1825 / 103 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Thu, 05 May 1825 18:00:01 GMT) scan diff

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hung auf die zu 5 pCt. gemachten Anleihen der Städte Nantes, St. Quentin, Orleans :c. uad Zanz kürzkich her Städte Havre und'Laval; die Pariser ank dxscontcre. war zu 4 Pck., jedoch nux Wechsel, die_ mir den Uontcr- christen von 3 stchern Häusern versehn seisn, übrcgens könne man diese Placements nicht als Vergleichungs- maaßskab annehmen, da ste, eben so wie die Schatzkam- merscheine, nur für kurze Zeiträume benutzt werden könn, ten; wogegen alle Placements für längere Zeiträume, wie z. B. Vorschüsse auf Waaren zu 6, Darlehn: auf Hypotheken u. s. w. zu 5 pCt. und darüber stätcxfän- den. Die Renten stehen zwar ein Weniges höherwie Pari, ehe see aber den Zinsfuß von 4 pCt. Yarthun könnten, müßten sie auf 125 steigen. Darum ni man auch genöryigc, eine Vermehrung des Capitals um ein Drittel in Vorschlag zu bringen, um nur ein Fünftel an den Zinsen zu sparen. Die Berechnung der. Como; mission sei- auf die Hypothese gegründet, daß das Steigen- der neuen Rente allmählig ,und jährlich nur 75 Centix. mes betragexr würde, eineBerechnung, die in sach und zum großen Schaven des Staats ausfallen würde, wenn;

das Steigen in den “ersten Jahren größer, und später _

geringer wäre. Der Redner behauptete, die Folgen *des Gesetzes würden sein: eine neue Geldmasse in die Spccutacionen der Hauptstadt zu ziehen, und die Agio- tage zu vermehren; die wahren Rentiers würden fich zurückziehen, um den Folgen der neu belebten Spaci- 1uchc zu entgehen, woraus eine “Ueberschwemmung der Börse mit unbezahlten, in unsicher" Händen schwan: kenden Rentenerfolgen würde; übrigens folge aus der Annahme des C'nckchäi'iguugs Gesetzes nichc die Annah- me des Renun-Geseßes, denn noch gebe es andere '))Jic- tel, um die Entschädigung zu bezahlen, als diese wohl- thuen-dekMaaßregel an ein unglüékschwangeres Ftnaac-z-

system zu knüpfen. - Der Graf von Chastellu x ver- *

tyeédigte das Gesetz. Gegen den vorjäyrigeu ch'eßes- Vorschlag hat man, sagte er, eingewenvec, daß die Renners gezwungen würden, ihre Renten umschreiheé: zu lassen, dies ist jetzt nicht mehr der Fall“, sie nnd frei, und überdies haben sie seit der langen Zeit, wo die Frage der Rmceu-Redukcton angeregt worden ist", Zeit gehabt, ihre Maßregeln zu treffen, in keiner Be.» ziehung ck| also das“ Gesel:- ungerecht gegen sie. Die Folgen desselben für das ganze Land werden aber nu“; zweifelhaft glücklich seyn. Denn nur weil bisher der Zins,!“uß'dxr Scaats-Rencen so hoch war, haben die Capitalisten ihr Geld darin und nicht zum Betrieb von Fabriken, Ackerbau und Handel verwendet, welches un; zweifelhaft, bei verändertem stfaße der Renten , wie.. der Statt finden würde". Die Folgen würden sich wohl auch .geze'igc-haben, wenn man der Rente ihren frejen Lauf gela-sssn hätte; sie ist aber im Steigen durch ,Die Bexbrzxnisse der Reduction gehemmt worden. Unmög- ltch kann man aber fordern, daß die Inhaber von Rem ten allein Nußen aus dem Steigen haben, und dem Staat kem Theil daran gewährt werden solle; es ist Zeit, daß man daran denke, auch .die Steuerpflichti- gen von einigen Lasten zu befreien, nachdem alle 'Um- stände bisher für die Rentiers allein so vorcveilyafc ge- wirkc-havcn. -- Der Graf von Kergolary tadelc be- sonders, daß das Geseß sich so dunkel über die fernere

Einwirkung der T:]gungs- Casse ausspreche; man über:-

laffe, behauptete er, „ihreEin-xvirkung gä-uzlick) d.sr Will- küvr'und-[cheiue fie den 5 pCtigen Renten ganz ent. ziehn zu wollen. -- Der Marine; Minister, Pair von Frankreich, vsr'theidigte das Gesetz. Er bekämpfte“ die Einwendungen gegen die Vermehrung des Nominal- Capitals. Man bxhauptet, sagte er,. daß die Tilgungs- Caffe, v'crmdge der Vermehrung des No'minal-Capitals, cine Malliaroe mehr zu bezahlen haben wird. Dann müßten aber Die neu-xn 3 pCttgen Renten sogleich das

Jen. Und während von der einen Seite déese*-'Besvrg„ uiß aufgeregt wird, behaupte: man von der andern, daß durch die beabfichtigte Finanzmaaßregel unser Cre- dit, unwiederbringlich erschüttert werden wird. Welch ein gre'ller Widerspruch! ,Ich glaube weder an ein so ü_bermäßiges Steigen, noch an eine Erschütterung des Credits; aber ich bin überzeugt, daß die Regierung tyre finanziellen Administrationen der Lage der Dinge und dem wirklichen Zustande des Credits gemäß einri» ten muß. Der Minister schilderte ferner die Vortheil: für die Zukunft, au'cl) von der“ Seits, daß die Rxgie- rung eine künftig erwann nördige Anleihe zu viel des. sern Bedingungen bei einer 3 pCtigen Rente als jbei einer 5“ pCctgen würde contrahiren können. Schlicßliéb stimmte er für das Gesch.

Vorgestern ist in der Pairs-Kammer die Discussion über den GeseH-Enrwurf wegen der öffentlichen Schuld und wegen der Amortisation fortgesetzt worden. Für den Entwurf sprachen: der Herzog von Narbonne, der Graf Cbapcal, der Marquis “v. Laplace und der Finanz- "Miuister; dagegen: der Vicomte von Chateaubriand.

Dae Dcputirten-Kammer hat stch vorgestern noch mit den Rechnungen des Jahres 1823 beschäftigt, desonderö bemerkenswerch war ein von dem Minister

,Minqkers an den K. Commissarius Baron von Iom- ville vom 15. Mai 1823, wodurch der Minister seinen frühem Befehl, die Armee zu verlassen, zurücknimmc und ihn _beauftrat, sein Amt bei derselben fortzusetzen. Hierdurch sind die in, der [ehem Sißung vorgebrachten Beschuldigungen oer Opposuion, als sei der B. Jom- velle ungehorsam gegctj'stinenVorge's ßt-xn g-xwescn, Und durch die übrigen *Minister im dxed'er Handlungsweise bestärkt worden,- vonommenjwiederlegt. '

Der Erzbischof von Rheims, Herr v. Latil, bat eine Vérfügung erlassen, worin xr die Salbung des Königs ankündigc und deshalb Gebete auoronet. „Um jedoch (heißt ewdariu) den Zweck und die Wichxtgkeu jener erhabenen “Ceremonie zu begreifen, welche jederzeit von den Nachfolgern des heiligen Remigius als das schönste Pxäxoga'civ ihres Stuhls und ihrer Kercvc an-

gesehen ward, genügt es nicht, deren äußeren Glanz

zu" betrachten; es genügt nicht, den Reichthum der -2lusschmüchungen zu bewundern, welche den Tempel Ns Herrnverschdneru, die Pracht der Verzierungen anzuftaunen, welche zur Feier der heiligen '))?yskereen bestimmt smd; es genügt nicht, mtc respektvollen: Blicke bei der imposanten'Majeßäc eines christlichen Königk zu verweilen, der, umgeben von den Prinzen seines Gebläcs-und den exhavensreu Personen seines Reick», am Fuße des Kreuzes seines Gottes die Krone seiner "Aham; holt. Nein, wir glauzreich, wie prachtvoll auch diese Ceremonic sem möge, „hatte fie nur den Zweck die. Neugierde anzuziehen und zu ergökzen, so würd_e fie nur ein cicles Schauspiel sein, was irdischer Prunk uns ge- w&hren könnte: die Religion aber hat edler: Zwecke, ,ste fiöße ihren Kindern edlcre Gedanken ein, G'edank'eu, “dw mehr eijm' unsterblichen Seele würdig sind. Zu ihremzäußeren Cultus will sie, durch die Würde und Pracht ihr-r Ceremonieen, so wie durch die Melodie I;" und Harmonie ihrer Gesänge, unsere Geister und Her-

zen zu Gott erheben, bei dem religieu-senFeste der Sali“

bung unferer Könige, will ste uns,an wichcige Wahr- “heccen erinnern und uns nüßliche Lehren geben; ste will die Völker erinnern und „denjenigen, die etwa durch ge- fährliche Systeme irre geleitet wären, die Lehre geben,- “daß die Machc von Gott kömmt, daß die Könige Got- tes Macht über ihre Unterthemen ausüben und .daß fie jene zweite Majestät smd, auf welche, _nach Bossuet'k 'schöuem Ausdruck, Gott, zum Heile der Menscheic ei! nen Theil der göttlichen Majestät ausfiießen läßt. Ja," die Könige müssen für die Christen das Bild des All-

Pact erreichen, und in Der Folge ami; nee darunter fal.F

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des Innern vorgelesener Brief des damaligen Kriegs-

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mzchtigen sein, dessen Vorsehung die Welt regiert; aber die' Könige der Erde müssen fich auch erinnern, daß ste einen Herrn im Himmel haben, der ihnen seine Ge- rechtigkeit anvertraut hat, und daß ste davon werden Rechenschaft ablegen müssen, wenn fie dereinst vor dem Richterstuh! des höchsten Richters der Völker und der Könige erscheinen. Daran erinnert se die Rckgion bei allen Ceremonieen 'und Gebeten, welche ihre Salbung und Krönung beqleiten.“

„Aber, Unsere sehr-geliebten Brüder, zieht nicht :xwa aus diesen Betrachtungen denSchluß, nehmt nicht etwä an, daß unsere Könige um deshalb zum Ein- pfang der heiligen Salbuytg kommen“, um dadurch ihre Rechte auf die Kronczu erlangen oder- zu sichern; nein, ihre Rechte smd älter,“ ste haben fie durch die Ordnung ihrer Geburt und durch jenes unwandelbare Gesetz,

weilhes dieThronfolge in Frankreich bestimmt hat, und

dem die Re|igion eine GewissenspfiiM beifügt.“ „Vermöge dieser unbestreitbaren Rechte verlangen unsere Könige von uns Gehorsam und Treue, und um vom Himmel die nöthige Gnade -zur Erfüllung der durch diese Rechte ihnen auferlegten Pflichten, zu Be: wirkung eines Reichs der Gerechtigkeit, und zur Ver- theidigung der Wahrheitzu erlangen , kommen sie und starten durch ihre Einweihung dem König“ der Könige eine feierliche “Huldigung ab, und stellen ihr „Reich _ch “h““re Krone unter seinen allmächtigen Schulz.“ ' „Das smd in Ansehung -.der Autorität und Maje- stät der Könige die Grundsähe der-katholéschen Karche, nd es hat uns bei dieser großen Begebenheit angemes- en und nöchig geschieuenx solche bekannt zu machen, um der eine so bedeutende Frage Euere Ideen und Grund- üße“ fxstzusteMn. _. Halter Euch, sehr geliebte Brüder, ndieje festen Grundsähe, laßt ste Euerm Nkeiuungen nd Benehmen allzeit zur Rachtschuur dienen, dann erdet Zhr weder die Irrthümer, noch die Drangsalc users „Jahrhtmdercs zu befürchten haben, .und indem ihr Gott dafÜr dankt, daß er die Ruhe im Reich wie- cr hergestellt hat, werdet “Ihr Euere Betten mit den nsrigen vereinen, um auf den König, den Gott in iner Barmherzigkeit uns gegeben hat, die Hülfe, die rleuchtung und die Segnungen des Himmels herab- uziehen, damit, durch weise Dkischung von Kraft und Milde, er mehr und mehr seinen Thron befestigen, uns lücklich machen, und, selbst glücklich durch unseéGlück, ers rechnen _könne auf die Unterwürfigkeit, Treue und ich: dieses schönen Frankreichs, das er innig ebt und das zu beherrschen e-r stolz ist.“ - Nach der Zeitung von Bordeaux haben “am 20. d. dortigen L'baacrs francais sehr Unruhige Austritte akt gehabt, bei denen ein Kronleuchter und mehrere oänke zerbrochen wurden. Die Veranlassung dazu hat, !: allgemeinen WTeinung zufolge, die Entlassung eines ltebten Schau!'pi.-lers gegeben, den das Publikum zu- “ck verlangte. Die béwaffnere Macht mußte zur Wa- rherßeüung der Ruhe? herbeigeholc werden und es uxden 4 Personen verhaftet; aber während eine' Ab- ulung Soldaten dieselben nach der Wache brachte“, _achxe man einen Versuch ihnen die Gefangenen zu treißen. Die Soldaten hielten zwar gut Stand und xeitelcen das Vorhaben; in dem Tumult wurde indeß n Polizet-Commissair nebst .einem Unterbea-mten 'ver- nder. Am 21. hatte sich wieder vor'beiden Theatern eMenge Menschen versammelt und man mußte ste ermals durch" die bewaffnete Macht auseinander brin-

--Rente 102. 20. 102. 35.

«Brüssel, 28. April. "Se. Mai. wird in nächster 0cht seine Refidenz auf dem Schlosse Laeken nehmen; M. die Königin wird in Begleitung des Prinzen iedrich zu der Zett nach Berlin abreisen.

Gründyng einer'Gesellschaft für Dampfschifffahrt, dk? ersxeLmrichrung betrifft eine regelmäßige Verbindung zmschen Amsterdam und Hamburg, und nach der andern *Sette znxékchen Amsterdam und London, beide Verbier"- dyngen sollen in Uebereinstimmung miteinander so ge- regelt werden, daß Reisende in sehr kurzer Zeit von ei- nex der genanntenScädte zur andern gelangen können. Dscese für den ande! höchst wichtige Unternehmung wird schnell- ius eben treten, sie bedarf nur noch des Königs Zugeständniß; in den ersten Tagen smd große Summen zur Deckung der Kosten unterzeichnet.

' "- Der König hat der von ihm genehmigten Ge- sellschaft für "öffentliches Wohl, die Sorge übertragen, auch dre König!. BelohnunZen für großmüthige Hand- lgngen auszutheilen, eine Sorge, die bisher dem Mé- msterium des Innern oblag. -

Hamburg," 29. April. Man meldet aus Jork, vxom' 20. April: Nach großen An:"xrengungcn war .es xndlach gelungen, den Durchbruch bei “Scheck“beeushökk" m. der ersten" Meile Alten Landes zu schließen, mid man kchöp_fte bereits Hoffnung, daß die noch immer unter Waser stehende, erste Meile Alten Landes von Horne- burg nach Stade eudléch vom Wasser befreit werden würde, als in der Nacht vom 16. auf den 17. d. M. .dxurch“ eine heftige Sturmfiuth der neue Schirmdeich an nxeyrern Stellen durchbrochen wurde und das Wasser bmzretzwärt's so hoch anschwoll, daß einige Häuser acht Fux; ncf im Wasser standen. Menschen und Vieh find, -|o yiel man bis jetzt erfahren hat, nicht umgekommen; gliem dennoch ist der entstandene Schaden außerordent- ltckx groß. Die vielenkostbaren und einträgkicbenBaum- höss- die man zu erhalten hoffte, find mm leidrwohl verloren; die Aussaat vom vergangeneanrbst ist dahin _und wenig od_ep keine Hoffnung voxhandcn, dixses Früh- ]_ahr zur Ausdaat zu kommsn; die VichweiOen können ichwerlich in diesem „Jahre benußt werden' und es. ist mch: vorauszusehen, wann diese ganze Quadrat-“Meile frUchtbaren,'-* |chdnen Marschlandes o'om Wasser frei wer-

den wird. Karlsruhe, 25. April.

. . In der vorgesfrigcn Stßung der zwerten Kammer wurde die Diskussion *Über das Etaw-Postrjoneu des Finanzminister“ begon-

nen. „Dieselbe beschränkte sch) hauptsächlich auf zwei Posnouen. Bei dem Aufwand: für das Ftskalac-Colx" tegtgm wurde vyn dem Abg.. Zachariä die Fraqe aufqe- worten, ob es mcht zweckmäßig sein dürfte, diese Stelle aufzuheben, die Prozesse des Fiskus durcb Sachwalter führen zu lasseu,_und_ das Finanzministeréum zur Leitung _dex streettgen Rechtsruck)“: um ein rechtsgelcln-ces Mie- glxed zu verklärken. Von dem Chef des Finanzministerii, Hrn. _Sraacsrath Böckh, wurde demselben entqegner, daß dae]: Frage auch schon bei der Regierung zur SPW“ che gekommen, die Entscheidung aber' aus Gründen, wclche derjelbe demnächst näher entwickelte, für di: ge- genwärtige Einrichtung ausgefallen sci. _ Rückfichklich der ausseroxdenclicben Ausgaben wurde von dem Abge- ordneten Roßhkrt über einzelne Posten nähere Auskunsx begehrt, uud ]oxche von dem Chef des Fcnauzmwiskeréi aysführléch und genügend “orchetlt. Nachdem noch bei emzelneu Punkten die Abgeordneten Völker, Engcsscr- Grtmm. Wild, Föhrenbach, Reichert, Schnoßlerac. ge- [prychem wurden bei der Abstimmung sowohl die ver- schrobenen" Positionen, als“ auch die Gesammtausgade- für dax Finanzministeréum micStimmen-Einhellégkeit gepebnxtgt. "- Die Tagesordnung führte hierauf zur Deskudßon über den MilitaivEcat. -- Nach gesäkaÜ'“ ner Diskusson, und" nachdem dabei die Pünktlichkeit in den Rechnungen und die, zweckmäßige Einrichtung der Militairadminjstracion wiederholt anerkannt worden war, wurde auf jedes der drei kommenden Budjetsjahre

_ In Amstxrdam beschäftigt man fich mit die]

1825, 1826 und 1827 der von der Regierung inAnfor-