1826 / 196 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Wed, 23 Aug 1826 18:00:01 GMT) scan diff

.

782 .

Etagen aller Häuser von Saskawa bis zum Kreml 1334“ ren mit Drapperien aller Farben verziert. Die großen Palais sogar mit Goldstoff, Sammt, Seide und Cafi- mir mit goldenen Franzen, Borken und O.Uästen, und kostbar gewebte Deck.:r hingen über die Balkone. Um 3 Uhr gaben 9 Kanonenfchüffs dem Milicair das Stg- nal zum Einrücken in die Stadt, wo es an beiden Seiten der Straße, 3 Mann hoch, aufgestellt wurde. Um 5 Uhr verkündeten 71 Kanonenfchüffe der Majestä- ten Ankunft an der Saskawa und das Glockengeläute ertönte aus auen Gegenden der Stadt. Se. 'Majkskät der Kaiser erschienen zu Pferde, Ihm rechts and links ritten S. K-aiserl. H. der Großfürst Michael und Se- Köxségl. Hol). der Prmz Carl von Preußen, umgeben von einer außerordent1icheu Suite Rux'sischer und aus- wärtiger Generale und Adjutanten. Ihre Majestät die Kaiserin Alexandra Foodorowna, nebjk Sv. K. H- dem Großfürsten Alsxander Nxcolai, AQerhöchskderselben zur Seite Wend, fuhren in einem prachtvollen Wagen, und wo das Allerhöchste Kaiser-Paar sic!) uahce, er- schollen die Jubelcöne des Volks. Der-Zag war grade 3 Werft lang, denn als die Zee, Divrjion Chevalier: Garde, die denZug eröffnete, an derSasrawa anlangte, so waren “die Postillione, die thn bsschlossen, noch an der Petrowsky Palais-Pforce. Zu der 7cen Stngde wurde die Feierlichkeit erst beendet. Am Abend 191) man die Stadt erleuchcer. Auf dem Twerschen Boule- vard, den der Hr. Kriegs-GMeral-Gouverneur auf das Prachtvsllste zu erle'uchcen befohlen hatte, drängcsn fick) ;die hohen Herrschaften am Abend um 11 Uhr noch durcheinander, ihre Equipagen zu erhalten, und es wurde ?icrernacht, ehe fich Alle entfernen konnten. Der Tag der Krönung des Aüerdurchlauchtigften Kai ser-Paares _ist wegen dsr eingetretenen Fasten, die erst am "15. August enden, noch ausgesetzt, aber noch kein Tag» dazu bestimmt m_orden.

Christiania, 10. August. “Die heutige Reichs- zeikung theilt das Badger des Königreichs Norwegen

fü? das vergangene Jahr 1825 mit. Die Etnnahmen beliefen sah, demselben zufolge, auf 513,989 Spec. Sil- ber und 1,948,296 Sp. Zettel; Oje LLUIgaben auf 395,75? Spec. S. und 1,947,760 Sp. Z.

' Kopenhagen, 15. August. Am 11ten d. ist der Generak-Major Prinz Wilhelm von Hessen mit seiner Gemahün auf dem Dampfschiff Prinzessm Wilhelmine

nach Kiel abgegangen,“ um eine Rsise nach, Hessen an:

zutreten.

In Folge der großen Hitze ist diesen Sommer die Sterblichkeit hier sehr bedeutend gewesen.

Einige Blätter wollen waffen, die Dampfbootschiff- faßrc ztßisehen hier und Aarwuus werde eingetretener Hindernisse wegen bßkd aufhören.

Zn Aarhuus ist zur Zeit nicht eine Tonne Roggen zu bekommen, und man wünscht daher, daß wie in Ribe, Aalborg :e. die Königl. Magazine geöffnet wer- den möchten. _

Inder Nähe von Helsingör isc inFolge der außer- ordent_lichen Hcße und Dürre ein Erdbrand ausgebrsMn, Sex; man durch Graben-Umziehung Einhalt zu than u t.

Am 8cen d. früh Morgens» hat Man zu Odense eine Fcuerkugck bemerkt, die ungefähr die GTW? des Vollmonds hatte.

Hamburq, 18. August. Aus dem chklenburgé- schen und Holsteinischen gegen die traurigsten Nachrich- ten über die Folgen der Dürre eén. Wie in England Werden die Weiden so kahl, daß es dem Milchvieh durchaus an Futter mangelt. Die Hafer: Erndce kaum eine halbeErndte zu nennen; schlémmer aber noch

1

K sten Béwohner gewonnen.

soll das Vertrocknen der Kartoffelfesder sein, welches an einigen Orten große Besorgncß [ür eine gänzliche Miß- erndce "regt; mehrere der sonst ausführenden Gegenden werden einer bedeutenden Einfuhr bedürfen.

folge soll am 5. d. der Erdrheilungs-Vertrag zwtschen

deu Sächsischen Fürstentyümern abge|chlossen word“,

sein. "Meiningen, heißtes, behält Alles, was es hat (184! QdOJ-Teilen mit 58,100 Einwohnern), und erhält dazu 1) ga-üz Hildburghausen (11 QMM. mit32,000 Einw.); 2) ganz Saalfeld (8 Qd.M. mit 21,400 Emm); 3)“; Gothaische Amt Krantchfeld und das Altenburgischeämx Camburg (zusammen 3 Qd.M. mit etwa 5000 Einw.). Im Ganzen erhält INemingen also 22 Qd.M. mn 58,000 Einw., und tsr somit nun WZ Q0.M. groß, worauf 26 110500 Einw. zählt. Da die Aemter Kra- nichfeld und Camburg im SW. und NO. der Hany:- masse der Weimarischen Befißungén und von dem Mei; ningenschen entfernter liegen, will Meiningen diese an

*.*Weimar abtreten, und von Weimar dafür das westlich

an Meiningen gränzende Amt Kaltennordheim nehmen.

«Kyburg behält Koburg und Lichtenbergßeneö mic % QDQM. und 35,500, dieses mit 11 QO.M. und 26,800 Einw.) und erhält das Fürstenthum Gotha, au, ßer Kranichfeld, (27 O.Ö.M. mit 80,000 Entw.). Es verliert Saaxfeld (s. oben), hatte bisher, mit Qiesem, LZH QMM. und 83,200 Einw. und von nun hat es 4T QMM. und 141,800 Einw.

Hildburghausen erhält das ganze Färstenthum Ill- tenburg, das einzige Amt Camburg ausgenommen, also 25Z QMM. mit 108,000 Einw., hat also einen Zuwachs von 14H-Q0.M. und 76,000 EMW. Hildburgyauscn, das Färstcnyaus, hat bei Qteser Theilung gewiß das Meiste, den fruchtbarsten Landstrich und die VLTMÖFLUÖ; Die Stadt Hßleurglwusen, eine kleine, hübsche und freurxdliche Rcsidenz-Scaot, vx- [iert ungemein, da ihr nun" der Hof und die Regierung entzogen werden, wovon ste fast einzig bestanden.

Nürnberg," 18. Aug. Vorgestern Abends 8 Uhr traf Sc.C'xc. der K.Franz. Gesandte am Wiener Hofe, Hr. Marquis v. Caraman, von Wien hier ein, über- nachten: im bakerschen Hofe, und selzte gestern früh seine Reise nacl'x Frankarr sort. Derjelbe begiebc [W, wie ekheißc, nach den Niederlanden.

Wien, 16. Aug. “Aus Admont (in Obersteier) wird unterm 6. Aug. gemeldet: Gestern zwiscveuZ and 4 Uhr Nachmittags stiegen an drei verschiedenen Seiten schwarze Gewitterwolken am Himmel empor, und vereinigten fich endl'cch in der Mirco des htestxn Thales. Es wurde um 5 Uhr Abends so finster, wie sonst um die ZCék, wo wan ein L?ck)t anzuzünden pflegt. Der Ausbruch eines heftigew Regenguss: mit wenigen an die Fenster geworfenen Schtossen ließ ein baldiges Vorübergehen des Gewitters vermurhln. Plölzlich sußr der Blitz in den oer Prälatur“ näher stehenden Uhr- churm, brach bei den beiden Ztfferblätcern, die einander gegenüber stshen, in den CHN“, wo eben die Stiftsgeist- lichen zu Verrichtung Des Chorgebecs versammelt wa- ren, sprang von den Vierkelzsigern derselben, die eben

*abwärts auf halb 0 Uhr [Unken, auf die „Köpfe der "unter ihnen fißendcu Clerikcr Gregor Fürst Und Anton

Kugelmaycr, und tödtete se auf der Stelle.“ Der Feuerstrahl ward von den eisernen Häftch'en, die das Cokar zusammenhalten, in den Hals, und von da in den Körper geleitet, wie es die Brandmale an dieser Stelle deutléck) beweisen. Die electrische “Materie enc- lud sich im Chora in Gestalt einer großen Feuerkugeh die nach allen Seiten Flammenstrahlen sprühte, mic et-

W-"M-oqn-UU «“.-my“-.. „„„„_ „* ,

nem O_onner, ähnlich _dem einer großen Kanone; vom Gefimje und dcm Platon!) fis! durch die ge::mleige C':-

schüttermxg zu gleicher Zeit eine große Menge szzje,

rungen und Mauerwerk herunter. We noch fiteycn

konnte, der floh. „Einige, vom Blitze berÜykr, laZen Vom Mayn, 16. August. Privatnachrichten zu-

beßnnnngskos am Boden, Einige wurden durch das herabstürzcnde Gemäuer schwer oder minder schxvsr ver, wunder, und vom Blute triesend aus dem Chor ge- drachc. Ein anderer Strahl fuhr durch die Prälatur

m die Administrations-Kanzlei, becäubce den Secrxcacr

Eifinger, und gab dem Administraxor einen electrischen Schlag an das Haupt. Ein drittes fuhr in die Stifts,- mche, ohne jedoch Jemand zu beschädigen. Zuglexch 'rbreicete sxcv ein gewaltiger Schwefeldampf. Von der hlreich zu Hülfe etlenden Vkenschenmenge wurden die lden Tyürme und Dachungcn sorgfältig untersUckzt, "ck zeigte fish nirgends d-Le Spur eines Brandes.

Ein Schreiben aus Neuotstréß in Böymsn, Tabo- r Kreis, vom 6. Aug. enthält Folgendes: Scéc dem 25. Juni haben wir hier eine sehr heiße und trockne Witterung, welches in unsrer Gebirgsgegend cine sehr seltene Erjcheinung ist. -- Am 5. d. M. sammelt: stch gegen die Abendzeic ein Gewitter, welches gegen die neunte Abendstunde ausbrach, aber nichr heftig war. Zehn “Minuten nach 10 Ußr lies; [fck mitten im Gewit- ter, unter einem heftigen Donnerknall, eine feurige Ku- gel auf das über dem Kirchthurme befindliche stark vxr- zjnnte Kxeuz von Eisenßlech herab, jvclches Meteor bis halb 11 Uhr auf dem besagten Kreuze suhcbar blieb, und hernach ver1chwand. Der Wind ging den ganzen Tag aus Westwestsüd; der Stand des Baromercrs ar früé) und-IJTittags 13 Gr. 1“, Abends 13 Ge". er Tycrmom-ccr (Reanm.) zeigte im Schatten früh 1'5, ictags 19 und Abenßs 17 Gr. An demselben Tags aren zwei Gewitter, aber sehr beedeutend.

Preßburg, 15,Aug11|.. In der 132stcn, am 11. .M. scattgehabren, gemischten Reichstagsstlzung ward die„ Tags vorher berichtigce und nun ins Reine ge- schxie_bene aUeruncerthänigsre Repräsentation nochmals criejen, dann unterfertigc und an Se. geheiligce Ma- xestäc abgesandt. *

“le folgenden Tage wurde die 133ske, ebenfaüs ge- wischte“, Reichsragsfißung beider Tafeln gehalten und urin die unUrm 21,'Jult erfiossens Allerhöchste Reso- ution über das Contributions,Quantum eröffnet und verlesen. Nachdem sich hieraus beide Tafeln getrennt jatten, fand eine nochmalige Lesung derselben bei den Ständen statt, die zur Berathung darüber Circular- ßungen beschlossen.

Unter die vielen und mannichfaltigeu Bauwerke erer Zeit, wodurch die könéql. Freistadt. Pescß ihren nnehmenden Wohlstand, ihre Fortschritte in Geschmack "ICulcur beurkundet, gehört nun auch ein; Dr.".tk) rücka (ein Kettensteg) im sogenannten Stadtwälochen, leser schöt1e Ketkcnsteg, welcher zum Uebergang auf éedortig-s Insel dient, wnrQe auf Kosten des Pesther Hötischen Verschönerungsfonds gebaut [mo :| unseres «issens- die erste Brücke solcher Art m Ungarn. Ste

Um 8. d. M. Nachmittags fsierlich eröffnet und

Ührt zu Eykcn Sr. kai;*erl. Hoheit ces" Erzherzozs Sce- ha", ältesten Prinzen Sr. kais. Hoheit des Erzyerzogs '?lclzsoalatinus, den Namen „Stephans-Brücke.“ , Neapel, 24. Juli. Am 30. Juni wurde zu- Bel- tdere in dcr Provmz Calabria Citra ein Mann vom lkße erstickc, wiedex zum sten gebracht, abox bald 97an durch einem heftigen Blutsturz getödtet. _ Am 9- J:!i um 9 UDT Abends sPÜi'Te man in Potenza, m Hauptorce der Provinz Bastltcata, ein nicht unbe- küteudes Erdbeben van 5 bis 6 Minuten. Seine Be- Lsung war anfänglich scheitel- sodann wellenförmig “'" Norden nach Süden, wie bei jenxm im verflossenen ebruar. Man' spsrrc; dj-s-xc- Txdöckkn Huch in n1-:brckre:1

anderen Orten der näml' ! " ' - keinen Sébaden an, “ck“ PMW- d“ckck klkstece cs _ Dee Bevölkerung im Königreich Neapel, ovne S'i- Ztlcen, bac stch _tm Jahre 1325 um 59/140 ZUdividU-cn z»ermehrc. „Dae Geburten verhielten sm, zur „;„„W ViolözLN'Wte 1 : 2-52", und kte Tsdfälle Wie 1 ; 38787; Ye werblrch2n zu den männlichen Geburten wie 1 : . [(s; „m ven Provinzen Bart, Lecce und Cosenza nahm M Bevhlfextxtug am meisten zu. Die ganze VölkszulU im Kömgretä) diesseits des Faro betrug am 1.J.:n::ar die- s“ S*hr“ 5/545/804 Menschen.

Türkei. DU“ Offervatore Trécskino vom 10. Aug. meldet aus Zance vom 8. Juli: „Ilm 29. Jnni smd 4,000, von Alexandrien kommende Araber im Golf von Calamatg aus Land gestiegen, und am 4. d. ile Idea- hUU PKWU, der zu Calamata dic Ankänsc diem“ Trap- pF" ““NRW, mit ihnen anfgebroäzcn, um Napol: Oi Romama zu *biokéren. Eine Diviston der ägyotUch Flotte," die sch zu Navarin befindet, steht im Begriff, uxxter Segxl ZU Sehon, um fich mit der Flotte des Ka- pudan PKW“, die an Lmicnschiffen, F:'egatten, KW ch" UW Briggs 50 Segel stark ist, zu VUSMÖKTU. Ihk“? erste Unternehmung wird dem Varnehmen traci) ZW?" Hydra gerichtet sein. Bei diese:“ Insel' ist dre ZUM? gkieclUsche Flotille versammelt, und scheint fie ver- khlelgM zu wollen. Die Einwohner der Inseln Spe- zia, Paros, Aegina und Koluri haben ii)re Hrimatb yerlaffen UW M) nach Hydra grfiüchter. 'Ililes isr da- [CWÜ i" Beßürzung u::d Verwirrung. Die Grischa" !cbildern Hydra als ein zweites Gibraltar, aber jeder Verßändig: glaubt, es werde das Schicksal von Scio und Zysara hach. Das nun zerstörte *))Uffoluughi war im Vergleich Samir ein unbezwinqlichcr Panke.“

-- Die Macmetne Zeitung cntyälc folgende Min

theiluugen :

Za Ancona verbreitet fich, nach Ankunft eines englischen Schiffö, das Gerüchc, Lord Cochrane haba seinen ersten Schlag gegen dra ä.;yptische Flotte bei Navarin üegreich ausgeführt. *))?an erwartete tmc ge- spannter Neugierde die Bcstätignng.

Odessa, 20. Juli. Nachstehendes ist eine treue Uebersetzung des wichtigen Fermans dxs Großhcrrn an den Cadi von Konstantinopel,- durch wechen die Ab- schaffung der ZaniUcharcn auögesprochen wur)» Mau bewundert die Aufrichtigkeit, womit dex'LDivan seine Plane für die Zukunft so off.:n an meykq legt, und Europa davon m Kenntnis; setzt. „VoékrefficcherC'fendi, Cadi in Konstancmopel! Zeder Muselm-Cän weiß, daß der Islamismus seine-Entßehung der Reinheit und Gelindigkeic seiner chndsißo verdanke, und daß die n-mhamedanische Macht chr Wachsthum, das den Orient und den OcciOenc umfaßt, den fiegreichen Armeen der Gläubigen, die zu jeder Zeit zum Kampfe gegen die Feinde des Glaubens bereit stud, zuschreiben muß. Da die Muselmäuner, diese an einen einzigen Gott glau- benden Krieger, von jeher nothwendig in Armeckorps eingetdeilt sein mußten, so war bis erste Militär-Zm stitution dieser erhabenen Pforte, -- unserer Woblthä- csrin, Welche Gott bis an das Ende der Zeiten erhalt-n Wolle! - die des Odschak (Korps) der Janitscbqrcn. Aber ener erhabener Beherrscher hat die Bemerkung ge- macht, daß die Zanirsäxaren, diese Truppen, die vor- mals durch ihren Muck) tm Angriffe dss FMM“, UW vorzüglich durch ihre blinde Unterwürfigkeit ""t"? M Befehle ihrer Herren so viele Siege erra:*g*n und so viele Länder eroberten, allmälig ausgeartet, Und träge und maurerisch geworden smd; daß diese Miliz, in den seit hundert Jahren geführten „Kriegen, mit Verachtunq der Befehle ihrer Führer, oft Über ein Nichts in Be, skt'jrzung gerathcnd, unk) durch falsche Gerücht“? SÖ'ck- ken verbreitend, ihre Rcihen vkrließ, und 1chimpfltch

“.*. » “Q... -... z»...»„.4«“C;QW-x:» 5». .

.. * * W54,“.M?É.0M