bedaéht gewesen, ist mißglückt, denn von den in dieser Be- ziehung benannten Zeugen haben bekundet: '
Der Staats:Minister a. D., General der Infanterie 3. D. von Stosch: _ _
Im Jahre 1886 oder 1887 habe der damalige Kron_prmz zu ihm geäußert, Ex könne ihm Sein Tageduck) von 1870/71 nicht mittheilen, da dasselbe zu viel Persoxiljches enhalte; übrigens würde dasselbe auch vor sm_er langen Reihe von Jahren nicht zur Veröffxntl1chu_ng ge- langen können, da darin auch zu melPo[1t1sches enthalten sei; ,
und der Schriftsteller Geheime Rath ])r. Freytag: ,
In der Zeit von 1873 bis 1876 habe kr dem Hochsebglen Kaiser, dem damaligen Kronprinzen, ") Dessen Hauptquartier er sich während eines Theils des K_r1egc-s von 1870/71 be- funden, auf ergangene Einladung M Poxsdam seine Auf: wartung gemacht und bei dieser Gelegenheit auf Anordnuyg des: Kronprinzen durch den Kabinetß-Sekrejär von Noxmann km von Kanzleihand geschriebenes Tagebuch von 1870/71 zur Lekture iibsrgeben erhalten. Nach deendigter Lektür? habe er "dem Herrn von Normann imd auch,dem Kronprmzen gegenuher eäußert und die dringende B11te inSgesprochen, daß eixje Feröffenilichung des Tagebuchs, sonne „überdaupt eine, Mit- thsilUng desselben an Dritte, wie eine olckw hinsichtlich früherer Tagebücher erfolgt sei, unter allen Umstiinden unter- bleiben möchie. Zu dieser Meinungsäußerung sei er haupt- sächlich veranlaßt durch die in dem Tagebuch enthaltßnen, übrigens mit den von dem Kronprinzen während de_s Krieges ihm mündlich kundgegebenen Auffassungen iiberemsinnmenden Mittheilungeii Über die Gründung des Reichs, deren Be: kanntwerden ihm für das Wohl des letzteren, sowie für das Ansehen des Hohen Verfaffezs selbst a'ls durchaus unzuträglich erschienen sei. Auf seine Aeußerungen habe sich anch der Kronprinz im zusinnmenden Sinne erklärt.
Die Veröffentlichung verstößt in ihrem gesammten Inhalt gegen den §. 92 Nr. 1 deS Sirafgeseßbuchs.
Im Einzelnen kommt hierbei Folgsndes in Betracht:
Die TagebiichtxausZüge enthalten Aufzeichnungen über die VerhandlUngen bei der Entstehung dyr Reichsverfassung, über die Stsklung der Regierungen einzelner Bundesstaaten zu diesen Verhandlungen und über die Auffassung, welckie bei dem König und dem Kronprinzen von Preußkn, dem König von Bayern und anderen Bundesfiirßen iiber die einschlagenden Verhältniss vorherrschte.
Die AUEzüge enthalten auch cherkunßen iiber die Be- ziehungen Deutschlands zu auSwäriigen Regierungen, zur päpstlichen Kurie, zu Rußland, England, Luxemburg, Belgien und *rankreich. Die berichteten Thatsachen sind solche, deren eheimhalfung für das Wohl des Deutschen Reichs erforderlich ist. Bei der Priifung der NOTYWMDÄF ke1t der Geheimhaltung kommt es nicht sowohl daran an, ob die'. berichtetcn Thatsachen im Einzelnen objektiv wahr sind, als vielmehr darauf, da sie berichtet sind von dem Preußischen Kronprinzen, dxm na )maligen Deutschen Kaissr; denn ihre Auioriiät auf dkm Gebiete politischer Erwägungen und Ent- sch11€ßu11gen Erhalten die Auf eichnungen an und für sich ver: möge der SteÜung des VerfasZLrs in der öffentlichen Meinung, insbesondcre auch bei den mtderen Regierungen, unabhängig von der Fiage nach ihrer Richtigkeit in Einzelheiten.
[. Die Entstehung der Verfassung des Deutschen Reichs.
Die folgenden Stoßen komnwn insbesondere in Betracht:
1) Seiie 9 _ 7. AugUst. Ich bleibe dabei, daß wir unmöglich nacb erlangtem Frieden uns mit der bloßen An- bahnung neuer Bestrebungen im deutschen Sinne bkgniigen könnkn, vielmehr verpflichtet sind, dem Deutschen Volk etwas Ganzos, Greiidares zu bieten, Und man hierfiir das Eissn der deutscken Kadinete schmieden muß so [NYS es noch wann ist.
2) Seite 14 _ 30. Septkm er. J ) rede Se. Majestät auf die Kaiserfrage an, die im Anriicken degriffßn; er be: trachtet sie als gar nicht in Außsicht siehsnd, beruft sich an DuboisMeymond's Aeußerung, der Imperialismus likge zu Boden, sodaß es in Deutschland nur einen König von Preußen, Herzog der Deutschen geben könne. Ich zeige dagßgen, daß die drei Könige Uns 11ö1l)igen, den Suprcmat durch den Kaiser zu ergreifen, daß die Wusendjährige Kaiser: oder Königskrone nichts mit dem modernen Jmperialiexmus zu thun habe; schlieleich wird sein Widerspruch schwächer.
3) Seite 15 _ 10, Oktober. Delbrück kommt, Bayern will auf die Bedingungen für Eintritt in den Norddeutschen Bund eingehen, nur Militär und Diplomatie vorbehalien. Die Minister sind unter sick) uneinig und berufen sich auf widerspxcchende Aeußerungsn des Königs, der sich mit Delbrück 11/2 Stunden über Gegsnsiiinde, die sich meist auf dessen Mis: sion nicht bezogen, unterhielt.
4)1bjc1. Der König von Wiir1temberg wiÜ direkt mit sucknH unterhandeln, um nicht in Bayerns Schlepptau zu er-
)einen.
5) Seite ]7 _ Z. Novemdsr. Delbrück meint, man Habe doch einen Bimdeßgenoffen wie Bayern im gegenwärtigen , ugenblicke nicht mit Gewalt zum Eintritt zwingen können; ich aber_ behaupte, daß wir uns unserer Macht gar nicht be: wußt siyd, folglich in dem gegcnwärtig weltgeschichtlickgen Augenblicle das, was wir ernstlich wollen, auch zweifellos iönnen, nur Gott sei's geklagt, fragt LS sich, was wir wollen und wer jeßt etwas ernstlich wilX. _
6) Seite18 _ 11.Nov€111d81*. Der Großherzog hat einen „ganz wundervoüen Brief an den König von Vayexngeschrieden, der [1er unbéantworiet geblieben ist. Würltemderg macht uniergcoidnete Reservaiion bei der Militär-Konvention, das Recht zur Beförderilng in seiner Division denaéhlheiligt seine eigenen Offiziere-
, 7)_'1b'jc1. _12. November. Die württembergischen Minister siiid ploZUck) auf schlechte Nachrichten abgereist, als sie Unter- zeichnen woliten; das ist eine Jntrigue Gaffer's, Succo und Minnackzt sind ebriick). Noon und Podbielski beklagen sich, nichtsz zu wissen, Bisniarck ist entsetzt, daß solche preußischen Paktckulariswn überhaupt mit der An elegenheit zu thun haben.
_ 8) Seite 18 und 19 _ 14 ovember. Gespräch mit Viswarck üb-er die deutsche Frage, er will zum Abschluß kommen, eniwickelt aber achselzuckend die Schwierigkeiten; was man denn «zen die Süddeutschenthun soUe? Ob ich wünsche, daß man ihnen drohe? Ich erwidere: „Jawohl, €?- ist ar keine Gefahr, treten wir fk'st und gebietend auf, so werden ie sehen, daß ich Recht haite zu behaupten, Sie seien Sich Ihrer Macht noch gar n1cht genügend bewußt.“ Biswarck
wies die Drohung weit ab und sagte, bei even-
*- Bundesstaawn hängt das Wohl de?» Deutschen Reichs
u en äu ST en Ma regem dürfe man 'am wenigsten danit drolßen? weil ßdas jene Staaten iy Oesjerretchs Arme treibe. So habe er bei Ueberpahme [eines 21th den festen Vorfuß gehabt, Preußen zum Krieg mit Oeßerrexck) zu bringen, aber sich wohl gehütei, damals oder zu friih MiiSr. Majestät davon zu sprechen, bis er den Zeitpunkt fux geeignet angesehen. So mü 6 man ,auch gkgxnwartig der ZLLTUYHRTW steUen, die dkutsche rage sich en1w1ckeln zu [chen. „och er- widerte, solches Zaubern könne 1ch, der ich die Zuiunjst xe- präsentire, nicht gleichgültig ansehen; xs sé! nicht nothtg, Gewalt zu draUchen, man könne es ruhig darauf ankommen
la en, ob Bayern und Wüxttemberg wagen wdrden, sic?)s Oesterreich anzuschließen. EH sei nichts leichter, als von der hier verfammelten Mehrzahl der deut-
en ürten nicht bloß den Kaiser proklamiren, son- dém Zchs eine den berechtigten Forderunxzen dks deut: schen Volkes entsprechende Verfassiing mit Oberhaypt genehmigen zu lassen , das watch eine Pression sein, der die Könige nicht Widerstehen _konnten. Biswarck bemerkte, mit dieser Anschauung sxehe 1ch ganz allem; um das" gewollte Ziel zu erreichen, „ware es X1ch11g(k, die An: rcgixng aus dem Schooße des Nexchstqges kommen zu lasssn. “Auf meinsn HinweiH auf die Gesmnyngen von Baden, Oldenburg, Weimar, Coburg, deckie er sick) dnrch den W1llen Sr. ?ajestät. Ich erwiderte, 1ch wisse sehr wohl, daß sein Nichtwollen alicin genüge, um eme _solche Sache ÜUch bei Sr. Majestät Unmöglick) zu machen. B1Hmarch entgegnete, ich mache ihm Vorwürfs, währsnd 81; ggnz andere Pér-jonxn wisse, die jekte verdienten. Hierbei sLT dW grqße_S81bs1a11d1g: keit des König?- in politischen Fragen zuderUcks1ch1igew der jede wich1ige Depesche selbst duxchsehe, ]a korr1g1re. " Er bedauere, daß die Fkage dcs Kaiseis Und Oberhauses uber- haupt diskutiri sei, da man deern und Würitemberg dadurch vor den Kopf gestoßen. _ ,
9) Seit? 20 _ 17. November. _Delbrück x_eist zur NEUHE- ta «Eröffnung nach Berlin, er ist 111chten1mu1h1gtui1d glqubt, da?; unsere Taktik, die Bayerxt séit 14 Tagkn zu1gnor1ren, ihre guten Früchte Trage, da sie um Wiederaufnahme deirVer- handlungen gebeten. _ ,
10) Wir]. _ 21. November. Bmearck sagt _ _ beide Königreiche wollten nun eintreten, er müsse aber seine Trümpfe auch noch ausspielen. Noon drohe die Militärverhandlimgen iiber die äußeren Abzeichen abzubrkchen.
11) Seite 21 _ 30. November. Ein KonzeptBisma-xck's fiir den Brief des Königs wegen der Kaiserwürde an Se. Majestät ist nach München gegangen; der Großherzog sagt mir, man habe dort nicht die richtige Fassung zu Linden ver- mocht und sich diesklde von hier erbeten, der önig von éayernhhcit den Brief wahrhaftig abgeschrieben und Holnsiein
ringt i n.
12) Seite 22 _ 9. Deszber. Man fragt, ob dieser Bund daS Resultat aller Opfer sein sOÜL, ein Werk, das nnr den Männern passe, für welch? Und von denen LS gemacht. Ich bin mir wohk bewußt, welche unkUdliche Mühen und Be- schnzerden mir dereinst die heutigen Unteriassungssünden bringen mér en. „ 13) Wie]. _ 12. Dezember. Es ist an den König von Bayern „TelegrapFiit, er möge dis längst in seinen Händen be- findlich9n Schrei sn hersenden.
14) Seite 24 _ 31. Dezember. Der König erklärt, zu morgen keine öffentliche Kundgebung zu onen, weil Bayern noch nicht zugestimmt _ _ Biswarck _ _ erklärt, ohne Bayerns Zinritt keine Jnaugurixung vornehmen zu können.
15) 1611. _ 1. Januar. Der König begrüßt miei) ernst und freundlich [)LWCgt mit dem Wunsckze, daß es mir dereinst vexgönnt sein möge, die Fricdxnssaat der jcßigén Aibeit zu erleben. Er könne sick) freilich nicht denken, das; die dauernde Einigung Deutschlands bestehkn bleiben werde, da leider die wenigsten Fürsten so handelten und gesonnen seien, wie es zu wünschen wäre Und denén dcr Großßerzog Ein so edles Beispiel gebe.
Die hier berichteten Thatsachensi11din doppelter Richtung von Bedeutung, einmal für da?: Verhältniß Prkußéns zu den anderen Bimdesstaaten und zum Rsick), dmm fiir die 9(“?txcßung der auIländischc-én Regierungen zum Teutschen
ei . .
14. Von dem Verhälttiiß Preußenszu den anderen
Wezentlich ab. Das Wohl des Reichéz bernht im erster Linie an der Einigkeit der dasselbe bildenden Glieder. Diese Einigkeit wird erschüttert, wenn einzelnen Glisdern des Reichs Nachrickzjen mitge1l3eiltwerden, Wélck)? bei ihnen Miß- trauen gcgen den führenden Bundeéstaat und den Träger der mit Preiißen verbundemn Kaiseckione zu erregen geeignst sind. u solchen, das Mißtrauen er- chkenden Nachri ten gshört dasjenige, was über die Auffassung des preußischen Thronerben in Bezug auf die SteÜung der Reicthewalt zu den ein elnenBundes: gliedern, insbesondere über ie Absicht deSsel en miigeiheilt wird (S. 17, 19), die süddeutschen Staaten zu einer Ent: äußerung ihrer veriragkzmäßigen Selbständigkéit und ihrer wesentlichsjen Hoheitsrechte zu Gunsten ch Kaisers zu zwingen. Die Kenntniß von dieser Absicht kann bei ein- ze'lnen VundeIgenoffen die Befürchtnng errégen, es könne die gleiche Absicht, wenn sie einmal nahe daran war, sick) auf, dem preußischen Throne zu verwirklichen, aUci) ein zwe11€S Mal zur Erscheinung gelaiigen, und diese BLfiirck): luzig kann der Erwägung NÜUWIZTWM/ ob nicht durch recht- JSLÜJLZ Abkommen mit anderen ächtLU die ZukUnft sicher zu sielidn sei.
Diese Veirackztung findet ihre Bestätigung in dsm, was die preuß1scheu Gesandten an den demschen Höfen über den Emdxuck berichten, welchen die Veröffentlichung deI Tagebuchs gemacht hat, Inhalts déksélbßn [)aiie, Nach der b9r1chteten _Aeußerung de?) Ministcrß, Freiherrn von Luß, die bayerische Regisrixng den Eindruck gewonnen, die Anschauung des damaligén Kronprinzen sei im Jahre 1870 dahm gkgangen, das durch die Verträge Erreichte sei nur deshalb anmixmdar, weil sick) zur eit iiicht mehr exreicken lasse. Der sachs11che Minister=Prä1dent Und die Minisier des Innern und des'Kultus „erilärten, daß die Veröffent- [1chUng _daS monarchnche Prinzip_ schädige, und die bei dex Errichtung des Dcutschen Reiche"; be1heiligten Souve- rgne vexleße; Dew Bericht aus Stuitgart charakterisirt die dereits eingetretene Schädi ung des Reichs, weil die Yubltkaiion neuen Unfrieden g tiftet und die arteigcgen- sqße geiordert habe. Aehnlich der Bericht aus aden, und die Berichte aus London und Wien ionsiatiren ausdiiicklick)
13. Die Stellung der ausländischen Regie- rungen zum Deutschen Ri-ich wird durch die Tagebuch- Publikationen insofern beeinflußt, als jene Regierungen aus den“ Véröffemlichungen die Auffassung entnehmen
können, als ob im Falle eines Krieges nicht _auf den Widexsiand deS gesammten Deutschen Reichs mit gerechnet werden müsse, und-
Noihwendi keit „ als oli ein ZLTLUÜ desselben eine nicht au§zusch118ßexide Möglichkeit sei. Die Gcfährdung des Deutschen Reichs ist eine doppelte: Stärkung der kriegerischen Ne1gun derjenigén Mä te, Welche einen Kampf mit Dévtschlan innerhalb der 216 ihrer Politik erachten Und Schwächung des Zutrauens der Bundesgenossen zm: Fkstigkeit des Deutschen Reichs. _ Die Thaisachen, die ierbei in Bx jracht kommen, sind UQMLiitlick) die Acußerungen des Königs von Preußen über die Einignng Deutschlands, die Vor- gänge bei Abfassung des. Brichs Königs Lndwig, die Wed termigen und die nur mühsom zu Überwindenden Schwierig: kei1en, die sich den gedegien Plänen entgegenstsllfen, sowie der Teidel, den dieselben von Haupt=Jntereffenien ihrer an- gebiicben UnvolTiommenheiien we en erfuhren.
Die Annahme, daß in dcm ekanntwerden dieser That- sachen eine kaährdung des Deutschen„Reich-Z liege, wird auch hier durch die Gesandtschaftsderichte besiäiigt. Der Be1icht an? St. Petersburg konsiaiirt den Ausdruck unver= kenndarer Schadenfrsude auf Semen dEr Feinde Deutsch- lands und dsrsn Befrisdigung iiber die Wahrnkhmung, daß das neu ersmndkne Deutsche RL1ch seine sehr verwundbaien Stech-n habe und daß die mit Säzwierigkeitén, wie sie im Tagebuche geschildert werden, JU Stande gekommene deutsche Einigksii nur eine formelie sei und ÖÜYLT leicht einmal wieder in die Vri'xche „gdraihen könnte. Der elde Bstichk weist Nack), daß die pa111lav1sirscheVreffe auf Grund der Tagebuckx Außziigc die Leiiung der_deuischM Politik von Neuem zu verdächtigen und die Feindschaft gegen„ Deutschland zu nähren sucht; In dem Pariser Bericht werden die, die einflußreickye öffentliche Memung vertretenden Aetxße: rUngen der Presse JUsUMMLngLstSUk, aus denkt! sich ergiebt, daß man aus T*:Ln „126761350118 préchusss“ er- kenne „18 yisä (TWINS än 6010586“, daß man Freude hat an dem nachgkwiesenén Mangel an Festigkeit des Reichs, der dasselbs dündnißunfähig mache und den kleineren dxutsckzen Staaten den Gedanken nahe [ege, das preußische Joch zu gelegener Zeit abzuschiitteln.
11. Die Beziehungen zur Kurie. Die folgenden beiden SteÜen kommen in Betracht: , 1) Seite 16 _ 24. Oktobxr. Viswarck erzählt memexn Schwager, daß er nach Beendigung des Krikges gegen die
Unfehlbarkeit vorgehen WM.
2) Seite 18 _ 12. November. Ledochowsky erkundigt sick), ob der Papst Aufnahme in Preußen finden werde. Bis- marck würde das Vériassen Roms fiir einen ungehéuren Fehlér Pio Nono's halten, (1er sein Aufenthalt in Deutsch- land könne gut wirken, weil die Anschauung der römischen Priesterwfrihschast die Deutschen kuriren werde.
Die Niederschrift der exsterxn Notiz findet ihre Er- kläxung darin, daß devanpiinz wiederholt dmübcr inter: pellirt hatte, ob gkgen die anaÜibilität nichts geschehen werde; die Absicht, diese Ftage geschäftlich aufzunehmen, lag der damaligkn RegieiUng absolut fern, und man verweht? wei- teren, dem Thionerben gegeniiber schwierigenErörterungeu einer unbequemen Frage dilatorisck) dUrci) das praktiche Aign- meni ein Ziel zu seßen: vor der Hand sei der Kriegzu führen und dA“ angsxeßten Fmge köime man erst nach dem Kxiege näher trewn. Die Absicht, [syteres zu jhun, war gaxnicht vorhmiden. Die Kronprinzliche Aufzeichnung wiid aber immerhin zu dem Vorwande [)(“UUHT werden können, die Regierung hade feindselige Hintergedanken gehabt und werde bei anderen Golsgenheitcn bemüht sein, dieselben zu verwirklichen. Die Aufzeichnnng war daher zum Wyhl?- des Tentschen Reichs gebkim zu lxalisn. Taßielde gilt von der Aufzeichnung umor Nr. 2. Diese Annahnw wird auch bestätigt durch den Bexicdt des Gesandien omPäpsilicthStuhl, in Welchem nachgewiesen wird, daß die römischen Intransigenten mit besondercm Nachdruck daran erinnern, wie oft und wie dringend sie den Papst vor der „Keßer-Regierung“ in Berlin gxwarnt hätten; die Bsreckxigung ihrsrPiahnUngen ergebe sich aUS deri Tagebuch:Aufzeichnungen, welche «uf eine tief- gehcnds feindselige Gesinnung abseiteu der deutschen Regierung gygeniider dcr KUrie hindeuieten. GLeiche Meinungen sind in der Presse zUm AUZdWck gxkommen, U11d das UlU'ÜMOUfÜUL Wiener „Vatciland“ läßt dentlich die Hoffmmg duxchblickcn, daß die Beziehungen zwischen PWUßLN und dcm Vatikan getrübt werden und der CentmmS- partei neue Waffen gegcn die Regierung in die Hände ge- dxiickt werden könnten.
111. Die Beziehungeii zu Rußland.
Die folgenden Stellen:
1) Seite 18 _ 14. November. Die russische Loswgmtg bLsiäUgt sich; es wird erzählt, Palmerston habe Brunnow bei Unterzsickznung des Vertrageß von 1856 gesagt, derseibe werde nicht 10 Jahre dauern. Genkral Annenkowdringt emen Brief d€s Kaifsis Alexander, Rsuß erhielt erst betAlZgang 'dssselben Nachricht davon mit dLm Bemsrken, er,mog€ mcht LhtZ-r telegraphiren, als bis dsr König den Brief erhalten. Wir telegraphiren, den Schrijt zu verschieden, 'cxber «Zrhaitcn die Antwort, OZ sei U spät, es seien gleichzeitig “Mittheilungen nach London Und Tien gegangen. _ ,
_ 16. November. Unsere Vertretex solxen passiv blktbén, dsr König ist sehr betroffen und sagt m_1r, diese Mbekkasthlxng sei außer aÜem Spaß, in "England Mrd dies WL? als LM? Rache für die Waffenaußfuhr angenommen. B1Smarch aber stelit jedes Mijwiffen in Abrede. _ .
2) Seile 20 _ 19. Novembex. Btsmarck soll be1 G0,“- schak0w's Note gerufen haben: „D1e dummen Kerls haben mer Wochen zu früh begonnen.“
beziehen sick) auf die Lossagung Rußlands 'von dex Konven- tion in Betreff des Schwarzen Meeres- DteAUTzeichmxngen iiber die wenig wohlwolXendeHaltun des damaligen KRUSE . von Preußen, der gegenüber zenem orgLYn Rußland? nach jener Registrirung die KüydUUUL des LMUZLS _hanW- schieben wollte, smd Nachr1 ten, WSW? geeignet_ sind, der russischen Regierung gegenü ex das Wohl. des ZFUW zu 8?- . fährden, und welchedesha1b dieser gegenuber hatten gxherm gehaltkn werden müssen. Der oben ac] 1.13 erwahnte
die Gefahr für die innerkn Beziehun en des Deut en Reichs, welche durch die? Publikation eniZehen könne. fck
„Nowosti“:Artikel bestätigt dies.
I 3"th “29.“- “_ „„..