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Da jeßt, sagt der Courier im heutßgen Blatte, eZn Krieg zwischen dem einzigen mouazrcbixchen Staate l'n der neue:. Welt und der ihm benachbarten Republrk Buenos-Ayres in Betreff des Besitzes von I)?on_te- vidco mehr und mehr bevorsteht, scheinc es nicht unm- teressant, die Fortschritte der Differentien darzustellen, Welche: ein so verderbliches Ende drohen. Diese Diffe- rentien haben jiyreu Ursprung in Europa. Im Jahre 1804 wurde zwischen Spanien und Portugal ein Ver- trag abgeschlossen, durch den letzteres slch verpflxchtetc, die fünf StäT-te der Missionen östlich von Urggay, ge- gen die Rückgabe von Olivenza in “Europa, wxeder her- auszugebcn. Dessenungcackztec Verdachts Brasilien spä- terhin, sein Gebiet über Montevideo auszudehnen. Als im Jahre 1810 die Revolution in Buenos-Ayres be- gann, suchten die Portugiesen die Zwistigkeiten den _Insurgenten und deren alten Gebieten! zu nähren, und wurken von letzteren eingeladen, von Montevideo, das die Spanier selbst verloren hatten, Besikz zu nehmen. Im Jahr 1812 sendete deshalb Se. Allergetrezteste “Maj. ein Corps von 4000 “M. zur Besttznahme ]ener Festung und ihres Gebiets ab, unter dem Vorwande, die Ruhe der eigenen Grenze zu stchcrn und SnKathol. Mai. einen Theil seiner Kolonie zu erhalten. Die chublck Buenos-Ayres hatte sonne!) nicht nur ihren vormaliqeu Gcbietern, sondern auch den Eingraffen des Nachbars Widerstand zu leisten und ein Krieg gegen Por- tugal war dem Ausbruchs _nahe, 015 Großbrittamen fick) ins Mittel legte und die brasiliychen Truppen zum Abzugs bewog. So blieben die Sachen zwei Zahxc, nämlich bis zur Rüxkkehr Ferdinands nach Spanngtm Jahre 1814, wo die Spanier zuleßt aus “Montevtdeo Vertrieben und das Land von Eingeborenen unter einem gegen Buenos-Ayres feindseligen Anführer it) Yefiß gx. nommen wurde. Se. Aklcrgctreuesre Néajcstac, dre Zwistigkeiten dieses Anführers, Arttgas, und den ver- etuigren Provinzen von la Plata benutzend, überzog plötzlich im Jahre 1816 und 1817 das Land der Banda Oriental und nahm von der Festung Montevideo Bcstlz. Die in dieser Provinz herrschende Anarchie diente der Invason zum Vorwande, jedoch wurde damals kxin Anspruch aufgesbllt, dieselbe in fortwährénd-em Bestkze
zu behalten, vielmehr unterzeichnete der portugicslsche .
General eine Kapitulation, worin er fick) verpflichtete, “die Schlüssel der Stadt an die Municipaliräc auszu- liefern, robald durch Herstellung der bürgerlichen Ord- nung seine fernere Anwesenheit unnöchig gemacht haben werde. Diese Kapitulation wurde im November 1817 vom König in Rio-Janeiro rarificirr. Die O_r011ux-xg _war bald hergestellt, das davon abhängende Versprechen aber wurde wicht erfüllt. Tittler-weile veränderten fich dée um »Montevideo streikenden Parteien abermals und der SM der Unterhandlungen ward nach Europa ver- legt. Se. Kathol. und Se. Allergetreueske Kaj. wa- ren, nach langem Zwést, nahe daran, zu einer Ueber- eivkunfc zu gelangen und Montevideo sollte einem spa- nischen Corps überliefert werden, als im Jahr 1820 die Expedition, welche von Cadix. nach jenen Gegenden ab- segeln sollte, nach Madrid ging, um die Cortes-Consti. tation herzustellen. Portugal hatte bald eine ähnliche
Revolution und hieraus machte Se. Getreueste Maj.“
Buenos-Ayres anzuerkennen, sofern man Montevideo, zur Arrondirung seines bkafilischen Reichs definitiv aufgeben wolle. Im Jahre 1821 wurde zu Montevideo, unter dem Schrecken der portugiesschen Waffen, ein Congreß gebildet, welcher erklärte, daß die viel begehrte Provinz sich dem vereinigten Königreich
das Ancrbieten ,
tung der drei Prinzen, ihrer Söhne, gefiern Mittag hiesiger Restdenz eingetroffen und haben slch sog| nach dem Pallas: von Laeken begeben.
Karlsruhe,", 8. September. Se. K. H, Großherzog smd gestern zu Sr. Maj. dem König.: Preußen nach Coblenz abgereist, um den daselbst findenden Manoeuvrcs beizuwohnen.
ONainz, 9. September. In einer ihrer le General.-Versammlungen hat die Dampfschifffahrts-
befahrt mit einem Dampfschiffe auf dem Rheinsir bis OJTainz, Frankfurt a. ON. und Straßburg zu „, lassen. Heute soll dieses Fahrzeug in Köln ankom Die Ankunft vor hicfiger Stadt dürfte wahrschej den 13ten oder 14th erfolgen. ONünchen, 8. Sept. Nach dem Beschluss: beiden Kammern find die bayerischen Staacs-Ejn men und Ausgaben für die zweite Finanz-Periode -- 1831, erstere zu 29,132,260 Rhfl. und lelzten 29,126,600 Fl. veranschlagt und es zeigt fich sonach Einnahme-Ueversckyuj; von 5,660 Fl. Was die St Atxsgave berrtffc, so kommt von dem vorbemcrkten talbecrage die Summe von 8,355,000 Fl. zur kUng der Scaats-Schulden-Tilgunqs-“Llnstalceu; 360 ,Fl. aber smd ais Nachlässe an Sraatsgefälien in xchlag gebracht und für den eigentlichen Staats- wand verbleiben sonacs) 20,411,600 Fl. Derselbe folgendermaßen veranschlagt: 1. Etat des königlrchen Hauses und des Hofes . . . des Staatsrathes . . . der Ständevcrsannnlung . . . des Staatsministeriums des kö- nigl. Hauses und des Aeußeru des StaatsministerjumsderJuskiz des Innern . der Fmauzen . AUgemeine Staats-Anskalcen . . Fl. nämlich: 3) Erziehung und Bildung . . ])) Kultus . . . . . . 0) Gesundheit . . . . . . (]) Wohlrhätigkeic . . . . . 6) Sicherheit . . . . . . . 1) Industrie, Kultur und Landgestüt Zur Vsrwendung auf polytechnische Schulen, das Landgesküt und die Leinwand-Fabrikation . . . . Z) Besondere Leistungsn des Staats- ?[erars für die Gemeinden . . 11) Steuer-Kataster . . . . . . j) Straßenx, Brücken.“ u. Wajserbau Militär-Etac . . . . . . . .“ Fl. nämlich: 8) Aktive Armee . . . . . . .. ])) Gensd'arMerie . 0) Topographisches Bureau . . . 10. Landbaucen . . . . . . . . . 11. Beitrag zu dem Wittwen- und Wai- senfond . . . 12. Haupt-Rescrvefond . . . . . . “100.1 Aus der Schweiz, 7. Sept. Nachrichten Luzern zufolge, steht man nun mit einiger I"". der endlichen Entscheidung der Fahrbarmachung dé- Gotchards entgegen, da wirklich von den Ständw und Tesfin die Planirung desselben und die Allsn vom Kosten-Anschlag beschlossen worden ist. Dex nische Landammann und Ingenieur, Meschéni, 11
3,005, 78, 50
531 1,708 1,240,
961
_- __
75 1,25 152 118
(36,
100
115, 238 1,272 7,290
6,700, . . . . . . 540 . 50, 845
7?-
von Portugal, Algarbien und Brasilien, unter dem Ti- tel Cisplatinischer Staat einverleibt. (Schluß folgt.) B rü ssel,
7. September. ZZ. K.K. HH. der
dieser Arbeit beauftragt und hat fie wirklich schon
gehoben. Der neapolitanische Werbdepot (wird ebenso!“
Prinz und die Prinzessm von Oranien find in Beglei-ck
seUschaft zu Rotterdam beschlossen, eine abermalige ."
4,228
160,
. nd, veranlaßt.
Luzern geschrieben) verschwindet und ist mess? ab. .,
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gen; im Ganzen dürfte. etwa der dritte Theil dcs Re- giments angeworben !cM- Die Noth wird aber erst jetzt a'nfangen und der Ucbcrrcst ist schwerer zusammen zussbrmgen , zumal wenige Landeskinder slch anwerben [a en. Da? neuerlich zwischen sieben Kantonen untcrhan- delle OJTUlizk011k0rdak ist nicht von dissen allen qxnchmigt worden und a11o auch nicht in Kraft getretett."Die Rc,- gierung von Bern hatte darum zu einer neuen Konse- renz auf den 12. September nach Bern eingeladen, dée nun abex auf Bemerkungen anderer Stände, weiter hinausgetchoben bleibt. 1 " Türkei. Der österreichische Beobachter theilt in seinem neuen Blatte folgendes mic: Konstantinopel, 23. Augnsk. (Durch außeror, deutliche Gelegenheit.) Ach, was wir sekt Abgang der letzten Berichte *) Über den Gang der Ercigmsse in N20- rea aus glaubwürdigen Quellen erfahren haben, läßt keiycn Zweifel_übrig, daß Ibrahim Pascha setne Ops. rateonen auf jener Halbinsel fortwährend stegreich ver- olgte, Und daß aller Widerstand, welchen die Insur- enten den Aegyptiern bisher zu leisten versuchten, ruchtlos gewesen. „Ibrahim Pascha hat sein Hauptquartier in Tri,- „oltßg atxfgesckxlagen, und den größten Theil seiner “'7trqttkräsce bei dieser Stadt versammelt. Tripolik-„a | dre Bass seiner Operationen, und von diesemPunccte -us hat der ägyptische Heerführer mehrere Streifzüge mch allsn Richtungen hin ausgeführt, und verschiedene Insurgencen-Corps, welche ihn, unter ',)[nführunq Co,- ocotroni's, Ypstlanct's und anderer Capitaine, ii: sei,- 1en Canxonmrungcn zu beunruhigcn suchten, oder scene ojmnnnucationrn bedrohten, angegriäen, und stets eic mehr oder minder bedeutenden: Verluste zurückge- - agen. Die bedeutendsten Gefechte, die eic der o enam. n Schlacht von Tricot'pha (5. Juli)[ vorgefaxlegn smdt, xxsrden am 20. und 21. Juli, dießmal in südöstltcher nahrung von Tripolißa, auf dem Wege von dieser cm nach ?iscra, geliefert"). Das vor Abgang sx leßren Post hier verbreitete Gerücht, daß Deme- ms Ypsilanti in dem Gefechte vom 20. Juli ver- und-er, gefangen und bald darauf gestorben sei:: sollte, **t sich mehr bestätiger, und wurde wahrscheinltch durch et) Tod zweier anderer Anführer der Griechen, Georg aka und Polichroni, die in jenem Treffen geblieben . Demetrius Ypsilanti war, nach Ver- cherung emes Augenzeugen, am 30. Juli, nebst einem ohne Colocotconi's (vermuthlich dem Unter dem Na- e-n Gennäos bekannten), als Flüchtling und nicht als :eger, in Napoli di Romania angelangt. Pkchrere aujend Flüchklmge aus dem Innern des Landes smd :“ den Thore" dieser Festung untcr «Barracken gela- kk; Elend, Mangel an Lebensmitteln und eine tödt- cl,)? „Seuche raffen täglich eine große Zahl dieser Un; uckltchetx dahin. Die in Ccrigo und aus andern ioni- '2b'U_Zn]c|n ankommenden Flüchtlinge aus Morea wer- !! jämmrlich nach der kleinen, zum ionischen Gebiete hßrcnden, Insel Calamo gewiesen, wclche die Menge rjelben kaum zu fassen vermag. Am 21. Juli war es dem Kapudan Pasäza, nach eshrern vergeblichen Versuchen, gelungen, mit kleinen ')kzeugen m die LaZuncu vor Messolonghi einzudrin-
:) Vergl. Staats-Zeitung vom 7. Septbr.
) Nach den griechischen Berichten, in den Hydra-Zeétunqen Nr. 135 u-nd 136, vom 29. Juli und 1. August, w*ard das erste dieser Gefechte bei drei Ortschaften, Namens Ri. zes. Vouno und Pyeli; das zweite abcr bci Arachova UU?) Vervczm gelicfert. Wir werden Aarszüge aus jenen Zktkungen in einem unserer nächsten Blätter mittbcilcn.
' ('Umncrk. des Oeßerr. Beob.)
Schrecken und Bestürzung haben
„gen. An dem nämxickwn Taqe at 1 das Ilnathl-tco (auf einer Insel n'ördlhich FZ: Mexoolßßgßoé? “OFK ;urksn echben. Die 300 INM" starke Besatzunz :|r kktcgsgcfatxgx'n; die übrigen Einwohner, 1500 an der Zahl, habcxx voUe Frezlm'r und die Erlaubnis; erh-xl- teen€ [ech Ungcjrörc ins Innere Qes Landes begeben zu dnrxcn. Dem Seraskicr Raschid Memel) Pascha war es bcrc:c_s chungen, der Fsstung »))?essolonqhi das Was- ser abzuxciwexden; er hatte mevrere Bacreéien in gerin- ger Entkernung vom Haupt-Walle des Plaßes aufge- worfen,_ deeffen Mauern durch das Feuer der:.Belagerer sta_rek be]ch)adigcc waren; ein Theil der Gräben war aus- gesullt, und myhrere Scürnje gegen die Festung unter- uymmxn words:], als in ÖM ersten Tagen des Augusts Yu: gxccclnyche Escadre, gegen 60 Fahrzeuge, mit Ein- 1_chluy der Brand'r, stark, am Eingang:: des Meerbu- ]_ens von Patras erschien, und den Belagerten, die sich, i_1ack)-cemfeigenet*1 Geständnisse ihrer Feinde, gegen alle bashertq-Zn Llngrissx tapfer Vertheidigt hatten, neuen Murk) emfiößte, um ko mehr, als slch, Nachrichcen aus ZMF vßm 10. d. M. zufolge, der Kapudan Pascha, b.“ .[tkahxxrung dcr grtechtxchen Schiffe aus den dor- thcn Gewqssern entfernt, und die See-Blockade von “))-cssolonght vox der Hand aufgehoben zu haben scheint. Das 10 ebcn, vor Abgang dieses Kuricrs, aus Smyrna, hier eintreffende Blatt des Spectaceur Orien- tal Nr. 104. vom 17. Augnst, enthält einen Artikel - auxs_ Nach di Romania vom 4. d. M. *), worin cs [)ClZZk: .,Qolotroni'8 Sohn ist am 29. und Demetrius ijllaßt: am 30.1). “M. hier angelangt, nachdem die mmer sh_rem Commando gestandenen Corps von Ibra- yem Pajcha in der ProvinzCalavrira") geschlagen und zerstccuß [vordem sm_d. Es war also nicht, wie es an- !Jtigs hceß, Ypsilanti, sondern ein anderer Anführer der (Orte-cheu, welcher tödilcch verwundet wurde. Coloco- ttxo11:.(dxr Vater) hat sick), mit einigen Trümmern, in 016 Gcbon'ge geworfet], wo er aufs Gerathewohl umher- trrx-e. «;brahzm Pa1cha hat sein Hauptquartier zu Tri- poltkza aungchlagen, wo er slch gegenwärtig befindet. hier den höchsten Gipfel
*) Indem wrr diesen Artikel des 5y€clat€ur ()risnta] mit- thePn, bcgnkzgey wir uns für heute, unsere Leser zu v_e'r!lcher_11, da[: dle sämmtlichen darin enthaltenen Nach- rxchtxn thx“? volle Bestätigtmg durch die uns aas Napoli dl Momama selbst zugekommenen, directen Berichte er- halten_ haben. " , Etene neue Scene in der griechischen Jnsurrecit'on hat sich croffnct. Das, was geschehen mußte, ist geschehen; dje Abgeordnete): der phillwllcnischen Comités sind in Kampf nnter ,stch,1md mit der Jnsnrgcnten-Regierung getreten, so wre dre 3).)Titgli-cdcr der letztern sich im Streife uneter einander und mit den Häuptern der verschiedenen Volkcrschaftcn des Peloponncses und der Inseln befinden. Unsere Unpaxtlycilichkcit gcbictct uns. alS“Gcschichtsschrei- bern, noch etntge 1)äl„)ct'e Aufschlüsse abzuwarten, nm die Elemente, wclche stcl) in dem1)rutigcnchaotischen Zustande bczvcgjexn und ivn bilden, genauer zu bezeichnen. Ob die Etnmnchung so vieler frcmdartigen Theile. ob die Ueber- tragung nach Griechenland dcr Leidenschaften und in ih- rem Gefolge der Irrungen, welche der Partycégcisk in uensercr bewegten Zeit im cbristltchcn Europa 311 Tage forderx, per Sache der Griechm genüßt, ihr gcdicüt, odcr ste mch_t vielmehr zum gänzlichen Verderben gereift haben '" dtcse Frage wird und kann mehr lange mehr ohne Losung blxiben. Sobald wir sclbst hell genug sehen werden, eum stchern Stoff zur Geschichte des Tages lic- fern zu,ko1)nen, werden wir fest und ungcschcnt auftre- ten, WJT wxx es seit dechginn der Ereignisse im Orient, ohne Hauckttcht auf ein allgemew verbreitetes System des Trugcs, unablässig _qctban babcÜ. (Anmerk. des Oeßert. Beob. **) Soll wohl Miffm [).-ißcn, da hier wohl nur ?Die Ge- fechte am 20. und 21. Jnli gcmeint scvn können. (*Jlnmerk. des _Ocücrr. Bcob.)