den Inhaber lautende, seitan der Gläubiger unkündbare Schuldver- schreibungen unter der Bezeichnung: _ _ __ __ ,Anleibbescbein der Rbemprovmj' ausn e en und au“xuge n. _ _ _ _ zDer Gesammtbetrag 'der außzugebenden Anlxtbescbeme dark dre Summe von zehn Millionen Mark nicbt übersebrrrten.
§ 2.
Die Anleibescbeine werden in _vom Provinzialauszchyß rest- zusesenden Abschnixten nach dem beigefügten Muftkr_auSgeserttgt.
Die Ausfertigun geschieht durch den Produznaxausschuß. Auf dem Anleibescheine is dir Unterschrift von dret Mttglredkrrr des Pro- vinzialausschuffes, sowie des Kontroxbeamten erforderlrcb._ Der Brodinzialausstbuß hat insbesondere daruber zu wachen, daß_dre zebr
iüionen Mark nirbt überschritten w-xrden. Dre AusfernZuag ist öffentlich bekannt zu machen.
Z 3.
Die Anleihefcheine werden anTbr1ich,__ j_e__ n.?!) Brüimmun drer deu robin'ialausschu , mrt drei, _mem a b er mer dom an *? verzirY't umb die iYsen balbjäbrlrck) am 2._Januar und 1._ Juli gezahlt. Den An eibefcheinzxr werde!) zu dtemn Zwecke erskcheme auf "e zehn bolbbe Jahre nebst Anwe'tsungen nach dem bergefugten Mu er bei c 6 en, _ __
Die ZZbglung der Zinsen eréolgt gegen_Ruckgabe der betreffenden Zinsscheine vom Verfaütage ab durch dxe Landesbarzk _dé-r thm- provinz. Das Forderungßrecbt aus* emsm wlcben_Ztn§1_ch€m€ erlricbt, wenn ders-xlbe innerbalb fünf Jabksn vom_ Ablauf des Kalendmabrcs ab, in welchem er fällig geworden ist, nrcht zur Zahlung borgkzergt wird. _ _ _ _ _ _
Mit 'dSm Abläufe der künfxabrtgxa Zertraurr:€__rv8r_dsn nacb vdr- beriger öffentlicher Bakanntmarbung dre neuen Ztnxxchrme dexn Etn- lieferer der Anweisung aqueretch. _ _ _ __
Bei dem Verluste der Anwemurxg er_'olc«t dre _Ausbandtgrmg dsr neuen Zinsschsine nach Ablauf _"der Tür kt? Umweßzvelung beftnnmten Frist an dkn Inbaber des Ynletbejcbernxn
§ 4. „ „
Die Tilgung der Anlribescbeine grscbiebt durcb aÜmäerrbr Em- lösung mit jabrlich mindestkns einbakb _bom Hundm “ser auxgegeberren Anleibescheine unter Zuwachs der Zrnyen ern den gerügten Ynletbe- scheinen. Die Tilgungbeginnt nach Ablauf des aU' die erste Aus- gab: folgenden Kalenderxabrss, _ _
Ter Provinzialausjcbuß hat das RMT, dre Trlgung zu ver- tärken. _ _ _ _
s Die Einlösung wird im Wege der Aurkundtgung nacb vorberrger Vsüimmun durch das Loos borgenbmtzren. _ _
Die uSloosung erfolgt dura; dre Landrsbarzk untér Zuzrebung des Kuratoriums während des Monats Januar, dre _Bkkanntmacburrg der angeloosten und zu kündigrndrn Anlarbex-beme, w§lche dre letzteren nacb Reibe, Nummer und_ Béxrag bezercbnrn muß, _mn€_rbalb der Monate Februar und Mai, dre Einlösung am 1. Jult desxelben J'Ibres. __ _
Der Provinzialausscbuß bat das Recht, ]ammtltcbe noch um- laukende Anleibestbeine zu kündrgen. _ _
Der Landesbank der Rheinprovinz blerbt_da5 Rea,)r bbrbxbalter), anétan der Ausloosung Anleibescbeizre auch_ un Weg;“ des Ruckfams wjeder xu Wnbxn und zur rlanmäßigrn Trlgung zu rsrwenren. _
Jm F::Ue de:“ NFckkaUÉx-“Z zam Zweck der Tilgung bat aucb dre Bekanuwacbu-P d:“? ftanxzsba'rtxn AnkaufY unter Angabe drs BS- traer dcr :rzrrxuäe'n Ankerbr'scbsine stanxurmdrn.
§ 5.
Ti: AWMUUKQ rs:- Kcrvéraks **er die angeH-oftsn Anleibesckrine krsrlg-t kach drm Irennrrértb dkrksbxn durcb dre Landksbank an den VOTZÜZ-Ls der AnerbSTÖSiNZ JSZSU Ruckgabßdrr'rlbcn.
M21 drr: AbleébSFÖ-einkn 17111? zugl_€tch_ drr _angrr-xrrbtrn, nacb drm Zabwnsßtkmin käbig rr'krdenrsn _Ziyskcheme _emxalrefern. _ _
Der Vsth der *sblxnden ZTPÖ'ÖUKL Mrd Vom Karrtal gxkurzt und u:: Einlöirmg riese: Zinékcherns dmrsndet.___ __ _ _
T're Nummsra dsr aréxrwrétm, nirbt ;_Ur Umldan ecnz-srsräzrcn AmlcibséÖeér-s str.: ;.»: der: nach § 4 zu «Lavender. Bekannrrnacbuuzen ir. Erianer-Mx, ju briKM. __ _ _
Werdm dr? AQTCZ.ÖchÉÖNL TMM un-xéacbxér brnnm drrryrg Jabrext :.:-rb DM Z2bLMZT-xerxrx nirbr ZU! (FWTZ'UKZ kyrzezkrgt, _oder Ü.! dekr'. A'Éx-x'xx U:: K:;ZTTIZZrkTäé-rrrz 7§ “.',"! innxrbaLb dre“?! Fwt :ck: :?:-..:"razr work:?» ": ".:.-?rdrn rü? ArlsZZLT-Öxixxr 7.327; MLM“; r*:r C?DÜTSQ Fenk: 32:2"; BRK? dcr Prbrérrj ck15 gerrlzl angeWbsn.
§ 6.
A9: TZ? ArTSbeirbN'rr? bUrÖ'Hr-dxn Bkkamntmachungkm Six:?rblisr'z- l'rcb r-Jr K:?rdixxrz &“?le durcb d-kn „Terxtstheu Reichs- und Preußische.- StaatsßAuzxigek“, di€_ ,Kélxrr1che'_ Und .Frankfurm Zeitnns“. scwié dr? .KSLnr'Öe Vklkszérrangk m Koln.
SLIT? Lines risser VTäner kingsben oder die Landesbank andere Vlärrer 57.7: die VZTÖffCRUÜÖUnJ wählen. so muß dir Wabl anderst Blänér i:“. TSU biébxr bxmrrzren Und noch erscheinenden Blättern be- kcmnr zemachx rrrrden. § __
!.
Da; Aufgebot und die Kraftlosrrklärung_vrrlorenér ('der VSt- nichétér Anlsibeschsiné erfolgt na_ch Vorschrift der » 335 ff. dsr Zibürrbzsßordnung für das Deutjcbe Rercb vom 30. Januar 1877 (Nrr'ch-GSWbl-atr Seit? 83) bezisbungswerxe nacb § 20 dxs Auß- fübrunngseßes zur dsutjcbrn Ztvtldrozeßdrdnung vom 24.Mar; 1879 (Gesss-Oammlung Serre 281). Ztn§1cheme _und Anweryungen können weder aufzebdten noch für kraxtlds erklart werden. Es kann jxdrcb nacb drm Erwrffsn rer Land*:sbapk demjsnigsn, welcher vor Ablauf dsr ;ünkjäbrigxn Vkrjäbrungsxrtst (§ 3) dm Verlust eines Fvécheéns bei “dsr Lanr-ZZbank anmeldrt und beschejnigt, dec
Mag TCI Zrbßsckysins, wenn lrsterxr bis zum Ablauf_ der Ver- jäbrrxngsr'rist nicbt VOTZSYTÖZT wo::rn ist, nur!) Abläux derxelben aus- ZSPÖÜ wrrderr,
' € :?.2 ZZÉNIM :er IEJSZSZSUSR Aylsibescbeine und deren Frs: ::? RZÜWUN'U.
! ' 9 .- **- „*.-ck
" 3:27“ .O: :ZSBH4OLZUUZ dxrdsr Landss-
Die Rbeénrrcrirrx :ericbulr-xr :?:". 3:33:13?! 25512;- A.:;lzéZ-k- ZMP.“ . . . Mark NKÉ-É“r:ä':r::nZ, :NjZLZZÜÉ x:“! . . . . :?:: Zunder; _j5b21:ch. _ __ _ _
Dr??? * axlebUZ'ÖULO rtr aur Sw-r ke; ".rar-n Irm . . . TL?! ......... 18 . . AUUZÖÖÜ „;ck:szka ÜZÉLUIÉ :X 40, Rbeirréx-ÉM ?rcrianZT-Lxrrtazxé rm 12. Mär; 1597 &:an LIN: rrbrd-xn.
TU Ekstimwxrr-„qu "d&.“- Uaasxéris ;:bgérrUÜxr. “)?-FLAT“! ;;:«r ::?" Ke WMW.
LZY-FTM, ker. . . . tm ........ 18 . .
Ter M::MMUZWUZ drr Rb-xéurrcbiU. “UNIQA ::"n :ré. Mäzl'rkrem.) EFZÜIZM _ :: :ck; M;“??? :e": :?:-KW :e“: Récérxrobmx Blau. . . . Te! LMbsé-eawn.
'Knlrlvejcbelu dcr Rbeinprovinz.
Reibe ........ Nr. 1 (bis 10).
K_namüen Wbescheins f_1'18r
:. Vorderseite der Zinsscbeine. “ Reibe ........ Nr. 1 (bis 10). Rheinprovinz. _ Erßer (bis zehnte!) Zinsfchein erster Rerbe
zum _ AnLeibescbein der Rheinprovinz
..... ter Aussabe. Reibe ........
über ........ Mark . .. . Pf.
D ber d' "ck i ss ' s empfängt segen dessen Rückgabe
" W“. . . “.“. . 721118 Wund Mahir: ck Zinsen »- v»:-
daSHalbjabr WMW ....... mit Mark . . .
!
Nr .......
. . . jej ....... . . ....... der Landesbank der Rheinprovinz zu Düsseldorf. Düsseldorf, den . . . ten . . . . 18_.. _ Der Provinzialaqucbuß der_ Rhemprobmz. (Faksimile von drei Mrtgltedern.) Der Kontrolbeamte.
(Faksimile)
t). Rückseite der Zinsscheine. Zahlbar am . . „ten ...... __ . . 18 . . _ _ Dieskr Zinsschein ist ungültig, wcnn beym Geldbetrag nrcht [315 zum . . . ten ........ 18 . . erhoben wird.
8. Vorderseite der Anweisungen. Rheinprovinz. Anweisung zum Anleibescbsin der Rheinprovinz . . . tu: Aussabe.
Reibe . . . . Nr ...... über . . . . Mark, verzinslich mit ........ vom Hundert.
b. Rückseite der Anweisungen. Der Inhaber dieser Anweisung exnpfänxzt «cg_en deren Rßckgabe zu dem vorbezeichneten Anleibescbein _dte zwerte Nerve Zrnsscbeme fur die fünf Jahre vom . „_ ...... bzs . _ ....... bet der Landes- bank der Rheinprovinz m Düffelborx, sofern Von dem Inhaber des Anleibescbeins nicht rechtzeitig Wrderxprucb erboben wvrden tft. Düffeldrf,den...ten.. ...... 18... Der Yrovinzialauschuß der Rbernprovmz.
( akfirnile von drei Mitgltedern.) Der Kontrolbeamre.
(Fakfimile.)
Ministeriumb er geistlichen, Untxrriehts: und Medizinal-Angelegenherten.
Der Gymnasial-Oberleerer Or. Joh. Ni_kel u Brxslau ist um außerordentlichen Pro x_ffch in der katholrsckxt eologrschen Fazkultät der dortigen Unioer'ntat rmcmnt worden. _
Dem Dozenten an der Techn1schen_H_ochschule m Aacherr Dr. Wilhelm Borchers ist das Pradrkat „Profeffor“ ber- gelegt worden.
Angekommen:
der Unter:Staatssekretär im Ministerium für Handel und Gewerbe Lok) m ann.
Die zersonal:Vrränderungesn in der Armee
befinden ick) in dEr Ersten Beilage.
Yichtamtsiches. Deutsches Reich.
Preußen, Berlin, 20. Oktober.
Seine Majestät der Kaiser und König empfrngen euté Vormittag in Wiesbaden den Chet des erilkabmets, “rrklichcn Geheimen Rath Dr. von Lucanus zum Vortrage.
Der Ausschuß des Bundeéraxbs für Zolb- und Steuer- wesen und die vereinigren Ausschüyr für Zoll- und Steuer- wesen und für Handel und Verkehr leten heute Sißungen,
Tie im Rricbs-Eiserrbahnamt aufgestellte Uebersicht der Betriebs:Er ebnisse dcutx'cherEisenbahneU "m_: Monat September 1 7 krgiebt Für 61 Bahnen, die schon un Sep- tember 1896 im B-etrrebe ware'n, Folgendes:
Gesammtlänge: 4073834 1:11).
im gegen auf geqerr Ganzen “das VMM 1D!) das? Vorxahr
;“ 24!“- W “ck“ : 0/0 für alle Bahnen im September 1897
aus dLm Per: _ , sonenvcrkeers 10228508 +1k551 * 1008+ 24+ 2,44 aus dem Güter- .; . verlebte . . „86618628 +3969' & 213374- 60+ 2,89 für die Bahnen mit dem Rechnungsjahre 1. April-Z1. März in der Zeit vom 1. April bis Ende Zeprember 1897 aus dem Ver- sonenverkehre 208748419 +97117-" Z172+ 186+ 3,11 aus dem Güter- ' vchfchn . . „416491623 +198371' 12 091+ 3604-80? für die Bahnen mit dem RechnungsjaZre 1.3anuar-31. DeÉ-rember in der Zen vom 1. " anuar bis nde Zevtember 1897 aus dem Ver- sonerwekkehre 51 179 330-5-2 «182 15- 8645+ 357+ 4,31 aus demGüm- ; , . „966%392-47-4083 " 159204- 564;+ 3,60 Erökmet wurden: am 1. Skptember: Duderstadt- Leinefelde 19,30 km und Wolfhagen-Zbewellmar BQS 1c_m :*K-Znigxrche Eisenbathirekrion in Canet , ernxr PWW» Lindmau-L' en17,291rmrmd Lausm-_ städtZ km (Könichhe Eienbahn-Trreknon in Erfurt).
Einnahme
Die eisenbahnfachwissenschaftlichenVorlesuu e nden im Winter-Halbjahr 1897/98 in folgender eis?
In Berlin werden in Räumen der l_Lniyerfität Vor- lesungen über preußischcs Eiseanhnrecht forme uber die Ver; waltung der preußischen Stathetsenbahnen gehalten. Das Nähere, namentlich auch ügltch der Ammxldung_zu ÖL" Vor: lesungen, ist aus dem_Ans lage in der Umverfitat ernchtlich„ In Breslau erstrecken nch die Vorlesungxn auf Eisen- bahn-Vetriebslehre und auf geologische Techn_qlogte.
„Köln werden Vorlesungen über Entanhnrecht und Ejsmbahn-Verwalbmgßlehre, sowie über Elektrotechnik,
in Elberfeld uber Technologie,
in Halle a, S. über Elektrotechnik gehalten.
Der BevoUmächtigte zu_m Bundedrall), Königlich bayerische Ministerial-Rath Schnell tft hter angekommen.
Der Regierungs-Affesor_ Freiherr v on_ Q uadt-Wykradt- Hüchtcnbruck in der Koniglichen Regrerung zu Imsberg ur dienstlichen Verwendung überwiesen und der Regrerungs: ffeffor 1)r. Steputat zu Jautecken dem Landrgth des Kreises Regenwalde zur Hilfelerftung in den landrathlrchen Geschäften zugetheilt worden.
Laut telegraphischer Meldung an das Ober-Kornmando der Marine ist S. M. S. „Y_rene“, Kommandant Kapitän zur See du Bois, heute in Hongkong angckommen.
Wiesbaden, 20. Okwber. Srine Majestät der Kaiser von Rußland und Seirce Kröni liche Hoheit der Groß- herzog von Hessen trafen, wie „ . T. B.“ meldet, heute Mittag 124/2 Uhr hier ein und wurden am Bahnhofs von Seiner Ma1eftät dem Kai1er Wilhelm und Seiner Durchlaucht dem Prinzen Adolf zu Schaumburg-Lrppe empfangen. Die Majestäten begrüßten Sich auf das herzlichst: und fuhren darauf unter den lauten Hoch- rufen der zahlreichen VolkSmenge zum Schlosse. In den Straßen bildete die (Harnisort Spalixr. _ Im Schloss fand ein Téxeuner statt, zu welchem das bcrderye'rtige GefolZe geladen war. Um 21/2 Ubr gedenken Seine Majeuät der aifer von Rußland und Srine Königliche Hoheit der Großherzog von Heffen nach Darmstadt zurückzukehren.
Bayern.
Der Reichskaüzler Fürst xu Hohenlohe _ist, wie „W. T. B.“ meldrt, gestern Abend m SchillingSsürjt e'm: getroffen.
Die Kammer der Abgeordneten hat gestern einen Antrag des Abg. Stöcker berathen: es möchten Erhebungen darüber ftattnnden, ob die Straßen und Wege _in dem diesjährigen Manövergelände ungewöhnlich bsjchädrgt' worden seien, und, falls dieS_ erwiesen_ würde, der: betreffenden Gemeinden und “Distrikten _ enUprechende VR- träge zur Wiederhsrsteüung der Wege und Straßen gewäbrt werdcn. JmLaufc der Debatte sprachen 1rch Nednrr aUer Parteien für den Anrrag aus. Der Kriegs-Minister Freihxrr von Asch und der Minister drs Jonern Freiherr von FeilrlNch bekämpften den Antrag mit dem Hinweise, daß aus der Annabme desselben weitere Komcquenzcn entstehen würden. Man kom): dann auch Entschädigung für die Abnußung der regelmäßrg vom Militär benußten Straßen fordern. Tas NaturaL- leistungßgeseß krnne solche EntschädigungSanéprückze nicht. Würde die bayerische Neaierung darauf ein eben, dann würden_rm ganzen Reich diexelben Ansprüche er oben werdcn. Außer- drm würde es schwer sein, jeßt noch durch Erbebrmgen ferr- zustellen, welche Wegbeschädigrmgen von den Truppen ber- rübrten. Ter Antra wurde einstimmig angenomnxen. Sodann begann die eraÉZung der Anträge auf Einfuh- rung des direkten ablrechts ÖZJW. des Pro- portionalsystems in Bayern. Dieselbe wird heute for:- geseßt werden.
Württemberg.
Die evangelische Landesjrznode ist gestern in Stuttgarx zu einer außrrordentlichen Seffron zusammengetrcten. Jn_drr von dem Staat§:Minifrer des Kirchen; und Schulwewrrs Dr. von Sarwer) vcrlefenen Eröffnungsrede wurde, drm „St.:A. f. W.“ zufolge, zunächst mitgetheilr, daß es mfolge des Beschluffes der Kammer der Abgeordnetm gebyren erschienen sei, den kirchlichen Geseßentwurr uber die Ausübung der Landesherrlrchex1_ .Frrchenk regimentsrechte, obwohl derselbe durch den 1tandi1chen V- schluß eine Abänderung nichr erfahren, der sm_euten Voratbung und Beschlußfaffung der Labdcssynode zu unterstellen. Sodann küvdigte der Minister neben einem die Christenlehrpjlicht br- treffenden kirch1ichcn Geseßrßmtwurfe einen solchexr uber Ab- änderung des Gesetzes, brtreffend die Verkündigung und Trauung der Ehen, !owie eine Mrtrheilung der Ober-Kirxbew behörde, betreffend die GehalUverhältnine ds: evangeluchex? Géistliche-n, an.
Heften.
Ihre Königlicherr Hoheiten der 5Hrinz und die Pri)" zessin Heinrtch von Preußen find gestkrn von Wred- baden zum Besuch am Großherzoglichen Hofe 'm TarmeL eingetroffen.
QefterreiÖ-ngam
Der Minister des Auswärtigen Graf Goluchowskr ha: sich heute nach Budapest begeben. _ _ __
Bei Beginn der gestrigen Sivung dcs osterrerchrxcbeü Abgeordnetenhauses wurden drei namentlrckze Abnutz- mun en vorgenommen“ als die dritte Abstimmung du Beschluß“- unjäZigkeit des Hauses ergab, wrrrde dre Stßung “ eho en und auf den Abend eine Srsung anberaumx . elbe begann um 61/4 Uhr. Nachde_m der . Wal! (dentickxrmtional) die Anberaumung eurer Abend sung b- mängel! hatte, beantragte die Linke eine Ruhe nammtuchxk Mmmungen. Gegen 1 Uhr Nazhts, nach der 13. nameük“ lieben, Abstimmung, erklärte der ere-Präßdeut vonAbrahs“ movjcz, Beantwortung einer von den Deutsc.x
WTK“ W. „'
Liberalen gefie ten Anfrage betreffs einer Berichtigung W
ßmographischen Protokolu, nunmehr zur Tagesordnung
übergehen zu wollen. Die Protestrufe der Linken: Wir haben uns "zur formalen GeschäftSordnun M gemeldet“ beachtete der Vize-Präfident nicbt, gson ertheilte dem Abg. Mold das Wort zu der auf der Tages- orduun fieherrden isteranklage. ierauf entstand auf der linken "te cm großer Tumult. Etnzelne Abgeordnete der Linken schlugen auf die Pultx und klappten die Deckel nieder. Mitglieder der Rechten entrinen ihnen die Pultdeckel, und es entstand ein Handgemenge. Dkk Präfident ])r. Kathrein übernahm darauf unter ftürmischem Beifall der Linkexr den Vorfis und unterbrach die Sißung. Nach einer Viertelstunde erschien der Vräfident ])r. Kathr ein wieder im Saale und erklärte die Si u_ng bis 11 Uhr Vormittags für unterbrochen.
In der g ingen Sisung dcs Wiener Gemeinderaths wurde die Mittheilung gemacht, daß das von dkm Gemeinde- rath beschlossene und von dem niederöfterreichisckzen Landtage genehmigte Gesch, betreffend Erhebung einer 100 prozentigen Steurr von dem Erträ niffe des Totalisators zu Emmen der Armen Wiens, die Kai etliche Bestätigung nicht erhalten habe.
Frankreich.
Der Wiederzusammentrikt des Parlaments hat sick), wie „W. T. B.“ meldet, gestern in vollkommener Ruhe voUzogen. Der Senat versagte fick» nach einer nur der Er: ledigung von Formalitäten gewidmeten Sißun bis Freitag. Die Deputirtenkammer brrietb über dre Ycstseßung der TageSordnung und beschloß auf Antrag des Minister:Präsidenten Méline, die Sißungen an den Sonnabenden der Berathung von Jnterpeüationen zu widmen. Die Sißung wurde sodann aufgehoben.
In der Deputirtenkammer gklangte gestern ein (Helly buch zur Vertheilung, welches den Wortlaut des am 23. Juli zu Paris unterzeichnstkn Abkommens über die Grenzregulierung von Togo enthält.
Bei einem gestrrn in Nancy aus Anlaß der Ein- wxibung dex neuerrichtcten höheren Handelsschu le ver- anstalteten Festmahl hielt der Handels-Mi_nister Boucher in Erwiderung der ihm géwidmeten Trinkyprü e eine Rede, in der er bemerkte, die Vereinigten Staaten von merika hätten eine barbarische Maßregel eingeführt, nämlich dir Besteuerung derin den Koffern von Reisenden enlhaltenenGcbraucthe enftände, sobald solche im Gesammiwerth von mehr als 100 Do ars von Bürgern der Vereinigten Staaten eingeführt würden. Es seierr Verhandlungen über diesen Punkt eingeleitet _wordcn, und er zweifle nicht, daß die Regierung der Veremigten Staaten diese Bestimmung beseitigen werde. Sodann Fubrte der Mi- Uifter bezüglich der Handelgbeziehungen Frankreichs aus, die- selben seien gegenüber den südamerikanischen Republiken beim AmtSUntritt des gk enwärtigen Kabinets sehr gcspannte gewesen; seitdem habe ]edoch ie Regierung 11 Abkommen geschlossen, durch welche die Handels: und politischen Beziehun en neu geknüpft worden seirn. MitBezug authalien äußerte der5 “nisjer, dasselbe scheine stel) weder mit der Gegenwart, noch mit der Vergangen- heit oder der Zukunft zu beschäftigen; die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen sei noch nicht_einmal irgrndwie in Angriff genommen. Der Miniftrr hob xodann Hervor, daß er mch bmnübt habe, die Beziehungen Frankrrichs zu fremden Ländern zu erweitern und die Zoütarife zu erniedrigen. müffeZJegen die Behauptung proresrieren, daß die Regierung eine egierung des Schußzolles sei. Sie wolle nur ein kommrrzieües Gleichgewicht, welches Frankreich ein drm Stande des Handels Europas enisprc-chendes ökonomisches Regime geben könne. „Wir yind Anhänger einer Zoüxsreinigung“, schloß der Minister, „wir werden neuen Vedürfninen Rexhnung tragsn und werden zeitweilige zqÜfreie Einlagerungen gestatten, durch welche die Ausfuhr begünftigt werden kann.“
Italien.
Der König und die Königin sowie der Prinz und die Prinzessin von Neapel find gestern in Mailand ein: getroffen, um den von der Historischen und von der Numis- majischen (Heseüschast vrranstalteten Feierlichkeitrrr beizuwohnen. Ihren Majestäten und insbesondere dem Kronprinzen und der Kroxprinzesfin, Höchstwelche nach ihrer Vermählung zum ersten Male nach Mailand gekommen find, wurden von allen Schichten der Bevölkerung begeisterte Huldigungen dargebracht.
Spanien.
Der Marschall__§_231anco hat sick) gestern in La Coruüa nach Cuba eingeschrm. _
Wie „W. T. B.“ aus Barcrlona meldet, xind daselbst in der Nacht zum Dirnstag aUe jene Personen freigelassen worden, welche als Anar_chiste__n verhaftet worden waren, aber “rn keinen Prozeß vernnckelt jmd.
Türkei.
Aus Konstantinopel mekdet das Wiener „Telegr- Korresp.-Bureau“, daß die türkischen und griechischen Bevol]: mächtigten fick) in der am Montag abgehaltenen Sißung lediglieh mit formellen Fragen beschäftigt hätten. Es ser beschlossen worden, wöchentlich drei Sißungen, am Monta , Donnerstag undSonnabend, abzuhalten. Die nächs1eSißungso e morgen stattfinden. Der Präsident des Rechnungshofes Has s an Jehmi Yascha wurde zum zweiten Bevollmächtigten und der
encral-sekretär des Ministeriums des Aeußern Nuri Bey um Adjunktm des türkischen Delegirten ernannt. - Die
otschafter Deutschlands, Rußlands und Großbritanniens haben ihre Attachés nacb Thessalien entsandt, damit diese der Heimkehr der flüchti en Theffalier beiwohnen. _
_ Der Verweser es orthodoxen Bisthums Uesküb Frrmi- lranos ift, obwobb die bulgarischen Berats noch nicht ck_- laffen worden sind, rnfolge des dringenden Ersuchens der rufst- schen BotschaY vorgestern in Uesküb eingetroffen. Die bulgarischen 'rchen und Schulen waren ,zum Zeichen des Protestes gegen die Ankunft Firmilianos' e_schlo en und die Schlüssel dem Vali über eben worden. JUZ) ede en ?_a) die forte dsa bulgarischen (Yxarchen und den GZchäfts- ager Uesküb anzurathen, von jeder feindli
Griechenland.
Der italienische Delegirte zur Finanzkontrol-Kommisfion Bodigo ist, wie W. T. B.“ meldet, estern in Athen an: ekommen. Die Ä'bgrenzun skommiYsion hat srch nach o_lo begeben, Dre Komm ssion zur Ueberwachung der Helmkehr der flüchti en Thessalier hat gestern ihre erste Unterredung mit EdLbem Pascha in Domoko gehabt.
arkow aufgefordert, der buYarischen Gemeinde von
an Haltung abzustehen.
_ Der _Minißer-Präfident Simitsch hat gestern dem Kdntg d1_eDem1ssion des gesammten Kabrnets über- rer_ch_t. _Dreselbx wurde _von dem König an enommen und das Mrmüerzum unt der Lemmg der Geschafte is zur Neubildung des Kabmets betraut»
_ Ueber dre Gründe und den Verlauf der Ministerkrifis mährt „W. T. B.“ von maßgebender Serre, daß gestern na der Ankunft eme Unterredung des Königs mit den Ministern att- gefunden habe, aus zvelcher heryorgegangen sei, daß die Meinungs- verschtedenberten, dre schon wahrend der Abwesenheitdes Kömgs zwrschen der Krone _und dem Kabinet über verschiedene lauferrde Angelegenherten finan ieller, militäris er und
o1_1t1scher Natur hervorgetreten ?eien, fich weiter in noch charfer gestatterr würden. Dies sei namentlich angeßchts der Abficht drr Regrerung, dxe_Verfaffungsfrage aufzzrwerfen, der Fall, wahrend der Komg der Ans1cht sei, Serbien soUe dre_geger_rwartrge Ruhe mrd vorausfichtlich län ere Friedens- yerrode_1m Orteth und m Europa in erster inie zu einer okon omrs chen_ und finanziellen Reorganifierung und Konsolidierung durch Feftjtellung des Budgxts auf einer Grundlage der Ordnung _ und Sparsamkett und durch ErfüUung ferner rnternatwnalen erpflichtungen benußen. Nach dieser Unterredung habe der_Mmfter-Präfident Similscb die Entlaffung dxs gesaxnrnterr .Kabmets eingereicht. Die Lösung der Krisis koxmx ern m ernrgen Tagen, nämlich nach Ankunft des gegen- wartzg m Karlsbad weilenden serbischen Gesandten in Kon- stannnbrxel 1)_r. Wladan Georgewiisch erfolgen, welchen der Kdmg 11111: der Neubildung des Kabinets betrauen wolle.
Bulgarien. Die S obr an je ist auf den 27. Oktober einberufen worden.
Amerika.
_ T_er Gesandtschaft von Guatemala in Washington rst, wre „W. T. B.“ erfährt, die telegrapb'rschc Nachricht zu- gegangen, daß die Revolution in Guatemala nieder- eworfen und die Ordnung im ganzen Lande wieder- Fergestellt sei.
After.
AUF britischer Seite _find, wie daß „Reuter"chc Bureau“ aus Srmla meldet, be_r dem vorgeftrigen Gekecht in den Samanabergen ein Offizier und 10 Mann gefaUen und 53 Mann verwundet worden. Die Verluste der Eingeborenen soUen schwere gewesen sein.
_ Nach einer _Meldung aus Peschawur ist eine Auf- klarungsabtherlung der bengalischen Kavallerie, Welck)_e vom Fort Bara aus auf der Straße gegen Mammanne vorruckte, in__ einen Hinterhalt gerathen, wobei ein Ein- geborenen: Osßzier und 1-1 Sowar = Reiter getödtet wurden; 21 Pferde mußten auf dem Play gelassen werden.
Afrika.
Aus Abubamed vom 17. d. M. berichtet das „Reuter'scbe Bureau“, daß eine Patrouille bcrittener Dcrmische eine_ Ortschaft 7 Meilen nördlich von Berber ÜberfaUen, 11 Emmohner getödtet, eine Anzahl Weiber und Kinder gefangen genommen und Vieh we getrreben habe. Von Berbér aus zur Verfolgung der Derwis e entsandte berittene Truppen sx_ien mit denselben 15 Meilen östlich von Berber zusammengestoßen. Nach hrftigem Kampfe hätten die Derwische _alle Gefangenen und die Beute im Stich gelassen und seien m der Richtung nach den Atbara geflohen.
Parlamentarische Nachrichten.
Der Redakteur _Grillenber er, Mitglied des Reichs: tags für den 1_. MrttelfränkiscZen Wahlkreis, istgcstern in München gestorben.
Nr. 36 ckck .Eisenbabn-Verordnungsblatts“, beraus- Jegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 16. Oktober, gt folgenden Inhalt: Bekanntmachung des Reichskanzlers, betr. dre dem inrernationalen Uebereinkommen über den Eifenbabnfracht- der_kebr beigefügte Liße, vom 4. Oktober 1897. _ Erlasse des Mmistxrs der öffentlichen Arbeiten: vom 30. September 1897, betr. Gewäbran bon Tageaeldern und Reisekosten an Betriebskontroleure; Vom 1. ktober 1897, betr. Dienstgut-Transport-Ordnung; Vom 4. Okrober1897, betr. (Gewährung bon Verlustentschädigun en an Hilfsbeamte; vom 7. Oktober 1897, betr. Beziehungen zur eichs- Telegrapbenderwaltung. _ Nachrichten.
Arbeiterbewegung.
Aus Leipzig berichtet die ,Lpz. Ztg.“ von einer Versammlung der Schneider und Schneiderinnen, in welcher beschlossen wurde, für das nächste Frühjahr eine Arbeitßeinstellun vorzubereiten, wenn die Arbeitgeber i nsn die Forderung der (Ertl tung don Be- triewaerkstätten nicht bewilli en sollten.
In Schwabach in ayern haben, einer Mittheilung des .Vorwärtö' zufolge, die Arbeiter und Arbeiterinnen der Gußstabl- Kugelwerke, etwa 140 an Zahl, die Arbeit eingestellt.
In Bern sind nach demselben Blatt 85 Buchbinder zweier Gefchästdbückper-Fabriken ausständig. Die Arbeiter fordern neun- stündige Arbeitözeit und Festseßung von Mindestlöhnen.
Kunst und Wiffeuschaft.
Jm Königlichen Kunstgewerbe-Museum find zur Zeit in dem oberen, dom vorderen Treppenaufgang zu än lichen Oberlichtraum von Richard Heyer, Lehrer an der unZtschule zu Hannover, 64 quareUe von älteren Bauwerken aus ildesbeim auSgeftellt. Die Aufnahmen eben in flotter, wirkun?svo er Darstellung, welche der malerischen rscheinung "ener Vaul chkeiten gerecht wird, dre künstlerisch bemerkenöwertben olzbauten und namentlich ein_e Reihe der reizvollen und pittoresken Stra enanfichten der altertbumltcben Stadt wieder. Hieran schließen ck Darstellungen _der hervor- ragenderen Einzelheiten, welche die ufnabmen vervollstandigen _und auch für Detailstudien nutzbar machen. Ein größerer Theil dteser Aufnahmen ist bereits für eine Veröffentlichung bestimmt.
In der Schlnßfißunq der internationalen Lepra- Konferenz babe_n die Schriftführer derselben die Gesammtergebniffe der Beratbuxrg, dte den derxeitigen Stand des Wissens von der Lepra der_rfiellen, wre folgt, zusammengefaßt: „Als Krankheitöerreger der Lepra wtrd nach dem gegenwärtigen Stande der Forschung der 880111113 16 rag von der Konferenz angesehen, der der wiffenscbaft- six"! We1t_ du die Entdeckung nsen's und die Arbeitat Neiffer's sert 25 Jabren b annt ist. Zwar find die Bedingungen, unter denen dieser Bacillus gedeiht und weiter enjwickelt, noch unbekannt, ebenso die Art und Weise seine! Eindringens in den mmsch1i_chen_ Körper; Jedoch “deuten die Verband- lungen der Konferenz daraus bm, daß _eme Einigung fich anbabnt über die Wk e, auf denen er im menschlichen Körper fich Verbreitet. (T_ixrbeitlicb i die Auffassung darüber, daß nur_der Mensch der Träger dmes pathogenen Bacillus ift. Ueber dre Manenbaftigkeit der Aus- scheidung des Bacillus aus dem kranken Organiémus, namentlich bon de_r Nasen- und Mundschleimhaut, find intereffante Beobachtungen mttgetbeilt worden, deren Nachprüfung an einem großen Beobachtungs- material dringend wünsckaÖwerth erscheint. Diesen Fragen von ausschließlich mediziniscb-winensÖc-ktliäper Bedeutung |st die Tbat- sache gegeaner, die praktisch einschneidende Bedeutung hat für Alle, denen dre cOorge für das VolkSwobl anvertraut ist: die Thatsache der Anerkennung der Lepra als einer kontagiösen Krankbeit. Jeder Lebröse bildet eme Gefahr für seine Umgebung. Diese Gefahr wachst, je inniger und länger andauernd die Beziehungen des Kranken zu seiner gesunden Umgebung Undje schlechter die ?anitären Verhaltnisse find, unter de_nen fie fich ubwielen. Mithin bedeutet ganz besonders unter der armstsrx Bevölkerungsschicht jeder Lepröse sine stete; foabr der Uebertragung x:"rr seineFamilie und feine Arbeits- aexroffemcbaw Jedoch kann nicht m Abrede __geftellt werden, daß die Falle von Uebertragung auf Menscbkn in bemkr fituierter Lebenslage nxcht mehr Vereinzelt beobachtet werden. Zu Gunsten der kontagio- ntfüfcben Auffaffung derLepra bat die Ayschauung, daß dieLebra durch Vererbung sicb Verbreite, immrr mebrAnbcznger Verloren. DieBebandlung dcr Lepra erzielt bisher nur aniatibe Erfolge. Auch die Serumbeband- lung hat in dieser Beziehung bisher keinen Wandelaebracht. Angefichts der Unbeilbarkcit der Lepra, angefichts der Entsteüung, die fie bewor- ruxt, und der schw_er8n_perfönlich€n und öffsntlichen Schäden, die fie mrt fich bringt, _ba_l_t dre Levra-Fonferenz in logijcher Schlußfolgerung ibrer kontagronrstqcken Auffamung ker Lepra die Js olierung für das einzige radikale und am raschesjen wirkende Mittel zur Unterdrückung d_er Lepra, inSbesondere wo fie_ in berxenwÜser oder epidemi7ck€r Verbreitung ficb findet. Dre _Bestäxrgung dieser Anficbt fiebt fie in den Erfolgen, dre dre Bekampfung drr Lepra in Norwegen crrungen hat, dort, wo die Isolierung der Kranken zielbewußt durchgeführt, 17. [). gesetzlich eme Handbabe geschaffen wvrden ist, die Isolierung bei denjenigen Krank_en (_:_r_tch gegen rbren WiYen durchzufesen, die durcb die elknden Verbaltnrne, upter denen fie tbr Dasern fübrkn, Eine ganz besonders große Gerabr für ibre Umgébung bedeuten." Die Konferenz brachte tbre Anscbauungerx Über das, was zum Béstsn der Aügemeinbeit it) der Nyrabekamvfung zu geschehen bat, zum Ausdruck durcb dre einstimmi e Annahme drs Von Dr. Armauer Hansen (Bergen) eingebra_chten xrtrages: .1) In allen Ländkrn, in dknen die Lepra berdweife oder tn größerer Vérbreitung auftritt, ist die Isolation das bkfte Mirtrl, um _die Verbreitung der Seuche zu Verhindern. 2) Das System der _oblrgaxorifcben Anmeldung, _der Ueberwachung und der Jsolakion, ww cs tn Norwegkn durchßsrübrt ist, ist aUen Nationen mit autonomen Gemeindrn und binlan licher Zahl der Aerzre zu empfehlen. 3) Es muß den geseßlichen ebörden überlassen Werden, nach Anbörung der sanitären Autdxitäten die näheren Vorschriften, diestdÉn speziellen sozialen Vsrbältninen angepaßt werden müssen, fest- zu 2 an.“
Der Mineralo und Geolog 131: Otto Volger, welcher im Jabre1859 das reis Deutsche Hochstift in Frankfurt a. M. zur PfleZe und Förderung von Wissenschaft, Kunst und höherer Bildung in_s eben rief und bis 1881 als deffen Obmann und freier Lehrer semes Fachs fungierté, im Jahre 1862 das bis dahin vöÜig vernach- lässigte Vaterbaus Goethe's kaufte, um es der Jugendzeit Goethe's entsprechend wiederberzustellen und dem Deutschen Hochstift zur Er- haltung zu übergeben, ist nach einer Meldung des „W. T. B.“ in Sulzbach bei Soden gestorben.
Theater und Musik.
Lessing-Tbeater.
Seit Soqnabend wird im Lesfing-Tbeater der drriaktige Sch7vank „Hans Huckebein' von Oskar Blumenjbal und Guftav Kadelburg «geben, der gestern wie bei skinkr ersten Aufführung Von dem voUbeseßten Hause sebr beifällig aufgenommen wurde. Das neue Stück unter1cheidet fich in seiner Anlage und Durchführung nur wenig von den Komödirn, welche dieses Dichterpaar bereits früher geschaffen hat. Es will den Zuschauern und Hörern auch nur einen fröhlichen Abend be- reiten, und die Erfindunß einrger lustigen WNZÖSU Personen reicht vöUig als Grundlage fur den Aufbau der er eitcrnden komis en Scenen aus, wel e die Verfasser aus den menschlichen Schwä en dieser Personen ge chickt _ableiten. Diedmal bildet die Säule des Schwankaufbaues ein reicher junger Ehemann, Martin HaUerstädt, hinter dem fich der Titelheld „Hans Huckebein, der Unglück:?rabe,“ werbirgt. Dieser Unglückßrabe _ist freilich nach sonstigen menschlichen Begriffen ein Glückskind; er _1st jung und reich, best t eine hübsche, elegante Frau und sogar emen nachsichtiÉen, _bilfrei en Schwiegervater, der im Bewußtjein seiner eigenen chwachen dem Schwiegersohn mit Ausflüchten und Entschuldigungen wie ein guter Kamerad beistebt; aber jedesmal, wenn dieser junge Martin einen Schritt dom Wege thut, deren sein freilich unvermäblter Frerrnd Boris Mensky so viele macht, wird er erwischt, einmal sogar mit Hrlfe der modernsten Erfindung, drs Kine- matographen, der lebenden Photographie. Durch dén Kinematbgmphen wird nicht nur der Held Hans Huckebéin, sondc'rn aucb sein Freund und sein SchwiegerVater gesckßreckt und moralisck) rsrnichtct, Alle drei erscheinen nacb einander gesenkten Hauptes wic ertappte Schulknaben vor den Frauen,'und so werden viele wkyigen Pointen dreimal variiert und in der Wirkung verstärkt vorgefubrr; alle drei laufen nach einander vor einem tbatendurxtigen Athléten dabon, und alle drei führen der Schwiegermutter gkgrnüber denxelben _garnicht existierenden Kommerzim-Ratb aus Kottbuß ms Feld, um_m1t ibzer AUIrede eine scbmäblicbe Niederlage za Nletdsn. _Diesx scentscben Scherze und viele Wortwi e erhielten das Publikum m bettrrster Laune. DieDarstcllung ließ ni ts zu wünschen übrig. ür rte liebendnoürdige und reiche Frau des Hans Huckebein x_st raulein Groß die rechte Dar- tellerin; sie blieb ach) in tbrer _Empörung über des Gatten Miffetbaten und in dem HeiterkettSausbruch über seine Miß- erfolge i_mmer anryutbtg. _err Schönfeld gerietb über sem stets wacbkenrxs Ungluck m dro tqe VerzWeiflung, und Herr Gutbery rief große Herterkeit als rachedurstiger Athlet hervor. Das Schwieger- elternpaar wurde durch Frau Carlsen und _Herrn Waldow sebrlaunig dargestellt; Herr Klem spielte einen beschrankten Russen, den Freund Boris Mensky, mit wirkun Svollem Humor, und räulein Jäger gab eine junge Nawe, welche fi das Herz des reichen' ussen erobert, mit Frische und Munterkert.
Konzerte.
Am Mo_nta fand im Königlichen Opernbause der zweite S mpbonte- bend der Königlichen Kapelle unter Kapell- me ster elix Weingartner's Leitung statt. Derselbe wurde mit Gluck's uverture zu der Oper Alceste' eröffnet, deren ernste Klän e in volxendeter Schönheit zu Geöör kamen. Es folgte als HWY. stück des Programms Liszt's umfangreiches, tonmaleris 1 Werk „Eine Faustsympbonie in drei Cbarakterbildern (nacb Goethe)". Man muß das Werk öfter gehört haben, um fich in seine vielen eistreichen Einzelheiten zu vertiefen. Die muskkalische (Charakter sierung der drei Haupjfiguren der Goethe-