirrgr-Paris, 1)r. Dub0is- Habcnitb-Brüffel (Drlrgirtrr drr belgischen 916111801073) und 1)» A. 00:1 Brrgmann-Riga (Drlkgirter drr Stadt Riga).
Nachdrm bikrmit die Kdnstitnirrung drr Konferrnz 0011305180 war, nabm der Staatssrkrrtär drs Reichsamis des Innern, Siaats-Ministrr 1)r. Graf bon P0sad0wsky das Wdrt, um dix! Konferenz namens der Verbündeten Negierungrn willkommen zU beißen. Bisher babe man |ck), führte? derselbe der „Post" zufolge aus, drr Libra grgenüber auf mechanische Propbylaré, cmi die Absprrrung der Erkrankten beschränkt. Nachdrm ES aber 131an brrvorragenden Manne der Wissenschaft gslungen sei, den Krankbritserreger zu enkdicksn, sei die Hoffnung näbrr gerück_t, daß rs (;?lingsn werde, die Krankheii selbst anzagreifen. Der größte Reichtbam der Völker sei der Mensch, und es sei rine bobs Aufgabe, drn Menschen der Arbeit für die menschliche Gesellskbaft zu erbakten. Im Namen des Herrn Reichskanzlers gebe er die Versichrrung, dai; die Verbündeten Nrgierungen die Arbeiten der Konferenz mit dem größtrn Jnirrrsse bcrfolgen urid, soweit möglich, gern wsrktbäfig [mirrstüßcn würden.
Im Namen dcr prknßisckyrn Régicrung brgrüßtr die Konfrrenz dsr Minister der geistlichen, Unterrichts- und Yiedizinal-Angelegen- bkitrn 12.111“. Bosssx Prsufzrn babr an drr Erfassung und Be- kämwfnng der Lrpra Lin Unmiticibarerrs Jni-Irrffr,_ als die übrigrn druiécbrn StaaiiJn, wsil [ck00 Ostgrrnze von der Krankbrit vorzugs- wsiir bedroht iei. Jm Kreiie Mrmrl, in wrlcbem fir sicb zurrsi zriziw 161811 bei einrr Zabl von 60 000 Einwrbnern seit 1870 34 Lepra - Erkrankiiiigen und 17 decsfäilr borgrkommen. Außcrbalb dss Krsisrb Mrmsl seirn nur 7 Fäkls zu bkrzricbnrn. Der gsringr Prbirntsaß 9st bis Hoffnung, daß es gelingen werde, mit grcignctrn Maßregrln das Urbrl mit Erfolg zu bckämdfrn. Die Er- krankungrn im Krriss Mrmrl vrrtbéiltsn fich auf 17 Ortschaften; ein Theil drr Krankrn ski in Heilanstalten untrrgkbracht, ein größsrkr bcfindr sich im Schoß der Familien. Nach dem Ergcbniß einrr nacb Rußland unternommrnen ärztlichrn Jnfdrmatwnsreise _ für drren brrsitwillige Förderung man der russischen Regierung und drn dortigkn Vehördrn nicht dankbar genug sein könne _ brab- Jcbtigk die preußische? Régierung, weitere Maßnahmen zu treffen. Es irien Mittel bereit gestellt, um im Kreise Memel ein Ledro- sorium zu Errichten; ein geeignster Plaß für dasselbe sei gefunden, der Man fertig, so daß in allerxiäcbster Zeit zur Ausführung g€schritten werdsn könne. Dir wissenschaftlicbe Kenntnis; der Krankheit zeige beute noch wesentliche Lücken; dir Fragrn der Notbwendigkeit der Absperrung, der Erblichkcit 0der des infcktiöscn Cbarakéers dcr Krank- beit, ibrsr Inkubationsdaurr u. s. w. barrtsn noch ihrer endgültigen wiffknfcbafiliiben Lbsung. Durch die Förderung dirsrr Aufgabr wsrde dic (';-*grnwärti € Kdnfsrcnz sicb dM Dank nicht mir der Regicrungkn, sbnkcrn aller irnschensreunde rrwcrbrn.
Nachdem dann noch drr (Hrneral - Srkretär Or. Ehlers - KOPSU- bagxn, drr Erforscher_der Lepra auf Island, géfprocbkn, trat die K0nferknz in die wiffsnicbaftlicbeTagesordnung kin. Dir Einleitrndén Vorträge battrn der Delcgirte der iranzöfiscbrn Acadésmir de_MÉdecine, 1)r. Bcénirr-Paris, Or. Hansen-Bergen, [Jr. Jonathan Huicbinson- Londbn, Gebeimrr Medizinal-Ratb, Profc110r 1)r. Neißer-Brcslau, Yofraib, Profeffdr Or. Neumann-Wien und Or. Oskar bon Pliersen- St. Prtsrsburg übrrnommcn. Nach Erlrdigung der TageSordnung fanden mcbrrre Krankenv0rsteüungen statt.
Hmtc Vormittag bcsicbtigten die Tbeilnebmer an der Konferenz das Institut für Infektionskrankbeiten. Daran schlossen sich mikro- skopische Demonstrationen im Kaiserlichen Gesundbeitöamte an. Als Hauptfragen für die brutigen Verhandlungen Waren festgescßt: „In wie weit ist man berechtigt, den Leprabacillus als die Ursache der Krankbsit anzusehen?" und „Welches sind die Wege der 1195er- tragung?“
Im Verein für deutsches Kunstgewerbe wird morgen Abend 84 Uhr im großen Saale des Architektenbauses 1)r. „Tb. Volbebr, Direktor des Städtischen Museums zu ngdeburg, einen Vortrag über ,dieRefle € des eitalters in den Möbeliormen“ balten. Der Vortrag wird dur eine usstrllung älterer Vköbel und Möbel- tbeile in Originalen und Abbildungen erläutert werden.
Theater und Musik.
Konzerte.
Das 1. Hbilbarmoni che Konzert dieser Saison unter Leitun von rthur Nikis und unter Mitwirkung der Klavier- virtuo 111 Frau Teres a Carreüo fand estern statt und Wurde mit Weber's ubertüre zum ,Freischüß' erö net, der dix S mpbome k-äur von Brahms folgte. Hierauf erschien Frau Carreno, m t lautem