1888 / 277 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 01 Dec 1888 18:00:01 GMT) scan diff

_ Das Ergebniß der gestri en Wahlmänner- wahlen in Berlin ist nach vor äufigen Feststellungen Folgendes: _ * _ _ _

Im ersten Wahlkreise erhielten _dte Fretfinmgen 635 Stimmen gegen 459 _ welche für dte Kartellparteten (inklufive der Konservativen) abgegeben wurden (aus.; 2 Urwahlbezirken mit 6 Wahlmännern stand das_ Resul= tat noch aus). Im Jahre 1885 waren es 612 Jretfinmgx, 240 Konservative und 84 Nationalliberale. _ Wahreyd d1e Kartellparteien hier also einen ZUWUÜZZ, von 135 S_t1mmen zu verzeYnen haben, brachte es der Frexsmn nur auf ein Plus von 23 timmen.

Im zweiten Wahlkreise wurde_n gerdählt: 967 Deutsch- ' freisinnige, 157 Konservative, 20 Natxopalhberalx und 4 un- bestimmt. Gegen 1885 ?abendie erxsmmgen eme Zunahme von 215 (752) die Kon ervatrven eme solche von 27 (130), die Nationallideralen eine Ahnahme von_ 17. _ _ _

Im dritten Wahlkrexse xvar dte Bethetltgung eme "nur schwache, da durchfchnittltch Mt mehr __als ca. 22 __Proz. wählte. Der Wahlkreis hatte ] Walzlmgnner zu wahxen, doch blieben 28 Vakanzen, so da_ß_ thatsachltck) 1477 gennzhlt find. Davon sind 1049 Fretsnzmge, 406 Konservative, 12 Nationalliberale und 10 unbesttmryt. Jnx Jahxx 1885 waren 784 fortschr., 369 kons., 37 Pattonl. Dxe Frenmmgen haben somit um 265, die Konservatwen um 37__zugenommetz.

Im vierten Wahlkretse wurden gewahlt 697 FM- sinnige, 310 Konservative und 19 Vakanzen waren vorhandxn. Im Jahre 1885 wurden 614 Frerfirxmge,_ 227 Konservthe und 14 Nationalliberale getpählt, d. 1. der den Fretfinmgen wie bei den Konservativen eme Zunahme von 83.

_ Die in einem ehemaligen Erbpachtvert_rage ge- troffene Bestimmung, daß de_r Erbpächter uxtd sem_e Nach: kommen den unter der Oberfläche de? Guts fick) vorfindenden Mergel zur Ackerkulinr wirthschqstl1ch benußen, _zum Verkaqf an Fremde aber nicht berechtigt seten, hat nach emem Urthetl des Reichs erichts, 7. vailfenats, vom 10. September d. J., in 7 olge des Preußischen _AblösungSgeseßes vom 2. März 1850 in reußen jede rechtl1che Wirkung verloren; der durch das In rafttreten jenes Gesetze?- zum Eigenthümer gewordene Erbpächter ift berschtigt, über den Mergel seines Gutes frei zu verfügen.

_ Durch Aklerhöchste Ordre vom 15. d. M. ist das dem vormaligen Aktien:Verein für den Bau einer Chaussee von Veilau im Kreise Reichenbach über Gnadenfrei nach Biersdorf im Kreise Nimptsck) seiner Zeit verliehene Recht zur Chaussee el d-Erhebung nach den Bestimmungen des Tarifs vom 29. ebruar 1840, einschließlich der in dem- selben enthaltenen Bestimmungen über die Befreiungen sowie der sonsjigen die Erhebung betreffenden zusätzlichen Vorschriften, den genannten Kreisen, und zwar einem jeden für die in sein Eigenthum übergegangene Strecke dieser Straßen gegen Ueber- nahme der künftigen" chauffeemäßigen Unterhaltung der be- treffenden Straßenstrecke, vorbehaltlich der Abänderung der sännntlichen voraufgeführten Bestimmungen, übertragen worden.

, _ Das in der Cir-kular-Verfügung der damaligen Minister der geistlichen &. Angelegenheiten und des Innern, vom 19. Dezember 1857, für Leichenpässe angeordnete Schema diente, in Ermangelung eines besonderen Formulars “für TranSporte auf Eisenbahnen, bisher zugleich als der im . 34 des Eisenbahn-Betriebs=Reglements vom 11. 5 (ai 1874 für solche TransPorte erforderte Leichenpaß. Nach der Bestimmung unter Nr. 3 des „laut Bekanntmachung dex? Reichskanzlers vom 14. De- zember V. I. neugesaßten 34 1. 0. ist, für diese Transxzorte ein anderes LeixXZenpaß-Formular vorgeschrieben, ohne daß jedoch dadurch die rühere Vorschrift in dem Erlaß vom 19. Dezember 1857 hinstcbtlich des dort vorgesehenen Formulars aufgehoben wäre. Da somit der Fall eintreten ann, daß beim Tran§port einer Leiche, welcher theils auf der Eisenbahn theils auf Landmegen stattfindet, zweierlei Leichenpä e aUSgeftellt werden, müßten, so haben die gen_annten Minister im Interesse eines einfachen und sicheren Gejchäftßganges unterm 23. September d. J. bestimmt, daß das von dem ReiKZkanzler in dem erwähnten §. 34 des - Eisenbahn-Betriebs- eglements für die Vefördsrung von Leiche_n _auf Eisenbahnen vorgeschriebene Leichenpaß=Formular künft1ghm auch für den Trans ort von Leichen auf Landwegen Anwendung findet, wobei selbtverftändlich, falls der Trans- port auf keiner Strecke mittelst Eisenbahn geschieht, im Paß: formular die Woxte „mittelst Eisenbahn“ zu streichen find.

aner ist m weiterer Abänderung der Bestimmungen des [asses vom 19. Dezember 1857 die Ertheilung von “Leichenpäffey zukünfttg abhängig zu machen von der Vorlegung emer yon emem beamtexen Arzt angesteÜten Bescheinigung über dte Toch-Zursache sonne darüber, daß seiner Ueberzeugung nach der Veforderung der Leiche gesundheitliche Bedenken nicht “"MS-“M k : d x B

W 1 omm ie eiti e e ränkun der Gülti : keit des Passes in Fortfall. F ck W g g

_ Der Kaiserliche Gesandte am Königlich niederländi' en Hofe,d FreZerr vo_z1ck (?_YutrmY-ZFSKÜYsist vom Ur'lcYub na em ang zuru ge e r un at ie e ä te der d ti GKandtschaft wieder übernommen. ck f or gen

_ Die Bevollmächtigten zum BundeSrat , Köni li wixrtxemberaischer Präsxdent des Stgats-Ministerist, StagatH Mzmster ])z: Fretherr vqn Mxttnacht, und Königlich nzurltembergtscher Ober:Negterungs-Rath Schicker find hier emgetroffen.

_ Der General-Lieutenant von Dincklage Komman-= dant von Frankfurt a. M., hat Berlin wieder verfaffen.

_ Die Archiv:.ßülfSarbeiter, ])r. phj]. riedri M ': necke _bei dem Geheimen _Staats -ArchivFin BerYn 15111) Dr, ybi]. Pqul Karge bLl dem Staats:Archiv in Koblenz, find zu Arch1v:Asfistenten ernannt worden.

Mecklenburg : Schwerin. Schwerin, 30. Oktober. Meckl._Nc_1chr.) Der Großfüxst und die Großfürstin lad1m_1r von _Rußlqnd smd heute Nachmittag von hier na_ch _Parts ablgezretst. Dte Großfürstlichen Kinder werden unt threr Beg enung morgen die Rückreise nach St. Peters: burg antreten.

Hamburg, 30. Oktober. (W. T. B. Der Gene al-

erdxréaskallwérafAYxodltkeWhat fich l_geute)Nachmi1tag nrach . u em e e von- ein A ' '

bis zum Bahnhof wurde g em bstetgequartter

derselbe von einer zahlreichen

Menschenmenge stürmisch begrüßt.

Oe erreicb-Un arn. Wien,29. Oktober. W1en.Abd_p.) Der Bustdget-Aus chuß des Abgeordneten auses htelt eute eine Si ung, in welcher an Stxlle des Abg. Gxafen Zéichard Clam- artiniß, welcher auf sem Mandat verztchtet hat, der Abg. HaUSner zum Obmann gewahlt wurde. Zum zweiten Obmann=Stellvertreter_ wurde der Abg. Zetthgmmer gewählt. Sodann elangte dte _ Vorlage, betreffend dre Be- deckung des Rüétungézkredtte-Z€ zur Ve_rh_andlung. _An der Debatte hierüber nahm auch der Fmanz-Mmtster ])_r, thter von Duna'ewski Theil. Die Vorlage wurde genehnngt.

_ 30. Oktober. (W. T. B.) Das Abgeprdneten: haus hat von Chlumech zum erstxn, Zetthammer zum xweiten Vize-Präst enten gewählt.

Pest, 29. Oktober. (Wien. Ztg.) Dre Be_ra_thung dxs Regalien:Ausschusses in Betreff der Enxschadtgnngey m Folge der Einführung des Schankgefalles gedteh bts §. 15.

Frankreich. Paris, 30. Oktober. (W. T. B.) In der heutigen Sißung des Ministerrgch unter Vorstß des Präsidenten Carnot wurden die Motwe zu dem Gefeßentwurß betreffend die Einkommensteuer, verlesen. _Dex Entwurf wurde definitiv gebilligt und wird wahrscheml1ch morgen der Kammer vorgelegt werden. _" _

In dem Gesetzentwurf ist die Steuer auf „20/0 xur em Em- kommen aus Arbeit u:1d auf 1 0/0 für ein Einkommen aus erworbenem Vermögen feftgeseßt. Ein Einkommen von 2000 Fr. und darunter wird “nicht besteuert; Wenn der Ehemann ein Etnkommen v-Zn 2000_Fr. hat und die Ehefrau ebenfalls ein Einkommen von glexcher Hohe, so bleibt dasselbe bei beiden frei von der Steuer. Das Gesetz Mr_d mit entsprechenden Erleickpterungkn angewendet _ werden, _:e größer die Zahl der Kinder einer Familie ist. Die Steuer wtrd überhaupt nicht von der Gesammtheit dcr deklarirjen Entkommen- 1umme, sondern nur von ? derselben erhobcn. Den Befißetn von Aktien, welehe eincr Coupon-Steucr unterlikgen, wird der cntsprechende Betrag bei der Steuer in Abzug gebracht. _

In der heutigen Sißung der Deputrrtenkammer theilte der Präsident Meline das Resultat der erathung des Bureaus betreffs des wischenfalles n11t___den Journalisten mit; das ureau hqhe den ngrtoren das Vertrauen aquesprschen und die z1y11chen den_Quästoren und dem" Syndikat der Presse getroffenen Verxtnbarungen angenommen. In Folge dieser Berathung hätten_d1e Quästoretx ihre Entlassung eingereicht. Lacretelle 1tellte_ darauf einen Antrag, nach welchem die Quästoren aufgefordert werden sollen, ihre Entlassung zurückzuztehen. Der Anlrag _LacreteÜe-Z wurde mit 243 gegen 70 Stimmen angenommen. Veytral brachte hierauf Vorlagen betreffs der Getränke: und Einkommensteuer ein. Die Kammer nahm _dann die_ Be- rathung über das Marinebudget_ wieder axzs. Gervtl_le, der Berichterstatter der Kommüfion, wars dem Marme-

Ministcr Krauß vor, daß die Llusgaben für'_ die Häfen zu große seien. Der Marine : Nkinxßer widerlegte kurz die Kritiken dsr Budgetkommisnon

und beklagte sich, stets der Gegenstand ihrer Angriffe zu sein. Gerville und Rouvier vsrwahrten sich davor, den Minister persönlich angreifen zu wolXen; ihre Kritiken bezögen sich nur auf die Verwaltung. Noche vertheidigte die Marinepermal- tung, deren Fehler nur in dsm beständigen Wechjel des Ministers bestünden. Hierauf wurde die allgemeine Berajhung geschlossen und die Kammer auf Montag vertagt.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 30. Oktober. (W. T. B.) (Telegramm der „Nordischen Telegraphen- Agentur“) Ueber die Entgleisung des Kaiserlichen Hofzuges liegen bis jeßt noch k_eine authentischen Details vor. Jedenfalls steht fest, daß es sich nur um einen gewöhnlichen Eisenbahnunfall handelt.

_ 31. Oktober. (W. T._ B.) Nach einem Telégramm des Hof-Ministers aus Do,!tnskaja (Charkow:Nifolajew-

EisenbahnZ O_om Dienstag, 3 Uhr 50 Minuten Nachmittags, ha?s die atserliche Familie diese (Station wohlbehalten pa trt.

_ 31. Oktober. (W. T. V.) Der „Grashdanin“ bringt nachstehende Einzelheiten über den Eisen- bahnunfall bei Burki: Derselbe fand am Montag Mittag statt. Der Zug gjng mit einer Schneüigkeit von 65 Werft pro Stunde und wurde von zwei Lokomotiven ge- führt. Vier Kaiserliche„ Salonwagen, die bekanntlich sehr massiv sind, befanden nch im Zuge. Der Weg war ab- schüsfig. Unter diesen Umständen sei die Entgleisung er: folgt. Die erste Lokomotive bohrte sich in den Bahndamm ein, die zweite wurde zertrümmert. Zm nächstfolgLnden Wagen saßen größtentheils Hofbediensteée der nächste war der Küchenwagen; hierauf folgten der agen des Kaiser: lichen Gefolges und der Speisewagsn. Dae; Gefolge, darunter der Verkehrs-Minister Admiral Posfiet, befanden fich" im letzteren. _Der Ober:Znspektor der Eisenbahnen, Baron Stjernval saß in einem vorderen Wagen, in deren emem Unglücksfäüe vorgekommen sein sollen Es heißt, daß _auch Baron Stjexnval vsrwundet sei, während der Kriech- Mmtster Wannowskt, der General-Adjutant Tscherewin und der Flügel-Adjutant Scheremetiev, die sich im Speisewagen befanden, nur_ leicht kontufionirt wurden. Der Kais er und die Kaijeri_n verließen den Thatort nicht sogleiéh, sondern trösteten dte Veruyglückten und sorgten für dieselben. Gegen Abend bLgaben fick) die Majestäten nach Losowoje zurfzck. Anläßlich _der wunderbaren Rettung der Ka:ser[ichen_Fam1lxe wird allenthalben feierlicher DanYFOttesdtenst abgehalten. _ Tie Zeitungen tadeln dte Et enbahnverwaltung heftiF, welche für die Sicherheit des Hofzuges besser hätte gesorgt ha en müssen.

Italien. Rom, 30. Oktober. (W. T. B.) Der Koxnxnandant der Königlichen Yacht „Savoia“, Kapttan zur Se_e_Carlo Turi, erläßt, nachdem ihm von dem Marme-thster die Ermächtigung dazu ertheilt worden, folgezzde _Bertchttgung: „Die von dem „Berliner Tage; blatt _ m der Morgenausgabe Nr. 535 veröffentlichte Nachrtcht, daß dte_ Königliche Yacht Savoia“ am 17. Oktober cx. de_x _Castellamare sich in Gefahr be- funden _habe, rst vollxg unrichtig. Der Yacht „Savoia“, welche m dem Hafen von Castellamme an einer Boje vor Anker _lag, m_urde von dem Dampfboot „Volta“ nur der auf dem H1ntert_hetl der Yacht_ befindliche ?kaggenstock zerbrochen; es geschah djes am VormUtage mn ' 0 U r, als das Dampf- boot „Volta“ laztgsam manövrirend sich an ickte, vor Anker zu e en. _ Wahrepd dteseß Ereignisses be anden fich Ihre Mae äten der Kmser Wilhelm und König H sonne das Gefolge Allerhöchstderselben noch der Yacht „Savota.““

Gxiexhenland. Al_hen, 30. Oktober. Der Köntg xmpfing _M1ttags vor den anderen sandten den Österre1ch1schen Admiral von

_ umbert mcht an Bord

(ZL. “Ti bB.) “peztaa e- Sterneck gin

YUYY AudiÖnz. Anwe_s_end us 'r "gen, ragumis, erg ammte a des Admirals von Sterneck und der KoKmandanKWWs Admiral von Sterner! brachte die Glückwünsche des Tai?!“ Franz Joseph_ dar, worauf der König für den au?“ ordentl1chen Bewets der Sympathie wiederholt dankte ck jedes Mitglied der Mtssion ip wohlwollender Weise aus W Nachmittags nahm der Kömg von den ständi en Vertxertach' der Mächte die Glückwünsche en egen. Erzbichof Murau" Fberrxiftchte _ersFchrÉisbeJ desF _Fpstes. Abends sand'Y em erre1 l en 8 an en re: errn von Kos" Sterneck's31ein _ZHkZFdinYItattT B) . “k 3" Ehr“ . 0 er. . . . Der 5 ' ' Admiral von Sterneck war gestern allein KFNB zum Familiendiner geladen; die übrigen Spe ialab 1andten, sowie die Mitglieder des diplomatis en Cora; haben für heute eine Einladung zum Diner erhatexx p

_ _Serbieu. Belgrad, 30. Oktober. (W. T. V.) De: thster-Präfident Christie richtete als Minister desJ gn sämmtliche Polizeiorgane des Landes ein Cirkular m welchem er dieselben auffoxdert, den Worten desKönjgz“ durch welche die Wahlfreiheit garantirt werde, Achtung zu verschaffen. * _ _Amerika._ Washington, 30, Oktober. (R.V„) Der dtes1eitige Gemndte in London, Phelps, Übénnittel» dem St_aatssekretär Vayard Depeschen, in“ die _Ans1chten der en lischen Regierung über den waschenfall Sackoil e auseinandergeseßt werden, D'

epesche_n soÜten dLm heute stattfindenden KabineLSrath unterbrettet werden. _ Im Auftrage des Präsidenten Cleveland thsilte Bayard heute dem britischen WW:", (Kackville mit, daß aus der englischen Regierung bmg; nntgstheilfen Gründen _Sackville's ferneres Verbleiben auf seinem bisherigen Posten für die Regierung der ' Staaten nicht mehr annehmbar und deshalbn * für die Beziehungen der beiden Länder sein würde. 5-

?ierbei waren der M“ e

Zeituztgsstimmeu.

Die „Leipziger Zeitung“ schreibt: ';?

Ein De_utschcs Reich, welchcs die feste Gruudlage feinerM in der freiwtllix'en Mitwirkung aller Stämme und Dynastie-W sollte, war das hohe Ziél, welches dem ersten Deutschen Kaiserau“: Hayse der HoHenzollern und seinem großen Kanzler bei dietes Reichs vorschwebte. Und als kich'iÖ, wie es seine großen Baumeister sub dachten, fest gkgründet auf die Treue und das Vertrauensei-a Fürstm und Völker, stark nach Außkn und twß manch bäugljzhm Zwistcs in aUen großen Frage(r einig im Innern, ist es zu Fleisch und Blut geworden nicht blos tm Denken und Sinnen der Nation,

hat es sicb bewährt auch in dem harten Kampfe um sein nationales . *

Dasein, bewährt in den_Stürmen,_ die der Reicöstagswabl des ver- flossenen _Jabres vorausgmakn,_ h_ewabrt in diesem Reichs selbßund bewährt m den schweren Sch7ck1al§schlägen des Jabres, duawi:

111 eréssarjjs unjtas - im Nokbtvendigen Einbeiß'k-hexauz-

** noch stehen.

führung Treue und weclyselseitigxs Vertrauen _ Fo Md: dj ,s Reick) gegründet, und untcr dennxlhen Zeichen s asm SFL: wenn sie morgen ihren Ehrentag sllekt, „Jm „„ckck-jj“ das gilt näckost dem deutschen Heere vor Allem km W Raw;

das äußere Markzeicben dieser Einheit soll Fittk- Wh,:«ßg

Gerichtshof bilden, desen Grundstein kyir _ Das; sich diese Feier in unserer_ Stadt und m Staale vollxiebt, daß Kaiser und König die1em Feste Wwesmbeit

die Weihe geben und die _erste Stadt des WWU mid!» ihre GlückwünicHe scndLs, das WEM uns |" aujjene beiden anderen Grundlagen unserer nationalen Einheit bw:WWUüüge Vertrauen und die erprobte Treue, welche die " m und Stämme unxereinandcr verbindet. Den Schumr deset alm _Treue erneuern wir morgen und das so[[ der Willkommenögruß_sein,_müdech wix unsere erlaucknen Herr1cher empfangen. Dem Kauer Hul, Hexk unjerkm König Albert!

_ Das „Berliner Fremdenblatt“ bemexkt:_ _ ,

Von einer gleich hoben politischen Bedeutuyg )vte_dte Em- rerleibung Hamburgs und Bremens in den Zoüverem,1ft die 111er in Leipzig stattfindende “Grundsteinlegung zu dem neuenRei _ÖLS- gebäude. Zu d_em, was das Bewußtsein der Zusammengeönaßik al]_er Deutschn 1tcts wacbzudalten und neu zu bclebey geeigucttß, tragt nclrcn dcn Maßnadmen zur Erlcichkcrung des _wntbQ übel Verkehrs Nichts in dem Grade bei, als dir E_ ds Reäxts und der Gcrickytsorßanisaticn. In der Rechtsembcusk' langt die Gemeinsamkeit des fittlichen Empfindens und _ Strebens “cer Nation. ihres Ri.“!gcns nacb fittlieber VexvonoW dur_ch_ die wachsende Erkcnntniß der höchsten Re(btswxe _nkxüu schärfste'n Ausdruck; in dcr einkcitlickyen EeüchtSoRamsatwaW die Vorbedingungen für die praktisckxe Pflege des ech15_uachU*' selben Normen des Verfahrens, nacb den gkeichen Gxundsasey abd- [Utkk Unparteilichkeit und nach döchster juü'iischck_Elpfichk- “[JW“ Grundlagen für die unabläsfige Uebung der Gerecbngkett, d.h. kaÜ' Erfüllung des vornehmsten chcks des Rechts. Die hohe BW _etncr möglichst vervollkommneten Ausbildung gememsßlmek U" mftitutionen für das ganze wirtbschaftlicbe Leben der thton und _ im Einzelnen für die vitalstcn Intereffen jedes Retchßaggeboktsw giebt snd damit überzeugend zu erkennen; die Außsicht, gberaüm Réich nach gleickxm Rccbt bemesscn, überall einer gletcb thssenbame und gleich einfichtraen Rechtsprechung theilbaftig zu werden. ist*"cht nur geeignet, die Wcchselbeziehungen der Angeböugen der verslbkkdenen

Wandel die folideste Bafis zu geben und das Vettrayxn zu dem „Perch und das wüste Interesse an seéner Erhaltung allsettxg aufs Hochs!e zu fördern. Materielle Rückfichtcn vereinigen fi_ch bjer mxt1dkalk» Bestrebungen, um die deutscbcn Stämme mit_ emem Bandc-zu UU“ geben, dessen einigcnke Kraft der aller praknsckoen MaßnabmsnsUk Förderung des wirtksibaftlicben Vetkebrs keinekwegs n_ach!tebt.

Dec Partikulariémus steifte sich denn auch mlt ganzer Machk gegen die Einführung der Rechtseinheit, urzd es lag, als sie demzoib im Prinzip beschloffcn war, lange noch die Gefgbr nabe, daß :bre praktische Bethätigung kurckz die Mißgunst und die Sondermaßnahmm einzelner Bundesstaaten. speziell Bayerns und_Sachsens, zy Zustande“ führen könnte, wie fie in den lesten Stadten der_Retchskammer- gericbtsbetrlichkeit laß gegriffen hatten. Diese Befurchiungen smd aber durch die njwickelung_ der Verhältnisse, an der der nen begründete oberste Reichßgcrtcbtsbof selbst den _hervorragendftm Antbeil bat, zu Schanden gemacht worden._ Wir erfxeuex: _unö zunächst nur der einheitlichen Gerichtöorganifatwn, des embettltcbm Strafrechts und des gemeinsamen Prozeßoexfabrcns, aber die darauf bezüglichen'Justiggeseye bestehen noch nicht ein Jahrzehnt, und fie find dem Deutschen bereits unentbehrlich geworden. L_)te Rechtsprechung der Gerichtsböfe steht voüständig auf der Höhe thrxr Aufgabe o_nd bekonders die des obersten ReichsÜerichtY nimmt nn Volke eme unbestrittene, täglich steigende utoritgt ein. Der _Rechkß' partikulariSmus ist für den Geltungsbeztrk des Reichsgertchts !" Deutschland für immer ein überwundener Standpunkt, und kann nur noch eine rage der Zeit sein, daÖaucb Pavel" fich seiner juristischm o_nderstellung entkleidet. leser Zeexpunkt wird um so schneller eintreten, wenn wir uns erst elnbeik“

licher Rechtssaßungen in dem allgemeinen deutschen bürgerlicbxn Gesetsbuch erfreuen; dann wird der zusammenfassende, das Bewußkskm

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Bundesstaaten zu vermehren, sondem auch dem ganzen Handeln» _

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