1825 / 82 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Wissenschaftliche Nachrichten.

(Fortsetzung des im géskrigen Bl. .;abgebrochenen Artikejs.)

- Die Anwendung der Maschinen hat in der Tych- manufaktur eben das hervorgebracht, wgs ste hei-emer jeden Art von Arbeit bewirkt; eine gletchförmtge und beständige Wiederholung derselben Bewegyngen“, welche den Geweben eine Gleichheit mittheilt, dte_ durch .Me'n- schenhände hervorzubringen fast unmöglich :|. Das Ee- webe “smd von der höchsten Schönherr, ongetch man zum Betriebe _und zur Aufficht an den Maschmen, Ar- beiter gebraucht, die das Weben nur wemg geübt haben, anstatt daß vormals die Beschaffenheit pes Gewebes le.- diglicl) von der Geschicklichkeit der Arbetter abhzug._

Die Feintuchmanufaktur hac fich da[)ex mrc deesxn verschiedenen mechanischen Hülfsnzitteln nacht bltxß m alleb Stédten Frankreichs, die fie 1chon längst betrceben, außerordentlich vervollkommxret, sonder_n auch bedeutende Ermsiterungen erfahren, 10 daß sie jetzt in,vielen .De- partements Eingang gefunden, wo man ihren Becrteb sonst nicht kannte. Frankreich sucht jetzt seinen, ihm von den Engländern entriffenen Tuchhandel mit der Le- vante wieder"“ zu gewinnen. Es ist jeder Concurrenz Überhoben, hinschts der Fabrikation und des Verkaufs der Tücher von höch|er Schönheit; die Tücher der Eng- länder haben nur einen vergänglichen Glanz, die frau- zöfischén vereinigen mit schönem Glanz, Stärkx und Dauerhaftigkeit. -- Dahingegen ist Frankreich m der Fabrikation. der mittelfeinen und groben Tücher gegen das Ausland zurück, weil es zu wenig grobe Wolle hat, diese zu theuer ist, und zur ordinairen Tuchfabrikatwn die Maschinen“ noch nicht allgemein im Gebrauch smd. -- Zu der Fabrikation der glatten und Köper-Flanelle haben wir es aber “so weit gebracht wie die Englänsser]; Dank 1ei den Maschinen! Auch in den der "Moltons und Wolldecken zeigt fich eine beträchtliche Verbesserung. Und nicht weniger haben endlich *die glatten Wouzeugc, wie der Merino, einen höheren Grad von Vonommen-

' 'n leßrerer eit, erlangt.

&“,me NamenZder Mechanik kann also. der Käufer

überall die schönste Waare für angeméssene, nicht zu,

0 e rcise fordern. . . . h h Eixidne ganz neue anustree tft fett Kurzem m Frank-

ent anden die von der höchsten Wichtigkeit zu ITYM vsxrsprické. Sie hat die Fabrikation der Cache- mir-Gewebe zum Gegenstande; so _benannt, wetl ste eme Nachahmung derer sind, die aus ]sner Gegend kommen.

Als die frauzöstsche Armee Egypten besetzt hatte, lernten die Offiziere in derselben die schönenEtgen1chaf- ten der Cachemir-Gewebe bald kennen, und brachteu-„fic mit nach Frankreich. Sie waren den,_ nach _damaltger Mode, nur halb gekleideten Frauen 1ehr wrllkoxnmen, und wurden in den höheren Classen bald sehr beltebt.-

Die franzdfischen Fabrikanten versuchtxn „der_en Nac!)- ahmung, wobei ste außerordentliche Schwurtgketten fan- den. Sie ma-chten aufänglich von der_femsten u'nd weichsken Merino-Wolle Gebrauch; aber deese gab keene indische Svawls, so schön fie auch n;?ar. Emfranzösy scher Fabrikant verfiel “nun darauf, dae Wolle de:: askan- schen Ziegen über Rußland zu beztehezx, und dress zur Shawls-Fabrikation anzuwenden. Dres war Herr Tex- naux, der nach der Erklärung der Jury von 18.19 ty Frankreich zuerst Shawls aus Pflaym von den afiatt- schen Ziegen verfercigt,-und somrt emen neuenHandels- Zweig eröffnet hat, der nachher sehr schnellen Wachsthum

n te. _ erla „““-I)ie neuen Methoden zum Verlesen, Käfnmen und Spinnen der Merino-Wolle wurden auch guf die “Ca- chemir-Wolle angewendet. Man mußte sw ]edocb nqch

ihrer Beschaffenheit verändern. Dies gelang vollkomMen Die Herrn-Polino Gebrüder, und., Hindenlang haben. sich besonders mit vielem Erfolg dieser Fabrikation g„ widmet. _

Herr Ternaux kam auf den Gedanken, die afiatjsa“ Ziege aus Asien zu holen und nach Frankreich zu vez setzen. Er vertraute die Ausführung seines Plans dea gelehrten Orientalisten Zaubert, der fich lange Zeit“ Persen aufgehalten hatte. „Die Expedition gelang au Beste. 3th find diese Ziegen im Norden und Süd Frankreichs acclimatifirt.

Herr Castel Bajac, Direktor des Handels und d Manufakturen, hat aus dem Pflaum der Ziegen in d.- königlichen Schäferei zu Perpignan einen Shawl ver, fertigen lassen, dem hinfichts der Feinheit, Gleich* und Kraft, so wie der Elasticiiät .und Weichheit d-, Gewebes, kein indischer gleich kömmt. _

Auch hier zeigte sich anfänglich die Macht „des Vo- urtheils, wie früher bei der Eink-Ürgerung der Mxrims, Man behauptete erst, die eingeführtenZi'egen wäre: nicht von der Race derjenigen, die in Cachemir die sem Wolxe liefere. Man versicherte, der Pfiaum' werde ni seine Beschaffenheit und Schönheit behalten, wenn fie auch besäße- Die Erfahrung hat uns eines Bes: belehrt. Die "Regierung und Frankreich werden ** Früchte beiderEinfühxungen erndten. *)

Die Kunst, den Cachemir-Pflaum zu verwedben, schnellen Schritts zu derjenigen Vollkommenheit -- langt, welche ihr die in Frankreich angewendeten M schinen geben konnten. -5_ „Unsere Fabrikanten bracht die Verzierungen in den Shwals zuerst auf demselb Wege hervor„ wie in denbrochirtenLioner Zeugen. Dix Weberei hatte Schwierigkeiten,“ weil die feinen Ken dabei nichr'hielten. Eine Seite der Shaxyls hatte an nur Hie Schönheit der indischen Gewebe. Die Frau erklärten ste daher für unvollkommen. Man konnte, zwar so legen und tragen, das; die rechte, schöne S,?" nnr fichtbar war; aber das Ungtück eines Zarücksch! gens blieb doch nicht unvermeidlich. Die geschnittet linke Seite zeigte den europäischen Ursprung des SHW uuwidersprechlich an und das Unheil Über die bloß bl chicken Shawls wurde daher unwiderruflich gcsproch Man mußte die jndische Arbeit ganz vollkommen ahmen. Unsere Fabrikanten brachten es mit vielem lente dahin.. Nach dem Herrn Ternaux war H Bauson derjenige, der dieses Verdienst hatte. Er [ bei der Ausstellung im Jahre 1819 Shawls aus, auf diese bemerkenswerthe Art verfertigetwaren. S dem hat eine große Anzahl Fabrikanten dieselben Erf gehabt. Die Nschahmung ist in jedem Jahre be, geworden. Zelzc 'est fie vollkommen. Es bestehec b der Unterschied zwischen der französtschen Arbeit und, asmtischen, daß zur erstern weicwenéger Zeiterforderl ist, welches die große Ungleichheit des Arbeitslphu-s Frankreich und Hindoskan ausgleicht.

(Fortsetzung folgt.)

Königliche Schauspiele.

Freitag, 8. April. Jm Opernhause: „Das N sonntaqskind,“ kom. Sinqspicl in 2 ,Abthejl. M von Wenzel Müller. (Mlle. Hear. Reinwa Henriette.) . _ '“

*) Die Verbreitung dieser Ziegen in Deutschland hat reits begonnen. _ Es ij? wahrscheinlich, daß st'e-hier gut kommen, und dem deutschen Schaafzüchter für die darauf richtende Sorgfalt ei_n|. reichlichen Lohn davon abwe werden. * *

Gedruckt bei Feister.

Nedacteur' J 9

Allgemeine

Preußische “Staats-Zeitung.

M 82.

1. Amtliche Nachrichten.

“Kyonik des Tages.

Der hiefige Kaufmann August d'Heureuse ist rter dem 2. d. M. auf „fünf Jahr und den ganzen mfang des Staats, Behnfs der ausschließlichen Au, tigung und Benußung einer von ihm beschriebenen xd durcb Zeichnungen erläuterten, rt, die Zugkraft des Pferdes zum Betriebe von Ma; i-nen anzuwenden, patentirc worden.

Bekanntmachung. ' Das Pyblckum ist*bercécs dnrch das mit den hiefi: ;_;Zeéttmgkn und Zuielligenzklättern so Wie mit den „qe1_oo.]'ecen'Staats;Schulechx-jne Nebst Coupons, und tsblättcrn der Königlichen Regierungen, ausgegebene wenn die erstem mic Prämién-Sckan versehen smd, erzeichnjß der am 1. dieses Monars aus-geloofetcn auch diese, nebst einer nach obigem eingerichteten Quit- taats-Schuld-Scl)eine vom Rcmtta_te dieser zweiten tung zm- weitern Besorgung zu übergeben find. "Ziehung in Kenntniß gcjekzt.

albiährlichcn Die darin aufgeführter:

Staats-Scs)uld-Scs)eine Erhebung in Lexpziq gestellt sind“ können dem dor“

b den 1. Iulius d. J. fällig und erfolgt die Zahlung Handlungs-Hause Reichenbach (md Comp. zur EFFI: " da ab täglich (Sonn; und Festtage ausgenommen) hung übergeben werden.

den Vormittagsstunden von 9 bis 1 Uhr bei der nfrolje dcr Sraacs-Papiere, hier in Berltn, Tauhen- Scheine zu der oven bezeichneten Zeit nickpc erhebt, er- aße No- 30 gegen Zurückgabe der gezogenen .Axomts hält darauf, nach Vorschrift der Allerhöchsken „Kabinent- _d der dazu gehörigen ZitxZ-Cßupons Series 1D". No. Ordre vom 13cen 9374“ 1824, Gesekz- Sammlung Nro. “7 usnd 8, welcbe die Zinsen jüc die Zeit vom 1.311: 867. vom 1|en Julius 1825 angerechnet“, weiter keine 81825 bis 2. Januar 1827 umfaffen. Fehlen dieje Zinsen, indem diese von da ab, nach Anleitung der nz WU" zum TMM" ss muß der IWW“ des h_etref- Verordnung vom 17cen Januar 1820 §. 7. dem Til- rden Staats-Schuld-Scheines den Betrag derjelben gungs-Fonds zufallen.

Dieser wird ihm von dem zu zal):

rden Capital abgezogen und dem Präsentancen dcr Haupc,Verwachug der Staats-Schulden.

Staats- Schuld -Scheine nacb rAllerböchsken Verordnung“ vom 17. Januar 1820 “* "xls. Gesekz-Sammlung No. 577. beim Königlichen

Ä ß erhdchsten Kabinets-Ordre FZYUTYK NaoléxxmktojexckUchZ msker, Graf von Alvensleben, von Erxleben, und so müssen die Empfänger xrÜdén Capital-Betrag ihrer Staats-Schuld-Scbeine unsere Rechnung eine besondere Quit- in welcher die Stabats-Sckmlden-Til- 7 _ ' ngs-Kaffe als allende Stelle zu ezeichneu, und die ' - * _, ' cer sowohl alszaxzcb die Nummer des zurückgegebenen * 11" Zeltung s Rachrlch ten- * taats-SchMd-Scheins anzugeben ist. Formulare zu sen Quittungen smd unentgcldlicl) bei der Controlle rStaats-Papiere in Empfang zu nehmen. Wenn an einem dicser gezogenen Staats-Scbuld- _ _ cheine, noch der von der Königlichen meediat-Kom hatte die Cer_emomc des Fußwaschens statt; SS-„Maj- 'sson zur Vertheilung von Prämien auf Staats- verrickxkskén wick)? höchst selbst zmd WWW d&bexwon chUld-Scheine ausgefertigce Prämien-Scheiu haftet, Sr. Kömgl. Hoh- dem D“"B'hm UW dem Oberzäger-

ar zurücklassen. ns-Coupons ausgezahlt. Da die einzuldxenden mmer-Gericht deponirt, énclich verbrannt werden:

m' Belasge für

jg *ausstellen ,

Berlin, Sonnabend, den 9ten April1825.

so attescirt die Controlle der Staats-Papéexe die Rea- lisirung des Erstorn auf dstn, dem Exgembümer zurück zu gebenden, Prämicn-Scheine, und dient dieses Attest demnächsc zur Legitimation des Zuhabcrs Behufs der Auszatxlung der daranf künftig falleirden Prämie.

Wir wiederholen auch bei dieser Gelegenheit, daß die Conrrolle der Sraacs-Papiere und deren Beamte eben so wenig als die unterzetclmete HaupcsVerrvaltung sick) bei der oben bezeichneter: Zahlung mit dem Publi- kum in Korrespondenz einlassen kann. Alle dem entge- gen etwa cing:henden Gcsuche werden daher ohne Anr- 1vortzurüchge|'audt. Auswärtigen, denen es hierinBer- [in an Bekanntschaft fchlr, bieibc Überlassen, fich zum Betriebe öieser Angelegenheit, an den Agenten Htrrn Bloch, Behren-Straße No. 45 oder an die nächste Re- giertmgs-Haupc-Kasse zu wenden, welcher aber die aus-

besondern neuen

Ausgeloosete Staats-Sclmld-Scheine, welche zur Zins-

Wcr das Capital der ausgelooseten Staats Schuld-

Bcrlin, den 19cm März 1825.

Rother. von Schürze. Beeiiß. Deeß. von Rochow. _ .

Angekomnlten. Se,. Excellenz der Staats-Mé-

der Kaiserl. Russische Oberst von Krukaw-skoy, als Courier von Paris.

A u s l a ti d. Paris, 2. April. Vorgestern Morgens nach 9 Uhr

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