1825 / 85 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Wissenschaftliche Nachrichten.

(Fortsetzung des im gestrigen Bl. abgebrochenen Artikels.)

* Vormals verfertigte man in Lyon hauptsächlich nur schwere, reiche Swffe. Verhängnißvolle Zeiten vermin- derten deren Verbrauch. 932a11mußces1chauf1*:eErze11gung einfacherer, leichterer Und weniger kostbarer szebe le- gen, ohne dabei die alten Meisterwerke aufzugeben.

Zan verbindet 1th dort dieSeide mit der Baumwolle. Die Zak)! der Webestühle in Lyon ist nach und nach dermaßen gestiegen, daß die Stadt fie nichc mehr fassen kann. Die Landbcwohner zehn Meilen um Lyon herum treiben jelzc Seidenwedersi.

Durch die Vervollkommnung der mechanischen Webe- Einrichrungen ist es dem Herrn Dcpouiüy zu Lyon gelungen, den indischen Krspp, und dem Herrn Beau- vais den chinesischen Krapp zu verfertigen, welch»: schöne Gewebe die Europäer “11151111 nichr 1100111100101 konnten.

Im Z. 1802 verstand man es in Frankreich noch nicht, den Tüll mic stehender Masche und doppelter Verknüpfung zu verfertigen. Herr Bonnard hat den Engländern das Geheimniß dieser Kunst entrissen. SM 1819 besitzt Lyon mehr denn 2000 Tüllscähle, die 11116 im Gange waren. Die Herrn Bause und Raste Stau- pas zu Lyon haben die Kroppfabrikatiou (118 zur Voll- kommenheit gebracht. Durch einen fiunreichen Mecha- nismus bringen fie die schönscM wellenförmigen Verän- derungen darin hervor.

Die Manufaktur, welche Hanf und Flachs verar- beitet, ist nicht weniger vorgescbrjcten. Vor 15 Jahren ward von devchiwrung ein Preis von Einer Million auf einen Mcchanismus ausgeseßt, worauf der_ Flachs in eben der Feinheit gesponnen werden könnte, als die Baumwolle. Wäre dieser Preis aufrecht erhalten wor- den!, so hätte die Größe der Belohnung wahrscheiniick) schon ganz zum Zwecke gcführc, so'gros; auchdie SUMM- rigkeiten zur Ld11111g der Aufgabe smd.

Die Maschinenspj1111erei für Flach und Haus 111 zwar noch entfernt von der Voükommenheic, hac indeß doch sehr merkltche Fortschritte gemacht. "Man hat ste zuerst in England und Schottland für grobe Gowebe ausgeführk. In Frankreich wendet man sie auch zur Feinspitmerei an, und“- zählt bereits mehrere Anstalten, die mit Erfolg arbeiten.*)

Die Leinen-Damaste werden erst seit Kurzem in Frankreich verfercigr. Als Preußen besckzc war, ließ der Minrster des „Innern ein »))?odell von den Stühlen und einen Weber aus Schlesien zu seim'r Aufstellung und Bearbeitung kommen. Es ward 131116011301-1721011-0 (105 2115 ausgerichtet, und man bildete hier mehrere cherlehrliuge für die Damastweberei aus. Bald ver: breitete fick) dieser neue Gewerbszweig übcr ganzFrank- reich. Pkan hat 1824 Leinen-Damaske von 3? Metern Breite gesehen, die sich eben so sehr durch die Vortreff- lichkeit ihrer Muster, als die Fcinheic und Gleichheit des Gewebes auszeichneten. Sie waren auf Iacquarc- schen Stühlen gewebt. **)

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*) Jm Preußischen ist die Spinnerei des Flachfes auf Maschinen nicht ohne Erfolg versucht worden. Die Anüalt

der Gebrüder Alberti zu Waldenburg in Schlesien liefeat seyr-

braucbbares und prciswerthes Maschinengarn. S'ce gedeivet auch so gut, daß sie gegenwärtig bedeutende Erweiterungen er ährß

f **) Auch bei uns wird der Leinen-Damask auf Jacquart- schen Stühlen ge1vcbk. Die Gewebe dcr Fabrikanten Wiede- mann zu Gladbach und Hohcmvald zu Berlin auf der letzten Ausftcvung dcr National-Erzeugnisse zeichneten sich durch Schönheit der Muster und VOUcndung der Weberei so vor- züglich aus, daß den "“Ich“-3111532111 dafür Preise zuerkannt wurden. '

Die Fortschritte in einem andern anusérie-Zwezge find ebenfalls anzuführen. Es find die in der Baum, wollen-Manufaktur. -- In Frankreich find die Verbeß serungen der Spinnerei nicht denen der Weberei voraus, gegangen. Tan mußte „anfänglich den Eingang o„ fremden Garns gestatten. Die Engländer waren hierin wenigstens um 30 Jahre voraus. Arkwrighc brachte seine *))?aschiuen schon 1770 in Gang; erst nach 1809 find die Franzoden in die Laufbahn- getreten, um ihren überseeischen Nebenbuhlern die Fabrikation einer Ga cu11g_von Erzeugnissen sreicig zu machen, wofür 114 der Geschmack in beiden Welten verbreitet hat.

Die Regierung hat hierbei mächtig eingewirkr, Sie hat Künstler aus England zum Maschinen-Ban berufen. Sie hat '))Todelle ausführen, und im Conser- vacorium der Künste, so wie in den vornehmsten Ma- nufakcur-Scädccn aufstellen lassen, wo fie die Fabrikan- ten 11110111111111dt1achahmcnk01111ceu.Die1eFürsorgehattedj- Folge, daß in der Mitre Frankreichs Anstalten hervor- gmgen, die bald die feinsten Garne zum |chö11stcn M11; selin lieferten, Auf der Ausstellung von 1819 legtn sie Gcspinnsce von jeder Fetinheic von No. 120 bis M 200, d. h. von 400,000 Meter Länge aus einem Ki“. gramm aus. .

Es war noch nöthig, die Spinnerei mit eben de: Einfachheit, Sch11elligkcic, Sparsamkeit und Gewißhé des Erfolgs auszuführen, als es in England geschieb Seit 1810 smd bemerkenswerche Fortschritte gema") worden, sowohl in Ansehung der Z1111ahme der Zahl d Spennercicn, als der Oekonomie bei der Arbeit U11 des Materials, der Gleichheit und Stärke der fei11st11 Gespinnste. 932011 hat die Maschinen seitdem 11ichts1 sehr vervollkommnec, als gelernt, sie besserzu gebrauchetx Vor 20 Jahren herrschte noch das Vorurcyeil, das; die Franzosen es den Engländern in der Baumwollenwebs rei niemals gleich thun“ könnten. In St. Quentin, dem leze der früherhin blühenden Fabrikation der B; tiske und Linons, 1vurden1803 Baumwollenwebereie angelegt. Sie gediehen, und die Bevölkerung de Stadt hatte im Jahr 1817 schon um ein Vierm Jux nommen. Zn Tarara verfercigc man so feine Muss line, wie sie 11ur*anien undEngland immer tiefer kann. Die Baumwollenweberei macht jetzt eine Rebe beschäftigung der Bewohner der Gebirgsgegcnden Fran reichs aus. Die Folge der Verbesserungen der mechau schen Hülfsmjrcel zur Verarbeitung der Baumwolle 11 daß Frankreich, w'elches im Jahre 1800 nur 9,2456! Kaiogrammm Baumwolle bezog; welches im I. 18 ungeachtet seiner Gebiets ; C'weicerung, nur 8,266,7 KUogramme einführte, im J. 1822 auf seine vorig Gränzen zurückgebracht, 21,575/100 Kilogrmnme frem

rohe Baumwolle verarbeitet hat. Seit dem Anfang 1 Jahrhunderts hat sich also die Einfuhr mehr als 111 doppelt.

DieZeug- undPapier-Druckereien haben in neuer Zeit ungemein gewonnen, sowohl Hinsichts des & 1"ck)111ack5, als der Wohlfeilheit, wozu die besseren M schinerjen beitragen. *

(Fortseßung folgt.)

Schauspiele.

Jm Opernhause: „Lodoiska nach dem Franzdßsch

Königliche

“Dienst., 12. April. Heroische Oper in 8 Abtheil., Must? vou Chxrnbini.

MUtwoch, 13.“ Im Opernhause: „Die Scl) der Alten,“ Lustspiel 111 5 211110111, nach Delavig von J. F. v. J)?o1_"el. Hierauf: ...Das Schweiz- O)?ilä)111é1dche11,“ 'pa11c'on11111isci)es Ballet in 2 Abxhe

1110111 Balletmeisker THtus. 'Musik von Giroweß.

Gedruckt bei Feister. Rédacteur 301

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Allgemeine“

PreußischeStaats-Zeitung.

M 85.

Berlin,

.___

1. Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

Se. Majestät der König haben dem Gefreiten offmann 0es 1sten Kürasster- Regiments das allge- 1111e Ehrenzetchen zweiter Klasse zu verleihen geruhet.

Die-iy einigen öffentlichen Blättern (zuerst in der gemeinen Zeitung“ Nr. 72. unter dem Datum Ber- , den 13ten März d. I., und hiernächst in der Last:“ rHamburger Börsenhalle Nr. 3292. vom 17ten März J.) enthaltene Nachricht von dem theilweisen Ver- kle der, mehr durch die Sechandlungs-Societät, son- rn-durch die oberste BauxBeerde erbauten Kunst- aße zwischen Marienburg und Elbing, ist gänzlich er- die Kunststraßen" im Danziger Regie- 11ng Departement fich nach einem amtiichen Berichte nicht nur in der vorgedachten -trecke, sondern auch an allen andern Orten in dem“

chtet, indem m„ 29. März d. J.

sten Zustande befinden. Es ist so wenig ein Rechtsstreit

au, als überhaupt nur die mindest)? Veranlassung da- vorhanden, oder vorhanden ge1ve1eu, und daher nnr bedauern, daß die allgemeine Zeitung solche offenbar

s unlauterer Quelle berrührende

"Kere Prüfung aufnimmt,

Bei der am 6, 7. 8. 9. 11. 11. d.M. geschehenen Ziehung

_ von welcher nur Privat- 'det11chaften die Triebfeder sein können.

Mittwoch, den 131en April1825.

4818. 4950- 5092- 5314- 5516- 5557. 5371. 5557- 6036- 6424- 6657. 7033- 7265- 7485- 7519- 7597- 7845- 7887-

80k4- 8262. 8431- 8644- 8755. 9041- 9551- 9571- 9846.

10261. 11802.

10152. 11145. 12956. 12945- 14192. 14216. 15739; 15926- 17498- 18214- 19188, 19298. 20062. 20270. 21275. 21335. 23064. 23300. 24437- 24591- 25848. 26072. 26116. 27502. 27891. 28152. 28891. 29270. 29462. 29486. 29520. 31066. 31179. 31201. 31691. 52052- 32064- 33340- 53469- 54181- 34285- 34409- 54552- 35512. 36016. 36041. 36072. 564135- 36515- 36634- 57543- 58374. 58656- 38684- 39380- 40455- 40558- 40790- 41756 und 41768.

10508- 12312. 13069. 14309. 16238. 18219. 19409- 19466- 20362. 20453. 21682. 21934.

10536. 12460. 13080,

1 4584- 16669.

18648.

24824. 26788.

über den erwähnten bekannt gemachte Plan,

Erdichtungen ohne Berlin, den 12. Avril 1825.“

.Direkcion.

r68sten Königl. Kleinen Lotterie fiel der Hauptgewinn

11 10000 Thlr. auf Nb. 8616111213

11; die nächstfolgenden 2 Hauptgewmne zu 2500 Thlr.

ken auf No. 15354 bei Securius

s zurückgegebene Loos No. 40345; 100 Thlr. an No. 6070. 13500 und 19777; 4Gewjnne 1200 “Thlr. auf No. 8386. 9918. 38597 u. 40819; No. 13560. 19724. 19815.

Gewinne zu 1000 Thlr. auf 080 und 34879; 10 Gewinne zu 62. 16554. 19057. 588. 28956 und 29849; fNo. 799. 2243. 4500. 5821. 198. 15668„ 19503. 20175_

993. 35265. 38762 und 41031; 0 Thlr. auf No. 319. 884. 932.

28. 1729. 2025. 2050. 2137. 2229. 2353. 2509. 2642.

23798- 24720. 24740- 25359-

21091. 872. 25238. 26284. 30691. 31516. 32076. 32054.

.Holschan in Bres- én Berlin und auf 3 Gewinne zu

500 Thlr. auf No.

7678. 8481. 8915- 22984. 24590. z11ges1chert wird, 200 Gewinne zu pfianzt haben.

1007. 1 178. 1264.

10782. 11048. 12509. i3554- 15251, 17014. 18686. 19510. 20506. 22193. ' 23578» 23683, 23724. 24857-“24999- 27102. 28925. 29570- 31702; 55861- ,54971- 36114, 37759- 59692 40917. 41131,

12584. 13.594- 15259. 17269. 1, 8867- 19614. 20600, 22662, 25166. 27183. 29017. 30221. 31808. 33982- 35029- 36586. 58l50- 40118, 4 1 357-

11096. 12616. 14103. 15403. 1 7438- 19955- 19942. 21143, 22758- 24367?- 25181. 2,7248. 29258- 30730. 31885. 34 1 65. 35120. 36463. 38348- 40363. 41447-

Der unterm 20. Oktober 11. I. zu165sten kl.Lotterje _ bestehend aus 42000 Loosen zu 3_Thlr. Emsaß und 9000 Gewinnen ist auch zus 11äch|solgende1169|en Lotterie beibehalten, deren Zie- hung den 7. Mai d. J. ihren Anfang “nimmt.

Königlich Preußische Genexal - Lotterie,-

11. Ze*itungs-Rachrichten. A u s l a n d.

Paris, 6. April. Die Deputirten-Kammer hat in ihrer vorgestrigen Sikzung ein Gesetz angenom- men, durch welches denEégemhümern der an den Land- 25 Gewinne zu 150 Thlr. straßen liegenden Grundstücken das C'igenthumsrecht an den der Landstraße entlang gepfi-anzten Bäumen wieder so fern fle nachweisen, BäUMe auf'lästige Weise erworben, oder dieselben ge- (C'in Dekret vom I. 1811 hatte ihnen nämlich dies Recht genommen). Dieses Geseß beßimmt auch noch, daß die Reinigung der Graben an der Land-

124. 3020. 3373. 3605. 3699. 4273. 4276. 4319. 4706. sraße auf K_osken der Administration künftighin statt

daß fie diese