1898 / 100 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 28 Apr 1898 18:00:01 GMT) scan diff

Bekanntmachüng. _

Nach VotéYrift des Ge eßes vom 10. April1872 (Geseß-Samml. S. 357) sind annt gem t: .

1) der Allerhöchste Erlaß vom 12. Januar 1898, durch welchen genehmigt worden ist, daß das der Schlesischen Bodenkredit-Aktienbank zu Breslau unterm 13. März 1872/7. Dezember 1874/31. Dezember 1894 erjheilte Allerhöchste Privilegium zur AuSgabe aiif dyn Inhaber lautender Hypothekenvfandbriefe und Kommunal-Obiiganonen auch unter den Aenderungkn fortbestehen bleibt, welche in dem Von der Generalversammlung beschlossenen Nachtrage zu dem Statu't Vom 10. März 1897 bezeichnet sind, durch das Amtsblatt dsr Köriiglicben Regierung zu Breslau Nr. 15 S. 149, ausgegeben am 9. April 1898;

2) der AÜcrböchiie Erlaß vom 17. Januar 1898, betreffend die Verleihung des Rechts zur Chauffeegelderbebung M. an den Kreis

r.-Cylau für die von ihm zu bauende'Chauffee bon Roditisii iiach * odebnen, durch das Amtsblatt dkr Königlichen ngierung zu Konigs- berg Nr. 9 S. 63, ausJegsben am 3. Marz 1898;

3) der Allerhöchste Erlaß vom 31. Januar 1898, betreffknd die Verleibung des Rechts zur Chauffeegeli-erbebung 2c. an den Kreis Wittgenstein für die von ibm Erbaute CHÜYffLL bon Berleburg nacb Wundertbausen, durch das Amtsblatt der Königlichen Regikrimg zu Arnsberg Nr. 11 S. 124, auSgegeben am 12. März 1898;

4) der Allerhöchste Erlaß vom 21. Februar 1898, betrkffend die Verleihung des Enteignungsrechts an die Stadtgemxinde Berlin behufs Erwerbung eines zur Vs'rbreiterunq des nördlichen Zugang9s zur Obxr- baumbrücke erforderlicben Grundstücks, durch das Amtsblatt der König- lichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin Nr. 13 S. 134, ausgegeben am 1. April 1898-

5) der Allerhöchste Erlaß Vom 21. Februar 1898, betreffend die Anwendung der dem Cbauffeegeldiarif Vom 29. Fßbruar 1840 ati- gehängten Bestimmungen Wkgen der Cbauffeepolizeiberßikben auf die von dem Kreise Weblau erbauten CbÜUff€_€kl von Allenbiirg nacb Gr.- Allendorf und von GauLeden nacb Langböscl, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Königsberg Nr. 11 S. 87, ausge'geben am 17. März 1898; '

6) der Allerböäoste Erlaß vom 23. Februar 1898, betreffend die Anwendung des Enteignungsreäyis zur Entziehung und zur baUSrnden Beschränkung des zur Ausiübrung der Main-Karialisisrung oberbaflb Frankfurt bis Offenbach „seitens der Großherzoglich bsssischn Regie- rung in Anspruch zu nebmeniwn Grunbeigenibums, durch das Anits- blatt für den Stadtkreis und fiir den Landkreis Frankfurt a. M. Nr. 14 S. 116, auSgeqebi-n am 26. März 1898; '

7) der AUcrböcbste Erlaß vom 21.März1898, betreffknd die Genehmigung der Verfassung der Korporation der Kaufmannschgfi von Berlin vom 19. Februar 1898, durch das Amtsblatt der König- lichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Bkrlin Nr. 16 S. 175, ange eben am 22 April 1898;

8 der Allerhöchste (Erlaß vom 28. März 1898, beirkffend die Anwendung der dsm Cbauffsegelbtarif Vom 29. Februar 1840 an- gehängten Bkstiwmungen wegi-n der Cbauffeepolizkivergebsn auf die von dem Kreise Westprigniß erbaute Chaussee von Havilberg bis zur Kreisgrenze bei Kümmernitz, dureh das Amtsblatt der Königlichen Regieiung zu Potsdam und der Stadt Bériin Nr. 16 S. 182, aus- gegeben am 22. April 1898.

Angekommen:

der Ober-Bergbauptmann resund im Ministsrium für „Handel und Gewerbe, aus der hsmprovinz.

Yiehtamtliißes. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 28. April.

Seine Majestät der Kaiser und König nahmen Hsuik früh, von 71/2 Uhr ab, den Vortrag VLS Cbofs dcs Zivil- kabincts, Wirklichen Gsbeimen Raths 111“. von Lucanus Ent: gegen und wohnten von 9 Uhr ab den Baiaillonsbesicbtignngen auf dem Tempelhofer Felde bei.

Amtlicher Nachricht zufolge ist von den spanjschi*11BC: hörden damit begonnen worden, die Häfen der Inseln Cuba und Puerto Rico sowie der Pl)ilippinen durch Torpedolinicn u sperren.

Nack) Ausiüixung dic-ssr Maßrcgel kann dahkr di? Ein: fahrt in die genannten Häfen nur unter Führung der doriigcn

afenlootsen bewerkstelligt wcrden, wslche sich auf der Misch: eite der Vertheidigungslinien aufhalte'n werden, um dcn Schiffen den Weg zu zeigen.

Ferner werdcn die obersten Behörden dor Inseln Cuba und Puerto Rico sowie ddr Philippinen die Beseitigung der Seczeichen und die Auslöschung der Lkuchtfeuer anordnen, sobald diese Maßregeln zur Veriheidigung der ihnen untcr- stellten Gebiete erforderlich werden.

Während des Viertcljahrs vom 1. Januar bis 31. März 1898 haben 3437 Schiffe (geqcn 2233 Schiffe in demselben Viertel1abr 1897) mit einem Neito-Raamgcbali von 432 503 _Register-Tons (1897: 308 557 Registchons) den Kaiser Wilhelm-Kanal benußt und, nach AbÉug des auf die Kanalabgabe in Anrechnung zu bringenden lblooisgcldcs, an Gebühren 232 599 «16. 1897: 161 414 346) Entiichict. Davon entfielen auf den Monat ärz 1622 Schiffe» (1897: 169] Schifch von 172 743 Register:Tons (1897: 153 211 Registcr-Tons und 92 039 „77, (1897: 80 275 34) Gebühren.

Der Königlich sächsische Gesanbie Graf von und Bergen ist nach Berlin ziiruckgekehri und schäfte der Gesandtschaft wieder ubernommcn.

ohenthal at die (Ge-

Laut te'leYapbischcr Mrldung an das Ober-Kommando

der Marine ist M. S. „Gefion“, Kommqndant Korvetten- Kapitän ollenius, mit dem Chef der zweiten Division des „Kreuzer- eschwaders PrinYn Heinrich vo,n reußen, Königliche Hoheit, an ord, qm 27. April 11 Paézoda Anchorage an ekommen und beabsichtigt, am 30. April w eder in See zu ge en.

Bauern.

Aus Anlaß des Geburtstages _Seiner Majestät_ des Königs fanden gestern in München 111 sämmtlichen Kirchen Gottesriiensie statt. Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz: Regent, die Prinzen Ludwig, Karl und Ludwig

erdinand sowie der Herzog Ludwig wohnten dcm ontifikalami in der Metropolitankirche bei. Die Königlichen und die städtischen Gebäude, sowie die Gesandtschaften, Kon- Jakeck und zahlreiche Privathäuser trugen reichen Flaggen- mu .

Elsaß-Lothringen.

Der Landesausschuß bat vor estern den Geseßentwurf, betreffend die DiSJiplin der Ri ter, einer Kommission überwiesen. Der Geseßentwurf über den Kaiserlichen Rath wurde nach dem Vorschlag der Kommission in zweiter Lesung angenommen. Ebenso erHielt der Gcicßeiitwurf zur Ergänzung des (Hescßes, batreffcnd die Rechisvsrhältnisse dcr Bc- amten und Lehrer, in zweiter Lesung ohne Diskussion die Zustimmung des Hauses. In der gestriéen Sißung wurde der (Heseßeniwurf, betreffend die Kapita rentcnsteuer, in dritter Lesung angenommen.

Oesterreich-ngarn.

Im österreichischenAbgeordnetenhausc gab gestern bei dcr ersien Lesung der dringlichen Anträge auf_AUfi)ebung der Sprachenverordnung der Mmister-Präsidcnt Graf Thun eine Erklärung ab, in welcher er, nach dem Bericht des „W. T. B.“, etwa Folgendes ausführte.:

Die Rexxierung sei der Lmiiient wichtigen Sprachenfrage iiicht ausgewichn, sondern habe? 1516 diesbe'zügliche Stellungnahme auf die gc-genwäriige Vkrbandlupci. ais beste Gelegenheit, aufgkschoben. Er werde sslbstvkrstäiidlicky aucb anddre Fragen der politischen, durch das scharfe HervortrkTi-n des 1101101101611 Momsntcs gckrnnzeicbneten SitUation berührkn müffkn. Wäbrcnd bie natwpalcn Parteien die Nationciliiät in den Vordsxgrund stkÜten, bildctsn für die ngierimg die nationalkn Wünsche nur einen Theil ibic'r Aufgabe. DiE Re- gierung müsse ias Wohl des Ganzen sich Vor Auakn balken und den geistig?" wie wiribsÖaftliÖe'n Bedürfnisssn aUer Länder und Völker Volle Fürsorizc zuirenbkn. Bezüglich kcr fich durch bir Bkrscbiébezn- artiakeit der nationalmi Bksirebungin ergebenden Reibungsfiäcben müsse npbsn der Pflége dsr xigenen Nationalität auf die Bedürfnisse auch der Gesammtbcit Rückficht gknommon werdxn. Die Rege1ung der sbracbiichén Verhältnisse der öster- reichischkn Völkeriamilie bilde im gegenwärtigen Augenblick den Eck- stein der nationalen Entwickalung. Wahrend bisher, abgesehen Von dem Gerichtsberfahrkn und dem Art. 19 des Staatsgrundgeseßks, kein Sprackxkngeseß bestanden habe und die Regikrmigcn daran festgehalten hätten, daß die Regelung der Sprachenfrage eiii ausschließliches Recht der Exekutibe bildk, babe sich langsam eine ACnderun in der Auf- fassung entwickelt. Der Minister-Präsidknt Baron autsch babe ssinkn Sprachenbcrordnungen geradczu einen provisorischkn Cha- rakter bis zur geskßliehkn ngslung gegeben. (Er (Graf Thun) erkläre frei und offen, daß er bei dem Antritt der Erbschaft der Verordnungen des Barons (Hanisch, ,deffkl) Absicht der ge- seßlicbsn Reaclung sich angeeignet habe. Diese im Hause vielseitig gewünschte ngelung 01106 die großs Aufgabe, deren Gelingen dic ernste und stetige Mitarbeit aller Faktoren erfordere, damit sich der nationale Sturm 1658 und für Eine g€sunde fortschrittliche Entwicky- lung Raum geiciyaffkn wcrde. Die Aufgabe sei drr Arbeit der Beitcn wertb, und Wenn das Wrrk nicht aus“ dem crstrn Wurf aeling-e, könne das Zisl schriiiw€ise_ erreicht Mrdm, Vik 918919111114; [Lci'U'Üßk babkr die Einiéßimg kiiiés Sprasdkix- Ausfäbuffks, iiiblm fis ibre LknftLstL Mitarbßit zuficbsw. Tbatiäcblich babs: man 66 nicht mit keiner Spracheniragc, so:;dsi-i mii eincm «ianzkn Kompisx bon Spracbknfragsn zu ibun, bie rerschi€ben zu bkbandein 19151, je nach dEr JLOJranisÖLU BLJTLUJUUJ und 001? Véricbiedknhkit ier Amtsspbärrn. Somit würden v-Zrscbixdmis (Gesetze nvtthndig Werden. Die Kompctcnz der Reichs- und Landes- geseßgsbuna 1116708 im Anga zu bcbalien sein und neben bieskr auch ('in, 11121111J101ch kimisschkänkies, Verordnungsrecht. Auchmit derStaiUiL- rung mindc'stkn-J OLT Grmidsäßk für eine Reihe von das nationaik Empfindcn lkbbaft bswegenden Fragen wkrdk man sich bk!chäfii;;t*ii müsisn, cbenso mit der Regelung des Volkssäoulwxsens nach der sprachlicb-kn Ssits. Scwaic' Fragen sei€n nicht mit einfachen For- meln lösbar. Niir die fcsic Absicht, Ulk Vkrsiändigung zu gklanixe'n, bermöge die kriebnten Flüche zu zkiiigrn. Diese: Verständigung iibcr dic hauptsäcbiicbsten Prirzipikn 1111111? 08! Kobifizierung borangcbcii; dknn ks würde ein gcwaltiger Jrribum sein, zu glauben, daß bis Sprachenfraßc? durcb 8111 Von der Majorität bxicbloffenes, dcin siarke'n Widerstands ber Minorität bciikgnsiidcs Gesetz zii iöskn ski. Die Regieiung wolic 6111 Gcieß, das besser sei _als die Vsrordnung, ivcil es für lange Zeit den berechtigten Bedüriniffcn der ")iatioriaii- täten und 1766 Staats zu entsprechen babe. Der einzuseyende Aus- schuß, gebildst aus Vöiiréicm der Vsrscbicdencn Partkien, soUe der; Versuch unternehmen, 71716 geskßliche Forme'l für dix? Sprachcnfrag? zu finden. Die chisrung würde die Pkrmancnzerklärumg rss Aus- schussi-s dankbar begrüßkn. Bevor dis Regierung mit dsr gesetzlichen ngklung rer Sbrachknfrage aus eigkner Initiative borgeébe, müßten krusie Verstänbißunasversuche sowohl in Bcircff des Meritums der Sache als der Kompktenzfragen voran eben. Die Verständigung sei iroiz dcr l-ocbgchnbkn politischen oqen bei gutcm Willen erreichbar. Die Akiion dcs Mäbrisckwn Landtages könne als nach- abmensivertbes Beisvikl angsseben werden. Die? Sprachenwexorr- nungen dks Grafen Badkni ieicn aufgehoben; sie bätten den tbaisäcb- lichen Verhältnissen der Länder nicht entsprochen. Auch er (der Minisikr- Präsident) halte an den Prinzipien des 5011271 und gleicbcn Reibtcs fest, (1er die damals bisrfür gewählten Formeln bäitkn lebbastcn EiUWLU- dungenbegkgnenmüffrn. Auch die gkgknwärtig geltenbcn Vekordiiumiin, welche das Bestreben hätten, sich den tbatsäcblicben Verhältnissen cm- zuvaff-Zn, könnten aufgegeben werdcn, sobald ein bcsssres (Gesel). ixc- jchaffen sei, ja untsr gkgciiseitigem Einbersiändniß vielTe'ickit 1chon, wenn eine Einigung über gewisse Haupipunkte im Ausschusse eric'11 sei. Die Regierung werde werktbätig mitaibeitkn, nicht als über dcn

arteien siebsnd, sondern als Bertrkterin des an erster Stelle betbeiliiitcn

taaisinteteffes und als Faktor. dem die Erreichung des Zieles am erzsn liege. Eine ernste und rasche Thätigkeit in dieser bochwichtigen Frage tbue dringend noib. Die Regierung wünsche Raum zu schaffen für eine fruchtbringende gemeinschaftlicbe Thätigkeit auf allen anderen Gebieten. Bei auer Bedeutung des Einfluffes des nationalen Empfindens müsse die Volksmkrtretung ein offenes Auge für das materielle Wohl der Bebblferung haben. „Arbeiten wir also“, fuhr der Minister-Präsident fort, „an der Ordnung der Sprachenfrage, aber sorgen wir zugleich iü_r die dringendcn wirtbschaftlichén und kulturellen Bkdüifnisie des Staats und seiner Bewohner! Weite Bevölkerungs- kreiée erwarten vom Parlament fruchtbrin ende Arbeit. Ent- täu en wir diese Hoffnung nicht! Es w rde gefährlich sein, wenn die Bevölkerung selbst zu der Ueberzeugun gclangte, dax; das Abgeordnetenhaus zwar bestehe, aber zu keiner po itiven Arbeit i sei. Das Vertrauen zum arlament muß wieder erweckt werden dur positive Arbeit, Hierzu ordere ich erneut das hohe Alle Staatc'n schreiten vorwärts, wir aber leben im Unsere besten Kräfte sind gelähmt. Raffen wir uns auf! und Zukunft werden uns dankbar sein!"

Das Haus nghm hierauf einstimmig einen Antrag des Abg. Funke a_n, die Sitzung wegen der Wichtigkeit des (Hegen- standcs zu schließen.

aus auf. tillftand. Gegenwart

Großbriiannien und Irland.

Wie dem „W. T. B.“ aus London berichtet wird, kreuzen, nach einem dort eingetroffenen Telegramm, zwei spanische Torpedoboote in der Nähe der Casauets- Felsen bei der Insel Alberner); ein großer armierter

ampfer, der ebenfalls spaniécher Nationalität sein soll, ankert zwischen dem Louvre-Fel en und Oueffant. Ferner wird gemeldet, das; ein spanisches Torpedoboot gestern früh Dover in westlicher Richtun passiert habe. Das gestern in Cork eingelaufcnc Schiff „Ki arney“ meldet, daß es am Dierisiag auf Sse unweit Cork den amerikanischen Dampfer „Sbenandoal)“ gesprochen habe. Hiernach stellt sich die Nachricht, daß die „Shenandoab“ von den Spaniern weg- genommen sei, als unbegründet heraus.

Frankreich.

Die in der NLsLkUL stehendem Kreuzer „Najade“ und „Aréthuse“ worden, wie „W. T. B.“ aus Brest berichiet, in Dienst gestellt werden, um mit dem Kreuzsr „Dcstaing“ nach den Antillen abzugeben.

Infolge dLsTadelsvotums, welches die Dcputirtcn- kammer in ihrer Sißimg vom 30. März gegen den friihi'rcii Gencral-Staat-Zcinwalt Our; nat) de Beaurcpaire Wkgcn seines Zögerns, die gcrichilicbs Verfolgung in dcr PanmrmÄlngclcgeiibcit einzuleiten, ausgespxochen batte», be- schäftigte fick) die Disziplinarkamnier fiir richterliche Beamte mit dem Fall; sic biscbloß, ein Brrfahrcii gcgen Quesnay de Bcaurspaiic nicht cinzuleitcn.

Rußland.

Der Botschafter der Vereinigten Staaten Hitchcock hat, wie „W. T. B.“ aus St. Petersburg erfährt, dsr russischen Regierung den seit dem 21. April bestehenden Krichzustand zwischen den Vereinigtkn Staaten und Spanien noiifizieit.

Italien. _

Ju Amvcsenheit des Königs und der Königin, der Bebördsn und einer zahlrcickién Menschenmcnge fand, wic „W. T. B.“ berichtet, gxstcrii in Florenz die C'iiiweihung dcr Trnkmälcr des Staaiswmmcs und langjährigen Bürger- msistcrs von Florknz Peruzzi und des friiheren Ministérs Ricasoli siait. Die Majestätc'n wurden mit großer Be: gcisicrung begrüßt.

Dic Deputirtenkammcr genehmigte in ihrsr gsstrigcn Sißung dcn (Mseßeiiiwurf, nacb wclchem die Herabscßung dcs Gclrcidezollcs bis zum 15. August 1). I. in Kraft bleibt. In Beantwortung einer Anfrage des Dc utirten Locbi erklärte der Unter : Staatssekrctär des 5 eußern Graf Bonin: weder dsr Vertrag vom Jahre 1871 zwischen Jtalicn und dx'n Vcrcinigtcn Staaten noch das neuer- liche spanischc Dekret führe Kohle unter den als Kriegs- konircbande angriebcncn Artikeln auf; es liege deshalb keinsrlei Gefahr fiir den internationalcn Kohlcnbandel vor. Auf eine An: frage, BLE Dcpniirten Ca rl [) di 91 Udiiii crwidertc (HrafB on in: Spanien habe erklärt, daß cs Schwcfel unter die KkikgSkOiitW: baiidcrcckiiic, Dic italienischc§11cgiciung sei von der Wichtigkeit des Schwefeibaiidcls für Italien und bcsondrrs fiir Sizilien durch- drungen iind cbsnso von den ihr oblicgciidcn Pflichten. Troß: dem aber bitte er, jkßt sich mit dicser Vcisicherung zu begnügen und zu gkstaticii, daß er zur Zeit von wcitcrcn Erklärungcn Abstand nehmen Auf eine An: frage dcs Dcputirtcn Nocito erklärte der Minister: Präsidéni di Nudini: dcr chierung sci kcine Mittheilung von einer Anwerbung von Miiirosen fiir die' Vercinigtsn Staaten zngcgangrn. Jedenfalls wiirden Verfügungen erlasskn werden, daß dis Neutraliiätspfiicbtcn und dis Bcstiinmriiigen dcs Strachscßcs streng zu beobachten seien. DiE Kammer vcrtagtc sick) sodann bis zum 12. Mai.

11 Bari wurdcn gesicrn wegen der Bi'oiprcise ernste Aiisicbrcirungcn begangen, an denen sich etwa 2000 Per: sonen, darunter auch Frauen und Kiiidc'r, betbeiligtcn. Dic Manifkstantcn scßicn die ZoUl)äUscr in Brand, drangen in das städtische Stcucrburemi ein und vcrbraimicn die Papiere. Sic vcrwiisicicn aiick) die öffentlichen (Gärten und zertrümmertcn dic Laternen. Die Versuche, in die Wohnung des Bürger- meisicrs und in die (Gefängnisse einzudringen, wurden von den Truppcn vereitelt. Etwa 50 Personen wurden verhaftet. Zn Faciiza fanden vorgestern ebenfalls Unruhcn infolge der hohen Brotprcifc statt.

Spanien.

Der „Agencia Jabra“ zufolge handelt es sich in Punkt (; der aus Anlaß des Kricgks Eingebrachtcn besonderen Finanzvorlagc (s. die nach Schluß der Rcdaktion einge- gangenen Depeschen in der gestrigen Nr. d. Bl.) nicht um die Umwandlimg dcr Titres der auswärtigen Schuld in solche der inneren Schuld, sondern lediglich um die Einführung des Affidavit fiir die Inhaber von Schuldtiircs im Auslande.

Zn Bayonnc sind, Laut Meldung ies „W. T. B.“, Depeschen aus Madrid cingcgangcn, nach denen ein aus vier Panzerschiffen und drei Torpedojägern bestehen: dcs Geschwader am Dienstag“ in Scc gegangen ist. Es heißt, das Geschwader solle die Laupi-Hafonplä e der amerikanischen Nord-Staaten anarcifcn. in anderes Gcßchwader sei in Cadix in Bildung begriffen.

Die Vkrsinigung von Rhcdcrn in Barcelona hat an die Regierung einen Protest gegen die Wrgnahme spanischer Schiffe durch die Amerikaner mit dem Ersuchen erichtet, den französischen Vcrirctcr in Washington zum Ein?chrcitcn ver: anlassen zu wollen.

Dänemark.

Der Prinz Georg von Griechenland ist, wie „W. T. B.“ meldet, gestern Abend in Kopenha cn eingfe- troffen. Der Prinz Waldemar fuhr Höchftdemßelben bis Röskilde entgegen. Auf dem Bahnhof in Ko enha en waren der König, die Königin und die Prinzes in aldemar zum Empfang anwesend.

Amerika.

Jm Repräsentantenhause hat, nach einer Meldunä des „W. T. B.“, gestern die Debatte über die Kriegskosienbi begonnen. Dingle eröffnete dieselbe mit dem Hinweis darauf, daß es das i(btigste sei, S ulter an Schulter zu stehen, um den Feindseligkeiten sobald a 13 möglich ein („Ende zu machen. Es sei nothwendig den Schaßsekretär zu ermachßßen, im Namen der ReiZierung Änleihen zu machen. _ Der FU rer der Opposition Ba let) erklärte, er werde die Bil] annehmen- xalls die Republikaner die Vorlage, betreffend eine Einkommen- teuer, gutheißen würden, durch welche ein Mehr von 100 Millionen aufgebracht werden könne.

Der öchstkommandierende der amerikanischen Truppen, General iles hatte Jestern Besprechungen mit Vertretern der cubanischen Aufständs _en.

Am Dienstag Abend md 4000 Mann von Chicago nach dem Lager von Springfield abgegangen. Der Gouverneur von Maine, Hat eingeordnet, daß dis Streitkräfte dieses Sinats am 2. Mai xnobil gemacht werden. _ Die Konzentration der schweren ArtiÜinie der San Francisco hat begonnen; an drr KüsZe von Kalifornien soll ein Patrouillendienst eingerichtet wer en.

Dem „Neuter'schen Bureau“ wird aus 1121) West ge- meldet, daß _die amerikanischen KrieJSschiffe „New York“, „Cincinnati“ und „Puritan“ gestern die Forts von Mantanzas bombardiert hättc-n. Das (Gefecht habe um 12 Uhr 45 Minuten Nachmittags begonven und eine halbe Slt'rtéde gedauert. Die Amerikaner hätten keine Verluste eri en.

Zn Key West hat sich das Prisengericht konstituiert. Die nischeidungen desselben sollen abér erst bekannt gemacht werdcn, wenn die ganzeFrage geregsli sein wird. Das Krie'gs: departement hat Anweisungen cribeili, die ;icfang-sncn Spanier mit aller Riicksicht zu behandeln. Die Offizikre werdsn als Jeugcn zurückbehalten, dachen ist die Mannschaft berei1s in Freiheit geseyt 1130150611. _ Das spanisch Schiff „Bolivar“ ist von dem amerikaiiischcn Kreuzer„Deiroir“ aufgebracht worden.

Aus avanma msldki dch „Ncuirchbe Bureau“, daß das spaiiis e Kationciibbot „Ligcra“ auf der Hübe von Cayo Pikdra bci Mantanzas dcn amcrikaiiiscben Torpsdojäger „Cushing“ gxtroffen [)abe. Dikfcr habe aiigefdngen zii feuern, bis„Liqcra“ babe mit 10 Schüsscn geantwortet, worauf

. sick) dsr „Ciisbing“ bischädigt zarückgezogen habc. _ Der

spanische Dampfer „Monscrrat“ ift wohlbehalirn in Cien- fuegos angekommen.

Die Kommission der Kolonialiéegicrung, WL1chL sich in das Lager der Aufständischen bbgchn hatte, um mit diesen zu verhandeln, ist von dort noch nicbt zurückgekehrt. Jn §)kcgicriingskrciseii [)cißi ('s, daß die Anstrengungen, (“inen Frieden mit dcn Aufständisibcn zu stands zu bringen, keinen *rfoia gehabt hiitieén.

Nach eincr dem „New York Herald“ (ius Panama zuge- gangcncn Meldung dürfte ein Krieg zwischen Nicara ua undCosia Rica Uiivermsidlick) sein. D*:r General nge tszias Habe sick) in Bkglciiung von Offiziercn in Punta Arxnas nach der Grenze von Nicaragua cingsschifft, um sick) an die Spiße der Truppen zu stC-llen und die Operationen gegen den Prä i: denten von Nicaragua, Santos Zelaya, zu beginnen.

Asien.

Dcr „Timcs“ wird aus Hongkong gemeldet, daß das

amcrikani1ch6©91chwadcr g(stcrn nach Manila in See eganxkcn sei. Der britische Kreuzer „Jmmortaliié.“ folge cr F ditc.

Wie das „Rcuter'sche Bureau“ aus Yokohama erfährt, ist die Dcmission dss HandelS=Ministcrs, Barons Ztomiyoji angenommen worden, Graf Kaneko werde sein Nachfolgsr werden.

Der kommandisrcnds Admiral in Manila hat tele: graphisch nach Madrid bcrichict, daß er mit dem Geschwader ausiiclaufon sei, um Aufstellung zii nchmsn und den Feind zu erwarten. Das amerikanische Schiff „Saranac“ ist von dem spaiiischen Kanonenboot „El Cano“ aufgebracht und in den Hafcn von Iloilo geschleppt worden.

Parlamentarische Narerichtcn.

Di“: Berichtc Über die «716117137611 Sißungcn des Rcichiagcs, dcs Herrcnbauscs und des Hauses der AÖCYLOTOULU'U bsfindcn sic!; in dcr EkstLU und Zweiten Beilagc.

_ In der heittigcn 177.) SiHung des Reichs: ages, welcher der Staatssekrctc'ir des Innern, Staats- Miiiistcr 111“, Graf von Posadowsky-chncr, dcr Staatssekrciär dcs Auswärtigen Amts, Staats-Ministcr von Bülow, dar Siaaissckrciär dcs Reichs-Iustizamis [)]: Nikbcrding, der Staatssekretär dss RcichsWosiamW von ?.;odbiciski und dcr Staatssekrciär drs 91cichs:Schaßamts )1'. Freiherr von Thielmann beiwohntcn, stand (Ulf der Tagcsordnnng zunächst die erste Lasung der aus den Be- rathiingcn des 1897 abgehaltenen Vostkongrcffcs hervor- gcgangcncn VcrtragSurkundcn: dcs Wcltpostvcriragcs und der mwschicdeiicn Anbangsvrrtxägc.

Nack) ciniqcn crläutcriidkn Bemerkungen des Staats- sekretärs dcs REichS:POstamis von Podbielski wurdc dcr Weltpostvcrirag oline jcdc Debatte angenommen.

Es folgte die erste Bcraibung dcs (Heseßcniwurfs, betreffend die Handcleeziebuiigcn zum britischen Reich. Dadurch wird dsr Bundksratk) ermächtigt,)en An: gehörigen und Erzeugnissen dcs vereinigten Konigreicbs von Großbritannien und Irland sowie den Angehörigen und Erzeugnissen der britiswcn Kolonien iind auswärtigen Bcsißungcn fiir die Zeit bis zum 30. Juli 1899 die;»xnigcn Vortheile einzuräumen, die seitens des Reichs dcn Angehorigcn oder den Erzeugnissen dcs mcistbcgünstigicn Landes gewahrt werden.

Auch diese Vorlage gelangte nach einigcn (mpfchlqnden Worten des Staats ekrctärs des Innern, Staais-Mimsters ],)r. Grafen von 5 osadowsky-Webner obne weitere Debatte in erster und zweiter Lesung zur Annahme.

(Schluß des Blattes.)

_ Das crrenhaus scßie in der heuti en (12.)Sivung, welcher der eichskanzler und Präsident cs SiaaiS-Mim- teklums Fürst zu HOhenlobc, dcr Vize:Präfidcnt des Staats:

inisteriums, Finanz=Mini ter Dr. von Miquel und der Minister für Landwirthschaft 2c. Freiherr von Hammer: stein beiwohnten, dic Berathung des Staatshaushalts- Etatsfür1898/99bcimEtatderDomänenverwaltungfort.

Graf zu Zum und Knyphausen bedauert, daß die Fonds für Meliorationen iurcb Deichberbände xc. in der Provinz Hannover Uicht aUSreichten.

Beim Etat der Forstverwaltung giebt

Grax zu Inn- und Knyphausen seiner Freude darüber Aus- druck, da die Regierungen in OLnabrück, Aurich und Stralsund mm- “Mehr den anderen Regierun en vouständig gleichgesteüt seien, sodaß man ni t mehr von Reg erungea zweiter Klasse sprechen könne. Redner eklagt die Belästigung, die dem Ober - Forstmeisier von Q,Snabriick durch die Dienstreisen insofern erwachse, als er für die E*sk'1k)al)nfahrten infolge ungenügender Verbindungen zuviel Zeit ver-

" Arbeit nieder eleat und sind in den Ausstand getreten.

wenden müffe. Die Zahl der Oberförstereien in den Inspektions- bezirken OSnabrück und Aurich sei zu gering; sie betrage zusatximen nur 5, wahrend durchschnittlich in jedem Bezirk 7 sein sollten. Von der überlasteten Inspektion in Hannobcr müßten einige Oberförstereien der Inspektion in Osnabrück zugetheilt werden. Ferner sollte der Minister an Steue der ostfriesischen Regierung die dortigx Inspektion selbst vornehmen; das würde für die forstlichen Verhaltnisse in Ostfriesland ein Segen sein.

Ober-Landforstmeistkr Donner: Wir werden die Verhältnisse dsyForstverwaitung in Hannover gern nochmals in Erwägung ziehen. Bet der Einrichtung der jefßii-ien Verwaltung haben aber schon ein- chnbc Erwagungen stattqe uxden. Allerdings sind zwei Förstereien von

snabrück skb!" weit entfernt; aber dort besondere Forstmeister anzu- stellen, würbc der preußischen Sparsamkeit nicht entsprechen.

(Schluß des Blattes.)

Nr. 17 der ,Veröffentlicbungen des Kaiserlichen Ge- sundheitsamts“ Vom 27.APril hat folgenden Inhalt: Gesundheits- stand imb Gand, dxr Volkskrankheiten. _ Zeitweilige Maßregeln geqen Pest. _ Desgl. chLn Gelbfieber. _ Erkrankungen und Todesfäkie im englischen erre, 1895. _ Geseßgebung u. s. w. (Deutsches Reich.) AusWaniwrerscbiffe. Schluß.) _ Arzneitaxe. _ (Preußen. Berlin.) Bau-Polizeiordnung. _ Medizinalbersonen. _ (Neg.-Bez. OPOLln.) Ansieckende Krankheiten. _ (Reg.-Bez. Liegnitz.) Schwäne- seuchen. _ (Hessen.) Diphtheriebeilserum. _ (Braunschweig.) Desgl. _ (LÜÖLck.) Rindereibfubr. _ (Elsaß-Lotbringen.) Butter 2c. _ (Velgisn) Rindvieb. _ (Rußland.) strn-Serum. _ (Spanien.) Schiffe. _ (Vereimigis Siaaisn von Amerika.) Quarantäne. _ (Canada.) NahrungsmiitcT. _ Gang dkr Tbierscucben in Rußland, 1897/98. _ Rinderpest in der Türkei. _ Zsiiweili e Maßregeln 980811 Thier- seucbsn. (Denisches Reich, Sachsen, HSLänemark, Rumänien.) _ Verbandkungxn bon grseßgebsndsn Körperschaften. (Deutsches Reich,) 3. Beraibung des (Etats 066 R21chSamts des Innern. _ (Preußen.) ThikrsSUÖLn. _ (Sackysen-Wcimar.) Viebversicherung. _ (Norwegen.) LLjchkUVi'rbkkUUUUg. _ Vexmischics. (Deutsches Reich.) Botanische Zeniralftcllc. _ (Prsußsn, Saarbrück€n.) Typhus. _ (Hamburg.) Butter. _ (Frankrkicb) MouiÜage. _ (Egbpten) Internationaler Gssundbkitsiatb zu Aikxandiisn. _ (Canada.) Butter und Käse. _ Gsburtkn und Sterbefällk in Frankfurt a. M., München, Nürnberg, Leibzig, 1897. _ Gescberiklific'. _ Wocheniabeile über die Sterbe- fälle in deutschen Ortsn mit 40000 und mehr Einwohnern. _ Disgl. in größrrcn Städten des Auslandes. _ Erkrankunqxn in Krankenbäusxrn dsutschr Großstädte. _ Desgl. in deutschen Stadt- und Landbkzirken. _ Wiiierimg. _ Beilage: Gerichtliche Ent- scheidungLn zum Nahrungsmittelgsseiz (Obst, Fruchisäfie).

Statistik und Volkswirthschast.

Der Fleischberbrauch in Frankreich.

Nach dem jkßi auch in isinkm tcxilichcn Theile vorliegenden Wkrke „Ziabigquus QJ1'1001S (10 18. Krancxs, ])551166 pm“ 16 1111111315113 (18 1'4Zr10111wr6, 1)er011011 (16 1'11Zr10111i.11r0_ 1265111135138 JÖUÉL'UUIT 36 1511611010 (1609115510 (10 1892“ stellten fish die Mengen des von im Lande geschlachieten Tbikren geliefkrten Fisischas, wie folgt:

Rindflcisä) Schai- u. Schweinefleisch Zusammen Ziegenfleiscb 12 )x? I kg 1892 . . 730 037 799 161 547 558 455 359 873 1 346 945 230 1882 . . 685 005 807 167 648 773 387 304 772 1 239 959 352

1862 . . 479 960 724 114 807 913 377 703 832 972 472 469 1840 . . 309 655 734 81 579 706 290 446 475 681 681 915

Wik mcm siebi, ist die Produktion von 1882 bis 1892 im Ganzen um 106985 878 K;; odbr 7,94 % gewachsen, und zwar die Produktion von Rindfle'iscb um 45031992 1»; (1de 6,57 0/0, die von Schweinsficiscb Um 68055101 ].]; oder 17,57 %, wäbrknd die Produktion bon Schaf- Uiib Ziegenflkiich iim 6101215 kg oder 3,63 % zurückgcgakgen ist.

Die Fleischbrcise haben sich, für 1 kg bcrechnet, folgender-

maßen bcwsgixR dsl sch Sch ifi ck Z fl ck

in 91 a 911 ieqen eis Sch1veinsfiei 1892 . . . 1,46 Fr. 1,69 Fr. 0,96 Fr. 1,33 Fr.sch 1882 . . . 1,58 , 1,76 , 1,02 . 1,51 , 1862 . . . 1,11 1,24 , 0,81 1,26 , 1840 , . . 0,75 0,80 , 0,45 , 0,84 , Im Vergleich mit dsm Jabrx 1882 wies das Jahr 1892 durchweg 6111711 Rückgang auf, wsnn auch die Preisc noch 8rb€blich übst dknen Von 1862 gkblieben waren.

Ein besonderes Jntcreffé babcn nachstehende Angaben über den Verbrauch von F1€ifch _ cinsch1i€ß1ich dcs frisch cingéfübrten _ pro Jahr 111155?on der städtischen und ländlichen Be- völkeru ng. Als Siädix smd dabei alle Orte mit wenigstens 10 000 Einwohnern svwiS bie Pai-pwrie ber Departements uni) Arrondiffe- ments verstanden. Pro Kopf und Jahr betrug der Fleischkonsum

in 0811 kStäbten aufdemLande überhaupt

8 kg kg 1892 . . . . . . . 58,12 26,25 35,59 1882 . . . . . . . 64,60

21,89 33,05 1862 . . . . . . . 53,60 18,57 25,92

Es ist also in den Städten im Jahrs 1892 der Fleischberbraucb pro Kobf um 6,48 0/9 kleiner gewesen als 1882, während er auf dem Lande 1892 um 4,36 % größer war als 1882. Die Hauptgründe für diese Erscheinun erblickt die amtliche Statistik in Folgendem: In erster Linie und auptsäcblich sei die Zunahme des Konsums alkoholischer Gitränkc als ein Grund der Abnahme des Fleisch- konsums in den Städten zu bezeichnen. Ueberall, wo der Verrbraucb derartiger Geträxike stark zugenommen babe, zei 8 sich eine Abnabms des Verbrauchs jolider Nahrungsmittel. Dazu omme die überhandnsbmenrc Sitte der wohlhabenderen und besonders am Fleischkonsum betbeiligixn Stadtbewohner, in den Sommer- monaten die Städte zu veilaffxn. Die Zunahme des leiscb- konsums auf dem Lande möge zum ibeil durcb letztere itte mii bsdingt werden; der Hauptfaktor sei dabei aber unstreitig in der Ver- allgemeinerung des Woblsiandks innerhalb der eigentlichen Land- bevölkerung selbst zu finden.

Zur Arbeiterbewegung.

In Cassel sind der ,Madbg. Ztg.“ zufolge die immerleute, 400 bis 500 an Zahl, wegen Lobnstreits in den Aus tand eingetreten. Viele jüngkre Leute sind bereits ab ereist.

Aus Liegnix wird dem , orwärts' zum Ausstand der Maler und An treicber (vgl. Nr. 96 d. Bl.) berichtet, daß die Arbeitgeber eine 15prozentigc Lobnaufbcfferung zugestanden haben; damit sind die Forderungen dks Gehilfen zwar noch nicht erfüllt, doch haben einige Ausständige die Arbeit wieder aufgenommen.

In Neumünster haben die Klempner nach demselben Biatt eine Lohnaufbefferung erreicht und den Ausstand für beendet erklart.

In Wirges haben die Glasmacher, 400 an der ?a l, die

!) WsfZ id b Mid sZa ieitbe1 Von der „R en.- c't. tg.“ we ergege enen e ung o , we e dem Theilausstande im Februar, auch jest die Forderun nach besserem Matsrial zur Hersteüung der Flaschen, welche das We nicht gewährt bat, Ursache des Ausstandes sem. ,

In Hamburg find einer Mittheilung der Berliner „Volks- tg.“ zufolge die Bäckergesellen und Konditoren in eine ohn-

bewegung eingetreten.

Kunst und Wissenschaft.

Die diesjährige Generalversammlung des Gesammt- vereins der deutschen Geschichts- und Alterthumsvereine findet im Monat September zu Münster in Westfalen statt. Der Verwaltungsausscbuß ersucht die Vereine, ihm unter der Adre, e des Vorsiyenden, Geheimen Archiv-Ratbs Reuter, Berlin 02, Koster- straße 76, die Anträge und Anregungen, die auf der General- versammlung zur Verhandlung kommen soilen, bald mitzutbeilen, um danach das endgültige Programm aufsteüen zu können.

Laud- und Forstwirthschaft.

In der die Berichterstattung der land- und forst- wirtbscbaftlicbcn Sachberständigen bei den Kaiserlichen Vertretungen im Ausland enthaltenden Beilage zu Nr. 8 é1898) der „Mittheilungen der Deutschen Landwirtb- “cbafts-Gesellscbaft“ vom 25. April führt der Sachverständige in Buenos Aires seinen Bericht über die argentinische Schafzucht zu Ende und beiickytet ferner sebr eingeböiid über die Rindvieh- und die Pferdezucht in Argentinien.

Für die vom 30. Juni bis 5. Juli in D resden statt- findende große Jabrbs - Ausstellung der Deutschen L'andwirtbschczfts-Geseilschaftfind 436 Schweine angemeldet, die sich, auf die 6 verschiedenen Klassen, wie folgt, vertbeilen: 1) Weiße Schmeine in aizsgeiprochencm Cdelscbwein-Typus (engl.) 192; 2 , schwarze Schweine in ausgesproébenem Berkshire- und Foland ma-Typus 53; 3) unveredeite Landschweine 12; 4) veredelte

andschweine in ausgesprochenem Landscb'rvein-Tyvus 93; 4a) Meißner

Landschweine 45; 5) sonstige Sibweine 9; 6) beste züchterische Leistung (Muitersck)wein mit Ferksln), 32. Das Königrsich Sachsen ist mit der böchsien Zahl, 63, an' dieser Tbiergatiung betbeiliqt; es folgen die ProvinzenHannover mtt 52, Schlesien mit 51, Wkstfalen mit 48, Brandenburg mit 41 R. Die höchste Beibeiligung in einer Klass zeigkn Westfalen mit 39 (in 4) und Königreich Sachsen mit 33 (in 43). An Preisen sind 6080 «16. ausgeseßt.

Dis Landwirtbschaftskammer der Provinz Sachsen Plant die Errichtung eines Korniagerbauses in Nordhausen; aucb, dix landwirtbschaftliche Central-Genossenschaft Raiffeisen u. Cons. beabsichtigt dis erstellung einer solchen An- lage, und zwar in Erfurt.

GesundheitSivesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten.

(Aus den „Veröffentlichungen dss Kaisersickyen GesundheitSau-its“ Nr. 17 vom 27. April)

Pest.

Arabien. Vom 3]. März bis 10. April wurden in Djebdab 1,Erkrankung und 12 Todksiälle festgsstelli; insgesammt zählte man seit dem Beginn der (Epidemie am 10. März 17 Erkrankungen und 29 Todesfaüe. _ Einem Bericht born 1.“April zufolge waren bis zu dieser Zeit die Todesfälle sämmtlicb unter den Hadramauti vor- gekommen, Welche in den sogenannten „1178115011“(HQUS) wohnen. Unisr dieser Bezeichnung sind Hofräume zu verstebén, an deren von vier Seiten sic umgebende Mauern sich büttenartige Wohn- und Schlafstatteri lehnen. Nur in zweien dieser 117555011 waren im bori en Jahre Pestfakle beobachict wvrden. Fast (1118 diesjährigen esifaüe enden nach vier- bis iünfstündigem Verlauf tödilich, obne da es zur Bildung Von Beulen kommt. In den Listen fehlen die zahlreichen Todes- fäÜe bei den Frauen, da zii deren Besichti ung die Sanitäis-Aerzte nicht zugeiaffen werden. Die Bevölkerung it sebr gereizt und bedroht die Sanitatsärzie, rvsil burck; das Verbot dcr Pilgerpassage der ge- wohnte reiche Erwerb abgeschnitten ist. Die Anordnungen über Des- infektion dcr Haussr und das Verbrennen der verssuchten Effekten können wkgcn der Haltung dsr Bevölkerung nicht durchgeführt Werden. Die Angehörigen plündern die Effektsn der Erkrankten noch vor er- folgtem Tode und Verkaufen sie sofort.

Britisch;Osiinbie_n. In Karachi kamin in der leßten Woche, des Marz zwxi Falke der Pest vor; dabon betraf der eine einen in dcr Quarantane tation am Hafkn bon Bombay eingetroffenen Reisenden, Welcher sofort in das Jsolier-Hofpital in Manora be- fördert wurde, der zweite am 25. März einen in der Stadt wohnenden Tischler, der in der Quarantänesiation beschäftigt wurde. Beide Julie berliefcn 171_cht. Seit dkm 12. April tritt die Seuche jedoch in Karachi epidemiicl) auf.

Hongkong. , Einer V.!"iiiibeilung Vom 14. März zufolge sind Vom 1. Januar bis 11. Marz d. J. Einschließlich 109 Chinesen an der est erkrankt und 92 gkstorben. In der Woche vom 19. bis 26. ebruar kamen 42 Todesfäüe bor; seitdem wurden die Fälle seltener; in den ersten Ta en dss März kamen täglich nur 1515 2 neue Erkrankungcn vor. in 12. März sind indessen wieder 7 Per- sonen an dEr Pest erkrankt und gestorben.

Cholera.

Siam. Einer Mittheilung Vom 16. März zufolge waren in den Vorausgkgangenen Tach in Bangkok unter der eingeborenen Be- völkeriing aÜe bop Cholera mii tödtlicbem Ausgang vorgekommen. Yon grzilicbcr Seite Wurde die Sterblichkeit auf etwa zwei Todes- falle taglich geschaizt.

Gelbfieber.

In Rio de Janeiro wurden, den „13115110 11931511 rsyorbg“ zufolge, vom 9. Januar bis 18. Februar 56 Tobesiäüe festgestellt, ferner auf Cuba Vom, 11. bis 24. März in Havanna 2 und in Regla 1, vom 13. bis 19. Marz in Sagua la Grande mehrere.

Verschiedene Krankheiten.

Pocken: St. etcrsburg 3, Wars au 8Todesfäile; Christiania 3, St. Petersburg 25 rkrankungen; Fle tyvbus: Warschau 2 Todes- falie; St. Petersburg 5 Erkrankungen; Genickstarre: Re „Bez. Schleswrg 2, New-Yotk 8 Todesfälle; Berlin, Req.-Bezirke eldorf und Schleswig je 218xkrankungen;Keuchhusten: London 59 Todesfälle; Kopenhagen 92, Wien 39 Erkrankungen; Influenza: Berlin 3, rankfurt a. M. 2, Amsterdam 3, London 32, New York 6, aris 5, QYWtersburg 10, Rom 4, Stockholm 2 Todesfälle; Nürn erg 63, Sto holm 20 Erkrankungen; Tollwutb: New York und St. Peters- bizeg je 1 Todesfall; epidemische Obrspeicheldrüsen-Ent- zundung: Wien 95 Erkrankungen. _ Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenen starb an Masern (Durchschnitt aller deutschen Berichts- orte 1886/95: 1,15 0/9): in Bielefeld _ Erkrankungen kamen vor in Berlin 42, Breßlau 167, in den Re kerungsbezirken Königsberg 157, Posen 175, Schleswig 155, Wies aden 134, in Hamburg 149, Budapest 88, Edinqu 52, St. Peiersburg 107, Wien 404 _ an Diphtherie und rouv (1886/95: 4,27%)111 Königsb tte _ ErkrankunKen wurden gemeldet in Berlin 68, im Re .-Bez. üffel- dorf 91, openbagen 25, London (Krankenhäuser) 1 9, atis 46, St. Petersburg 106, Stockbolm 24, Wien 57 _ eßgl. an Scharlach in München 25, Hamburg 23, Budapest 31, Edin- burg 77. London (Krankenhäuser) 217, Paris 105, St.Petersburg 49, l5,1531en158123_ deSgl. an Unterleibstypbus in Paris 28, St.Peters- urg .

Oestereich-Ungarn.

Das 5 erreicbische „Reitbs-Gesevblatt für die im Reichsratb vertretenen öni reiche und Länder“ vom 20. d. M., Nr. R71, ver-

öffentlicht nachste ende V e r o r d n u n g: