1824 / 54 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Wed, 03 Mar 1824 18:00:01 GMT) scan diff

242

Erwachsenen- verbreitet. Unter den Kindern zeigtpe sich) das Scharlach-Fieber nur hie und da,. namentlich in einigen Dörfern des Breslauer, Trebmlzer, und Guh- rauer „Kreises. Zu Peterswaldau, Retcheancher K_ret- ses, waren einige Kinder daran gestorben. Die Majern gingen im Oeksner und Wohlauer Kxetse herum. th dem Dorfe Oellschen , Steinauev Kreiyes, waren sta hex 26 Kindern ausgebrochen. Rötheln kamen nur in zwe: Dörfern dos Milfcscher Kreises und in der Stadt Tra- chenberg zum Vorschein. - Liegnilz. Der „Typhus zu Reichenwaldau im Schönauer Kreise, so wie m Kon,- radswaldau und Seitendorf, wo er später zur Anzeige gekommen, isi so ziemlich als uncerdrückc anzusehen. Zn Kammerswaldau liegen aber 14 Personen, in- zehn unter Sperre Zeseßten Häusern, am Typhus _njeder; 4 ,von diesen ranken sind gestorben. So entjchiedcn auch die Ansteckung ist, so kann man diese Epidemie

doch nichc für bösartig erklären. Es geschieht'zu ihrer *

Ausrottung alles. was die DIZedézinal-Polizet au die Hand giebt. Das'Sck)arlach-Fieber in Sagatx hat, _wie an einzelnen andern Orten, nachgelassen. Dio Majern und Rötheln behielten auch im Januar, ihrer großen Allgemeinleic- ungeachtet, ihre gutartige Form. Mel)- rere Per onen wurden von der Tollwuth verdächrigen .Hunden gebissen. Oppeln. Ohngeachtet der, der Gesundheit nicht zuträglichen abwechselnden Witte.- rung, erhielt fich die Sterblichkeit in naturgemäßem Stande. Haupc-Krankhe-icen unter den Erwachsenen . waren kararrhal- und rheumatische, Quartan-Fieber und Lungen,;EntzÜwdun-gen. Kinder [irren vorzüglich an gutartigen Rdtheln. Im Lublinikzer Kreise erkrankten noch mehrere Personen am Nerven-Fieber; an den Häu- sern der Erkrankten wurden Warnungs- Tafeln aufge- hängt, in den Häusern aber, wo- diese Krankheit getilgt war, wurde die _Guyton-Morveausche Räucherung an.- gewendet.

71. Pose n. -- Posen. Katarrhalfsche Friesel, Scharlach- und Nerven-Fieber wird hin und wieder, je- doch nirgend eine bedeutende Sterblichkeit wahrgenom- men. -- Bromberg. In der Gegend von Filehne und in dem Dorfe „Briesen herrschten unter den Menschen nerveuse Krankheiten, an deren Folgen einige Personen verßayben. "

711. Sachsen. -- Magdeburg. Im ganzen ge- nommey war die Anzahl der Kranken nicht bedeutend, auch dre Sterbliehkeit unter den Menschen nicht unge- wöhntich. Der Karakcer der Krankheiten war fortwäh- rend rheumatisch-entzündlich , neigte sic!) aber ganz. auf- fallend u„nd bald zur Schwäche Und Nerveusicäc hin. Rheumakrsche und katarrhalische Uebel, insbesondere «(“sieben-de“, „ware'n häußg. Auch kam der Croup häufig vor.. Von eptdermschey Krankheiten fand sich keine Spur. 5- Mexseburg. Die wechselvolke Witterung wirkte im Allgememen auf den Gesumdheits-Zußand nichr günstig, undjes konnte ni=cht bßfremden, daß überal! über rheu- mattschejund katarrhaltsche Uebel, die nicht selcen einen Entzündlichen Karakter an-nahmen , geklagt wurde. Un-

»

ter den Kindern zeigten fich die Masern und das Schar-

Fällen mit einem tödciichen AUsgang-e verbunden. An dem Nerven-Fteber, welches in dem Dorfe Riemegk,

?onates Januar wieder eine Person verstorben,. U11]. Westphalen. - Münster. Jm Kroiss Teck-

lenburg haben ng Scharlaclzfixber und die Fréeselu wie- ) der um stcl) gegrtnet1_ umd z:: Eaßpeln starben viele ONen- -

schen daran._ Auch in den Kraisen Bekkum Und Ahaus ltxrten noch zmmer viele an dem ersteren. Jm Kreise Beckum herr1chcen nerveuss, jedoch nicht gefährliche Brust- kxankhetten. In mehreren Gegenden waren katarrha; [ischs Hals-Kraxxkheicen an der Ordnung. Jm Allgemei-

nen kann über d-en Gesundheicszusrand kein“? Klage ge; =

führt werden, und war aUcl) die Sterblichkeik 111 den

Grän endes Gewöknlicken ebli'b'n _- * ("ndivziduen d 5 K) ) Bg“ , *- » - Minden. Neun «! *: retjes UNT] wurd..n von den achtet; -

O)?ex:_schen-Blattern ,docl) micht gsfährléck) befallen. Rm LTLYF PaFerboÉn „fend? man visl Unäche

a ern 0 er tempo en. Jm Kreise, besonders der _Scadr ;_Höxceyszsc die Maser-Krankheit sehr allgemein, ]edoch yxnd [UWYH xvemge Kmder gestorbsn. Eben so wemge an den Stickhusten wechr in einigen

- . . läté keit des Kreis“- [ tkus Dr. Velten bei_ etra- * lach-Fteber, und die lekztere Krankheec war in m8hreren ngd T) Z Pyys q

“(J. burg hat fick) ein anstsckendes Fieber geänßsrt, wovon - . .- . und nacl 42 J)“ensclen er risen wurden von de- Bitterfelder Kretyes, ausgebrochen asc, ist im Laufe des nach ) e ) I s /

O)?ensch::n- *

Gegenden *?

des Kreises Herford Unter den Kindern grasfirc.

fahr kamen, so zeigksn sich im verfioffenen Monake doch

bei weitem mehr KkaUkyeics-ZUfälle, wie in den früheren * der für diese Jahres; ]

O),?onacen,l.1vdas wohl haUpcsächlich zelt 34le ge ten en und veränderlichen Witt-Zrum *U * '- ben_]ett1 durfte. Steinhlattern, Mascrn, *1ni3cUUmtzeUrsckIYeZzé vet1nebey,_ Hals; Augen;- Und Luugcn-Emzändungen, und Z rheumattjclw „katarrhalixche Fieber warst; die gewöHnlich-Z _sken Krankhstcen, ohn»: daß jedoch die Sterblichkeit bis-ÉÜ 1le dadurch vermehrt wurde. *

. 121. Jülich,.Kleve, Berg. -- Köln. Der r ; hetts - Karakter war katarrhalisch - rheunmcjscl). JFF; ? Etxde des?)?onates December zeigte sich in den C'e- " meinden Poppelsdoxf und Lessenicl), Kr. Bonn, das an- ,“ stecketxde Nervßn-Fxxber, gegen dessen weirere ?)Zerbrej-é tung soglchk) die geexgneren Maßregeln ergriffen wurden; auch herrjchte dasselbe zu Baumer: und Hecke, Kr. Wald- bröl, 1130 mehrere Menschen bereirs daran geskorben sind. - Dusseldoxs. Der Gesundheits -Zu|and isc fort;; dauernd erfreulich gewesen. ?

)(. Nieder-Rhein. -- Koblenz. Unqea tetxder' upgünskrgen threrung ist der Gesundheits-ZuskYnd, ei-

nige Katarrhal- und gastrische Beschwerden abgerechnet, "x s' Uéxtedr_ddet1ch.§?_itl1dern haben * _ w m je 0 e r marti. . Das Nerven-Fteber, welches sich anfangs)mi? großegr 5"

ganz befriedigend gewesen. die Masern fortgedauert;

Heftigkeit zu Niederzissen, Kr. Ahrweiler, zeigte, hac

bereits seit drei Wochen gänzlich wieder an elörc. Von ? 49 Erkrankten sind nur drei gestorben, und quYh bei die- „_, _ , Zu diesem gluckltchen Ausgange hat besonders dte Geschicklichkeit ?

sen traten außerordentliche Umstände ein.

. . . - -- Arm;- bexrg. Wenn gleich.dte'G-ejunxdheir und das L-zben der 7 eenschen wegsn epidemmcher Krankheiten néchk in Ge

243

eu. -- Trisr. Zu einer Gemeinde des Kreises Saar.-

nen 16 gestorben snd. Ja den Übrigen Krßisen herrschc :jn Allgemeinen Gesundheit unter den Menxchem.

_ck“

Haupt-Uebersichc

der Verwaltung der pommerschen Provinzial-Straf- nnd BeserungsÄnscalc zu Naugardt (Reg. Bez. Stet- tiU) ])1'0 1823.

Am 31. Dec. 1822 blieben Bestand männl. Gefangene weibl. --

243 6 1

304 Gsfangene.

Im Jahre 1823 firxd eingeliefert männl. Gefangene weibl.

161 5-3 214 (Gefangene.

_.

C's smd, nach vollen Tagen ge-

rechnet, Überhaupr in der Anscaltge- wesen . . männl.Gefangene 86,408 weibl. 23,635

110,043 Gefangene. mithin beträgc die tägl. Durch- schnitcszahl der in der Anstalt ge- wesenen Personen männl. Gefangene 236 weibl. -- 65

301 Gefangene.

Im Laufe des Jahres smd aus der Anstalt geschieden männl. Gsfangene 176 wsibl. 42 218 Gefangene. Von diessn sind gestorben: männl. 4, weibl. 2; als Ausländer Über die Gränze gebracht: männl. Z; nach ihrem Besrimmungs'xOrc zurückgelassen: männl. 157, weibl. 30; in andere Anstalten geliefert; männl. 7, woibl. 1; vermiekek männl. 5, weibl. 9; zusammen 2118 Gefaugene. Am letzten Decembex 1823 befin- den fich in der Anstalt männl. Gefangene 228 weibl. ' 72

überhaupr 300 Gefaxigene.

Von der obigen Durchschnitcs-Summe der 301 Gefangenen

"..-

waren 3) wegen Krankheit . . 8 10) als Krüppel und wegen Alters- Sel)wäche zur Arbeit unfähig . 3 6) als Hausbedienten und Oekono- mie-Gehülfen .. “. . . . . 15 ck) als Lehrer, „Schreibér und Schü- ler beschäftigec . . . . . . 12 38

2 53 Gefangene.

*

!

1

Es blieben mithin zur Arbeit

Diese haben verdient pro 1823.

xx

] ]

Es beträgt also der

Verdien

"Hoden

ckig ge ferttgce Fabrikate. Summa. | anf Kopf jährlt

das in den noch nicht Urch Arbsit für die Anstalt

abgeseßten Fabrikateu sceckende Arbeitslohn.

Wirklich baar bis an Durch vorrätl

D

- -

W

. . ' ;_;

» (4.- WF“-

.....x

r'

. © L* Z © «9 ZH (5) Z 14 1 4056 8 - 830 21 2 8006 13 3 35 7 6 nmerkung. Dem in iesiger Anstalt aufgestell- ten Grundsaße treu, den Gefangenen nichr als Maschine zu behandeln, sondern ihn, wenn es irgend möglich und wine Individualität es gestattet, entweder mit dem Ge- xverbe, welches er in der Freiheit erlernt, fort zu be- 1chäftigen oder ,bei einem verwandten Gewerbe anzustel- len, oder den auf längere Zeit verurtheilten Gefangenen, der kein Gewerbe kennt, zu einem nützlichen, ihn bei wieder erlangter Freiheit Brot und Unterhalt geben- den Gewerbe anzuleicen und dadurch neben der kräfti- gen Einwirkung auf sein entarteces Gemüth in morali- scher Beziehun den Grund zu fewer Besserung zu le- gen, ist alles O?aschinenwesen am? der "Anikalc verbannt und es sind dagegen die Gefangenen beschäftiget worden: als Tischler, Drechsler, Stellmacher, Böttcher, Tuch-, Rasch- und Zeugmackyer, Wollkämmer und Spinner, Schuhmacher, Schneider, Leinen- und Gebild-Weber, Frangenwirker, Vogelbauermacher, Glaskünstler, Pariser,- macher, Glaser, Verfertiger feiner Papparbeiten, Buck)- biUder und Maler, und fsk durch sie der in der ersten Und driften Kolonne berechnete Verdienst, erqrbeiter. Außerdem wurden sämmtliche Arbeiten fÜr die An- stalt, außer Eisen-Arbeiten , durch Gefangene vsrrichtet, und Uecker, Wiesen und Gärten, in so weit die Arbeit nur jrgend mit Lenschenkräften zu verrichten war, durch Gefangene bestellt, wodurch die 2te Kolonne des_ Ver- dieUstes sick) gebildet. Es arbeiteten außerdem tägltch an der Trockenlegung des abgelaffenen Sxes und der Gra- benziehung um die Anstalt im Durchschnitt 40 Gefangene, welche bek mangelnden Fonds beinahe gar ketnen baaren Verdienst der Anstalt brachten. Dessen uygeachtec uyd obgleich der Verdienst der Arbeiten für die. Anstalt tm Durchschnixt yx Kopf nur mit 4 Sgr. täglich (zugenom- men, berechnet sich in diesem Jahre der Verdxenjk auf den Kopf . . . 35 Rchlr. 7 Sgr. 6 Pf. im vorigen Jahre stence er“ sich nur auf -- 15 "- 1 “- fsk?- mit in ist der Verdiensk in ?diesem Jahre . . 4 Rthlx. 22 Sgr. 5 Pf.!höher. Ist die Ausbeute des Vexdtenstes auch tmmer mzr eringe; so dürfte dieser anschemend pekuntäre Nachthetl, ei dem offenbaren Gewinn, der dem höheren Zweck der Anstalt, der Besserung des Gefangenen, zuwächst, wohl

in-den Hintergrund treten.

r hlr.

"

:..)

__- . “*

rhlr I

W ': Rthlr. O

Sgr

30