1872 / 124 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 29 May 1872 18:00:01 GMT) scan diff

ZM???" ZW K*“YZW * ***-.»),- WH:- „"x“-* ?. ,_'_

ukässig gewesen sein, und eine solche Forderung haben die Verbünde- ?en Regierungen mit Riicksicht auf die gnnze Ennvickclung der Etats- frage der Marine in dicsrmHausr vermeiden wollen. Es knn) hinzu, daß, wie die Jinanzvrrhälimssr liegen, sowxrt sic fick) znr Oert nber- sebcn laffcn, "eine solch: Mchrfordernng fur die Marine nur hatie cstcllt werden können, entweder indem nian „entsbrcrhrnd „dir Matri- Jularbciträgc erhöhte, oder indem man Fur die" Martnc einen neuen Kredit verlangte. Beide Wrgc haben die verbundetcn Rrgicrungcn in diesem Augenblicke einzuschingen Bedenken getragen. Fur da"?» lau- fende Iahr ist überhaupt, wre xcl) glaube, ber Frage schwer naher zu treten. Für das nächste Jahr ist nach. meiner Ansich? ,ÖÜÖUUÜ .“» daß das Haus das Extraordinarmm so, Wie es steht, bcivtliigi, drr Urngc keincsivrgs präjudizirt, ob im Jahre 1873 anf_Grund enger aleann vor ulcgendcn und näher zu motiytrendenKredrtvorlage fur den Kieler Ha cn mehr zu bewilligen sein Wird. '

- In der Diskusfion über den Nachtragsetat für 1872 machte

der Abg. v. Benda bei Tit. 10, Indiensthaltnng dcr Fahrzeuge, darauf aufmerksam, daß man bis grfbrdrrtcn 93,989 „xhciler nur mit Vorbehalt bewiÜigrn dnrfr, bis uber die Ersparnisse aus dem Jahre 1871 definitiv Beschluß gefaßt ser, drr man sonst der Verwaltung leicht 93,000 Thaler mehr bcwrlligcn

könnte. _ _ ,

Der Staats-thster Delbruck ernnderte hierauf:

Meine Herren! Ich Verkrnne durchaus nicht_ dcn non dem Herrn "Vorredner hervorgehobenen Zusammenhang,“ :ck mörhte aber der Meinung sein, daß es fiir alle vorn Hause in der [3ezr:ch11rteti Frage wahrzunehmendrn Riicksichtrn in_ keiner Weise prajudiziell ist, wenn

ier die Forderung !k-cwilligt wrrd. Dxr Herr Vorredner hat voli- ommcn Recht, Laß wenn das Haus_ bei Gelegenheit der Berathung dcs Gcseßcs iiber den Haushalt für 1871 einen andrreaneschluß fassen Woütc, als er von den verbündeten „Regierungen tn Bezng auf die vorhandenen Ersparnisse bei diesen Titeln Vorgeschlggen nl,„als- dann der Marichcrwaltung nicht nur __das gewahrt wurde, was hier gefordert wird, sondern „norh erheblich, mehr, je nachdem „der Beschluß ausfallen sollte. Nun bin i_ch der Meinung, daß, wenn ]eht diese Summe bewilligt wird -und ich kann xvohl davon_ ausgehen, daß das Brdürfniß einer solchen Smnme „fur. das. laurcnbe Jahr keinen Widerspruch findet - daß das in keiner Weise den knnfngen Beschlüssen Eintrag thut. Würde das aus beschließen, daß aus dem an sich ÜbertragungsfähigcnTitel cntxvr er der gesammte Beira oder der hier geforderte Betrag der „Marine ubcrrviesen werden so , so Würde der ganze Unterschied lediglich dgxauf beruhen„ ob im Jahre 1872 dieser hier eforderteBetragbnxch eme doch relativ sehr unerheb- li e Erhöhung Jer Mairikularbeitrage beschafft Wird, od_er ob nm- gc ehrt die für das Jahr 1871 vorgesehene Ersparmß nicht eintritt. Die ganze Frage reducirt fich also darauf: soll der hier geforderte Betrag aus den Einnahmen des Jahres 1872 aufgebracht „Werden, oder soll er entnommen werden aus den im Jahre 127] ubriggeblte- benen Beständen? Mir scheint nun, da es sich hierbrt durchans ntcht um eine Verschiedenheit der Abrechnung znnschen Sudbeutschland und Norddeutschland handelt- Wäre das ber Fa.[1,so stande dieSachx anders; darum handelt es sich aber nicht - nnr schemtidaß es fich entschieden em- pfiehlt diese Summe hier ohne den Vorbehn t zu bewilligen , der von dem Herrn Vorredner hervorgehoben worbcn ift. ,

Er könnte mir einwenden, daß nnr 1a auch knn Interc e daran hätten, ob das hier erscheint oder anbersivo, Ich, muß nun aber be- tonen, daß ich allerdings nicht aus Rucksicht an diesen Fonds, sondern aus anderen Rücksichtcn eincn großancrth darauf legen muß, dnß dcr Nachtrags-Etat, der im Uebrigen m zwÜter Lesun _festiZestcllt ist, nicht an den Schluß der nnzen Berathungen des _ eith 9 es vcr- chobcn wird, und das wür .e der Fall sein, wenn die definitive Ab- :;iimmung in dritter Lesung abhängig gemacht werd von dem Beschluß über das Gesch für den „Haushalt 0011 1871, und zwar habe ich des- halb Werth darauf zu legen, weil in diesem NachtrnFs-Etnt zugleich enthalten ist die vom Hause in zivciter Lesung brivilligtr Forderung für das Statistische Bureau. Mit der Organisation, dieser Behörde, Welche in der That dringlich nnrd, kann absolut mrbt' por egangcn Werden, bevor nicht der Nachtra s-Etat im Hause definitiv „esigestzlit ist. Nicht also im Interesse die er Fonbs, denn sie wurden 10 crsikffim Spätjahre zu verwenden sein, sondern im Interesse bes baléYden On- standekommcns dcs NachtragZ-Etats" und weil rs in Herxhat, ww mir scheint, nach allen finanziellen Rnckficbtcn gleichgulttg ist, möchte ich Sie bitten, von diesem Vorbehalt Abstand zu nehmen.

- In der Disrussion iiber den Etat der Einnahmen aus den Zöllen und Verbrauchssteuern wies der Abg. Mohl auf die franJöfische Zucker-J-abrikatwn hm, und empfahl die in verschie enen Petitionen beantragte Erhöhung des Eingangszolles auf französischen Zucker. Dcr Staats-Mr-

ni er Delbrück erklärte hierauf: . | Die Frage, die von dem Herrn Vorredner angeregt morden ist,

"hat bereits das Haus aus Veranlassung bon Petitionen und eines

' e etitioncn er attetcn Berichtes beschäftigt... . . übchYchYi cn, was |nach dcm Inhalte des Pctritonsberichtes nn Schoße der ommission von dem Vertrcixr des Rctchsianzler-Yints bemerkt worden ist, hnbe ich thatsächlich, nichts Weiter bmzuzufugen ; ich wiederhole, daß Pekitionen derart, wie fie der Herr Vorredner be-

eichnet hat, von den verschiedensten Seit'en beim Bunichrath ange- bracht sind, daß der Bundeskath dir Peirtioncn' dem zustandigen Aus- schuß Überwiescn hat, daß er aletchzeitig statistische Erhebungen an- geordnet hat über die Verhältnisse der Emgangßvrrzollnn v„on Zucker vor und nach der in Frankreich eingetrejtcnen Steuer- cranderung, und daß das ReichskanzleroAmrs1ck zu mformrren esucht hat über .die Haltung, Welche die drei mrt Frankreich in sch ellen Zuckerber-

irags=Verhältniffcn stehenden Mächte der Frage gegenüber einnehmen.

3176

Das Material wird, wie ich glaube, ziemlich vollständig zusammen sein, und ich nehme an , daß „der Ausschuß dcs Bundesrathes baid in der Lage sein wird, dem Plenum Bericht zu erstatten. Dann: will ich aber die Vorausscßnng des „Herrn Vorredners nicht brjaht haben, dns; aus den Brrathungcn des Ausschusses, sowohl als drs Bundesrathrs cin Gesch wegen Erhöhung des Eingangszollcs fur Zucker hervorgehen Werde.

Mctcorologischrr Bericht Über den Monat April1872.

(Aus der »Meicorologischrn Korresponbcnza, Welche Nichtabonnenten den Abdruck nicht gestattet.) *

7. Das Wetter im Morini April 1872.

Wenige Tage ausgenonnnrn, war die Luft irn April warm und mäßig feucht , die Himmel mehr hell als bcrrblkt. Als nnttlrre Monats-Tempcratur hat fich heransxxcftcllt fur: Poia “**-14,0" C., Triest +14,00, Lcmbrrg +]],5“, Kka1kQU_'+](),60, Pari§ +10,§;0, Emden +8,70,' lchtcrc tists1,30 hthr als die normale. Fur dir ein-

cn cntlcmcrcn a 1 er i' en: zeln P ) 1.-5.h 6210? 11.-15. 16.-21. 22-25. 26-30. mittl. Temp. +8,00 C. 5,90 11,00 6,3“) 10,00 12,0" Abweichung +],30 -0,80 + 4,00 -1,40 4.1,60 + 8,32

Die höchste Temperatur trat in Polen und Galizn'n am 20. und 21., in Mittrl- und Siidenrova am 27. nnd 29. aus. Das Maxx mum war am ]2. 'in Paris 22,4 0, am 20. in Herrnannftaht 20,7 “, am 21. in Lemberg 21,8 0, in Krakau 24,5 0, am 27._in Pnris 20,30, nm 28. in Emdrn 21,0 “““, am 29. in Pola "21,60,“ in Triest 21,60. Dicniedrigstechnprraiur wnrde bcobnch)ict: am 7. 111 Krafan -(1,00, am 8. in erberg + 1160, am 10. m Pola + 6,3 0, in «*,ricst + 7,6 0, am 19. in Paris + 2,70, in Emden - 0,8 “.

Das Barometer hatte den höchsten Stand zu Krakau undEmdcn am 7., 31: Pola nm 8., zu Triest und Lcmbcrg am 12., zu Lissabon, Mabrib, Paris am 29., zu St. Petersburg und Archangcl am 30, Der niedrigste Stand kam im Mittel- und Wcst-Eurbpa am 21 vor. Die Abweichung des niedrigsten Baromctcrsianbcs _vom normalrn. betrug am 21. für Emden -15,4mni, Putbus -10.61nm, Stettin -14,omm, Cöslin - 12611111), Kbmgsbergf, -8,1mm, MLnel --5,5 mm, Paris “2011101, TrieL-LL mm, Munster -21mm, „xor- gau - 1811111], Berlin »1611100, Posen -12mm, Bresl'au _- ]5,1 m'a], Ratibor -15,6mm, Krakau -1141mn, Prag _-16,2m:11, Wien. -14,5mw, Ischl -15mm, Riva -12,2mm, Triest- 12111111, Pola. -- 11,4111111, lgram -11mn]„. _ ' . . ' .

Die Menge des atmospharischen Nikdskkskbkags' nn Aprls/tst nicht' beträchtlich. Die Höhe des Regenwassers 111 Mtllrmxtrrn cxnögebruckt beträgt für Paris 86,3, Emden 41,3, Lemberg 25,2, Pola 24,3, Tr:.c 67 8. _

1?Dieanscite, b. i. der Bogen dcs „Horizonts , von welchem her der Wind am häxfigdsten wehte, ist der von Sudwcst chr West nach Norden icb er re cn e. ' _ ,

DassVcrlxiltnisß 2§rchHäufigkcit der einzelnen Winde ist aus fol- endcn Formeln er :ck i :

g Emden ZW12-10 Wl0-8 RM16-4 R6-6

Lemberg 87719_4 11/22__14 R17. ; U15_9

Es ergiebt sich hieraus, daß die Lnftströnix über Mittelcuropa von Frankreich bis Galizien iin Wesentlirhen dtc1elben waren.,

Am 1. April war der BaronicterstTnD m„ganz Europg niedrig, nur in Archangcl ging die Höhe der Quecknlbcrsnulc 2mm. uber die nutt- lcrc hinaus, in Bludenz hingegen fehlten 20,8111111. an lxßtcrer. In Folge des Acquatorialfiromcs, Welcher fich uber das Westliche Europa ausgebreitet hatte, nahm die Barometcr-Deprcsfion am 2. noch großere Dimensionen an. Dann fing dns Barometer an zu steigen. In Ir- land und Schottland begann dirxes schon am 2. Morgens, an „drr Nordscrküste Abends spät, Im nor östlichen Rußland war aber am 3. plöhlich einc “"one hohen Luftdrucks aufgetreten und drr Polnrsirom machte dort Feincn Einfluß geltend. In Archangel ging der Barb- mrtcrstnnd 18 mm. über den normalen hinaus, andererseits war die

Temperatur -240. Diese außerordentliche Käxte blieb glück-

li er Wei c auf die arktische Region beschränkt und die schck3verc Luftsbreitete fich“ von dort her nur langsam aus. Zuchiers- bur?» war an demselben Tage der Bnromrtcrftand 41mm mcdrtger, die' „dsmperatur aber 40 höher als die mittlere. Urber West- und Mitteleuropa, sowic längs der Nordsee- und Ostscrkußc war am" 2. und 3. der Himmel bewölkt und der Regen allgemein. In Sud- rußland dagegen war das Wcttrr mrlde und heiter. Den in den folgenden Tagen eintretenden Witteruanwccbscl dentcten die am 2., einerseits in England und über der Nor see, andrerserts 111 der Alpen- kette auftretenden Gewitter, sowie das ani Z. beginnende Steigen dcs Barometrrs an. Der Barometerstnndj anderie sich in Enrden vom 3. bis 7. um 25,7 mm; das Baromctcroftieg von 748,5 rpm bis 774,210111. Ucberhaupt war das Gleichgewicht nn Lnthecre uber Europa im April schr gestört un?) 1137er kBarometerftrmh anderte stch an allen Orten rend ra un ar. . fortjVFM 1. bissch6. war die Temperatur 111 ganz De_utschand höher als die normale, Katharinenburg hai_te aber noch einenemperatnr von -16“*' bis -180, und im nördlichen Sch1vcden, mnland und Rußland war das Wetter winterlich. In Petersburg chneite, eZ am 6. und das Thermometer zeigte -30. "Zn anaranda wcxr dre «vent- “peraiur -12,50, in Hernösand -6,4 , 111 Memel -2,3 „, aber 111 Königsberg +1,89, in Berlin +5,30. Ueber Miticl- und Sudrnßland,

Ungarn und Dalmatien herrschte Regenwetter. In den folgenden.

Tagen war das Wetter in Norddeutschland rauh und stürmisch und

3177

am 9. und 10; chen- und Hagcheticr von der Nordsee bis zu den Alpen aligemcm. „Am 11. klarte fich dcr Himnicl nnd südwestliche Winde fuhrtcn JVÜUULXL Luft herbei. Am 12. stieg die Temperatur Mittags 111 Munster an 21,9“, in Emden 19,5“. - In Folge der hohen Temperaiur nndxrrs anhnlicndkn chrns waren die Sämer- nzaffen„quf dcnrschirfinhrn Hochgebirge so rasch arschnwlzen, daß die Flnse aus ihren Ufern tratrn. Im obern Rheingau standen diePfirnchz, Pflaumcn-, Aprikosrn- und Kirschbäume in voller Blüihe. - Auch die Newa War sowi'it risfrci geworden, daß die Schiffahrt am 15. eröffnet ivrrdcn konnte.

Das warme Wettrr war indcß von kurzer Dauer,“ schon am 16. wurde es, M Folge, eines von Skandinavien nach bcm Schwarzen Meere bin FZrtsrhrrttenbcn arktischen Luftstromes, wieder rauh und naß. Dre Yemperatur wurde im nordwcßlichen Europa bis zum 20. immer niedrtgxr; andrerseits war das Wetter im südöstlichen Ruß- land, Siebenburgxn, Ungarn und Italien heiter und warm. In Her- mannstadt stieg die Temperatur am 20. auf + 25,70.

Am 21. hakte dns Barometer, wie schon oben hrrvvrgehobrn, in

* dem größten Theil von Europa den niedrin'ten Stand nn Monat.

Es stieg dann langsam, aber, fast stetig, bis zum Ende des Monats. KLIMA) xvurbe bre Lnst Wieder wärmer, dcr Himmrl heller; das 5 ,ctier wurde an den [chien zhn Tagen des Monats ohne die inter- nnxklkctsW und sporadisch auftretenden Gewitter vollkommen schön ge- Wc cn cm.

Der in„Fo[gc der yerschiedrnen, über Europa im April ein- anßcr verdrangrndrn Lurisirömr häufig vorgekonnncnr Wechsel der Witterung war Mit zahirrichcn (Hnbiitcrcrsihcimmgcn vergesrllschaftct. Andererseits war„auch jetzt wieder ]rbe brbeuirnbe Verschiedenheit im Barometrrstandc nber dcm Kontinente und in den höheren nördlichen Bretten, sorbie die dadurch bedingte Verschiedenheit des Wetters im Suben und Norden nnseres Erdthciis von Polarlirhtcrn und Nord- scheincnbcglc1tct. Wahrend der Gewittcrtage Zcigtcn sich außerdem prachtvolle Wolkrnbildungcn. '

Gewitter kamen vor: Am 1. zu Danzig; am 2. in England und an der Norbserkuste, zn Bludenz nnd Ischl,“ am 3. zu Krakau und _erbcr ,' nm 4. zu Lemberg, Krakau, Ratibor. Durch diese drei Stationen, owic dnrch die isobaromeirisihcn Linien wird die Lage der Gcwnterzonc deuilich angezeigt. Am 5. ward in Wien Wetterleuch- ten wahrgenonimcn; “am 6. zu Lefima Biihe, zn qurain Wetterleuch- ten, nach Sudost hin; desgleichen am 7. zu Riva Vliße,“ am 9. Binzen zu Lefinn, Gewitter in Florenz und zu Karlsruhe. Am 9. war ,das Luftmecr über Drukscbland Überhaupt in größter Anf- regunZ; in Klagenfurt kam starker Sturm vor, über Norddeutschland war «turm, Regen und agel Verbreitet,“ am 10. schneite es zu Bludenz,“ qm 16. zn Ischl [ihc ,' am 16. und 17. Gewitter im Kau- kasus und in Kaiharincnbnrg; am 18. fiel der Schnee in Klagenfurt 18mnx._hocb Abend?- kam ein Gewitter zum Arisbrnch,“ am 18. Gr- wrttrr in Moskau,“ nm 21. Gewitter in Danzig, in Durazzo, in Pesth-Ofcn orkaiinrtixcr Sturm; am 22. Gewitter in SW. vpm Wcscrlcnckytthnrm, ni «emberg Wetterleuchten,“ am 23, Nachmittags, Gewitter in Trier.

, Am 24. tobten heftige Gcwiitcrstiirmr im Norden und in der Mitte Englands. In Wigan wurden die tclcgraphischen Linien bc- schädiÉt, ein Schornstein voanliß getroffen und ein Arbeiter durch den [ih schwer vcrlcßt. Die Tbnrmspihc der St. Georgskirche in Kiddermi'mfter wurde durch den Bliß stark beschädigt. Ferncre Gc- witter am 24. von der Nordsee ans , Wrscrlrnchtihurm- Emden, Münster, Trier, Ratibor, Prag, Yola, Florenz. Am 25. Gewitter u Münster, Bludenz, Agram, Le ina. Am 26. Gewitter zn Klagen- föurt. Am 27. errttrr in Flensburg. Am 28. zwei Gewitter in Plauen. In Noteis wurde eine Frau vom Bliß erschlagen. - ;Zwischcn Böhnnsch Brod und Antons kam ein Woikrnbruch vor, 0 daß die näch| der Bahn gclcgrnrn Felder weithin überschwennnt wurden. Am 29. Gewitter zu Pola, Agrnm, Görz, Klagenfurt, Torgau, Wichadcn. Bci Thun und Herold schlug der BUZ mehrere Male cm und zündete.

Ebenso hatten die Gewitter am 29. in Württemberg eine ver- heerende Wirkung. In Ingerknigen brannte ein Haus ab, bei Ober- Sulmctingcn wurde ein Mädch 11 durch den Bltß grtödtrt, in der Stadt Lanphcim schlug der Blih cin, zwischen Schmicchcn und Schel- klingen wurdcn zniei Männer vom Blitz getroffen und bei Ehingen ZWct Häuser angezündet Am 30. Gewiticr in Rom und Neapel.

Nordlicht und Nordschein wurdcn wahrgenommen: Am 10. zu Stockholm. Am 11. zn Emden, Hernösand und Petersburg. Am 13. und 14. zu Emden. Am 15. im französischen Departement d'Yonnc; zu Thurso trat dicses Nordlicht schr brillani aus. Am 17., F.,;2l4ä3t29. zn Emden. Am 30. zu Emden Nordschcm, zu Münster

orxi .

Noch ist zu noiircn: Staubfall am 5. zu Catania und am 20. zu Caltnnisette. , ,

Erdbeben. Auch in der Obcrfiäche dcs rigiden Theiss unseres Planctrn kamen in den vom Vesuv nach Syrien, Island und den Awrrn hin verlaufenden vulkanischen Zonen Störungen in unqewobnlirbrr Häufigkeit und großartig vor. Am 2. April 7 Uhr 30 Min. wurde ein Erdbeben zu Aleppo in Syrien wahr- genommen, Es dauerte 30 Sekunden. Die weilcnarttgevBewegung hatte eine südwestliche Richiung. Die Gebäude erlitten dnrch das Erdbeben Wenig Vcschädi una, aber es kamen acht Per- sonm dabei um. Am 3. wur 6 durch das Erdbeben mehr als ein Drittel der Stadt Antiochia zu Schutt. Bis nm 11. sollen 1800 Menschen aus den Trümmern herauschrabcn em. Auch von den Einwohnern von Sucidcs sollen durch das Qrdbcben am 3. mehr als chi Drittel umgekommen sein. Leichter trar dtrscs Erdbeben zu

lexandrcttc, Tripolis, Beirut, Damaskus, star er in Aintnb, Orfa und Diarbekir auf. Am 10. Wurde die Stadt Antiochia abermals vom Erdbeben heimgesucht. Am 14. und 15. April kamen in Accra,

m West-Aftika, mehrere hcfrige Erdstöße vor, durch Welche viele äu- scr ganzlich zerstört, andere besrhädr'gt wurden. Am 16. April, iit- xggs 1 Uhr 40 VTMUTCU! wurde in Urner? in Schweden, cin wenige Sekunden andauerndes Erdbeben, begleitet von einem donnrrartigcn Getöie, wahr enonnnen. Am 16. und 17. fand ein Erdbrben in Hysamk auf Zland stark, durch wrlrhrs fast sämintlick) Gebäude zer- xrummxrt wurch. 7,2011 27., Morgrns 6 Uhr 10 Minuten, wurde in Schonbrrg em maßig starker vertikaler Erdstoß beobachtet. Ebenso nahm man an demselben nge in Rrbfuß bci Laibach einen heftigen Erdswß wnhr. - Am 26. 0 Uhr 61 Min. kam Erdbeben zn Biw- cclonette vor, Am 28. Morgen?- Erdbeben bci Aleppo, Antiochia, Alexnndrctte. „- Betreffend dcn Aitsbrnch dcs Vcsnbs, wcirhcr vom 24. WM. xvahrtc, grnugt es, auf die Berichte im Dcnisrhcn Reichs- und Könrgiich Preußischen Staats Anzeiger zn brrxvciscn.

Das Crgcbntß drr Ozon-Bcobachtnngcn war:

* Nacht Tag I.)“iiticl

Lemberg ....... 5.40 5 20 5 80

Krakau ........ 3.3 :: 3.5 7 3,5 0 Pola ........... 6.9 7.7 7.3

Emden ........ 7.85 (“5.25 7.05 4.70

ProZssor Ur. Pr e st e [.

Paris. „.. ..... _-

, Kunst und Wiffenschaft. „_ Berlin, 29. Mai. Am 22. d.. M. isi hier Frau Auguste von .»; rbb,. als Frl. v,F0ßmnnn einst eine gcfricrte Sängerin der hicfigcn Königlichen Oper, gestorben.

- Der 5. Thl. der Mitihr-ilungrn des Vereins für die Geschichte Potsdanis, dcr kurzlich in Potsdam erschienen, ent- halt, außer den Berichten des »Tcutsch-Franzoscn Iran Chrrticn T_oucengent-Z „und Morgenstern iiber Potsdam, folgende Aufsäße: Ern HMWUZ auf Potsdams Sagen und Märchen, von W. Riehl; Die deutsxhrSappho auf Sansxonct, von W. Petsck); Die adeligen und patriotischen Geschlechter n und um Potsdam, von “rhrn. v; Lcdcbnr,“ SMS 0006 Gründung und Aufbau, von W. iehl,“ Potsdam nnd. Ver qtklrs, von 9. Schneider ; Briefe zur Erinnerung an mrrkwnrdige Zeiten und rühmlirhe Personen von 1740-1778, von H." Trippel.

Cbln, 27. Mar. Dcr Central-Domban-Vercin hat nun- mehr ctne Submrsfton für dxn Guß der großen 500 Centncr schweren Glocke aus den dazu bestimmten eroberten französischen Grsthü cn ausgeschrieben nnd fordert Glockengießer auf, Offerten mit der 2 us- schrifi: »Submrffion auf den Guß einer Glocke: bis? um 24. Juni d. I.:m Sekretarrate desCentral-xDoxnbau-Iercins zuCöln abzugeben.

- In E. F. Schmrbt's Unwerfitäts-Bnchhandlung (F. Bull) ist vor, Kur „em, unter dem Titel »Die Gründungsfeier der Univ er ität Strqßburg am 1. Mai 1872« ein vermehrter Separat-Abdruck der in' der „Straßburger Zeitung« enthaltenen Fest- berichte m1t_ dem von den_bctrcffrnden Rcdncrn revidirtcn Texte der Reben erschienen. Auch dre Jeftgcdichte und Lieder, sowie die Telc- gramme haben tn der Broschüre Plah gefunden *

, GeWerbe und Handel.

Berlin, 29.„Mai. Dec Aufsichtsrath des Berliner Holz- C-omtovirs, letiengesellschaft, besteht, nachdem strhsolcher durch C09ptat10n verstarkte, ans onszFn ersonen: Geheimer Admira- lttats-Rath a. D. Jacobs, ornßen cr. T codor Miiller, erster stellvertretendcr Vorfißcnder. F. Korh, Baumei cr, zrveitcr stellvertre- tcnder Vorfißender. C. Coppcl, 111 Firma: Carl Coppcl u. Co. Eisrntrant, Direktor der Geraer Bank. A. Ionas, Kaufmann. A. Kbggr, 111 Firma: Kogge unbMülXer. Lewald, Iustiz-Rath. Lewin- ftetn,l)1'.“' M. Loewe, in Firma: Moritz Loewe u. Co. Tabbel, Gutsbefißer; und F. Schocncmann, 111 Firma: Ferdinand Schoene- mann.

Magdeburg, 28. Mai. Gestern Abend legte die Mehrzahl der Van gndwcrkrr, weiche ber den Neubauten vor dem Ulrichsthore bescha-itgt sind, dre Arbeit niebcr und durcbzog die Stadt, um durch ihr Beispiel auf die nocharbriicndrn Gesellen einzuwirken, Vor ein- clnen Bantry fanden später An ammlungcn statt, die aber meistens urch poxi etliche Intervention so ort zerstreut wurdcn. Heute ist auf einzrkncn anstellen die Arbert-etngrstellk, während sie auf anderen keine Unterbrechung erfahren hat._ Die Meister haften nach der am Montag Abend stattgchabten Konferenz an der bisher üblichanrbeits- zeit. von 6 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends fist und haben thtr dic- ]?mgclnlécstklen entlassen, Welche sich Weigertcn, die alte ArbeitSzeit e nzum en.

Lonbon, 28. Mai. »Rcutrrs Burrau« wird aus New-York vom heutigen „Tage telegraphirt, daß 4 Dampfschiffe und 40 Segel-

schiffe, Welche sich zum Robbcnfischfang an der Küste von Labrador

befanden, mit vollständiger chanrnmg - durchschnittlich 90 Mann per Schiff - untergegangen find. , Verkehrs = Anstalten.

Aachen,„28. Mai. In der heutigen Gcncralbersammlung der Aktionare 'der rheinischen Eisenbahngesellschaft wurdc Frmäß dem Vorschlage der Direktion eine Dividende von 10 pCt.

eschlossen; die Versammlung genehmigte spdann sämmtliche Von der Direktion beantragte Neubauten und wexgbahncn und ermächtigte die Direktion, das dazu erforderliche apiial durch Aus abe neuer

' Aktien oder Obligationen zu beschaffen, wobei die Ucberla ung neuer

Aktien an dir Inhaber alter Aktien nach Maßgabe des Besitzes mit mäßiÉLem Agro beschlossen wnrde. , esel, 26. Mai. Die Königl. nrederländischc Regie- rung hat die Konzession zum Van der Etscnbahnstrcckc von Zütphen "ber Wintersnoyk nach der preußischen Grenze in der Richtung von orken und einer anderen „Linie ebenfalls von Zütphen nach der, preußischen Grenze in der Richtung nach Bocholt erthetlt.