1887 / 94 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 22 Apr 1887 18:00:01 GMT) scan diff

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FriedenSakt aus einem Guß herzustellen„ der 'in 2 Tagen „redrgtrf, unter éicbnet und abgeschlossen wird. Dre beu'ttge Vorlage bllxet 'das Erge niß von dem, was in Preußen_ dte Regierung nack) achtxabxlgen Erwägungen und Unterbandlunaen m 'der Sache glaubf gerrahren zu können, ohne ihre SteÜung un etgenen Lande zu ge- ährden. Daß das in Form von 5 oder 6 Novellen gesckeben rst, ist nicht unsere Schuld. Meine Ueberzeugung tst„ 1878 dleselbe geWesen, wie heut; aber es ist nötbig daß man auch die- UEHLMWUW Anderer dafür, gewinnt, und namentljxk), dgß man dte Vererlwrlllgkbert des anderenTHeiles gewinnt _ ick) w_1[l mcbk sagen des Gegners, a F des andern Pacisccnten. Das Habe [ck versucht VM dem Augenlblt ab, wo ich es für mög[ick) bielt. Jch„babe den Kanxpf als so che„n mit mehr oder weniger Theilnab1xte_, je nachdem memse Anwxsenbert odcr der Zustand meiner Gesundheit es „erlaubte,. gefuhrt bis zum Jahre 1878, wo _ ich glaube, es xvar tm Februar, _ der Thron- wechsel auf dem päpstlichen Stuhl eintrat, xm dem Aqgenbltck an babe ich die Hoffnung auf Frieden gehabt, uzxd [ck Habe keme Gexcgexz- beit,!)erfäumt, den Frieden anzubcxbnen; DrenVerbandlungeZn, dle wn: darüber in Kissingsn, in Gastein, 111 Wien gefuhrt haan nnt Mqsxlla, Jacobini, find ja yublioj juris. Es war_schwer, zu „einem :defintttven Resultat zu kommen. Und nachdem wrx ert_es endlrck) exretckyt Habxn, daß wir Wenigstens über einen moäu5 7176nä1 uns zur Zett vexstandxßt haben, so 111öchtc iäs dock) an die befreundetxn Fraktionen, atx dxe natry- nalen Fraktionen möchte ick) sagen, die drzngende Bitte Uchte", dze Bénußung dieses guten Moments zum Friedensschluß _ oder wre der Hr. Abg. Windthorst sick) auSgedrückt bat: zur Anhabnyng _des Friedens _ das sind Woéte, über derx'n Bedeuxung ch) btergncht streiten will _ aber zur Herstellung eines moäyg 717€nx11, ?cn Zunsn- gen Moment nicht zu verjäumen und die Regterunßmckyt m dre Un- möglichkeir zu setzen, ibn ihrerseits zu benutzen, Dre Herren soÜFcZn dock) erwägen, daß eine richtige, den Moment waHrnebmenkJe chltttk leichter zu st_örc*n als zu machen und durchzuführen ist* und [ck) mochte fie bitten, 1ich nicht dem Gedanken hinzugeben, daß das Rxsnlltat, welches hrermit erreicht wird, dem Bemühen eines 13- oder 141ahrxgen Kampfes nicht entspreche. - __ _ ' Erinnern Sie sich, daß Friedriä) der Große den 71'abr1gen Krteg mit schwcrcn gewonnenen und Verlorenen Schlachfen, rmx Verbeerung ganzer Provinzen und mit Eroberung und mit Verlust nxanckzer festen Sjädte gefiihrt bat, und nach 7 jährigen Schlachten der_t Frleden auf dem 8tatu5 quo Mrs geschlossen bat. Nichtsdestowentger xyar der ?)uberkquurger Friede ein ehrenvoücr, wenn er (nch nur die WM Ubweör W anf Prettßen gerichteten Angriffs bestätigte. ' Zn unseken) Kampfe ist glücklicherweise kein Blut vergossen, keme _Städte sind zcrjtört worden, 62"; Hat nnr RedeschlacHten gegeben. Es ist viel Atbcm verbraucht und viek Tinte vergossen woxden; abex wxr Haben «Uf keine werhcerten Gefilde Und verlorenen Provmzßen zu bücken; und ick) sag? den Herren, die namentkick) dem Papst gegennSer fich auf das Pferd !(:chn: wir haben so lange gekäm ff und uns Zeopfert und Waren in GL abr _ denen sage ich: was Ha en sie denn fur kaabren gsbabt, was Haben fie fürOpfer gebrackzk? Sie Haben groß? Reden qehakxen und starkeReden gehalten. (Zuruf: ZweiJaHre Gefängmß !) _ Dgrf [ck) bitten, deutlicher zu reden? NaÖHer kommt diese U11terbrechung m das Prowkokl, und wmm man nicht darauf geantwortet Hat, so fieht es aus, (;D ob man nicht _ Also: zwei Jahre gesessen. Das kommt ja auck) vor; tm Jährigen Kchg haben Viele viel länger gesessen. Das ist dyck) mcht am so roßes Opfer, daß Sie deshalb verlangen können, daß der Friede der JÜUZM ÜNÜÜOU deshalb gestört Lleibt, und da ein hoher Herr, dar vor:"al-sen Dingen Frißdgzxssürst ist, nun desHa (3, weil einer seiner Anhanger 2 Jahre ge1c'11cn hat _ was Jedem passiren kann _ 'den Kampf fortskßt. Das zu Verlangen ist eins Ucbsrtreibnng, dre unt dsn Opfern, die Sie durchFortsei'ung dLs Kampfes Ihren Landsleutejx' auf- erlcgcn, in mm“ keinemVerhä tniß |th. Also ich glaube, wir konncn

von beiden Seiten, von der prot€stantischen wie von der katholischkn, '

zufrieden sein, wenn es uns cht gelingt, 31: cinem moäus yjysväx zu gelangen, 9an damit zu [*cbaupten, daf; dieOpfer, die wir von_bctden Seiten gebracht haben, außer Verhältniß sieben zu dem Rejultate. Blut hat diesks Resultat nicbt gekostet, nur Reden, „Schriften und, wie ick) a[[2rdings zu meinem Bedauern Höre, GefängmßsYafcn. _ "

Meine Herren, Wenn ich mick) enfschloffcn Habe, Sr. Mazestczr dem König zur Genehmigung Liner Einigung mit der Kurie, )vre ße jelzt im voUen Ei11Verständniß vorliegt, zu ratben, so habe ck das nichl: gelbem, oHne einen Blick in unsere Zukunft und in unser Ugenes Lager zu tlxun. Niemand Von Uns kann die ZUkunst voraussehen, und auch der t11äch1igste Monarch Und der geschicktestc StaakÖmann kann sie nicht beherrschen nnd laiten. Es bildck die geschichtliche Eut- wickelung _unseres Land€s Linsn zn gewccktigen und zu Hreitxn Skrom, als daß em Einzeknex und selbst der Herrscher des Landes xbn vorher bestimmen kann. Dje ganze Weltgeschichte [äßt sich überßaupt nicht machen; (mf _ihrem Strom kann man ein Staatsschiff steuern, Wenn ntan_sorgfälttg ayf den Kompaß der 88.1113 public:». blickf und diese richtig zn beurtberlcn weiß. Wenn Sie nun zu mir das Zutrauen haben, daß_ich nach Zöjähriger Probezeit in diesem Gexvcrbe des Steuerns „Wige Erfahrung und Einsicht gewonnen Habe, dann bitte ick): BetHattgen Sis dicses Zutraucn dadurch, daß Sie einstimmig ohne Amendkmknfs _ Wenn ich .einstinUUig“ sage, so nchmc ich immer den Hrn. Abg. Nichtexr aus _ die Vorlage, wie sie aus dem Herren- hause gekommen 1st, annehmen.

Wenn Sie das Vertrauen zu mir nicht haben, daß fck dies leisten könnte, daß mein Blick der richtige geMsen wäre, Wenn ich Ihnen rathe, so vorzugoben, _ wenn mich meinc Freunde bci dem Zustandebriugen, beidem Abscbkußdieses langen mühsamen Werkes wirklich im Stiche [affkn sollten _ was ick) nicht hoffe _, so wird es mir auch unmöglich sein, an einsm Staatsjvesen, das mir sosche Er- fahrungen bietet, ferner mitzuwirken, ick) würde micky aus dem preu- ßiscHen StaatSWLscn vollständig Herausziehen müffep und nur noch meine Erfahrungen im auswärtigM Dienste dem Kaim zur Verfügung stellen, 2). [). im Reichsdienst. Ick wüxde dazu genötHigt sein'nicht aus Verstimmung, sondern im Jutereffe meines eigenen polittschen Ansehens und nrßincr politischen Ehre, In Deutsckyland ist es ja möglich, daß die besten Freunde unter Umständen wxgen einer persönlichen Meinungsverscbiedenhcit gegen einander fttmmen, außerHalk) DeutsÖlands aber wird mir das Niemand gxauben, daß,_ wenn die mir nächststebenden Freunde gegen „dl? Vorlage stmnnen, dic ick) mit dem Papstc verabredet, die teh xm erxcnhause *Vertreten habe, daß das gegen meine betmlrxhs Bt_Ütgung geschehen ist. Desbakb sage ich: meine po[itische Ehre :st dafur e_nYagrrtZ ich „kann an einem Staatswesen nicht länger thetlnebmch wel )es mrck) 111 dieser Richtung kompromittirt, schon deshalb", Zweck. auf- dem Vcrxrauen meiner politi (ben Rechtlichkeit und _Zuverlasßngt cm kyesexxtltcher Theil des Ein uffes beruht, den ich m Egro-pa ubs; Wir konne)! sxhweren Prüfungen entgegengehen in auswzxrttgen Kampfen und ty MUMM Kämpfen gegenüber Umsturz- pcxrtexxn versckyzedener Kategorien. Mein Bedürfniß ist gewesen, ebe wir diesen Prufungen' 01zsgesex3t Werden, alle inneren Streitigkeiten vyn uns abzuthun, dze m der,THa1 entbehrxich für uns sind. Und fur entbehrlich halte lch dcxx Ktrchenstreit, Wenn er Hiermit beigelegt Werden kann, weshalb tab dre AnnaHxne der Vorlage empfehle.

' Der Abg. Graf von Schnzerm erklärte: Unter dem Frieden zwrschen dem. ijer und Komg, depx Staat und dem Papst verstehe er dxe Ruckkehr des gegexnsetngen Vertrauens, und des Bestrebens'gememsamer Arbert m der Hebung des; sittli en und mate'rtelxen Wohlé» _des katholischen Volkes. In die em Smne sex der ;Ueden ]th schon da. Ueber die Basiß, auf w_clcher ck2er ertrauen zu Stanhe gekommen sei und über dxe Baxter de'ßselsben habe man eme überaus unvollständige

K_enmmß, _wexk du», Vorberettungen im GesinnungWechseL sich mäss HW: xm Paxlamenk, sondern _auf dem _Boden diplomati- jcher Vexhandwngxn mit der Kurts abgespxelt hätten. Die ganze Y_n eKegenbeu TPM, fich zu einer VerxraU911Hfrage zu.

Der R21 ßkzmzxer hahe dxes Vertrauen für stel), m Anspruch

enomxnen u_nd er, nne jeme Freunde hätten keme Verankas-

ung, 1hm d1ese§ Vßürauen Yu verjagen. Wenn an maß- gebender StelLe Frxede geschwxffen Fei, Foüke derselbe nichk ge-

ä rdet oder vielleicht zerstört werden_dadurch,_ daß man dl? TBLrlaqe des Herrenhauses zu FalTe brmgx. DLL große Mehr- heit seiner politischen Freunde habe 3612 . beaUFthk,„ ZLF erklären , daß sie dieHe Verantwoxtltcbkett mcht Über- nehmen" könnten. Sie würden für d19 Vorlage des Herren? Hauses stimmen und sämmtliche etrqatgen Axnendemextt-Z ab- ehnen. Daß das Einspruchsrecht em polxttsches [U, habe auch der Reichskanzler zugegeber); daß L.? aber so gem1ßbrazxcht werden könne, wie der Abg. thhtex furchte, glaube er mcht. Der Friede werde geschlosserx mrt dem Papst und den preußischen Bischöfen, nicht Mit dem Centrym. Jm katho- lischen Vo[k gebe es konssrvative urxd dexmokrattsxhe Strpmungen. Daß letztere eine Organisatiorf, nne die katholische Ktrche, gm Wenigsten ertragen könne, erkenne auch der Papst. Seme Freunde hätten nun als. Protestanthn manche Bedenken gegen dieses Gesetz, zumal gegen die Wiederzulaffung der Orden. Man dürfe sick) aber in der Gejeßgebung mcht quf den' kon: fessionellen Boden *stelxen, bei efmer Regelung nzcht zwxschen den beiden Kirchen, sondern ztmschen der katholxschen Ktrche und dem Staat. Außerdem müsse man anerkeynen, daß vom Standpunkte der Verfassung das Oydensgeseß em sehx scharfecZ AUSnahmegeseß sei. Wenn die Regterung dasselbe mcht mehr brauche, so werde es verfehlt sein, dasselbe umsonst exhakten zu wollen. DacZselbe gelte von der Zulassung der Ynterrxxhtßyrdßn. Es sei immer besser, wenn die Eltern thrß To ter xn 111l_a11- dische Klosterschulen schickten, ach- in auslgndxs e, wre es ]eßt vielfach gefche?e. Schließlich müsse er fernem Bedauern Au-s- druck geben Ü er die schroffe Haltung, P§lche du», StagtéZr-egUZ: rung immer noch gegenüber einer großeren Unxxbhang1gkext der evangelis en Kirche einnehms Er halte daFuY dqß der evangelischen ircbe eine freiere Aktxon und Unabhangzgketxovon den rein politischen Behörden und Parlgmenten emgeraumk werden müffe. Eine rein formeüe Gle1chstellung dxr evgn- gelischen Kirche mit der katholischen zu fordern, faÜe thm mcht ein. Er wolle aber nicht in den Fehler verfaller), parlamen- tarisch etwas durchzusetzen, an einer SteÜe, dl? mxt dnem Gegen- stand des Votums nicht unmittelbar zusammenhange. (Fr hoffe, daß die Regierung ihre schroffe ablehnende Haltung'fur die Zukunft „nicht festhaltsn werde, sondexn dLesen Anträgen eqenüber sich auf eine ruhige und sachltche Erörtßrung em- Faffen werde. Was die geschäftliche Behandlung dtSser „Vor- [age betreffe, so halte er bei der gründlichen Dur arbetttzng derselben im Herrenhaufe eine kommissarische Berat ung mcht für nothwendig. , Der Abg. Dr. Virchow bemerkte: Es sei th etwaZ schwer gemacht, in diesem Augenblick eine Materie von dteser Schwierigkeit nüchtern und objektiv zu behandeln, nachdem der

Reichskanzler die freisitmige Partei in so heftiger und, wie er Taube, ungerechtfertigter Weise angegriffen habe. EH wür e ihm ungemein schmsr werden, in denselben Ausdrücken zu antworten, wie: der Reichskanzler sie angewendst habe. Derselbe habe vonxiner Schädigung des LandeH durch eine gemi enlose O posrtion gesprochen; er (Redner) Wissé nicht, ob si daS aux seine (des Redners) Partei beziehen folks. Es

trage doch nicht dazu bei, den Kampf unter den Landsleuten, den der Reichskanzler so vielfach bedauert abe, zu unter: drücksn, wenn von der höchsten StelTe des andeS aus der- artige Ausdrücke in die parlamentarische Diskussion geworfen würden. Der Reichskanzler habe von subversiven Tendenzen gesprochen, die, wie es scheine, der frejsinnigen Partei zugeschoben werden soklen. Die Regiean habe nie- mals Veranlassung gehabt, diese Partei we en subvsrftver Tendenzen anzugreifen; im Gegentheil, wenn ieselbe mit ihr inDiéI-put komme, habe sie die Verfassung gegen die Regierung zu vertheidigen. Gerade in dieser Angelegenheit habe die Re: kerung keine Vsranlaffung, sich über die Haltung der frei- innigen Partei zu beschweren. Dieselbe habe die Regierung bei dem ersten Schritt, ach- es sick) um das Schulaufsicht§stfen ehandelt habe, unterstüßt. Die DifFerenz mit der Regierung Zubo begonnen, aks die Regierung se bst "angefangen habe ab- zubrechen, unter Umständen, welche Denjenigen hätten höchst wunderbar erscheinen müssen, welche bis dahin mit der Regie- rung gestimmt hätten. Der Reichskanzler habe damals in keiner Weise zu verstehen gegeben, daß diese Angelegenheitals eine bloße KampfeSangelegenheit zu betrachten sei, „soadem er habe mit großem Ernste den tiefen Gegensatz znnschen dem römischen Papsttbum und der deutschen nationalen Entwickelung hervorgßhoben. Sain (des Redners) Ausspruch: „Nach Canossa gehn wn: nicht!“ sei in eine Zeit gefallen, wo die Besorgniß geherrscht hab?, das; die Regierung von dem allgemeineren Standpunkte s1ch entfernen und zu schwächlichen Konzessionen übergehen könne. _Damals habe man gehofft, endl1ch za einer aÜgememen materiellen Ordnung des KirchenrechtS, soweit es;; vom Staate gemacht m_erden könne, zu gelangen. Das Civil: standsgeseß sexem V6r1uch dazu gewesen. Freilich habe man später vom Retchskanzler hören müssen, dasz er bei diesen ver- sch1edenxtx AktensHer Geseßgebung entweder gar nicht oder nur wrderwrllrg hethetlrgt gewesen sei. Hätten er (Redner) und seine Jrcunde gxeuk) gewußt, daß die Regierung nicht die Absicht abe, zu emer befrxedigenden Lösung im Sinne seiner Partei zu gelangen, dcxnn würden sie sich nicht für berechti t erachtet haber), dle Schrxtte mitzumachen, zu denen ste die Regierung“ verlettet habe: daß da?: Verhältniß der katholischen Kirche zum Staat geregelt werden sokle durch Verträge mit Rom. Und wenn er Redner) auch zugestehe, daß der ReichH: kcxnzkex mcht na Canossa gegan en sei, so stehe doch die Etrxmrfthuxxg des Papstes in deuts e Verhältnisse nahezu auf glex er Lune.- Nxemand ?abe fich träumen laffen, als der Net skanzler 1311 Herxenhau e seine berühmte Rede gehalten habe, 11) der er es fur Chrtstenpfiicht gehalten habe, für die Maigeseße exnzutreten und_ sem Seelenheil für gefährdet erachtete, wenn dese Geseße Wcht „bestünden daß er sich so sehr abkühlen wurde; Jetzt seum nnr nun da in gelangt, daß wir, wie man sich qusdrqcke, vor d_em „Frieden“ ständen. Wie komme man etgentluh daztx, dxes emen Frieden zu nennen? Die ganze Sache Drehe ftxh wesentlich um das Einspruchsre t. Der Papst abe dle Anzetgepfixcht konzedirt. Wie man a er aus dem „unde des Papstes selbst in seinem Schreiben an den Erz- bxschof von Koln erfahren habe, habe er keineSwegs anerkannt, dxeß dxe Regterung durch ihren Einspruck) die Besetzung geist- ltxher Stellen verhmderrx solLe; Wäre der Papst schon mit dem Exnsprucbsrecht der Regterung einverstanden, dann brauchten kerne VerhandLungen stattzufinden, von denen Niemand wisse, wg?- aus thnen werdxn würde. So lange diese Verhandkungen “? t ahgeschlofferx seten, könne von einem wirklichen Frieden 113 t pte Rede sem. Er persönkich habe auf die Anzeigepflicht me eznen großen Werth gelsgt. Das Einspruchsrecht aber habe msoferxl eme großsre Bedeutung gehabt, als LH auch für dW LVUUZSÜsck)? KMT)? mitbezogen gewesen sei. SOUL dais

Einspruch§recht auch für dic: evangelische Kirche aufgehoben

kanum habe die; päpstli wesentlich erwextert. Jn .

apst solche Dmge konzedtre, leßten

habe machen wolTen. Bei den

man gesehen, wohin die

110 werden. Besonders dex, Geseße?) Zth 'ttl tra- un u rm 2. . Thü xn woÜen, daß die kirchl1che Gechlt das frete Wa lr t der ürger angreife, und daß der Wahlex wegetz seiner A. stimmung eine Censur erfahre. „Hab? hte _Regtxrung _Ver- anlaffung, diefe Cenjur „durch dte Gexstl1chke1t wredex einzu- führen? Er könne stck) mcht denken, daß der Papst emen so großen Werth darauf lege, „daßdreses Gesetz aufgxhobezt werde, welches ohne Schädigung k1rch11cher Rechte ganz WS_mm der bürgerlichen Gesetzgebung aufrechx erhalten werden konne. Er könne unmöglich einsm Gesetze zustrmmen, daß s0[che KMMfionen mache. Was die Orden anbetreffe, sy habe seme_P"arte1menm[z einen Zweifel darüber gelassen, daßste xY Urthetluber UW“, keineézwsgs auf spezifisch protßstarxttsche edenken Und W- fessionelLe Voreingenommenhezt stußx. Er habe fett des Ordensgeseßes manche katholtfche Zan'dngesehen und ZK, bei überzsugt, daß sie: es ganzextrqgkchjandext, den Katha» mus ohne Orden zu sehsn. Noth1g setetx dLeseZ mxr _füxd'w Propaganda. Er und seine Freunde senZn dtekEmztgengx wesen, welche im Laufe diese?,„Kampfes em besttmmxes Pre- gramm aufgestsllt, positive GestchtSpunktß angegeben hatten, so daß man ihnen den Vorwurf negcxtwer, subverßver oder feindlicher Haltung gegen die Kirchs mcht machexz könne. Sie hätten sick) bemüht, eins solide Basts für alle Sßttxn zu finden Der Reichßkanzler habe aber auch hier nach emtgßn Jahren die frühere Arbeit selbst wieder abgetragen und sick) es t: nun wollen wir etwas Anderes anfangen. Er (RßdnerKÜr te sehr, daß daS Mittel, welches der Reichskanzler hter anwende, vielleicht im entscheidenden Augenblick versagen werde. Immer bleibe ein Punkt übrig, über den verhandelt werden müsse, und da komme es auf den guten WilTen an Wenn die Haltung des zeitigen Papstes eine freunk- l_iche sei, so könne doch Niemand wissen, wie sein Nachfolger ftch uns gsgenüber stellen wsrde, VieUeicht würden sich aux!) unssre Verhältnisse mit Frankreich ändern, bei _der Unfi erhett der politischen Lage, dis der Reichskanzler 10 sehr etone. Hier aber behandéle der Reichskanzler eine Angelegenheit, die nnr durch eine organische Geseßgebung gelöst werden könne, rein nach Opportunitätsrücksi ten. Zn Fragen der aus- wärtigen Politik habe jcx der eichskanzler mit dieser Oppor- kunität große Erfolge erzcelt; Auf seine gegenwärtige Kirchsa- politik aber sehe man mcht bloß im anande, sondern an in Amerika Und anderswo, z, B. in Italien, mit Besorgniß. ür die innere Politik sei Hie Methode der Diplomatie wenig er- sprießlich, hier xvirke ste geradezu zerstörend, weil sie die ver- schiedenen Parteten vexanlaffe, ihre Grundsäße aufzugeben und 1ich nack) dsn Anwelsungen deZ Reichskanzlers zu függn,

So viel sollte doch der Reichskanzler dem deutschen Gemüth “'

und dem deuts en Geist zugeste en, daß Ein deutscher Mann, der aufE re, uxxd Anstand ha te, nicht in jedem Augen- blick von seinem Prmzw abweichen könne. WENN der Reick)?- kanzler in vielenFragen der inneren Politik in der freisinnigen Partei seinx (Hegner seherxzu müffen glaube, so leugne er (Redner) doch, daß dtese m xrgend etnsx Frage ihm nicßt aus innerer Ueber- zeugung entgegengetreten set. Die Vorgänger des Kanzlers, Stem und Hardxnberg, seien der Meinung gewesen, daß der Staat sexlbsxändxge, Unabhängige Charaktere brauchs, Bürger von Festzgkett und «cherheit, die nicht ihre Ueberzeugung alle Augenbltcke _ändxrtep. Er und seine Freunde seien gegen die Boxlagß we1Y ste e1n€ wrrkliche Lösung der streiki en Fragen 11) thr mcht_ftnden könnten. ES werde ein Ver ältmß xür er„ne Konfessxon geschaffen, auf das alle anderen auch Anspruch hqxten. Dex N€1chSkak]3[€r abek gehe so weit, den apst, dessen Hulfe er xn vexschtsdenen inneren Angelegen eiten ang« rgfen habe, ]ext mxht als Ausländer zu bezeichnen. So weit sex dersZlbe m ,semer Opportunitäkßpolitik gekommen, daß ex Ausxandxr für Inländer halte. Die Sélbstüberwindung, dteuer steh xn dtesen Fra en auferlegt haben müsse, zeuge von Starke. Dxefe heftehé a er sonst mehr darin, daß man eine mxt Besonrzetxhexx genommeye Position auch zu halten suche. DW Naxhgtebxgkett der Regwrung gehe 1th aber über jedes Maß _hmaus. Wer dre Verhandlungen des Herrenhauses

ubZYdrese Vorlage gelesen,!)abe, sehe klar, wie der Kultus-

thstey von 211161: Posttion zur anderen herunterkletterex

Gerade m Dentsthland seten sonst religiöse Fragen immer mit

hohem Jntereffß verfolgtworden, und dieses woas er(Redner)

gexn dem heunchen Vylks erhalten. Der Negierun müsse

jeme_ Parte] deshalb dte voUe Verantwortung überka M und

ihr thre Mrtgxbext an einem (Heseße versagen, welches daSZUkék-

esse an relrgxösen Fragen mindere und als ein Stückmerk

? Errei e aber die Regjerung, was „fie“ wolxe, dann LY)? wie der cZlb . Richter Arxmts MÜNZEN“, FeOmse M ' b "n i en er onen . . a '. Kategorre von a a g e Gewalt übex Btschöfe und Klerus dem Maße, m wxlchem man dem schwäche man tmmer mehr den [einen Kleruéz, den man im Kulturkampf geradISVYZthäanär en ae eerme dGenchllx derB Regjx e enüber dem endlosen eere er emen_ eamten ;

Yin e. gIFurcl) das Einspruchsrecht werde det; RegquUng ein : größerer Einfluß auf andere _Kategorxeetx etngeräumt ; bedenklich erschein? Thm dre A1; ebung ; die Grenzen des Gebrauchs der„k1r lichen 3 Gerade davor habe ferne artej „.

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nichtuin) Stande ' sei, den schweren Konflikt mit der Kirche endgultxg zu besettigen.

(Scbluß in der Zweiten Beilage.)