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gerühmten Simplon-Straße zurüok, obgleich, da es ih- nen an Lobrednern fehlt, in fremden Ländern kaum noch ihre Existenz bekannt ist.
Ueber die Fabrikation der Zündhölzer für die chemischen Feuerzeuge. _
Wenn es der Zweck der verschiedenartigen Aufiäkze,
die wir in diesem Abschnitt der Staats-Zeieung lie-
fern, ist, den Einfluß der Gewerbe auf das Leben zu
, zeigen und die Folgen, welche aus deren Fortschritte für
das Ganze entstehen, vor Augen zu steUen, so muß es auch erlaubt sein, über Gegenstände zu sprechen, die als goriugfügig erscheinen, es iii sch selbfkgber nicht sind, sondern “bei ihrem anspruchslosen Auftreten, doch im- mer einen gewissen Grad von Wichtigkeit im Gebiete der Industrie haben. Dieser ist ihnen insbesondere dann nicht abzusprechen, wenn sie neben der Nützlich- keit, die bei ihrer Erzeugung zunächst bestrebt wird, noch die Wirkung hervorbringen, daß sie den zerstören- den Verbrauch von Dingen abschaffen, oder doch wenig- stens dazu beitragen, ihn zu vermindern, die auf eine andere Weise besser benukzc, zu Gute gemacht, und zum Betriebe anderer Gewerbe vorcheiihafc angenommen wer- den können.
Zu dieser Art von Gegenständen, deren Gebrauch erst in der neueren Zsic ins Leben getreten ist, und den man dem wohlrhäcigen Umstande verdankt, daß die Entdeckungen der Chemie, nichc mehr wie früher, im Schooße der Wissenschafcen fich verschließen, sondern in die wirkliche Welt übergehen und praktisch werden, ge- hören“ die“ chemischen Feuerzeuge, die sich so brauchbar und nüizlich gezeigt haben, daß ste nach wenigenZahren ihrer ersten Erscheinung eine fast beispiellose Verbrei- tung gefunden, und zu einem unentbehrlichen Hausrathe geworden smd. '
Als dieses haben sie an-fich für das Leben einen unverkennbaren Werth. Dieser wird aber dadurch noch ungemein erhöhet, daß sie das sonst gewöhnliche Foner- zeug mic Zunder und Stahl unentbehrlich gcmachc, und bei der Gewährung einer weit größeren Bequemlichkeit, Feuer hervorzubringen, der Vernichtung der Lumpen Schranken gesekzc haben,“ wovon ehemals eine ausser- ordentlich große Pienge zu Zunder verbrannt wurde. Diese entging der Papierfabrikation, welche sich eines beträchtlichen Theils des ihr unentbehrlichen, durch kein Surrogat zu erseßenden,„Materials beraubt sah, daran
?augel litt und über die gränzenlose Zcrsiörung der Lampen mit Rechc klagen konnte.
Die Einführung der chemischen Feuerzeuge und das Entstehen der damit veröundeuen Fabrikation dei" Zünd» hdlzer haben ein neues Gewerbe begründet, das jetzt vielen Menschen Beschäftigung und Erwerb darbietet. Sie verdanken diese der Wissenschaft, so wenig viele von ihnen es ahnen mögen. Und so zeigt sich auch wie- der bei diesem anfängliä) nicht genug gewürdigten Ge; genstande, wie fich das Gebiet der gewerblichen Geschäf- tigkeit bei der fortschreitenden Cultur der Wissenschaf- ten stets erweitert, indem ste derselben immer mehre und neue Objects darbiecec, woran ste sich Üben, und zu deren Hervorbringung die schaffends Kraft des Men;- schen angewendet werden kann. So lange die Wissen- schaft in Thätigkeit bleibt,-wird es den Künsten und Gewerben nie an neuen und fruchtbringenden Arbeits-
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Zweigen fehlen, und die Gelegenheit zum Erwerb auch [ortwährend vermehren. -- Das kleine, Wiuzj chcmiiche Feuerzeug erhöhec nicht allein die Gesäiäsx
die Hände mehrerer “Handwerker .in Bewegung. Holzfäller und Holzs-chiieider, der Klempner, der La rer, der Korkschneider, der Bleigießer u. s. w. tra zu dessen Darstellung in verschiedenen Formen bci, Da insbesonch die Bereitung der Zündhölzcr eine beit für die geringereVolksklaffe abgiebc, so Mag eine Beschreibung des dabei zu beobachtenden Vers rens folgen: _
Aus leichtem Fichtenholz (alten Mastbäumen) o Birkenholz werden Klötze von etwa 3 Zoll Höhe schnitten; dann die eine Ssice des Hirnholzes r: sauber und glatt gehobxir. Geschieht das nicht, so stet es.zu vielZündmasse und die Hölzer zünden s(hle weil kleine Holzfasern mit in die Masse kommen, wei die Einwirkung der Schwefelsäure verhindern. Hier spaltet man se mittelst eines breiten Messérs und zernen Schlägels kreuzweise in der Dicke eines sta Strohhalms. Man kann diese Hölzer auch auf M werken mic Schneiden verfercigen, wie dieses in Fr reich geschieht.
* „“Jan nimmt von diesen Hölzern 50sz 100 eine Hand, so daß die gshobelte Hirnseite derselben einer Richtung liegt, taucht dieses Ende in fließe Schwefel und rollt die Höizer in beidenHänden, sie nicht an "einander kleben. “
Zur Zündmasse werden genommen: Schwefelblu 1 Pfd. 28 Loch, Zinnober 8 Loch, (ZUmmi :irabj 8 Loth, (Zummi ri'aZancböLoth, 60101311011ium 6*L Jede dieser Substanzen wird zuerst für sich allein dem zartesten Pulver zerrieben, Und hierauf werden Untereinander gemengc. -- Alsdann zerreibt man Loch Chlorsaures Kali zu einem möglichst- zarcen *)“ ver, und mengc fie vorsichtig mit €- der obigen Ma
keit des Fabrikanten chemischer Präparate, sondern s “ r
Um Explosionen zu vermeiden, zerreibc man das -
allein in einer Porzellan-Söhaale oder Mörser. S es feucht werden, so erwärme man es in der, Ofsm ganz gelinde. Ze feiner das Kali ist, je größer iy? Ausbeute. Ein Pfund Kali giebt 180, bis L_i/ak Zündhölzer. Das Ganze wird mit wenigem Wa» einem dicken Brei angerührt, in welche man jcdczi zelne Zündholz mitdemSchwefel-Ende taucht, Und d auf ein schmales Brett legt, „so daß das Ende mit Zündmaffe Über den Rand hinwcgliegk. Nach d Troöknen bindet man die Zündhölzer hundercweisc sannnen. -
Königliche Schauspiele.“ Donnerstag, 11. August. Im Schauspielhai „Die Soldaten,“ Schausp. in 5 Abtheil., von Are neu bearbeitet von. K. Dieiiß. Hickauf: „Ahnenj in der Küche,“ Posse in 1 Auszug, njach dem Fra bearbeitet von Th. Hell. - *
Freitag, 12.2!ugx3si. Jm Säwxispielhanse: „H' monte uud Constanze,“ Oper in 3 Adil)eil., Musik Mozart.;
Gedruckt bei Feistcr' und Eisersdorff.
Redacteur Joh.
Allgemeine
cixßischc Staats - Zeitung.
M 186.
Berlin, Freitag, den 12ken August 1825.
1. Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages. Der Ober-Landesgericbts-Rcferendarius Christoph
[ck ist zum Justiz:Kommiffarius beim Land; und'
-_dcgerichre in Mkmsrer bestellt worden.
Angekommen. Se. Durchlaucht der Fürst Ga- in, von Leipzig. '
Abgereisi. Se. Durchlaucht der Fürst Gork- koiv, als Kourisr von Paris nach St.Petersburg.
11. Zeitungs - Nachrichten.
A u s l a n d. Paris, 5. August. Der Königl. Preußische Ge;
dre, Hr. Freiherr v. Werther, hat vorgestern zur .r des Geburtstages des Königs von Preußen ein
glänzend“ Diner gegeben, bei welchem die frem- Borschafter, Gesandten und Geschäftsträgcr, wie sdijxe Minister Sr. A. C. Majestät zugegen gewe m . . Aus Frankfurt schreibt man, daß die großen Kapi- sten Deutschlands ihren, hicsigen Geschäftssreiinden Auftrag ertheilt haben, iyre Renten in drciprocen- umschreiben zu lassen. Die Etoile theilt den Bericht eines Reisenden mit, auf dem Wege von Cerigo nach Zance bei ?odon Land gegangen isi. Mic Uebergehung-der darin altenen, für um; nicht mehr neuen, Nachrichten [)e- w_ir die Schilderung heraus, welche er von dem ptiichen Heere und von Ibrahim Pascha selbst giebt; ägyptische Armee besichc jekzc aus 12,000 Mann ancerie, 2000 Mann sehr guter Kavallerie und 2 .Wagnien Sappeurs, die von zwei Europäern befeh- “Werden. Diese Armee ist vom besten Geiste beseelt * hat zu ihrem Befehlshaber ein unbedingtes Ver- en. Das; sie den griechischen Soldaten vorzuziehen ist unbesireitbar. Sie ist sehr gut verproviantirt; täZiichen Rationen bestehen aus Zwieback, Reis und rccr. Die Infanterie ist mit einer Flinte nebst Ba- : bewaffnet, außerdem hat jeder Unteroffizier einen bei. Irdes de': vier Regimenter hat zwei europäi- instrUctoren. Ibrahim Pascha ist beitn'Angriff
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immer der C'xste und selten fällt ein Flintenschluß, wo er_,_niichc dabsc wäre. Er sieht und leitet alles selbst, in der Zirmes genieße er eine um so größere Popularität, als er, wie in Allem, so auch in seiner Tracht sehr ein- fach, das Nämltcize von den unter ihm siedenden Be- fehlshabern verlangt, welches auf die Araber einen sehr guten „Eindruck macht. In der ganzen Armee befinden nc!) ungefähr 30 Europäer, wo von 10 Znskruccoren sind, alle Uebrigen sind Aerzte, Chirurgen, Apotheker und Lazarethdiener. Man zählt unter ihnen einen Cor- sikaner, einen Engländer und einen Deutschen. Die ?_[iiderti sm_d Italiener. Obgleich sie der christlichen Re- ligion nicht abqeschtvoren haben, tragen sie doch sämmt- lich türkische Namen und türkische Kleidung.
Fünfprycentige Renke 102 Fr- 50 C. - Dreiproc.
75 Fr. 65 C. _ London, 5. August. Die Feuersbrüuste, welche in der leßten Zeit auf dem Continent so sehr zugenom- nien haben, versielfältigen fich auch in England auf eme höchst betrübende Weise. Die Folgen solcher Un- glücksfälle sind aber hier, wo die Häuser so sehr leicht gebauec werden, in der Regel viel größer.
. Am 2.“ kamen Se. Maj. nach Carltonhou'se und [)"-US" geheimen Rath. Nachmittags kehrten. Sie nach Windsor zurück.
Dienstag arbeitete der K. Dänische Gesandte im auswärtigen Amt.
Dienstag Abend wurde der Königsbote Warren mit Depeichen vom auswärtigen Amt an den K. Gesandten in Madrid abgefertigt. ,
Dienstag sah man in Carlisle und weiter nördlich ein überaus herrliches Nordlicht in vielen wechselnden Farben. *
Am 21. ist in Genua die Quarantaine auf Schiff aus England wieder aufgehoben worden.
Es sind Calcutka-Zeitungen bis zum 8. März ein- gegangen, die einen fehlgeschlagenen Angriff des Obersten Hampton (unter Sir A. Campbell) auf Ramree ""'-[“ den, wovon der Hurkaru umséändlich berichket, wasiabU' die Regierungs-Zeictmg als unbedeutend darzustellen sx1cht imd sagr, der Oberst habe ohne Befehl !*"d ZU- sammenhang mit dem allgemeinen Operationsplan ge- handelt. General Shuldham war im Vorrücken auf Munnipore weiter gekommen. -
Berichteu aus der Capskadt bis zum 1. Juni zu- folge lies; Lord Ch. Somerset die von ihm ausgestellten Tresor-Scheine unter der Hand einlösen, weshalb man sein»- Abreise erwarten wollte. ; '
Lieber Neuyork haben wir Mexicanisck)? ZMUUSM bis zum 1. Juni erhalten. Am 31. Mai hatte HM"
IWard als F. Großbr. Geschäftsträger seine prachtvolle
“Unrritts-Audienz beim Präsidenten erhalten, welch»?r qm 1. Juni die des Americanischen Gesandten, Hrn. Pom-