Rrichs= und Stnatöanzriger Nr. 59 vom 11. März 1935. S. 2
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Preise 11115schlicßlich dcr Postgebührcn: ?!cgi)ptisci)c Mitteilungen jc Band (2 Hefte) Monatliches Verzeichnis vierteljährig . , „ Tcutsctzcs “*nndfnnkschrifttum halbjährig . 6,- „
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Dcr Vorläufige ReichswirtfchaftSrat 1927
bis1932...........9,30
Entschcidnngcn dcs Reichsobcrsccamts (jeder
Band umfaßt etwa 10 Hefte), jodcs Heft 3,_ Hauptregistcr (Entscheidungen) . . . . . 12,_ Scefrachtordnung . . . . . . . . . . 4,50 Fiugcrzcigc für die Gcscßcs- und A1nt§sprache
(Neudruck Wird in Kürze aufgegeben) . 0,80
,Die Flaggen des „Deutschen Reichs . . . . 1,10 Begründung 5111 Militärstrafgcrichtsordnung 2,30. Gesetze über die Haager Konferenz . . . . 4,80 Etttwürfc zu den Gesetzen über die Haager 5
Konfcrcnz . . . . . . , . . . für Band )()(1/1 der Ent- 1,25 „
20,_ RM (5 _
Einbanddcckcn scheidungen . . . . . . . . . . Die “Kreise für die einzelnen Bände der Reihen Berichte der Römisckchrmanischcn Kommission des Tcntschcn Archäologischen Instituts, 9115111151191 3111 römisch-gcrmanisckxn Keramik, Kataloge West; und süddcntschcr Altertumssammlungen, Germanische Tcnkmäler der Frühzeit sind Verschieden und Werden auf Anfrage mitgeteilt.
Unsere Sendungen gehen im allgemeinen unter Nach- gcbüljrcn oder gegen Postnacbnabme. Dic Postgcbührcn Werden in Rechnung gestellt.
Berlin 19177 40, Scharnhorststr. 4, den 6. März 1935.
Reichsvcrlagsamt. Dr. F a b r i c i u s.
Bekanntmachung.
Dic 0111 9. März 1935 ausgegebene Nummer 26 des Reickngeseßblatts, Teil 1, enthält: Renlstcuersperrgéseß, vom 7. März 1935; __ Sechzehnte Aenderung dcs Besoldungsgescßcs, vom 7. Marz 1935;
Gesch iibcr Anerkennung und Veaufsichtigun von Vereini- g1111g1'11 11011 H0usbcsiyern und Mietern, vom 7. kärz 1935; '
(Bescß iiber die Beseitigung der Gerichtsserien, vom 7, März
14,
(8301011 5111" Aenderung des H1111deLSgcseYbuchs, vom 7. März “.)-.*");
NTurckÜi'xhrungsbestimmungen zum R-calstcucrsperrgesey, Vom 1 .5;
„n...;4. 7.....1.:._".11....,.. . „7...
knung zum Umwajtdlu11gä-Sto1't-1“: , * » .tfsprcis: 0,15 RM. P '- * in Stück bei Voreinsend1 Bcrlin RM 40, den 11. März 1935.
Reichsvcrlagsamt. F a b r i c i u s,
Bekanntmackxung.
Die am 991791319313 qusgegcbene Nummer 12 des Reichsgeseßblatts, M11 11, enthält:
Vcrordnunq über die vorläufige Aufwendung einer deutsch: schwcizc1'ifc1)0n Vkrcinbarung zu dem Abkommen über den gegen- seitégcn Warenvyrkcls, Vom 28, Febrnar 1935; „
Verordnung iiber die Ortsflassen im Saarland, vom 8. März 1935;
Bkkanntnmchung zum ?lbkommcn über Internationale Aus- stellungen (_Ratifikatwn durch Australien), vom 28. Februar 1935;
B1*k111111111111chu11g iiber dcn Schutz von Erfindungen, Mustern Und Warenzeichen auf einer “.)lusstcllung, vom 28. Februar 1935;
Vcka11ntmach1tng iiber das Reichsgeseßblatt, vom 28. Februar 1935.
Umfnng: % Bogen. VcrkaufSprei-Z: 0,15 RM, Postversen- dungsgcbührcn: 0,03 RM fiir ein Stück bei Voreinsendung.
Berlin LM? 40, den 11. März 1935.
Reick)svcrlagsamt. F a br i c i u s.
.___ Nichtamtliches.
Deutsches Reich.
Der Brasilianische Gesandte A. G, d e A r a n j 0 J o r g 0 hat Berlin verlassen. TLS Geschäfte der Gesandtschaft führt
Legationssckrctär A. d e C' 0 11,311 Q u a r t t 11.
Der Litauische Gesandte Dr. Jurgis Saulys ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der Gesandt- schaft wieder übernommen.
Aus der VerWaltung. Ehrenkreuz des Weltkrieges.
211111119011 iiber die Feststellung der Frontkämpfcr: oder Kricgstcil110h111crcigcnfchaff von Krichtcilnchmern, die erst nach dem Weltkriege die Rcichsangchörigkeit erwvrben und auf Seite der Vexbiindotcn Kricgsdicnste geleistet haben, sind der einheit: 1ich911 Handhabung Wogen nur an das ZentralnachWciseamt für .K'ricgchxrlnstc 11110 11110901“, räder in Berli11:Spa1tdau zu richten. Es empfn'hlt fick), die zum jvccke der Beantragung der militäri- schen Ausjvcispapiexe nonvyndigon Fragebogen bei dem Zentral- nachxveisemnt fiir .Nricgeerrlnste un-d Kriegergräber in Berlin- Spandau vorher anznwrdcrn und den Antragsstellen zu Aus- füllung zuzuleiten.
Ein Buch vom „Tag der deutschen Polizei“.
Soeben ist im E _x1c-Ve7clax3 das Buch vom ,Tag der deut chen Poli ei“ erschienen,_ ur das eneral der Lan esYoUzei Da uege als erausgeber 36! „net. .Das von 011211 Poli?ei ienststellen des Reiches in reicher ijüe emgcgangene Materia ist gesichtet und bearbeitet Worden. So e_ntstand em edtegenes Erinnerungsbuch, das nicht nur der Polizmbeamte selbs? gern in“ die und nehmen wird, sondern auch jeder Volks enosse, der stch mtt der neuen
Nur noch bis 31 März.
Bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen sind Instand- seßungö- und Ergänzungsarbeiten an Gebäuden und Gebäude- teilen steuerlich begünstigt. 10% der Aufjvendungen für solche Arbeiten können von der veranlagten Einkommncnstcusr dcs Ka- lenderjahres bzw. Wirtsckxaftsjahres, in dem die Beträge für In- standscßungen und Ergänzungen aufgejvcndet Werden, in Abzug gebracht Werden. Diese Vergünstigung gilt aber nur, Wenn die Arbeiten bis zum 31. März 1935 beendet Werden. Ohne Vedcu- tung ist dabei, ob das Wirtschaftsjahr dcs Steuerpflichtigen mit dem Kalenderjahr übereinstimmt oder nicht. Die Veranlagungs- Richtlinien zur Einkommen- und Körperschaftssteuer machen aus- drücklich klar, daß mit einer Verlängerung dieser Frist nicht ge- rechnet jvcrden kann, so daß also für sehr vi-cle Volksogcnossen der
31. März ein wichtiger S1ichtag sein wird.
_ Mit. dem Eintritt milderer Wirkerung, die Mitte Februar eme Waederaufnahme dcr Wegen des Frostes unterbrochenen Anßenarbeitcn ermöglichte, setzte _ wie die R€ichs11nstalt fiir Ar- beitsvermittlun und Arbeitslosenversichcrun? bexichtet _ eine umfangreiche n'tlastung in der Arbeitslofig eit ein. Dic ahl der bei den Arbeitsämtern eingetragenen Arbeitslosen lag (,nde Februar _ bei einem Stande von 2765 000 _ bereits um 209 000 unter dem winterlichen Höchststand, der Ende Januar er- reicht war. Ein Rückgan in diesem Umfange ißt fiir die jcßige Jahreszeit um so beachtlicFIer, als erfahrungchmä der Höhepunkt der winterlichen Arbeitsloi keit meistens erst gegen Ende Fkbruar erreicht zu Werden pflegt. ies Wal? um Beixpiel in den “Jahren 1929 bis 1933 der Fall, und nur as durch besonders mildes ZLütterkJNtter im Arbeitseinsatz begünstigte Jahr 1934 brachte eine 1151111 me.
Die giinstige Rückwitkung der gebesserten Witterungsverhält- nisse auf den Arbeitseinsatz trat in diesem Jahr besonders rasch und kräftig ein, und dies berechtigt zu der Erwartung, daß der winterliche Rückschlag im nächsten Monat weiter schnell und er- heblich aufgeholt wird, Wenn nicht ein länger anhaltender Kälte- einfall die ?lußenarbciten erneut tiefgreifend behindert. An der Abnahme der Arbeitslosigkkit Waren alle Landesarbeitsamts- bezirke beteiligt. Die starksten Rückgänge hatten die Bezirke Brandenburg, Mitteldeutschland und Sachsen. Im Osten des Reichs War die Entlastung naturgemäß noch gering. Da die Ar- beitsmarktentlastnng im Februar den saisonmaßiqen Ausgleich der winterlichen Belastung emseitete, erfolgte der Rückgang der Ar- beitslosigkeit in erster Linie in den Berufen, die in den vorher- gehenden Wochen Arbeitskräfte freigeseßt hatten: Im Baugemerbe (_ 61 000); in der Industrie der Steine und Erden (_ 12 800); in dem VcrkehrSgemcrbe (_ 10 000); in der Gruppe der unge- lernten Arbeiter (_ 63 000).
Die Zahl der Unterstüßungsempfänger in den drei Unter- tüßnngseinrichtnngen ist um 119 000 zurückgegangen, und zwar ank die Zahl der Unterstüyten in der Arbeitslosenversicherung um
Polizei und ihrem nationalsozialt tischen Wollen verbunden fühlt,
88 000 ÜUf 720 000 UNd 111 dor öxkonksjchen Fürsorge um 38000 “ . : - demgegenüber bei einem * - * F9bruar einen geringen . „». *“. “ * * “ ' *:»?xang der sonstigen _nicht _ ' * - „ ")*..- *„*--. .Fr zeigt, daß eine beträcht- liche 3111)! Von Arbaitslosen schon innerhalb der dem Unterstüßungs: bezug vvrgcschaltctcn Wartezeit, also mnerhalb ganz kurzer Frist, wieder in *.)[rbc'it gekommen ist; Weiter 1191911 in diesem Rückgang die nicht 1111l1eträchtlichcn Vermittlun en nichtunterstijlzter Jugend- licher in die Landwirtschaft in Er! einung. Die Zahl der von der Reichsanstalt betreuten Notétandsarbeiter hat um 51000 zu- genommen und betrug Ende Fc ruar 291000. Die Arbeitslosen- zahken für das Saarland sind in den Vorstehenden Zahlen nicht enthalten. Die 110ch nicht abgeschlossenen Ermittlungen lassen für das Saarland im Zeitpunkt der Uebernahme eine Arbeitslosenzahl von über 51000 er1v0rten. Damit wird die Belastung des Saar- landes mit 61,7 Arbeitslosen auf 1000 EinWohner wesentlich über 1de Reichsdurchschnitt von 42,4 Arbeitslosen auf 1000 Einwohner tegen.
Jm Baugewerbe konnte die während des Frostes unterbrochene Bautätigkeit, vor allem im Tiefbaugejverbe, wieder aufgenommen werden. Jm Hochbau herrschte hinsichtlich der Fnangriffnabme neuer Bauvorhaben in vielen Bezirken noch eine gewisse «Zurück- Haltung, da vielfach noch ein erneuter Witterungsumschlag, er die
antätigkeit wieder lahmlegen würde, befürchtet Wurde. Die
Kunst und Wissenschaft.
Spielplan der Berliner Staatstheater, Dienstag, den 12. März.
Staatso er: Vo Sme. W'u'ikali L 't : . . Sch sleFHk- ?? L* sche etung Blech, 11,9 - au te aus: öni ea 5 k * » . Y0 Uhr. g r on Sha espeaxe, ch
Für die Erstaufführung des „Prinz von Preußen“ 11 . Schwarz, die im St_aatl. Schauspielhause am Hc1dcx1qc§Zch Sonntag, den 17. Marz, unter der Regie von Lothar 9121111711 Pqul Hartmann, Emmy Sonnemann, Maria Bard, Y., Mtnetn, Waltex Franck, Hans Leibclt, Günther 130001115 Lucas, Paul B1ldt, Albert Florath in Szene geht, [)qt *R
Gliese die Bühnenbilder entworfen,
Handelsteil.
Die EnWicklung des Arbeit-Zeinsatzes im Februar 1935.
Rüchgang um 209 000.
Stnrmschäden brachten eine stoßWeise Belebung des D0chd1 gejverbes. *
Das Baustoffgewerbe rüstete zur neuen Saison: SELinbxü Zement: und KalkWerke nahmen EiAteljungen vor; die Iich!“ trq'fen Vorberettungen für die neue ampagne, jedoch 1110111111 großeré Einstellungen erst im März erjvartct.
Die Landwirtschaft hatte einen starken Kräftcbcdarf. 111 der Vexmtttlnng von freien landwirtschaftlicben Kräften "ahm Ueberfuhrpn von Landhelfern aus den industriellen Bezirken dte [andwtrtkchaftlickyen Bezirke Wieder größeren Umfang 1111, ,
bisherigen Anforderungen von Gärtnern und Gartcnarbyj:
lassen erkennxn, daß sich anch im Gärtnereigewerbe dic Beschz' gungslage satsonmaßig schnell bessern Wird.
In den Berufsgruppen, in denen die EntWicklun dcr Arbe“ loseanffcr vom konjunkturellen Ablauf der Wirtschaf? abhängig und 19 sxit_Monaten durch eine langsame und steti 2 Besser dxr.Beschafttgungslage gekennzeichnet sind, setzte sich Jie bishe' Ltnte mt Wesentlichen fort. Die verhältnismäßig starken nath dcr Arbeitslosenzahlen im Bergbau und tn der Li. und Metallindustrie sind zum Teil auf außerberuflichc Vcrm' lungen, zum Beispiel von Jugendlichen aus dem Bergbau in Landn1trtschaft, zum Teil auf Vermittlungen von 0110111111 Facharbeitern in die handWerklichen Betrtebe der Außenbe zurückzuführen.
Fm Bergbau War die Lage sehr ruhig. Die im ganzen mi Witterung und die vorgeschrittene Jahreszeit ließen 0011131 brandabsaß zusammenschrumpfen. Da der Wärmebedarf 111. Vetricbcn ebenfalls geringer _qcnwrden ist, gina auch der 91101111" Fohlenabsaß etjvas zuriick. Jm aÜgemeinen sind aber die Ab m Jndustriekohlcn für Produktionschcke noch recht befriedig» erdner-hin mußten 111 Februar verstärkt Feierscbichten eingel Wer en.
Der Veschäftigun sgrad in der Eisen: und Stahlerzeu '[tieg weiterhin an un erreichte einen Stand, der den der prechenden Vor'ahrsmonate übertraf. Die Aussichten für FriihjahrSgeschäZt werden giinstig beurteilt, so daß eine weit Besserung der'Veschäftigungslage zu erhoffen ist.
In der Weiterverarbeitenden Metallindustrie erhielt der sich hohe Beschäftigungsgrad einen Weiteren Auftrieb. Es um sich dabei die Satsoneinflüsée in günstigem Sinne bemerkbar, zum Beispiel in der Landma chinentndustrie, im Kühlmaschi11e111 m der Herstellung von Straßenbaumaschinen. Auch die Fahrze industrie und Yre Nebenzivetge erjveisen sich (119 erhöht 011f1111h1 fähig. Ebenso tellte das HandWerk zur Fortführung von bauli- Arbciten Wetter Arbeitskräfte ein. _
Tie VeschäftigunJ-Zlage in den Konsumgüteriudustrien 111 allgemßinen unverän ert gut. Zunehmender Kurzarbeit 111" Möbelindustrie stand eine Wesentliche Besserung der Bcsch1 gunqsverhältnisse in der Textilindustrie gegeniiber, Hier 01111 die Betriebe fast ausjmhmslos die über dte Vorschriften dcr Fa! stoffwerordnung hinausgehende Kurzarbeit wiedér abbauen.
Günstig liegen die Verhältnisse auch im Bekleidungsge_- und im Nahrungs- und Geuußmittelgewerbe, in denen 111 dre! Jahre der saisonübliche Rückschlag fast ganz ausgeblieben 1st_. !! rend fiirkaufmännischeundBüroangestelltedte mittlungsmöglichkeiten belschränkter als in den V0rmonatc11 1111 und dem ufolge die Yak) der Arbeitslosen sich nur 11101119“ änderte, Lat das Wie erauflcben dcr Bautätigkeit für die te nischen Angestellten gute ArbeitSmöglichkeit geschaffen.
Die Schlußbilanz der Leipziger Frühjahrsmesse.
200 000 geschäftliche Besucher, davon 21 000 aus dem Auölande.
Das Leipziger Mcsscamt teilt abschließend mit: Die Leip- ziger Frühjahrsmesse 1935, die am Sonntag ihren Abschjuß fand, nahm eincn aus;]ezeichneten Verlauf. Die Gesamtzahl ihrer geschäf_tlichen Besucher betrug rund 200 000.
Es Ivar eine so gute Messe, wie sie Leipzig seit dem Aus- brnch der großen Wirtschaftskrise nicht mehr erlebt hat. Nach dem Umfang des Besuches, der Zahl der Abschlüsse und der Höh? der Umsäße ließ sie auch die Frühjahrsmesse 1934, die bereits _ mit einer Erhöhung der Ausstellerzahl um 1200 _ im Zeichen des AufschWUUges gestanden hat, Weit hinter sich. Das dieses Mal um Weitere 700 Firmen vergrößerte Angebot erntete die Früchte scines Einsaßes für die Sache des wirtschaft- lichen Wiederanfbaues. Die Nachfrage stand im Vordergrund. Jm Inlandsgcschäft setzte» sie sich so frühzeitig in Dispositionen um, daß man die beiden ersten Tage _ Messcsonntag und Mcsscmontag _ im großen und ganzen als die zjvei stärksten Verkaufsmge bezeichnen kann. Der Auftrieb, der diesen Messe- erfolg ausgelöst hat, entstammt der durch die staatlichen Arbeits- beschaffungsprograntme nunmehr zur Entfaltung gelangten natürlichen Belebung im“ Innern. Infolgedessen wirkten sich anf die Messe auch die in diesem wie in jedem Aufschwung zn beobachtenden Unregelmäßigkeiten aus. _ So entsprach das Messegeschäst für den Binnenmarkt im einzelnen dem Grade der eingetretenen Wiederbelebung. Es lag einheitlich gut für den Aussteller von ProduktionSmitteln, Gebrauchs- und Ver- brauchsgütern, insbesondere von HauSrat und Wohnbedarf, während untexschiedliche Ergebnisse in den Erzeugnissen für Kultur- und Lnxußbedarf, z. B. in Teilen der Leder- und Koffer- iparenindustrie, erzielt Wurden. _
Die fr-eudigste Ueberraschung hat in der gesamten deutschen
Wirtschaft der starke AuslandSbesuch der Meße auSgelöst. Es
kamen aus 72 Ländern rund 21000 ausländische Kauf1011te- Industrielle, d. “s. um ein Viertel mehr als im Vorjahre. ) Gründe für diese angesichts der schwierigen Außenhandelslage staunliche internationale Zugkraft der diesjährigen Frühjahrsme wurde an den Ständen in Leipzig offenbar: man rvoÜte silb, ' man von den Handelshemmnissen und unmöglich gemachten?! trägen des alten Kundenstammes absieht, zunächst informie und sich insbesondere über die Neuheiten ins Bild [echt, die Grund des Geschmacktvandeks und der Richtungsändernngen „ deutscth Produktion zu ermarten Waren nnd tatsächlich auch großer Fiille gezeigt Wurden. Man ist aber über ,das J'nformie bald hinaus gekommen und hat Überall dort, wo es Preis?" Handelsabkommen zuließen, großzügig gekauft. „
Das AuZlandsgeschäft der Messe lag infolge dieser 1111! lichen Reserve nicht wie das Inlandsgeschäft in den ersten Tü der Messe, sondern mehr in der Mitte der Woche. Für die T*» nische Messe sind eine große Anzahl aus'lätxdischer Jntcresß!!! überhaupt erst am Donnerstag in Leipzig eingetroffen. J!!!! zelnen Branchen, so in SpielWaren, Porzellan: und Glasnmx Kunsthanxdwerk, Wurden überwiegend ausgesprochene Onalitat Yerlangt. Die große Technische Messe war am Exportgeschäs! ' borragend beteiligt. Hier sind vor allen Dingen Wkl'köe maschinen und elektrotechnische Erzeugnisse stark gefragt 11101 kauft Worden. Im ganzen genommen hat die Leipziger Frühja! messe 1935 mehr gebracht als man von ihr unter den noch schwierigen Verhältnissen erxvarten konnte, denn es ist ihr" lungen, im Gegensatz zu der guten Binnenmarktmesse vom I" jahr 1934 ihren Aufgaben als Exportkaanmesse gerecht zu wel' Es wird die Aufgabe der am 25. August beginnenden Leipzl Hevbj'tmesse 1935 sein, UU“! diesem mit so gutem Erfolg bettet?" Wege weiter zu schreiten.
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Reichs: und Staatsanzeiger Nr. 59 vom 11. März 1935.
S.?)lachtviehpreise an deutschen Märkten in der Woche vom 4. bis 9. März 1935.
D111chfchnittsvreise für 50 k.? Lebendgewicbt in RM.
Koln Magdeburg Nürnberg Stuttgart
Dortmund Frankfurt a. M. Hannover
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Reichsdurchschnittspreise Februar
1].-16. 18.-23. 25. 2.-2. Z.
Ochsen, Vollfleiscbige (b) . . 15 33,5 32,6 32,6 „1111119, vollfleischine (b) . . 15 28,6 28,5 ZZZ? Kälber, mittlere (b) . . . '_ 15 40,5 40,1 407 Schweine, 100-120 kg (0) ' 15 47,1 46,6 ,
Bczeichnung der Schlachtwertklassen siehe MonatSübersicht in Nr. 35 vom 11. Februar 1935. _ 1) g 1 = Fette Specksauen. Berlin, den 9. März 1935. Statistisches ReichSamt.
Der Kampf gegen die Autarkie.
Eine Rede des Vorsitzenden der Internationalen Handelstammer.
Rotterdam, 9. März. Der Vorsitzende der 3109111060110!er Handelskammcr, F. H. Fentener Van Vlissingen (Utrecht), hielt am TonnerStag vor der Rotterdamer Handelskammer im 130191 Bristol eine Rede, in der er nachdrücklich darauf hinwies, daß der frühere Zustand des Welthandels nicht wiederhekgystellt 111910911 könne, Wenn man fortfahre, ihn in Fesseln zu legen. Der StrLit gegen die autarkische Vcrblewdung und für eine vernünftige wirt- schaftliche Einsicht müsse fortgesetzt Werden,
Zur Zeit sind, so fuhr der Redner fort, noch keine Zcichen für eine Besserung der wirtschaftlickzén Weltlage vorhanden. Tie Verneinung _der Tatsache, daß Waren und Dienstleistungen nur mit Waren und Dienstleistungen bezahlt Werden könncn, haben eine wirksame Warenv-erteilung auf die Tauer immer mehr 1111- möglich *gemacht. Die Schwierigkeiten, die einer Warenwerter- lung in den Weg gelegt werden, sind noch nicht aufgehoben, sie WETÖLU im Gegenteil vermehrt. .
Vier (HesickUspunkte sind zu beachten, Wenn ein 01011111th- mäßiges Funktionieren des Verteilungsapparatcs gewährlcistct sein soll:
1. Herstellung des kürzesten Weges Vo-m billigsten und besten
Erzeuger zum Verbraucher;
2. ein vertrauenswürdiges Wertmaß; 3. die Möglichkeit, Waren mit Tienstleistnngen zu bezahlen; 4. ein vernünftiges Gleichgewicht zwi-schcn der Kaufkraft der
Verschiedenen Bevölkerungsklasscn und Länder.
Dieses Programm kann nur Verwirklicht Werden dnrch ehr- liche internationale „Zusammenarbsit. Die Welt muß endlich be- greifen, „daß das Wohlergehen eines Landes nur auf dem Wok)!- ergchen anderer Länder aufgebaut 1112111211 kann. EH wird 961; Tag kommen, an dem sich herausstellt, daß die Vorteile, die s1ch aus Liner devalviertcn Währung ergeben, genau so fortfalle1t, wi? auch Lin staatlich gestützter Konjunkturanstieg nicht aufUdte Tuner bestehen wird. AUS 10issenschaftlichen Diskussionen uk'ber Goldstandard, jvertbeständiges (Veld, Inflation und Ykeist5eg'un- stigung drohen die Menschen zu verwirren und in einen 311111101 ungelöstcr Probleme einzuwickeln. Tie hauptsächlichen CchWle- rigkeiten im Warenverkehr sind auf Regierungsmaßnahmc11 zu- rückzuführen, und diese Maßnahmen haben größtenteils 1hrcn Ursprung darin, daß einzclne IndustriezWLigc dcn Schuß ihres Betriebes Verlangt habén, ohne sich Reihenschaft dariiber 05311- legen, Welche Nachteile dieser Schny andern bringt, Nachteile, d1e
schließlich auf den Gcsckzüßten selbst zurückfallen.
Schlachtviehpreise an deutséhen Märkten im Monat Februar 1935.
Durchschnittspreise für 50 lit Lebendgewicht in Reichsmark.
“* Ochsen Kälber
23.110011 Kübe Färsen
Lämmer, Hammel und
Schweine
von etwa
© & (- 7.7
mitt- lere ge Mast- ringere
!on- stige voll-
gering
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flei*- Märkte
beste
Mastlämmer
___-. !
]. ! ) über 120 bis! 100 1111; 80 018 150 kg
150 kg] 120 kg 100 113 1
beste jüngere Masthmnmel
.astlämmer
und Saug- Saug- kälber kälber
flei- schige
schige
nährte
gemästete höchsten Schlachtwerts oder ausgemästete oder ausgemäftete vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachttverts
voüfleischige, aus- jüngere vollfleischige
höchsten Schlachttverts sonstige vollfleischige jüngere voÜfieischige böchsten Schlachtwerks sonstige voUfieifchige
Stall-
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Hoolsl. 3.511" ....
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Stall-
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vollfleischige
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1) Fette Specksauen: Berlin 45,2; Breslau 45,4; Hamburg 43,8; Hannover 43,4; Magdeburg 45,5;
' Wichtigen deutschen Märkten. Berlin, den 8. März 1935.
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Stettin 45,7. _ *) 1. Monatsyälste. _ *) 2. Monatsyänte. _ *) Durchschnittspreije von
Statistisches Reichkamt.
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