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gegen die Anwendung jener liberalen Principien, welche möglicherwcise eine unsere Erwartungenvereitelnde Folge haben konnte, gefaßt. Wir fühlten uns deshalb ver: pflichtet, mit größter-Vorsichc vorzuschreiren und dße Bahn zu sondiren, bevor wir dem Hause unseren gan- zen Plan vorlegten. Jetzt habe ich das Vergnügen, aus Erfahrung zu wissen, daß alle Einwürfe gegen un- sere Vorschläge, alle Üblen Folgen, welche davon besorgc «wurden, ganzgrundlos und rein vistouairisck) smd. Cin Resultat, welches nothwendigerweise bei Allen, die sick) früher meinen Vorschlägen wiedersekzten, ein großes Ge- wicht hach muß, uno deren Beistimmung zu der jetzt beabsichteten Ausdehnung unseres Systems mit Zuver- sicht hoffen läßt. (Hört!) Der Ausschuß wird sich entfitmcn, daß als in der lelzten Parlaments; Sikzung ich dte gänzltcye Aufhebung der geselzlichen Bestimmun- gen in Bezug auf Seide in Vorschlag brachte, die Mei- nung ausgesprochen wurde, anstatt des Verbots der Einfuhr fremder Seidenzeuge sei es besser sie'mtc einer Abgabe von 30 pCt. zu belegen. Ein OJTitglied erhob dagegen dte Behauptung, daß der Salz von 30 pCc. zu hoch sec"; nicht etwa nach der Meinung der »))"canu- facturßßen, _- denn diese behaupteten, daß selbskZ0 pCt. noch keinen angemessenen Schutz gewährten. - (Hört, hört!) sondern um deshalb, weil dieser Salz noch eine Versuchung zum Schletchhandcl gebe. Ich gestehe offen, daß ich damals, in gewisser Maße jene Besorgmffs theilte, und selbst- jeHc noch einigen Zweifel für be; gründet erachte. Die Besorgniffe dcr engsischen *Ma- nufacturisren haben slch jedoch gelegt und sind dagegen zu den französischen O)?at1ufaccuri|en übergegangen; denn, wie ich mit Bestimmtheit weiß, ist man Dort
jech wegen der großen Fortschritte der englicyen Sei- den- ?)?anufacturen sehr banqe.
Wenn man nun aber der Meinung war, daß 30 pCt. der l)ö_ch|e Saß von Abgabe wäre," welche als ein Schuh für den““nzigen Zweig unserer Wkanufaccnrcn, in Welchem nir un'sercn,Nacl)baren nachsehen, auferlegt werden könne, so ziemc es gewiß, in Betracht zu ziehen,
ob in Bezug auf and-xreJ, seit langer Zeit diüyende Manufacrurzweége, es ndrhéq sei, die Abgaben zu gänz- Uch prohibitorischen Maßrogelu zu machen, oder viel- mehr solche so anzuordnen, daß die Verstzckzunq zurn Schleichhandel wegfalle. -- (Von den VorjckUägen. des Hrn. Huskcsson, von denen bereits im vorgescrigen Blacte der St. Z. eine vorläufige M;“ldung nach Pa- riser Blättern geschehen, werden wir weitere Milchei- Lung machen.)
Während der Zwischenzeic, die der ferneren Be- ' rührung der katholischen Frage vorangeht, scheint es nöthig (sagen die Times), von allen Seiten einen an- dern Gegeußand zu betrachten, der nicht minder wichtig für die WoHlfahrc des "ganzen Reiches ist,- wir meinen die vorgeschlagene Kornbiu. Brittische Pächter mögen daran zweifeln, ob mäßige Kornpreése ihnen vortheilhafc smd, dmses sech uns nicht in Erstaunen; aber die blei- benden Landbefißer müssen nothwendig die Unsicherheit einer Theuruna einsehen, die auf künstlichen 'Maaßre- geln, beruht. „ Wären alle IJZärkte der“ Welt offen, so würde uirgend eine theilweise oder örtltäx Theurung skaxt finden; die Nachfrage nach Getreide würde so zu "sagen fes; uud wechsel!“ sein. Der Erdball im Ganzen, erzmgt immer genug für seine Bewohner,“ obgleich ge- wisse Erdstcéche jähxlich durch ungünstige Witterung heimgesucht werden mögen; zu welchem »Zwecke aber “wären die Verbesserungen der Schißfahrt, wenn ße nicht zum Besten aUer Zwecke dienen, nämlich die“ “Schläge der Vorsehung in allen Tl)ei_len der Welt zu- lindem, ihre Segnungen Über die ganze Welt zu ver--
breiten. . „ * 'Das schiedsrichterliche Gutachten Sr. Maj. des Kaisers von Rußland, yinstchclich des erßeu Artikels,
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des zwischen Großbrittanien und den VereinigtenSca Brittisckwn Truppen aus den Plätzen und Gebieten, tcn-abgeschlossencn Genter Tractats lautet, wie folgt: seren Zurückgabe der Traktat siipulirt, bei ihrem Ab.
Aufgeforderc von Großbrittanien und den
Vm uge von dort weggeführc haben;
daß die Vereinigten
nigten Staaten; als Schiedsrichter eine Meinung“ üb Staate" berechtigt find, alle die Sclaven als wegge-führr
die Differenzen auszusprechen, die zwischen jenen bejo Mächten, hinfichtlich des xrsten Artikels, des am ' December 1814 von ihnen zu Gent abgeschloffenenTr cats, entstanden smd, hat der Kaiser alle Accen, )( gaben Und Noten geprüft, in welchen die respectiv Bevollmächtigten dern Kaisers. Departement der a wärtigen Angelegcnhcicen die Gründe dargelegt hab
wodurch jede Parthei zu beweisen gesucht, daß ihre “.
klärmnq dcs besagten Artikels die richtige sei.
_ Nxch reifticher Erwägung der von beidenPartbei gemachten Bemerkungenund in Betracht, daß sowo der BriccisM, als der Americanische BevollmäMig verlangc hat, die Verhandlungen sollen zum Schlußg bracht werden; in Betracht ferner, daß ersterer insein Noce vom 8. (20.) :Occober 1821 und lekzwrer in seines Noce vom 4. (16) folgenden Novembermonats erkWn hat, der schiedsricbcerlicheSpruch solle sich auf die Co' [traction des Textes des Artikels, wie er“ geschrieb steht, gründen; und daß beide fich auf die allgemein Principien des Völker.- U11d Seerechrs nur als aufu gegründete Rücksichten berufen haben, ist der Kaiser » Meinung, daß die Frage nur dem buchstäblicheu U“ gramnmttkalischen Sinne des ersten Artikels des Gen Tracrars gemäß, entschieden werden könne.
Hinstchcxtch dcs buchstäblichen und grammatikalisch Sinnes des ersten Artikels des Genter Tractatsxi Erwägung, das: der Paragraph, über dessen Sinn Zwe fel _enrsranden smd, folgendermaßen lautex: „Alle La** dereien, Pläkze und Besikzunqen, von welcher Art » smd, welche eine der beiden Partheim der andern wä' rend des Kriegs abgenommen oder nach Unterzeichnun dieses Traccacs enrrtssen haben mag, sollen, mit alle' niger Ausnahme der unten benannten Inseln, unver züglich zurüér'gegeb-m werden, ohne daß trgend eine Zee
störung dort angerichtet oder irgend etwas von der Ar tillerie oder anderm Staats-Eiqenthum, das ursprüng-
lich in besagten Forts oder Plätzen genommen worden
Und bei Auswechselung der Rarification dieses Tracta
dort zu verbleiben hat, oder Sclaven, oder andres Pr" vacsigenchnm weggefüyrt werden soil. Auch sollen a! Archive, Protokolle, Akten u:;d Papiere, den Sta umgehend, oder Privatpersonen zugehörig, die im Lau des Krieges den Offizieren einer der- beiden Partheé in-die Hände gefallen sind, in so weit es rhunlich ?; alsbald zurückgestellt und an die geeigneten Behörd- und Personen, denen sie gehören, ausgeliefert werden; in Erwägung, daß in diesem Salze die Worte „u sprünglich genommen worden“ und „die bei Auswe- 'selung der Ratificacion dieses Traktors darin zu ve bleiben haben“ einen Zwischensakz bilden, der fich gra macicaltscl) nur auf die vorhergehenden Substantiveod Gegenstände beziehen kann; daß so-lclzerqestalc der er'
Arttkel des Genter Traktats die contrahirenden Pa
the_ien nicht verhindert, aus diesen Plätzen, deren Z rückgabe e_r, skipulxrt, Ausnahme dessen, was ursprünglich dort genomm worden und im Augenblickxder Auswechselung der R
tificacionen wirklich vorhanden war, wegzunehmen, ab
verbietet irgend etwas, wasPrivatperjonen zugehö aus besagten Plätzen zu entfernen; daß andrerseits die
beedeu Verbote fiel) nur beziehen auf die Plätze, der
Zurückgabe in dem Artikel «skipulirc worden ist.
So ist der Kaiser der “'Meinung: .daß die Vere' nigten Staaten von America berechtigt sind, von Groß-
brettanicn eine gerechte Emcschädégung für das Priva
C'sgouchum, *das die Briuiscsxn Truppen weggenom- men habetr dürften, und da es fich “besonders um Sc!
alles Staaes-Eiqenthum, m
u betrachten, die aus obenerwähnten Gsbieten auf Brittischen Schiffen innerhalb der Gewässer der besag- en Gebiete gebracht und aus diesem Grunde nichrwie- *er zurückgestellt worden find; das; aber die Vereinigten taaten, wenn Americanische Sclaven aus den Gebie- en weggeführt worden, inigtcn Staaten der erste Artikel des Genter Friedens- rakcats nichc stipulirt, esagte Sclaven Anspruch haben.
deren Zurückgabe an die Ver- auf keine Entschädigung für
Der Kaiser erklärt außerdem: daß er bereit ist,
ei den Unterhaudlemgen, welche die berheiligten Mächte
nFolge des sck)iedsrichcerlichcn Sprucizs, den fie von -r. Kaiserl. OID-aj. vei'langc zu pflegen haben dürften,
as“il)m von beiden angebotene Vermittler-Amc zu
vernehmen. Sk. Pctersdurg, den 22. April 1822. Der Herzog von York hatte den Wunsch zu erken- en gegeben, einen höycrn Grüt) im Freimaurer-Orden
nzune'hmen; er wurde daher vor einigen Tagen durch einen Bruder, den Großmeister der Cnglsschen Logen,
NW von Sussex, in einer sehr zahlreichen Versamm.
ung, der viele Großen beiwohnren, befördert, wobei
hm von Seiten der Brüder ein sehr kostbarer Diamant erehrt wurde. _
Im Jahre 1823 liefen in der Themse 13,112 See- 581782111» Küsteufahrer ein; 1824 stieg die Zahl auf ,0 .
Die Chinefische Regierung ist bei dem jelzigen Kriege rOstindien gegen die Birmanen sehraufmerksam. Die
xofzeirung von Peking enthält einen Befehl zur Auxe-
ung mehrerer Festungen an der südwestlichen Gränze es Reichs, die», wie es darin heißt, von Uebelcyätcrn ud Unruhestiftern gefährdet Werden könnte. _
Gefängniß- .aschinen. Neuerdings hat man rden englischen Gefängnissen eine Mahlmühle ange- acht. Die Gefangenen setzen ste dadurch“ in Bewe- mg, daß se die, am äußern Umkreise eines 4 -- 6 (hui) im Durchmesser haltenden Rades, angebrachten - 8 Zoll hohen Stufen hinauf steigen. Jeder Ge: ngene muß 50 in jeder Mmute betreten, folglich 'das ne Gemacht seines Körpers in einer Stunde zusam- m 2000 Schuh von der Erde erheben, was für die n,;eTaqeszeic 13,333 Schuh beträgt. So auffallend ese Zahlen scheinen, so besagen fie doch nichc anders, sdas Aufsteiger: in einem Raume, der weniger als L* glésche Meile, die' Stunde und ungefähr 2;- Meilen n Tag über beträgt. Das Produkt dieser Arbeit ist - ? größer, als von jeder andern noch so angestreng-
landwirthschaftlichen oder technischen, persönlichen beitskraft. - Zu Brixton hebt den Sommer über er Gefangene täglich s-eiu eignes Gewichc 15,000 coul) hoch, oder, letzteres zu 150 Pf. angenommen, hebt täglich 2,200,000 Pfund einen Schul) hoch. üchc man den Wsrch dieser hergebrachten Wirkung t10 aus und vergleicht ihn mit dem durch andere xen der Arbeichervorgebrachten, so ergiebt sich folgen- * Verhäät-niß : liche Arbeit eines Lastträgers . . . . . 35? 10 ** -- des allerstärksken . . . . . 4 10 *- -- eines der Pfähle ei-nrammelt LZ- 10 -* -- der Wasser aus einem Brun-
Ueu Zieht . 4 . o s o * . a . . LZ" 10 [ '[iche Arbeit einer der mit der Harke den
Boden bearbeitet . . . . . . . . . 1Z 10 'Uche Arbeit eines am Spinnrade . . . 5;- 10
ven handelt, „für alle Sclaven zu verlangen, we1che dk? ' „ “
„D,:ese, Art Verwendung der menschlichen Kräfte ist also 1312 emträglichske und man schäch zu Brixton den Gewann gegen den bisherigen Aufwand„ da man das Korn durch Pkenschenhände wahlen- lassen mußte, auf 12 pCt. Die erste Idee dieser fick) immer verbreitenden Kraft-Auwendung rührt von Coulomb her.
Inland.
Berlin. Um sowohl den Penfionair-Aerzten bis zur Erlanguug einer regimentsärztlichcu Stelle, eine angemessene Beschäftigung als auch dem medicinischx LhikUl'ZÖscl)?" FriedrichsWilhelms-Jnskttute, bei !b'iner )'th größeren Zahl von atrachirten Chirurgen und wegen der hinzugekommenen Zöglinge der medicinisch- chirurgischen “Akademie für das Milicair, ohne Staats- kosten einen nothwendigen Zuwachs seines nichc mehr ausreichenden Oberpersonals zu verschaffen, haben des Kömgs Majestät durch eim: Allerhöchste Kabinets-"Or- der vom 10. Februar d. I. zu bestimmen geruht, daß die Pensionaék-A'erzce zur Dienstleistung bei dem medi- cinisch-chirurgischen Friedrtcl) ,- Will)elms : Institute herangezogen und in dem für dessen Oberpersonale vor- geschriebenen Wirkungskreise fungiren, auch Überhaupt den Weg zu den regimencsärztlichen Stellen durch das Friedrich ; Wilhelms ; Institut machen, und nur durch sie die Plätze der Scaabsärzte besech werden sollen. . *
.Der Director ist befugt, fie in diesen Geschäften so zu benutzen und zu vercheilen, wie er es, nach der Eigenthünnichkeit derselben, für angemtssen erachtet. Demnach werden sie Vorgesekzce der Inspektionen und Ssccioncn, in welche die Zöglinge des Friedrich- Wilhelmstnskicucs, *die von der Königlichen Arnxee zum Studium nach Berlin beurlaubcen Kompagme-
und Eskadron-Chirurgeu und die Zöglinge der Akade-
mie für das Milicair eingecheilc sind. Es iiegk ihnen sowohl die wissenscl)aftliche als auch die fictliche Leitung derselben überhaupt ob, und insbesondere werden auch die bei dem Friedrich-Wilhelms-Znskitute bereits immer bestandenen, fich als höchst nützlich erwiesenen gem-zinschaftitcven Repetitionen Und wöchentlichen Prü- fungen von ihm:: gehalten, so wie dies seither von den Staabs ; und Oberärztcu des Instituts allein geschehen ist.
Aachen. Von einer Familie der hiesigen Stadt smd der Krankenanstalt für Unheilbare (Vincenz; Spi- tal) eine Kapicalfordcrung von 1000 Rrhl. Aachener Währung; und zum Besten der Hausarmen zwci Ka,- picalforderungen von resp. 800 Rchl. und 200 Rchl.
Aachener Währung geschenkt worden.
«Oppeln. Der hiefige Regierungs-Bezirk zählt gegenwärtig 653 katholische und 130 evangelisch“, über- haupt 783 christlich Sämlen; außerdem 5 G21y11afietr und 1 karbolisches Schullel)rer-Semit1arium. „Seti? dem Jahre 1816, dem Zaxitpunkr mit welchem,dte Verwal- tung der hiesigen Regierung eingetreren tft, find 45 ganz neue Schulen errrchrcc worden, -und a_ußer den durch Sr. König!. J)?aj.-O)?ilde gestifteten Gymnastxsn zu Gleiwitz und Ratibor haben seit der genannten Zett 192 Schulanstalcen ganz neue Gebäude erhalten, der an mehreren Oertern bewirkten Erweiterungen der S ullokalien uicht u erwähnen. .
ck _ Die zuzBerlin verstorbene Besißerm des Gutes Fricdewalde bei Neiße, verwittwece Franke, hat dem Institut der barmherzigyn „Brüder zu Neustadt eiu Legat Hou 500 Rchl. au.ge]el§t.
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