1897 / 244 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 16 Oct 1897 18:00:01 GMT) scan diff

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in Verden, de_r Rechtsarxwalt Hoffmann aus Kaukehmen bei dem Amwgericht in Yrokgls, die Gerichts-Affefforen Stein und_Lipma1_1_-Wul bei dem Landgericht 1 in Berlin, der Gerzchts-Affenor (Haedcke bei dem Landgericht in Guben, der Gerichts-Yffeffor 1)r. Deubel bei dem Amthericht und der Kaxnmer fur Handelssachen in Barmen sowie bei dem Land- gericht tt_l Elberfeld, der Gerichts-Affeffor Gerlach bei dem Amtherrxht in Kaukehmen, der Gericht§=Asieffor ])r. Ruben- ohn bei dem Amwgericht in Gräß, der (HerichtS-Affeffor

amlok bei dem Amthericht in Tarnowi und der frühere GerichtS-Affeffor Kurzer bei dem Amtheri t in Striegau. ck Die RechtSanwalte und Notare, Justiz=Räthe Lauck in Seelow und Grau er in Neisse, der Notar, Iustiz-Rath Laus in Elberfeld und der Rechtsanwalt und Notar Melchers in Dorsten find gestorben.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

Bekanntmachung.

Bei den Schiedögericksen der Arbeiterversicherung find _nachfolgende Beamte zu Vorsißenden bezw. stellvertretenden Voriißenden ernannt worden:

der Amtsrichter „Hoffmann in Sorau N.-L. zum Vor- fißenden und

der Regierunge-Affeffor Wagner ebenda zum stellver- tretenden Vorsißenden des in Sorau errichteten Schiedsgerichts dFer _HaderrthschaftlicheU Unfallverficherung für den Stadtkreis

or) 1. .,

der Stadtsyndikus Sertürner in Hameln zum stel]- vertretenden Vorfißenden der Schiengeriäzte daselbst.

Berlin, den 16, Oktober 1897.

Der Minister für Handel und Gewerbe. Im Auftrage: Sieffert.

Ter _Berg-Affeffor Toelß zu Friedrichshütte ist zum Hütten-Impektor ernannt worden.

Bekanntmachung.

Gemäß § 46 des Kommunalahgahengeseßes vom 14. Juli 1893 wird hiermrt bekannt gemacht, daß das kommunalsteuer- pflichtige Neineinkommeri der Starhard-Küftriner Eisen: bahn_ aus dem Betriebsjahre 1896/97 auf 322 600,03 «FH festgexteÜt worden ist.

Posen, den 14. Oktober 1897.

Der Königliche Eisenhathommissar. _ Breithaupt, Ei]enhahn-Direktioris:Präsident.

Personal-Veräudernngeu.

Königlich Preußische Armee.

Offiziere, Porishee-Fähnriche xc. Ernennungen, Beförderunaen und Verseßungen. Jm aktiven Heere. Danzig, 5. Okwher. r*. Brandt. Ritjm. vom 1. Leih-Hus. Regt. Nr. 1, 21:1 Patent seiner Charge Verliehen.

Beamte der Militär-Verwaltung,

DUrch Allerhöébsten Abschied. 29. September. Yoehher, _Jntend. 11:11: BQUTITÖ ren 'der Jntend. des 1711. Armee- Krrrs, aus Feinen Antrag mit Penfirn in den Ruhestand Versetzt.

Durch Verfügunh deSKrieqs-Ykinisteriums. 25. Sex:- temher. Bohrik, _Baaraih, Garn. Bauheamter in Shankar: (111. errnee-Krrrs), aUr sei!:en Antrag mit Pension in den Ruhestand verxey.

28. Sekiemher. Werme, FestunJH-Vauwart hon der Forti- fikatiyn Feste Boye", zam Festanss-Qber-Bauwart, Lange, Wall- meister von der Fortisikaxirn Véainz, zUm FestungérBauwart, _ ernannt.

2. Oktober. Co:“xman n, thend. Sekretär von ier Jntend. des 1'11. Armee-Kerrs. ziim Geheimen erhedierenken Sekretär und Kaikalawr ini KriegH-Mihisterium ernannx.

3. Oktober. Schöyrerle, (Harn. Baumeister, technischer Hilfsarbeiter bei der JUTMD. "deL- 11', Armec-Kervs, zUm Garn. Bauinsr. ernannt.

4. Oktober. K1U5_ka, Kanzlei-Diätar, zam Geheimen Kanzlei- Sekretär im Kriegs-Mihiyterium ernannt. Nehring, Güttler, Tegtmerer, Brantin, Stellenarwärxer, als Geheime Sekretäre bei der General-Militärkaffe angesteilf.

Königlich Bayerische Armee.

_Offiziere, PorteheexFähnriche 2c- Ernennungen, Beförderungen und Verießunsen. Jm aktiven Heere. 7. Oktober. Wirkner, Lherst-Lt. z. V., zum Konservator beim Torrgrorhischen ByreaU kes Generalstabes ernannt.

8. Oktober. Hntter, Hzaptm. Und Komv. Chef vom 2. Fuß- Art. Negr, Unter STean 1; 1x: 5111» der“; Regt§., auf die Dauer eines Jahres 311111 Art. DeprtMänckxen kommandiert. Randehrock, Haaptm. ck 13 513115;- »? 2. FUß-Art. Regis. und VOrstand des Art. Depots Autharg, ZUM Kemp. Chef im Vergenannten Regt. ernannt.

DUrch Verfügung deS Kriegs - MinisteriumH. Körrel, Mujer 2113 511103 dk-Z GeneraLstahes kes Kriegs-Mini- steriumx, an Stéise ke? zum Bars. Kernmandeur im 2. Ins. Regt. Kronrririz ernammtén '))kajors PUaum 215 Mitglied zur Ober- EraminaxirnsKeMmissxcn tür Kandidaten de;? höheren Militär- VerwaliungZTi-Innes krmmanhiert.

Ähickoiedéhewiliizungen. Jm aktihen Heere. 6. Ok- tober. Meier, H3Ui:1m.5.T., die AUxfichr auf Anstekiung im Zivildienst QUÉWth-weise nachträxlich Verliehen.

7. Okreher._ MUzekl, Lhersr-Lr. z. T., Konservator heim Torozrarhi'Mn Vureaa DZH Generalstakeé, mir der geseßlécben Pension xmd mir ker ErTQUZniß zum Tragen der bisherigen Uniform mit den für Verahsckoiekete rer.;eschriehenen Abzeichen der Abschied bewilligt.

8._Oktrckher. Käß, Majrr a. T., Unter die mit Pension zur Tish. xtehemxeh Liiziere eingereihr.

Beamte der Militär-Verwaltuwa.

8. thrher. KUZTSr, VeTerér-är 2. Kl. vom 2. Chev. Regt. Taxiß, zum 1. FelI-Art. Regt. Prixxz-chent Luitpold Verfest.

10. _Oktoher. Niederläeker, iUmktionierender Chemiker und Betriehsxührer bei der Pulverfabrik, zum Chemiker "2. Klaffe dort- selhit ernannt.

Durch Verfügung kesKrieJZ-Ministeriums. Bertel- mann (Bamberg), Unter-V'eterinär der Res, mit der Wirksamkeit pom 1. Okwker D. J, ZUM Unter-Veterinär kes akriven Tienststandeö im 2. (Cher. Regt. Taxisernannt unk: mit Wahrnehmung einer offenen Vererinärstehe beauxxragr.

Kaiserliäye Marine.

_ Offiziere ;_c. Ernen_nungen, Beiörderungen undVer- kesungen Z:. Yuherturvtock, 11. Oktober. Koester, Admiral und Chef der Marmertajirn der Ostsee, znr Vertretung des beurlaubten kommandiereneex; AdmirziH krmmankiert. Bredow, Korx). Kapitän, zum Krmxnanranten 'S. M. Avisr-Z ,Greif' ernannl Schneider, Korr. Ka::tän, Von “dem Kornmxndo S. Vi. Avisos „Greif' entbunken, Wahrenholz, Lx. zar See 5. 18 MW des See-Offizierkorps,

behufs eventuellen Uebertrifts zur Um zur Dienfileiftung zum Fuß-Art. Regt. Nr. 10, v. Manteusfe , Lt. zur See, bis zum 27. November d. I. zur Dienstleistung zum Reichs -Marineamt, _ kommqndiert. Schmidt (Reinhold), Lt. zur See, das Kommando zur Dienstleistung zum Reichs-Marineamt bis zum 15. Oktober d. J.

verlängert. Kaiserliche Schutztruppeu.

Hubertusstock, 7. Oktober. Richter, Königl. bayer. Pr. Lt. _vom 3. Inf. Regt. Prinz Karl Von Bayern, nach erfolgtem Aus- scheiden aus dem Könial. bayer. Heere mit dem 13. Oktober 1). I. als Pr. Lt. mit einem Patent vom 24. Oktober 1893 in der Schuß- truppe für Deutscb-Oftafrika angestellt.

Yiehtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 16. Oktober.

Seine Majestät der Kaiser und König empfingen heute fruh um 8 Uhr den Chef des Militärkabinets, General der Infanterie von Hahnke zum Vortrag und begaben Sich um 9 Uhr 15 Minuten von der Wildparkstation nack; Berlin zur Nagelung der Fahnen der neugebildeten Regimenter.

Die Nagelung der den am 1. April 1897 neu- formierten Bataillonen verlieheixen Fahnen fand heute Vormittag 10 Uhr in der Ruhmeshalle des Königlichen Zeughauses hierselbft in Gegenwart Seiner Ma1estät des Kaisers und Königs und Ihrer Majestät der Kaiserin und Köni in statt. Die “ahnen waren in dem genannten Raume au gedeckten Tis en niedergelegt und armeekorpsweise, nach der Nummer der Regimenter rangiert. Die zur Feier befohlenen kommandierenden Generale des Garde-, des [._J. und );11'._.M'11. Armee-Korps, so- wie die Deputationen_ der betreiienden Regimenter hatten bei den Fahnen Aufsteüung genommen. Die Regiments- Kommandeure standen rechte neben der Spiße der ersten Fahne ihres Regiments, die direkten Vorgesehten, soweit sie anwesend waren, vor derselben. Am unteren Ende wurden die Fahnenstangen von den Lieutenants gehalten, denen die Fahnen:Unteroffiziere zur Seite stanhen. Für jede Fahne war den Regiments-Kommcxndeuren ein Hammer übergeben. Jm Lichthofe des Zeughaujes hatten sich inzwischen die beim Garde-erps dienenoen und zur Zeitbei ihren Truppentheilen anwesendeU Prinzen aus regierenden deutschen Fürstenhäusern, das Allerhöchste Hauptqrxariier und die hier anwesenden General-Amutanten, (Generale 51 13 511119 und Flügel- Adjuianten Seiner Majestät des Kaisers Und Königs, ferner her Reichskanzler, der KriegH-Minister, der Chef des General- stabes der Armee, der Gouverneur und der stellvertreten:e Kom- mandayt von Berlin versammelt. Um 10 Uhr erschienen Ihre Mcxjeftäten der Kaiser und die Kaiserin nebst den vier äitejten Kaiserlichen Prinzen und begaben Sick) nach dem Lichthofc. Der Kommandant des Mlerhöchsten Haaptquartiers meldete alsbald Seiner Maxstät dem Kaiser, daß alles zum Nageln bereit sei, m_orauf die Allerhöchsten und Höchsten .Herrsthaf'ten, forme die sonst zur Nagelung Versammelten in die Ruhmeshakle eintraten._ Hierauf begann die Negeiung der Fahnen. Seine Majestät der Kaiser schlugen bei Wer Fahne den ersten Nagel eiU, den zweiten Ihre queßät Hie Kaherin, danach Seine Kaiserliche und _Komgliche Hoheit der Kromprinz, Ihre Königlichen

oheiten der Prinz Eitel Friedrich, der Prinz

5halbert, der Prinz_ August Wilhelm, die Prinzen und Prinzessmneyhdes Komglichen Hauses, sodann die 5Zrinzen und_ Prinzemnnen der regierenhen dentschen Fürsten: härUer. Es folgten der Reichskanzler, der Kriegs- Mmiuer, der Chef der?: Generalstabes der Armee, ferner die direkten Vorgeseßien, die NegimentH-Kommandeure, die Lieute- nants und zum Sch[Uß die FahnewUnieroffiziere.

Nis die Regelung beendigt mar, nahmen Seine Majestät der Kaiser und König im Lichthofe des Zeug- hauses Militärische Meldungen entgegen.

In der am 15.5.2111. unter dem Vorfiß des Staats- sekretär? des Neichs-JustizamLS, Wirklichen Geheiwen Raths ])1'. Nreherdirig abgehaltenen Plenarsißung des Bundes: raths wurden der Antrag Sachsen=Meiningens, betreffend die Kontmgentrerung __der Zuckerfabrik Camburg, sowie die Vorlagen,_ betreffend _ den Entwurf einer Anweisung zur __chemrschen Uhterwchunq von Fejten und Käsen, betreßend den Entwurf eines Grfeße?» iiber die Enischädigung der im Wiederar:fnahmeverfahren freigesprochenen Personen und betresiend die Uebersicht drr AuSgahen und Einnahmen der LandeSverwaltuyg von E1saß-Lothringen für das Etatsjahr 1896/97, den zuständigen Aireschüffen überwiesen. Den allgememeerechnungen über den NeichS-Harxshalt für die Jahre 1885/86 bis 1892/93 einschließlich wurhe die Entlastung ertheilt. _Feruer wurde Über einen Antrag, betreffend die Ver- gebupg emes _Arheitsplaßes bei der zoologischen Station in Rooigno, sonne uber vemchiedenc Eingaben Beschluß gefaßt.

Heute hielten der Yueszhuß für Zoll; und Steuerwesen u_nd dW vereinigten Ansichune für Zeki: und Steuerwesen und fur Handel Und Verkehr Sitzungen.

Das_ Sta_at§-Ministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr im Drehsxgebäude, Leipziger Play 11, unter dem Vorßß des_ Minnter-Präfidenun Fürsten zu Hohenlohe zu einer Stßung zusammen,

Der am hiengen Allerhöchste?! Hofe beglanigte Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika Andrew D. White hat Berlitz mtt iurzem Urlaub verlassen. Während seiner Abryexenheit fungiert der Erste Botschafts-Sekretär John Brrnckerhoff Jackson als interimiftischer Geschäftsträger.

_ Ter _ZöniglicheOher-Regieruri s-Nath Rolshoven in MUUJTLT 171 in gleicher Amteeigenéchaft an die Königliche Regierung in Koblenz verseßt worden.

Demchrerungs-Affehor EgZert zu Gumbinnen ist die kommxnarnche Verwaltung des andrathSamtes im Kreise Darfehmen übertragen worden.

Der Regierungs-Affeffor Hattendorfs u Schleswi i der Königlichen R ierung zu Stade zur we131eren dienstl?che2 Verrvertdung, der mchts-Affeffor Dr. Schieß zu Stade der Komg_11chen Regierung zu Schleswig zur weiteren probeweisen Beschaftigung als Justitiarius und der Regierungs-Affeffor Dr._von Brakenhausen u Neu-Ruppin dem Landrath des Kreises Teltow _zur Hilfelei tung in den landräthlichen Ge- schäften übrrwrexen worden.

Deutsche Kolonien.

Am 5._Juli war_ es nahe der englischen Grenze in Deutsch-Sudwestafrika zu einem blutigen Zusammen- stoß eiiies Detachements der Schußtruppe mit räuberischen Hottentotten gekommen, bei welchem zwei deutsche Reiter ihren Tod gefunden hatten. Ueber den Erfolg der hierdurch veraniaßten Strafexpedition, welche am 2; Au ust d. I. bet XamfielxKliift mit der ersprengung dieser auberbanden endete, wird 1th im „Deuts en Kolonial- bl_att“ der folgende Berixbt des Fuhrers derselben, Second- Lreutenants Helms, veroffentlicht:

Nachhem am Sonntag, den 1. August, 1 Uhr, das Geschüß auf Ukamas etngetroffen war, trat ich an demsekben Tage N Uhr Abends von dort den Vormarsch auf die Xamfieb-Kluft an. Die Stärke des Deiachements betrug: 4 Offiziere, 1 Arzt, 7 Unteroffiziere, 3 Lazareth. gehrlfen, 44 Mann (einschließlich 2 Freiwilligen), 1Kommando Veldscho_endrager (13 Mann), 1 Kommando Bondelzwaris (24Mann), ] Geschuß, 10chsenrvagen. Nach etwa fünfstündigen! Matsche erreichte das _"Detachement Ror-Ariam (Walsers Damm). Hier mußie hrs Mm 2. August, 4 Uhr Morgens, Halt gemacht werden, weil die Führer erklärten, im Dunkel den Weg nicht weiter finden zu können. Am 2. August wurde Von 4 Uhr 51810 Uhr mit einer ha1hen Stunde Pause, während wel er die _OchjeZ tm Joch blieben, durcbgetreckt. Um diese Zeit (10 U r) be. sand ml) der Haupttrupp der Ayyntgarde etwa 2500 m nörxlich der Xamfieh-Hauptfluft am n_ördlich1ten Ausläufer der hier äußerst flach Verlausenden Hurquh-Klmt. Ich _ließ auf den Haupktxupp der Yvagtgarde aufjchließen und gab folgenden Befehl: ,1) Der sind 1011 mch au) Zusanixrrenstos; her Hutaup- und Xamfieb-Kluft Vers anzt baren. _ Die englnche Polizei wird dem Feinde den Uebergang über d1€_ Grenze versperren. 2) Ick werde denselben an reifen a. Ahtheilung Vora Wrnierfeld, Stärke (abzüglich Pferde alter) 1 Oxfizier, 14 Weiße, 3 eingeborene _Polizitten, 10 Veldschoendrager, geht in der Hutauv-Kluit und _wenlich davon Vor. 1). Abtheilung Von Bunsen, Starke (abzüglich Pferdehalter) 1 Of zier, 8 Weiße, 20 Bond_elzwarts._ _in gleicher Höhe mit der A theilung yon Winterfeld, östlich der Hutaup-Kluft. Das Gescbüjs folgt mit 300 111 _Abftand hinter der Mixte der Abtheilung von Winterxeld. Unteroifizi-r mit 4 Mann Geschüß- bedeckung. 0. Abtherhzng v on Altrock, Stärke (abzüglich Pferdehalter) 1 Offizier. 16 WerZe, 4 einxehorene Polizisten, folgt mit 200 w Abstand hinter dem rechten Flügel der Abtheilung von Bunsen. 3) Pferde bleiben gekattelt._ Wagen angespannt im Hauptlager. 4) Reiter Schmidt und Stecke als Gefeckotsordonnanzen zu meiner Person. Reiter Rieger Ordonnanz heim Herrn Stabsarzt. 5) Ick befinde mich bei der Abtheilur-tg ron Bunsen.“

Um 108 Uhr h_aite Abtheilung Von Bunsen den Nordrand der Xaxnfieh-Klust erreieht und _es fielen von derselben die ersten Schüffe Jus einzelne _wemge _fich hinter ken wild durcheinander liegenden Klippen und m Verxchteöenen SÖanzen Versteckten und sich sehr selten zeigenden Hottentotien. Das Feuer wurde von den lesteren nur sehr schipacb erwidert. Ich mhm den rechten Flügel _ Abtheilung wou Winterfeld _ abzüglich der_VelOschoenIrager, die in der Schlacht Stellung geqomxven baxtsn, wrvie das_Geschüs einschließlich Be- deckungemahmckpaxten bis zur Yüdlichsten äußersten Ecke des rechten Userrandes der Huxauv-Klurt wor. Welch letzterer etwa um 100171 weiter _in die Xamsieh-Kluft VorsVringt als der linke Userrand und formt die ?emrliche SteUun-g flankiert. Diese SteÜung wurde von der_Ahtheilung von Winterfeld 11») Uhr Morgens eirzgenommen, wahrend daS Geschütz infolge großer Geländeschwierig- kellén erst 12? Uhr, als ich m1ch zur Beschleunigung der Entwickelung des_rechten Flügrlz dorthin begab, mit mir zugleich dort ankam. Das Ericheinen _cer Ahiheilurzg VW Winterfeld in dieser Ziehung zwang die Hottentotten, ihre 1ammilichen nach Süden zu gelegenen Schanzen, _unter Zurücklaßen von 7 Todten, zu räumen. Nachdem deZ Gexchuß aus _ den) _ rechten Flüßcl eingetroffen War und einige _Granaien 70 _Ues als Möglich auf den jenseitigen Ah- hang Uher d1€_ Körse der jedoch im torten Winkel auf der Schluchtsohle liegenxen H:Jttenwtten hinweggefeuert hatte gina rie Abtheilung Von Winrerfeld, Verstärkt durch die Artilleriehedeckang und meine beiden Gefechihordonnanzen, den Abhang bis auf etwa halbe Hohe Imaxx 929€!) dtZWerft vor. Von dieser Stellung aus konnre her Zug 7am1ntliche Sehakzcn, aus denen bis jeyt geschossen war, nett AuZnahm-Z von zwei Löchern am östlichen Vorsyringenren Rande,_Unier beherrxchendes Feuer nehmen. Daraufhin gab ich 1thr den Befehl, daß hte Ahtheilang von Altrock zusammen mit den Veldxchoendragers m der Schlrzcbt. die Abtheilung Von Bunfen auf dem östlichen Abhange gegen die Werft Vorxehen sollten.

Der Zug des Lieutenanth ron Altrock ging etwa 200 111 zurück, um in die schroff_absal]ende Purauv-Kluft absteigen zu können, und ging dann in xeryelben und aur heiden Abhängen mit seinem Zuge und den Veld7choendragern_vor. Nachdem er etwa 100 Schritt vor- wärts gekommen war,_ erhielt er _das erste Feuer und ging in dem- selben etwa 100 Schrrit jprungweiW vor. Hier stieß die Abtheilung des Lieutenants yon Altrock auf den heftigsten Wider- stand. Sie _ wurde aus eiaer mit Löchern durchsetzten ur-d von Riffen diirchxogenen Klirvwand auf kurze Ent- fernuug (5 Schritt) bejchrznen. Ja diefe SteÜung hatten fick) die Hottentotten entweder 9111, nachdem fie aUZ dcn südiichen Schanzen durch Abtheilungpon Winterfeld geworfen waren, gezogen. oder sie hatten fich m kerselben absichtlich bisher ganz ruhig verhalten. Gleiehxeirig eröffneterr etwa 6 bis 7 Hottentptten aus Löchern im gewachyerzen Fe11en, die noch küxistlich mit Klivven verseßt waren, vom öitlichen Hange her aus die Abtheilung von Altrock Tas Feuer. Ich ließ dreje Löcher Von der Artillerie und der AZ:- rheilung von W interfeld unter Feuer nehmen. Trotzdem gelang es der 'Ilbtheiiunß won Altrock _nicht, durchzusioßen. Lieutenant von Altrock fiel und Reiter Chest wurde töhtlich Verwundet. Die Abtheilung von Bunsen, die _den östlichen Abhang heruntergehen wille, ging etwa 100 11) an die1_em herab, erhielt hier aber hef- tiges Feuer._ Herr von_ Bunxen schickte die Bonkelzwarts in die Kluft zur Verstarkuxig ker Abtheilung yon Altrock. dix jegh ker Sergeant Kreplin führte. Das Gefecht i_vurde aas beiden Seiten mit der größten Hartnäcki keit weiter „:e- sührt. Bei Eintreten der Dunkelheit hab ich den 3 .efehh daß Al:- theilung von Winterfeld und die ArtilTerie in Stellung bleiben, die beiden anderen Ahtheilungen dahinter Lager beziehen soÜten. Mik Taßesanbrueh sollte der Angriff erneut werden. Danach sah ich mich genöthigt, wegen eines kurz Vor 4 Uhr erhaltenen Schuffes den BERU an Lieutenant vv_n Winterfeld zu übergeben. Lieutenant Von Winterfeld traf folxxende Abändernng meines leßten Befehls, daß er de_as Detachement im Hauptlager sammeln, und von hier aus am nachsten Mergen 51111 der Hutauv-Kluft vorgehend einen erneuten Angriff auf die Schanzen_ der Hottenrotten machen wollte. Als Lieutenant Von Winterxeld am 3. August vor der feindlichen Stellung erschien, fand er dieselbe Verlaffen. Der Rest der Hotten- totten muß gleich nach Abbruch des Gefechts unterm Schuss der Nacht geflohen sein. Ihre Todten (nach vorläufiger Meldung des Lieutenants von Winterfeld 18), zwei Schwet- verwuncete, sowie ihr Vieh und ganze Hake hatten sie zurückgelassen. Zahlreiche, aus dem Lager heraus-

sübrende Blutspuren lasen auf seiten der Hottentotten noch auf viele Verwundete schließen. Ihr Führer Kividd oe soll nach Aussage eines Gefangenen schwerverwundet geflüchtet sein. Liexttenaut von Winier- feld ftebt (Stärke: 2 Offiziere. 4 Untero7finere, 1 Lazarethgehtlfe, 25 Weiße. 22 Bondelzwarts,_ 12 Veldscboendrager) an der alten Lager- ßelle der Hottenrotten und [oll von da die Spur derselben verfolgen. Verlustliste im Gefecht in dcr Xamsieb-Kluft am 2. Auguft 1897: todt: Second-Lieutenant von Altrock (Schuß durch den Kopf); Reiter Evest _ (Schuß durch den Unterleih); schwer verwundet: Second-Lteutencrnt Helms (Knochenschuß im rechten Oberarm), Unter - Lazarsthgehilfe Seufert Schuß druch linken Unterarm und rechten Oberschenkel), Retter nimerstnn (Schuß durcb rechten Oberschenkel), eingeborener Reiter Hill (Schuß dureh linke Lungenspiße und Schuß an der rechten Seite entlang); leieht verwundet: Rsijec Schmidt (rechter Oierscbenkel). Reiter Ehrhardt (linker Oberarm), einaeborener Reiter Lud wig (am Kreuz), 1 Veldschoendrager (rechter Oherscbenkel). _ _

Die Reiter haben sich im aügemeinen vorzugltch geschlagen. Einzelne Unteroffiziere und Reiter haben sich im höchsten Grade auSgezeicbnct.

Oesterreich-ngaru.

Der König Alexander von Serbien sowie der König Milan find gestern Abend an der Rückreise von Paris nach Belgrad in Wien eingetroffen.

Das österreichische Abgeordnetenhaus srßte gestern nach einer Reihe von namentlichen Abstimmungen, welche etwr: drei Stunden in Anspruch nahmen, die Verhandlung uber die Anklage gegen die Minister fort. „Der Abg. Ruß führte aus, daß die Ankla?e that1ächlich begrzmdet sex, und hob die Nothwendigkeit der Vor egung des authcntrichen Textesdes Er- lasses hervor, welche sowohl er als Andere vergebens De_rlqngt hätten. Der Erlaß trage aUe Merkzeichen der gegenwartigen inneren Politik. Der Redner zitierte sodann mehrere anéebltche Erklärungen des Grafen Badeni Über die i_nnere Amts prache, erörterte das Vorgehen der Regierung im bohmis eri Layxtage, sprach von den Vorfällen inE er mzd erk[ärte, es seizweixellos, daß der Erlaß gegen die deu ch-vo mischen Abgeordneten gc- richtet gewesen sei und eine vo äßliche Geseßesverleßrmg involviere, welche die Erhebung der Ministeranklage rechtfertrge. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen llnkI.) Der_ Abg. T_unke beantragte: das aus rv_ol1e beschließen, daß der

inister=Präsident, welcher im Hauye zucht anwesend war, der Verhandlung beiwohne. Der Vize-Präsreent von Ybrahamo: wicz wollte diesen Antrag nicht zur Abstimmyng bringen und er- theilie demnächftenNedner dasWort. (StürmrscheUni-crbrechung, Rufe links: Abstimmen!) Der Lärm erneuerte 1tch hei [ehem Ver- such des Viszräsidenien, dem nächsten Redner ders Worr zu ertheilen. Da die Herstellung der Nahe unmoglich erschien, unterbrach der Vize-Präfidexit die Sißnng. Während der Unterbrechung erschien der Mmister:Vchifideni Greif Badem im Saale. Die Sißung wurde Wieder eroffnet. Der nächste Redner, Nbg. Kozakiewicz (Sozialdemokrat), ergrrxs das Wort und sprach sich für die größte Ver1amnrlungc3: _Und Redefreiheit aus. Er dankte der Linken für ihr )eßiges Eintreten für die Redefreiheit, erinnerte jedoch_haran, daß_dte Linke selbst es gewesen sei, welche die einsxhrankendenGejeße eschaffen und seiner Zeit den Außnahmezuftand m Wteu rind Drag geduldet habe. Der Abg. Schürfer (deutZch-fortschrrrt- lich) führte aus, dax; das ertsche Volk Oesterreichs die stärksten Mittel. zur Bekämpfung der Spr9chenverordnungen verlange; er könne die Auffaffung des_perfa11rxngstre_uen Groß- grundbesitzes bezüglich des(He_he1merla11es insOWeirnrcht theilen, als er in dem Erlasse that1ächlich eine VOTsÜHllchL (Zepeßes: verle ung erhlicke. Tas deutsche Volk_ Oesterreichs sei durch die 911) vereinigt worden. (Lehhaster Beifall.) Redner beantragte schließlich, beide Axiklageaniräge ("1112111 hesenderen, neu zu wählenden Ausschmxe zu uherrvehen. _Die _ Ver- handlrmg wurde darauf abgebrochen und die näch11e Stßhrg auf Dienstag anberaumt. _ _

In der gestrigen Ahcndfißung des BuhgctaUS1chus1es wurden die den Nothstand betreffenden dringlichen Anträge sowie die RegierungH-vorlage herathey. Der Budgetaussxhuß beschloß, einen Uriterausschuß einzuwßen, ix_i wx1chem_ x_edes ??rerland vertreten sein solle. Der Unteraußithß kommtmerte

ich ofort.

Das österreichisch-ungarische Kriegsschiff „Frundeherg“ ist gestern von Pola nach der Suda-Vgi in See _gegarzgeri.

Das ungarische „Amtsblari“ veröffentlicht am Konrg- liches Handschreiben, durch welches der Budapester Universität gestartet wird, die _Königin von Rumämen zum Ehrendoktor der Philojophie zu ernennen.

Großbritannien und Irland.

In einer gestern in Berwick (Northumberland) abge- haltenen Versammlung des Nord-Verbandes kon- servativer Vereine gab, wie „W. T. B.“ meldet, Lord Londonderry seine Demisfion als Verbandx-Vornßender, da er mit dem radikalen Einfluß des _Ztaats12kretärs Chain- berlain auf die innere Politik des Kabinets, namentlich im Zusammenhang mit dem Arbeiterentschädigungsgeseße, mcht einverstanden ei. Die Versammlung gab ihrer Zustimmung zu dem Standpunkte Lord Londoxjderry's Auedruck, worauf diescr seine Demisfion zurückzog.

Das Panzerschiff erster Klasse „Canopus“ (nach der _amtlichen Bezeichnung Deppelschrauben-Barbctte-Sch1achtsch1ffck ist am 13. d. M. in Portsmouth vom Stapel gelaufen. Seine auptmaße sind nach der „Köln. Ztg.“ folgende: 130 w änge, 25 m äußerste Breite, 9 111 mittlerer Tiefgang und 12 950 r Wafferverdrängung. Die beiden Schrauben werden yon unabhängigen Mas chinen von inszges ammt 17 500Pferdekrä_f_ten in Bewegung gefeßt. Die Keffel gehören zu der Berille-Waner- zylinder-Kategorie, die in diesem Fakle zum ersten Male in der Flotte Verwendung findet. Der Panzer „Canopus“ sgl! in 20 Monaten fertig sein, wofern nicht unvorhergesehenethchen- fälle störend eintreten soüten. DiePanzereinrichtung 11t_ähnlich verthrilt wie bei der Majestic-K'laffe und läuft auf eme Art Verbindung der Vortheile des bei den großen Kreuzern ver- wandten sogenannten Schildkrötenrückens mit dem Zitadellpanzer älterer Schlachtschiffe hinaus. Was die Bewaffnung anbetrifft, so besteht sie, neben vier Hinterladern von 12“ Kaliber, aus wölf SchneUfeuergeschüßen von 6“ Kaliber, zehn 12Pfünder:S neU: feuergeschüyen, s e chs 3Pfünder:Hotchfißkanonen, einem 12Pfünder 80m-Bootgeschüß, einem 12Pfünderxch-Feldgeschüß und acht Maximgeschüßen. Das Schiff erhält zWei Stahlmasten mit Kalypftoppen, von denen jeder mit 3Pfündern und Zubehör auH: L_Lrustet werden. Ueber diesen Toppen erhalten die Masten ]e eine leichte Plattform für Einrichtung und Lenkung starker elektrischer Scheinwerfer. Der „Canopus“ wird mit 16 Bootet), darunter 3 Dampfpinaffen, sowie mit 6 Scheinwerfern, die

von drei Dynqmomaschinen bedient werden, aUSgerüftet. Die Bemannung, einschließlich der Offiziere, soll 750 Mann betragen.

Italien.

Der Jinanz-Minifter Branca hat, dem „W. T. B.“ zu- folge, in einem Rundschreiben vom estrigen Tage den Steuer- beamten Anweisungen ertheilt, durZ welche ein gutes Ein: vernehmen mit den Steuerzahlern bei Erhebung der Eiw kommensteuer erleichtert werden soll.

Türkei.

Der öfterreichisch-ungarische Bot chafter Freiherr von Calice hatte am Donnersta Bespre ungen mit dem Groß- vezir und dem Minister des eußern; gestern wohnte der Bot; schafter, wie „W. T. B.“ meldet, dem Selamlik bei und wurde später von dem Sultan in Audienz empfangen.

Eine Petition, welche die Abberufung des bulgarischen Bischofs Sinesius und des HandelSagenten Rizow von Uesküb zum Gegenstande hat, ist von der Pforte abschlägig beschieden worden. Es heißt, der ser: bische Vthhumsverweser Firmilianos, der fich bereits auf der Reise nach Uesküb zum Antritt seines Amts befand, habe von der Pforte die Weisung erhalten, noch einige Tage in Saloniki zu verweilen, um dort die Verleihung der bulgarischen Bischofsberathe vor Uebernahme seines Amts abzuwarten.

Aus Kanea berichtet die „Agence Havas“, daß die Unter- suchung weFen der Ermordung von drei Christen in _Tsika- laria been et sei. Von den zehn Festgenommenen seien drei Angeschuldigte in Haft behalten worden.

Wie die „Times“ aus Kanea vom gestrigen Tage meldet,

haben die Admirale beschlossen, die türkische Gen-.

darmerie, da sie sich als nicht genügend wirksam_ erwiesen, aufzulösen. _Nur wenige Albanesen sollen zuruckhehalten und neu organisiert werden.

Schroeder: und Norwegen. Bei den gestern in Christiania vorgenommenen Wahlen der Wahlmänner zum Storthing siegte, wie „W. T. B.“ berichtet, die Linke mit 8203 Stimmen; d_1e Rechte erhielt 7985 Stimmen, auf die Sozialdemokraten eninelen 658 Stimmen.

Afrika.

Das „Neuter'sche Bureau“ meldet aus Lagos, daß die britischen Streitkräfte, welche von dort nach dem Hinterland entsandt seien, verschiedene Posxen an Her Nordweft-Grenze beseßt hätten. Die Franzosen hätten s1ch anscheinend nach Buffa zurückgezogen.

Nach einem in Brüssel eingetroffenen Telegramme des Gorwerneurs des Congostaats hat_ der Lieutenant Henri) am 15. Juli 1). Z. die aufrührerijchen Soldaten der Expedition Dhanis bei dem Albert-Eduard-Cee vokh'tändig geschlagen. Den Aufrührern seien Diese Gewehre und aUe Munition abgenommen worden, 400 von ihnen seien gefallen. Die Ueherlebenden hätten sich in die Berge geJüchtet, wo sie nach der Ansicht des Lieutencmts Henri) wegen Mangels an Lebensmitteln umkommen würden.

Nr. 41 582 „Centralhlatts für das Deutsche Reich“, hezausgeßeben im ReichSamt des Jnuern, rom 15, Oktober, hat foZ-zenden Inhalt: 1) Konsulat-Wesen: Ernennungen._ErmächtiguM zar Vornahme Von Zivilstands-Wten. _ Exeqaatur-Ertheilung. _ 2) ZOÜ- und Steuer-Wesen: Besteklunx, eines Stations-Kontrolears. _ 3) Marine und Schiffahrt: Erscheinen eines weiteren Hesses rer EntsÖ-eikimgen des Ober-Seeamtö und der Secämker. _ 4) Polizei- Wejen: Aasweisung Von Ausländern aUZ rem Ncichkgehiete.

Nr. 42 “res ,Centralhlatts der Bauwerwaltunq', heraus- geheien im Miniirertum der öffenjlichen Arbeiien, vom 16. Oktober, hat folgenden Inhalt; Amtliches: DieUst-NachriÖten, _ Nichtgmtlichesx Die elektrische Stadtbahn in Berlin Von Siemens und Halske. _ Ein englisches Werk über mererne Thearer. _ Die Preisvewerbung für das BiIMarck-Denkmal in Vérlin. _ Vermischtes: Feier des 70. Gehurtstages Des Wirklichen Geheimen Oher-Bauraths_ Professor Friedrich Adler in Berlin. _ PreisbewerbUng um Entwürfe für den Neubau eines Geschäftshauses ker Spar- und Leihkaffe in Rendsburg. _ Stadt- und Ringbahn in Moskau. _ Statistisches über die Eisen- bahn in Rußland. _ Aanußung der bei Leuchtflammen verloren gehenden Wärme. _ Bücherschau. _ Neue Patente.

Arbeiterbewegung.

Aus München wird dem „Vorwärts' berichtet, daß der Aus- stand der dortigen Schuhmacher, der _am_17. Aggustsemen Anfang nahm, jeYt, nachdem die Z-hl der AuIstandtgen aus_30 herab- gesunken ist, für eendet erklärt wurde. Die größeren Fabriken soßen die Forderungen der Arbeiter bewiüigt haben._

In Zeiß sind nach demselben Blatt m Handschuhmacher (90 Arbeiter m 6 Fabriken) in eine Lohnverregung eingetrefen. Die Gehilfen haben ihren Arbeitgebern gekündigt, werde;; aber die Kündi- gung wieder zurückziehen, wenn ihre Forderung erhöhten Lohces be- wikligt wird.

Aus London meldet „W. T. B.“ zum Ausstande der englischen Maschinenbauer: Jr) einem in_der Nacht zum Freitag abgehaltenen Meeting vertrarfen die Keyselmacher _das Abkommen, welches am Tage Wcher das Erekutiv-Corxiité der Untontsten mit den Arbeitgebern der Schiffsrcyaratur-Werkstatten ahxeschloffen hatte. (Vgl. Nr. 243 0. Bl.) Jnfolgedeffen sind gestern die Maschinenbauer und Keffelmacber verschiedener Londoner FUTULU m den Ausstand getreten. Chamberlain hat ein Einmischeti m den Streit in der Maschinenbau-Branche abgelehnt, da eine nicht nach- gesuchte Vermittelung nur schädlich wirken könne.

Kunst und Wissenschaft.

Die riedrich-WilhelmS-Universität zu Berlin beging getern den Akt des Rektoratswechsels. Der zeitige Rektor, Geheime Justiz-Nath ])r. Brunner leitete die Uebergabe des Rektorats an seinen Nachfolger, den Profe'sor ])r. Schmoller, mit dem Vortrag einer statistischen Ueberxicbt der Ereignisse des jetzt abgelaufenen Rektoratswhres ein, aus welcher Folgendes mitzutheilen ist_:

Aus dem Le rpersonal der Universttät schieden aus:

durch den Tod: die ordentlichen Professoren ])])r. du Bois-Reymond, Weierstraß, Goldschmidt, Watten-

bach, die außerordentlichen Professoren ])]31'. Hoffory, Lewin, Lommaßsch, die Privatdozenten Professor Dr. Preyer und Generel-Arzi Vr, Vurchardt;

durcb Berufung an andere Univerfitäten und Lehr- anstalten: der außerordentliche Professor Dr. 11164]. Georg Winter, die Privatdozenten 1)[)1'. Schlesinger, Wer- nicke, Kötter, Kretschmer, Spannagel, Oldenberg, Kern, Friedheim.

Dagegen traten in den Lehrkörper neu ein:

durch Berufun : die ordentlichen Profefforen DDr. von Wilamowiß- öllendorff und Engelmann, der ordentliche Honorar-Profeffor, Geheime ReqierungH-Rath Dr“. Yifznßi),_§vie außerordentlichen Profefforen ])Or. Taugt und

ein 9 ;

durch Habilitation: in der theologischen Fakultät der 1110. (Hennrich und der 1)1'. ])1111. „Holl, in der jnriftischen Fakultät der Dr. Jmmerwahr, in der medizinischen Fakultät die 1301“. Rosin, Löhr, René du BoiS-Reymond, Ruge, Straßmann, Koblanck, Strauß, in der philo- sophischen Fakultät die M)]: Jacobson, Schmid, Harries, Winnefe d, Marcuse, von Halle, von Buchka.

Befördert wnrden: der außerordentliche Professor Dr. Serin? zum ordentlichen Profeffor, die Privatdozenten ])Or. Nage , Silex, Jahn, du Bois, Franz Winter zu außerordenüichen Vrofefforen.

Es WUrden im Laufe des Jahres vromoviert: von der theologischen Fakultät 5 Licentiaren, von der jnristischen Fakultät 17 Doktoren, von der medizinischen Fakuliät 145 Doktoren und von der philosophischen Fakultät 74 Doktoren, außerdem 110110er (33.1188 von der theologischen akultät 6 Dokioren und 1 Licentiat, von der philosophischen Jaknltät 3 Doktoren.

Jmm at riku li ert wurden: 315 Theologen,1442 Juristen, 843 Mediziner und 1189 Philosophen, zusammen 3789 Stu- dierende.

Abgeganqen sind: 333 Theologen, 1452 Jaristen, 895 Mewiriner und 1132 Philosophen, zUsammeU 3812 Studierende.

9 Todesfälle von StUOierenden find zur Anzeige gekommen,

Jm Winter-Semester 1896-97 erhielten 96 und im Sommer-Semester 1897 116 Damen die Eriauhhiß zUm Hören von Vorlesungen.

Es wurden 821 Priyaie 11111) 524 öffer-ikiche Vorlesungen gehalten, an welchen 33287 bezw. 27 067 Zahörer theilnahmen.

Der Rektor berichtete ferner Über die Handhabung der akademischen DiSziplin und einige ailgemeine Universitäts- Verhältniffe. Er bemerkte hierhei,_daß der Universität in dem ahaelahfenen Studierjahre folgende Geschenke umd Ver- mächtmisse zugefaUen sind: 0011 dem verstorbenen Rentier Bier 3000 «16 zur Vertheilung der Zinsen an Studierende, von dem verstorhehem Wiiklichen Geheimen Rath, Professor Dr. CU rti u ?- Kunstwerke Und Bücher für den archäoloqifchen Apparat, von dem Geheimen MedizinahRaxh, Profeffor 1311 Ols- hausen 5000 «16 fiir die Hilfskaffe und von dem verswrhenen Geheimen ZUs113:Ra13, Professor [,)1'. Goldschmidt 1000 „FH für den Freitischfonos, 1000 (17: 11110 die f_Ür ihn noch ein- eheriden gestUndeten Honorare für die Hilfskaffe Uxxd außerdem Feine sehr werthUOUe rechts» Und staatSwiUenschaftliÖe Bibliothek.

Hieranf theilte der Rektor mit, das; der für das Rektorats- jahr 1897/98 konstituierte Senat aus folgenden .Herren besteht: dem Rektor, Professor Dr. Schmoller, dem Universitäte- richter, Geheimen Neßierungs-Rath ])r. TaUde, drm Prorektor, Geheimen Justiz-Rath 131: Brunner, dem Dekan der theologischen Fakultät, Professor 131". Vfieiderer, dem Dekan der juristischen Faknltät, Geheimen Juniz-Rath, Yrofeffor V1". 5],xernice, dem Dekan der medizinischenFakultät,

eheimen Medizinul-Nath, Professor O1". Heubner, dem Dekan der philosophischen Fakuliät, Geheimen Regierungs- Raih, Professor O1“. Kekule von Stradoniß, den Senatoren, Professoren Or. Tobler, Geheimen Justiz=Nath [)1'. Gierke, Geheimen Medizinal:Rath ])1'. Waloeyer, Geheimen Re: gierrxngé-Nath Or. Diels und Geheimen JUstiz-Nath Or. Kahl _, nahm dann seinem AmtEnachfolger den vorgeschriebenen Rektoreid ab Und übergab ihm die Insignien des Rektoramies. _ _

Der neue Rektor, Professor Dr. Schmoller hielt hierauf seine Antrittörede, in welcher er über „wechselnde Theorien rind feststehende Wahrheiten im Gebiet der Staats: imd Ooztal: wiffenschaften und die deUtsche Volkswirthschaftslehre“ sprach.

Die Mitglieder der Internationalen Lehra-Kynferenz trafen gestern Nachmittag mittels Sonderzuaes von Beth" «uf der Station Wildvark ein, von wo Kaixerliche Equivagen diejelben nach dem Neuen Palais hrachten. Nachdem die H'rren fich im Masai)?!- saale Versammelt hatten, erschienen, wie „W. T. B.'_berichiei, Jhre Majestäten der Kaiser Und die Kaiserin Mit großem Gefolge sowie die vier ältesten Kaiserlichen Prinzen. Der Minixter der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegettheiten 1);_1)r. Bose steUte zunächst die Präfiernten der Konferenz, rie 'YWYSUNW Virchow, Laffar und Hansen, Vor. .Oieran ließ Seine Majestat Sich die einzelnen Gelehrten vorstellen und unterhielt Sich 1nit_kckense[ben auf das huldVoÜste. Zuerst wandte Sich AÜerhöchstdeUelbe _ an die franzöfischen De[egirten, an deren Svise Professor BeIxiier:P_axts steht, alSdann an die übrigen Herren aUÖländisÖer Natronalttai, zuleizt an die deutjchen Mitglieder der Konferenz, _ Von denen mehrere durch besonkers eingehende Unterhaltungen auhgezetckwet wurden. Ihre Majeßät die Kaiserin lief; Sch durch den Direktor des Kaiserlichen Gesundheits-Amtes, Wirklickyen Geheimen Ober- Regierungs-Rath 1)r. Köhler eine Anzahl von Lepraforsckyern wor- stellcn; AÜerhöchstdieselbc äußerte Ihre besondere Befriedigung _darüher, daß die Thätigkeit der Konferenz einer der deutschen Bevhlkerung etwa drohenDen Gefahr wirksam entgegentrete. Nachx-em Erfrischungen herumgereicht waren, begaben fich die .Herren nach der Station Wild- park zurück, um mittels Sonderzug» nach Berlin zurüekzukehren.

Im Verein für deutsches Kunstgewerbe sprach am Dikti- woch Abend 1)r. Th. Volbehr, Direktor des städtischen Museums in Magdeburg, über die Reflexe des Zeitcharakters in den Möbelformen. An der Hand zahlreicher Vorlagen führte er die Entwickelung der Möbeliormen im Zusammenhang mit den großen weltaeschichtlichen Wandlungen vor und folgerte aus dieser Ent- wickelung, daß auch unsre eit, die von der historischenzur naturwissen- schaftlichen Bildung überge e, in Haus und Geräth den Ansprüchen der Praxis, des Zweckes und der gesunden Konstruktion nachgehen müsse.

Aus Dresden berichtet „W. T. B.“, daß eine vom Ober- Bürgermeister Beutler einberufene Versammlung yon Stadtverordneten, zahlreichen Künstlem und Kunstfreunden bcscbloffen hat, im Jahre 1899 daselbst eine deutsch-nationale Kunst- und kunst- gewerblicbe Ausstellung zu veranstalten.